Geheimes Treiben

Moderator: Menekaner [Mod]

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Jarek

Geheimes Treiben

Beitrag von Jarek »

Des nachts schlich ein junger Mann von Neugier getrieben durch die Gassen Menek'Urs. Seine Kleidung war einfach gehalten und er bewegte sich lautlos - als hätte er eben dies schon viele Male geübt. Neugierig und ohne ein schlechtes Gewissen zu empfinden, prüfte er jede Türe ausserhalb des Sichtbereiches der Stadtwachen. Neugierige Blicke durch die Fenster. Und jene Türen die sich öffnen liessen, inspizierte er voller Neugier. Seine Inspektion in Menek'Ur ging lange - fast die ganze Nacht durch. Aber bald würde er die Stadt wie seine Westentasche kennen.

Alles, was er an Nahrungsmitteln finden konnte, steckte er ein und transportierte es zu seinem Lager. Auch in der Oase sah er nur Nachts vorbei, um sich mit frischem Obst einzudecken. Er war sich nicht sicher, ob sein Aufenthalt dort überhaupt gestattet sei.

Er würde vorsichtig sein und abwarten wie die reichen Schnösel noch auf ihn reagieren würden...
Jarek

Beitrag von Jarek »

Heute stand etwas besonderes bevor. Er hatte vor einigen Tagen ein unbewachtes Zelt kurz vor den Toren der Stadt entdeckt. Er hatte dort in den Kisten einiges gefunden - nicht, dass er das dringend gebraucht hätte, aber man konnte nie wissen.
Und das was er wusste war, dass er Ärger bekam, wenn er nichts mit brachte. Und das wollte er keinesfalls riskieren, also schleppte er die Wasserkrüge, das Brot, Fisch und einige Schaufeln weg.
Maawiya

Beitrag von Maawiya »

In der Nacht waren die Dächer Menek'urs immer noch sein zu Hause.
Die Freiheit die er dort oben genoss war für ihn pure Erholung, vorallem seit er das neue Oberhaupt der Familie Masari war.
Fast immer war es rhuig, bis auf vereinzelte Menekaner, die aus dem singenden Kaktus kamen, oder ein Verehrer der vor dem Fenster seiner liebsten darbte.

Doch in der letzen Nacht hatte er etwas merkwürdiges gesehen. Oder besser er dachte er hätte etwas gesehen. Ein Mann, oder besser ein Junge der durch die Nacht schlich.

Er würde die Augen weiter offen halten, soviel war gewiss.
Radhiyaa Masari

Beitrag von Radhiyaa Masari »

Die Ordentlichkeit habe in der Akademie nachgelassen. Hörte sie da richtig, was der Erhabene zu ihnen sagte? Sie konnte ihren Ohren kaum trauen und war völlig perplex auf dem Kissen im Unterrichtsraum gesessen. Der Sache wollte sie schnellstmöglich auf den Grund gehen, denn wenn sie sich selbst ehrlich gestand, rührte sie bisher keines der Bücher in der Akademie an. Sie hatte auch wenig Zeit dafür ihre Nase in den wichtigen Schriften zu versenken, zumindest ersteinmal nicht, solange sie noch zwischen Palast und Akademie hin und her pendelte.
Noch dazu konnte sie es sich nicht vorstellen das die anderen beiden Magierschüler unordentlichen waren, da Aalim und Delilah äusserlich recht gepflegt und ordentlich aussahen. Also warum dann die Bücher und heiligen Schriften in den Sand werfen? Irgendetwas war hier eindeutig faul!
Sie erhob sich aus dem weichen Kissen und wollte dieser Unordnung auf den Grund gehen, wenn sie bereits der weise Erhabene Rashad darauf hingewiesen hatte. Sie lauschte in das Liedgefüge hinein, doch sie fand nichts ausser die Klänge von Aalim und Rashad selbst. Niemand war hier zugegen, keiner hatte sich unter dem Tisch verkrochen, niemand war in der ersten Etage und auch nicht auf dem Dach auffindbar. Einerseits war sie innerlich vor Wut am brodeln, Unzufriedenheit stieg in ihr auf und dass war letztendlich der ausschlaggebende Punkt weshalb sie in Richtung Stadt aufbrach um den Übeltäter zu finden, ihn einzufangen und zur Rede zu stellen. Der Übermut hatte sie unter Kontrolle, dass sie gar vergaß den Beiden bescheid zu geben das sie aufbrechen würde.

Nach mehrmaligen Auf und Abrennen in der Stadt gab sie es dann auf. Sie wurde in dieser kurzen Zeit nicht fündig, ausser das sie den beiden Männern über den Weg lief und wie sooft war man nicht von ihrem Ausbüchsen begeistert. Und wenn schon! Sie kann sich doch wohl wehren?
Sie schnaubte und gab keinerlei Widerworte gen ihres Erhabenen, sie nahm es hin, auch wenn sie es nur für diesen Moment akzeptierte; einen Wirbelsturm kann man nicht so schnell einfangen, wie man es gerne hätte!

Kurz bevor sie zurück in den Palast kehrten und Rashad voraus ging, gab sie den Wachen einen leisen Hinweis, erwähnte hierbei die kleine Unordnung und drehte es sich so, als sei keiner der Akademieschüler daran schuld gewesen, sondern irgendetwas Neugieriges durch die Sonnenstadt schlich, um weitaus mehr von dem Volk der Menekaner zu erfahren.
Zuletzt geändert von Radhiyaa Masari am Samstag 2. April 2011, 15:20, insgesamt 1-mal geändert.
Jarek

Beitrag von Jarek »

Unverrichteter Dinge zog er wieder durch die Stadt auf den Weg zurück. Er hatte heute gar nichts gefunden, was er suchen sollte. Und er hatte schon ordentlich Angst vor dem, was ihm noch erwarten würde, wenn er mit leeren Händen zurück kam. Dementsprechend schlecht gelaunt schlich er auch durch die Straßen und traf auf den Menekaner namens Samir.
Jarek schreckte zurück, als er ihm näher kam und besonders höflich benahm er sich wirklcih nicht, was ihn noch verdächtiger machte. Doch in Anbetracht des Ärgers der ihm noch bevor stand, konnte ihm der stolze Menekaner nicht so viel Angst machen. Dennoch war er erleichert als er ging.

[Wenig später...]

Zornige Blicke lagen auf dem Jungen, als er keinerlei Ausbeute mit brachte.
"Du weisst, das wir auf dich vertrauen?" Ergeben nickt der magere Junge.
"Dann MACH DEINE ARBEIT." Der alte Mann erhob sich und schritt brüllend auf den Jungen zu. Ehe Jarek auch nur ans Ausweichen denken konnte, hatte er die Faust des wuchtigen Mannes im Gesicht und flog ungelogen zwei Meter zurück und sackte in den Sand zurück.
"Mo... morgen br...bring ich was ... m... mit." stotterte der Junge, als er sich mühsam aufrichtete.
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Radeeh Bashir
Beiträge: 115
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Radeeh Bashir »

Nachdenklich saß Radeeh wartend in der Kasserne nach dem Gespräch mit Hassan welcher ihn über die Vorfälle in der Akademie berichtet hatte. Darüber grübelnd ob es denn das richtige war den jungen etwas auszurüsten und ihm vertrauen zu schenken.
Die Stadtwachen waren jedenfalls verständigt den Jungen aufzugreifen und ihn unverzüglich zur Kasserne zu geleiten. Hassan und Fareeda wurden abgeordert Samir zu geleiten das Versteck des jungen aufzusuchen und auch die Stadt nach ihm zu durchkämmen.
Alle erhielten die gesonderte Order dabei ihm kein Haar zu krümmen solange seine Schuld nicht bewiesen sei und der Erhabene selbst darüber entschieden habe was zu geschehen hat.
Hassan

Beitrag von Hassan »

*Seine Gedanken rasten ... der Mann der ihm gegenüber saß war ungepflegt und roch schlimmer als manch Stiller Familienabort. Alkohol und billiger Tabak gepaart mit Schweiss und Tiergeruch war wirklich eine widerwärtige Mischung. Er hatte Glück dass seine 'merkwürdig verhüllende Gewandung' in Form zahlreicher, recht billiger Lagen Stoff, die zu einer einfachen Robe samt Kopf- und Gesichtstuch zusammengenäht waren, welche seine Identität und Gemütszustände bis zur unkenntlichkeit verschleierte. Er war zwar ein Soldat und damit schon an wirklich widerwärtigen Orten gewesen, aber die Kaschemmen die er nun aufsuchte liessen den Bashirsohn in sich aufschreien, der zumindest eine ordentliche Seife und ausreichend Pflege gewohnt war.
Der Blick dem der Mann ihm zuwarf, kannte er nur zu Gut ... misstrauen mit etwas, dass Hassan zu finden gehofft hatte ... pure Gier.
Er schlich schon lange durch die Kaschemmen der übelsten Viertel Menek'urs und beauftragte ein jedes Schlitzohr dass er finden konnte, damit sich umzuhöhren ... ob ein neuer Karawanenführer oder anderweitig merkwürdiger Mann in die Stadt gekommen ist, dem ein eher zweifelhafter Ruf anhaftet. Der vielleicht sogar junge Menekaner zu unsauberen Dingen anstiftet, manche hatte er sogar beauftragt einen jungen Menekaner mit einer Narbe an der Hand der Jarek heisst, beschatten zu lassen und ihm zu melden, sollte er in Begleitung gesehen werden, die in etwa so wie die Dienstlinge aussahen, die sich von Hassan Belohnungsgold erhofften. Natürlich war dass nicht billig, verflucht, dass war es ganz und garnicht ... aber er gehörte zu einem der wohlhabensten Häuser Menek'urs, auch wenn er das gut vor seinen Mietlingen verbarg, und der Auftrag des Sekban war klar: Er wollte Informationen.
Einem Jemaaten der Armee würde niemand etwas erzählen, dessen war er sich bewusst, also hat Hassan alle Hausinsignien abgelegt, sich dieses widerwärtig einfache Gewand besorgt und sich an Orte gemischt um nach Abschaum wie demjenigen ausschau zu halten der gerade vor ihm saß.
Wenn wohl jemand etwas über irgendwelche Vorgänge in Menek'ur wie ein gewisser Vandalismus in der Akademie zu Leviathan wusste, dann war es dieser Abschaum....*


"Also ... hast du verstanden? Der Junge darf nichts bemerken! Und ihm darf kein Haar gekrümmt werden. Ich will nur wissen, mit wem er sich herumtreibt oder wer hier Leute beauftragt Dinge an Orten zu suchen, an denen sie nichts verloren haben..."

"natürlich natürlich *schmierig reibt er sich die Hände und leckt sich über die Lippen als er die Worte vorsichtig formulierte* und die ... Bezahlung?"

"Wird wie versprochen genau dann gezahlt, wenn ich sachdienliche Hinweise erhalte, Beweise! Fakten! Namen! keine Gerüchte und erstunkene Lügenmärchen verstanden?"

*Kurz sah man, wie die Augen der schmierigen und dubiosen Gestalt zuckten. Hassan war klar, dass der Kerl ihm keinen Zentimeterweit vertraute, genauso wenig wie Er ihm, aber die Verlockung auf eine hohe Goldbelohnung würde vermutlich stärker wiegen als das Misstrauen, genauso wie es Stärker als Loyalität oder gar das Leben von irgendjemanden in diesen Kreisen wiegen würde*

"Gut ... wie können wir dich erreichen falls uns etwas zu Ohren kommen sollte ... so rein zufällig mh?"

"Garnicht ... ich erreiche Dich ... "

*Erneut schien der Gestalt diese Antwort nicht zu gefallen, und die Augenwinkel zuckten nur nervös, bevor sie wortlos aufstand und verschwand. Hassan beunruhigte es nicht mehr ... zuviele seiner Sorte hatte er in der letzten Zeit gesehen, zuviele ähnliche Gespräche abgewickelt und zuoft hat man ihn versucht dabei über den Tisch zu ziehen. Er wusste dass er hier nichts zu erwarten brauchte, keine Ehre, keine Loyalität, keine Fairniss nichts gutes. Hier zählten nur Macht und Gold und zu seinem Glück besaß er zumindest eines davon in gewissen Maße.
Er hoffte wirklich dass sich dieser ganze Aufwand lohnen würde, den man um diesen Jungen und diesen kleinen Fall von Vandalismus betrieb. Es gab weitaus schlimmere Dinge die in Menek'ur vor sich gingen, aber wenn es der Wunsch des Erhabenen selbst war, dann half es alles nichts und alles Gold und jede Zeit die man investierte war es wert.
Er selbst verstand nicht, was Radeeh in diesen Jungen sah oder weshalb er ihn so zuvorkommend behandelte ... die Fragen die ihm gestellt wurden waren auch alle so zaghaft dass selbst ein 12 jähriger noch mit Verzücken alle Anwesenden angelogen hätte.
Gewiss die Beweislage war mehr als dünn und es bestand wirklich keine Notwendigkeit gewalt anzuwenden, aber man konnte eine Befragung auch ohne Gewalt mit etwas mehr Nachdruck führen. Noch während ihm diese Gedanken durch den Kopf gingen verschwand Hassan wieder ... nun konnte er nur noch hoffen, dass seine Bemühungen Antworten oder wenigstens eine Spur lieferten ... abwarten und Geduld zeigen ... waren nun bessere Ratgeber als entschlossener Tatendrang ... und so verschwand die vermummte Gestalt, nachdem sie sich sicher war nicht verfolgt zu werden wieder in den Gassen Menek'urs ...*
Zuletzt geändert von Hassan am Sonntag 3. April 2011, 01:14, insgesamt 3-mal geändert.
Jarek

Beitrag von Jarek »

Heute traute er sich nicht die Stadt zu verlassen. Das was man ihm vorgeworfen hatte, hatte er zwar nicht getan aber in ihm brodelten die über Jahre eingetrichterten Gefühle hoch. All der Hass. All die Wut.
Er hatte sich wieder in das leerstehende Haus zurück gezogen und breitete sich auf der alten Matraze aus.
Ein knurrendes Geräusch erinnerte ihn daran, dass er eute noch nichts ausser der Banane vorhin in der Oase gegessen hatte. Eigentlich müsste er heute noch einige Sachen holen, aber er hielt es für sinnvoller erstmal die Füße still zu halten.

Sie hatten recht gehabt. Eingebildete Schnösel. Ekelhaftes arrogantes Pack. Er kochte innerlich vor Wut. Sie würden ihr blaues Wunder noch erleben. Doch trotz all seiner Wut die er noch verspürte, war da noch etwas anderes. Hunger? Nein, das war anderes, aber es fühlte sich mies an.

Seufzend schlug er mit der Faust auf den steinernen Fußboden.
"Verdammte Kamelkacke!"
Er dachte an den Beutel und die Sachen die er heute und schon vor einiger Zeit bekommen hatte, und das flaue Gefühl im Magen breitete sich noch weiter aus. Er mochte das nicht und seine Methode dagegen? Noch mehr Wut...
Jarek

Beitrag von Jarek »

Neuer Tag - neues Glück.

Er war noch immer ziemlich wütend. Und solangsam sollte er wieder Resultate bringen, sonst wären die Schmerzen in seinem Gesicht sein geringstes Übel. Also machte er sich auf und strich durch die Stadt. Er ließ keine besondere Vorsicht walten, oder wählte gar einen bestimmten Weg. Er wollte nur feststellen wo die Wachen waren und ob irgendwo andere Menekaner waren. Sein Ziel war sowieso klar.
Es dauerte nur ein wenig bis er registrierte, dass an seinem Ziel zum einen Weit und breit keine Wache war und auch kein weiterer Menekaner.
Als er das nächste Mal an dem Haus vorbei kam, drückte er die Klinke hinunter und die unverschlossene Tür öffnete sich. Kein Laut klang aus dem Haus, also schlich er sich hinein, überquerte den kurzen Flur und stieg dann die Treppe hinab in den Keller.
Dort standen einige Kisten und viele davon waren nicht verschlossen. Er blickte grimmig in die Kisten hinein. Schon wieder dieses flaue Gefühl im Magen. Doch erneut überging er es in dem er sich auf den Grund seiner Wut besann. Auf all die Ungerechtigkeit, für die er nichts konnte.
Schon fiel es ihm sehr viel einfacher sich seine Taschen vollzustopfen. Nicht zu viel, dass es gleich auffallen würde, doch nahm er von jedem etwas. Er konnte ja nicht wissen, was noch gebraucht würde. Aber er würde es erfahren.
Erstmal machte er sich mit seiner "Beute" auf den Weg. Hinaus aus der Stadt. Er kam an einigen Wachen vorbei, die ihm argwöhnisch hinterher sahen - doch das bekam der Junge nicht mit. Auch bemerkte er einzelne Gestalten an den Fenstern nicht, die sich scheinbar für seinen Weg aus der Stadt interessierten. Kaum hatte er die Stadttore hinter sich, bewegte er sich schneller. Rein in die offene Wüste. Um der Sonne nicht zu schutzlos ausgeliefert zu sein, zog er einen alten, fast zerfetzten Umhang hervor, den er sich über den Kopf zog. Seine Tasche deponierte er an festgelegter Stelle und buddelte sie ein wenig im Sand ein, so dass ein Unwissender sie nicht gleich entdecken würde. Dann machte er sich auf den Weg zurück. Er hatte seinen Auftrag erfüllt, und musste nun auf neue Nachrichten warten.
Velten Blayke

Beitrag von Velten Blayke »

Einige leute in der geschäftigen Stadt Menek'Ur haben vielleicht den jungen Jarek mit einem kleinen, dunkelhäutigen und etwas feistem Kind gesehen, wie jene beiden die Stadt in Richtung Wüste verlassen haben...
Vielleicht ist es sogar auch aufgefallen, dass dieser gewisse Jarek alleine wieder zurück nach Menek'Ur kam, was mit dem Kind geschehen ist..... bleibt offen.
Radhiyaa Masari

Beitrag von Radhiyaa Masari »

Sie hatte etwas getan was sie hätte niemals tun sollen... oder vielleicht doch?
Sie dachte an den gestrigen Abend zurück und ließ ihn noch einmal in Gedanken revou passieren. Erneut sah sie Jumanah vor Angst auf dem Podest hinauf springen als die Wache zu ihr sagte, es wäre eine sandfarbene Giftschlange anwesend. Nur wie konnten sie auch erahnen dass sie es war?
Einerseits hatte sie große Schuldgefühle die sie plagten, denn auf solche dreiste Art und Weise wollte sie nie ihre Gabe nutzen. Anderseits war sie zufrieden mit sich selbst. Sie wusste nun um einiges mehr als der Sekban und Rashad, ihr geliebter Erhabener. Sie sah sich siegreich vor ihnen stehen, jedoch verlor sie sich durch einen aufschauenden Blick in Rashad's eisblauen Augen als sie kurzzeitig an den enttäuschenden Moment zurück dachte, wo er damals zu ihr sagte, er könne dank Eluive die Wahrheiten und Lügen erkennen und um einiges mehr, als es sich andere vorstellen können. Konnte er also auch vorhersehen was sie vor hatte und Radhiyaa durch Eluive's Blick sehen, dass sie so weit mit ihrer Gabe gehen würde?
Einen kleine Hinweis konnte sie Jarek immerhin entlocken, um ihre Gedanken wenigstens für einen Augenblick zu schmälern. Doch was wäre wenn sie durch ihr Vorgehen Rashad enttäuschen würde? Sie wollte eine hervorragende Magierin sein, aber auch eine gute Frau für ihn. Sie hatte nicht vor ihn noch einmal zu enttäuschen, weder so, noch als eine talentierte Magierin an der begehrten Akademie Leviathan. Dennoch wollte sie den Jungen nicht sterben sehen. Er war nett, zwar naiv wie ein Mädchen, aber nett. Sie konnte nicht anders als sich ihm als Schlange offenbaren und um zu erfahren was ihn dazu bewegte nicht zu sprechen, sein Leben für den Anführer dieser Karawane aufs Spiel zu setzen und der Sündenbock für Alles zu sein und dazu noch für Ihn zu lügen. Sie begriff es nicht, wie dieser Junge nur so dumm sein konnte und nicht selbst erkannte, dass er das Opfer dieser Taten war.
Trotz alle dem hatte sie ihn seit Anbeginn in ihr Herz geschlossen, wollte nicht recht glauben das er in der Zelle schmorte und genauso wenig das er nicht verstand weswegen er eigentlich festsaß.

Einige Stunden war sie am heutigen Tag bei ihm. Redete auf ihn ein, teilten ihren Zorn untereinander und wären da nicht glücklicherweise diese Gitterstäbe gewesen, hätten sie sich wohl gegenseitig durch die angehäufte Wut erwürgt.
Doch sie ging noch weiter als am gestrigen Abend. Sie wollte ihm einen Gefallen tun und helfen, auch wenn ihr bewusst war das sie ihn nicht befreien konnte - nein, das wollte sie auch nicht, denn er saß nicht ohne Grund dort fest. Für einen Wimpernschlag jedoch konnte Radhiyaa Jarek's Aufmerksamkeit gewinnen, ihn durch ihre Worte über die Gabe, welche ihr Eluive schenkte, beeindrucken und wenn es auch nur kurz war, wusste er nun über ihre Person.
Er wich ängstlich einen Schritt zurück, lief auf und ab als er am ganzen Leib begann zu zittern. Die Furcht überkam ihn, denn dieses Wissen über sie änderte nichts daran, dass womöglich schon nach ihm gesucht wird. Aber wer? Sie hakte neugierig nach, ließ nicht so schnell locker und auch dann nicht, als er sie mit "Verschwinde!", "Lass mich in Ruhe!" anschrie.
Die junge Magierin drückte ihren Arm zwischen die Gitterstäbe hindurch, lenkte ihre Handinnenfläche direkt auf ihn und drohte, wenn er nicht die Wahrheit sage würde sie ihn mit einem Zauber belegen, der seinen Mund nicht mehr schließen lassen würde - er wäre gezwungen Alles auszusprechen und er könne dagegen nicht einmal etwas tun.
Jedoch ahnte er nicht das sie nur blöffte. In ihrer Handinnenflächen formten sich kleine Luftfunken, die wie Diamantkügelchen schimmerten und darauf warteten Schaden anzurichten. Doch sie zügelte sich und ihren anstauenden Zorn, denn sie wusste nur auf diese Art konnte sie mehr von Jarek erfahren, an Informationen gelangen um ihm helfen zu können - und das tat er.
Er fürchtete sich vor der heranwachsenden leuchtenden Kugel die sich vor ihrer Handinnenfläche zu einem Ganzen fügte und schwebte, vor allem als das Licht in ihr greller wurde und ihn blendete. Er wimmerte vor Angst und sprach weiter, wo sie die Karawane seines Anführers finden könne sowie auch das er womöglich durch sein fehlendes Auftauchen bald schon Besuch bekäme. Nur von wem?
Sie wollte ihn nicht hingerichtet sehen, dafür trug dieser naive Junge keinerlei Schuld. Schuld war nur sein Anführer, seine brutale Art die Jarek einschüchterte und ihn dazu veranlasste zu tun was er von ihm verlangte. Sie war bereit die Karawane aufzuspüren, sie zu beschatten und herauszufinden was ihr nächster Schritt sein würde.
Auch wenn er gefährlich war, wie Jarek behauptete, hatte er nun die Neugierde in ihr geweckt, den Übermut in ihr in Gang gesetzt um die skrupellose Meute aufzusuchen.
Zuletzt geändert von Radhiyaa Masari am Mittwoch 6. April 2011, 16:56, insgesamt 2-mal geändert.
Jarek

Beitrag von Jarek »

Er lag ausgestreckt auf dem Lager in der Zelle, wie auch schon die letzten Tage. Die Arme lagen schlaff neben ihm auf der Matte, zum Teil auch auf dem Boden. Seit dem er vor einigen Stunden was gegessen hatte und den Trinkschlauch mit Wasser gelehrt hat, hatte er sich nicht mehr gerührt. Er fühlte sich wie erschlagen und versuchte zu schlafen, obwohl er sich doch an Hassans Anweisung hielt , und mehr aß als sonst.
Seine Gedanken gingen hin und her ohne dass er sich auf einen genauen konzentrieren konnte. Immer wieder schreckte er zusammen, weil er meinte, jemand hätte ihn angesprochen. Doch als er sich verstört umsah, war da niemand außer Yaman, der wie immer nicht sehr gesprächig war. Er registrierte das grundlose, schreckhafte Verhalten des Jungen auch, aber wie immer, behielt er seine Gedanken für sich.

Irgendwann fiel Jarek in einen unruhigen Schlaf. Von einem hämmernden Geräusch wurde er wach. Schritte, schwere Schritte konnte er wahrnehmen. Die eines schweren und massigen Mannes. Der Boden zitterte. Er blinzelte und sah in das grobschlächtige Gesicht von Ruad. Er stand vor ihm. Direkt in der Zelle, die Mimik war zu einem teuflischen Grinsen verzehrt. Er japste nach Luft und wollte sich aufrichten, doch da fuhr auch schon Ruads Hand vor und umschloss Jareks Hals. Er wollte aufschreien - doch kein Laut kam über seine Lippen. Sein Blick irrte in Richtung Yaman, doch der stand nur da und blickte teilnahmslos wie immer. Der Blick ging zurück zu dem wuchtigen Menekaner, der gerade die andere Faust an. Jarek zitterte, doch er konnte nichts machen - und er war sich sicher, dass er dem Kommenden nichts entgegen setzen konnte. Er kniff die Augen zusammen, und das zittern, das seinen Körper durchlief wurde stärker...

"Junge?" Die forschende Stimme Yamons weckte Jarek aus seinem Albtraum. Panisch schnappte er nach Luft und blickte die Wache ebenso verstört an.
"Fehlt dir etwas?" Die Frage zeugte nicht gerade von Besorgnis, doch war Yaman ein sorgfältiger Wachmann, der seine Aufgabe ernst nahm. Und der Junge benahm sich seltsam, seltsamer als sonst. Der Gefangene verneinte die Frage und kroch wieder auf sein Lager. Kritisch behielt er ihn im Blick.
Hassan

Beitrag von Hassan »

*"Die ganze Geschichte wurde von Tag zu Tag besser ..:" dachte er bei sich während er mal wieder über am Schreibtisch über ein Pergamentstapel saß und fein säuberlich eine kleine Notiz für den Sekban verfasste. Nicht nur das vor wenigen Tagen, dieser Ruad von dem Jarek berichtete tatsächlich die Dreistigkeit besaß Menek'ur selbst anzugreifen - und offensichtlich nicht mal davor zurückschrak ausländische Söldner anzuwerben- und dabei auch noch eine Wache tötete, nein nun musste Jarek auch noch im Kerker krank werden.
Nicht auszudenken was passiert währe, wenn er Zahira gestern nicht zufällig dabei gehabt hätte. Eigentlich sollte sie dem Jungen nur was frisches zu Essen bringen und den Gesundheitszustand einschätzen, da die häufige Nahrungsaufnahme-verweigerung von Jarek den Jemaaten etwas besorgte. Doch kaum dass sie im Kerker angekommen waren und feststellten das Jarek nichtmal von ihrer Anwesenheit mehr geweckt wurde, eilte Zahira auch schon zu ihm und untersuchte den geschwächten Körper des Jungen. Hohes Fieber - eine erdrückende Diagnose.
Sofort wurde mit der Behandlung des kranken begonnen, während Hassan innerlich fluchte. Er hoffte die Krankheit würde sich ohne große Komplikationen behandeln lassen, vor allem ohne Verlegung des Jungen in das weniger gesicherte Heilerhaus. Nicht auszudenken, auf welche Ideen Jarek kommen könnte, wenn er nur die entsprechenden Gelegenheiten dazu erhiehlt. "Gelegenheit macht Diebe" und ganz gewiss macht sie auch Flüchtlinge.
So störte es ihn wenig Kindermädchen für den Jungen spielen zu müssen. Jede Stunde wurden die kalten Wadenwickel gewechselt, ganz so wie Zahira es aufgetragen hatte. Man gab den Jungen viel zu trinken, wann immer der Bewusstseinszustand es erlaubte und kühle Lappen wurden auf dessen Stirn gelegt um die hohe Temperatur zu bekämpfen.
So verbrachten die Wachmänner ihre Zeit eher damit den jungen Menekaner gesund zu pflegen als ihn im Sinne einer Wache auf ihn aufzupassen.
Hassan konnte nur hoffen, dass es ausreichen würde, eine Verlegung könnte den Jungen in eine Richtung treiben, die den Jemaaten garnicht schmeckte ... allerdings welche Wahl hatten sie? Wenn sie ihn nicht verlegten wenn die Heiler es für nötig hielten würde er vielleicht sterben und welche Zukunft hatte der Junge dann noch? Es half nichts, man würde abwarten und Beobachten was die Weisheit und Erfahrung der Heiler für die Gesundheit des gefangenen Jungen zu tun vermochten ... alles andere würde sich dann ergeben ... *
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