Erstens kommt es anders

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Nachtwind

Erstens kommt es anders

Beitrag von Nachtwind »

Erstens kommt es anders

Es war lange her, dass ich das dringende Bedürfnis verspürt hatte, jemanden umbringen zu wollen. Jetzt hatte es wieder jemand geschafft, mich dergestalt zu verärgern, dass ich nur darauf wartete einen weiteren Grund geliefert zu bekommen.
Ich saß im Schatten auf dem Dach des Ogers und sah hinunter zum umzäunten Außenbereich. Viel war nicht los, was mir aber recht war. Sich über Zustände, die herrschten beklagen, war eine Sache. Es selbst im Auge zu behalten eine andere.
Wenn der Dummkopf mit dem Verstand eines tumben Trolls noch einen Fehler machte, könnte es einer sein, der mir zu viele Probleme bereitete. Die Wochen an Arbeit, die ich in meine Verbindungen hinein gesteckt hatte, wären binnen ein paar Atemzüge zunichte gemacht. Es genügte ein falsches Wort, ein falscher Blick, eine falsche Geste, ein klitzekleiner Fehltritt neben denen, die schon gemacht worden waren.
Es war ein Jammer, ein Trauerspiel geradezu.
Erneut musste ich feststellen, dass mein Lehrmeister von einst mehr von diesen Dingen verstanden hatte, als viele die es von sich glauben machen wollten.

Traue stets nur dir selbst und niemandem sonst.

Wenn du ein Ding drehst, sorge dafür, unerkannt zu bleiben.

Wirst du erwischt, muss deine Tarnung einer anderen weichen.

Stirb, bevor dich jemand anderes tötet.

Lüge stets mit der Wahrheit, damit du dich nicht in ihnen verstricken kannst.

Wenn alle Stricke reißen, geh.

Schaff aus den Weg, was dir versucht zu schaden oder deine Geschäfte zu stören.

Wähle deine Informanten umsichtig und vorsichtig.

Sage niemanden, was du mit den Informationen deiner Quellen tust.

Bleibe dir deiner selbst treu.

Sei schneller als dein Feind.

Halte dir die Feinde näher als deine Freunde.

Die Schatten der Nacht ist dein Freund.

Stell dich gegen den Wind.

Eine Leiche heißt deshalb so, weil sie bereits tot ist, bevor sie es selber weiß.


Ich erhob mich halb geduckt von meinem Sitzplatz und stahl mich in die Nacht davon. Interessantes hatte ich nicht zu sehen gefunden, wusste aber, dass das nicht lange auf sich warten lassen würde. Die Nächte waren mein Zuhause, die Schatten ebenso, auch der Wind war stetig an meiner Seite.

[img]http://www.jagdmaler-th-bold.de/images/gallery/oel/raubwild/auf_der_pirsch_02.jpg[/img]

Flieg, Vöglein, flieg!
Mein ist der Sieg,
denn ich werde dich fangen.

Eins, zwei, drei und vier Pfoten,
das Opfer in Nöten,
die Jagt beginnt.

Du ahnst es nicht,
doch fern vom Licht,
so bald schon, bald,
da mach ich dich kalt.
Zuletzt geändert von Nachtwind am Dienstag 29. März 2011, 19:33, insgesamt 1-mal geändert.
Nachtwind

Beitrag von Nachtwind »

… zweitens, als man denkt

Qualität.
Ausdruck.
Klangfarbe.
Plump.

Der Verdacht war da und nagte.
Er ging sogar weiter, als ich es zulassen sollte.
Die Gefahr war dabei wichtige Zeit zu verlieren, weil man sich ständig neu in falsche Fährten verrennen konnte, und das Wesentliche aus den Augen verlor, Hinweise übersah und zu guter Letzt natürlich ins Leere zu laufen. Da brauchte es nicht einmal mehr das Geschick des Täuschers, um heil aus der Sache herauszukommen. Es war ohnehin eine Eigenart der Menschen genau das zu tun – sich an Verdächtigungen und Vermutungen entlang zu hangeln und sich gnadenlos darin zu verrennen.

Qualität.
Stil.
Farbe.
Art und Weise.

Ich wollte wetten. Mal sehen, ob ich gewann.
War es nicht egal auf welche Art entstanden, trotzdem vom eigenen Kopf (vielleicht auch vom eigenen Gefühl) gesteuert und damit irgendwo auch ähnlich? Gute Frage; noch besser eine Antwort darauf zu haben.

Und dann war da noch die „Plauderei“.
Erstaunlich.
Niemand sprach davon.
Niemand sonst erwähnte es.
Kein Wort.
Nicht zu ihr, nicht zu ihm, nicht zu mir.
Verdächtig.

Nähe suchen zu jenen.
Verdächtig.

Plump.

[img]http://www.jagdmaler-th-bold.de/images/gallery/oel/raubwild/winterfuchs_08.jpg[/img]

Ich liebte Puzzlespiele. Herausforderungen zogen mich an. Ich mochte sie.
Es amüsierte mich auf eine ganz eigene Art und Weise.

Erstaunen allein über den Auftrag, aber auch das leise, immerwährende Misstrauen, was noch dahinter steckte. Mit einem Seufzen zog ich die Farbe Strähne um Strähne ins Haar. Keine Sache für einen allein. Aber dafür gab es ja den Plan.
Zuletzt geändert von Nachtwind am Donnerstag 31. März 2011, 19:28, insgesamt 1-mal geändert.
Nachtwind

Beitrag von Nachtwind »

Aber manchmal…

… fand auch ein blindes Huhn ein ganz besonderes Körnchen.

Gerüchte waren selten dienlich, denn sie bargen zu viele Unwahrheiten.
Manchmal aber, da brachten sie Informationen mit sich, die sich mit dem deckten, was man schon erfahren hatte, zeigten Aspekte auf, die nicht bedacht worden waren und weckten neue Verdachtsmomente, schenkten einem Puzzelteile, die man ohne Zweifel dabei zu haben hinzufügen konnte, und deckten damit wieder eine Ecke des Bildes auf, das sich allmählich zusammenzufügen begann.

Plump.

Da war es wieder gewesen. Dieser Eindruck.

Schein und Sein.

Nicht meine Aufgabe. Aber die Hoffnung, trotzdem mehr zu erfahren, blieb.
Es war wichtig. Wissen war immer wichtig.

Dem Nichtwissenden erschien die Welt manchmal bunter, friedvoller und schöner, aber deshalb war sie keineswegs weniger angefüllt von Gefahren und versteckten Fallen.

Gewiss konnte der Nichtwissende besser schlafen, als der, der wusste.
Denn was scherte es ihn, was die Welt dort draußen für Auswürfe und Pestbeulen hervorbrachte.

Reicher waren dennoch die, die wussten. Denn sie konnten handeln, konnten etwas tun, konnten für ihre Sicherheit effektiver sorgen, konnten sich wehren, bevor es zu spät war.

Ein Gespräch stand noch aus.
Mal sehen, was sie dazu sagte. Mal sehen, was sie wusste. Mal sehen, was sie herausfand.
Mal sehen, was folgen würde.

Da war es wieder, dieses gespannte Kribbeln, dieses Gefühl, dass etwas bevorstand – vielleicht etwas Größeres, vielleicht auch etwas Kleineres. Es würde sich zeigen, was von beidem.

Teil davon zu sein, brachte eine gewisse Aufregung mit sich, die nicht unangenehm war, aber trotzdem Sorge mit sich trug, was die Folge aus allem werden würde.

So war es immer. Jede Tat brachte Konsequenzen mit sich. Jedes Handeln. Jede Entscheidung. Welchen Weg man auch einschlug, es gab immer eine Folge daraus, die man nur teilweise überschauen konnte. So auch hier.

Wie viel an Wissen gab es dort? Wie viel ahnten sie bereits von dem, was vor sich ging? Wussten sie überhaupt etwas davon?

Wann kam die erste Folge aus allem? Wie würde sie aussehen? Was war zu tun?
Viele Frage, wenig Antworten. Aber genug Punkte, wo man ansetzen konnte, um weiterzumachen.

Spannung.

Plump.

Fast schon zu einfach. Aber die Beweise, wo konnte man sie finden?
Nicht dort, wo vielleicht zuerst vermutet, das wusste ich bereits. Wo dann?

[img]http://www.jagdmaler-th-bold.de/images/gallery/zeichnungen/raubwild/z_reineke_haelt_ausschau.jpg[/img]

Ungeschickt. Plump.

Es begann mich unweigerlich zu amüsieren.

Der Schutz war gut, aber nicht gut genug.
Der Schein war weit mehr als das Sein.

Was bedeutete schon das Leben, wenn man sich nicht für dafür entschied?
Zuletzt geändert von Nachtwind am Donnerstag 31. März 2011, 19:34, insgesamt 2-mal geändert.
Nachtwind

Beitrag von Nachtwind »

Andere Hühner…

… waren nicht nur blind, sondern darüber hinaus auch noch taub und mit wenig bis gar keiner Intelligenz gesegnet.

Gespräche über Gifte, die man für seine Wurfwaffe noch bräuchte. Kleidung, die zur Schau trug, dass man es mit der billigsten Dirne der Welt zu schaffen hatte. Ein Auftreten, das so leise, still und heimlich war, wie ein Kaltblut im Marktstand eines Geschirrhändlers, der ausnahmslos Ware aus Ton, Glas und ähnlichem veräußerte.
Wobei zu vermuten stand, dass auch Holzschalen in tausend Stücke zersprangen, und sie freiwillig ein gläsern zerbrechendes Klirren von sich gaben.

Andere Stümper drohten auf offener Straße, oder sorgten anderweitig für rege Aufmerksamkeit, die in diesem Berufszweig nicht sehr förderlich war.
Gewiss, es gab Gesinnungen die würden uns unser Tun und Wirken nicht als Beruf auslegen, sondern als üble Gaunerei, Mord und Totschlag, und so weiter und so fort, aber musste man denn alles so eng sehen?


Ich liebte es unauffällig.
So manches Mal konnte ich mich über die Vertreter meiner Zunft nur wundern.
Gelegentlich ärgerte ich mich auch nur fürchterlich, überlegte die ärgsten Dilettanten ohne weiteres Federlesen aus dem Weg zu räumen, damit ein Ganove des Nächtens wieder sicheren Fußes agieren konnte, ohne Gefahr zu laufen durch die Dummheit anderer in selbige zu geraten.
In der Nacht waren zwar alle Katzen grau, aber das hieß nicht, dass man einander nicht erkannte und sei es nur, weil man sich irgendwo schon mal über den Weg gelaufen war. Kam es zu einem solchen Zusammentreffen der zufälligen Art (vielleicht, weil die Aufträge, die ähnlich gelagert waren), musste man darauf hoffen, dass der andere einen nicht verpfeift. Von Ganovenehre verstand nicht jeder etwas. Wahlweise brachte man den anderen direkt zum Schweigen (gewiss die beste Alternative in so einer Situation). Besser war es in jedem Fall gar nicht erst gesehen zu werden.

Ja, mir war es lieber, sie alle hielten mich weiterhin für das, als was sie mich kannten, und so hoffte ich, auch schätzten. Vertrauen in andere zu setzen, dass sie mir halfen, dass nichts nach außen drang, wenn ich mich auf sie einließ, hatte ich nicht.

Was du eigenständig besorgen kannst, gib nicht aus den Händen. Was getan werden muss, sollte, erledige. Auf niemanden ist mehr Verlass, als auf einen selbst.

[img]http://www.souvraya.de/graph/extras/grossk.jpg[/img]

Was soll ich sagen?
Ich war mal wieder unterwegs, um zu sehen, was es zu sehen gab, zu hören, was es zu hören gab, und… ich musste noch etwas verkaufen, bevor der Wert verfiel.
Mich interessierte am ehesten daran, was sie damit anfingen. Und den etwas besser bestückten Geldbeutel wollte ich auch nicht verachten.

Vielleicht, ganz vielleicht sollte ich mir auch Gedanken darüber machen, ob es jemanden gab, der es lohnte Mühe und Zeit in ihn oder sie zu investieren. Ausbilden. Dinge, die man selbst erlernt hatte, weitergeben und ähnliches mehr. Vielleicht…
Aber so jemand wollte auch erst gefunden werden und sorgfältig geprüft werden, ohne dass es auffiel. Die Aussicht damit jemanden zur Unterstützung zu haben, auf den Verlass war, klang verlockend. Nur wie viel durfte man seinem Lehrling von sich anvertrauen? Nichts, was er nicht selbst erledigte.

Ich erinnerte mich an ein Mädchen, das mal sagte, sie hörte mehr als sie hören sollte. Sie auszubilden war gewiss auch eine Option, aber die Chancen, dass es die Falschen erfuhren, war sehr groß. Nein, das war keine gute Wahl.
Es musste jemand sein, der keine Bande irgendwohin hatte. Jemand, der nicht direkt auffiel, leise auftrat. Jemand mit einem Sinn für Gefahr, Nervenkitzel und einem gesunden Selbstvertrauen. Jemand, der Leichtsinnigkeiten mied und die Besonnenheit schätze. Jemand, mit genügend Geduld und dem Vermögen auch still zu halten, wenn es erforderlich war. Jemand, der wusste, wann er die Klappe zu halten hatte.

Eine wahre Herausforderung! Ich liebte Herausforderungen!
Lucien de Mareaux

Beitrag von Lucien de Mareaux »

- fehlgepostet -
Zuletzt geändert von Lucien de Mareaux am Freitag 8. April 2011, 22:17, insgesamt 1-mal geändert.
Nachtwind

Beitrag von Nachtwind »

Ein fähiger Sünder?

Während die Welt sich im tiefen Schlaf erholte und nur noch die üblichen „Katzen“ ihren Streifzug durch die Nacht antraten, saß ich gemütlich da, einen Becher in der Rechten, und nahm mir die Zeit zum Nachdenken und Grübeln.

Da hatte ich ein Gesicht gesehen. Ein mir bekanntes Gesicht, muss ich wohl dazu sagen.
Dahinter steckte ein impulsives Gemüt, ein dann und wann skrupelloses impulsives Gemüt.
Ich fragte mich, wie er seine Loyalitäten absteckte.
Es stand zu Vermuten, dass sie gar nicht so weit entfernt von der Weisheit lagen: Sei nur dir selbst loyal gegenüber, traue niemandem sonst, und hau dem andern auf sein Maul bevor er es tut. Sähe ihm verdammt ähnlich.
Anfänger war er nicht. Ob wirklich eingewiesen in die Kunst, die er ausübte, wusste ich nicht, aber ich wagte es irgendwie zu bezweifeln. Dafür war es zu grobschlächtig. So waren Krieger nun einmal. Er war nicht der feine Handwerker, der ich war. Ein Mann fürs Grobe, wie man so schön sagt.
Das konnte nicht verkehrt sein, zumindest in manchen Belangen. Da lag meine Herausforderung! Direkt vor meiner Nase!
Aber, wie hieß es so schön: Prüfe, wen du gedenkst zu binden. Dann wollten wir doch mal dem Burschen auf den Zahn fühlen.

Dann war da noch der Auftrag von „Elisa“. Ich musste ihr zugestehen, sie ahnte mehr, als ich gedacht hätte, auch wenn ich nicht glaubte, dass es ihr wirklich bewusst war. Aber sie hatte Recht, ich sollte mich kümmern.
Dafür musste ich nur mit ihm reden, um es zu arrangieren. Das wollte ich ja ohnehin noch in einer anderen Angelegenheit. Auch wenn es nicht so verlaufen konnte, wie „Elisa“ es sich wünschte.

Tja, was sollte ich sagen? Es lief alles gebuttert und geschmiert und das nächste Gespräch, das bevor stand, sollte mir dabei helfen, es noch besser werden zu lassen. Ich würde sehen, was sich ergab.
Und dann: Verschnaufpause. Nicht lange, aber lang genug.
Nachtwind

Beitrag von Nachtwind »

Klitzekleine Spinne…

… wie lang dein Faden ist
kam der große Regen
und der Faden riss
kommt die liebe Sonne
und leckt den Regen auf
und die klitzekleine Spinne
krabbelt wieder rauf.


[img]http://www.fotos.sc/img2/u/richard/n/Vogelspinne_Tarantel_Spinne_Biss_giftig_Beute_haarig_schaurig_schnell_.jpg[/img]

Ich sah die Fäden davon schießen in alle Windrichtungen und lächelte zufrieden.
Zumindest war ich es noch. Mal sehen, wie zuverlässig diese Fäden hielten. Mein Vertrauen darauf, dass es wirklich von Nutzen war, hielt sich in Grenzen, vielleicht aufgrund der Erfahrungen der letzten Wochen. Dennoch, es war ein Versuch wert.
Weniger als Nichts konnten sie nicht herausfinden. Mehr als Nichts, war mehr als ich allein herausfand. Darüber hinaus hatte ich es hier mit Leuten zu tun, die ich besser kannte und mich etwas weiter aus dem Fenster lehnen konnte, ohne Probleme zu bekommen.

Was hatte das kleine Straßenkind getobt, als sie die Neuigkeiten erfuhr. Könnte ich für die ganze Situation Amüsement aufbringen, ich hätte gelacht. Nur zwei waren nicht da. Schade eigentlich. Einer davon wäre bei der Sache sicher eine Hilfe gewesen (auch wenn ich mir nie so ganz sicher war, wie die wohl ausgesehen hätte). Der andere eher eine lästige Scheißhausfliege ohne jeden Nutzen.
Was die Welt von dem hatte, war mir ein Rätsel. Vermutlich ein Anschauungsobjekt, wie es für einen besser nicht laufen sollte, ergo als schlechtes Vorbild. Ah, allein wenn ich an diesen Möchtegern dachte, stellten sich mir die Nackenhaare auf!

Oh ja, es gab so vieles herauszufinden.
Diverse Machenschaften, Vorhaben, und so weiter. Und da war ja noch die Herausforderung. Mal sehen, was sich in Erfahrung bringen ließ. Ich brauchte irgendeinen Punkt zum Ansetzen. Da es mir selbst an Zeit fehlte, mich anständig dahinter zu klemmen, hoffte ich auf den Tintenfisch.

Und es wurde an der Zeit mit diesem Kerl zu reden! Dringend! Aber den zu erwischen war schwieriger, als einen Sack Flöhe zu hüten.

Tja, und dann war da nun auch noch der Schwätzer, das halbe Kind, das den Mund nicht halten konnte, wie es aussah. Sie machte sich Sorgen drum, er gab nichts als Dreck von sich. Oder er sprach vielleicht sogar über Dinge, die ungesagt bleiben sollten. Wie ich das allerdings herausfinden sollte, wusste ich nicht. Ich glaube nicht, dass ich eine Antwort erhielt, wenn ich fragte. Oder ich bekam einen Wutausbruch, der sich gewaschen hatte.

Auch wenn ich nun einiges losgeworden war, irgendwie lag es in der Natur der Dinge, dass man ohne Umschweife mit Neuem überhäuft wurde, das es zu erledigen galt. Es war vielleicht mal wieder an der Zeit, einfach zu verschwinden.
Ja, das wäre ein hervorragender Plan, wenn da nicht die neusten Sorgen wären…
Nachtwind

Beitrag von Nachtwind »

Von hier nach dort

Spannend.
Eine Hundertschaft an Veteranen also.
Stündliche Patrouillen von der benachbarten Wachmannschaft.
Das waren Informationen, damit konnte man doch arbeiten. Ich war gespannt, wie viel die Informationen wert waren an der entsprechenden Stelle. Vermutlich aber wurde ich wieder enttäuscht. Es würde mich jedenfalls nicht wundern.
Es gab lediglich einen, der hinlänglich zahlungswillig war, und er gehörte nicht zu denen, die Informationen wollte. Nicht hierüber.
Andererseits, aufsuchen musste den Kerl dennoch. Ein bisschen was einfordern von der Schuld. Ein bisschen was an Informationen zu einer anderen Angelegenheit liefern.
Wie war das noch? Blaugraue Augen? Eine Frau. Ich sollte noch mal nachfragen, bevor ich irgendetwas weitergab, was nicht dem Ergebnis entsprach. Viel war es ohnehin nicht, aber eventuell half es dennoch weiter.
Oh ja, ich, der freundliche Helfer! Wer hätte das gedacht? Nun, sofern die Bezahlung stimmte…

[img]http://www.shamanism.org/images/eagle_flying_web.jpg[/img]

Und die anderen?
Ich hatte noch immer keine klare Entscheidung getroffen, wusste aber, dass ich nicht mehr lange drum herum kam. Zwar hieß es, nimmt dir die Zeit, die du brauchst, letztlich aber lief sie mir davon.
Die Situation spitzte sich zunehmend zu, verdarb mir – wenn mich das Glück verlassen sollte – einige lukrative Geschäfte, und stellte allmählich ein Risiko dar, dass ich bei meinen Aufträgen vor der Türe halten konnte, durch eigene gute Leistung. Nun aber kamen so viele Unbekannte dazu in die Gleichung, dass es schwer wurde, dem noch auszuweichen. Nein, keine Sache, die ich mittragen konnte und wollte. Zu gefährlich. Und das nicht nur für mich. Denn wenn es letztlich dazu kam, dass man mir dadurch entgegen trat, fand man auch schnell meine Kontakte heraus, die ebenfalls dadurch gefährdet wurden.
Eine Tatsache, die so nicht tragbar war.
Schmerzlich. Aber Fakt. Ob sich daran noch etwas ändern ließ, ob sich das Ruder noch herumreißen ließ: Ich hatte keine Ahnung.
Die Zeit des Stillhaltens allerdings war vorbei. Es musste eine Entscheidung her. Zweifellos in diesem Fall zu meinen Gunsten. Wohin aber die Balkenwaage ausschlug, musste ich noch klar ziehen. Schnellstens.
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