Geschichten der Seele
- Quarius Lore
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Geschichten der Seele
Vorwort:
Die nachfolgenden Geschichten, spiegeln sich im Geiste des Gläubigen Quarius de Lore, welcher mit Alexa N’yota, den Weg zu den sieben Schreine der Temora ging. Bei jedem Schrein, wird eine Geschichte seiner Seele wieder gespiegelt, welche er in dem Tranceartigen Gebet sehen würde.
Wie findet ein ehemaliger Paladin den Weg zurück zu der Gunst seines Gottes?
Wer unterstützte ihn dabei?
Welche notwendigen Schritte, muss jemand tun um den Weg des Temorianischen Geistes zu tätigen?
Dies waren einige der Fragen mit denen er sich befassen musste. Antworten? Nun, diese kamen mit der Zeit und ein jeder Schrein hielt etwas für ihn bereit. Man brachte ihm eine Geschichte zu den Lehren Temoras näher. Geschichten die er im Kloster gelesen hatte, oder Geschichten die er selbst erlebt hatte.
Komischerweise spielt ein jedem Menschen das Unterbewusstsein einen Streich. Natürlich gibt es wenige Ausnahmen, die das kontrollieren können! Ist man in dieser Sphäre bei dem das Unterbewusstsein einem Bilder zeigen lässt, deutet dies unweigerlich darauf hin, welche Macht und Kraft in einem Geist dort fest verankert ist.
Es ist von unglaublicher wichtiger Essenz, mit diesem im Einklang zu sein. Würde das nicht der Fall sein, wäre man selbst im unreinen mit sich. Das Unterbewusstsein würde uns so gesagt, streiche spielen. Vielleicht war es so, dass Temora unser handeln über unser Unterbewusstsein steuert. Sie lässt so Wunder wirken, wenn sie erkennt, dass der Gläubige rein in dessen Unterbewusstsein ist.
Jede Seele hat Dinge erlebt die sie verdrängen möchte und einige Dinge, die sie eben nicht verdrängen möchte. Ob ein Schurke oder ein einfacher Heiler. Alle haben sie Dinge gesehen. Doch welche filtert das Unterbewusstsein heraus? Welche werden als Gut, welche als Schlecht abgespeichert? Was war in diesem Lied, dass von Temora selbst im Wind und in den Bewusstsein ihrer Anhänger gespielt wurde? Wann war er, Quarius de Lore dazu befähigt, dieses zu hören?
Man sollte schon weiterlesen, wenn man mehr davon erfahren will…
- Quarius Lore
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Kapitel 1: Mitgefühl
Kapitel 1: Mitgefühl
Die wichtigste Eigenschaft, die wir im Leben lernen sollten, ist Mitgefühl. Mitgefühl zu haben, bedeutet ein gutes Herz zu haben und mitzubekommen, wenn es anderen schlecht geht, und dann versuchen zu helfen. Das Mitgefühl sollte allen Wesen gelten, denn alles was lebt hat Gefühle und alle Lebewesen sind traurig wenn es ihnen schlecht geht. Wenn jemand verletzt wird, hat dieses Wesen schmerzen und benötigt unsere Hilfe. Solange wir unseren nächsten mögen, fällt es uns meistens leicht ihm oder ihr zu helfen.
Quarius blickte während des Gebets und der stillen Meditation einmal kurz zur Seite, Alexa am knien war. Ein kurzer neigender Kopf war seinerseits zu erblicken und er wendete den Kopf wieder nach vorne zu dem Schrein. Nach einem kurzen lächeln dachte er über die Situation über Mitgefühl und Alexa nach.
Mitgefühl ist nicht einfach da, dachte er sich, es entsteht durch eine Situation und schon kam ihm das Szenario zwischen dem verlorenen Finger ihrer, und den Kampf des Paladins Lefar. Er ging in seinen Gedanken noch weiter zurück, er selbst, als er seinen Arm opferte. Es war nicht genug, das stand fest und zwischen seinen Gedanken über Alexa, Farion, den Orden der Temora und der Heiligkeit, sowie dem Reich des Herzogtums überkam ihn eine Art Vision…
Quarius öffnete wieder die Augen und suchte mit seinen Blicken die Umgebung ab und sah plötzlich einen steilen Aufgang, eines eigenartigen Berges. Ein Seil hang an ihm herrab welches nach einer kurzen Zugüberprüfung wohl sehr fest und steif seien musste. Quarius blickte sich noch einmal umher. Die Ebene war karg und grau, genaueres konnte er nicht erkennen.
„Quarius…?“ hörte er eine Stimme nach ihm rufen. Er suchte direkt nach der akustischen Quelle. Wer rief ihn? Die Stimme klang mehr weiblich als männlich. Es folgte ein weiterer Schrei, diesmal jedoch durch einen Adler der einige Meter über ihm nach einem Landeanflug zum Stillstand kam. Der Adler schien Quarius zu fokussieren und genau zu betrachten. Auch er fixierte den Blick auf das edle Tier, dass ein Symbol Temoras ist, aber es reichte nicht, das geflügelte Tier lange zu betrachten. Kurz legte der Adler den Kopf schief und flog mit schnellen Flügelschlägen davon und Richtung Bergspitze. Als der Adler weiter an Höhe gewann, hatte Quarius aufgrund der Wolken und der mageren Sichtverhältnisse, den Sichtkontakt zum Tier verloren.
„Nun, niemand sagt, dass unsere Arbeit einfach ist!“ sagte er sich selber und ergriff das Seil. Scheinbar glaubte er, dass der Adler ihn einen Weg leitete.
So begann Quarius mit Hilfe des Seils seinen Aufstieg und obwohl er dachte, dass es wohl einfach seien wird, musste er einmal mehr vom Gegenteil überzeugt werden. Einige Aufstiegsschwierigkeiten begleiteten ihn und der Schweiß begann zu laufen. Ein weiteres Seil erblickte er und noch eines. Wieso? Weswegen sind da mehrere Seile? Nachdenklich folgte er den Seilenden, doch wieder absteigen? Er hatte es bis hierher geschafft und würde nun nicht mehr aufgeben. Irgendwie fiel es ihm immer schwerer und er kam ins Stocken. Wie weit der Gipfel war, dass wusste er jedoch nicht. Er zog einmal mehr am Seil, doch so sehr er sich versuchte daran hoch zu ziehen, seine Kräfte waren am Ende.
Wie durch eine unsichtbare Kraft, drückte ihn die Last des Mitgefühls nach unten. Als ob ihm die Vision sagen wolle: du darfst noch nicht passieren, es ist dir nicht bestimmt, jedenfalls noch nicht.
„Temora,“ rief er zum Gipfel „Warum stecke ich hier fest?“ die Frage wurde mit Stille beantwortet. Seufzen brach aus dem gläubigen heraus. Hatte er sich doch geirrt? Warum wurde er am weiterklettern und zu der Verinnerlichung des Mitgefühls gehindert.
Ein Mann näherte sich kletternd, blieb kurz neben ihm zu halten, lächelte Quarius zu und kletterte weiter. War das eben Paladin Keral? Die Frage verging, wie sie kam. Nun, er wusste nicht, dass er in einer tiefen Trance war, doch das war nun wirklich sonderbar. Paladin Keral sah aus, wie ein Ritter des alten Kodexes, jedoch nicht so gerüstet wie in den gezeichneten Bildern, die in der Bibliothek vorhanden waren. Stimmt, er kannte das Gesicht aus der Bibliothek, doch wie kann es sein, dass er hier war?
Ein weiterer Mann kletterte den Berg hinauf, sah Quarius ebenfalls in die Augen strahlte mit einem Lächeln und fragte „Auch auf dem Weg nach oben?“
Quarius nickte etwas sonderbar. Ist das gerade Ritter Wapir, als er noch Knappe war? Seine Sinne spielten ihm einen Streich, doch zu erschöpft um weiter zu machen. Quarius wollte etwas erwidern, doch Wapir war schon wieder entschwunden und bereits außer Sichtweite geklettert.
Es schien so, als hätten die anderen ihr Ziel mühelos erreichen und das beschäftigte den Gläubigen. „Herrin Temora, ich habe gebetet und meditiert, ich flehe dich an, gib mir Antwort! Ich fühle mich so verlassen. Ich verstehe nicht, warum ich nicht an das Ende des Seiles gelangen kann. Hilf mir!“ sprach er laut und verstummte mit einem schweren seufzen. „Ich versuche auch dorthin zu gelangen!“ sprach eine unbekannte Stimme die sich ebenfalls schwer machte aufzusteigen. Quarius wendete herum und blickte direkt in ein junges Gesicht, dass ihm sehr bekannt war, nur wusste er nicht woher. „Was machen wir den Falsch?“ fragte er dann und blickte zurück zum Gipfel. „Kannst du mir helfen?“ fragte der junge Mann Quarius und versuchte sich weiter zu kämpfen. Quarius wollte wieder zurückblicken und sah jedoch in etwas weiter Ferne, jedoch erkennbar seinen Vater Galen de Lore in jungen Jahren. „Vater!“ rief er laut. Von weitem bewegten sich die Umrisse der Person, die Quarius für sein Vater hielt. Der Mann in seiner Nähe schien leicht zu keuchen und alles dafür zu tun weiter zu kommen, dennoch so sehr er sich auch abmühte es ging nicht und nicht einen Herzschlag später rutschte der Mann ab und schien zu Fallen. Quarius reagierte sehr schnell und versuchte den Mann aufzufangen, was ihm auch glücklicherweise gelang. Dankend blickte der Mann zu Quarius und folgte dem Blick. Beide sahen sie, wie Quarius Vater zu winken begann. „Dein Vater hm..?“ fragte der gerettete und lächelte zu ihm. Quarius schaute zu dem Mann und selbst im selben Moment erkannte er den Mann, es war Paladin Aquilla, der scheinbar noch recht jung war. Nicht einmal eine Sekunde später verblasste die Erinnerung und wunderbare Klänge ertönten. Die Helligkeit nahm zu, sein Vater, verschwunden. Kerem Aquilla, verschwunden. Umgeben von purem Licht, Liebe und Frieden fand der Heilige sich selbst in reiner Glückseligkeit zu Füßen des Schreins des Mitgefühls wieder.
Als Quarius nun die Augen wieder öffnete war alles vorbei. Nur eine vielleicht weiblich klingende Stimme schien zu sprechen: „Du hast das Mitgefühl verstanden!“
Indem Quarius dem sich abmühenden Menschen geholfen hat über dich selbst hinauszugelangen, ist er einen Schritt näher zur Göttlichkeit zurückgekehrt.