Mein neues Leben

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Maya Alin Lorkryn

Mein neues Leben

Beitrag von Maya Alin Lorkryn »

Die Reise beginnt.

Ich spürte den Seegang und hörte den Wind, wie er durch die Kajüten unterhalb des Schiffes pfiff. Trotz meiner Magenschmerzen hatte ich zu ein wenig Schlaf gefunden. Ob er erholsam war? Keineswegs. Ich fühlte mich, als hätte mich eine Horde Oger überrannt. In meinen Händen hielt ich noch immer das Buch umklammert, welches mich schon die ganze Zeit begleitet hatte. Wohin mich mein Weg auch führen würde, es würde ein Neuanfang werden.

Bis zuletzt war mein Leben einfach gewesen. Ich war eine junge Frau, die Spaß und Freude an ihrem Leben hatte. Ich konnte unbeschwert leben, ohne mir Gedanken über irgendwas zu machen. Natürlich stand ich vor den gleichen Fragen wie jede andere Heranwachsende auch: Was wird aus mir? Welchen Weg werde ich einschlagen? Aber eine Antwort wusse ich bislang nicht darauf. Sonderlich herausragende Fähigkeiten hatte ich ja nicht wirklich. Warum auch immer mein eintöniges Leben diese Wendung eingeschlagen hatte war mir nicht ganz klar. Aber ich wusste eines: Ich würde mich dieser neuen Herausforderung stellen. Auch, wenn ich mir selbst Angst machte.

Ich verschloss meine Augen wieder vor den Eindrücken der Welt, um meine Gedanken um mich selbst und um das, was mich umgab, kreisen zu lassen. Ich würde mich treiben lassen, mich mitreissen lassen, mich formen lassen. Denn ich war nur zu einem geringen Teil „Ich“. Und vor mir lag ein langer, weiter und steiniger Weg.

Einen Tag war ich unterwegs. Eilte von Hafen zu Hafen, von Schiff zu Schiff, von Kutsche zu Kutsche und an meinen Füßen bildeten sich die ersten Blasen von meinem Fußmarsch. Womöglich war genau das die erste Hürde, die ich bewältigen musste, um mich in meinem neuen Leben zurechtzufinden. An diesem neuen Ort musste ich mich erst einmal zurechtfinden. Ein kleines, verschlafenes und winziges Hafendorf erwartete mich. Meine dunkelblonden Haare fingen den Wind auf und ließen sich von diesem umhertreiben. Es war zwar Frühling, aber es war noch frisch. Ich zog meine Kapuze ins Gesicht und atmete tief durch. Hier war ich also. Hier würde meine Reise weitergehen. Ich nickte mir selbst zu, als wolle ich mir Mut zusprechen. Ich setzte einen Fuß auf den Steg und wartete einen Moment. Meine Welt brach nicht zusammen, es zog kein Erdbeben auf und ich wurde auch nicht bewusstlos. Es geschah auch sonst nichts. Es war eine ganz normale Welt in der ich mich befand. Und ich würde finden, wonach ich suchte!
Maya Alin Lorkryn

Beitrag von Maya Alin Lorkryn »

Kontakte knüpfen.

Ich war also tatsächlich angekommen und konnte ein wenig Zeit dafür aufbringen, mir die Gegend anzuschauen. Ehrlich gesagt war Bajard nicht sonderlich sehenswert, weswegen es mich auch schnell weitertrug. Es trug mich nach Rahal. Die Stadt an und für sich war recht schön und ich kam auch recht schnell in ein Gespräch mit einem jungen Mann in der hiesigen Taverne. Ich fragte ihn über Rahal aus und stillte meine Neugier. Nathan konnte mir auch sagen, dass der Herrscher der Stadt wohl Anstellungen zu vergeben hatte. Begeistern konnte ich mich dafür jedoch nicht. Irgendwie machte mir die Stadt Angst. Für einen Besuch war sie sicherlich recht schön, aber leben wollte ich hier nicht. Die düsteren Farben deprimierten doch auf Dauer, oder nicht?

Mein weiterer Weg führte mich zu einer Schneiderin, die mir schnell weiterhelfen konnte. Sie war nett und hatte ein Ohr für mich und meine Anliegen. Und sie war auch so zuvorkommend, dass sie mir nicht all mein Gold aus der Tasche zog. Sie war ähnlich nett wie die Schneiderin, die ich in Rahal angetroffen hatte.

Nathan wollte ich eigentlich am Nachmittag erneut treffen, jedoch hatten sich unsere Wege nicht erneut gekreuzt. Ob dies bedauerlich war oder nicht wusste ich heute noch nicht. Meine Gedanken waren ständig irgendwo anders, vor allem bei dem Buch in meiner Tasche. Obwohl schon sehr viele Fragen darin beantwortet wurden, lagen mir noch so viel mehr auf meinen Lippen. Ich musste endlich jemand finden, der mir weiterhelfen konnte. Und das schnell. In Bajard stillte ich meinen Hunger und meinen Durst und zog weiter nach Adoran. Die Straßen waren leer, ganz ungewohnt für eine solch prunkvolle Stadt. Ich war bedauerlicherweise kein Stadtmensch und so würde es tatsächlich noch ein Problem werden, wo ich mich niederlassen sollte. Irgendwann musste ich ja auch schlafen und das bestenfalls nicht unter irgendeiner Brücke. Ich war auf mich alleine gestellt, soviel war klar. Ich seufzte. Ob ich mich davon unterkriegen ließ? Niemals. Ich biss die Zähne zusammen und atmete wieder tief ein. (Als ob das etwas bringen würde oder mir mehr Mut geben würde!) Meine Reise würde weitergehen, bis ich am Ziel angekommen war. Und wer weiß, vielleicht würde ich Nathan ja ein weiteres Mal über den Weg laufen.
Maya Alin Lorkryn

Beitrag von Maya Alin Lorkryn »

Die Suche nach Halt.

Meine Reise hatte auch in den nächsten Tagen nicht aufgehört. Ich hatte vieles gehört, viele Menschen beobachtet und mit einigen konnte ich auch Gespräche führen. Es begegneten mir die grausigsten Gestalten bis hin zu den lieblichsten Geschöpfen, aber nichts brachte mich von meinem Weg ab. Ich spürte im Moment alles viel Intensiver als zuvor. Ob das gut war wusste ich noch nicht, aber ich würde es hoffentlich bald herausfinden. Mein Wissensdurst konnte im Moment kaum gestillt werden, was auch der Grund dafür war, dass ich mich mehrere Stunden in Büchern vergrub. Ganz gleich, wann ich die Möglichkeit dazu hatte – meine Nase steckte tief in irgendwelchen Schriften.

Die erste Auswahl meiner Bücher war nicht wirklich befriedigend. Sie erzählten mir nur das, was ich selbst schon wusste. Ich musste den Lehren nachgehen, ansonsten würde meine Gabe nicht heranwachsen können und, was noch viel schlimmer war, sogar in Vergessenheit geraten. Ich war etwas Besonderes, etwas Eigenes, so beschrieben es andere Bücher. Weitere Schriften von Ungelehrten berichteten darüber, dass man mit einer solchen Gabe dem Wahnsinn verfallen sei. Die Gier der Macht überhand nahm und man die Kontrolle über sich selbst verlieren würde. Die verlorene Haarsträhne wanderte mit einem gezielten Griff wieder hinter mein Ohr und ich schlug das nächste Buch auf. Der Titel war vielversprechender und würde mir bei meiner Suche vermutlich weiterhelfen können.

» Die Studenten dieser Fakultät bilden einen Zusammenschluss von hochbegabten Magiern, die diesen Ort einst aufsuchten, um sich dort in der machtvollen Ausformung ihrer durch Eluive gegebenen Gabe unterrichten zu lassen. «
Die Worte verschwammen förmlich vor meinen Augen und ließen diese aufleuchten. Ich war endlich auf dem richtigen Weg. Begierig und sehnsüchtig wanderten meine Augen aufmerksam über die folgenden Zeilen.

» Die Studenten dieser Fakultät bilden einen Zusammenschluss von hochbegabten Magiern, die diesen Ort einst aufsuchten, um sich dort in der machtvollen Ausformung ihrer durch Eluive gegebenen Gabe unterrichten zu lassen. Man könnte die Academia Arcana auch als die Akademie des freien Denkens bezeichnen, denn genau das wird von den Studenten erwartet. Man regt ihre Gedanken an und fordert sie auf, Wege zu finden, die einem gewöhnlichen Magier wohl nicht in den Sinn kämen. «
Ich blendete um mich herum alles aus. Nicht einmal das Zwitschern der Vögel oder die vorbeipreschende Kutsche hätte mich weiterhin davon abhalten können, die Zeilen zu verschlingen. Ich hatte sowohl über den Konvent des Phönix gelesen, der mir jedoch zu sehr in den Glauben des lichten Reiches verstrickt war und auch über den Orden der Arkorither, dessen Schauergeschichten mir einen Anflug eiskalten Ekels über den Rücken wandern ließ. Aber hier, hier konnte ich tatsächlich etwas finden, das mir weiterhelfen würde. Hier würde ich versuchen, Halt zu finden.

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Ich las weiter und kam zu den Zielen der Akademie. Ein sanftes Lächeln legte sich auf meine Lippen und ich war mir sicher, dass man mir dort weiterhelfen konnte. Ich war zwar jung, aber nicht dumm. Man hatte mir mit auf den Weg gegeben, wonach ich suchen sollte. Und man gab mir den Ratschlag, dass ich dabei auch auf mein Herz hören sollte. Und das tat ich. Just in diesem Moment hörte ich einzig und allein auf mein Herz und dieses sagte mir, dass es richtig war.

Schnell war ein ruhiger Platz in der Taverne zu Bajard gefunden und ich begann zu schreiben. Die Feder tauchte ich immer wieder in die Tinte und kritzelte über das Papier. Nach ein dutzend Versuchen war mein Brief endlich fertig. Jetzt musste ich nur noch einen Boten finden, der mein Schreiben überbringen würde. Aber das Glück war heute auf meiner Seite. Ich drückte ihm ein paar Groschen in die Hand und schickte ihn los. Er durfte nicht zurückkommen, bevor er nicht eine Antwort für mich hatte. Und schon jetzt bürgte ich mir die erste Aufgabe auf:

Geduld war eine Tugend. Die Tugend musste ich nun erlernen.
Maya Alin Lorkryn

Beitrag von Maya Alin Lorkryn »

Verpatztes Gespräch.

Ich starrte den Brief eine Weile an. Wahrhaftig eine sehr lange Weile. War das der Schlüssel zum Geheimnis? War das mein neuer Weg für mein verkorkstes Leben? Maya, reiß dich zusammen. Andere wären froh, in deiner Situation zu sein. Also erfreue dich darüber, dass du alles ganz anders wahrnimmst. Ganz gleich wo du hingehst, irgendwie ist alles anders.

Ich schüttelte den Kopf. Ich hatte mir in der letzten Zeit angewöhnt in Gedanken mit mir selbst zu sprechen. Und das sollte ich mir schleunigst wieder abgewöhnen. Mit dem Zettel in meiner Hand stand ich also weiterhin da. Solange, bis ich kapierte, dass ich mich auf den Weg machen sollte. Ich hatte Angst. Noch nie war ich in der Situation, dass ich in einem Gespräch von mir überzeugen sollte. Und wie, bei all den Göttern, sollte ich der Leitung der Akademie beweisen, dass ich tatsächlich in der Lage war, diesen Hokuspokus zu wirken? Ich seufzte und begab mich eiligst auf den Weg.

Natürlich wurde ich schon erwartet. Der Leiter der Akademie, Janus Aethra, Arcovene... ich habs vergessen, auf jeden Fall stand er schon hinterhalb der Tore auf dem Gelände der Akademie und öffnete mir die Tore. Ich trat ein. Dass ich ein sehr mulmiges Gefühl in meiner Magengegend vernahm muss ich vermutlich nicht noch explizit erwähnen? Ich folgte ihm auf jeden Fall ins Innere des Hauses. Mir fielen sofort viele Kleinigkeiten auf. Die Kerzen, die auf den Tischen standen. Die verschnörkelten Runen auf den Teppichen. Es war hier eine ganz andere Welt als die, die ich bisher kannte.

Im Gespräch selbst kam Herr Aethra selbstverständlich auf mein Anliegen zu sprechen. Ich erzählte ihm von meinem Erlebnis.

Ich hatte mir gedanklich gerade einen schönen Platz bei der hiesigen Taverne ausgemalt, da hörte ich in meiner unmittelbaren Nähe die Rufe. „Hey, bleib stehen! Du Dieb“, drang es an mein Ohr und ich war alarmiert. „Haltet ihn, haltet den Dieb“, ich wurde unsanft beiseite gestoßen, der Flüchtling rannte mit seiner Beute direkt an mir vorbei. Ich wirbelte herum und schrie ihm nach, er solle stehenbleiben. Mich machte nicht viel wütend, aber wenn jemand etwas so Unrechtes tat, dann konnte ich wahrlich platzen. Ich machte mich daran, ihm nachzueilen. Ich konzentrierte mich auf ihn und hielt nur ihn in meinem Blick. Zwar war er flink und bewegte sich schnell durch die Menge, aber durch meine filigrane Statur war ich auch recht zügig unterwegs. Es waren nur noch ein paar Schritte zwischen uns, er war langsamer geworden, weil er sich in Sicherheit gewogen hatte. Blöd war nur, dass er nicht dumm war. Und so bemerkte er natürlich, dass ich ihm dicht an den Fersen hing. Ich zögerte nicht und schrie wieder, er solle stehenbleiben. Aber nichts geschah. Ich musste ihn aufhalten. Irgendwie. Ich spürte, wie mein Atem schwerer wurde und sich irgendetwas in mir zusammenzog. Ich versuchte nach Luft zu ringen, aber alles um mich herum begann sich zu drehen. Ich sah die Menschen um mich herum, wie sie sich drehten und ich schloss die Augen. Mir wurde heiß und kalt, ein Schauer lief mir über den Rücken und auf einmal war alles so laut. So furchtbar laut. Vor meinen geschlossenen Augen zeichneten sich Muster, Linien und Sterne ab, die immer und immer wieder gedanklich reflektiert wurden. Mein Körper kribbelte von der Zehenspitze bis zum Kopf und ich hatte keinerlei Körpergefühl- und Beherrschung mehr. Wie ein Sack Mehl fiel ich auf den Boden und landete unsanft auf dem harten Stein.

„Das nächste Mal geht ihr nicht mehr alleine auf den Markt. Das ist ja lebensgefährlich.“
Ich war benommen und konnte nicht wirklich etwas gegen die Worte meines Vaters sagen. Meine Glieder und Gelenke fühlten sich schwer an, als wären sie durch Gewichte an den Boden gekettet. Ich fühlte mich, als hätte mich eine riesige Erkältungswelle überrollt. Jegliches Zeit- und Raumgefühl war mir fremd. Ich konnte nur erahnen, dass ich mich zuhause befand. Und bevor ich die Augen wieder öffnen konnte, schlief ich wieder ein. Mein Körper war zu erschöpft, um sich wach zu halten.

Zwei Tage waren vergangen, an denen ich nicht einen Augenblick länger wach und bei Kräften war. Immer wieder traten Heiler und Fachkundige an mein Bett und untersuchten mich. Aber sie konnten nichts Außergewöhnliches feststellen. Mein Körper sei erschöpft, so nannten sie es. Ich bräuchte absolute Ruhe, mein Körper müsse neue Energie sammeln. Aber der Dank des Grafen sei mir sicher, dass ich den Dieb gestellt hätte, das vernahm ich im Delirium. Ich hatte den Dieb gestellt? Aber er war doch weggerannt. Wie konnte das sein? Fragen über Fragen, die erst am darauffolgenden Tag beantwortet wurden.

Erstaunlicherweise wurde ich recht früh wach. Die Sonne hatte sich gerade über die Berge geschlichen und nahm ihren Weg auf zum höchsten Stand des Himmels, als ich meine Füße auf den Holzboden setzte. Ich fühlte mich, als wäre ich neu geboren. Das Leben strömte durch meinen Körper, ließ die Adern fast sprengen und mein Herz schlug bis zum Hals. Ich versuchte, mir meine Fragen selbst zu beantworten. Aber es gelang mir nicht. Ich musste warten. Warten, bis Vater wach war und mir meine Sorgen nehmen konnte.

„Wie lange habe ich geschlafen?“
Die Antwort darauf erschreckte mich. Über zwei Tage benötigte mein Körper, um sich vollends zu erholen. Und selbst jetzt fühlte ich mich nicht sicher, denn irgendetwas in mir schlummerte. „Bin ich krank?“, aber mein Vater schüttelte daraufhin nur den Kopf. Es sei verwunderlich, dass er nichts gefunden hatte. Und auch andere Heiler hatten nichts Bedenkliches feststellen können. Außer, dass ich müde war. Auf die Frage hin, was mit dem Dieb geschehen war, schwieg mein Vater. Ich sah ihn forsch an. Ich wollte wissen, was passiert war. Er stand auf und als sein „Komm, folge mir“, ertönte, eilte ich ihm schnell nach. Er ging zielstrebig auf unsere Bibliothek zu und setzte sich an den Tisch, der inmitten des Raumes stand. Einige Bücher lagen aufgeschlagen dort. Schweigend schob er mir eines der Bücher entgegen.


Genau da hatte mein Weg begonnen. Herr Aethra, Arcoveni.., wie auch immer, irgendwann werd ich das auch noch lernen. Auf jeden Fall bat er mich um einen Beweis. Ich schluckte. Einen Beweis also. Wie sollte ich den denn bringen? Bewusst hatte ich so etwas noch nie wirken können. Aber ich wäre nicht ich gewesen, hätte ich es nicht auf einen Versuch ankommen lassen. Ich schloss die Augen. Ich wusste ja nicht einmal, was ich tun musste, um wieder so etwas auszulösen. Also hörte ich einfach mal, was mich so umgab. Ich konzentrierte mich, aber es passierte nichts. Genau, wie ich erwartet hatte. Dass auf einmal eine Stichflamme hinter mir emporraste, damit hatte ich wohl so gar nicht gerechnet. Ich stolperte panisch beiseite, landete unsanft auf dem Boden. Ich spürte wieder dieses Kribbeln in mir, welches mich nahe an die Bewusstlosigkeit trieb. Ich sah nur, wie einige Bücher aus den Regalen schossen, direkt auf die Flamme zu und in der Luft stehenblieben. Ich blinzelte benommen und wischte mir mit zitternden Händen die Schweißperlen von der Stirn. Die Flamme erlosch und die Bücher fielen alle auf den Boden. Die beste Lösung wäre gewesen, wenn sich einfach ein Loch aufgetan hätte und ich darin hätte versinken können. Aber stattdessen musste ich auf die Aufforderung des Herren Aethras hin erst einmal die Bücher wieder einsortieren, die ich so unsanft aus ihren Reihen gerissen hatte. Aber er zweifelte nicht daran, dass ich tatsächlich über solche Fähigkeiten verfügte. Ich müsse mich darin schulen, ansonsten sei ich gefährlich für mich und all jene, die mich umgaben. Natürlich. Denn ich konnte das, was in mir brodelte, nicht kontrollieren. Noch nicht. Und es wurde Zeit, dass ich es lernte.
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