Die Essenz des Ganzen

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Morgon Tar Adan
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Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Die Essenz des Ganzen

Beitrag von Morgon Tar Adan »

Der Magen knurrte, die Augen konnte er nur mühsam offen halten. Morgon stand auf dem Osttor Düstersees auf Wache und lies seinen Blick wandern. Was er sah war eine Landschaft aus Seen, Flüssen, Wiesen und Wald im Osten.

Bald schon könnte es beginnen. Bald schon könnten Pferde, Wägen und Fußtruppen gen Osten wandern. Diese Gedanken ließen Morgon leicht lächeln.

Doch zunächst galt es, den Wissen des Ritters Drugar zu erfüllen. Einen Tag lang hatte er nun nichts gegessen, die ganze Nacht im Tempel Düstersees zugebracht und gebetet.

Angenehm war es nicht, jedoch ging es auch gar nicht darum ob etwas angenehm war. Schon früher hatte er ähnliche Zeremonien bestanden. Genaugenommen freute er sich auf den weiteren Verlauf. Er brachte ihn näher heran … an die Essenz des Ganzen. Natürlich – sein Körper war älter geworden, daher musste er etwas mehr aufpassen. Doch waren das alles nicht nur belanglose kleinliche Ansichtsweisen? Die Essenz … sie war es die es nun anzustreben galt.

Sein Hab und gut hatte er Xontor übergeben – geblieben waren ihm derzeit nur sein Schwert, seine Uniform und seine Rüstung. Brauchte er denn mehr?

„Nein“ murmelte Morgon … weiterhin die Ferne betrachtend. Alles war gut so genau wie es war. Sein Magen knurrte leicht – Das würde er die kommenden tage noch des Öfteren merken.

Doch es war egal – alles egal – denn am Ende wartete das Ziel. Nun blieb nur noch, den Weg zu begehen.
Morgon Tar Adan
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Beitrag von Morgon Tar Adan »

Immer noch knurrte sein Magen und die Augen wurden schwerer und schwerer. Fast 3 Tage nun ohne Nahrung und Schlaf zehrten an seinem Körper. Wasser war das einzige, was er zu sich nahm.

Langsam patrouillierte er durch die Straßen Düstersees, jedoch langsamer als sonst üblich und mit eher schlurfenden Schritten.

Ja, die zweite Nacht in Folge im Tempel zeigte ihre Spuren. Doch war es notwendig – es war sogar erwünscht. Diese Nacht glaubte er gar, bei seinen Gebeten die Pantherstatue des Tempels kurz rot leuchten gesehen zu haben. Anscheinend schienen sich langsam Ergebnisse zu zeigen. Nunja, er hatte ja noch einige Nächte vor sich.

Morgon schritt weiter durch die Straßen, redete mit den Wachen an den Toren, verschaffte sich einen Überblick. Ja, seine Arbeit musste er ebenfalls leisten – doch was dies zumindest derzeit noch kein Problem. Zweifel an seinem derzeitigen Bestreben hatte er keine … im Gegenteil. Wer in der Hierarchie aufsteigen wollte, der musste bereit sein Opfer zu leisten.

Kurz schloss er die Augen und in der nun folgenden Dunkelheit seines Sichtfeldes sah er einen Panther welcher vor einem scheinbar großen Feuer stand.

Morgon riss die Augen auf … kein Panther … kein Feuer … doch es erschien ihm so real, so wirklich. Aber das war wohl Folge des Schlafentzugs. Natürlich. Was sollte es denn sonst sein?

Etwas juckte ihn an der Hand. Als Morgon seine Hand betrachtete waren einige Haare des Handrückens versengt.
Morgon Tar Adan
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Beitrag von Morgon Tar Adan »

Das Feuer war überall. Brennende Ruinen, Bäume, Tiere, Menschen ... ein schmaler weg schien hindurchzuführen. Der Weg auf den der Panther ihn geschickt hatte.

Weit in der Ferne ward ein Schwert in den Boden gestochen ... der Weg führte dorthin.

Doch es war eine Erscheinung, eine Vision, hier galten andere Regeln. Ein Schritt war kein Schritt, ein Schritt war ein Tag, eine Woche oder mehr? Das Feuer war nicht heiß, es war die Prüfung. Nun hieß es, den Weg zu begehen.



Morgon schlug die Augen auf und erhob sich von der Tempelbank. Knappe des Ritters Drugar sollte er an jetzt sein. Nun, ein interessanter Weg schien wohl offensichtlich vor ihm zu liegen. Fast schon mit Wegmut dachte er an 'seine' Knappen zurück ... damals, viel zu lang war es her.

Ein Neubeginn wurde es hier nun. Ein Neubeginn mit dem Ziel der Vergangenheit. Er schob den ärmel hoch und fuhr mit den Fingern über die in den Unterarm eintätowierten Buchstaben ... DT ... die Vergangenheit wird nie ruhen.
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