Grosse weite Welt....

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Nilaihah Lelyn

Grosse weite Welt....

Beitrag von Nilaihah Lelyn »

Grosse weite Welt

Nilaihah liebte den kleinen Bauernhof aus Holz den der Opa ihr geschenkt hatte. Mit ihm spielte sie am allerliebsten. Kühe, Schafe, ein Hund, eine Katze, einige Hühner und zwei Pferde gehörten dazu und jedes Tier hatte natürlich seinen eigenen Namen. Die Pferde aber mochte sie ganz besonders gerne. Diese wurden in den grossen aufgenähten Taschen ihres Kleides immer mit herumgetragen. Manchmal dachte sie wenn sie mit ihnen spielte an zu Hause. Besonders als sie bei den Grosseltern ankam war das Heimweh ganz furchtbar. Die Oma hatte versucht sie mit selbstgebackenen Keksen abzulenken und sie in der Küche mithelfen zu lassen, wobei sie dabei wohl mehr Chaos anrichtete als wirklich zu helfen. Der Opa war bemüht sie in die täglichen Arbeiten des Gestüts mit einzubeziehen. Sie durfte helfen die Pferde zu füttern, sie mit kleinen wassergefüllten Eimern zu tränken, und die Ponys zu striegeln.
Aber immer wieder wurde sie dann doch weinend in den Arm genommen und ihr beruhigende Worte zugeflüstert. "Die Mama wird bald schreiben und dann kannst du wieder zu ihr nach Hause. Ganz bestimmt kommt bald ein Brief. Es dauert nicht mehr lange mein Schatz." Die Oma gab ihr einen Kuss und sah sie aufmunternd an. Manchmal lächelte Nilaihah dann, manchmal aber blieb sie traurig, setzte sich an das grosse Fenster in der Wohnstube und sah nach draussen.

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Es war wirklich ein schöner Hof und in den grossen Kinderaugen war er riesig, mit grünen fruchtbehangenen Bäumen, hohem Gras ringsherum, weiten Feldern die sich bis zum Horizont erstreckten und den vielen vielen Tieren.
"Wenn ich mal gross bin, dann will ich auch gantz fiele eigenen Pferde habn!" Verkündete sie stolz, während sie sich um sich selber drehte und dem Opa ein neues Kleid präsentierte, dass ihr die Oma geschenkt hatte. Die beiden verwöhnten die Kleine sehr. Auf dem Esstisch standen einige Teller, Besteck, eine grosse Schüssel mit dampfenden Kartoffeln sowie ein Gemüseeintopf und dazu angebratene Speckstreifen. "Na los kommt essen ihr beiden, sonst wird es noch kalt." Sagte die Oma lächelnd und Opa und Enkelin setzten sich zu ihr an den Tisch. Sie hatten noch nicht ganz die Teller gefüllt als es an der Tür klopfte. "Das ist bestimmt die Post." Sagte Opa und stand auf um sie entgegenzunehmen. Mit einigen Briefen kam er wieder hinein, setzte sich und sah sie nacheinander durch. "Na schau, da ist einer von Neliel." Sagte er und blickte seine Enkelin an. Nilaihah wurde ganz aufgeregt, stand rasch auf und stellte sich dicht zum Opa um den Brief anzugucken.
"Mach ihn auf, mach ihn auf!" Drängte sie ungeduldig und zupfte ihm am Ärmel. Der Opa öffnete den Brief und nahm ein gefaltetes Blatt Pergament heraus, welches er auffaltete und dann begann vorzulesen.....
"JAAAHHAAAAAA...Juhuuuu! Nach Hause, nach Hause." Nilaihah tanzte und wirbelte um die Grosseltern herum. Ihre grossen Kinderaugen glänzten begeistert als der Opa vorlas das sie endlich wieder Heim könne. Nachdem sie sich halbwegs wieder beruhigt hatten und beide sie fröhlich aber auch mit leichtem anklingenden Abschiedsschmerz umarmten, setzten sich alle wieder und begannen endlich zu essen. Nilaihah war jedoch so aufgeregt, dass sie kaum einen Bissen herunterbekam. "Wann fahren wir dann los Opa?" Fragte sie mit vollem Mund. "Nachher werde ich mich mal erkundigen wann das nächste Schiff fährt." Antwortete er und strich ihr über den Haarschopf.
An der Hand der Oma die sie festhielt, hüpfte sie auf und ab und war kaum zu bändigen. Mehrere Schiffe lagen vor Anker, dahinter war das grosse, weite, blaue Meer. Es roch nach Salz, Möwen kreischten und auf dem Pier herrschte reger Trubel.
"Das grosse helle Schiff dahinten ist es" Der Opa deutete auf eines mit grossen, zusammengefalteten, weissen Segeln. "Juhuuuuuu!" Rief sie aus. Doch als sie sich von beiden verabschieden sollte, brach sie in Tränen aus. Auch der Opa und die Oma waren traurig. "Du kannst uns bestimmt mal wieder mit der Mama zusammen besuchen kommen." Sagten sie ihr leise, während die Oma ihr noch ein grosses, in Tuch eingeschlagenes Päckchen mit Keksen zusteckte.

Und dann gings los......in die grosse Weite Welt...
Nilaihah Lelyn

Beitrag von Nilaihah Lelyn »

Ein aufregender Ausflug

"Mhhh lecka" Sagte Nilaihah und streckte den vor dem Bauernhof angebundenen Pferden durch den Lattenzaun einen Grasbüschel entgegen. Sie wedelte damit leicht herum, als ein Mädchen um die Ecke kam. "Hallo du!" Ertönte es laut und vor Schreck liess Nila den Grasbüschel fallen und versteckte sich hinter dem Zaun. Das fremde Mädchen schaute über den Zaun hinweg. "Buuuhh" Machte sie und wedelte mit den Armen. Nila guckte sie gross an. "Ich bin Vivien." Stellte sich das Mädchen vor. "Und wie heisst du?" Nila richtete sich wieder auf und tappste näher. "Ich heisse Nilaihah!" Antwortete sie und
schnell waren die beiden im Gespräch. Vivien erzählte ihr, dass sie einen Ritter kannte, einen richtigen Ritter mit einem richtigen Schwert! Nilas Aufmerksamket und Begeisterung war geweckt. Das grössere Mädchen wollte ihn ihr zeigen, doch eigentlich durfte Nila ja garnicht vom Hof weg. Prüfend sahen beide zum Haus, ob Mama oder Papa irgendwo zu sehen waren, dann entschloss sich die Kleine mit dem Mädchen mitzugehen, schlüpfte durch das Gartentor und schloss es rasch wieder hinter sich.
"Wir können einen Brief schreiben das du mit mir mitgegangen bist." Schlug Vivien vor. "Du kannst schon schreiben?" Fragte Nila beeindruckt, was sie sowiso schon war, denn Vivien kannte immerhin einen Ritter! "Ich bin schon 9 Jahre alt. Und wie alt bist du?" Fragte sie Nila, die eine Hand hochhob und 5 Finger zeigte. "Ich bin schon 4!" Dann erst bemerkte sie dass es ein Finger zu viel war, und knickte ihn schnell um. "Hast du denn Papier dabei?" Fragte Nila und Vivien holte ein Buch hervor. "Ich kann aus dem Buch eine Seite rausreissen." "Aber dann geht das Buch doch kaputt, und dann kriegst du Ärga." Warf die 4-jährige ein. Der Einwand schien berechtigt, und so nahm Vivien Nila an die Hand und sie marschierten ohne Bescheid zu sagen nach Berchgard los. Unterwegs aßen sie Bonbons und Vivien erzählte ihr von den grossen, baumlangen Sumpfnasenmonstern. Vivien wurde immer beeindruckender für die Kleine. Was sie schon alles wusste! Dann erreichten sie Berchgard und fanden den Ritter auch. Mit grossen, bewundernden Augen sah sie den Mann an, neben dem noch eine Frau stand. Etwas schüchtern hielt sie sich hinter Vivien versteckt und guckte nur hinter ihr hervor. Gegen Monster solle er kämpfen und Prinzessinen aus Türmen retten. Da schmolz die Schüchternheit hinweg. "Ich werd auch mal eine Prinzessin!" verkündete Nila fröhlich. Dann lernte sie noch Rahel kennen, die ihr von ihrem 5 Jährigen Sohn erzählte, mit dem sie auch spielen könne wenn er mal in Berchgard sei. Immer neue Personen kamen und suchten das Gespräch mit den Anwesenden. Nila wurde das alles etwas zuviel und verkroch sich wieder dicht an Vivien, fest ihre Hand haltend. Soviele fremde Leute, und dann wurden sie auch noch zweifelnd gefragt ob ihre Mama denn wüsste dass sie von zu Hause weg war. Natürlich bejahten die beiden Mädchen das, doch Nilah war garnicht so wohl dabei. Was wenn rauskäme das die Mama das nicht wusste?
Schliesslich beschlossen sie zurückzugehen. Rahel und einer der Anwesenden begleiteten die beiden Mädchen zurück zum Bauernhof, Vivien hielt Nila stets an der Hand fest. Langsam wurde ihr wirklich Bange und je näher sie dem Bauernhof kamen umso mehr bekam sie Angst das es rauskommen könne. Als sie am Hof ankamen, war weit und breit niemand zu sehen. Erleichtert atmete Nilah auf, als Rahel an der Klingel zog. Ohweia....
Nilas Mutter kam heraus und zum Tor. Die 4-jährige versteckte sich schnell hinter dem Gartentor, als ob das irgendwas nützen würde und sah Vivien ängstlich an, die ihrerseits Ärger von Rahel bekam, dass sie gelogen hatte. Das würde Ärger geben. Als die Gartentür aufging guckte die Kleine gross zu ihrer Mama hoch, die sie streng ansah und sie anwieß herinzukommen. Schnell rappelte sie sich auf und tappste durchs Gartentor in den Hof hinein. Vivien hatte Nila noch was von einem Prinzessinenfest erzählt das kurz helle Begeisterung bei ihr weckte, doch Nilas Mutter verkündete daraufhin, dass es nach heute Abend noch nicht feststünde ob sie da überhaupt hindürfe, was ihre Begeisterung wieder dämpfte. Nachdem sich Vivien und Rahel verabschiedet hatten, wurde sie ins Haus geschickt, und musste sich sogleich Bettfertig machen. Sie wusch sich, zog sich ihr Nachtzeug an und schlüpfte unter die Bettdecke. Die Mama hatte ihr schnell verziehen, und so erzählte sie von dem grossen Ritter, von dem Sumpfnasenmonster und nickte eifrig als die Mutter fragte ob sie denn jetzt auch einen Ritter heiraten wolle wenn sie mal gross wäre. Sie gab Nila schliesslich noch einen GuteNachtKuss, und dann versank die Kleine auch schon in einem tiefen Schlaf.
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