Tollwütige Schafe und andre Katastrophen

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Rafael von Arganta

Tollwütige Schafe und andre Katastrophen

Beitrag von Rafael von Arganta »

Es war zum Verrücktwerden im warsten Sinne des Wortes.
Da dachte man das alles überstanden war, Ruhe einkehren würde, das er endlich zurück zur Hauptstadt reisen könne um Adrian bei zu stehen und dann brach erneut alles zusammen.

Der Vulkangeist war schlafen gelegt, die Feuerkreaturen verschwunden, das Land lag wieder in Frieden da bis erneut das Schicksal zu schlug.
"War ja klar... Ausruhen war nur etwas für Faule. Wer rastet der rostet."
Fuhr es ihm durch den Kopf und er schüttelte unwillig den Kopf.
Hätte ihm irgendwer den Anfang der Geschichte erzählt hätte er ihn für vollkommen verrückt erklärt.
Schafe die Fleisch frassen und Menschen angriffen gar töteten.
Schafe !!!
Ruhige kleine grasfressende Wollknäule.
Rafael schnaufte auf.
Es war zu verrückt um es zu glauben.
Aber dennoch war es Tatsache gewesen das die Schafe von Sir Thelor die Frau töteten die sie hütete, sie wohl gar angefressen hatten.

Die Schafe hatte man daraufhin verbrannt, nachdem Niel Finreas und Thorjan sie nochmal untersucht hatten, doch das Schlimmste kam erst.
Cedric schien sich in irgendeiner Weise angesteckt zu haben und danach auch irgendwie Hudgarr, und Anele.
Am Tag danach als Rafael sie besuchte, gebärdeten sie sich wie Kinder.
Vollkommen Irre, wirr und mit unbändigem Hunger auf Fleisch. Rohem Fleisch.
Die Wachen hatten sie nicht davon abhalten können ein Pferd zu töten, und als Rafael dazu kam war Anele gerade dabei gewesen das Herz an zu beissen.

Fassungslos hatte Rafael dem nur zusehen können, und fühlte sich wie in einer Inzenierung eines ganz schlechten Theaterstückes.
Die Festung glich einem Tollhaus, aber wenigstens hatten die Wachen seinem Befehl ausgeführt und niemanden mehr aus dem Tor gelassen.
Torjan selber stand eher etwas Hilflos dabei, wenn auch er alles mögliche versuchte, doch sah man ihm die Überforderung an.
Rafael hatte nicht mehr länger gezögert und war hinaus geritten um weitere Hilfe zu holen,
so kam er Minuten später mit einer blinden Heilerin und zwei weiteren Helfen zurück.
Viel vermochte man nicht zu tun. Man flösste den Kranken ein Beruhigungsmittel ein entnahm Proben von Haut und Blut und sollte, wollte sie schlafen legen, was sich als schwieriger denn je erwies.
So beließ es Rafael dabei dafür zu sorgen das sie die Festung nicht verlassen konnte.

Er selber wurde mitten aus diesem Tollhaus und deren Versorgung geholt, als noch ein Drache in Berchgard auftauchte.
Drei Gardisten fanden den Weg in den Magen des Monsters, bevor man es dann ziehen ließ.
Er wollte jagen... Fleisch jagen.
Kurz dachte Rafael über einen Zusammenhang mit der Krankheit nach, aber er war sich unschlüssig.
Einen Angriff durch Gardisten, ihm und einigen Magiern, wie Herrn Inos und Lilian überstan die Kreatur unbeschadet, und da sein einziges Begehr hier in B erchgard war hinaus zu können, hatte man ihn ziehen lassen. Eine Verfolgung jedoch hatte er sich dann entzogen, in dem er in den Wassern vor Varuna verschwand.
Er war geweckt worden ... geweckt durch wen oder was?
Rafael wusste nicht ob es jetzt noch schlimmer werden konnte, aber es konnte, da war er sich sicher.
Er konnte nur eines Hoffen.
Das seine Leute wieder Gesund werden würden.
Zuletzt geändert von Rafael von Arganta am Mittwoch 16. März 2011, 07:47, insgesamt 1-mal geändert.
Anele Namok
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Beitrag von Anele Namok »

Tag 1 - die Schafherde

Es hatte so harmlos begonnen. Sie kamen von der Jagd, der Sire Cedric, Hudgarr und sie selbst waren auf dem Weg zur Festung, als sie die kleine Schafherde auf der Wiese sahen. Hübsche Schäfchen, doch irgend etwas schien anders mit ihnen und so hielt man an, hielt Ausschau nach dem Hüter und überlegte, was sie hier zu suchen hatten und woher sie kamen.

Auch ein schwarzes Schäflein war darunter und wie magisch angezogen, wollte sie es streicheln. Sie zuckte zurück, als es zu knurren begann und nach ihr schnappte. Es knurrte! Schafe knurren nicht und schnappen auch nicht nach Menschen! Ein anderes fletschte die Zähne. Die Augen der Tiere waren zum Teil blutunterlaufen. Es war unverkennbar, dass etwas mit ihnen nicht stimmte und so beschloß man, die Tiere zunächst in den nahegelegenen Garten des Sires zu bringen.

Nach einigen doch recht unsanften Stupsern, gelang es den Dreien auch, die kleine Herde in Bewegung zu setzen und in die Umzäunung zu führen. Man würde jemanden holen müssen, der sich damit auskannte und so beließ man sie vorerst darinnen.

Sie liefen zurück zu der Stelle, wo man die Schafe gefunden hatte und etwas abseits davon fanden sie sie dann: eine total zerfressene Leiche, unverkennbar war nur, dass es mal eine Frau gewesen war. Der Hirtenstab und der Hut ließen darauf schließen, dass es sich um die Schäferin handeln musste. Aber war so etwas möglich?

Kleine unschuldige Schäflein, die einen Menschen töteten und ihn fraßen?

Sie wickelten die Überreste in einen Umhang und brachten ihn in die Feste, vielleicht würde man noch etwas daraus erkennen können.

Einige Stunden später tauchte dann endlich Torjan auf. Sie hatte vollstes Vertrauen zu ihm. Auch wenn der alte Zausel oft verwirrt wirkte und sein Augenlicht nicht mehr das beste zu sein schien, sie hatte es selbst erlebt, dass er dann - wenn es darauf ankam - alle Sinne beieinander hatte.

Zunächst besah er sich die Schafe, ausser den Augen und dass sie knurrten, schien nichts ungewöhnliches an ihnen. Zur weiteren Untersuchung wurde eines der Tiere geschlachtet, das Fleisch herausgelöst, die Innereien und etwas Blut gesammelt. Unruhe ging durch die kleine Herde, als sie das frische Blut und das Fleisch rochen. Torjan versuchte das unmöglich scheinende und legte einige Fleischbrocken aus. Hungrig stürzten sich die Tiere darauf und verschlangen es wie Wölfe. Das dargebotene Obst jedoch verschmähten sie.

Immer undurchsichtiger wurde diese Geschichte.

Man holte noch mehr Hilfe. Eine Magierin und ein weiterer Heiler sollten die Vorgänge untersuchen. Als der Garten des Sires endgültig überfüllt war, beschloß sie, dass ihre Hilfe nicht mehr vonnöten war, verabschiedete sich kurz und ritt zur nahen Feste, um sich dort schlafen zu legen.


Tag 2 - die verrückten Herren und der zunehmende Wahnsinn

Ausgeruht brach sie am nächsten Tag auf. Ein kurzer Blick in den Garten des Sires ließ sie zurück schrecken. Verkohlte Rest, Asche und deutliche Brandspuren, aber keine Schafe.

Sie ritt nach Hause, zum Anwesen Hudgarrs. Als sie dort eintraf, waren der Sire, Torjan und Hudgarr im Wohnzimmer. Doch - niemand erkannte sie! Der Sire hielt sie für die Frau Hudgarrs, Hudgarr selbst wusste auch nicht genau, wie er sie zuordnen sollte und bei Torjan - nunja, bei ihm war es normal, dass er eine Weile brauchte. Mühsam und mit äusserster Geduld versuchte sie die Gesprächsfetzen zuzuordnen, um heraus zu bekommen, was genau seit gestern abend geschehen war.

Brennende Schafe und ein Bär - ein Mädchen mit Eisbären im Schlepptau - ein mörderischer Angriff auf den Sire, welcher ein vergiftetes Messer in seinem Rücken hinterließ - ein Nackter, der den Segen sprach - Torjan, der den Sire vor dem Angriff auf ihn nackt auszog - eine Behandlung in der Feste, in der das Messer entfernt wurde.

Es war zum Haar ausraufen, aber einen vollständigen Bericht der Ereignisse kam nicht zustande. Die beiden hohen Herren schienen wirklich nicht bei Sinnen und langsam dämmerte ihr, dass es ihnen ergehen musste, wie den Schafen gestern.

Sie hatten sich angesteckt!

Man beschloß, sie in die Festung zu bringen, damit Torjan mit seinen Untersuchungen der Leiche und der Innereien, des Blutes der Schafe fortfahren könne. Und Hunger hatten sie. Merkwüdige Gelüste. Der Sire verlangte ständig nach Salat! Dabei hatte er ihr doch erst vor kurzem erzählt, er würde Fleisch bevorzugen. Und Hudgarr wollte gar Blumenkohl! Auch Torjan war hungrig, aber wollte Fleisch - Unmengen von Fleisch.

So gut es ging, bereitete sie unten etwas zu essen vor und brachte es hoch. Sie selbst hatte keinen Hunger, sie fühlte sich nicht gut und schob es auf die Anstrengungen der letzten Tage. Sie sah den anderen beim essen zu, dann wurde ihr schwindelig, heiß, Schweißtropfen bildeten sich auf ihrer Stirn, sie war einfach müde, schlapp, sackte in sich zusammen, den Kopf auf dem Tisch ablegend. Nur am Rande bekam sie etwas von Schafen mit, die sich im Raum herumtreiben sollten. Sie schloß für einen Moment die Augen - so müde!

Als sie blinzelnd wieder zu sich kam, wusste sie im ersten Moment gar nicht, wo sie war. DA! Ein Schaf! Ein Schaf aus Wasser! Und sie: die im Leben nicht daran denken würde, jemals etwas von einem Pferd zu essen, sie bekam unbändigen Appetit auf Pferdefleisch. Noch vor einigen Tagen hatte sie sich fast übergeben, als sie unvermutet dem gewaltsamen Tod eines Pferdes beiwohnte, welches geschlachtet wurde.

Immer mehr tauchte ihre Welt in einen wabernden, undurchdringlichen Nebel. Die Krankheit wütete in ihr...

Von dem Blut welches man ihr abnahm, bekam sie nichts mehr mit. Trotz des sehr feinen Schnittes wollte es nicht aufhören zu fließen, so dünn wie Wasser tropfte es zunächst aus ihrem Arm, dann rann es und es würde nicht aufhören, bis Torjan eine wunderbare Idee hatte, die Wunde doch noch zu schließen.

Eines war jedoch klar: Nur die Heiler konnten hier helfen....
Cedric von Mervis

Beitrag von Cedric von Mervis »

Schweißgebadet wache ich auf und schau mich um,wo bin ich hier nur gelandet, alles viel zu klein hier. Ich richte mich richtig auf, ein stechender Schmerz durchfährt mein Rücken. Mein ganzer Körper zittert, so trete ich aus dem Zimmer, Hudgarr sitzt da und macht sich über den Hasenbraten her, daneben Torjan am schlafen. Nachdenklich schauen Hudgarr und ich uns an, versuchen ein klaren Gedanken zu fassen. Torjan wacht auf, na endlich ist der alte wach, denk ich mir, wir fragen ihn was passiert sei, doch der alte redet nur wirres Zeug. Mitten im Gespräch kommt Hudgarrs Frau dazu, auch sie scheint nicht ganz bei sinnen zu sein, fragt andauernd nach ein Sir von Mervis, noch nie von den gehört, ich zucke nur unwissend mit den Schultern.
Ein wenig später machen wir uns gemeinsam auf zur Allianz, endlich gibt es was zu essen, ich schau schmachtend auf meinen Salat, als ich ein Schaf auf den Tisch sehe, ich reibe mir die Augen, dennoch verschwindet es nicht. Das Schaf kommt auf mich zu und ich wedel wie wild mit den Händen rum, um es zu verscheuchen, doch es reagiert erst garnicht, macht sich lieber über meinen Salat her. Ich springe auf und schau rüber zu Anele die mich und Hudgarr ungläubig anschaut, da dieser ebenso Schafe sieht. Es vergehen einige Minuten, als Anele aufsteht, das Schwert in der Hand, was ist hier nur los frage ich mich selbst, während dessen greifen mich schon die Schafe an. Ich zieh mein Schwert und strecke die Viecher nieder, nach den Kampf bezeichnet mich Hudgarr als Dieb, da ich Rafaels Schwert in der Hand habe. Schnell verschwindet das Schwert in meiner Schwertscheide, schau mich hilfesuchend um und erblicke Torjan wie er mit irgendwelchem Blut rumspielt. Ich bemerke nicht mal wie Rafael in die Festung kam, nur durch Hudgarr den irren bekomme ich es mit, da er den Sir brühwarm erzählen muss, das ich sein Schwert habe. Ertappt schaue ich meinen Ritter an, der scheint aber noch irrer zu sein als die anderen, er erkennt nicht mal sein eigenen Knappen. Rafael redet mit Torjan, ich halte lieber mein Mund, kaum waren sie fertig mit reden verlässt Rafael auch schon wieder die Festung.
Hudgarr und Anele gehen hinaus und ich schau den beiden nach und erblicke mein Barett auf Hudgarrs Kopf, trotz butterweiche Knie renne ich hinter den beiden her. Bei Hudgarr angekommen, wandert mein Blick runter zu Anele die sich gerade über ein frisch geschlachtetes Pferd her macht, nun lecker sieht es ja aus, denk ich mir doch kümmere ich mich lieber erstmal um mein Barett. Während ich jenes von Hudgarrs Kopf schlage, treffen Rafael, Lucien, Karawyn und Majalin in der Feste ein. Mich triff ein starker Schlag und taumel zurück, ich suche bei Lucien Hilfe, doch der schaut mich nur dumm an.
Gut muss ich wohl selbst ran, denk ich mir und wende mich um, geh auf Hudgarr zu und schupste ihn nur ein wenig. Er geht zu Boden und fängt an wie ein Kind zu heulen. Mir reichst ich will nur noch nach Haus, doch verlier ich plötzlich wieder mein Gleichgewicht und geh selber zu Boden. Plötzlich stürzt sich Lucien auf mich, drückt mich fest auf den Boden, ich fange an mich zu wehren, doch kommt Rafael Lucien zur Hilfe. Ich kann kaum was sagen, schon schiebt mir Majalin ein Löffel mit einer ekelhaften bitteren Flüssigkeit in den Mund. Es dauert nicht lange bis mir alles gleichgültig wird und ich dumm im Gras rumsitze. Anele und Hudgarr flößen sie ebenso das Zeug ein, die beiden schlafen ein, mir doch egal, ich krabbel zu Torjan und setz mich neben ihn ins Gras.
Rafael war mal wieder weg, was mich nicht wirklich stört da mein Blick wie magisch angezogen nur auf Karawyn haftet. Nach einer ganzen weile macht ein Geruch vom verbrannten Haar sich in der Feste breit, Rafael ist wieder da und redet wirres Zeug, das ein Drache herkommt. Rasch zieh ich mich an Torjan hoch, als der Drache auch schon auftaucht, meine Hand umgreift den Griff des Ritterschwerts. Ich will gerade auf den Drachen zu stürmen, als Rafael mich zurück hält, er wird sogar noch verrückter, als er mit den Drachen vor das Tor geht. Sowas nennt sich Rittermeine ich noch zu mir und geh in die Festung, das ist mir heute alles zuviel so schlafe ich dann auf der Bank in der Eingangshalle ein.......
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Torjan Eichental
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Beitrag von Torjan Eichental »

Immer wieder erwachte er, geplagt von Träumen mit bunten Schafen, Blut, tote Pferdeleiber, Stimmengewirr … Mit weit aufgerissenen Augen starrte er in die Dunkelheit des Schlafsaales, um gleich drauf wieder erschöpft einzuschlafen und wieder von den schrecklichen Traumbildern geplagt zu werden.

In all dem Trubel hätte er sofort wissen sollen, was die Schafe zu kleinen fleischfressenden Monstern hat werden lassen. Zwischen den Verwirrten, die wie Kinder umhertobten, hätte er die Proben der Tiere untersuchen und daraus fundierte Erkenntnisse ziehen sollen. Und innerhalb kürzester Zeit hätte er sich ein Gegenmittel aus dem Ärmel zaubern sollen.
Die Erwartungen, die an ihn gestellt wurden, waren einfach zu hoch.

Sein größter Wunsch war, sich jenen mitzuteilen, die in die Festung gekommen waren, zu erzählen, was er herausgefunden hatte. Aber keiner wollte ihm zuhören.
Erschöpft war er ins Gras gesunken. Anele hatte sich an ihn gekuschelt. Der alte Alchemist hatte resigniert, war erschöpft von den Anstrengungen des Abends, das Problem zu erforschen und gleichzeitig die Verrückten im Aug zu behalten.

Endlich schien es ruhiger. Er setzte an zu berichten … ein Schrei unterbrach: ALAAARM!

In jenem Moment war ihm egal, ob ein Drache in Berchgard wütete. Er wollte sich mitteilen. Mitteilen, bevor auch er …
In seiner Verzweiflung schob er den Gedanken beiseite und berichtete alles, was er wusste. Fast schon war es ihm egal, wer zuhörte, denn er wusste nicht, wann er …

Schließlich schleppte er sich in sein Bett in der Festung, nicht mehr fähig, auch noch einen klaren Gedanken zu fassen. Nur noch schlafen wollte er. Sein Gehirn aber ruhte nicht und schickte ihm die Albträume. Und sein Magen diesen immensen Hunger … auf Fleisch.
Lucien de Mareaux

Beitrag von Lucien de Mareaux »

Pest und Pocken [Quest]

Warum? Warum um alles in dieser verdammten Welt waren wir nicht direkt abgereist?
Warum musste ich Troll unbedingt darauf bestehen noch bis zum Wochenende zu warten wegen eines verflixten Auftrags, der ausstand?
Ich hätte einen riesigen Haufen Ogerdung drauf geben sollen! Hätte, könnte, wäre, wenn…

Dummerweise waren wir eben nicht verreist, noch dümmer den Spaziergang gen Berchgard zu wagen, jetzt wo alles wieder sicher schien. Noch viel blöder gelaufen war die Tatsache des Mordversuchs gegen Cedric. Natürlich musste sie helfen, natürlich sind wir mit den übrigen und dem Verletzten in die Festung gegangen, um ihn zu retten. Es gelang sogar. Alles war gut – und wenn ich den Übeltäter (ich hatte ja meine Vermutung, die ich getreulich für mich behielt) in die Finger bekam, der zu dieser vermaledeiten Verkettung geführt hatte, ich würde ihm ein bisschen was von der Pest, die dort in der Festung grassierte, Freihaus schenken!
Denn eines stand ja unumstößlich fest: Dass der Graf ausgerechnet bei uns seinen Gaul zügelte und mich fragte, ob mir ein Heiler bekannt war, fiel für mich nicht unter dem Begriff blöder Zufall.
Da wir am Vortag schon von dem Vorfall gehört hatten, der nun zu diesem neuen Problem führte, ahnten wir zumindest ein wenig, was da auf uns zukam. Das ganze Ausmaß zu sehen war allerdings ein Ding, das mir die letzte Geduld stahl und mein Taktgefühl, sowie jedes Verständnis für die Situation auf der Strecke blieben.
Kurz gesagt: Ich hatte die Nase gestrichen voll.
Kaum war das eine Problem gelöst, tauchte gleich das nächste auf, ohne Atempause, ohne Zeitverschwendung, ohne Rücksicht und sehr zu meinem Unmut!
Nachdem sie also in der Festung ein Beruhigungsmittel an alle verteilt hatte, die sich bereits angesteckt hatten mit einer Krankheit, dessen Name noch nicht einmal sicher war – also auch nicht, wie man dagegen vorgehen konnte, entnahm sie Blut- und Gewebeproben, während mir eine Blutprobe dieser vermaledeiten Schafe ausgehändigt wurde und wir Torjans Ausführungen zu den eigenen Erkenntnissen lauschten.
Auf dem Rückweg verweilte sie noch ein wenig bei Karawyn, ich ging derweil weiter – mit ihrer Tasche und den Proben bewaffnet – und zwar direkt nach Hause. Die Übergabe der Proben überließ ich eben jener, die sie genommen hatte, aber eine Auflistung wollte ich wenigstens hinterlassen. Vielleicht half das ja auch schon ein bisschen weiter.

Danach schnappte ich mir ein Pergament, Tinte, Feder und Löschsand und machte mich an die Zusammenfassung.

Chronologische Auflistung des Vorfalls vom 15. Lenzing

Schafe fallen Schäferin an und töten diese.
Allianzler schaffen Tote in die Kellerräume der Festung?
Wo die niedergemachten Schafe hingekommen sind, ist unbekannt – vermutlich ebenfalls dorthin, wo die Schäferin aufgebahrt liegt.
Schafe schienen dem Bericht Hudgarr Stolzenfels nach tollwütig gewesen zu sein.
Erste Anzeichen von Ansteckung bei Hudgarr Stolzenfels aufgetreten.
Nachfolgend bei Cedric van Mervis.
Chronologische Auflistung des Krankheitsverlaufs gesondert aufgeführt.


Ergebnisse der Untersuchung der Schafe durch Trankerl-Torjan.
Blut sehr dünnflüssig.
Innere Organe angegriffen (Leber hat einen sehr eigenen Geruch, schärfer als jener von Eiter)
Äußerlich an Haut und Wolle nichts zu erkennen.
Unter der Haut befinden sich stellenweise Geschwüre.
Das Knochenmark hat sich überdies stellenweise aufgelöst.


Ein zweites Pergament beschrieb ich danach mit dem Krankheitsverlauf, soweit er bekannt war:

Chronologische Auflistung des Krankheitsverlaufs

Wodurch die Ansteckung erfolgte, ist unbekannt.
Bislang infiziert sind Hudgarr Stolzenfels, Cedric van Mervis und Anele Namok.
Eventuell infiziert ist Trankerl-Torjan, vielleicht auch seine Erlaucht Rafael von Arganta.
Erste Symptome waren bei Hudgarr Verwirrung und der Verlust des klaren Sprachgebrauchs (er vergaß bisweilen, was er sagen wollte und sprach entsprechend wirr).
Am Folgetag stellte sich heraus, dass die Verwirrung bereits um sich gegriffen hat auf die beiden anderen bereits aufgeführten Personen.
Teilweise wirkte das Verhalten extrem kindlich, aber auch aggressiv.
Ein ausgesprochener Hunger auf Fleisch (einerlei welchen Zustandes) machte sich bemerkbar (ein Gaul fiel dem bereits zum Opfer, wonach ein wahres Blutbad daraus entstand).
Ausnahme ist hier Cedric van Mervis, der einen enormen Hunger auf Salat hat.
Fieberschübe und Schüttelfrost treten zwischenzeitlich immer wieder mal auf.
Wahnvorstellungen sind ebenso wenig selten, zumeist sehen die Betroffenen „bunte Schafe“ oder ein so genanntes „Wasserschaf“, die sie nach Angaben von Trankerl-Torjan versuchen zu bekämpfen.
Das verabreichte Beruhigungsmittel schlug bei den beiden Männern sehr verzögert an. Hudgarr schlief irgendwann ein, während Cedric dasaß und sich damit befasste Karawyn anzustarren, sich aber wenigstens ruhig verhielt.
Anele schlief fast umgehend ein.

Es empfielt sich zum Schutz vor Infektion in jedem Fall eine Maske zu tragen und Handschuhe, ebenso sollten offene Hautpartien geschützt werden, falls die Infektion über offene Wunden übertragen werden kann.[/i]

Danach machte ich mich daran von beidem eine Abschrift zu fertigen und mehrere Briefe aufzusetzen.

Diesen fügte ich jeweils eine Abschrift bei und schickte den Boten am nächsten Nachmittag direkt los. Einmal mehr stellte ich fest, dass Bajard eben ein Nest war und keine Stadt, wo man einen Boten direkt an den Haaren herbeiziehen konnte, wann immer man ihn brauchte.

[url]http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?p=392949#392949[/url]

[url]http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?p=392950#392950[/url]
Anele Namok
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Beitrag von Anele Namok »

Tag 3 - Der ganz normale Wahnsinn

Die Krankheit verlief in Schüben. Halluzinationen, Fieberanfälle, gespaltene Persönlichkeit bis hin zu totalem Persönlichkeitsverlust, Gleichgewichtsstörungen, rasende Kopfschmerzen, Sprachstörungen, veränderte Blutgerinnung, weiches, fast flüssiges Knochenmark, der unbändige Appetit auf Dinge, die man klaren Bewusstseins niemals essen würde - das waren die Hauptsymptome. Dazwischen immer wieder klare Momente, in denen sich das Bewusstsein an die Oberfläche kämpfte. Nur selten war es der Fall, dass alle Kranken gleichzeitig diesen Zustand erreichten und so waren sie meist in einer eigenen Welt gefangen, die für Aussenstehende bizarr und irre anmuten musste.

Sie konnten die Festung nicht verlassen, man hatte die Wachen angewiesen, sie nicht hinaus zu lassen.

Etwas hämmerte in ihrem Kopf, hämmerte immer stärker, dass sie dachte ihr Schädel würde zerspringen. Dann tauchte sie für den Moment an die Oberfläche der realen Welt. Sie hatte Glück, dass auch die anderen diesen Moment erwischt hatten. Eine kurze Beratung schien möglich. Sie waren allein in der Festung, wie sie zu ihrer Überraschung feststellte. Wo waren die anderen? Wo waren die, die ihnen helfen konnten? Die Heiler? Immerhin hatte Torjan etwas herausgefunden und er zögerte lange, es auch ihnen preiszugeben, denn das, was er wusste, war vernichtend:

Sie zersetzten sich langsam von innen heraus!

Endlich nahten Helfer und bevor sie wieder in ihre surreale Welt abtauchten, war es noch möglich, Hinweise zu geben.

Dass Hudgarrs Pferd ebenfalls von dieser Krankheit befallen war, bekam sie nicht mehr mit. In ihm sah sie nur eines: Nahrung! So kümmerte es sie auch nicht, als es von den Helfern mittels eines Schwertes von seinen Leiden erlöst wurde. Ein Festmahl stand an! Doch man hinderte sie daran, sich am toten Pferd zu laben und plötzlich erschütterte eine Explosion die Feste und die Pferdeleiche zerbarst in tausend Fetzen.

Mit einer List lockten die Helfer die 4 in das Gebäude, dann verrammelten sie die Türen von aussen. Instinktiv blieb nur ein Gedanke: Sie mussten hier raus!

Die Bilder verschwammen, wurden unklar, dunkler und heller, bunter und trüber, es ging auf und ab, bis dann nur noch eines blieb: Dunkelheit - gnädige Dunkelheit!


Tag 4 - Die Flucht

Zunächst bekam sie nicht viel mit, von diesem Tag. Es schien beinahe so, als würde sie nun endgültig versinken, in dem Morast der Krankheit. Die fremde Frau in dem blauen Kleid, sie war ihr unbekannt - ebenso, wie sie sich selbst nicht mehr kannte. Dann fand sie keine Worte mehr, so sehr sie auch danach suchte. Dazu diese quälenden Kopfschmerzen.

Als sie erneut erwachte, ging es ihr etwas besser. Sie schleppte sich vom Keller herauf: Nun waren 2 Personen dort - doch wer war sie? Ein Gedanke stieg in ihr auf: Sie mussten hier raus! - manifestierte sich, setzte sich fest, wurde immer drängender:

Sie mussten hier raus!

Mittlerweile war ihr alles egal und doch war sie noch zu Handlungen fähig. Sie suchte ein Seil, stieg hinauf zum Balkon, befestigte es und ließ sich das kurze Stück nach unten hinab. Immerhin stellte sie fest, dass dieser Weg in eine Sackgasse führte, denn als sie auf der Mauer entlang lief, führte nur eine Treppe nach unten, in den Hof, in dem noch immer die Pferdebrocken herum lagen. Sie suchte ein längeres Seil und fand es. Damit musste es möglich sein, sich an der Mauer nach draussen herab zu lassen.

Ein alter Mann tauchte auf, sie kannte ihn nicht, aber wenn er mit wollte, sollte es ihr recht sein. Auch die Frau in dem blauen Kleid - doch nein, das war jetzt ein Mann - egal. Frau, Mann, auch er sollte mitkommen, wenn er es so wollte. Und so schafften es die 3, endlich die Mauern der großen Festung hinter sich zu lassen.

Eine ganze Weile irrten sie herum. Ihr schien es gut zu bekommen, die erdrückenden Steinmauern endlich verlassen zu haben, auch wenn sie immer noch nicht wusste, wer sie oder die anderen waren, so verfiel sie doch nicht in den katatonischen Zustand, der sie noch am Anfang des Tages geplagt hatte. Der alte Mann musste ein hoher Herr sein. Sie fanden eine Herberge, die er jedoch für zu schlecht befand und so liefen sie weiter. Immer weiter, durch den dunklen Wald: Jo im Wald da sind die RÄUHÄUBER...

Endlich erreichten sie ein Schloß und sie wurden gastfreundlich empfangen. Hier konnten sie bleiben!

Sie ließen sich auf die Felle nieder, die Kopfschmerzen nahmen stetig zu, sie presste die Hände an die Schläfen, wimmerte.... und dann tauchte sie wieder einmal auf: Viele Fragen schossen ihr durch den Kopf, die sie verdrängte, weil sie unwichtig waren. Offensichtlich waren sie nicht mehr in der Festung - also waren sie geflohen. Offensichtlich hatte ihnen noch niemand helfen können - sonst wären sie nicht in diesem Drecksloch, wo immer das auch sein mochte. Sie schaut zu ihren Begleitern. Ein gnädiges Schicksal ließ auch diese aus ihrem Wahn auftauchen und sie hatten einen kurzen Moment, sich zu beraten.

Wo würden sie Hilfe herbekommen?
Wo konnten sie sich verstecken?
Wie konnten sie es anstellen, dass sie sich daran erinnerten, wenn der Wahn wieder zuschlug?

Sie notierte die wichtigsten Dinge auf einem Zettel, faltete ihn und schob ihn unter ihr Armband, wo es sicher war und dennoch von ihr gefunden werden würde. Vielleicht hatten sie so eine Chance etwas zu tun, auch wenn ihre Gehirne vernebelt waren. Der Sire sprach ein kurzes Stoßgebet, ebenso wie Torjan. Sie hatte niemanden, den sie um Hilfe bitten konnte und so ließ sie der Erschöpfung ihren Lauf, kuschelte sich an Torjan und verfiel schon kurze Zeit später in einen unruhigen, schlafähnlichen Zustand....
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Torjan Eichental
Beiträge: 978
Registriert: Freitag 28. Dezember 2007, 03:30

Beitrag von Torjan Eichental »

Sehr lange hatte er gezögert, hatte es dann doch den anderen mitgeteilt:

Langsam zersetzen wir uns innerlich, wenn es die selbe Krankheit ist, die auch die Schafe befallen hat.

Keiner hatte während des Chaos in der Festung auf den alten Mann geachtet und konnte er auf einer Bank am Balkon sanft entschlummern, ohne eingesperrt zu sein. Als er erwachte, tappte er suchend und verwirrt durch die Gänge und Räume, in denen er sich wohl nie auskennen würde. Sie flüchteten über die Mauer, die Stimme in einer der Zimmer in der Festung zurücklassend. Das Gefühl wieder frei zu sein, durchflutete ihn wie ein wohliger Schauer.

Der andere in ihm gewann langsam die Überhand. Über weitaus längere Phasen war er Torjan von Eichental, während der Trankerl-Torjan in den Hintergrund gedrängt wurde. Doch wusste der eine vom anderen nichts.

Als sich der eine in zerfallenden, stinkenden Fellen wiederfand, die der andere für das Inventar eines edlen Schlafgemachs im Schloss eines Adeligen gehalten hatte, hatte er nur einen Gedanken: Wie konnte er die Krankheit besiegen? Es gab unzählige Möglichkeiten, doch um ihnen nachzugehen fehlte die Zeit. Zeit, die das andere Ich in ihm mehr und mehr beanspruchte. Und der andere hatte keine Ahnung von der Kunst der Alchemie.
Zuletzt geändert von Torjan Eichental am Freitag 18. März 2011, 14:27, insgesamt 1-mal geändert.
Hudgarr Stolzenfels
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Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Hudgarr Stolzenfels »

Schafe, diese blöden dummen Schafe!

Hudgarr war alleine in der Festung der Allianz, die anderen waren, während er geschlafen hatte, wohl auf Wanderschaft gegangen.
Er hatte mal wieder diesen Heißhunger auf Blumenkohl. Eigentlich mag er das Zeug doch gar nicht, alleine von seinem Geruch bekommt er einen Brechreiz, aber durch diese komische Krankheit wollte er immer mehr davon.
Eine Weile ging er durch die Festung und kontrollierte alles. Schnell fand er das Seil, mit dem die anderen abgehauen waren, und versteckte es besser, so das es keiner finden konnte.
„Es kann ja gut sein, dass ich es noch brauchen würde“, überlegte er sich in einem fast klaren Moment. Er dachte an die letzten Tage, an das Geschehene, er fragte sich, wieso er noch alles wisse, was geschehen ist, auch was sie im Wahn getan haben. Er wusste alles noch.
Selbst im Wahn war er ehrenvoll geblieben und hatte Anele, welche sich ihm angeboten hatte, in dem glauben, er sei ihr alter Bwana, nur ins Bett gebracht und sich ausschlafen lassen.
Und im Wahn, als er wie alle anderen um ihn rum, nur Unsinn am machen war, da brachte Rahel und die anderen Ira in die Festung. Sie wurde auf einem Schild getragen wie eine Tote.
Der Anblick gab ihm Kraft, Kraft genug, dass sein Verstand die Oberhand gewinnen konnte und er sie in den höchsten Turm der Feste bringen ließ, damit sie sich nicht noch ansteckt.
Während ihre schwere Verletzung behandelt wurde, gab er Hanna noch ab und an, wie er glaubte, nützliche Informationen über die Krankheit.
Nachdem sie alles für die vier und Ira im Turm getan hatten, gingen die Heiler und sie waren wieder eingeschlossen in der Festung.
In dieser Nacht grübelte er noch sehr lange über die Folgen der Krankheit und was wohl aus seiner Tochter werden würde, sollte keiner etwas gegen ihre innere Zersetzung tun können.
Bevor er anfangen konnte ein Testament zuschreiben verfiel er wieder dem Wahn und wachte erst wieder auf als die anderen drei geflohen waren.
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