Akademie Leviathan: Von Aufgaben & Prüfungen.

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Delilah Janaan Masari

Akademie Leviathan: Von Aufgaben & Prüfungen.

Beitrag von Delilah Janaan Masari »

Einleitung


Die Welt liegt im Argen. Die Erde bebt und bäumt sich auf, Wesen aus den Tiefen des Meeres flüchten sich an Land, Horden von Raben stürmen auf den Boden herab. Während man in Menek’Ur der Lage weitestgehend Herr geworden ist, herrscht in anderen Ländereien weiter verbreitetes Chaos. Und eigentlich müsste dies das Volk der Menekaner nicht weiter interessieren …

…. wenn, ja, wenn da nicht der Besuch der Lilian Weilnau gewesen wäre. Die Gelehrte vom Festland war gekommen um Hilfe zu erbitten, nach dem Verbleib eines Kristalls zu fragen, der dem Schicksal der Welt Einhalt gebieten sollte. Doch es stellte sich heraus, dass er nicht nicht nur das Schicksal der Welt beeinflussen sollte, sondern auch das Leben und Tun zweier junger Menekanerinnen. Er sollte ihre Aufgabe werden, ihren Ehrgeiz und ihren Elan wecken – so wollte es Taisha Omar, Shanan der Akademie Leviathan.

Und vielleicht würden die beiden Frauen auf diesem Wege auch wieder zusammengeführt werden, nachdem die Verbundenheit ihres Blutes zu bröckeln begonnen hat.


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Delilah Janaan Masari

Beitrag von Delilah Janaan Masari »

Beschaffung eines neuen Kristalls


Radhiyaa schüttelt mit dem Kopf, was wiederum Delilah zu einem Schnauben aus geblähten Nasenflügeln veranlasst. Kein Kristall im Palast, niemand, der etwas zu seinem Verbleib weiß - die Befürchtung Taisha’s hat sich bestätigt. Verfluchte Kamelscheiße!

Damit steht fest, ein Ersatz muss her und das zügig. Eine Aufgabe für Delilah, während ihre Cousine sich um das Zutun einer Bardin bemühen will, um altes Liedgut aus der Tradition des Volkes zu erwecken.

Der Weg der jungen Masari führt sie zielstrebig in den Süden der Stadt. Zuerst zum Haus des Aalim Taahir Ifrey, um ihm eine Nachricht zu hinterlassen und anschließend zum Geschäft der Familie Bashir. Dort würde sie gewiss die Hilfe finden, die sie benötigt und zwar in Form des Abaan Bashir, seines Zeichens Salzschürfer und damit erfahrener Bergarbeiter. Und, welch’ Fügung, er ist zugegen und hat ein offenes Ohr für das Anliegen der Menekanerin, stellvertretend für die Akademie Leviathan. Keine großen Fragen, kein Herumeiern, Abaan entpuppt sich als Mann der Tat. Unverzüglich trommelt er die kräftigen Krieger seiner Familie zusammen, schultert einen Rucksack voller Werkzeuge und dann macht man sich auch schon, begleitet von einigen Packtieren, gemeinsam auf zum heiligen Berg Cantar.

Dort angekommen geht Abaan auch schon gleich auf die Suche. Es scheint, als kenne er diesen Berg wie seine Westentasche, so sicher führt er die Gruppe durch die Dunkelheit des Berges, vorbei an Gesteinshaufen und nässenden Stalagmiten. Delilah muss sich Schritt um Schritt das Schimpfen verkneifen, Sandalen sind wahrlich kein geeignetes Schuhwerk für eine Mine, spitze Steinbrocken pieksen frech durch das dünne Wildleder. Und dann, als sie schon fast die Orientierung verloren hat, der erlösende Ausruf: „Hier haben wir einen! Der sieht doch gut aus!“. Und wahrlich, ein mächtiger Kristall schiebt sich zwischen einigen Geröllbrocken hervor, seine spiegelglatte Oberfläche glänzt im schummrigen Licht der mitgebrachten Laternen.

„Ja, das ist er. Er wird seinem Zwecke genüge tun!“, bestätigt Delilah den Fund des Salzschürfers und unter seiner Anleitung machen sich die Männer darin das Gestein freizuschaufeln und zu -hebeln, stets darauf bedacht ihm keine Splitter abzuschlagen. Sogar ihr Cousin Maawiya hat sich, woher auch immer, zu dem Suchtrupp gesellt und packt kräftig mit an. Lautes Ächzen und Stöhnen, darunter auch ein Murren und Brummen, hallen von den Wänden des Berginneren wieder. Jeder einzelne Menekaner gibt sein Bestes um den Kristall aus seiner Fassung zu lockern und aus der Mine zu tragen. Draußen hievt man den massiven Stein auf einen Schlitten, der hinter die Packtiere gespannt wurde.

Damit geht es dann auf zur Akademie, die Lamas ziehen vorn und die Männer schieben hinten, während Delilah voran die kleine Gruppe auf den richtigen Weg führt. Gleich durfte sie eine Hiobsbotschaft verkünden: Nicht nur, dass der Kristall seinen Weg zur Akademie finden soll, nein, er soll seinen Platz auf dem Dach der Einrichtung finden. Und ganz wie erwartet findet diese Anweisung keinen guten Anklang, ein Schwall aus Flüchen, Schimpferei und Murren prasselt auf Delilah nieder, die sich einmal mehr wünscht, dass ihre Fähigkeiten schon weiter ausgeprägt wären. Doch es hilft alles nichts, unter einer letzten großen Kraftanstrengung tragen die Männer den Kristall über einige Treppenstufen hinauf zum Dach.

Und dort wird er warten.


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Radhiyaa Masari

Beitrag von Radhiyaa Masari »

„Dhabir ihr beide macht unsere Akademie stolz. Was bei anderen die Shoka und Shojen nur schaffen, ist bei uns bereits Tranamkönnen! Möge Eluive euer Tun begleiten.“
Taisha Omar, Tante des Erhabenen Rashad Ameer Omar


Wie wahr es doch war! Auch sie war durch die Aussage ihrer Shanan sehr stolz auf sich selbst. Wann hörte sie es schon das jemand auf sie stolz war? Sie war überglücklich, hätte Bäume ausreisen können, nur um die ganze Freude aus sich heraus brüllen zu können sodass es auch die ganze Stadt erfuhr.
Sie hatte nun eine Aufgabe mit ihrer Cousine und Tranam Aalim, ihre erste Prüfung die sie lösen mussten und es war wie ein Blitzschlag der die beiden Mädchen traf, ihre Adern durchfuhr und sie auf Anhieb wussten wie sie vorzugehen hatten. Lange fackeln durften sie jedoch nicht. Ein Wochenlauf war bereits angesagt und es blieb gewiss keine Zeit die Füße hoch zu legen und sich auszuruhen, denn es war an der Zeit zu handeln. Zu agieren, schnell und effektiv wie es nur möglich war und das Unheil – diesen abtrünnigen Vulkangeist – endlich zu besiegen, zu besänftigen oder gar „einzuschläfern“! Zu viel hatte dieser Geist angerichtet. Furcht, Schmerz, ja, sogar einige Säbelschwinger ließen ihr Leben um das Reich mit aller Kraft verteidigen zu können.
Und nun war es an der Zeit dieser Bestie ein für alle Mal die Lichter auszuknispen!

Es ergab sich für sie eine einmalige Chance, die so simpel war wie sie es sich niemals hätte vorstellen können. Aber es war ihr einerlei, ob simpel oder schwer – sie wollte diese Chance weiter vor Augen halten, sich beweisen, sie meistern und zwar gegenüber allen Menekanern und mit all ihrer Kraft, mit ihrem Ehrgeiz und Elan, welcher in ihr steckte und bereits etliche Mondläufe darauf wartete sich in die Freiheit stürzen zu dürfen.
Nach dem Gespräch mit Candidata Lilian aus dem Hause Weilnau, die am Konzil des Phönix lernte, machte sich Radhiyaa eiligen Schrittes auf nach dem geborgenem Kristall im Palast nachzusehen. Sie suchte all mögliche Ecken, Verstecke die sie im Palast kannte ab um den Kristall zu finden, jedoch wurde sie nach etlichem hin- und her, Auf- und Abhetzen der Treppen nicht fündig. Dank sei Eluive das zu diesem Abend der Erhabene nicht anwesend war. Womöglich hätte er sie für verrückt erklärt, hätte er sie so flitzen sehen, wie ein kleiner unruhiger Sandsturm der seinen Weg über das weite Dünenmeer suchte.
Ein Hauch von Frust ereilte sie, als sie völlig außer Atem am Eingang des Palastes ankam. Nicht einmal im Garten, wo ohnehin schon der Weg hinaus versperrt war, konnte sie ihn mit einem Blick durch das Fenster erspähen – er war nirgends auffindbar! Verdammt nochmal.. wie verschluckt gewesen! Aber die Vermutung von Shanan Taisha konnte nur von Richtigkeit sein: der Emir war mit so viel Weisheit und so tief von der heiligen Mutter beseelt, nur er konnte ihn bei sich tragen. Bestimmt! Und zwar sehr nahe am Herzen, wenn er so wichtig war, wie alle es behaupteten!

Dann konnte sie es eben nicht ändern. Wenn die Elfen und Menschen bereits einen Kristall besaßen warum konnte man dann nicht einen neuen, vielleicht sogar einen Kristall aus dem heiligen Berg der Mutter schlagen? Er könnte weitaus mehr erzielen als alle anderen, denn diese Kristalle waren gewiss nicht aus heiligem Gestein geschlagen – niemals! Diese Mühe machten sich diese Völker nicht.
Kurze Zeit später am kleinen Brunnen, traf sie erneut ihre Cousine Delilah. Radhiyaa saß neben Djalilah, eine Bardin aus dem Hause Ifrey und erzählte bereits die Geschichte des Vulkangeistes und natürlich auch ihr Anliegen dass sie an die Bardin richtete. Für einen Augenblick zog sich aber die Aufmerksamkeit auf ihre Cousine um ihr davon zu berichten das sie den Kristall nirgendwo finden konnte und wie zu erwarten war schoss der jungen Masari Abaan aus dem Hause Bashir in den Kopf. Er war ein recht fleißiger Salzschürfer und er hatte durchaus ein geschultes Auge für Kristalle, vor allem wenn sie aus Salz bestanden. So schnell wie sie auf sich trafen verschwand sie auch wieder, in der Hoffnung, auf ihn zu treffen und mit ihm samt ein paar Säblern zum heiligen Berg aufzubrechen.
Sie war sehr mit den Worten von Djalilah zufrieden, denn der rege Austausch zwischen ihnen endete erfolgreich. Die Bardin willigte ein und bestätigte auch ein paar schöne Schlaflieder zu kennen, die sie für die Magiebegabten zu singen wisse. Sie hoffte auf ein leichte Prozedur, auch, weil sie unter Aufsicht von Shanan Taisha standen, den heiligen Bergkristall zu manipulieren und die Lieder in ihn pflanzen zu können.

Stunden später kehrte sie zurück an die Akademie Leviathan um nach dem Bergkristall zu sehen den Delilah mit Hilfe von starken Männerarmen bis hoch auf das Dach der Akademie schleppen konnte. Er war so wunderschön, erstrahlte in seiner Reinheit und schien auf dem ersten, ja, sogar auf dem zweiten Blick unbeschädigt zu sein - und das war er auch! Er stand in seiner vollen Pracht vor ihr. Behutsam glitt ihre Hand über die glatte Oberfläche des Kristalls und man spürte diese Makellosigkeit allein durch die kurze Berührung mit den Fingern.
Radhiyaa seufzte erleichtert und sah überglücklich zu ihrer Cousine hinüber. Sie schwiegen, dennoch konnten sie in den Augen des Anderen die Zufriedenheit widerspiegeln sehen, die ihnen gegönnt war.
Delilah besorgte den Bergkristall und Radhiyaa die Bardin, welche die Schlaflieder singen würde. Ein Gedanke jedoch ließ sie schmunzeln. Sie dachte an die kleine Ameena, die sich immer auf jedes Abenteuer freute und diesmal... ja, diesmal sollte auch sie mit einbezogen werden. Radhiyaa wusste schon vorher wie gerne das kleine Mädchen an die Schöpfergöttin betete, also warum auch nicht an diesem Tag, wenn der Bergkristall manipuliert werden soll? Am nächsten Morgen wird sie ihr eine Nachricht zukommen lassen, ihr davon berichten und warten. Das Schmunzeln schürzte sich in ein breites Grinsen, denn sie hatte bereits die kleine Ameena vor Augen, freudestrahlend, wie sie ihr bestätigen wird daran teilnehmen zu wollen.



Brief an die kleine Ameena:
http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=53711
Zuletzt geändert von Radhiyaa Masari am Donnerstag 24. Februar 2011, 23:02, insgesamt 1-mal geändert.
Delilah Janaan Masari

Beitrag von Delilah Janaan Masari »

Es ist soweit

Meine Kraft verlässt mich. Ich spüre, wie meine Knie weich werden und zu zittern beginnen, sie drängen darauf nachzugeben und einzuknicken. Ich darf nicht, ich darf nicht! Ich muss durchhalten. Scharf ziehe ich den Atem ein, meine Lunge brennt. Ich blicke auf, hinein in meine Welt – sie ist karg, felsig und sie steht in Flammen, fernab der Realität, die mich noch irgendwo dort draußen umgibt. Doch ich bin nicht alleine, meine Cousine Radhiyaa ist bei mir, genauso wie Taisha, meine Mentorin. Ihre Gestalten sind verschwommen, erscheinen weit weg und sind doch nahe genug an mir.

Ich sehe vor mich, schiebe den glühenden Vorhang beiseite und erkenne den Kristall. Seine Hülle habe ich aufgebrochen ohne sie zu verletzten. Faden um Faden, Netz um Netz habe ich auseinander gewoben und mit meiner eigenen Kraft umhüllt. Ich habe ihn freigelegt, den inneren Kern, das pulsierende Herz, kraftvoll und gebrechlich zugleich. Und während ich die Manipulation seiner Form aufrecht halte, schwappen Lieder und Gebete aus der eigentlichen Welt zu mir herüber. Radhiyaa fängt sie auf, umwebt sie mit silbrigen Fäden aus reiner Luft und lenkt sie dann in das Innere des Kristalls, um sie sanft aber bestimmt dort einzubetten. Hoffnungen, Wünsche und Gedanken nähren das Herz, bereiten es vor auf seine ureigene Aufgabe.


Ein erleichtertes Stöhnen entweicht Delilah’s Kehle, als sie die Augen wieder öffnet. Tränen schießen vor, das grelle Licht der Wirklichkeit blendet sie. Das schnelle Atmen neben sich verrät, dass auch Radhiyaa aus der Konzentration zurückgekehrt ist. Hände suchen und finden sich, geben der jeweils anderen Halt. Sie haben es geschafft, gemeinsam haben sie die Herausforderung gemeistert. Und dann durchbricht Taisha’s Stimme ihre Erschöpfung:

„Bringt den Kristall zum Volk der Elfen, sie warten bereits. Und wenn ihr zurückkehrt, sollt ihr euch nicht länger Tranam nennen. Von da an seid ihr Hadri, Stolz unserer Akademie und Stolz Eurer Familie!“

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