Schlaflose Nacht ..
Erschöpft blickte Amary zum Fenster hin. Silbernes Licht tauchte den Raum in ein kühles silbernes Schimmer. Schatten der Möbel zeichneten sich an der Wand ab und durch den leicht wehenden Vorhand, der durch die kühle Briese immer wieder bewegt wurde, schien auch die Schatten zum Leben zu erwachen..
Wären es andere Umstände, so hätte sie behauptet, dass der Vollmond an ihrem mangelnden Schlaf schuld wäre. Doch sie wusste am besten, weshalb sie kein Auge zumachen konnte.
Zu viele Gedanken spielten sich in ihrem Kopf ab. Immer wieder ging sie die Situationen durch, ihr Verhalten, ihre Sehnsüchte. Verlangte sie zuviel, erwartete sie zu viel?
Eigentlich war sie doch noch vor wenigen Tagen Glücklich. Eigentlich das Ganze Jahr durch.
Vielleicht war sie einfach so verrückt nach ihm, dass sie mit ihrer Liebe ihn erdrückt hat…
Leise seufzend drehte sie sich auf die andere Seite des Bettes herum. Sie war wieder mal alleine. So, wie die letzten Wochen.
Krampfhaft versuchte sie über ihre Gefühle Herrin zu sein, doch
ein Gefühl der Einsamkeit, schoss von neuem durch sie hindurch. Ihr Herz verkrampfte sich und Tränen stiegen in ihr auf.
„ Nur nicht weinen“ murmelte sie leise zu sich selbst und vergrub ihr Gesicht in eins der weichen Kissen. "Nur keine Schwäche zeigen..."
„Wie würde es weiter gehen? Ist es der Anfang des Endes?
Er wird nicht mal merken, dass ich nicht mehr das Bett mit ihm teile. Wie den auch, wenn er nicht mal zuhause selbst schläft. „
Mit verzweifelten Gedanken setzte sie sich wieder auf.
„ Ich muss wieder stark sein, keine Gefühle zu lasen und die da sind einfach ersticken. Einfach Distanzieren ohne das er davon was merkt.
Keine Streitereien keine Tränen keine Diskussionen. Er hat selbst gesagt, dass ich ruhig und zurück haltend sein muss. Und wie eine richtige Rittersfrau, werd ich die Sache stillschweigend aushalten. Ohne das Personen etwas davon mitbekomen."
Langsam fuhren ihre Finger über das vernarbte Handgelenk.
„ Und so gut es klappt keine Dummheiten...“
Verstollen blickte sie auf ihre Narben und legte sich zurück in die Kissen.
„ Keine Dummheiten...“ hörte sie sich mahnend erneut flüstern.
Von weitem hörte sie die dumpfen Schläge des Hammers auf einem Metal.
„ Das müsste Esther und Amu in der Werksatt sein.“
Sie lauschte noch eine weile den dumpfen schlägen, bis diese irgendwann nicht mehr zu hören waren..
Wenn das Glück verbraucht ist...
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Amary Ann Louisan
Wenn das Glück verbraucht ist...
Zuletzt geändert von Amary Ann Louisan am Freitag 14. Januar 2011, 14:32, insgesamt 4-mal geändert.
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Amary Ann Louisan
Hand in Hand..
Lachend saß Amary auf ihrem Barhocker und unterhielt sich mit Tristan. Er schaffte es immer, ihr ein Lachen zu entlocken.
„Der neuste Klatsch und Tratsch der Woche! Hast du schon gewusst ….“
Vor erstaunen der Nachricht riss Amary ihre Augen auf. „Das glaub ich einfach nicht!“
Erwiderte sie fassungslos vor belustigung und verfiel in ein neues helles Lachen.“
Schritte erklangen auf der Treppe, hinter der Bar. Langsam wie immer schlenderte Tar die Treppen hinab, „Mein persönlicher Wachhund“ pflegte Amary immer kichernd zu sagen.
Tar, war eigenartig auf eine Art und Weise, die sie so sehr an ihm mochte. Manchmal, saß er im Schatten der Taverne und schien alles um sich nicht war zu nehmen. Ein Apfel lag zwischen seinen Fingern, dass er langsam von der Schale befreite.
Selten kamen mehrere Worte über seine Lippen. Wenn weiter Menschen im Raum waren.
Nun stand er neben der Treppe, sein schwarzes Haar zerzaust in alle Richtungen. Und an seinem markanten Kinn erblickte sie graue Bartstoppel.
Er nickte, den beiden Hähnen am Tressen zu und wirkte auf einmal sehr ernst.
Amary zog die Schultern schützend hoch. Sie wusste genau was jetzt kommt.
Diesen Ausdruck in seinem Gesicht kannte sie mittlerweile schon zu gut. Seit mehreren Wochen Arbeitete er im Dienste Louisan.
„ Ihr beiden sollt euch überlegen, wie ihr euch in der Öffentlichkeit benimmt! Amary du bist eine Rittersfrau und sollst solche Scherzchen wie Gestern Abend in Bajard unterlassen.“
Schuldbewusst senkte sie ihren Blick zu Boden.
Die Stimmung in der Taverne war nun gekippt. Doch wenn Amary gedacht hätte, dass es nicht schlimmer werden könnte. So, hatte sie sich vollkommen geirrt.
Plötzlich öffnete sich die Tavernentür und Mandred trat hinein.
„ Was.. was .. will er hier...?“ Flüsterte sie entsetzt gegen Tar und Tristan.
Sie hat ihn seit vielen Tagen nicht mehr gesehen. Seid dem Abend, als sie ihre Sachen gepackt hatte und ins Handelshaus umzog.
Und Mandred schien keinerlei Interesse zu zeigen, sie nachhause zurück zu hohlen.
Hoffnung durchfuhr ihren Gedanken. „ kommt er jetzt erst, um mich zu hohlen?“
Doch kaum beendete sie den Gedanken, schon hörte sie wie ihr Mann, nicht nach ihr fragte, sondern nach Tristan.
Enttäuscht hörte sie Mandred´s Stimme zu. Wie wütend er mit Tristan sprach.
Die Hoffnung schwang dahin. Mandred wendete sich herum und verließ aufgebracht, nach dem erfolglosen Gespräch den Raum. Tar folgte ihm sogleich.
Dummheit…..
Amary drehte sich herum, sie musste sofort die Taverne verlasen. Bevor jemand, die bitteren Tränen in ihren Augen bemerkt und nach dem Grund der so deutlichen Gefühlskälte zwischen Mandred und ihr fragt.
Schnell lief sie hinab in den Keller, hier würde sie keiner so schnell finden…
Auch ihr leises schluchzen und wimmerndes weinen blieb von allen ungehört.
Sie kam sich so verletzt vor, und an allem war auch nur sie schuld.
Am Beckenrand sah sie etwas Silbernes aufblitzen. Prüfend warf sie den Kopf über die Schulter, um sich zu vergewissern das Tar nicht auf der Treppe stand und sie beobachtete.
Nein, er war immer noch bei Mandred.
Sie nutzte die Gelegenheit.
Mettalischer Duft des Blutes stieg ihr in die Nase. Der kurze Schmerz schien sie sofort zu beruhigen.
Ihre Arme sanken in das warme Badewasser und verfärbten einige Stellen ihrer weißen Ärmel ins blutrote.….
Amary wusste nicht, wie lang sie weg war. Ihr Kopf schmerzte und ihre Augen waren aufgeschwollen durch die salzigen Tränen die sie vergossen hatte.
Als sie hinaufging, kam Tar auf sie zu.
Er erzählte ihr in ruhe, das er mit Mandred sprach.
„ Hat er was über mich gesagt?“ fragte Amary kraftlos. Tar schüttelte nur leise seufzend den Kopf. Dann senkte er seinen blick und bemerkte einige der Blutflecken an ihrem Ärmel.
Er fluchte und packte sie an der Schulter. „ Lieber hätte ich auf dich aufgepasst als mit ihm draußen zu reden!“
Amary stand nur vor ihm da, sie hob ihre Arme wie er befahl und lies diese von ihm behandeln. „ Das tust du nie wieder! Hast du mich verstanden?!“ Seine Stimme war zornig.
Sie nickte schwach und wusste, dass ihr nicken eine wortlose Lüge war.
Hand in Hand….
Ein Klingeln durchbrach die Stille im Handelshausgebäude.
Amary zuckte automatisch zusammen. Und rief wie immer mit sanfter stimme laut „ Iccch kommmmme!“
Sie eilte die Treppen hinab um den Kunden nicht vor der Tür warten zu lasen.
Doch dann stockte ihr der Atem.
Mandred stand mitten im Raum.
Hat er sie schon bemerkt? Oder kann sie sich noch schnell zurückziehen?
Welch ein schlechter Scherz es doch währe, wenn er etwas Bestelltes nun ab hohlen würde, und sie ihn bedienen nun müsste. Sie lachte rau in sich hinein und bemerkte seinen Blick auf ihr ruhen.
Langsam ging sie auf ihn zu.
„ Wie kann ich dir helfen?“ erklang ihre Stimme distanziert.
Er wirkte so ruhig in seiner Art. Von dieser lies sie sich jedoch nicht blenden. Sie ahnte was in ihm vorging.
„ Wieso tust du mir das an?“ Der Klang seiner tiefen Stimme lies ihr Herz noch lauter gegen ihre Brust schlagen.
„ Ich denke du, du willst mich nicht mehr…“stotterte sie leise heraus.
Er ergriff von neuem das Wort, die Sätze purzelten wie ein Wasserfall aus seinen Lippen.
All seine Verzweiflung, Wut und Ängste legte er vor sie.
Sie hatte sich in ihm Getäuscht. Die Kälte die er seit Tagen mit sich trug und ihr entgegenschleuderte, war kein Desinteresse an ihr. Nein, es war seine verletze Seele.
Verletzt, weil sie wieder mal aus einer Fliege etwas dramatisch Großes machte.
Als sie ihm lauschte kamen ihr von neuem die Tränen über die Wangen.
„ Mandred?..“ er hörte sie nicht und sprach nur weiter..“ Mandred, verdammt noch mal!“ erhob sie nun lauter ihre zittrige Stimme.
Da wurde es still.
„ Willst du mich noch als Ehefrau?“ fragte sie ihn unsicher.
Er blinzelte sie verwirrt an. Welch eine dümmliche Frage.
Dann nahm er sie zärtlich in seine Arme und presste seine Lippen leidenschaftlich und voller Begierde gegen die ihren.
Als sie sich umwanden um wieder gemeinsam nachhause zu gehen.
Flüsterte sie leise…
„ Hand in Hand?“
Er nahm ihre Hand in die seine und erwiderte auf seine ruhige Art.
„ Ein Leben lang….“
„Der neuste Klatsch und Tratsch der Woche! Hast du schon gewusst ….“
Vor erstaunen der Nachricht riss Amary ihre Augen auf. „Das glaub ich einfach nicht!“
Erwiderte sie fassungslos vor belustigung und verfiel in ein neues helles Lachen.“
Schritte erklangen auf der Treppe, hinter der Bar. Langsam wie immer schlenderte Tar die Treppen hinab, „Mein persönlicher Wachhund“ pflegte Amary immer kichernd zu sagen.
Tar, war eigenartig auf eine Art und Weise, die sie so sehr an ihm mochte. Manchmal, saß er im Schatten der Taverne und schien alles um sich nicht war zu nehmen. Ein Apfel lag zwischen seinen Fingern, dass er langsam von der Schale befreite.
Selten kamen mehrere Worte über seine Lippen. Wenn weiter Menschen im Raum waren.
Nun stand er neben der Treppe, sein schwarzes Haar zerzaust in alle Richtungen. Und an seinem markanten Kinn erblickte sie graue Bartstoppel.
Er nickte, den beiden Hähnen am Tressen zu und wirkte auf einmal sehr ernst.
Amary zog die Schultern schützend hoch. Sie wusste genau was jetzt kommt.
Diesen Ausdruck in seinem Gesicht kannte sie mittlerweile schon zu gut. Seit mehreren Wochen Arbeitete er im Dienste Louisan.
„ Ihr beiden sollt euch überlegen, wie ihr euch in der Öffentlichkeit benimmt! Amary du bist eine Rittersfrau und sollst solche Scherzchen wie Gestern Abend in Bajard unterlassen.“
Schuldbewusst senkte sie ihren Blick zu Boden.
Die Stimmung in der Taverne war nun gekippt. Doch wenn Amary gedacht hätte, dass es nicht schlimmer werden könnte. So, hatte sie sich vollkommen geirrt.
Plötzlich öffnete sich die Tavernentür und Mandred trat hinein.
„ Was.. was .. will er hier...?“ Flüsterte sie entsetzt gegen Tar und Tristan.
Sie hat ihn seit vielen Tagen nicht mehr gesehen. Seid dem Abend, als sie ihre Sachen gepackt hatte und ins Handelshaus umzog.
Und Mandred schien keinerlei Interesse zu zeigen, sie nachhause zurück zu hohlen.
Hoffnung durchfuhr ihren Gedanken. „ kommt er jetzt erst, um mich zu hohlen?“
Doch kaum beendete sie den Gedanken, schon hörte sie wie ihr Mann, nicht nach ihr fragte, sondern nach Tristan.
Enttäuscht hörte sie Mandred´s Stimme zu. Wie wütend er mit Tristan sprach.
Die Hoffnung schwang dahin. Mandred wendete sich herum und verließ aufgebracht, nach dem erfolglosen Gespräch den Raum. Tar folgte ihm sogleich.
Dummheit…..
Amary drehte sich herum, sie musste sofort die Taverne verlasen. Bevor jemand, die bitteren Tränen in ihren Augen bemerkt und nach dem Grund der so deutlichen Gefühlskälte zwischen Mandred und ihr fragt.
Schnell lief sie hinab in den Keller, hier würde sie keiner so schnell finden…
Auch ihr leises schluchzen und wimmerndes weinen blieb von allen ungehört.
Sie kam sich so verletzt vor, und an allem war auch nur sie schuld.
Am Beckenrand sah sie etwas Silbernes aufblitzen. Prüfend warf sie den Kopf über die Schulter, um sich zu vergewissern das Tar nicht auf der Treppe stand und sie beobachtete.
Nein, er war immer noch bei Mandred.
Sie nutzte die Gelegenheit.
Mettalischer Duft des Blutes stieg ihr in die Nase. Der kurze Schmerz schien sie sofort zu beruhigen.
Ihre Arme sanken in das warme Badewasser und verfärbten einige Stellen ihrer weißen Ärmel ins blutrote.….
Amary wusste nicht, wie lang sie weg war. Ihr Kopf schmerzte und ihre Augen waren aufgeschwollen durch die salzigen Tränen die sie vergossen hatte.
Als sie hinaufging, kam Tar auf sie zu.
Er erzählte ihr in ruhe, das er mit Mandred sprach.
„ Hat er was über mich gesagt?“ fragte Amary kraftlos. Tar schüttelte nur leise seufzend den Kopf. Dann senkte er seinen blick und bemerkte einige der Blutflecken an ihrem Ärmel.
Er fluchte und packte sie an der Schulter. „ Lieber hätte ich auf dich aufgepasst als mit ihm draußen zu reden!“
Amary stand nur vor ihm da, sie hob ihre Arme wie er befahl und lies diese von ihm behandeln. „ Das tust du nie wieder! Hast du mich verstanden?!“ Seine Stimme war zornig.
Sie nickte schwach und wusste, dass ihr nicken eine wortlose Lüge war.
Hand in Hand….
Ein Klingeln durchbrach die Stille im Handelshausgebäude.
Amary zuckte automatisch zusammen. Und rief wie immer mit sanfter stimme laut „ Iccch kommmmme!“
Sie eilte die Treppen hinab um den Kunden nicht vor der Tür warten zu lasen.
Doch dann stockte ihr der Atem.
Mandred stand mitten im Raum.
Hat er sie schon bemerkt? Oder kann sie sich noch schnell zurückziehen?
Welch ein schlechter Scherz es doch währe, wenn er etwas Bestelltes nun ab hohlen würde, und sie ihn bedienen nun müsste. Sie lachte rau in sich hinein und bemerkte seinen Blick auf ihr ruhen.
Langsam ging sie auf ihn zu.
„ Wie kann ich dir helfen?“ erklang ihre Stimme distanziert.
Er wirkte so ruhig in seiner Art. Von dieser lies sie sich jedoch nicht blenden. Sie ahnte was in ihm vorging.
„ Wieso tust du mir das an?“ Der Klang seiner tiefen Stimme lies ihr Herz noch lauter gegen ihre Brust schlagen.
„ Ich denke du, du willst mich nicht mehr…“stotterte sie leise heraus.
Er ergriff von neuem das Wort, die Sätze purzelten wie ein Wasserfall aus seinen Lippen.
All seine Verzweiflung, Wut und Ängste legte er vor sie.
Sie hatte sich in ihm Getäuscht. Die Kälte die er seit Tagen mit sich trug und ihr entgegenschleuderte, war kein Desinteresse an ihr. Nein, es war seine verletze Seele.
Verletzt, weil sie wieder mal aus einer Fliege etwas dramatisch Großes machte.
Als sie ihm lauschte kamen ihr von neuem die Tränen über die Wangen.
„ Mandred?..“ er hörte sie nicht und sprach nur weiter..“ Mandred, verdammt noch mal!“ erhob sie nun lauter ihre zittrige Stimme.
Da wurde es still.
„ Willst du mich noch als Ehefrau?“ fragte sie ihn unsicher.
Er blinzelte sie verwirrt an. Welch eine dümmliche Frage.
Dann nahm er sie zärtlich in seine Arme und presste seine Lippen leidenschaftlich und voller Begierde gegen die ihren.
Als sie sich umwanden um wieder gemeinsam nachhause zu gehen.
Flüsterte sie leise…
„ Hand in Hand?“
Er nahm ihre Hand in die seine und erwiderte auf seine ruhige Art.
„ Ein Leben lang….“
Zuletzt geändert von Amary Ann Louisan am Freitag 11. Februar 2011, 11:33, insgesamt 2-mal geändert.
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Amary Ann Louisan
Ein Gebet über meine Lippen…
Groß und prächtig ragte das stolze Bauwerk in den Himmel. Es schien als ob der Architekt zur seiner Zeit, ein wunderschönes und prachtvolles Lebenswerk, uns den Menschen vererbt hatte.
Jede so kleine fast unscheinbare Verzierung an diesem Gebäude, fügte sich zusammen und passte genau aufeinander und daraus entstand im ganzem, eine atemberaubende Schönheit.
Ehrfurchtsvoll stand Amary neben Mandred und drückte ihren nun vor Angst zitternden Körper gegen seine Seite. Ihre Finger umklammerten fest seine Hand und sie lauschte aufgeregt und zugleich zerstreut auf Grund der neuen Situation, seinen lehrreichen Worten. Amary hob ihren Kopf und blickte in Mandreds ernstes Gesicht. Sie hatte ihn einen Abend zuvor, vor lauter Verzweiflung gebeten, ihr zu zeigen wie man richtig betet.
Nie zuvor hatte sie den Wunsch verspürt eine Kirche aufzusuchen. Geschweige je in einem Glauben Kraft zu finden.
Nun stand sie da, lauschte und versuchte alles was Mandred ihr erklärte aufzunehmen und zu verstehen.
Dabei bemerkte sie, dass sie Mandred von dieser Seite nie zuvor kennen gelernt hatte.
Sein Wissen über die Kirche oder den Glauben war so erstaunlich groß, was sie sogleich ins verblüffen versetzte wurde.
Schritt für Schritt erklärte er ihr, wie man sich in einer Kirche zu benehmen hat.
Kein Lachen, kein lautes Reden und keine Witze..
Amary war es, mehr zum weinen zu mute, als in einer Kirche irgendwelche Witze zu reisen.
Mit langsamen Schritten nährten sie sich dem Eingang und sie betraten den Innenraum.
Mit neugierigen und wissbegierigen Blicken musterte sie das Innere.
„ Du musst demütig dein Haupt neigen und ein Ankh auf deine Brust zeichnen“ Erklang seine Stimme.
Seine Finger glitten über seine Brust. Sogleich wiederholte Amary dieses Zeichen.
Gemeinsam gingen sie zum Altar. Ihre Schritte waren langsam und Amary bemühte sich so leise wie möglich über die weißen Marmorplatten zu laufen.
„ Du kommst um bei der Göttin etwas zu erbitten. Also musst du auch dein Kopf neigen und ihr Demut zeigen. Würdest du mit hoch erhobenem Kopf das tun, so wäre es ja keine Bitte“
Beide setzten sich auf die Knie. Mandred sprach weiter, doch Amary Gedanken verließen das hier und jetzt.
Unsicherheit breitete sich in ihr aus.
„Was ist, wenn sie etwas nun Falsches tun würde. Oder etwas Falsches beim Gebet sagt?“
„Wollen wir beten?“ Erklang von neuem seine tiefe Stimme und riss sie aus ihrem Gedanken.
„ Ja“ antwortete sie leise und faltete ihre Finger in einander. Senkte wie er ihr Haupt und schwieg.
Wie blockiert brachte sie plötzlich keinen Gedanken aus.
` Zu nah saß er neben ihr.
Zu deutlich würde er ihr Gebet hören.`
Sie löste ihre verkrampften Finger auseinander und bat ihn, sie alleine hier beten zu lasen.
Zuerst fühlte sie sich von neuem unbeholfen.
Doch dann verließen ihre Worte ohne einen Halt die Lippen.
Sie öffnete ihr Herz und sagte alles was schon lange in ihr sorgevoll brodelte.
„ ich weis, dass ich die letzte Person bin die du hier je erwartet hast“
Amary Worte vielen leise und ruhig.
„Zuvor hatte ich nie das Bedürfnis. Ich hatte immer alles und musste mich um nichts Sorgen.
Doch jetzt komme ich zu dir und bitte dich um Entschuldigung.
Für Wörter die mir zu schnell über die Lippen glitten. Für taten die meinem Mann geschadet haben.“
Tränen flossen über ihre Wangen, während ihr Flüstern zu einem leisen Schluchzen wurde.
„ Ich habe Sorge um meine Ehe und bitte dich mir die Kraft zu geben. Meine Ehe auch in schlechten Zeiten halten zu können. Meinen Mann zu lieben und zu schätzen in all seiner Art.
Ich habe Angst, dass unsere Ehe zerbricht.
Las es bitte nicht zu und halte deine schützende Hand über uns.
Ich möchte mich bessern um ihm gerecht zu werden.
Bitte zeige mir den Weg…
Ein schweigen lag wieder auf ihren salzigen Lippen.
Sie hob ihren Kopf, löste ihre Tränenbenetzten Finger von einander und zog einen kleinen Zettel aus der Tasche.
Einige Zeilen ihres Gebetes ihrer Sorge standen darin geschrieben.
Den Zettel legte sie zwischen die Rosenblätter vor dem Altar.
Wischten sich mit dem Ärmel die nassen Wangen ab und richtete sich langsam auf.
Dann trat sie an Mandreds Seite wieder und flüsterte leise.“ Ich bin fertig“.
Als beide noch die letzte Lektion vor dem Altar durchführten und sich dabei von der Göttin verabschiedeten. Gingen sie anschließend wieder hinaus.
Erleichtert Atmete Amary auf und bedankte sich bei Mandred über seine Lehrreichen Worte.
Und als ob ein Stein von ihrem Herzen viel. Lächelte sie wie schon seit langem nicht mehr. Aus voller Hoffnung und Inneren Erleichterung.
[URL=http://s13.directupload.net/file/d/2438/ifaiu4pc_jpg.htm][img]http://s13.directupload.net/images/110217/temp/ifaiu4pc.jpg[/img][/URL]
[URL=http://s1.directupload.net/file/d/2438/e3jos8fy_jpg.htm][img]http://s1.directupload.net/images/110217/temp/e3jos8fy.jpg[/img][/URL]
Groß und prächtig ragte das stolze Bauwerk in den Himmel. Es schien als ob der Architekt zur seiner Zeit, ein wunderschönes und prachtvolles Lebenswerk, uns den Menschen vererbt hatte.
Jede so kleine fast unscheinbare Verzierung an diesem Gebäude, fügte sich zusammen und passte genau aufeinander und daraus entstand im ganzem, eine atemberaubende Schönheit.
Ehrfurchtsvoll stand Amary neben Mandred und drückte ihren nun vor Angst zitternden Körper gegen seine Seite. Ihre Finger umklammerten fest seine Hand und sie lauschte aufgeregt und zugleich zerstreut auf Grund der neuen Situation, seinen lehrreichen Worten. Amary hob ihren Kopf und blickte in Mandreds ernstes Gesicht. Sie hatte ihn einen Abend zuvor, vor lauter Verzweiflung gebeten, ihr zu zeigen wie man richtig betet.
Nie zuvor hatte sie den Wunsch verspürt eine Kirche aufzusuchen. Geschweige je in einem Glauben Kraft zu finden.
Nun stand sie da, lauschte und versuchte alles was Mandred ihr erklärte aufzunehmen und zu verstehen.
Dabei bemerkte sie, dass sie Mandred von dieser Seite nie zuvor kennen gelernt hatte.
Sein Wissen über die Kirche oder den Glauben war so erstaunlich groß, was sie sogleich ins verblüffen versetzte wurde.
Schritt für Schritt erklärte er ihr, wie man sich in einer Kirche zu benehmen hat.
Kein Lachen, kein lautes Reden und keine Witze..
Amary war es, mehr zum weinen zu mute, als in einer Kirche irgendwelche Witze zu reisen.
Mit langsamen Schritten nährten sie sich dem Eingang und sie betraten den Innenraum.
Mit neugierigen und wissbegierigen Blicken musterte sie das Innere.
„ Du musst demütig dein Haupt neigen und ein Ankh auf deine Brust zeichnen“ Erklang seine Stimme.
Seine Finger glitten über seine Brust. Sogleich wiederholte Amary dieses Zeichen.
Gemeinsam gingen sie zum Altar. Ihre Schritte waren langsam und Amary bemühte sich so leise wie möglich über die weißen Marmorplatten zu laufen.
„ Du kommst um bei der Göttin etwas zu erbitten. Also musst du auch dein Kopf neigen und ihr Demut zeigen. Würdest du mit hoch erhobenem Kopf das tun, so wäre es ja keine Bitte“
Beide setzten sich auf die Knie. Mandred sprach weiter, doch Amary Gedanken verließen das hier und jetzt.
Unsicherheit breitete sich in ihr aus.
„Was ist, wenn sie etwas nun Falsches tun würde. Oder etwas Falsches beim Gebet sagt?“
„Wollen wir beten?“ Erklang von neuem seine tiefe Stimme und riss sie aus ihrem Gedanken.
„ Ja“ antwortete sie leise und faltete ihre Finger in einander. Senkte wie er ihr Haupt und schwieg.
Wie blockiert brachte sie plötzlich keinen Gedanken aus.
` Zu nah saß er neben ihr.
Zu deutlich würde er ihr Gebet hören.`
Sie löste ihre verkrampften Finger auseinander und bat ihn, sie alleine hier beten zu lasen.
Zuerst fühlte sie sich von neuem unbeholfen.
Doch dann verließen ihre Worte ohne einen Halt die Lippen.
Sie öffnete ihr Herz und sagte alles was schon lange in ihr sorgevoll brodelte.
„ ich weis, dass ich die letzte Person bin die du hier je erwartet hast“
Amary Worte vielen leise und ruhig.
„Zuvor hatte ich nie das Bedürfnis. Ich hatte immer alles und musste mich um nichts Sorgen.
Doch jetzt komme ich zu dir und bitte dich um Entschuldigung.
Für Wörter die mir zu schnell über die Lippen glitten. Für taten die meinem Mann geschadet haben.“
Tränen flossen über ihre Wangen, während ihr Flüstern zu einem leisen Schluchzen wurde.
„ Ich habe Sorge um meine Ehe und bitte dich mir die Kraft zu geben. Meine Ehe auch in schlechten Zeiten halten zu können. Meinen Mann zu lieben und zu schätzen in all seiner Art.
Ich habe Angst, dass unsere Ehe zerbricht.
Las es bitte nicht zu und halte deine schützende Hand über uns.
Ich möchte mich bessern um ihm gerecht zu werden.
Bitte zeige mir den Weg…
Ein schweigen lag wieder auf ihren salzigen Lippen.
Sie hob ihren Kopf, löste ihre Tränenbenetzten Finger von einander und zog einen kleinen Zettel aus der Tasche.
Einige Zeilen ihres Gebetes ihrer Sorge standen darin geschrieben.
Den Zettel legte sie zwischen die Rosenblätter vor dem Altar.
Wischten sich mit dem Ärmel die nassen Wangen ab und richtete sich langsam auf.
Dann trat sie an Mandreds Seite wieder und flüsterte leise.“ Ich bin fertig“.
Als beide noch die letzte Lektion vor dem Altar durchführten und sich dabei von der Göttin verabschiedeten. Gingen sie anschließend wieder hinaus.
Erleichtert Atmete Amary auf und bedankte sich bei Mandred über seine Lehrreichen Worte.
Und als ob ein Stein von ihrem Herzen viel. Lächelte sie wie schon seit langem nicht mehr. Aus voller Hoffnung und Inneren Erleichterung.
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Zuletzt geändert von Amary Ann Louisan am Donnerstag 17. Februar 2011, 22:20, insgesamt 1-mal geändert.
- Mandred Louisan
- Beiträge: 3
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
"Ich möchte beten lernen."
Diese Worte waren für den Adlerritter vielerlei. Zum Einen fragte er sich, was sie plötzlich mit dem Beten wollte. War es nur ein Jux, würde sie es ernst nehmen oder bat sie ihn tatsächlich aus ernsten Beweggründen darum?
Diese und viele weitere Fragen zu der Bitte seiner geliebten Ehefrau beschäftigten ihn den ganzen Tag über. Doch sollte er noch am Abend feststellen, dass es weder ein Jux, noch vorgetäuschtes Interesse war, was sie ihm da preisgab.
Sie trafen sich vor dem Tor zu Adoran und gingen nach der Begrüßung die Straßen zielstrebig bis zur Kirche. Schon auf dem Weg spürte der Adlerritter, dass seine Frau alles andere als redselig oder gar freudig wirkte, was ihn ebenfalls wieder ihre Absichten in Frage stellen ließ.
Dennoch versuchte er mit allen Mitteln ihre wachsende Aufregung, die sich mit jedem Schritt ausbreitete zu vermindern, doch auch er war nicht gänzlich entspannt. Schließlich musste auch er darauf achten, was er ihr sagte, was er ihr erzählte.
Kaum ein paar Minuten später standen sie auch schon vor dem Eingang zur Kirche und hier war es an der Zeit für den Adlerritter, dass er es ernst nahm, was sie von ihm verlangte, denn ihre nun sichtliche Aufgeregtheit hatte ihren Ursprung nicht in einem derben Scherz. So also erklärte er ihr ruhig das rechte demütige Benehmen in dieser heiligen Halle. Er erklärte ihr, warum ein lockerer Spaß, ein lockeres Grinsen, eine lockere Haltung oder gar ein lockere Sprache unangemessen sind.
"Vor Temora treten wir vor eine Gottheit und da wir zum Gebet, also zum bitten kommen, sollten wir nicht mit Hochmut und hochmütiger Haltung und Verhalten vor ihr treten, sondern vielmehr die Demut und Ehrfurcht, die wir vor ihr empfinden, vor ihrer Gnade, mit welcher sie uns erhört, in unseren ganzen Körper legen.
Gleichermaßen ist es wichtig, dass wir unseren Geist beruhigen, dass wir ihn frei machen von jedweden argen Gedanken und dass wir rein in ihm sind. Denn für ein Gebet ist Konzentration auf das erforderlich, was wir vor Temora bringen. Für die Konzentration ist ein ruhiger Geist von Nöten, ohne welchen wir kaum in der Lage sind ein würdiges Gebet darzubringen."
So kam es also, dass sie beide am Eingang zum Kirchenschiff standen und er ihr die Gestiken zeigte, mit welcher man gebührend in solch heilige Hallen trat, sodass es Temora wohlgefällig ist.
"Ein Ankh auf der Brust, welches unsere Zugehörigkeit zum lichten Pantheon zeigt und dass wir ihn damit ehren, sei die erste Geste, die wir verwirklichen. Die Zweite sei, ein Kopfneig, welcher ebenfals in Demut gehalten werden soll, doch nicht etwa in falscher Demut und Heuchlerei, sondern aus dem Herzen.
Schließlich bittest du auch niemanden etwas mit hoch erhobenem Haupt, sondern leicht gesenkt und in jedweder Form eine Bitte darstellend, weshalb es ebenfalls angebracht ist, den Kopf beim Gang zum Altar geneigt zu halten."
Nachdem sie, zu seinem Erstaunen und Freude, seine Gestiken fast schon perfektionistisch nachahmte und ein verständnisvolles Nicken ob seiner Worte erfolgte, trat er mit ihr den Mittelgang entlang zum Altar hin, vor welchem er abermals stehen blieb und ein Kopfneigen in dessen Richtung vollzog, ohne selbstverständlich, dass seine Begleiterin es ihm nachmachte. Und auch dies ließ ihn innerlich lächeln.
In seiner gedämpften, flüsternden Stimme, mit welcher er die Aura dieser Halle zu wahren gedenkt erklärt er ihr dann die rechte Art und Weise des Gebets.
"Kommen wir also zu der Durchführung des Gebets.
Was beten wir?
In einem Gebet kann man für vielerlei Dinge beten, sei es lediglich um sicheres Geleit durch den vergangenen Tag, um Schutz in der kommenden Nacht, sei es um Beistand für eine bevorstehende Tätigkeit oder sei es um Gesundheit, auch für einem nahe stehende Personen. Wir erbitten ihren Segen für unser Leben, für unser täglich Werk und wir sollten es auch so rüberbringen, dass wir um so etwas Hohes bitten. So ist es nicht ungewöhnlich, dass sich die Konzentration auf dem Egsicht wiederspiegelt, so mancher Priester vermag dies ebenfalls nicht zu verbergen und Temora sieht es mit Wohlwollen.
Wie beten wir?
Die knieende Haltung ist ebenfalls ein Zeichen von Demut im Angesichte Temoras und wichtig hierbei ist, dass man nicht etwa nur auf ein Knie geht. Nein, auf beide Kniee geht man, denn dann zeigt man, dass man sich nicht zu Schade ist, sein Anliegen vor sie zu bringen.
Hierzu fällt mir ein, wie ich finde, sehr wichtiger und lehrreicher, schöner Satz ein, welcher der Chronik der Adlerritter entspringt: 'Vor weltlichen Herren beugen wir stets ein Knie, vor Temora aber beide!'
Desweiteren hält man während des Gebets seinen Kopf gesenkt und die AUgen geschlossen, so läuft man nicht Gefahr, dass man Opfer visueller Ablenkungen wird.
Die Hände, allzu beliebt um nervös irgendwo rumzufummeln, sind vor dem Körper zu falten, denn so haben sie ein stabile Haltung und vermögen den GEist nicht zu beunruhigen.
Ein Gebet kann man auch in verschiedenen sprachlichen Arten darbringen. So kann man sich entscheiden, ob man das Gebet in Gedanken hält und sich lediglich darauf konzentriert, oder ob man es in leisem Tone, doch deutlicher Aussprache, oder aber auch in vernehmlichem Ton, mit ebensolcher deutlichen Aussprache darbtringt. Dies sei einem jeden Betenden selbst überlassen."
So war es also, dass sie beide knieend auf dem steinernen Boden der Kirche sich begaben. Der Adlerritter erwartete jederzeit ihre Stimme als leises Echo von den steinernen Mauern zu hören, doch stattdessen erklärte sie nur, dass sie es nicht könne, wenn er so nahe bei ihr ist. Ihm war klar, dass sie es zum ersten Mal tat und dass die Aufregung wahrscheinlich alles blockierte, also entschied er sich mit einem Nicken und kurzen Worten...
"Fühl die Aura dieser Halle und lass deinen GEeist für dich sprechen."
...sich ein Stück weit auf die Bank zu setzen und dort auf das Ende ihres Gebetes zu warten.
Sogleich bemerkte er, dass sie nun anfing sictlich sich zu konzentrieren und tatsächlich Worte über die Lippen brachte, die jedoch in der weiten Halle verschluckt wurden und nicht bis zu ihm durchdrangen.
Warum sollten sie auch?
Das Gebet gebührte nicht ihm, sondern Temora.
Verwunderung machte sich jedoch ebenfalls auf seinen Zügen bereit, als er aus der Entfernung die leicht glitzernden, feuchten Tränen erkannte, die über ihre Wange liefen. Sie tat es....sie ließ ihren Geist sprechen und dennoch schien sie gefasst zu sein, schien nicht in ein lautes Weinen ausbrechen zu wollen, sondern beherrschte sich selbst.
Nach ein paar Minuten kam sie zu ihm und setzte sich neben ihn und wischte sich die Tränen ab.
"So mancher beginnt, ob seines Gebetes nicht gänzlich die Gefühle zurückzuhalten und es ist auch keine Unwürdigkeit. Temora wird dein Bitten trotzdem gehört haben. Auch wenn man nie vorhersagen kann, inwiefern die Bitten erfüllt werden, so kann man sicher sein, dass Temora zuhört und dass sie entscheidet, welchem Bitten sie nachgibt."
Sie saßen noch eine Weile schweigend auf der Bank und blickten zum Altar, musterten das große bemalte Fenster dahinter und schienen einfach nur die Ruhe zu genießen und auf sich wirken zu lassen. Nach einer kleinen Weile begannen sie sich zu erheben und die Kirche, selbstverständlich in rechter Form, mit einem abschließenden Neigen des Kopfes vor dem Altar und dem Zeichnen eines Henkelkreuzes auf der Brust, zu verlassen.
Beide schienen erleichtert, beide schienen eine Last von sich genommen zu haben und der Adlerritter war noch nie so glücklich, dass er sich in den scheinbaren Jux, den sich seine Frau hätte machen können geirrt hatte und sie....sie schien ebenso erleichtert.
Was auch immer sie sich von diesem Abend erhofft hatte, es schien sich gänzlich für sie so gewendet zu haben und allein dieser Anblick bereitete ihm mehr Freude als alles andere.
Diese Worte waren für den Adlerritter vielerlei. Zum Einen fragte er sich, was sie plötzlich mit dem Beten wollte. War es nur ein Jux, würde sie es ernst nehmen oder bat sie ihn tatsächlich aus ernsten Beweggründen darum?
Diese und viele weitere Fragen zu der Bitte seiner geliebten Ehefrau beschäftigten ihn den ganzen Tag über. Doch sollte er noch am Abend feststellen, dass es weder ein Jux, noch vorgetäuschtes Interesse war, was sie ihm da preisgab.
Sie trafen sich vor dem Tor zu Adoran und gingen nach der Begrüßung die Straßen zielstrebig bis zur Kirche. Schon auf dem Weg spürte der Adlerritter, dass seine Frau alles andere als redselig oder gar freudig wirkte, was ihn ebenfalls wieder ihre Absichten in Frage stellen ließ.
Dennoch versuchte er mit allen Mitteln ihre wachsende Aufregung, die sich mit jedem Schritt ausbreitete zu vermindern, doch auch er war nicht gänzlich entspannt. Schließlich musste auch er darauf achten, was er ihr sagte, was er ihr erzählte.
Kaum ein paar Minuten später standen sie auch schon vor dem Eingang zur Kirche und hier war es an der Zeit für den Adlerritter, dass er es ernst nahm, was sie von ihm verlangte, denn ihre nun sichtliche Aufgeregtheit hatte ihren Ursprung nicht in einem derben Scherz. So also erklärte er ihr ruhig das rechte demütige Benehmen in dieser heiligen Halle. Er erklärte ihr, warum ein lockerer Spaß, ein lockeres Grinsen, eine lockere Haltung oder gar ein lockere Sprache unangemessen sind.
"Vor Temora treten wir vor eine Gottheit und da wir zum Gebet, also zum bitten kommen, sollten wir nicht mit Hochmut und hochmütiger Haltung und Verhalten vor ihr treten, sondern vielmehr die Demut und Ehrfurcht, die wir vor ihr empfinden, vor ihrer Gnade, mit welcher sie uns erhört, in unseren ganzen Körper legen.
Gleichermaßen ist es wichtig, dass wir unseren Geist beruhigen, dass wir ihn frei machen von jedweden argen Gedanken und dass wir rein in ihm sind. Denn für ein Gebet ist Konzentration auf das erforderlich, was wir vor Temora bringen. Für die Konzentration ist ein ruhiger Geist von Nöten, ohne welchen wir kaum in der Lage sind ein würdiges Gebet darzubringen."
So kam es also, dass sie beide am Eingang zum Kirchenschiff standen und er ihr die Gestiken zeigte, mit welcher man gebührend in solch heilige Hallen trat, sodass es Temora wohlgefällig ist.
"Ein Ankh auf der Brust, welches unsere Zugehörigkeit zum lichten Pantheon zeigt und dass wir ihn damit ehren, sei die erste Geste, die wir verwirklichen. Die Zweite sei, ein Kopfneig, welcher ebenfals in Demut gehalten werden soll, doch nicht etwa in falscher Demut und Heuchlerei, sondern aus dem Herzen.
Schließlich bittest du auch niemanden etwas mit hoch erhobenem Haupt, sondern leicht gesenkt und in jedweder Form eine Bitte darstellend, weshalb es ebenfalls angebracht ist, den Kopf beim Gang zum Altar geneigt zu halten."
Nachdem sie, zu seinem Erstaunen und Freude, seine Gestiken fast schon perfektionistisch nachahmte und ein verständnisvolles Nicken ob seiner Worte erfolgte, trat er mit ihr den Mittelgang entlang zum Altar hin, vor welchem er abermals stehen blieb und ein Kopfneigen in dessen Richtung vollzog, ohne selbstverständlich, dass seine Begleiterin es ihm nachmachte. Und auch dies ließ ihn innerlich lächeln.
In seiner gedämpften, flüsternden Stimme, mit welcher er die Aura dieser Halle zu wahren gedenkt erklärt er ihr dann die rechte Art und Weise des Gebets.
"Kommen wir also zu der Durchführung des Gebets.
Was beten wir?
In einem Gebet kann man für vielerlei Dinge beten, sei es lediglich um sicheres Geleit durch den vergangenen Tag, um Schutz in der kommenden Nacht, sei es um Beistand für eine bevorstehende Tätigkeit oder sei es um Gesundheit, auch für einem nahe stehende Personen. Wir erbitten ihren Segen für unser Leben, für unser täglich Werk und wir sollten es auch so rüberbringen, dass wir um so etwas Hohes bitten. So ist es nicht ungewöhnlich, dass sich die Konzentration auf dem Egsicht wiederspiegelt, so mancher Priester vermag dies ebenfalls nicht zu verbergen und Temora sieht es mit Wohlwollen.
Wie beten wir?
Die knieende Haltung ist ebenfalls ein Zeichen von Demut im Angesichte Temoras und wichtig hierbei ist, dass man nicht etwa nur auf ein Knie geht. Nein, auf beide Kniee geht man, denn dann zeigt man, dass man sich nicht zu Schade ist, sein Anliegen vor sie zu bringen.
Hierzu fällt mir ein, wie ich finde, sehr wichtiger und lehrreicher, schöner Satz ein, welcher der Chronik der Adlerritter entspringt: 'Vor weltlichen Herren beugen wir stets ein Knie, vor Temora aber beide!'
Desweiteren hält man während des Gebets seinen Kopf gesenkt und die AUgen geschlossen, so läuft man nicht Gefahr, dass man Opfer visueller Ablenkungen wird.
Die Hände, allzu beliebt um nervös irgendwo rumzufummeln, sind vor dem Körper zu falten, denn so haben sie ein stabile Haltung und vermögen den GEist nicht zu beunruhigen.
Ein Gebet kann man auch in verschiedenen sprachlichen Arten darbringen. So kann man sich entscheiden, ob man das Gebet in Gedanken hält und sich lediglich darauf konzentriert, oder ob man es in leisem Tone, doch deutlicher Aussprache, oder aber auch in vernehmlichem Ton, mit ebensolcher deutlichen Aussprache darbtringt. Dies sei einem jeden Betenden selbst überlassen."
So war es also, dass sie beide knieend auf dem steinernen Boden der Kirche sich begaben. Der Adlerritter erwartete jederzeit ihre Stimme als leises Echo von den steinernen Mauern zu hören, doch stattdessen erklärte sie nur, dass sie es nicht könne, wenn er so nahe bei ihr ist. Ihm war klar, dass sie es zum ersten Mal tat und dass die Aufregung wahrscheinlich alles blockierte, also entschied er sich mit einem Nicken und kurzen Worten...
"Fühl die Aura dieser Halle und lass deinen GEeist für dich sprechen."
...sich ein Stück weit auf die Bank zu setzen und dort auf das Ende ihres Gebetes zu warten.
Sogleich bemerkte er, dass sie nun anfing sictlich sich zu konzentrieren und tatsächlich Worte über die Lippen brachte, die jedoch in der weiten Halle verschluckt wurden und nicht bis zu ihm durchdrangen.
Warum sollten sie auch?
Das Gebet gebührte nicht ihm, sondern Temora.
Verwunderung machte sich jedoch ebenfalls auf seinen Zügen bereit, als er aus der Entfernung die leicht glitzernden, feuchten Tränen erkannte, die über ihre Wange liefen. Sie tat es....sie ließ ihren Geist sprechen und dennoch schien sie gefasst zu sein, schien nicht in ein lautes Weinen ausbrechen zu wollen, sondern beherrschte sich selbst.
Nach ein paar Minuten kam sie zu ihm und setzte sich neben ihn und wischte sich die Tränen ab.
"So mancher beginnt, ob seines Gebetes nicht gänzlich die Gefühle zurückzuhalten und es ist auch keine Unwürdigkeit. Temora wird dein Bitten trotzdem gehört haben. Auch wenn man nie vorhersagen kann, inwiefern die Bitten erfüllt werden, so kann man sicher sein, dass Temora zuhört und dass sie entscheidet, welchem Bitten sie nachgibt."
Sie saßen noch eine Weile schweigend auf der Bank und blickten zum Altar, musterten das große bemalte Fenster dahinter und schienen einfach nur die Ruhe zu genießen und auf sich wirken zu lassen. Nach einer kleinen Weile begannen sie sich zu erheben und die Kirche, selbstverständlich in rechter Form, mit einem abschließenden Neigen des Kopfes vor dem Altar und dem Zeichnen eines Henkelkreuzes auf der Brust, zu verlassen.
Beide schienen erleichtert, beide schienen eine Last von sich genommen zu haben und der Adlerritter war noch nie so glücklich, dass er sich in den scheinbaren Jux, den sich seine Frau hätte machen können geirrt hatte und sie....sie schien ebenso erleichtert.
Was auch immer sie sich von diesem Abend erhofft hatte, es schien sich gänzlich für sie so gewendet zu haben und allein dieser Anblick bereitete ihm mehr Freude als alles andere.