Ich hatte keine Ahnung, wie oft ich von diesem vermaledeiten Schiff, dass mich an den Rand einer Seekrankheit geschaukelt hatte, zum Laden und wieder zurückgelaufen war, bepackt, unbepackt. Oft genug, um mich zu fühlen wie ein Lastenesel.
Und selbst als alles gelöscht und rübergebracht war, wusste ich nur zu genau, dass das alles noch kein Ende gefunden hatte. Es fehlte noch an dieser oder jener Kleinigkeit und vor allem die Wahren mussten herangeschafft werden. Wenn das vorbei war, wollte ich drei Kreuze setzen.
Dankbar darum hierbei Hilfe zu erfahren von den anderen, war ich allemal. Allein wäre das alles kaum so zügig zu bewältigen gewesen. Dennoch fühlte ich mich, als hätte mich jemand zwischen die Mühlräder einer Getreidemühle gestopft.
Mir blieb zu hoffen, dass das Gespräch am Abend angenehm verlaufen und mir ein wenig Entspannung versprechen würde, auch wenn diesem Gespräch gewiss wieder einiges an Planung folgen musste.
Tatsächlich sollte ich Recht behalten in der Hinsicht, dass das Gespräch angenehm verlief. Es war mir sogar das angenehmste Gespräch seit langem gewesen, wenn es um irgendwelche Arrangements zum Auftritt ging. Und es zeigte mir einmal mehr, warum es sich lohnte ein Stück des Weges mit ehrlicher Haut entlang zu spazieren.
Es war erstaunlich, was Menschen bereit waren zu geben, wenn man ihnen nur ein Lachen schenkte. So ein kleines unbeschwertes Lachen war unbezahlbar im Grunde.
Was die Planungen nach dem Gespräch anbelangten, so hielten sie sich tatsächlich in Grenzen. Das Programm in Adoran konnte man heranziehen, musste es nur ein wenig abwandeln, damit es nicht wie Einheitsbrei wirkte und ein neues Lied musste her.
Interessant wurde auch der späte Abend, wenn nicht gar die Nacht. Ich hatte mich auf dem Weg gemacht, um einige Dinge zu besorgen, die sich in dem Laden auf der Insel gut machen würden. Also sprach ich mit dieser oder jener Bäuerin, manchmal stand ich auch erfolglos vor den geschlossenen Türen und ging wieder meiner Wege.
Letztlich schlug ich den Weg nach Lameriast ein, wo ich ebenfalls fündig wurde und der letzte Weg zu den Thyren führte. Erst hatte ich überlegt, dort ebenfalls anzufragen, die Idee letztlich aber verworfen. Ich war mir sicher, diese Leute drehten mir den Hals um, wenn sie herausfanden, wo ich das Zeug gedachte zu verscherbeln. Bei Licht besehen war mir das Risiko zu groß und verscherzen wollte ich es mir mit ihnen auch nicht.
Einige Stunden später in ihrer großen Halle stellte ich fest, dass diese Entscheidung eine gute war. Das Donnerwetter, das dort hindurchfegte, galt nicht mir, beeindruckte mich aber mächtig.
Im ersten Moment wusste ich nicht, ob ich ihr nachgehen sollte, oder lieber blieb. Ich entschied mich für letzteres, denn dass ich Zeuge dessen wurde, war eher ein ungewollter Akt gewesen, davon war ich überzeugt. Darüber hinaus hätte ich an ihrer Stelle erst einmal allein sein wollen.
Dabei hatte ich kurz vorher noch versucht, sie auf den richtigen Weg zu schubsen, ein wenig unsanft vielleicht, aber genutzt hatte es wohl nichts.
Dem Nachtvolk allerdings brachte das nachfolgende Gespräch mit dem Thain einen Auftritt ein, und sollte er gefallen, würde ein weiterer auf dem Markt der Thyren folgen.
Der darauf folgende Tag sollte auch noch eine Überraschung bereithalten: Bekundetes Interesse mitzuwirken. Zu tun gab es genug, und Unterstützung konnte man gewiss gebrauchen. Es blieb nur die Frage des Vertrauens. Ein gutes Stück Arbeit, nicht für mich, sondern eher für sie, aber das würde sich wohl noch weisen.
Zunächst einmal galt es die anderen darüber zu informieren, die Augen offen zu halten und das Beschnuppern konnte beginnen. Im Grunde konnte ich mit allem soweit erst einmal zufrieden sein.