Der rechte Pfad

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Marley Weidenau

Der rechte Pfad

Beitrag von Marley Weidenau »

Mit einem diebischen Grinsen wog er den Beutel in der Hand. Das fühlte sich gut an. Schwer. Metallisch. Gold. Er hätte nicht gedacht, dass er sich _das_ trauen würde, aber dann kam eins aufs andere - alles lief ideal für ihn. Und nun saß er in seinem Versteck und blickte grinsend auf den Beutel. Langsam zog er an der Schnurr und öffnete das kleine Ledersäckchen. Blanke, glänzende Goldmünzen purzelt heraus, über seine Hand, auf den Boden. So viel Gold. Er ahnte ja schon, dass sich Risiko lohnt, aber derartig? Geschwind sammelte er die Goldmünzen wieder ein. Und ein Gedanken machte sich breit. Wenn er das noch ein paar mal wiederholen würde - Es darf natürlich keiner wissen - dann könnte er richtig reich werden. Nur sein Vater durfte von all dem Nichts erfahren. Genau genommen durfte NIEMAND davon erfahren. Er würde es geschickt angehen, so dass keiner registrieren konnte, dass er sich unrechtmäßig bereichert.
Marley Weidenau

Beitrag von Marley Weidenau »

Der gestrige Tag war für den Bengel sehr unterhaltsam gewesen, es gab leckeres Essen, Schneeballschlacht und Getränke. Dazu jede Menge lustige Leute. Und das obwohl er sich vorher richtig mies gefühlt hatte. Als er am morgen aufwachte, wollte er gar nciht so recht aus den Federn, und das obwohl er sich mit Velten, seinem besten Freund treffen wollte. Er kam nur schwer in die Gänge und fühlte sich wie zermatscht. Allerdings konnte er das seinem Vater auch nicht berichten, denn er würde bestimmt eine Krankheit dahinter vermuten. So hielt er den Schnabel und verdrückte sich nach dem Frühstück rasch nach draussen.

Am Abend, als er beim Winterfest angekam war Velten schon da und auch ein Junge namens Tjark. Leider auch viele Erwachsene, die sich als Aufpasser fühlten, aber zum Glück konnte man ausreichend Unsinn mit ihnen anstellen. Und von seiner Mattheit am Morgen spürte er auch nichts mehr. Er lernte interessante Sachen aus der Erwachsenenwelt.
  • 1. "Flach legen" ist ein Spiel bei dem man Leute (vorzugsweise Mädchen) in den Schnee schubst.

    2. Joanne bezahlt dafür, dass man Tristan flach legt, weil er selber keinen flach legen kann, obwohl er das bei Imera und Joanne machen will (hat er gesagt, aber warum er es nicht einfach macht, weiss Marley nicht)

    3. "Gut" im Bett sein, hat was damit zu tun was Männer und Frauen im Bett so machen. Auch wenn Marley sich ausser schlafen nicht so recht was drunter vorstellen konnte. Vielleicht beten sie ja gemeinsam. Warum auch immer man das zu zweit macht...

    4. Nicht nur Hühner haben Schenkel, Frauen auch. Aber nach Imeras Worten darf man nicht danach fragen, weil sich eine Frau dafür schämt, obwohl man sie nicht sehen kann. Jedoch, und das hatte Marley aufgeschnappt, mögen Männer schöne Schenkel (bei Frauen, nicht nur bei Hühnern).
Den Zusammenhang der ganzen Sachen verstand Marley nicht, aber die Gesichter der Erwachsenen waren zu schön, wenn man davon redete. Alles in allem war es sehr lustig auch wenn er sich am heutigen Tage hundsmiserabel fühlte. Seine Nase war verstopft, der Hals kratzte und er hatte die ganze Nacht gefroren.
Georg Weidenau

Beitrag von Georg Weidenau »

Er wusste es ja selber, dass er viel zu oft unterwegs war und den Jungen alleine ließ, aber ein Neubeginn bedeutete auch immer viel Arbeit. Teils mit schlechtem Gewissen, teils aber auch darauf vertrauend, dass sein Sohn schon wusste, wo es lang ging, ließ er ihn oft in Adoran zurück, wenn er auf die Jagd ging.

Doch nun konnte Marley es nicht mehr verbergen, er war krank. Schon morgens sah er nicht gut aus, doch nun schniefte und hustete der Junge vor sich hin. Er hoffte, dass es sich nur um eine Erkältung handelte und befahl dem Kind - nein eigentlich war er ja kein Kind mehr - dem Jungen, im Bett zu bleiben und sich mal gründlich auszukurieren. Auch er würde die nächsten Tage da bleiben und sich um ihn kümmern.
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