Genug.. Es war endgültig zu viel.. Dieser Ort war nicht mehr der ihrige. Von Anfang an war alles anders gelaufen, als gewollt und doch hat es ihr damals gefallen. Doch wie das Schicksal es so will, lief alles dann doch schief. Nun stand sie da.. vereinsamt, verhasst... es war einfach genug. Hier konnte sie nicht mehr bleiben.
Sie wollte weiter leben.. sie wollte frei sein.. sie wollte von neu beginnen und das tat sie... der Entschluss fiel ihr monatelang so schwer und auf einmal war es so einfach, so klar. Sie würde gehen und für immer verschwinden. Vielleicht auf dem Land... in friedlicher Stimmung.. sie hatte ja jemanden, für den sie lebte. Josua... den einzigen Mann, den sie wirklich noch liebte. Ihren eigenen Sohn.. sie fühlte sich zwar anfangs ziemlich alleine gelassen mit der Aufgabe, doch mittlerweile war er ihr das wichtigste. Ohne ihn.. würde sie nicht mehr sein. Also schöpfte sie für ihn neue Kraft.. würde einen Neuanfang wagen.. an einem anderen Ort..
Sie packte die Sachen zusammen, die sie benötigte – viel war es ja nicht. Bescheid geben musste sie auch nur wenigen.. Baldur.. er war ihr stets ein wahrer Freund.. und vielleicht noch einen Brief in der Taverne lassen... das wäre aber alles.. ihre Sachen.. würde sie jemanden geben, den sie zwar nicht lange kannte, aber doch war er irgendwie lustig. Er würde sich darüber freuen und das reichte ihr. Für sie war nichts mehr geblieben und sie benötigte nichts mehr.. außer Zeit.. Zeit, um zu kurieren.. Zeit, um ihren Sohn aufzuziehen und ihn wachsen zu sehen.. vielleicht war er ja noch irgendwo... vielleicht würde er irgendwann kommen.. der Schmerz saß zwar tief.. aber den Vater würde sie ihrem Jungen niemals verwehren..
Abgang
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Jonathan
Verschlafene, müde und glasige Augen lesen den neuesten Eintrag in den Tagebüchern. Ein mürrisches Kräuseln der Nase gefolgt von einem langgezogen seufzenden Ausatmen.
Ärgerlich... sehr ärgerlich... was sagst Du dazu?
Der Blick aus nur halb offenen Augen fällt auf den wirr lächelnden Kürbis namens Herbert, der langsam sehr gammelig-matschig aussieht und nicht mehr wirklich lächelt.
Ja... wird schwer eine neue, so gute Masseuse zu finden... Hrrrmm....
Dreckige Finger beginnen mit einem Kohlestift Lioras Namen aus der Liste zu streichen, während bebende Lippen wehleidig Luft auspusten.
Mach's gut Hamsterchen...
Ärgerlich... sehr ärgerlich... was sagst Du dazu?
Der Blick aus nur halb offenen Augen fällt auf den wirr lächelnden Kürbis namens Herbert, der langsam sehr gammelig-matschig aussieht und nicht mehr wirklich lächelt.
Ja... wird schwer eine neue, so gute Masseuse zu finden... Hrrrmm....
Dreckige Finger beginnen mit einem Kohlestift Lioras Namen aus der Liste zu streichen, während bebende Lippen wehleidig Luft auspusten.
Mach's gut Hamsterchen...
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Laina Celeste
Laina lag im Bett, und betrachtete mit trübem Blick die blutrote Robe, welche Liora ihr kurz vor der Abreise geschenkt hatte. „Du hast dir doch immer eine Robe in der Farbe gewünscht“, entgegnet sie ihr dabei. Bei dem Gedanken an den ergreifenden Abschied, kamen der jungen Kriegerin die Tränen. Obgleich Liora ihr versprochen hatte, hin und wieder zu schreiben, konnte Laina die Tatsache nicht verbergen, dass durch den Fortgang der neu gewonnenen, und rasch geliebten Freundin auch ein Teil ihres Herzens starb. Viel zu kurz waren die vergnüglichen Momente der Zweisamkeit, in denen sie Liora jedoch rasch zu schätzen, und zu mögen lernte. Sie hatte nur noch wenige Freunde, denen sie gänzlich vertrauen konnte, und die junge Kellnerin der Rahler Hafenschenke fügte sich diesen überraschend rasch hinzu.
Lange hatte sie nicht mehr derart ausgelassen lachen können, positiv verwundert war sie darüber, wie einfühlsam Liora sie empfangen hatte, wie liebevoll sie Empathie zeigte. Der Verlust traf sie schwer, und auch, wenn Laina nicht wusste, wie viele Wunden ihr Herz noch ertragen würde, drückte sie den Saum der Robe ihrer besten Freundin sanft an sich, und sprach dabei in Gedanken:
„Du wirst mir immer fehlen; ich hab' dich lieb, Kleine.“
Lange hatte sie nicht mehr derart ausgelassen lachen können, positiv verwundert war sie darüber, wie einfühlsam Liora sie empfangen hatte, wie liebevoll sie Empathie zeigte. Der Verlust traf sie schwer, und auch, wenn Laina nicht wusste, wie viele Wunden ihr Herz noch ertragen würde, drückte sie den Saum der Robe ihrer besten Freundin sanft an sich, und sprach dabei in Gedanken:
„Du wirst mir immer fehlen; ich hab' dich lieb, Kleine.“