Nie wieder nach Draußen
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Talia Ulmenhof
Nie wieder nach Draußen
narv falscher char^^
Zuletzt geändert von Talia Ulmenhof am Samstag 6. November 2010, 01:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Lucianna Merran
Es war dunkel, kalt eng und feucht. Sie hatte gewagt sich die Augenbinde abzunehmen. Sie hätte sie auch auflassen können, sie konnte eh nichts sehn. Sie saß in diesem Loch fest. Nichtmal eine Decke hatte man ihr gegeben. Son Dreck. Naja wenigstens wurde ihr Essen, wenn man es denn so nennen konnte, und Wasser gebracht. Wäre sie doch nie rausgegangen. Das hatte sie nun davon. Immer wieder fluchte sie leise vor sich hin.
Eigendlich hatte sie doch Glück gehabt. Kaum in Adoran angekommen, hatte sie eine Anstellunge gefunden. Ihr Hausherr, der Ritter, hatte ihr sogar ermöglicht sich in der Schneiderei zu perfektionieren. Und die Kleine, ja langsam wurde sie etwas ruhiger. Sie hatte doch Glück gehabt, aber nein sie musste unzufrieden sein. Musste sich einsam fühlen, und das obwohl das Haus immer voll war. Aber ihr fehlte jemand mit dem sie sich ganz normal unterhalten konnte, wo sie sie selbst sein konnt. In einem Haus voller Adeliger war dies jedoch schwer. Nun da gab es jemanden, er war sehr nett. Niowe hatte ihn mal eingeladen. Luci mochte ihn, und hatte sogar ein kleines Bauchkribbeln, immer wenn sie ihn sah.
Warum also hatte sie sich darauf eingelassen? Es war garnicht ihre Art das Haus zu verlassen, um sich zu vergnügen. Aber da war dieser Herr, sie hatte ihm Kleider geschneidert, er war freundlich zu ihr gewesen und hatte ihr nahegelegt, es wäre wichtig mal das Haus zuverlassen. Super Idee wirklich. Jetzt saß sie fest. Lösegeld wolle man für sie, und dann noch so viel. Niemals würde der Ritter das zahlen. Sie selbst hatte ihm vor kurzem noch gesagt, als es mal auf ein solchens Thema kam, er solle nicht zahlen. Ja waum eigentlich nicht. Irgendwie hatte sie den Eindruck sie wäre wertlos. Naja auch nicht so ganz. Aber auch wenn sie erst neu in den Adelskreisen war, wußte sie doch das man solchen Gaunern nie einen Freibrief geben durfte. Sie seufzte schwer, sie hatte keine Ahnung was mit ihr passieren sollte. Sie wollte nicht sterben, nicht jetzt wo sie diesen tollen Menschen getroffen hatte. Sie wollte nicht glauben, dass das Glück sie verlassen haben sollte. Würde man sich wirklich Gedanken machen? Oder war sie dem Ritter, dem sie diente wirklich egal? Sie war hin und her gerissen. Sie hoffte es gäbe eine Möglichkeit hinaus. Und bangte um ihr Leben.
Eins jedoch war sicher. Würde sie lebend hier rauskommen, niemehr würde sie das Haus verlassen. NIEMEHR!
Eigendlich hatte sie doch Glück gehabt. Kaum in Adoran angekommen, hatte sie eine Anstellunge gefunden. Ihr Hausherr, der Ritter, hatte ihr sogar ermöglicht sich in der Schneiderei zu perfektionieren. Und die Kleine, ja langsam wurde sie etwas ruhiger. Sie hatte doch Glück gehabt, aber nein sie musste unzufrieden sein. Musste sich einsam fühlen, und das obwohl das Haus immer voll war. Aber ihr fehlte jemand mit dem sie sich ganz normal unterhalten konnte, wo sie sie selbst sein konnt. In einem Haus voller Adeliger war dies jedoch schwer. Nun da gab es jemanden, er war sehr nett. Niowe hatte ihn mal eingeladen. Luci mochte ihn, und hatte sogar ein kleines Bauchkribbeln, immer wenn sie ihn sah.
Warum also hatte sie sich darauf eingelassen? Es war garnicht ihre Art das Haus zu verlassen, um sich zu vergnügen. Aber da war dieser Herr, sie hatte ihm Kleider geschneidert, er war freundlich zu ihr gewesen und hatte ihr nahegelegt, es wäre wichtig mal das Haus zuverlassen. Super Idee wirklich. Jetzt saß sie fest. Lösegeld wolle man für sie, und dann noch so viel. Niemals würde der Ritter das zahlen. Sie selbst hatte ihm vor kurzem noch gesagt, als es mal auf ein solchens Thema kam, er solle nicht zahlen. Ja waum eigentlich nicht. Irgendwie hatte sie den Eindruck sie wäre wertlos. Naja auch nicht so ganz. Aber auch wenn sie erst neu in den Adelskreisen war, wußte sie doch das man solchen Gaunern nie einen Freibrief geben durfte. Sie seufzte schwer, sie hatte keine Ahnung was mit ihr passieren sollte. Sie wollte nicht sterben, nicht jetzt wo sie diesen tollen Menschen getroffen hatte. Sie wollte nicht glauben, dass das Glück sie verlassen haben sollte. Würde man sich wirklich Gedanken machen? Oder war sie dem Ritter, dem sie diente wirklich egal? Sie war hin und her gerissen. Sie hoffte es gäbe eine Möglichkeit hinaus. Und bangte um ihr Leben.
Eins jedoch war sicher. Würde sie lebend hier rauskommen, niemehr würde sie das Haus verlassen. NIEMEHR!
Zuletzt geändert von Lucianna Merran am Samstag 6. November 2010, 02:36, insgesamt 2-mal geändert.
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Lucien de Mareaux
Eine Beule und ihre Folgen
Der Tag hatte schon recht übel begonnen. Die Laune war nicht die Beste, aber dennoch wollte ich mich an mein gegebenes Versprechen halten und machte mich, beladen mit einem Picknickkorb auf dem Weg nach Adoran. Es konnte alles nur besser werden.
Aber wie es nun einmal so ist im Leben: Ist der erste Schritt des Tages schon fehlgegangen, so setzt es sich wie ein garstiger Lindwurm auch weiter fort mit den Fehltritten, bis man sich schlafen legt und ins Land der Träume davonstielt (und, seien wir doch mal ehrlich, meistens gibt es dann auch noch davon schlechte als Sahnehäubchen obendrauf).
Ich stieg also aus der Kutsche aus, suchte mir meinen Weg durch die Straßen der Stadt und fand mich letztlich vor der Türe der Herrschaften ein, um die Hausdame zu entführen – im positiven Sinne, versteht sich ja von selbst, denn es sollte ein Picknick geben, wie schon mal erwähnt. Sie schien sogar etwas Zeit dafür gefunden zu haben und wir machten uns gemeinsam auf den Weg, um einen gemütlichen Nachmittag, respektive Abend, zu verbringen bei gutem Wein, gutem Kuchen und was der Korb noch alles an Überraschungen hergeben sollte.
Etwas ganz unverfängliches, ohne einen Hintergedanken, einfach nur eines simplen Lächelns wegen, und ein wenig Luft zum freieren Atmen. Aber nein, der Tag war – wie ich schon sagte – durchwachsen und er sollte in einem Desaster enden. Nicht etwa, dass ich sie mit Wein bekleckert hätte, oder ähnliches. Das wäre harmlos gewesen und darüber hätte man noch wegsehen können! Nein!
Wir hatten kaum Platz genommen an diesem hübschen Wasserfall, kaum den Wein in der Hand, da spürte ich auch schon den Lauf einer Pistole im Rücken und ehe ich es mich versah, fand sich die arme Frau mit einer Augenbinde versehen als Geisel wieder. Der Versuch, der mir blieb, um sie aus ihrer schrecklichen Lage zu befreien, missglückte und handelte mir einen Schlag mit dem Kolben auf den Kopf ein. Ich ging wie ein nasser Sack zu Boden und dachte, mir müsste der Schädel zerspringen.
100 Kronen Lösegeld lautete die Losung, als ich wieder zu mir kam – was den Göttern sei‘s mal gedankt – nicht allzu lange dauerte (andererseits hätte ich mir gewünscht gar nicht mehr aufzuwachen, denn mir brummte der Schädel außerordentlich). Als ich allein zurück gelassen wurde, blieb ich noch eine Weile liegen, versuchte die Benommenheit abzuschütteln, bevor ich mich wieder auf den Weg nach Adoran machte.
Natürlich wurde es dort nicht besser. Mein Gewissen plagte mich, ich fühlte mich wie der letzte Versager, zudem außerordentlich verantwortlich für das Geschehen und es wurde noch schlimmer, als ich in das Fräulein Arnach reinstolperte und sie gleich ganz Adoran aufscheuchte wegen dieser Sache. Um ehrlich zu sein, war mir der Gang zu dem Herrn der Hausdame schon schwer genug, so wurde er regelrecht zum Alptraum.
Während also die fürsorgliche Heilerin meine Beule versorgte (und als sie draufdrückte, die Schmerzen fast zum Erbrechen unerträglich machte), stand ich irgendwie Rede und Antwort, musste aber eingestehen mich nur recht verschwommen erinnern zu können. War das nun ein Mann oder eine Frau? Ich glaubte, ein Kerl.. ich glaubte, nicht allein, aber ich hätte nichts unterschrieben, denn vermutlich hätte ich damit meine Seele verkauft.
Ich wurde letztendlich regelrecht fortgeschleift, wie ein Schwerverbrecher kam ich mir vor, dabei wollte die Heilerin nur mein Bestes, nämlich die Versorgung im Heilerhaus voranbringen, ich aber wollte doch viel lieber wissen, was nun weiter geschah, denn ich fühlte mich doch verantwortlich für diese Misere – und ich schwöre, hätte ich so viel Gold in den Taschen, ich hätte es bezahlt!
Als ich dann auch noch zu hören bekam, dass ich die nächsten Tage, das Bett zu hüten hätte, war es vorbei mit meiner Geduld, ich wurde sicherlich sehr harsch (ein Grund nochmal dorthin zu gehen und sich zu entschuldigen, bei Licht betrachtet). Immerhin wollte am nächsten Tag das Kloster besucht werden. Die Kinder sollten darunter nicht auch noch leiden müssen.
Fräulein Arnach sei’s gedankt, dass dies auch noch ermöglicht werden sollte…
Aber wie es nun einmal so ist im Leben: Ist der erste Schritt des Tages schon fehlgegangen, so setzt es sich wie ein garstiger Lindwurm auch weiter fort mit den Fehltritten, bis man sich schlafen legt und ins Land der Träume davonstielt (und, seien wir doch mal ehrlich, meistens gibt es dann auch noch davon schlechte als Sahnehäubchen obendrauf).
Ich stieg also aus der Kutsche aus, suchte mir meinen Weg durch die Straßen der Stadt und fand mich letztlich vor der Türe der Herrschaften ein, um die Hausdame zu entführen – im positiven Sinne, versteht sich ja von selbst, denn es sollte ein Picknick geben, wie schon mal erwähnt. Sie schien sogar etwas Zeit dafür gefunden zu haben und wir machten uns gemeinsam auf den Weg, um einen gemütlichen Nachmittag, respektive Abend, zu verbringen bei gutem Wein, gutem Kuchen und was der Korb noch alles an Überraschungen hergeben sollte.
Etwas ganz unverfängliches, ohne einen Hintergedanken, einfach nur eines simplen Lächelns wegen, und ein wenig Luft zum freieren Atmen. Aber nein, der Tag war – wie ich schon sagte – durchwachsen und er sollte in einem Desaster enden. Nicht etwa, dass ich sie mit Wein bekleckert hätte, oder ähnliches. Das wäre harmlos gewesen und darüber hätte man noch wegsehen können! Nein!
Wir hatten kaum Platz genommen an diesem hübschen Wasserfall, kaum den Wein in der Hand, da spürte ich auch schon den Lauf einer Pistole im Rücken und ehe ich es mich versah, fand sich die arme Frau mit einer Augenbinde versehen als Geisel wieder. Der Versuch, der mir blieb, um sie aus ihrer schrecklichen Lage zu befreien, missglückte und handelte mir einen Schlag mit dem Kolben auf den Kopf ein. Ich ging wie ein nasser Sack zu Boden und dachte, mir müsste der Schädel zerspringen.
100 Kronen Lösegeld lautete die Losung, als ich wieder zu mir kam – was den Göttern sei‘s mal gedankt – nicht allzu lange dauerte (andererseits hätte ich mir gewünscht gar nicht mehr aufzuwachen, denn mir brummte der Schädel außerordentlich). Als ich allein zurück gelassen wurde, blieb ich noch eine Weile liegen, versuchte die Benommenheit abzuschütteln, bevor ich mich wieder auf den Weg nach Adoran machte.
Natürlich wurde es dort nicht besser. Mein Gewissen plagte mich, ich fühlte mich wie der letzte Versager, zudem außerordentlich verantwortlich für das Geschehen und es wurde noch schlimmer, als ich in das Fräulein Arnach reinstolperte und sie gleich ganz Adoran aufscheuchte wegen dieser Sache. Um ehrlich zu sein, war mir der Gang zu dem Herrn der Hausdame schon schwer genug, so wurde er regelrecht zum Alptraum.
Während also die fürsorgliche Heilerin meine Beule versorgte (und als sie draufdrückte, die Schmerzen fast zum Erbrechen unerträglich machte), stand ich irgendwie Rede und Antwort, musste aber eingestehen mich nur recht verschwommen erinnern zu können. War das nun ein Mann oder eine Frau? Ich glaubte, ein Kerl.. ich glaubte, nicht allein, aber ich hätte nichts unterschrieben, denn vermutlich hätte ich damit meine Seele verkauft.
Ich wurde letztendlich regelrecht fortgeschleift, wie ein Schwerverbrecher kam ich mir vor, dabei wollte die Heilerin nur mein Bestes, nämlich die Versorgung im Heilerhaus voranbringen, ich aber wollte doch viel lieber wissen, was nun weiter geschah, denn ich fühlte mich doch verantwortlich für diese Misere – und ich schwöre, hätte ich so viel Gold in den Taschen, ich hätte es bezahlt!
Als ich dann auch noch zu hören bekam, dass ich die nächsten Tage, das Bett zu hüten hätte, war es vorbei mit meiner Geduld, ich wurde sicherlich sehr harsch (ein Grund nochmal dorthin zu gehen und sich zu entschuldigen, bei Licht betrachtet). Immerhin wollte am nächsten Tag das Kloster besucht werden. Die Kinder sollten darunter nicht auch noch leiden müssen.
Fräulein Arnach sei’s gedankt, dass dies auch noch ermöglicht werden sollte…
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Neyla Virr
Schnellen Schrittes lief sie die dunkle Gasse entlang, ihre Augen huschten stets verängstigt über die Schulter, um ihre Verfolger nicht aus dem Blick zu verlieren. Auch wenn sie sich dies wünschte, war es doch unmöglich ihnen zu entkommen. Sie waren schneller... sie waren gerissener... sie waren stets stärker. Sie konnte noch so schnell laufen, sie würde niemals entkommen.. am Ende erwischten sie die junge Frau immer...
Plötzlich ein stumpfer Schlag, es wurde schwarz vor ihren Augen und sie ging zu Boden.. als sie ihre Lider wieder öffnen konnte, stand sie auf einem Balkon, die Finger lagen am Gerüst, sie sah auf die Strasse hinab, etwas blendete sie, als sie ihre Umgebung näher erkannte, sie sah nur Feuer.. meterhohe Flammen züngelten dem Himmel entgegen, Schreie der gequälten Menschen schallten durch ihre Ohren.. ein Geruch von verbranntem Fleisch, verwesten Menschen, die wohl schon länger ihre Zeit ablagen auf den Strassen, in denen das Blut herunterrann... die Hitze schmerzte ihr auf der Haut, sie spürte sie... als wäre es gestern.. dann ertönte ein markdurchdringender Schrei... der ihr nur zu gut bekannt war.. es war ihr Name, der gerufen wurde.. dann wurde sie fortgerissen vom Gerüst.. etwas zerrte an ihr, dann ein Klirren und sie schien zu fliegen... der Blick nach oben gewandt, vorbei an den Scherben, die ihr hinterher zu fallen schienen, die Hände streckte sie zu ihrem Heim auf, dass daraufhin lichterloh zu brennen begann...
Mit einem Ruck saß sie aufrecht im Bett, der Schweiß stand ihr auf der Stirn, ihre Hände schienen keine Ruhe zu finden. Sie wischte sich kurz mit dem Unterarm über das Gesicht, ein flüchtiger Blick ließ sie daran erinnern, wo sie war. Als sie bemerkte, dass sie alleine war, sprang sie auch schon auf und verschwand aus dem Haus. Sie brauchte Luft zum Denken, sie musste erst wieder zu sich kommen...
Die Entführung hatte sehr an ihr gerüttelt, es hatte einige Dinge, wieder empor gehoben aus ihrem Gedächtnis, die mittlerweile ruhten. Handelte es sich hier um einen Einzelfall? Oder würde es sich nun häufen? Es gab viele Menschen, die dann betroffen wären... Doch kannten so viele die jeweilig passenden Personen oder müsste jemand internes diese Informationen weitergeben oder vielleicht sogar selbst verwenden? Sie erinnerte sich wieder daran, wie es war keiner Seele zu trauen, ihre Ängste waren deutlich geringer gewesen und ihre Alpträume waren kaum noch vorhanden. War dies ein Zeichen..? War sie wieder in Gefahr.. oder gar ihre Vertrauten? Sie musste wieder besser aufpassen, hatte sie nicht schon genug erlebt, dass sie eines besseren belehrt wurde..? Wie konnte sie so leichtsinnig werden..?
Sie schüttelte den Kopf enttäuscht – enttäuscht über sich selbst und ihre Schwäche - sie musste wieder an sich arbeiten.. sie hatte sich stark beeinflussen lassen die letzte Zeit... dass war sie nicht von sich gewohnt.
Sie müsste sich weiter informieren, die Ohren wieder lauschen lassen... sie würde schon herausfinden, was dahinter steckte oder ob es sich um einen Einzelfall handelte...hoffentlich würde der Dame nichts geschehen...
Plötzlich ein stumpfer Schlag, es wurde schwarz vor ihren Augen und sie ging zu Boden.. als sie ihre Lider wieder öffnen konnte, stand sie auf einem Balkon, die Finger lagen am Gerüst, sie sah auf die Strasse hinab, etwas blendete sie, als sie ihre Umgebung näher erkannte, sie sah nur Feuer.. meterhohe Flammen züngelten dem Himmel entgegen, Schreie der gequälten Menschen schallten durch ihre Ohren.. ein Geruch von verbranntem Fleisch, verwesten Menschen, die wohl schon länger ihre Zeit ablagen auf den Strassen, in denen das Blut herunterrann... die Hitze schmerzte ihr auf der Haut, sie spürte sie... als wäre es gestern.. dann ertönte ein markdurchdringender Schrei... der ihr nur zu gut bekannt war.. es war ihr Name, der gerufen wurde.. dann wurde sie fortgerissen vom Gerüst.. etwas zerrte an ihr, dann ein Klirren und sie schien zu fliegen... der Blick nach oben gewandt, vorbei an den Scherben, die ihr hinterher zu fallen schienen, die Hände streckte sie zu ihrem Heim auf, dass daraufhin lichterloh zu brennen begann...
Mit einem Ruck saß sie aufrecht im Bett, der Schweiß stand ihr auf der Stirn, ihre Hände schienen keine Ruhe zu finden. Sie wischte sich kurz mit dem Unterarm über das Gesicht, ein flüchtiger Blick ließ sie daran erinnern, wo sie war. Als sie bemerkte, dass sie alleine war, sprang sie auch schon auf und verschwand aus dem Haus. Sie brauchte Luft zum Denken, sie musste erst wieder zu sich kommen...
Die Entführung hatte sehr an ihr gerüttelt, es hatte einige Dinge, wieder empor gehoben aus ihrem Gedächtnis, die mittlerweile ruhten. Handelte es sich hier um einen Einzelfall? Oder würde es sich nun häufen? Es gab viele Menschen, die dann betroffen wären... Doch kannten so viele die jeweilig passenden Personen oder müsste jemand internes diese Informationen weitergeben oder vielleicht sogar selbst verwenden? Sie erinnerte sich wieder daran, wie es war keiner Seele zu trauen, ihre Ängste waren deutlich geringer gewesen und ihre Alpträume waren kaum noch vorhanden. War dies ein Zeichen..? War sie wieder in Gefahr.. oder gar ihre Vertrauten? Sie musste wieder besser aufpassen, hatte sie nicht schon genug erlebt, dass sie eines besseren belehrt wurde..? Wie konnte sie so leichtsinnig werden..?
Sie schüttelte den Kopf enttäuscht – enttäuscht über sich selbst und ihre Schwäche - sie musste wieder an sich arbeiten.. sie hatte sich stark beeinflussen lassen die letzte Zeit... dass war sie nicht von sich gewohnt.
Sie müsste sich weiter informieren, die Ohren wieder lauschen lassen... sie würde schon herausfinden, was dahinter steckte oder ob es sich um einen Einzelfall handelte...hoffentlich würde der Dame nichts geschehen...
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Niel Finrias
Du
Du hast mich gebeten, beim Sir, Sir Thelor von Reensdorf, vorstellig zu werden. Nur dass es so werden würde, damit konnte niemand rechnen...
Niel lief direkt in eine höchst seltsame Menschenansammlung hinein, und wurde gleich zur Begleitung eines vage bekannten, weißblonden und offensichtlich verletzten Mannes und Anora Silbermanns wieder fort geschickt. Er half gern wo er konnte. Trotzdem. Hätte er sich lieber schriftlich anmelden sollen?
Jedoch… war es schon so schwierig genug, und der Versuch, sein Anliegen schriftlich anzukündigen, hatte nur einige zerknüllte Pergamente zur Folge, bis er sich eingestand: Die Worte dafür kannte er nicht. Er wusste ja kaum, wie er es bei sich nennen sollte.
[…]
Keine Stunde zuvor am gleichen Abend: Niel schlenderte über die schnurgerade Brücke von der Kutsche aus nach Adoran hinein, ein Lächeln auf dem Gesicht, das sich einfach nicht verbannen ließ. Erinnerungen an den vorangegangenen Abend, die letzten Tage, Erinnerungen an Begegnungen mit einer Person zogen vor seinem inneren Augen vorbei.
Eine junge Frau. Schüchtern. Höflich. Kräutertee. Jemand anders, eine Knappin, die davon rauscht, als sie ihn sieht, wie von einem der Skorpione Menek’urs gestochen, mit plötzlich wichtigen Anliegen. Und ihn allein lässt mit Blicken blau-grauer Augen. Eine Strähne dunklen Haars, die in ein Gesicht fällt.
"Meine Mutter, lang ists her… Schwester Tarnya… Tivia… und du, Lucianna", murmelte er, reihte ihren Namen in eine sehr kurze Folge derjenigen Frauen ein, zu denen er je mehr als den üblichen, immer höflichen und respektvollen – und immer oberflächlichen – Umgang gehabt hatte. Nur wenige, die er mit "Du" hatte ansprechen dürfen.
[…]
Jetzt... bist du verschwunden – nur wo? Ich will helfen, irgendwas tun! Und das einzige was ich tun soll, darf, kann… ist warten. So‘n Mist.
Er kam sehr spät am Abend noch einmal zu Sir Thelors Anwesen, und erhielt die Gelegenheit, seine Worte vorzubringen – die doch aufgrund der unerwarteten Ereignisse nur zögerlich kamen. Was er sich zurechtgelegt hatte… alles war in Unordnung.
Überrascht wurde er von der Selbstverständlichkeit, mit der sein Gegenüber seine Schlüsse zog und mit wenigen Worten seine Verlegenheit nahm. Bei ihm klang es völlig klar und verständlich. Nein, ich habe natürlich kein Mönchsgelübde abgelegt, dachte Niel und grinste belustigt auf. Erleichterung durchströmte ihn, dass mit dieser Feststellung so umfassend all das gesagt war, und zugleich ungesagt bleiben konnte, was gerade in ihm vorging.
Zunächst stand jetzt die Sorge um die Entführte im Vordergrund. Danach konnte man sich über alles Weitere klar werden.
[…]
Am Abend des Folgetags der Entführung schlug der junge Ordensmann wieder vor der Tür des Hauses von Reensdorf auf. Spät am Abend. Die Sache ließ ihn ohnehin nicht zur Ruhe kommen, er ritt durch die Umgebung, lief auf und ab in Räumen, starrte in die Luft. Eine Vorstellung von Gauklern im Kloster sollte ihn ablenken – doch das einzige, was ihm wirklich doch ein Lächeln aufs Gesicht brachte war zu sehen, wie die Darbietung von den Kindern bestaunt wurde. Er versuchte allem zu folgen, doch so recht war er nicht anwesend.
Also ersuchte er persönlich bei demjenigen nach Neuigkeiten zu fragen, an den die Forderung einer Goldsumme zur Auslösung Luciannas ergangen war: Einmal mehr beim Sir von Reensdorf. Erst öffnete niemand, und er machte sich schon innerlich darauf gefasst, auf der Treppe zu nächtigen, als es hinter ihm klappte und Licht auf den Vorhof des Anwesens strömte. Niowe stand in der Tür, und so konnte er doch noch ein paar Worte mit dem Sir von Reensdorf wechseln: Ob Lucianna ihm gegenüber erwähnt hätte, dass man sie bedrohte, Angst gehabt hätte.
Nein. Ich habe keine Angst auf deinem Gesicht gesehen. Habe ich nicht genau genug hingesehen? Auch Niowe schien zu denken, es hätte ihm auffallen müssen. Wie das, wenn ich dich erst so kurz kenne? Über seine Ängste erzählte man sich eben nicht schon alles nach einer Bekanntschaft von der Kürze vielleicht eines Wochenlaufes. "Ich denke die zwei hatten sich anderes zu erzählen als ihre Sorgen, Niowe", warf Sir Thelor ein - und … ja, ganz Verschiedenes, auch Persönliches war zur Sprache gekommen, Pläne, Einfälle. Doch nichts, was auf die jetzige Lage hingedeutet hätte.
Ein Stich lief jedoch durch seine Brust, als Niowe anfing zu reden, wie sie sich freue, dass sie dank Temora zwei Herzen habe zusammenfügen dürfen. Ungläubig sah Niel sie an. Ja, sie hatte die beiden sich gegenseitig vorgestellt, dennoch: Wie konnte sie so vor dem Sir sprechen, über seine eigenen innersten Gefühle, mit denen er noch nicht einmal selbst besonders viel anzufangen wusste? Bitte hör auf. Hör einfach auf zu reden!, schoss es ihm durch den Kopf. Nach jedem weiteren ihrer Sätze bohrte sich die Erkenntnis weiter vor: Niowe wird nicht aufhören zu reden. Davon, wie alles ihre Strategie gewesen sei, und oh, Temora sei Dank, zwei reine Herzen hätten sich gefunden und nun müsse man trachten, dass es so bleibt. Niels Atem stockte und Wärme stieg in ihm auf, peinlich berührt kam ihm der Gedanke, dass er gerade knallrot anlaufen musste. "Etwas was offensichtlich ist, und jeder sieht, muss nicht unbedingt ausgesprochen sein", tönte eine ruhige Stimme. Niel war dem Sir so dankbar, dass wenigstens er ganz offensichtlich diesbezüglich sehr gelassen blieb – auch wenn Niowe immer noch nicht zu begreifen schien, weshalb sie den jungen Mann so traf mit ihren Worten. Vielleicht lag es daran, wie sie im Folgenden erklärte, dass sie selbst keine Menschen lieben wollte. Nur Temora und ihren verstorbenen Bruder. Niel hatte Mitgefühl mit ihr, der Schmerz über seinen Verlust muss unermesslich gewesen sein, dass sie so fürchtete, je wieder jemanden an sich heran zu lassen.
Aber in diesem Augenblick... war es nicht leicht für ihn mit anzuhören, dass Niowe ihn als Beispiel anführte, wie Gefühle für andere Menschen jemanden "nur verletzlich machen". Und erst recht nicht, wie hier andere mehr über ihn zu wissen schienen, als er selbst. Eins - nur eins war klar-, hatte ihn sogleich angesprungen wie ein Frosch.
Ich mag dich.
Und wenn ich irgendwas tun kann, möchte ich helfen, dich nach Hause zu holen.
Du hast mich gebeten, beim Sir, Sir Thelor von Reensdorf, vorstellig zu werden. Nur dass es so werden würde, damit konnte niemand rechnen...
Niel lief direkt in eine höchst seltsame Menschenansammlung hinein, und wurde gleich zur Begleitung eines vage bekannten, weißblonden und offensichtlich verletzten Mannes und Anora Silbermanns wieder fort geschickt. Er half gern wo er konnte. Trotzdem. Hätte er sich lieber schriftlich anmelden sollen?
Jedoch… war es schon so schwierig genug, und der Versuch, sein Anliegen schriftlich anzukündigen, hatte nur einige zerknüllte Pergamente zur Folge, bis er sich eingestand: Die Worte dafür kannte er nicht. Er wusste ja kaum, wie er es bei sich nennen sollte.
[…]
Keine Stunde zuvor am gleichen Abend: Niel schlenderte über die schnurgerade Brücke von der Kutsche aus nach Adoran hinein, ein Lächeln auf dem Gesicht, das sich einfach nicht verbannen ließ. Erinnerungen an den vorangegangenen Abend, die letzten Tage, Erinnerungen an Begegnungen mit einer Person zogen vor seinem inneren Augen vorbei.
Eine junge Frau. Schüchtern. Höflich. Kräutertee. Jemand anders, eine Knappin, die davon rauscht, als sie ihn sieht, wie von einem der Skorpione Menek’urs gestochen, mit plötzlich wichtigen Anliegen. Und ihn allein lässt mit Blicken blau-grauer Augen. Eine Strähne dunklen Haars, die in ein Gesicht fällt.
"Meine Mutter, lang ists her… Schwester Tarnya… Tivia… und du, Lucianna", murmelte er, reihte ihren Namen in eine sehr kurze Folge derjenigen Frauen ein, zu denen er je mehr als den üblichen, immer höflichen und respektvollen – und immer oberflächlichen – Umgang gehabt hatte. Nur wenige, die er mit "Du" hatte ansprechen dürfen.
[…]
Jetzt... bist du verschwunden – nur wo? Ich will helfen, irgendwas tun! Und das einzige was ich tun soll, darf, kann… ist warten. So‘n Mist.
Er kam sehr spät am Abend noch einmal zu Sir Thelors Anwesen, und erhielt die Gelegenheit, seine Worte vorzubringen – die doch aufgrund der unerwarteten Ereignisse nur zögerlich kamen. Was er sich zurechtgelegt hatte… alles war in Unordnung.
Überrascht wurde er von der Selbstverständlichkeit, mit der sein Gegenüber seine Schlüsse zog und mit wenigen Worten seine Verlegenheit nahm. Bei ihm klang es völlig klar und verständlich. Nein, ich habe natürlich kein Mönchsgelübde abgelegt, dachte Niel und grinste belustigt auf. Erleichterung durchströmte ihn, dass mit dieser Feststellung so umfassend all das gesagt war, und zugleich ungesagt bleiben konnte, was gerade in ihm vorging.
Zunächst stand jetzt die Sorge um die Entführte im Vordergrund. Danach konnte man sich über alles Weitere klar werden.
[…]
Am Abend des Folgetags der Entführung schlug der junge Ordensmann wieder vor der Tür des Hauses von Reensdorf auf. Spät am Abend. Die Sache ließ ihn ohnehin nicht zur Ruhe kommen, er ritt durch die Umgebung, lief auf und ab in Räumen, starrte in die Luft. Eine Vorstellung von Gauklern im Kloster sollte ihn ablenken – doch das einzige, was ihm wirklich doch ein Lächeln aufs Gesicht brachte war zu sehen, wie die Darbietung von den Kindern bestaunt wurde. Er versuchte allem zu folgen, doch so recht war er nicht anwesend.
Also ersuchte er persönlich bei demjenigen nach Neuigkeiten zu fragen, an den die Forderung einer Goldsumme zur Auslösung Luciannas ergangen war: Einmal mehr beim Sir von Reensdorf. Erst öffnete niemand, und er machte sich schon innerlich darauf gefasst, auf der Treppe zu nächtigen, als es hinter ihm klappte und Licht auf den Vorhof des Anwesens strömte. Niowe stand in der Tür, und so konnte er doch noch ein paar Worte mit dem Sir von Reensdorf wechseln: Ob Lucianna ihm gegenüber erwähnt hätte, dass man sie bedrohte, Angst gehabt hätte.
Nein. Ich habe keine Angst auf deinem Gesicht gesehen. Habe ich nicht genau genug hingesehen? Auch Niowe schien zu denken, es hätte ihm auffallen müssen. Wie das, wenn ich dich erst so kurz kenne? Über seine Ängste erzählte man sich eben nicht schon alles nach einer Bekanntschaft von der Kürze vielleicht eines Wochenlaufes. "Ich denke die zwei hatten sich anderes zu erzählen als ihre Sorgen, Niowe", warf Sir Thelor ein - und … ja, ganz Verschiedenes, auch Persönliches war zur Sprache gekommen, Pläne, Einfälle. Doch nichts, was auf die jetzige Lage hingedeutet hätte.
Ein Stich lief jedoch durch seine Brust, als Niowe anfing zu reden, wie sie sich freue, dass sie dank Temora zwei Herzen habe zusammenfügen dürfen. Ungläubig sah Niel sie an. Ja, sie hatte die beiden sich gegenseitig vorgestellt, dennoch: Wie konnte sie so vor dem Sir sprechen, über seine eigenen innersten Gefühle, mit denen er noch nicht einmal selbst besonders viel anzufangen wusste? Bitte hör auf. Hör einfach auf zu reden!, schoss es ihm durch den Kopf. Nach jedem weiteren ihrer Sätze bohrte sich die Erkenntnis weiter vor: Niowe wird nicht aufhören zu reden. Davon, wie alles ihre Strategie gewesen sei, und oh, Temora sei Dank, zwei reine Herzen hätten sich gefunden und nun müsse man trachten, dass es so bleibt. Niels Atem stockte und Wärme stieg in ihm auf, peinlich berührt kam ihm der Gedanke, dass er gerade knallrot anlaufen musste. "Etwas was offensichtlich ist, und jeder sieht, muss nicht unbedingt ausgesprochen sein", tönte eine ruhige Stimme. Niel war dem Sir so dankbar, dass wenigstens er ganz offensichtlich diesbezüglich sehr gelassen blieb – auch wenn Niowe immer noch nicht zu begreifen schien, weshalb sie den jungen Mann so traf mit ihren Worten. Vielleicht lag es daran, wie sie im Folgenden erklärte, dass sie selbst keine Menschen lieben wollte. Nur Temora und ihren verstorbenen Bruder. Niel hatte Mitgefühl mit ihr, der Schmerz über seinen Verlust muss unermesslich gewesen sein, dass sie so fürchtete, je wieder jemanden an sich heran zu lassen.
Aber in diesem Augenblick... war es nicht leicht für ihn mit anzuhören, dass Niowe ihn als Beispiel anführte, wie Gefühle für andere Menschen jemanden "nur verletzlich machen". Und erst recht nicht, wie hier andere mehr über ihn zu wissen schienen, als er selbst. Eins - nur eins war klar-, hatte ihn sogleich angesprungen wie ein Frosch.
Ich mag dich.
Und wenn ich irgendwas tun kann, möchte ich helfen, dich nach Hause zu holen.
Zuletzt geändert von Niel Finrias am Samstag 6. November 2010, 23:50, insgesamt 3-mal geändert.
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Niel Finrias
Entgegen aller Erwartungen in Bajard am Hafen...
... fand Niel die verängstigte, von der Gefangenschaft ziemlich ausgezehrte junge Frau.
Nach langem Warten in Adoran, wie es im Schreiben angekündigt war, ausschauend nach einer Kutsche, aus der Lucianna heraus gestoßen würde, begann er schließlich rastlos alle Ortschaften und Häfen abzusuchen... Eine Stimme! Ist sie es?
Einige nach Seetang riechende Gassen durchquerend wagte er zunächst kaum zu hoffen.
"Hilfe!", ertönte es erneut von jenseits der nächsten Hütte im Fischerdorf Bajard, und zweimal musste der Ordensmann beim Heraneilen hinsehen, bevor er die junge Frau unter all dem wirren Haar erkannte, die dort auf dem Steg kauerte. Sogleich alarmierte ihn ihre körperliche Verfassung, sie musste ganz offensichtlich schnell in ein Bett, und unbedingt etwas essen und trinken - die blasse Haut sprach Bände von Erschöpfung. Demnach versuchte er sie zu allererst, ihren zitternden Körper stützend und jedwede Fragen herunter schluckend, zum Anwesen von Reensdorf zu bringen.
Dort angekommen, überfiel ihn Ratlosigkeit aufgrund ihres Verhaltens... Das, was dir jetzt helfen würde, nimmst du kaum an oder weist es gleich ganz zurück... oh bitte! Iss doch etwas, Luci.
Der Sir von Reensdorf war offensichtlich überrascht, doch auch erleichtert, dass Lucianna zurück war. Stellte ihr auch die Fragen, die Niel nicht über sich gebracht hatte, zu äußern. Zu leer war der Blick, zu erschöpft die junge Frau, als dass er, nur um seine eigene Neugier zu befriedigen, in Kauf genommen hätte sie noch mehr zu fordern, zu schwächen. Nach allem, was Niel aus Erfahrung wusste, bestand kein Zweifel daran, dass sie in dem besonderen Zustand war, der nach schlimmen Erlebnissen folgt - was sie sagte und tat: Widersprüchlich. Wie abwesend. Mal mit plötzlicher Heftigkeit, nur um dann wieder in Ermattung zurückzufallen. Es würde sicherlich Zeit brauchen.
Danke, Sir, dass ich bleiben darf.
Nach außen hin bemüht ruhig bleibend, war der junge Mann dennoch erschreckt und betroffen. Weniger über ihren Zustand an sich, der sich auch zuweilen an Verletzten beobachten ließ, sondern darüber, wie sich die Person vor ihm einfach nicht verwandeln wollte. Lucianna blieb einfach Lucianna. Wurde nicht dieses fast gesichtlose Wesen, wie Verwundete und Kranke, denen er begegnete - das Geschöpf, ...dem er einfach nur helfen wollte. Und wo er mittlerweile mit gewisser Sicherheit wusste, wie dies anzustellen wäre.
Kein Blut war durch Wunden ihrem Körper entströmt, und doch schien Lebenskraft sie verlassen zu haben. Er konnte den Blick kaum von ihr wenden, die unsichtbare Stelle suchend, wo sie verletzt worden war. Wo er aufgerissene Haut nähen, verbinden, den Strom aufhalten könnte. Jedoch ahnend, dass er in dieser Art gerade einfach nichts tun könnte.
Nun... da er es schon durfte... blieb er einfach.
... fand Niel die verängstigte, von der Gefangenschaft ziemlich ausgezehrte junge Frau.
Nach langem Warten in Adoran, wie es im Schreiben angekündigt war, ausschauend nach einer Kutsche, aus der Lucianna heraus gestoßen würde, begann er schließlich rastlos alle Ortschaften und Häfen abzusuchen... Eine Stimme! Ist sie es?
Einige nach Seetang riechende Gassen durchquerend wagte er zunächst kaum zu hoffen.
"Hilfe!", ertönte es erneut von jenseits der nächsten Hütte im Fischerdorf Bajard, und zweimal musste der Ordensmann beim Heraneilen hinsehen, bevor er die junge Frau unter all dem wirren Haar erkannte, die dort auf dem Steg kauerte. Sogleich alarmierte ihn ihre körperliche Verfassung, sie musste ganz offensichtlich schnell in ein Bett, und unbedingt etwas essen und trinken - die blasse Haut sprach Bände von Erschöpfung. Demnach versuchte er sie zu allererst, ihren zitternden Körper stützend und jedwede Fragen herunter schluckend, zum Anwesen von Reensdorf zu bringen.
Dort angekommen, überfiel ihn Ratlosigkeit aufgrund ihres Verhaltens... Das, was dir jetzt helfen würde, nimmst du kaum an oder weist es gleich ganz zurück... oh bitte! Iss doch etwas, Luci.
Der Sir von Reensdorf war offensichtlich überrascht, doch auch erleichtert, dass Lucianna zurück war. Stellte ihr auch die Fragen, die Niel nicht über sich gebracht hatte, zu äußern. Zu leer war der Blick, zu erschöpft die junge Frau, als dass er, nur um seine eigene Neugier zu befriedigen, in Kauf genommen hätte sie noch mehr zu fordern, zu schwächen. Nach allem, was Niel aus Erfahrung wusste, bestand kein Zweifel daran, dass sie in dem besonderen Zustand war, der nach schlimmen Erlebnissen folgt - was sie sagte und tat: Widersprüchlich. Wie abwesend. Mal mit plötzlicher Heftigkeit, nur um dann wieder in Ermattung zurückzufallen. Es würde sicherlich Zeit brauchen.
Danke, Sir, dass ich bleiben darf.
Nach außen hin bemüht ruhig bleibend, war der junge Mann dennoch erschreckt und betroffen. Weniger über ihren Zustand an sich, der sich auch zuweilen an Verletzten beobachten ließ, sondern darüber, wie sich die Person vor ihm einfach nicht verwandeln wollte. Lucianna blieb einfach Lucianna. Wurde nicht dieses fast gesichtlose Wesen, wie Verwundete und Kranke, denen er begegnete - das Geschöpf, ...dem er einfach nur helfen wollte. Und wo er mittlerweile mit gewisser Sicherheit wusste, wie dies anzustellen wäre.
Kein Blut war durch Wunden ihrem Körper entströmt, und doch schien Lebenskraft sie verlassen zu haben. Er konnte den Blick kaum von ihr wenden, die unsichtbare Stelle suchend, wo sie verletzt worden war. Wo er aufgerissene Haut nähen, verbinden, den Strom aufhalten könnte. Jedoch ahnend, dass er in dieser Art gerade einfach nichts tun könnte.
Nun... da er es schon durfte... blieb er einfach.