Samt und Seide
-
Anne Jeremiah
Samt und Seide
Es war Frühling, als der Meisterschneider Lavender Grimhold, das Haus im Kastanienweg bezog und schon nach kurzer Zeit die betuchteren Herrschaften unseres kleinen Städtchens regelmässig die Auslagen betrachteten und sich nach und nach Termine holten.
Ich war noch keine dreizehn Jahre alt, doch übte dieser elegante Mann eine sonderbare Anziehung auf mich aus. Stets musste man mich davon abhalten, an seinen Blumenkästen hochzuklettern und in die edle Schneiderstube zu spähen, was übrigens als äusserst unschicklich erachtet wurde und mir so manche Schelte seitens meiner Zofe einbrachte. Stundenlang hätte ich ihm zusehen können, dem eleganten, gut gewachsenenen Mann mit dem rabenschwarzen Haar und schlanken Händen. Er berührte den Stoff als wäre er das wunderbarste auf der Welt, etwas was ihm teuer und lieb zugleich war , etwas worin er all seine Inbrunst und Liebe legen konnte, sich darin wiederfindend und gleichzeitig ausdrückend.
Ich erinnere mich noch als wäre es gestern gewesen, als Mutter mich eines Tages zu sich rief und meinte :" Anne, geh und wasch dich, zieh dir ein sauberes Kleid an , wir haben heute einen Termin beim Meisterschneider Lavender Grimhold." Nichts hatte ich mir sehnlicher gewünscht als einen Blick in die Schneiderei zu setzen. Als wir keine Stunde später die erlesene Werkstatt betraten , kam es mir vor, als atmete ich Düfte der grossen weiten Welt und deren Neuschöpfungen ein. Kleider aus Samt und Seide hingen für den Betrachter bereit, Hemden mit weisser Rüsche und Knöpfen aus edlem Perlmutt und Drachenschuppen, Silber und Gold leuchteten dezent und wunderbar. Mutter hatte sich inzwischen Lavender Grimhold zugewandt , mit ihm einige wenige Worte getauscht als sich dieser mir widmend näherte. Sein Blick ruhte auf mir als würde er mein Wesen zu erkennen versuchen, den Kopf leicht geneigt, lächelnd , sinnend. " Eure Mutter möchte Euch ein Kleid schenken, junge Dame. Und ihr allein dürft wählen was Euch gefallen täte. " Dabei schaute er mich an, als würde er mir auf den Grund meiner Seele blicken, und mich fühlen lassen, dass ich kein kleines Mädchen , sondern wert war, beachtet zu werden. Ich durfte wählen ! Welch eine Freude ! Er führte mich zu den Stapeln kostbarster Stoffe und ich wählte eine leichte Spitze, verbunden mit seidenem Einsatz, welche in dunklem burgunderrot schimmerte. Lavender Grimhold nickte anerkennend auf meine Wahl hin und hiess mich vor den grossen Spiegel stellen und legte den Stoff um mich, ihn leicht raffend und auf gewisse Art plazierend dass er auf die nur vorteilhafteste Art wirken konnte. Ich starrte in den Spiegel und mochte meinen Augen nicht trauen, jenes wunderschöne Geschöpf schien ich zu sein. Mein Blick schnellte zu Lavender , welcher, als würde er meine Gedanken erraten , leise lächelte , zustimmend und befürwortend.
Seit jenem Tag verging kein weiterer an dem ich nicht in seine Schneiderstube trat, er mich inzwischen vertraut lächelnd die verschiedensten Stoffe kennenlernen lies, mir zeigte wie man sie drapiert und das beste aus ihnen gestaltete. Gespräche über ferne Länder begleiteten unsere Arbeit während seine dunklen Augen schimmernd und geheimnisvoll auf mir ruhten.
Mein fünfzehnter Geburtstag nahte und ich eröffnete meinen Eltern den Wunsch, bei Lavender Grimhold in die Lehre gehen zu wollen, doch erntete ich nur Gelächter und ein belustigtes Abwinken. " Kind, schlag die Flausen aus dem Kopf, wir haben Höheres mit Dir im Sinn. " An ein Umstimmen war nicht zu denken. Noch in demselben Sommer schickte man mich an die Schule für höhere Töchter, fort vom Kastanienweg, fort von Lavender.Eine Welt zerbrach.
Als man mich zu meinem dreiundzwanzigsten Geburtstag mit dem arroganten Sohn des Herrn Bürgermeisters zu verloben wünschte, holte man mich heim und mein erster Weg führte mich in den Kastanienweg, wo mich die leeren Blumenkästen des Hauses anblickten als wollten sie sagen " Wo bist du nur gewesen, nun ist er fort ! ". Mit Tränen in den Augen sass ich noch lange dort, bis mich unsere Zofe fand, heimlenkte und der versammelten Gesellschaft vorstellte.
Nie und nimmer würde ich den Sohn des Bürgermeisters ehelichen, nie.. dort standen sie alle, Vater , Mutter, der Bürgermeister und dessen Sohn .Hochnäsig und lüstern liess er seine Blicke über mich gleiten, kalten Blickes wies ich ihn ab , was mir widerrum eisige Blicke meiner Eltern einbrachte. Reich und Reich gesellt sich gern, sagte Mutter, ich jedoch wünschte mich nur in die Nähe von Lavender Grimhold, dem geheimnisvollsten Menschen aller Zeiten. Ich wollte genauso wie er, in die Seelen der Einzelnen blicken und ihnen mit meiner Hilfe eine Gewandung kreieren, die ihrer würdig war.
Nachts darauf schnürte ich mein Bündel und machte mich auf die Suche nach meinem Schneidermeister, immer dem Gefühl nach, eine jede Auslage einer Schneiderei betrachtend, in der Hoffnung seine Kreationen wiederzuerkennen.
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/fantasywesternf-315yyy.jpg[/img]
Ich war noch keine dreizehn Jahre alt, doch übte dieser elegante Mann eine sonderbare Anziehung auf mich aus. Stets musste man mich davon abhalten, an seinen Blumenkästen hochzuklettern und in die edle Schneiderstube zu spähen, was übrigens als äusserst unschicklich erachtet wurde und mir so manche Schelte seitens meiner Zofe einbrachte. Stundenlang hätte ich ihm zusehen können, dem eleganten, gut gewachsenenen Mann mit dem rabenschwarzen Haar und schlanken Händen. Er berührte den Stoff als wäre er das wunderbarste auf der Welt, etwas was ihm teuer und lieb zugleich war , etwas worin er all seine Inbrunst und Liebe legen konnte, sich darin wiederfindend und gleichzeitig ausdrückend.
Ich erinnere mich noch als wäre es gestern gewesen, als Mutter mich eines Tages zu sich rief und meinte :" Anne, geh und wasch dich, zieh dir ein sauberes Kleid an , wir haben heute einen Termin beim Meisterschneider Lavender Grimhold." Nichts hatte ich mir sehnlicher gewünscht als einen Blick in die Schneiderei zu setzen. Als wir keine Stunde später die erlesene Werkstatt betraten , kam es mir vor, als atmete ich Düfte der grossen weiten Welt und deren Neuschöpfungen ein. Kleider aus Samt und Seide hingen für den Betrachter bereit, Hemden mit weisser Rüsche und Knöpfen aus edlem Perlmutt und Drachenschuppen, Silber und Gold leuchteten dezent und wunderbar. Mutter hatte sich inzwischen Lavender Grimhold zugewandt , mit ihm einige wenige Worte getauscht als sich dieser mir widmend näherte. Sein Blick ruhte auf mir als würde er mein Wesen zu erkennen versuchen, den Kopf leicht geneigt, lächelnd , sinnend. " Eure Mutter möchte Euch ein Kleid schenken, junge Dame. Und ihr allein dürft wählen was Euch gefallen täte. " Dabei schaute er mich an, als würde er mir auf den Grund meiner Seele blicken, und mich fühlen lassen, dass ich kein kleines Mädchen , sondern wert war, beachtet zu werden. Ich durfte wählen ! Welch eine Freude ! Er führte mich zu den Stapeln kostbarster Stoffe und ich wählte eine leichte Spitze, verbunden mit seidenem Einsatz, welche in dunklem burgunderrot schimmerte. Lavender Grimhold nickte anerkennend auf meine Wahl hin und hiess mich vor den grossen Spiegel stellen und legte den Stoff um mich, ihn leicht raffend und auf gewisse Art plazierend dass er auf die nur vorteilhafteste Art wirken konnte. Ich starrte in den Spiegel und mochte meinen Augen nicht trauen, jenes wunderschöne Geschöpf schien ich zu sein. Mein Blick schnellte zu Lavender , welcher, als würde er meine Gedanken erraten , leise lächelte , zustimmend und befürwortend.
Seit jenem Tag verging kein weiterer an dem ich nicht in seine Schneiderstube trat, er mich inzwischen vertraut lächelnd die verschiedensten Stoffe kennenlernen lies, mir zeigte wie man sie drapiert und das beste aus ihnen gestaltete. Gespräche über ferne Länder begleiteten unsere Arbeit während seine dunklen Augen schimmernd und geheimnisvoll auf mir ruhten.
Mein fünfzehnter Geburtstag nahte und ich eröffnete meinen Eltern den Wunsch, bei Lavender Grimhold in die Lehre gehen zu wollen, doch erntete ich nur Gelächter und ein belustigtes Abwinken. " Kind, schlag die Flausen aus dem Kopf, wir haben Höheres mit Dir im Sinn. " An ein Umstimmen war nicht zu denken. Noch in demselben Sommer schickte man mich an die Schule für höhere Töchter, fort vom Kastanienweg, fort von Lavender.Eine Welt zerbrach.
Als man mich zu meinem dreiundzwanzigsten Geburtstag mit dem arroganten Sohn des Herrn Bürgermeisters zu verloben wünschte, holte man mich heim und mein erster Weg führte mich in den Kastanienweg, wo mich die leeren Blumenkästen des Hauses anblickten als wollten sie sagen " Wo bist du nur gewesen, nun ist er fort ! ". Mit Tränen in den Augen sass ich noch lange dort, bis mich unsere Zofe fand, heimlenkte und der versammelten Gesellschaft vorstellte.
Nie und nimmer würde ich den Sohn des Bürgermeisters ehelichen, nie.. dort standen sie alle, Vater , Mutter, der Bürgermeister und dessen Sohn .Hochnäsig und lüstern liess er seine Blicke über mich gleiten, kalten Blickes wies ich ihn ab , was mir widerrum eisige Blicke meiner Eltern einbrachte. Reich und Reich gesellt sich gern, sagte Mutter, ich jedoch wünschte mich nur in die Nähe von Lavender Grimhold, dem geheimnisvollsten Menschen aller Zeiten. Ich wollte genauso wie er, in die Seelen der Einzelnen blicken und ihnen mit meiner Hilfe eine Gewandung kreieren, die ihrer würdig war.
Nachts darauf schnürte ich mein Bündel und machte mich auf die Suche nach meinem Schneidermeister, immer dem Gefühl nach, eine jede Auslage einer Schneiderei betrachtend, in der Hoffnung seine Kreationen wiederzuerkennen.
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/fantasywesternf-315yyy.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Anne Jeremiah am Freitag 22. Oktober 2010, 00:26, insgesamt 4-mal geändert.
-
Anne Jeremiah
Das Schicksal lenkte mich in die reiche Stadt Adoran . Sie war sehr schön , stattliche Gebäude zierten den Ort, blühende Bäume und Blumen verschönerten das Bild sodass es traumhaft wäre, in einer jener Strassen eine Schneiderstube zu eröffnen. Was, wenn ich Lavender hier fände, solch eine Stadt würde seinem Talent angemessen sein. Ich nahm mir vor, ihn dort zu suchen. Doch schienen die Bewohner unnahbar und und die Herbergen sündhaft teuer . Ich hatte Moira kennengelernt, eine junge Frau die ebenfalls das Schneiderhandwerk erlernen wollte. Eine zweite Nacht in dieser noblen Unterkunft konnten wir uns beide nicht noch einmal leisten und wir nahmen die nächste Kutsche nach Bajard , einem kleinen Fischerdorf südlich von Adoran. Dort sollte es eine Herberge geben, in der man günstig unterkommen konnte. Ihre Inhaberin hieß Verdania Zac. Die Suche nach Lavender wäre nicht verloren, nur aufgehoben. Der Herbst zog ins Land, und ich brauchte eine Bleibe und eine Anstellung , völlig egal als was, nur das ich mir meinen Stoff kaufen und üben könnte. Im Vorfeld hatte uns ein alter Mann namens Torjan eine Anstellung als Putzfrau angeboten, und in unserer Verzweiflung hatten wir jene auch angenommen. Sein Haus schien mehr als brüchig , der Holzwurm sei hier tätig gewesen. Nun ja, es war zumindest eine Option. Er würde uns mit Stoffen und Naturalien bezahlen.
Als ich der Kutsche in Bajard entstieg war mir ein freundlicher Mann behilflich und reichte mir seinen Arm. " Zur freien Herberge ?, er deutete mit ausgestreckter Hand.. " dort, seht, gleich da vorne, nur wenige Schritte von hier... der Schornstein raucht , Verdania und Siran sind sicher daheim . " Diesen freundlichen Worten folgend machten wir uns auf den Weg und saßen schon alsbald am Tische der Herberge, erhielten Essen und Trinken angeboten und wurden herzlichst aufgenommen. Verdania selbst war die meisterliche Schneiderin des Dorfes, eine Frau von strahlender Schönheit mit dunklen langen Locken. Das Glück schien uns hold zu sein , denn nach einigen Tagen schon, bot sie uns an, ihre Lehrlinge zu werden.
Mein Herz schlug hoch, ich würde Meister Lavenders Spuren folgen, ihn an meinen freien Tagen weiter suchen und währenddessen nicht müssig sein und fleissig üben.
Ich schaute in die Zukunft und lächelte .....
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/fischerdorf1_2_1920x1200.jpg[/img]
Als ich der Kutsche in Bajard entstieg war mir ein freundlicher Mann behilflich und reichte mir seinen Arm. " Zur freien Herberge ?, er deutete mit ausgestreckter Hand.. " dort, seht, gleich da vorne, nur wenige Schritte von hier... der Schornstein raucht , Verdania und Siran sind sicher daheim . " Diesen freundlichen Worten folgend machten wir uns auf den Weg und saßen schon alsbald am Tische der Herberge, erhielten Essen und Trinken angeboten und wurden herzlichst aufgenommen. Verdania selbst war die meisterliche Schneiderin des Dorfes, eine Frau von strahlender Schönheit mit dunklen langen Locken. Das Glück schien uns hold zu sein , denn nach einigen Tagen schon, bot sie uns an, ihre Lehrlinge zu werden.
Mein Herz schlug hoch, ich würde Meister Lavenders Spuren folgen, ihn an meinen freien Tagen weiter suchen und währenddessen nicht müssig sein und fleissig üben.
Ich schaute in die Zukunft und lächelte .....
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/fischerdorf1_2_1920x1200.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Anne Jeremiah am Donnerstag 28. Oktober 2010, 16:16, insgesamt 3-mal geändert.
-
Anne Jeremiah
Als ich gestern kurzentschlossen nach Adoran reiste und meinen Plan, den Meister Lavender Grimhold zu suchen umzusetzen versuchte, machte ich die stürmische Bekanntschaft mit einem Herrn. Stürmisch in dem Sinne, dass er meinen im Herbstwind davonwehenden Hut auffing und mir höflichst überreichte. Der Herbststurm wurde zunehmend kräftiger und wir flüchteten in eine Taverne um uns aufzuwärmen. Nobel und edel waren seine Gesten , sodass ich aufmerksam seinen Worten lauschte. Er schien dieses Land zu kennen, ja sogar das alte Varuna war ihm vertraut, doch einen Schneidermeister Grimhold kannte er nicht. Die Stadt sei zu gross, zu verschachtelt als dass man jeden kennen könne. Diese Worte machten mir Mut und ich entspannte mich, der Wein tat das Seine und bald schon wurde unser Gespräch vertrauter und persönlicher. Ich fühlte mich wohl in seiner Gegenwart, dieser Mann protzte nicht und es lag etwas aufrührerisches in seinen moosgrünen Augen.
Selbst meine etwas verwegene Vorstellung der Schneiderei schien ihn nicht sonderlich zu irritieren, das Eintauchen in die Seele des anderen um jener dann das geeignete Gewand zukommen zu lassen, eines, welche sie erhob und leuchten ließ.
Zum Abschied willigte er auf mein Bitten mir die Stadt zu zeigen ein, und wir verabredeten uns für die nächsten Tage . Mein Traum, den Meister Lavender in all diesen windigen Strassen zu finden , konnte sich erfüllen mit Hilfe dieses edlen Herrn.
Irgendetwas in seinem Blick machte mich froh, ja liess mich leichtfüssig über die Wiese laufen als wäre nicht Herbst sondern Frühling.
Bald schon würde ich wiederkommen...
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Stadt11.jpg[/img]
Selbst meine etwas verwegene Vorstellung der Schneiderei schien ihn nicht sonderlich zu irritieren, das Eintauchen in die Seele des anderen um jener dann das geeignete Gewand zukommen zu lassen, eines, welche sie erhob und leuchten ließ.
Zum Abschied willigte er auf mein Bitten mir die Stadt zu zeigen ein, und wir verabredeten uns für die nächsten Tage . Mein Traum, den Meister Lavender in all diesen windigen Strassen zu finden , konnte sich erfüllen mit Hilfe dieses edlen Herrn.
Irgendetwas in seinem Blick machte mich froh, ja liess mich leichtfüssig über die Wiese laufen als wäre nicht Herbst sondern Frühling.
Bald schon würde ich wiederkommen...
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Stadt11.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Anne Jeremiah am Donnerstag 28. Oktober 2010, 16:13, insgesamt 4-mal geändert.
-
Anne Jeremiah
Vater hatte mir das Reiten strengstens untersagt, sicher aus Angst, der Sturz könnte sich wiederholen. Damals im Alter von sieben war ich von dem Pony des Nachbarsjungen gefallen, direkt in die weingefüllten Glaskolben und hatte mir eine Scherbe bis tief unters Knie gejagd. Ein immer wiederkehrender Schmerz plagte seitdem mein linkes Knie , welches noch zu allem Übel von einer halbmondförmigen Narbe verunstaltet war .
Doch nichts konnte meinen heimlichen Wunsch, das Reiten zu erlernen, schwächen. So kann man sich sicherlich meine Begeisterung vorstellen, als mir mein "Stadtführer" anbot, mich das Reiten zu lehren. Und anstatt mich durch Adoran's vielen Strassen und Gassen zu führen, ging es zielstrebig hin durchs Adelsviertel zu den freien Wiesen hinter der Stadt. Vorbei an den neuen Gehegen, in denen man die Wildtiere nach Gattung fein säuberlich getrennt versorgte, pflegte und sie vor den neuen Bestien schützte. Soviel zu den wilden Gerüchten Bajard's , dass die Adligen die Tiere zu Hauf abschlachten und in grossen Fressorgien verspeisen würden. Gib dich nicht den Gerüchten hin, Anne... das waren Meister Lavenders Worte gewesen, in Gedanken schweifte ich hin zu ihm, doch holte mich die Stimme meines Begleiters in die Gegenwart zurück
" Anne,Ihr müsst ihn nun an Euch gewöhnen, kommt her und sprecht mit ihm, zeigt keine Angst, dann wird auch er sich ruhig verhalten !" sprach die ruhige Stimme und ließ mich an seinen Mustang herantreten. Ein schönes und stolzes Tier dessen seidigbraunes Fell in der Abendsonne glänzte.
Nach anfänglicher Scheu , angebotenen Äpfeln und gutem Zusprechen ließ das edle Pferd mich aufsitzen. Zuerst noch wurde ich herumgeführt, dann an einer langen Longe gehalten ritten Pferd und ich in leichtem Trab im Kreis herum. Ich lachte , und die Augen voller Übermut rief ich glücklich " Ich kann reiten juhuuuuuuuuuuuuuu !" Später gelang es mir seinen Besitzer zu einem anfänglich vorsichtigen Ritt ohne Longe zu überreden und er ließ mich, jedoch nicht versäumend mir Vorsicht nahezulegen.
Die Abendsonne in meinem Rücken ritt ich nun frei wie ein Vogel über Adoran's Wiese und nichts hätte schöner sein können.
Bei all dem Reitunterricht war es Abend geworden und wir liessen den Mustang grasen während wir uns ans Flussufer begaben . Die Sterne schimmerten bereits,unsere Blicke trafen sich und es war, als würde sich der Himmel auftun. " Was geschieht mit uns ", fragte er mit leiser Stimme und ich sog seinen moosgrünen Blick tief in mich auf während er mich an sich zog und sich unsere Lippen trafen. Ein schwerer Regenguss zog über das Land und sehr viel später saß ich am Lagerfeuer der Freien Herberge in Bajard, gekleidet in viel zu grosse Sachen und mit klopfendem, verliebten Herzen.
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/2004_11_01_Hard1_Luck_0004sized.jpg[/img]
Doch nichts konnte meinen heimlichen Wunsch, das Reiten zu erlernen, schwächen. So kann man sich sicherlich meine Begeisterung vorstellen, als mir mein "Stadtführer" anbot, mich das Reiten zu lehren. Und anstatt mich durch Adoran's vielen Strassen und Gassen zu führen, ging es zielstrebig hin durchs Adelsviertel zu den freien Wiesen hinter der Stadt. Vorbei an den neuen Gehegen, in denen man die Wildtiere nach Gattung fein säuberlich getrennt versorgte, pflegte und sie vor den neuen Bestien schützte. Soviel zu den wilden Gerüchten Bajard's , dass die Adligen die Tiere zu Hauf abschlachten und in grossen Fressorgien verspeisen würden. Gib dich nicht den Gerüchten hin, Anne... das waren Meister Lavenders Worte gewesen, in Gedanken schweifte ich hin zu ihm, doch holte mich die Stimme meines Begleiters in die Gegenwart zurück
" Anne,Ihr müsst ihn nun an Euch gewöhnen, kommt her und sprecht mit ihm, zeigt keine Angst, dann wird auch er sich ruhig verhalten !" sprach die ruhige Stimme und ließ mich an seinen Mustang herantreten. Ein schönes und stolzes Tier dessen seidigbraunes Fell in der Abendsonne glänzte.
Nach anfänglicher Scheu , angebotenen Äpfeln und gutem Zusprechen ließ das edle Pferd mich aufsitzen. Zuerst noch wurde ich herumgeführt, dann an einer langen Longe gehalten ritten Pferd und ich in leichtem Trab im Kreis herum. Ich lachte , und die Augen voller Übermut rief ich glücklich " Ich kann reiten juhuuuuuuuuuuuuuu !" Später gelang es mir seinen Besitzer zu einem anfänglich vorsichtigen Ritt ohne Longe zu überreden und er ließ mich, jedoch nicht versäumend mir Vorsicht nahezulegen.
Die Abendsonne in meinem Rücken ritt ich nun frei wie ein Vogel über Adoran's Wiese und nichts hätte schöner sein können.
Bei all dem Reitunterricht war es Abend geworden und wir liessen den Mustang grasen während wir uns ans Flussufer begaben . Die Sterne schimmerten bereits,unsere Blicke trafen sich und es war, als würde sich der Himmel auftun. " Was geschieht mit uns ", fragte er mit leiser Stimme und ich sog seinen moosgrünen Blick tief in mich auf während er mich an sich zog und sich unsere Lippen trafen. Ein schwerer Regenguss zog über das Land und sehr viel später saß ich am Lagerfeuer der Freien Herberge in Bajard, gekleidet in viel zu grosse Sachen und mit klopfendem, verliebten Herzen.
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/2004_11_01_Hard1_Luck_0004sized.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Anne Jeremiah am Donnerstag 28. Oktober 2010, 16:09, insgesamt 7-mal geändert.
-
Anne Jeremiah
Schon am folgenden Abend wurde ich zu einem "Ausflug " ausgeführt, und zu meinem grössten Erstaunen ging es zu dem Bauernhof der Scherenbruecks in Bajard. Mein Begleiter begrüsste die Bäuerin mit einem Lächeln und wünschte ein Pferd zu erwerben, ein Pferd ? Ich blickte von einem zum anderen. Ja, ein Pferd, denn nun beherrsche ich ja die Reitkunst. Schon wurde ich zum Gatter geleitet hinter welchem sich die unterschiedlichsten Pferde befanden , als plötzlich eine Schwalbe über unsere Köpfe hinwegsegelte und sich auf dem Rücken einer kastanienfarbigen Stute niederliess. Sie plüsterte sich auf, liess ein vorlautes Ziiiep, Ziiiiep verlauten und pickte sogar , als wollte sie sich mitteilen in der Mähne des Mustangs umher. Dieses schien der Stute so garnicht zu gefallen, sie blähte die Nüstern und legte die Ohren zurück und tänzelte nervös in dem doch recht schmalen Gehege umher. Unserer aller Blicke waren auf die Schwalbe geheftet. Sie benahm sich wahrlich recht sonderbar und schien auch grösser als eine gewöhnliche zu sein. Auf die Frage hin, ob sie denn des öfteren solchen Schabernack mit den Pferden treibe ,antwortete Frau Scherenbrueck nur mit einem " Ach herrje, das kann ich garnicht sagen ", und lächelte . " Nun ist es an Dir, Anne, eines zu wählen", ermunterte mich mein Begleiter , und meine Blicke gingen umher , wissend, dass für mich nur eines der gängigen Pferde in Frage käme, zu kostspielig waren die temperamentvollen Mustangs. Doch abermals machte die Schwalbe auf sich aufmerksam, flog in unsere Nähe und schien meinem Begleiter direkt in die Augen zu schauen, ihre schwarzen Knopfäuglein auf ihn ausgerichtet. " So wahr ich hier stehe, aber würde ich es nicht besser wissen, würde ich sagen,dass die Schwalbe mich anstarrt, " sagte er und unser aller Augen waren auf das Schauspiel gerichtet . " Mir schien es, als wollte sie für mich wählen", gab ich nun zum Besten, nicht ernstmeinend und spassend als mich mein Begleiter beim Wort nahm und verkündete " Dann lassen wir sie wählen !" und schon flog die wundersame Schwalbe auf , umkreiste mehrere male das Pferdegehege und landete abermals auf der kastanienbraunen Mustangstute. " Gut gewählt, rief mein Begleiter und tuschelte etwas mit Frau Scherenbrueck,ihr dabei ein prallen Geldbeutel überreichend. Sie sich dann ein Paar alte Stiefen anzog , das Gatter öffnete und besagte Stute zu mir führte .
Wachte oder träumte ich, ein Mustand , für mich ? Mir schwirrte der Kopf, mein Blut rauschte in meinen Ohren und mein Herz jubelte als hätte ich Geburtstag.
Wir tauften die Stute der Schwalbe zu Ehren " Schwälbchen" .
Tornado und Schwälbchen schienen sich zu mögen... ihr beider Fell glänzte im Abendschein und mein Blick ging zu dem Mann dem mein Herz gehörte.
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Maria10411.jpg[/img]
Wachte oder träumte ich, ein Mustand , für mich ? Mir schwirrte der Kopf, mein Blut rauschte in meinen Ohren und mein Herz jubelte als hätte ich Geburtstag.
Wir tauften die Stute der Schwalbe zu Ehren " Schwälbchen" .
Tornado und Schwälbchen schienen sich zu mögen... ihr beider Fell glänzte im Abendschein und mein Blick ging zu dem Mann dem mein Herz gehörte.
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Maria10411.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Anne Jeremiah am Donnerstag 28. Oktober 2010, 16:26, insgesamt 1-mal geändert.
-
Jane Jack
Leise gab sie einige vertraute Informationen weiter.. ein Schneider, hm, nun ja.. im alten Gasthof Tirell, am Rande Bajards, was es um den wohl so interessantes gibt und kassierte freudig einen Beutel mit Goldstückchen ein.
Zuletzt geändert von Jane Jack am Dienstag 9. November 2010, 19:07, insgesamt 2-mal geändert.
-
Anne Jeremiah
Die letzten Wochen waren nur so verflogen,doch nicht wie der Rauch eines Feuers,sondern eher wie eine Schar von Vögeln die sich auf einer sicheren Insel zur Ruhe begibt. Wunder für Wunder pflasterte meinen Weg und mir wurde die Ehre zuteil den Bürgerbrief Adorans mein eigen nennen zu dürfen.Auch wenn eine Begebenheit schwer auf meiner Seele lastete,bewies mir die Gegenwart mit jedem neuen Tag,dass alles vom Schicksal vorbestimmt ist und mein neues Leben unter einem gesegnetem Stern stand.Ich vertraute somit fest und liess mich führen.
So geschah es dann auch,dass vor drei Tagen meine Vergangenheit an Wahrheit gewinnen sollte .
" Du scheinst mir so garnichts von deinem Vater zu haben," sagte mein ständiger Begleiter an jenem Tag. " Ist dir noch nie der Gedanke gekommen dass du deinem Meister Lavender ähnlich bist ?"
Seine Worte trafen mich wie ein Schlag . Szenen aus meiner Kindheit tauchten plötzlich ungeniert vor meinem geistigen Auge auf und ich sah Mutter's gerötetes Gesicht und Meister Lavender vor ihr kniend, ihre Hand haltend, als ich ungestüm in den hinteren Teil der Schneiderstube stürmte.Ebenso rasselten Alltagssituationen auf mich nieder,Mutter mit verweinten Augen,still in ein besticktes Taschentuch starrend,Tage an denen die von Reisen wiederkehrte und wie ausgewechselt war,und einen unmutigen,zornigen Vater,der an jenen Tagen voller Hass und Eifersucht zu sein schien.
Meine Mutter und Lavender .... dieser Gedanke pochte in meinem Kopf und ich ihr gemeinsames Kind. Plötzlich passte alles zusammen,die Schule auf die ich so plötzlich und unbarmherzig geschickt wurde, Lavenders Fortgang, bei einem so gut florierendem Geschäft.
" Ich muss ihn finden , noch mehr denn je ! "rief ich aus und bereits nach einigen Tagen erhielt ich eine vertrauliche Information, dass ein Mann auf den die Beschreibung passen konnte im alten Wirtshaus Tirell untergekommen sei. Ein Schneider, auf der Suche nach einer Stelle als Hofschneider !
Mit zitterndem Herzen betrat ich den Gasthof, leer und verlassen lag der Schankraum im Halbdunkeln. Unheimlich wurde mir , doch ich stieg leise die Stufen hinauf , rufend ob denn niemand da sei. Als ich bereits am Ende des langen Flures angekommen war,liess mich eine Stimme erstarren und ich wendete meinen Kopf.
Sofort erkannte ich ihn und mein Herz schlug mir bis zum Halse. Sein pechschwarzes Haar war von einigen grauen Strähnen durchwirkt nun, sein so jugendliches Äusseres hatte sich in den vergangenen acht Jahren sichtlich verändert. Vorerst standen wir uns nur gegenüber,er schien mich nicht sofort zu erkennen, aus dem fünfzehnjährigen Mädchen war eine Frau geworden. " Erkennt Ihr mich denn nicht,lieber Meister ? " fragte ich ,und plötzlich bekamen seine Augen etwas gehetztes,er blickte sich um . " Wo sind sie,sind sie dir gefolgt ? Sag es... rasch ... wir können nicht bleiben !" " Ich bin allein,keine Sorge ",versuchte ich ihn zu beruhigen, so hatte ich mir unser Wiedersehen wahrhaftig nicht vorgestellt. Nur langsam beruhigte er sich,erst nachdem ich ihm von meiner Flucht und von meinem Ziel in seine geheimen Schneiderkünste eingeweiht zu werden erzählt hatte,fand er die Ruhe mit mir zu sprechen und wir nahmen einander gegenübersitzend an einem Tisch im oberen Geschoss Platz. Ich behielt meinen Verdacht,dass er mein leiblicher Vater war, still für mich und konnte es garnicht fassen ihn tatsächlich gefunden zu haben. Seine dunkelschimmernden Augen zogen mich in seinen Bann und abermals, wie schon Jahre zuvor fühlte ich mich zu diesem Mann hingezogen.Wärme und Zuneigung bestimmten dieses Beisammensein, mehr denn je. Er sah mich ernst und doch mit einen Ausdruck der Vertrautheit an ." Es tut mir so leid,Anne. Ich konnte dir keine Nachricht zukommen lassen. Schon lange suche ich nach einem Weg dir zu berichten, und nun bist du plötzlich hier, es ist wie ein Wunder !"
Seine Stimme war dieselbe tiefe weiche Stimme mit der er meine Symathie gewonnen hatte. "Wie geht es deiner Mutter, Anne ," und ein dunkles Schimmern benetzte seine Augen.
So berichtete ich von den furchtbaren Jahren in der Schule für höhere Töchter,dem verhassten Sohn des Bürgermeisters, der Idee meiner Eltern mich angemessen mit jenem zu verheiraten und letztlich meiner Flucht und meiner Suche nach ihm. Lavender hörte mir zu, still und mit jenem unvergleichlichen dunkelschimmernden Blick, als spiegelten sich tausend Sterne in ihm. " Dein Stie... dein Vater schickte seine Schergen auf mich Anne ," gestand Lavender nun . " Er drohte deine Mutter ins Kloster zu stecken,und dich ebenso wenn ich das Land nicht verlassen würde."Meine Augen lagen geweitet auf ihm, obwohl ich es geahnt hatte.Plötzlich stand er auf,umrundete den Tisch und zog mich zu sich heran. " Anne, mein Töchterchen , verzeih mir bitte",und wir lagen uns in den Armen und einem jeden rannen Tränen die Wangen herab.
Es sei Zeit die wahre Familie zusammen zu führen, sagte er... noch lange sassen wir beieinander in jener verlassenen Gaststätte am Rande Bajards. Später am Abend , als ich dem Mann meines Herzens von dem Treffen mit Lavender erzählte schien der Himmel in rosaroter Farbe getünscht zu sein und ich träumte von Schneideratelier Lavender und Tochter .
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Laden1.jpg[/img]
So geschah es dann auch,dass vor drei Tagen meine Vergangenheit an Wahrheit gewinnen sollte .
" Du scheinst mir so garnichts von deinem Vater zu haben," sagte mein ständiger Begleiter an jenem Tag. " Ist dir noch nie der Gedanke gekommen dass du deinem Meister Lavender ähnlich bist ?"
Seine Worte trafen mich wie ein Schlag . Szenen aus meiner Kindheit tauchten plötzlich ungeniert vor meinem geistigen Auge auf und ich sah Mutter's gerötetes Gesicht und Meister Lavender vor ihr kniend, ihre Hand haltend, als ich ungestüm in den hinteren Teil der Schneiderstube stürmte.Ebenso rasselten Alltagssituationen auf mich nieder,Mutter mit verweinten Augen,still in ein besticktes Taschentuch starrend,Tage an denen die von Reisen wiederkehrte und wie ausgewechselt war,und einen unmutigen,zornigen Vater,der an jenen Tagen voller Hass und Eifersucht zu sein schien.
Meine Mutter und Lavender .... dieser Gedanke pochte in meinem Kopf und ich ihr gemeinsames Kind. Plötzlich passte alles zusammen,die Schule auf die ich so plötzlich und unbarmherzig geschickt wurde, Lavenders Fortgang, bei einem so gut florierendem Geschäft.
" Ich muss ihn finden , noch mehr denn je ! "rief ich aus und bereits nach einigen Tagen erhielt ich eine vertrauliche Information, dass ein Mann auf den die Beschreibung passen konnte im alten Wirtshaus Tirell untergekommen sei. Ein Schneider, auf der Suche nach einer Stelle als Hofschneider !
Mit zitterndem Herzen betrat ich den Gasthof, leer und verlassen lag der Schankraum im Halbdunkeln. Unheimlich wurde mir , doch ich stieg leise die Stufen hinauf , rufend ob denn niemand da sei. Als ich bereits am Ende des langen Flures angekommen war,liess mich eine Stimme erstarren und ich wendete meinen Kopf.
Sofort erkannte ich ihn und mein Herz schlug mir bis zum Halse. Sein pechschwarzes Haar war von einigen grauen Strähnen durchwirkt nun, sein so jugendliches Äusseres hatte sich in den vergangenen acht Jahren sichtlich verändert. Vorerst standen wir uns nur gegenüber,er schien mich nicht sofort zu erkennen, aus dem fünfzehnjährigen Mädchen war eine Frau geworden. " Erkennt Ihr mich denn nicht,lieber Meister ? " fragte ich ,und plötzlich bekamen seine Augen etwas gehetztes,er blickte sich um . " Wo sind sie,sind sie dir gefolgt ? Sag es... rasch ... wir können nicht bleiben !" " Ich bin allein,keine Sorge ",versuchte ich ihn zu beruhigen, so hatte ich mir unser Wiedersehen wahrhaftig nicht vorgestellt. Nur langsam beruhigte er sich,erst nachdem ich ihm von meiner Flucht und von meinem Ziel in seine geheimen Schneiderkünste eingeweiht zu werden erzählt hatte,fand er die Ruhe mit mir zu sprechen und wir nahmen einander gegenübersitzend an einem Tisch im oberen Geschoss Platz. Ich behielt meinen Verdacht,dass er mein leiblicher Vater war, still für mich und konnte es garnicht fassen ihn tatsächlich gefunden zu haben. Seine dunkelschimmernden Augen zogen mich in seinen Bann und abermals, wie schon Jahre zuvor fühlte ich mich zu diesem Mann hingezogen.Wärme und Zuneigung bestimmten dieses Beisammensein, mehr denn je. Er sah mich ernst und doch mit einen Ausdruck der Vertrautheit an ." Es tut mir so leid,Anne. Ich konnte dir keine Nachricht zukommen lassen. Schon lange suche ich nach einem Weg dir zu berichten, und nun bist du plötzlich hier, es ist wie ein Wunder !"
Seine Stimme war dieselbe tiefe weiche Stimme mit der er meine Symathie gewonnen hatte. "Wie geht es deiner Mutter, Anne ," und ein dunkles Schimmern benetzte seine Augen.
So berichtete ich von den furchtbaren Jahren in der Schule für höhere Töchter,dem verhassten Sohn des Bürgermeisters, der Idee meiner Eltern mich angemessen mit jenem zu verheiraten und letztlich meiner Flucht und meiner Suche nach ihm. Lavender hörte mir zu, still und mit jenem unvergleichlichen dunkelschimmernden Blick, als spiegelten sich tausend Sterne in ihm. " Dein Stie... dein Vater schickte seine Schergen auf mich Anne ," gestand Lavender nun . " Er drohte deine Mutter ins Kloster zu stecken,und dich ebenso wenn ich das Land nicht verlassen würde."Meine Augen lagen geweitet auf ihm, obwohl ich es geahnt hatte.Plötzlich stand er auf,umrundete den Tisch und zog mich zu sich heran. " Anne, mein Töchterchen , verzeih mir bitte",und wir lagen uns in den Armen und einem jeden rannen Tränen die Wangen herab.
Es sei Zeit die wahre Familie zusammen zu führen, sagte er... noch lange sassen wir beieinander in jener verlassenen Gaststätte am Rande Bajards. Später am Abend , als ich dem Mann meines Herzens von dem Treffen mit Lavender erzählte schien der Himmel in rosaroter Farbe getünscht zu sein und ich träumte von Schneideratelier Lavender und Tochter .
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Laden1.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Anne Jeremiah am Dienstag 9. November 2010, 19:14, insgesamt 1-mal geändert.
-
Anne Jeremiah
Einige Wochen waren ins Land gegangen und mein neues Leben schien nicht wundervoller sein zu können. Nach Wochen des Abwartens und Sehnens hatten wir uns trotz Trauerzeit und Etikette nicht durchringen können Abstand zueinander zu halten und schliesslich bot mir Akarius kurzentschlossen sein oberstes Stockwerk im Anwesen van Drachenfels an um dort das Atelier zu errichten. Zu gross war die Zuneigung zwischen uns beiden und wir schossen jegliche Gewissensbisse in den Wind. Beisammen sein, das war was wir wollten, für einander dasein und den lieblichen Kelch der Liebe geniessen.
Ja, der Verlust seines angetrauten Weibes schmerzte ihn sehr, auch wenn sie seit langer Zeit nicht mehr das Leben eines Paares gelebt hatten. Umso mehr wuchs meine Liebe für ihn, war er doch niemand, der mit Gefühlen leichtfertig umging. Trutta, dieser Name wird mich wohl noch ein stückweit begleiten, ja sogar der dunkle Schleier des schlechten Gewissens plagte mich so manche Nacht und ließ mich denken, dass sie hatte ertrinken müssen, nur weil ich an ihre Stelle getreten war.
Schicksal, Fügung oder blosser Zufall... würden wir es noch zu Lebzeiten erfahren ?
Liliana , Akarius Schwägerin schien mich zu verabscheuen, distanziert war sie unserer Einladung nicht nachgekommen, die neue Situation nicht akzeptieren könnend. Es betrübte mich, denn nie war es meine Absicht gewesen jemandem weh zu tun. " Lass ihr Zeit, "sagte Verdania bei einem abendlichen Festmahl, und ich konnte nur hoffen, dass sie Recht hatte.
Wir liessen uns treiben, ganz dem Sog des neuen Lebens und der Freude die wir einander schenkten hingebend. Der Winter würde bald Einzug halten und es wurden die verschiedensten Veränderungen vorgenommen,neue und lichtere Fenster wurden eingesetzt, ein Kamin gemauert , alte Möbel verfeuert und neue angeschafft. Langsam wurde das alte Gemäuer auch zu meinen Zuhause.
Ich saß an dem Tisch oben in meinem Atelier und liess die farbige Kreide über das Papier streichen, während im Kamin ein warmes Feuer brannte. Ein Kleid bestehend aus wallenden Rüschen und bestickter Seide, einem Schal aus Federn dazu, das wäre ein Traum. Ich betrachtete das Bild und legte es zu den anderen Entwürfen und lächelte als ich an die Hühner im Hof dachte . Akarius hatte sie mir geschenkt mitsamt ein paar Schafen die mir ihre Wolle schenkten. Die weichen plüschigen Federn die ich allmorgendlich sammelte und sich in meinen Haar verfangen hatten,inspirierten mich zu diesem Kleid. Es fehlte nur noch die dazugehörige Person, dessen Seele dieses Stückes bedurfte.
Es war an der Zeit das Atelier zu eröffnen , ich schaute Akarius an und lächelte, denn er drückte ermunternd meine Hand.
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Kleid11.jpg[/img]
Ja, der Verlust seines angetrauten Weibes schmerzte ihn sehr, auch wenn sie seit langer Zeit nicht mehr das Leben eines Paares gelebt hatten. Umso mehr wuchs meine Liebe für ihn, war er doch niemand, der mit Gefühlen leichtfertig umging. Trutta, dieser Name wird mich wohl noch ein stückweit begleiten, ja sogar der dunkle Schleier des schlechten Gewissens plagte mich so manche Nacht und ließ mich denken, dass sie hatte ertrinken müssen, nur weil ich an ihre Stelle getreten war.
Schicksal, Fügung oder blosser Zufall... würden wir es noch zu Lebzeiten erfahren ?
Liliana , Akarius Schwägerin schien mich zu verabscheuen, distanziert war sie unserer Einladung nicht nachgekommen, die neue Situation nicht akzeptieren könnend. Es betrübte mich, denn nie war es meine Absicht gewesen jemandem weh zu tun. " Lass ihr Zeit, "sagte Verdania bei einem abendlichen Festmahl, und ich konnte nur hoffen, dass sie Recht hatte.
Wir liessen uns treiben, ganz dem Sog des neuen Lebens und der Freude die wir einander schenkten hingebend. Der Winter würde bald Einzug halten und es wurden die verschiedensten Veränderungen vorgenommen,neue und lichtere Fenster wurden eingesetzt, ein Kamin gemauert , alte Möbel verfeuert und neue angeschafft. Langsam wurde das alte Gemäuer auch zu meinen Zuhause.
Ich saß an dem Tisch oben in meinem Atelier und liess die farbige Kreide über das Papier streichen, während im Kamin ein warmes Feuer brannte. Ein Kleid bestehend aus wallenden Rüschen und bestickter Seide, einem Schal aus Federn dazu, das wäre ein Traum. Ich betrachtete das Bild und legte es zu den anderen Entwürfen und lächelte als ich an die Hühner im Hof dachte . Akarius hatte sie mir geschenkt mitsamt ein paar Schafen die mir ihre Wolle schenkten. Die weichen plüschigen Federn die ich allmorgendlich sammelte und sich in meinen Haar verfangen hatten,inspirierten mich zu diesem Kleid. Es fehlte nur noch die dazugehörige Person, dessen Seele dieses Stückes bedurfte.
Es war an der Zeit das Atelier zu eröffnen , ich schaute Akarius an und lächelte, denn er drückte ermunternd meine Hand.
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Kleid11.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Anne Jeremiah am Freitag 26. November 2010, 17:20, insgesamt 2-mal geändert.
-
Anne Jeremiah
Der Winter hatte Einzug gehalten, ich stand draussen an der schneebedeckten Tanne um erneut Äpfel für die Vögel hineinzuhängen, als mich ein harter Schneeball in den Unterleib traf. Der Apfel fiel mir aus der Hand und ich drehte mich mit einem schmerzhaften " Au " um. An der Hecke stand ein Mann und fragte ob ich taub sei , er habe geläutet. Unglaublich, was bildete sich dieser Grobian ein ! Kurzerhand fragte ich ihn ob es seine gewohne Art sei die Aufmerksamkeit einer Dame zu gewinnen , er murmelte etwas was wohl als Entschuldigung gemeint war und erwartete allen Ernstes, dass ich ihn als Kunden in das Attelier einliess.
Die Situation wurde gerettet als der junge Herr Goldwall am Tor stand . Ihn liess ich eintreten, den Grobian jedoch ignorierend führte ich Herrn Goldwall ins Haus. Wütend maulte der Schneeballwerfer ob man denn so Kunden behandeln würde.. und attackierte den armen Ramur Goldwall mit seinen harten Bällen.
Der Nachmittag ging voran, ein netter Auftrag, nämlich die Herstellung eins thyrischen Püppchens nahm mich voll in Anspruch . Anele, die Auftraggeberin, sass mit Ramur am Kamin und berichtete von dem schneebedeckten Lameriast, von den Thyren die sie als gutes Volk beschrieb . Plötzlich ging abermals die Ladenglocke und ich legte das Püppchen beiseite um zum Tor zu laufen. Ein Mann mit hellem Haar stand dort, lobte mein bereits bekanntes Talent und wünschte Einlass, er benötige Kleidung. Warum hatte ich mit einem mal das Gefühl das Tor verschlossen zu halten ? Weiter hinten sah ich einen weiteren Mann stehen, laut dem Manne vor mir zurufend er möge sich beeilen. Nach einigem Zögern und Zaudern öffnete ich das schwere Eisentor zum Anwesen , einen Kunden würde ich heute noch bedienen, dann würde ich das Attelier schliessen , beschloss ich. Doch weit gefehlt... kaum war der Mann eingetreten, so schossen noch zwei weitere , mich auf's Grundstück drängend hinein. Banditen !! Schoss es mir nur in den Kopf und wohlwissend dass oben Anele und Ramur sassen, rief ich aus Leibeskräften " Aneeeeeeeeeeeeeele, Hilfeeeeeeeeeeeeee ! "
Die Burschen stiessen mich grob beiseite und machten sich über das zum Abkühlen rausgestellte Erdbeergelee her. Mein Erdbeergelee !!!
Anele kam derweil bereits die Treppen herabgepoltert und stürmte den Banditen entgegen. Was wollt ihr Idioten von der Frau hier.. Haut ab und lasst Euch nicht mehr sehen.. " Sie schien die Männer aus Bajard zu kennen und begegnete ihnen wohl daher so furchtlos. Einer der Eindringlinge murmelte nun gen Anele " Tristan wollte dass wir es tun,und deutete zu einem Mann in Helm " sprach er beinahe schon entschuldigend zu Anele. Dieser schien sich unter einem Helm zu verstecken, doch an seiner Stimme erkannte ich meinen Schneeballwerfer von vorhin. Er war es also gewesen, der diese Bande zusammengetrommelte hatte , aus Rache nicht eingelassen worden zu sein. Ich zitterte leise und wurde plötzlich gewahr, wie rasch sich mein sicheres Heim in eine Räuberhöhle verwandelt hatte. Akarius war abkommandiert zu einem langen Grenzritt und würde vorerst nicht so rasch wiederkehren. Oh, weshalb passierte nur jetzt sowas , jetzt wo er nicht daheim war. Ich musste künftig vorsichtiger sein, nur wie ?
Furchterregend baute sich Anele vor ihnen auf und zwang sie zum Gehen. Nach einigen Beleidigungen untereinander verliessen die Männer das Grundstück, jedoch nicht ohne zu drohen die Ställe anzuzünden. Ich erschauderte, nicht die Ställe.. die Pferde , die Schafe und Hühner !!
Anele drängte mich ins Haus zurück, mit pochendem Herzen stand ich am Fenster, hoffend dass die Übertäter fort waren.
" Nun beruhigt Euch Anne ", es ist ja vorbei, " diese Trottel, die wollten Euch nur erschrecken. Tristan Wulfram, bah, der tut immer so bieder, und nun sowas", murmelte sie mehr für sich.
Doch ich merkte mir diesen Namen, ich würde Anzeige erstatten . Auf Akarius baldige Heimkehr konnte ich nicht hoffen, es konnte noch Tage dauern bis er die heimatlichen Grenzen erreicht hatte. Ich würde morgen ins Rathaus gehen. Oder sollte ich Sire Cedric um Hilfe bitten ?
Still meinen Gedanken nachhängend beendete ich die Herstellung des Püppchens. Etwas karierter Stoff für den landesüblichen Kilt, stohblondes Haar aus gefärbter Wolle und zwei stahlblaue Augen zierten das süsse Anlitz der Puppe. Anele war zufrieden.
Als sie im Begriff war zu gehen, stellte sich der junge, doch mutige Ramur Goldwall als mein Schutz für den Abend zur Verfügung. Man kann sich nicht vorstellen, wie dankbar ich für dieses Angebot war. Alleine in diesem alten Mauern, nicht wissend ob die Banditen wiederkehren würden , nein, das wäre furchbar. Kurz spielte ich mit dem Gedanken zu Verdania und Lairja nach Bajard zu flüchten, doch konnte ich dieses Haus nicht allein lassen. Die Tiere ,unser Zuhause, mein Attelier, meine neusten Kollektionen.. was wenn sie es doch anzünden wollten. Nein, ich musste bleiben, ich musste Mut zeigen und ihnen die Stirn bieten, je mehr Angst man zeige, umso mehr Spass bereitet es ihnen, sagte Anele . Ich atmete entschlossen durch .
So ging dann nach vielen guten Ratschlägen, unter anderem wie man ein Rapier ohne viel Zaudern ins Auge des Gegners befördert, einem Geburtskuchen für den gerade achtzehn Jahre gewordenen Ramur und einem Hühnen als letzen Kunden friedvoll zu Ende. Möge Temora dieses Anwesen auch weiterhin behüten !
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/2639137617_cd15f2629e.jpg[/img]
Die Situation wurde gerettet als der junge Herr Goldwall am Tor stand . Ihn liess ich eintreten, den Grobian jedoch ignorierend führte ich Herrn Goldwall ins Haus. Wütend maulte der Schneeballwerfer ob man denn so Kunden behandeln würde.. und attackierte den armen Ramur Goldwall mit seinen harten Bällen.
Der Nachmittag ging voran, ein netter Auftrag, nämlich die Herstellung eins thyrischen Püppchens nahm mich voll in Anspruch . Anele, die Auftraggeberin, sass mit Ramur am Kamin und berichtete von dem schneebedeckten Lameriast, von den Thyren die sie als gutes Volk beschrieb . Plötzlich ging abermals die Ladenglocke und ich legte das Püppchen beiseite um zum Tor zu laufen. Ein Mann mit hellem Haar stand dort, lobte mein bereits bekanntes Talent und wünschte Einlass, er benötige Kleidung. Warum hatte ich mit einem mal das Gefühl das Tor verschlossen zu halten ? Weiter hinten sah ich einen weiteren Mann stehen, laut dem Manne vor mir zurufend er möge sich beeilen. Nach einigem Zögern und Zaudern öffnete ich das schwere Eisentor zum Anwesen , einen Kunden würde ich heute noch bedienen, dann würde ich das Attelier schliessen , beschloss ich. Doch weit gefehlt... kaum war der Mann eingetreten, so schossen noch zwei weitere , mich auf's Grundstück drängend hinein. Banditen !! Schoss es mir nur in den Kopf und wohlwissend dass oben Anele und Ramur sassen, rief ich aus Leibeskräften " Aneeeeeeeeeeeeeele, Hilfeeeeeeeeeeeeee ! "
Die Burschen stiessen mich grob beiseite und machten sich über das zum Abkühlen rausgestellte Erdbeergelee her. Mein Erdbeergelee !!!
Anele kam derweil bereits die Treppen herabgepoltert und stürmte den Banditen entgegen. Was wollt ihr Idioten von der Frau hier.. Haut ab und lasst Euch nicht mehr sehen.. " Sie schien die Männer aus Bajard zu kennen und begegnete ihnen wohl daher so furchtlos. Einer der Eindringlinge murmelte nun gen Anele " Tristan wollte dass wir es tun,und deutete zu einem Mann in Helm " sprach er beinahe schon entschuldigend zu Anele. Dieser schien sich unter einem Helm zu verstecken, doch an seiner Stimme erkannte ich meinen Schneeballwerfer von vorhin. Er war es also gewesen, der diese Bande zusammengetrommelte hatte , aus Rache nicht eingelassen worden zu sein. Ich zitterte leise und wurde plötzlich gewahr, wie rasch sich mein sicheres Heim in eine Räuberhöhle verwandelt hatte. Akarius war abkommandiert zu einem langen Grenzritt und würde vorerst nicht so rasch wiederkehren. Oh, weshalb passierte nur jetzt sowas , jetzt wo er nicht daheim war. Ich musste künftig vorsichtiger sein, nur wie ?
Furchterregend baute sich Anele vor ihnen auf und zwang sie zum Gehen. Nach einigen Beleidigungen untereinander verliessen die Männer das Grundstück, jedoch nicht ohne zu drohen die Ställe anzuzünden. Ich erschauderte, nicht die Ställe.. die Pferde , die Schafe und Hühner !!
Anele drängte mich ins Haus zurück, mit pochendem Herzen stand ich am Fenster, hoffend dass die Übertäter fort waren.
" Nun beruhigt Euch Anne ", es ist ja vorbei, " diese Trottel, die wollten Euch nur erschrecken. Tristan Wulfram, bah, der tut immer so bieder, und nun sowas", murmelte sie mehr für sich.
Doch ich merkte mir diesen Namen, ich würde Anzeige erstatten . Auf Akarius baldige Heimkehr konnte ich nicht hoffen, es konnte noch Tage dauern bis er die heimatlichen Grenzen erreicht hatte. Ich würde morgen ins Rathaus gehen. Oder sollte ich Sire Cedric um Hilfe bitten ?
Still meinen Gedanken nachhängend beendete ich die Herstellung des Püppchens. Etwas karierter Stoff für den landesüblichen Kilt, stohblondes Haar aus gefärbter Wolle und zwei stahlblaue Augen zierten das süsse Anlitz der Puppe. Anele war zufrieden.
Als sie im Begriff war zu gehen, stellte sich der junge, doch mutige Ramur Goldwall als mein Schutz für den Abend zur Verfügung. Man kann sich nicht vorstellen, wie dankbar ich für dieses Angebot war. Alleine in diesem alten Mauern, nicht wissend ob die Banditen wiederkehren würden , nein, das wäre furchbar. Kurz spielte ich mit dem Gedanken zu Verdania und Lairja nach Bajard zu flüchten, doch konnte ich dieses Haus nicht allein lassen. Die Tiere ,unser Zuhause, mein Attelier, meine neusten Kollektionen.. was wenn sie es doch anzünden wollten. Nein, ich musste bleiben, ich musste Mut zeigen und ihnen die Stirn bieten, je mehr Angst man zeige, umso mehr Spass bereitet es ihnen, sagte Anele . Ich atmete entschlossen durch .
So ging dann nach vielen guten Ratschlägen, unter anderem wie man ein Rapier ohne viel Zaudern ins Auge des Gegners befördert, einem Geburtskuchen für den gerade achtzehn Jahre gewordenen Ramur und einem Hühnen als letzen Kunden friedvoll zu Ende. Möge Temora dieses Anwesen auch weiterhin behüten !
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/2639137617_cd15f2629e.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Anne Jeremiah am Sonntag 19. Dezember 2010, 13:24, insgesamt 3-mal geändert.
-
Anne Jeremiah
Mich wohlig streckend erhob ich mich von meinem Felllager vor dem Kamin im Atelier. Ich warf mir den Morgenrock über und eilte hinaus zum Balkon, einen absichernden Blick zu den Ställen werfend und dann, zufrieden und voller Dankbarkeit die beiden Wachen , abkommandiert vom Hauptmann Gorimm Hammerfaust persönlich, standen sie beide durchgefroren nahe des Tores an einem Lagerfeuerchen. Ich würde ihnen ein kräftiges Frühstück zuzubereiten, eines mit heissem Met , knusprigem Speck und ein paar Spiegeleiern .
Ich kleidete mich rasch an und eilte hinab zum Hühnerstall .
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/huhn.jpg[/img]
Ein Huhn, zwei Hühner ... * schaut umher * Wo ist das Dritte ??
Oh nein !!!! Der Fuchs !!!!!!!!
Ich kleidete mich rasch an und eilte hinab zum Hühnerstall .
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/huhn.jpg[/img]
Ein Huhn, zwei Hühner ... * schaut umher * Wo ist das Dritte ??
Oh nein !!!! Der Fuchs !!!!!!!!
Zuletzt geändert von Anne Jeremiah am Montag 20. Dezember 2010, 20:15, insgesamt 1-mal geändert.
-
Anne Jeremiah
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/fdbfe56a702835fb0047e29bf2c90aaa.jpg[/img]
Wohin führte mich dieser Junge,ich folgte ihm bereitwillig und er half mir auf sein Pferd,fort von dieser Ruine wo ich gelebt zu haben schien.Die Erinnerung wollte und wollte sich sich nicht einstellen.Was nur war geschehen?Der Junge brachte mich in ein kleines Fischerdorf und übergab mich dem Nächstbesten der ihm über den Weg lief.Dieser Jemand war Ohtis Gruenwald, ein brummiger Tischler der jedoch sein Herz am rechten Fleck zu haben schien.Er nahm sich meiner an,bewahrte mich vor der Ohnmacht und gab mir zu Essen und zu Trinken bevor er mich nach Adoran begleitete, zu Akarius und unserem Haus."Mein Verlobter wird Euch redlich belohnen", versprach ich ihm.Doch als wir an der vorgesehenen Stelle ankamen war unser Haus mitsamt des Gartens und des Teiches verschwunden, einfach als wäre alles von der Erdoberfläche gewischt worden.Ich fürchtete um meinen Verstand.In panischer Angst rannte ich die Nachbargrundstücke ab, selbst dort schien sich vieles geändert zu haben.Da fiel mir Sir Cedric ein, ein guter Freund von Akarius.Oft hatten wir miteinander geplaudert, oben in meiner Schneiderstube.Ihn musste ich finden und befragen und so machten Ohtis und ich uns auf den Weg nach Berchgard.Doch kaum angekommen wurden wir Zeugen von Verhaftungen die im Handelshaus vorgenommen wurden.Die Garde setzte eine junge Frau fest die sich lauthals wehrte.Ohtis und ich hielten es für ratsamer unsere Suche auf den nächsten Tag zu verlegen,und mit besorgten Gesichtern fuhren wir zurück nach Bajard. Da kam mir plötzlich meine altvertraute Bekannte Verdania Zac in den Sinn. Sie und Lairja kannten mich und konnten sich gewiss auch an Akarius van Drachenfels erinnern! Wieso waren sie mir nicht gleich eingefallen?Raschen Schrittes ging es zur Freien Herberge, doch auch dort kamen wir zu ungünstiger Stunde.Die Gilde hatte eine ihrer Versammlungen, doch bekam ich Verdania für eine Minute zu sehen und fragte sie besorgt:" Verdania, bitte sagt mir, erkennt ihr mich?" Da lachte sie fröhlich und sagte" Aber gewiss doch Anne!" Ein Stein fiel mir vom Herzen, zumindest eine Seele die mich kannte und bezeugen konnte dass unser Haus vor Adorans Toren stand und ich keine Verrückte war. Ich suchte Ohtis Blick.Dieser Mann war garnicht so alt wie ihn sein Vollbart wirken ließ.Anfang Dreissig vielleicht.Trost spendend nahm er mich mit zum Handwerkerhaus wo er mir ein Zimmerchen mietete und mir einen Zuber mit Wasser brachte. "Es wird schon alles in Ordnung kommen,ruht Euch erst einmal aus.Morgen sehen wir weiter." Wir wünschten uns eine gute Nacht und ein jeder schloss die Türe hinter sich und ich blieb allein mit meinen Gedanken. Was nur geschah mir? Wo war Akarius, wo unser Haus.Wir wollten doch heiraten sobald das Trauerjahr vorüber war?Er wünschte sich Kinder und Rafael würde uns gewiss seinen Segen geben.
Doch was nur habe ich in dieser abgeschiedenen Ruine gewollt?Das Einzige an was ich mich erinnern konnte war der stets gegegenwärtige Vollmond.Ein stechender Schmerz zog durch meinen Kopf.Ich wusch meinen geschundenen Körper, wo nur kamen all die Kratzer und Verletzungen her?Ich legte mich auf das mehr als einfache Lager und schloß die Augen.Ich stellte mir vor mein geliebter Akarius läge neben mir, mich sanft in den Arm nehmend, Ruhe zog in meine Seele und ich schlief ein... im Traum sah ich den silbernen Mond und zarte Wolkenstreifen durchzogen meinen Geist.....
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Mondschtig3.jpg[/img]
Wohin führte mich dieser Junge,ich folgte ihm bereitwillig und er half mir auf sein Pferd,fort von dieser Ruine wo ich gelebt zu haben schien.Die Erinnerung wollte und wollte sich sich nicht einstellen.Was nur war geschehen?Der Junge brachte mich in ein kleines Fischerdorf und übergab mich dem Nächstbesten der ihm über den Weg lief.Dieser Jemand war Ohtis Gruenwald, ein brummiger Tischler der jedoch sein Herz am rechten Fleck zu haben schien.Er nahm sich meiner an,bewahrte mich vor der Ohnmacht und gab mir zu Essen und zu Trinken bevor er mich nach Adoran begleitete, zu Akarius und unserem Haus."Mein Verlobter wird Euch redlich belohnen", versprach ich ihm.Doch als wir an der vorgesehenen Stelle ankamen war unser Haus mitsamt des Gartens und des Teiches verschwunden, einfach als wäre alles von der Erdoberfläche gewischt worden.Ich fürchtete um meinen Verstand.In panischer Angst rannte ich die Nachbargrundstücke ab, selbst dort schien sich vieles geändert zu haben.Da fiel mir Sir Cedric ein, ein guter Freund von Akarius.Oft hatten wir miteinander geplaudert, oben in meiner Schneiderstube.Ihn musste ich finden und befragen und so machten Ohtis und ich uns auf den Weg nach Berchgard.Doch kaum angekommen wurden wir Zeugen von Verhaftungen die im Handelshaus vorgenommen wurden.Die Garde setzte eine junge Frau fest die sich lauthals wehrte.Ohtis und ich hielten es für ratsamer unsere Suche auf den nächsten Tag zu verlegen,und mit besorgten Gesichtern fuhren wir zurück nach Bajard. Da kam mir plötzlich meine altvertraute Bekannte Verdania Zac in den Sinn. Sie und Lairja kannten mich und konnten sich gewiss auch an Akarius van Drachenfels erinnern! Wieso waren sie mir nicht gleich eingefallen?Raschen Schrittes ging es zur Freien Herberge, doch auch dort kamen wir zu ungünstiger Stunde.Die Gilde hatte eine ihrer Versammlungen, doch bekam ich Verdania für eine Minute zu sehen und fragte sie besorgt:" Verdania, bitte sagt mir, erkennt ihr mich?" Da lachte sie fröhlich und sagte" Aber gewiss doch Anne!" Ein Stein fiel mir vom Herzen, zumindest eine Seele die mich kannte und bezeugen konnte dass unser Haus vor Adorans Toren stand und ich keine Verrückte war. Ich suchte Ohtis Blick.Dieser Mann war garnicht so alt wie ihn sein Vollbart wirken ließ.Anfang Dreissig vielleicht.Trost spendend nahm er mich mit zum Handwerkerhaus wo er mir ein Zimmerchen mietete und mir einen Zuber mit Wasser brachte. "Es wird schon alles in Ordnung kommen,ruht Euch erst einmal aus.Morgen sehen wir weiter." Wir wünschten uns eine gute Nacht und ein jeder schloss die Türe hinter sich und ich blieb allein mit meinen Gedanken. Was nur geschah mir? Wo war Akarius, wo unser Haus.Wir wollten doch heiraten sobald das Trauerjahr vorüber war?Er wünschte sich Kinder und Rafael würde uns gewiss seinen Segen geben.
Doch was nur habe ich in dieser abgeschiedenen Ruine gewollt?Das Einzige an was ich mich erinnern konnte war der stets gegegenwärtige Vollmond.Ein stechender Schmerz zog durch meinen Kopf.Ich wusch meinen geschundenen Körper, wo nur kamen all die Kratzer und Verletzungen her?Ich legte mich auf das mehr als einfache Lager und schloß die Augen.Ich stellte mir vor mein geliebter Akarius läge neben mir, mich sanft in den Arm nehmend, Ruhe zog in meine Seele und ich schlief ein... im Traum sah ich den silbernen Mond und zarte Wolkenstreifen durchzogen meinen Geist.....
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Mondschtig3.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Anne Jeremiah am Donnerstag 9. August 2012, 14:25, insgesamt 4-mal geändert.