Nun war es schon einige Wochenläufe her, dass sie hier angekommen war. Bajard war ihre erste Zuflucht gewesen.
~*~ kurzer Rückblick ~*~
Sie erinnerte sich kaum an ihre Vergangenheit und doch war da ein seltsames Gefühl, dass sie nicht in die Städte gehörte sondern woanders hin. In die Wälder. In den Städten konnte sie kaum atmen, die Menschen waren wie ein fleißiger Ameisenhaufen. Keiner hatte Ruhe, keiner genoss die würzige Luft der See, die in ganz Bajard zu riechen war. Keiner genoss die Wärme der Sonne und die Schatten der Bäume. Sie hatten einfach keine zeit. Kopfschüttelnd hatte sie sich nach ihrer Ankunft an den Waldrand nahe Bajard zurückgezogen. Dort hatte sie sich hingesetzt und sich an den Bau von Pfeilen gemacht. Sie wusste nicht woher sie das Wissen darüber hatte, noch warum sie einen Bogen bei sich hatte, aber sie wusste, dass sie mit dieser Waffe vertraut war und ebenso auch mit den Wäldern.
Als etwas hinter ihr raschelte schrak sie hoch und sah in das maskierte Gesicht einer Frau. Zumindest vermutete sie, dass es eine Frau war. Man tauschte Grüße aus und musterte sich gegenseitig. Von der Frau ging ein intensiver Geruch nach Wald und Kräutern aus und obwohl Verdena sie nicht kannte, fühlte sie sich dennoch wohl in ihrer Gegenwart. Sie fragte, warum sie nicht in der Stadt war und so einsam am Waldesrand saß. Verdena antwortete, dass sie die Stadt grauenhaft fände und die Wälder ihre Heimat waren. Dort fühlte sie sich wohl. Sie meinte nun ein Lächeln zu erkennen hinter der Maske. "Das kann ich verstehen. Würdest du auch gerne im Wald leben?" Verdena nickte. Diese alte Vertrautheit zu den Wäldern flammte wieder auf. "Ich würde es lieben, dort zu leben." Nun nickte die Frau ihr gegenüber, und reichte ihr dann die Hand. "Mein Name ist Marie." Verdena ergriff die Hand. "Meiner ist Verdena."
Die Frau setzte sich zu ihr und sie unterhielten sich eine Weile. Das Rascheln von Blättern kündigte einen weiteren Besucher an. Ein Mann mit Pfeife trat hervor und musterte beide versonnen. Wie Verdena später erfuhr, war sein Name Wolf. Mit kritischem Blick musterten sowohl Marie als auch Wolf ihren sogenannten "Kinderbogen". Fast direkt machte sich Wolf an die Arbeit ihr einen besseren herzustellen. Fasziniert betrachtete sie ihn bei der Arbeit und bemerkte kaum, dass Marie weg gehuscht war und kurz darauf mit einem Stapel Kleidung wieder kam. "Hier...nimm diese Kleidung. Sie wird sich besser eignen für ein Leben im Wald." Dankend nahm Verdena die Kleidung entgegen und begab sich hinter einen Busch und zog sich um. Nun in Leder gehüllt trat sie hervor, als Wolf den Bogen fertig gestellt hatte. Diesen drückte er ihr, Pfeife rauchend, in die Hand und verabschiedete sich nahezu zeitgleich. Verdena rief ihm noch einen Dank hinterher, ehe sie sich wieder Marie zuwandte. "Komm...ich zeige dir die Wälder!" Strahlend folgte sie ihr und ihr abenteuerliches Leben begann.
~*~ Rückblick Ende ~*~
Nun stand sie hier am Waldrand, sah hinaus auf die Ebene und auf die steinernen Klötze, die die Menschen ihr Heim nannten. Kopfschüttelnd zog sie sich wieder zurück und wanderte durch den Nebelwald. Hie rund dort hörte sie ein Rascheln und ein Blitzen. Die Waldgeister waren heute wohl nicht so scheu wie sonst immer. Lächelnd nahm sie dies zur Kenntnis und wich auch nicht vor diesen zurück, die sie nun zu umkreisen begannen. Verspielte Wesen. Und der Wald war ihre Heimat. Genauso wie Verdena diesen nun als ihre Heimat ansah. Sie schlief hier, lebte von ihm und schützte ihn mit Leibeskräften. Keine leichte Aufgabe, aber sie tat es gerne. Schließlich war dies hier ihr Heim. Ihre grüne Heimat.
Grüne Heimat
-
Verdena
Grüne Heimat
Zuletzt geändert von Verdena am Dienstag 26. Oktober 2010, 10:42, insgesamt 1-mal geändert.
-
Verdena
Die letzte Nacht war sehr anstrengend gewesen. Bis in die dunkelste Stunde hatte sie an ihrem Haus gearbeitet um es fertig zu bekommen. Mehr als einmal hat sie dabei geflucht, als sie sich auf die Finger geschlagen hat mit dem Hammer oder in Nägel getreten ist. Doch im Endeffekt hat sie es geschafft und betrachtete im Halbdunkel des Morgengrauens ihr Werk. Es sah ganz passabel aus für ihr erstes gebautes Haus.
Mit dem Ärmel wischte sie sich den Schweiß von der Stirn und atmete tief durch. Jetzt konnte sie sich endlich hinlegen und den Schlaf der Gerechten schlafen. Mit dem Schlüssel in der Hand trat die junge Waldläuferin in die kleine Holzhütte. Gähnend schloss Verdena die Tür ab, damit keine ungebetenen Besucher hinein kamen. Eine bereits aufgestellte Kiste wurde geöffnet und eine Schlafmatte entnommen. Mit einer fließenden Bewegung rollte sie diese aus und ließ sich direkt darauf niedersinken. Seufzend legte sie sich auf den Rücken und schloss die Augen, doch selbst nach ein bis zwei Stunden hin- und herwälzen stellte sich kein wirklicher Schlaf ein. Lediglich ein Dösen war Ergebnis ihrer Bemühung. So dämmerte sie dahin bis in die frühen Mittagsstunden.
Die blendende Sonne weckte sie dann in der zweiten Stunde nach Mittag. Noch erschöpfter und zerschlagener als beim Hinlegen stand sie auf und begann in dem Chaos, das vom Bau übrig geblieben war, aufzuräumen. Übrig gebliebene Nägel wurden in eine Truhe verfrachtet und restliche Bretter sorgfältig aufgestapelt in einer Ecke des Raumes.
Ein Klopfen an ihrer Tür riss sie aus den Gedanken. Verwirrt blickte sie auf und fragte sich, wer das sein könne. Kaum einer wusste, dass sie sich hier niedergelassen hatte. Mit gerunzelter Stirn öffnete sie die Tür einen Spalt und sah hinaus. Vor ihr stand mit einem breiten Grinsen Marie und neben ihr Hilmar in gewohnt schweigsamer Manier. Mit einem scheuen Blick musterte sie den jungen Mann. Schon als sie ihn das erste Mal gesehen hatte, hatte er sie fasziniert, aber sie hatte sich nie getraut etwas in die Richtung zu sagen. Sie dachte, dass an ihr kein Mann Interesse zeigen würde.
Mit einem Lächeln bat sie beide in ihre bescheidene Behausung und zeigte ihnen die doch etwas karge Einrichtung, die aus Bettrolle und Kiste besteht. Hilmar ließ es sich nicht nehmen, den Raum mit allerlei Dingen weiter zu gestalten. Hier und dort steckte er Pfeile als Aufhänger in die Wand, verteilte einige glitzernde Steine in den Ecken und legte eine Karte mittig in den Raum mit dem Kommentar: „Das sieht da gut aus!“ Lächelnd sah Verdena ihm dabei zu und begutachtete jede einzelne Bewegung von ihm. „Ich schenke dir noch Blumen, weil Hilmar mag Verdena!“, meinte der Waldläufer dann bestimmt und Marie stimmte ihm nickend zu. Man müsse das Haus noch ein bisschen einrichten und auch außen etwas tun, damit es gut zu Verdena passt. Nickend stimmte Verdena den Vorschlägen zu. Mit einem Lächeln öffnete sie wieder die Tür und ließ Sonne und Luft in den Raum. Zu dritt standen sie nun draußen. Hilmar stellte noch einen Futtertrog neben den zum Anbindepfosten umfunktionierten Baumstumpf.
Kurz darauf ließ sich ein kleiner Vogel auf Maries Schulter nieder und zwitscherte aufgeregt vor sich hin. Verdena beobachtete das stumme Gespräch zwischen Tier und Mensch. Marie musste weg. Irgendwas musste sie berichtigen, damit der Vogel nicht mehr so aufgeregt war. Zurück blieben Verdena und Hilmar. Man sah es beiden sichtlich an, dass sie mit der Situation nicht so wirklich etwas anzufangen wussten. Im nächsten Moment zog Hilmar das Fell vom Kopf und versuchte sich die zerzausten Haare zu ordnen. Verdenas Herz schlug höher, als sie ihn so sah und dachte bei sich, dass es keine bessere Situation gab als diese. So setzte sie einen frechen Blick auf und trat auf ihn zu. Mit einem Grinsen durchwuschelte sie ihm seine sorgsam geordnete Frisur. Ein Brummeln seinerseits war die Antwort und er schien rot zu werden unter der Maske. Im Hintergrund hörte man wieder Schritte und Marie tauchte wieder auf. Beinah kam so etwas wie Bedauern in Verdena auf, weil sie nun nicht mehr alleine mit Hilmar war. Auch Marie schien zu merken, dass da etwas im Busch war und man meinte fast, sie wolle beide in die richtige Richtung schubsen. Dies gelang ihr auch. Man konnte die Spannung beinahe fühlen die zwischen den beiden jungen Waldläufern herrschte. Verdena war es, die diese Spannung nicht mehr aushalten konnte. Mit einem kunstvollen Ausfallschritt nach vorne überwand sie die Distanz zwischen Hilmar und ihr und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. Dieser war davon so überrascht, dass er von dem Baumstumpf, auf dem er saß, runterpurzelte und auf dem Boden lag. Marie und Verdena konnten sich bei dem Anblick das Lachen nicht verkneifen und kicherten haltlos vor sich hin. Als Verdena sich wieder halbwegs gefangen hatte, ging sie zu dem immer noch auf dem Boden sitzenden Hilmar und reichte ihm die Hand um ihm auf zu helfen. Dieser jedoch zog sie mit einem schelmischen Grinsen zu sichund verpasste ihr ebenfalls einen Schmatzer auf die Wange. Das Eis war gebrochen. Der einzige Kommentar von Marie dazu war: „Dann gibt es im Sommer ja Waldgeistwelpen.“
Mit dem Ärmel wischte sie sich den Schweiß von der Stirn und atmete tief durch. Jetzt konnte sie sich endlich hinlegen und den Schlaf der Gerechten schlafen. Mit dem Schlüssel in der Hand trat die junge Waldläuferin in die kleine Holzhütte. Gähnend schloss Verdena die Tür ab, damit keine ungebetenen Besucher hinein kamen. Eine bereits aufgestellte Kiste wurde geöffnet und eine Schlafmatte entnommen. Mit einer fließenden Bewegung rollte sie diese aus und ließ sich direkt darauf niedersinken. Seufzend legte sie sich auf den Rücken und schloss die Augen, doch selbst nach ein bis zwei Stunden hin- und herwälzen stellte sich kein wirklicher Schlaf ein. Lediglich ein Dösen war Ergebnis ihrer Bemühung. So dämmerte sie dahin bis in die frühen Mittagsstunden.
Die blendende Sonne weckte sie dann in der zweiten Stunde nach Mittag. Noch erschöpfter und zerschlagener als beim Hinlegen stand sie auf und begann in dem Chaos, das vom Bau übrig geblieben war, aufzuräumen. Übrig gebliebene Nägel wurden in eine Truhe verfrachtet und restliche Bretter sorgfältig aufgestapelt in einer Ecke des Raumes.
Ein Klopfen an ihrer Tür riss sie aus den Gedanken. Verwirrt blickte sie auf und fragte sich, wer das sein könne. Kaum einer wusste, dass sie sich hier niedergelassen hatte. Mit gerunzelter Stirn öffnete sie die Tür einen Spalt und sah hinaus. Vor ihr stand mit einem breiten Grinsen Marie und neben ihr Hilmar in gewohnt schweigsamer Manier. Mit einem scheuen Blick musterte sie den jungen Mann. Schon als sie ihn das erste Mal gesehen hatte, hatte er sie fasziniert, aber sie hatte sich nie getraut etwas in die Richtung zu sagen. Sie dachte, dass an ihr kein Mann Interesse zeigen würde.
Mit einem Lächeln bat sie beide in ihre bescheidene Behausung und zeigte ihnen die doch etwas karge Einrichtung, die aus Bettrolle und Kiste besteht. Hilmar ließ es sich nicht nehmen, den Raum mit allerlei Dingen weiter zu gestalten. Hier und dort steckte er Pfeile als Aufhänger in die Wand, verteilte einige glitzernde Steine in den Ecken und legte eine Karte mittig in den Raum mit dem Kommentar: „Das sieht da gut aus!“ Lächelnd sah Verdena ihm dabei zu und begutachtete jede einzelne Bewegung von ihm. „Ich schenke dir noch Blumen, weil Hilmar mag Verdena!“, meinte der Waldläufer dann bestimmt und Marie stimmte ihm nickend zu. Man müsse das Haus noch ein bisschen einrichten und auch außen etwas tun, damit es gut zu Verdena passt. Nickend stimmte Verdena den Vorschlägen zu. Mit einem Lächeln öffnete sie wieder die Tür und ließ Sonne und Luft in den Raum. Zu dritt standen sie nun draußen. Hilmar stellte noch einen Futtertrog neben den zum Anbindepfosten umfunktionierten Baumstumpf.
Kurz darauf ließ sich ein kleiner Vogel auf Maries Schulter nieder und zwitscherte aufgeregt vor sich hin. Verdena beobachtete das stumme Gespräch zwischen Tier und Mensch. Marie musste weg. Irgendwas musste sie berichtigen, damit der Vogel nicht mehr so aufgeregt war. Zurück blieben Verdena und Hilmar. Man sah es beiden sichtlich an, dass sie mit der Situation nicht so wirklich etwas anzufangen wussten. Im nächsten Moment zog Hilmar das Fell vom Kopf und versuchte sich die zerzausten Haare zu ordnen. Verdenas Herz schlug höher, als sie ihn so sah und dachte bei sich, dass es keine bessere Situation gab als diese. So setzte sie einen frechen Blick auf und trat auf ihn zu. Mit einem Grinsen durchwuschelte sie ihm seine sorgsam geordnete Frisur. Ein Brummeln seinerseits war die Antwort und er schien rot zu werden unter der Maske. Im Hintergrund hörte man wieder Schritte und Marie tauchte wieder auf. Beinah kam so etwas wie Bedauern in Verdena auf, weil sie nun nicht mehr alleine mit Hilmar war. Auch Marie schien zu merken, dass da etwas im Busch war und man meinte fast, sie wolle beide in die richtige Richtung schubsen. Dies gelang ihr auch. Man konnte die Spannung beinahe fühlen die zwischen den beiden jungen Waldläufern herrschte. Verdena war es, die diese Spannung nicht mehr aushalten konnte. Mit einem kunstvollen Ausfallschritt nach vorne überwand sie die Distanz zwischen Hilmar und ihr und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. Dieser war davon so überrascht, dass er von dem Baumstumpf, auf dem er saß, runterpurzelte und auf dem Boden lag. Marie und Verdena konnten sich bei dem Anblick das Lachen nicht verkneifen und kicherten haltlos vor sich hin. Als Verdena sich wieder halbwegs gefangen hatte, ging sie zu dem immer noch auf dem Boden sitzenden Hilmar und reichte ihm die Hand um ihm auf zu helfen. Dieser jedoch zog sie mit einem schelmischen Grinsen zu sichund verpasste ihr ebenfalls einen Schmatzer auf die Wange. Das Eis war gebrochen. Der einzige Kommentar von Marie dazu war: „Dann gibt es im Sommer ja Waldgeistwelpen.“
- Fareeda Bashir
- Beiträge: 24
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Abschied von den Wäldern
***bitte löschen, falscher forenchar***
Zuletzt geändert von Fareeda Bashir am Sonntag 6. März 2011, 13:53, insgesamt 2-mal geändert.
-
Verdena
Abschied von den Wäldern
Schweren Herzens hatte sie einen Entschluss gefällt, der weitreichende Folgen haben würde. Lange hatte sie mit sich gerungen, doch nun stand ihre Entscheidung. Sie würde sich in die Nähe der Städte niederlassen. Die Städter würden vielleicht die Hilfe von Menschen, die aus den Wäldern kommen, bitternötig haben. Zumal sie dort dann auch praktisch "Aufklärungsarbeit" leisten konnte. Sie würde einen Beruf ergreifen, der ihr Überleben in den Städten sichern konnte. Wenn sie Sehnsucht nach den Wäldern hatte, konnte sie diese ja immer noch durchstreifen.
Mit einem Seufzen legte sie die Kleidung der Waldgeister in eine Truhe ihres Hauses. Hier, in der Nähe von Berchgard, wäre wohl eine Position. Sie war praktisch zwischen Wald und Stadt. Ein idealer Ort für sie. Sie dachte an ihre Freunde, an all die anderen Menschen des Waldes. Ewigkeiten hatte sie keinen von ihnen mehr gesehen und sie war irgendwo in ihrem Herzen vereinsamt. Dies war der größte Grund, weshalb sie diesem Leben nun den Rücken kehrte. Vielleicht würde sie sich unter anderen Menschen nicht so einsam fühlen. Es war der Beginn eines neuen Lebens für sie und sie würde diese Chance ergreifen. Jetzt und hier.
Langsam sortierte sie alle Sachen weg und begann zu überlegen was sie tun konnte. Was wäre ein Beruf den sie hier in dieser für sie fremden Welt ausüben konnte? Stirnrunzelnd ließ sie sich auf ihr provisorisches Bett fallen und ihr Blick wanderte durch den Raum und blieb schließlich auf einem Hut stehen, der in der Ecke des Raums lag. Sie erhob sich und nahm den ebendiesen zur Hand. Sie sah an sich selbst herunter. Sie trug ein buntes Sammelsurium aus Rüstung und Stoffkleidung am Leib und als sie so darüber nachdachte nickte sie im Stillen nur zu ihrer jetzigen Idee.
Sie würde sich den Stoffen widmen.
Dafür würde sie lernen müssen mit Nadel und Faden umzugehen, aber das sollte nicht das große Problem werden. Sie war schnell im Lernen und besaß auch einiges an Fingerfertigkeit. Sie würde diese Herausforderung meistern. Mit Sicherheit.
Selig lächelnd legte sie den Hut auf eine Truhe. Ein blick nach draußen zeigte, dass die nun wieder stärker werdende Mittagssonne bereits hoch im Zenit stand. Mit vollem Elan trat sie in das helle Tageslicht nach draußen. Ihr Blick schweifte durch die Gegend. Grünes Gras, kein Schnee mehr. Sie betrachtete die Baumstämme neben ihrem Haus, welche als Sitzmöglichkeit dienten. Seufzend dachte sie an die alten Zeiten, wo sie hier saß mit Marie und Hilmar. Marie war schon lange verschwunden und nicht mehr aufgetaucht. Hilmar hatte sie auch lange nicht mehr gesehen. Doch um sich endgültig auf das Leben der Städter einzulassen, musste sie ihren alten Weg abbrechen. Sie musste den neuen Weg beschreiten. Wenn jemand sie suchte, würden ihre Freunde sie hier finden. Mehr konnte sie nicht tun. Sie wussten, wo sie wohnte. Doch mehr war nicht mehr drin. Sie würde nicht zurück kehren. Sie würde nun hier bleiben. Für immer.
Mit einem Seufzen legte sie die Kleidung der Waldgeister in eine Truhe ihres Hauses. Hier, in der Nähe von Berchgard, wäre wohl eine Position. Sie war praktisch zwischen Wald und Stadt. Ein idealer Ort für sie. Sie dachte an ihre Freunde, an all die anderen Menschen des Waldes. Ewigkeiten hatte sie keinen von ihnen mehr gesehen und sie war irgendwo in ihrem Herzen vereinsamt. Dies war der größte Grund, weshalb sie diesem Leben nun den Rücken kehrte. Vielleicht würde sie sich unter anderen Menschen nicht so einsam fühlen. Es war der Beginn eines neuen Lebens für sie und sie würde diese Chance ergreifen. Jetzt und hier.
Langsam sortierte sie alle Sachen weg und begann zu überlegen was sie tun konnte. Was wäre ein Beruf den sie hier in dieser für sie fremden Welt ausüben konnte? Stirnrunzelnd ließ sie sich auf ihr provisorisches Bett fallen und ihr Blick wanderte durch den Raum und blieb schließlich auf einem Hut stehen, der in der Ecke des Raums lag. Sie erhob sich und nahm den ebendiesen zur Hand. Sie sah an sich selbst herunter. Sie trug ein buntes Sammelsurium aus Rüstung und Stoffkleidung am Leib und als sie so darüber nachdachte nickte sie im Stillen nur zu ihrer jetzigen Idee.
Sie würde sich den Stoffen widmen.
Dafür würde sie lernen müssen mit Nadel und Faden umzugehen, aber das sollte nicht das große Problem werden. Sie war schnell im Lernen und besaß auch einiges an Fingerfertigkeit. Sie würde diese Herausforderung meistern. Mit Sicherheit.
Selig lächelnd legte sie den Hut auf eine Truhe. Ein blick nach draußen zeigte, dass die nun wieder stärker werdende Mittagssonne bereits hoch im Zenit stand. Mit vollem Elan trat sie in das helle Tageslicht nach draußen. Ihr Blick schweifte durch die Gegend. Grünes Gras, kein Schnee mehr. Sie betrachtete die Baumstämme neben ihrem Haus, welche als Sitzmöglichkeit dienten. Seufzend dachte sie an die alten Zeiten, wo sie hier saß mit Marie und Hilmar. Marie war schon lange verschwunden und nicht mehr aufgetaucht. Hilmar hatte sie auch lange nicht mehr gesehen. Doch um sich endgültig auf das Leben der Städter einzulassen, musste sie ihren alten Weg abbrechen. Sie musste den neuen Weg beschreiten. Wenn jemand sie suchte, würden ihre Freunde sie hier finden. Mehr konnte sie nicht tun. Sie wussten, wo sie wohnte. Doch mehr war nicht mehr drin. Sie würde nicht zurück kehren. Sie würde nun hier bleiben. Für immer.