Knappin und Gardistin - Leben im Licht Temoras

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Niowe Adela Aireth

Knappin und Gardistin - Leben im Licht Temoras

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Niowes Leben machte momentan einen Purzelbaum. Nicht genug dass ihr sehnlichster geheimer Wunsch in Erfüllung ging.
Ja, sie war nun Knappin. Gedanklich hatte sie nun von Sir auf "mein Ritter"umgeschwenkt. Also "ihr Ritter" war schon immer ihr ganz geheimer Wunschkanditat gewesen.

Erstens weil sie sich mit ihm gut verstand, vom ersten Tag an war alles, as er ihr zu sagen hatte nachvollziehbar und verständlich gewesen. Bei den meisten anderen Männern, lag immer ein Hauch der Verwirrung in der Luft. Entweder begriff sie gerade nicht deren Gedankengänge, oder sie sagten Dinge, die geknüpft an das vorhergehende Gesprächsthema, völlig aus der Luft gegriffen waren, und sie, so sehr sich auch darum bemühte, dem nicht folgend konnte.
Das war überhaupt nicht bei "ihrem Ritter" der Fall! Also ihn verstand sie einfach! Er sie manchmal nicht, aber das nahm sie gerne ihn kauf und bevor er es aussprechen konnte, erklärte sie schon das, was sie meinte. Das war das wunderbare an ihm!
Aber es gab noch viel viel mehr, was sie schon immer an „ihrem Ritter „ geschätzt hatte, einiges davon war sein Edelmut, seine Ehrlichkeit, seine Hilfsbereitschaft, seine Heiterkeit und seinen Frohsinn. Man konnte richtig herzlich mit ihm lachen und doch war und blieb er für sie immer einen Respektsperson, die sie achtete und auch verehrte.
Und was noch viel viel mehr bei Niowe zählte, war sein Familiensinn. Er liebte seine Tochter, und jede Minute, die er abzweigen konnte, verbrachte er mit ihr. Etwas, dass sie Zeit ihres Lebens bei ihrem Vater vermissen musste, und an dessen Stelle ihr ältester Bruder Micheil getreten war. Micheil hatte einfach diese Aufgaben übernommen, die eigentlich dem Vater zugestanden hätten. Aber dennoch war sie ihm nicht böse, nein sie hatte ihn immer geliebt. Verstanden kaum, aber geliebt, und war immer heilfroh gewesen, wenn sie es mit ihren einer bewusst angelegten Aktion auf sich aufmerksam machen konnte.

Sie war stolz, unheimlich stolz, da in der Kirche vor Temoras Altar kniend, was sich erbeten hatte, um ihm vor den Augen der Herrin ihre Antwort mitzuteilen. Eine ehrliche Antwort und zugleich ein Schwur vor der Herrin ihm treu nach bestem Willen und mit allen Kräften, so zu dienen, wie es einer Knappin zustand mit allen Aufgaben, Pflichten, die sie mit Fleiß, Treue, Verständnis, Eifer, Eigeninitiative und vor allem ihrem Gehorsam und ihrer Loyalität erfüllen wollte.
Ziemlich viel für die zarte Person, die nun seit einigen Tagen zusammen mit all den anderen Kameraden des Regiments im Dauereinsatz stand. Nachts wenn sie sich auf den Turm, wo der kalte Nachtwind wehte, für zwei Stunden Rast zurückzog, eingewickelt in eine Decke den heißen Tee schlürfte, versuchte sie ihre Gedanken zu ordnen. Temoras Hoffnung all jenen, die da auf in Decken eingehüllt lagen, zu vermitteln. Schlafen konnten sie kaum. Immer wieder wurde einer geweckt zur Ablöse. Der Rest versuchte einfach nur die Augen zu schließen. Niowe tat es auch so, dabei dachte sie an einen wunderbaren Sonnentag, an den See wo im Sonnenlicht die Wellen wie silbern glitzern, Frösche….und schon war sie munter. Bisher hatte sie Frösche geliebt, das Quaken gehörte einfach zu einem Tag am See dazu. Nun aber…diese Kreaturen sahen zwar irgendwie Fröschen ähnlich, doch waren sie es nicht, sie waren bedrohlich, angriffslustig und schnell.
Gestern, als Niowe auf Befehl von Berchgard, wo diese riesigen Wesen aus der Stadt nur mit Mühe vertrieben werden konnten, und nicht nur Niowe hart zugesetzt hatten, verlor sie viel Blut. Dann wurde sie nach Adoran geschickt, ins Lazarett, aber dazu kam sie nicht. Also mussten die notdürftigen Verbände, bei deren Anblick Lili die Heilerin wohl die Sprache verloren hätte, einfach reichen, denn vor den Toren Adorans sah es übel aus. Der Oberst brauchte jede Schwerthand, also verteidigte sie mit den wenigen, die noch halbwegs aufrecht stehen konnten, darunter auch Rekrut Jaques, Adoran unter dem Befehl des Oberst von Tannhoeh.
Die blutgetränkten Verbände riss sie einfach runter und ersetzte sie durch neue. Dann ging es weiter, bis zwei der Kameraden erschlagen wurden. Es kostete sie sehr viel Kraft und Mut, auf Befehl des Obersts die Toten in die Stadtmauern zu schleppen. Nicht sehr würdevoll tat sie es mit Tränen in den Augen, das war ihr bewusst, aber sie hatte kaum mehr
Kraftreserven, also zog sie die Toten, einen nach dem anderen an den Beinen gen Stadtmauern, legte sie unterhalb der Zinnen aufs Gras und deckte sie mit ihrem Umhang zu. Nur ein rasches Gebet an Temora war möglich, gerne hätte sie ihnen mehr Ehre erwiesen, aber die Lebenden vor den Toren waren in diesem Augenblick wichtiger. Sie musste ihnen beistehen.
Spät in der Nacht als sie die Wellen der Angriffe zu beruhigen schienen, wurden sie und Rekrut aufgefordert dem Oberst ins Regimentsgebäude zu folgen. Was nicht immer etwas angenehmes mit sich brachte. Es konnte etwas Gutes bedeuten, aber auch etwas Schlechtes. Nun es war etwas Gutes, so viel davon, dass sie in dem Augenblick, als Ihr der Oberst das Abzeichen eines Gardisten anheftete, nicht umhin konnte, jubelnd das Barett in die Luft zu werfen und es knapp, aber doch dann wieder aufzufangen.
„Wir bekunden diese Ehrung mit Salut, Gardistin, nicht damit, indem wir unsere Baretts in die Luft werfen und jubeln“, das konnte sie in seinem Gesicht lesen, ausgesprochen hatte er es nicht, nur ein einfaches „Ein Salut hätte gereicht, Gardistin, kam dann nach dem Räuspern des Oberst. Auch Jaques bekam die Auszeichnung und darüber freute sie sich so sehr wie über ihre eigene.
Die Feier zu diesem Anlass sollte später stattfinden, schließlich wollten sie am morgigen Tage in einer Trauerfeier der beiden toten Kameraden des Regiments denken und sie mit all den Ehren bestatten.

Nun war sie Knappin und Gardistin. Beides mit Pflichten und entsetzlich viel Arbeit verbunden, aber wie hatte ihr Temora vor einigen Wochen gesagt?
Lebe und folge deinem Weg, den nur du dir erwählen kannst und sollst, mit Freude, Begeisterung und Liebe. Genau das, was „ihr Ritter“, damals noch „ Sir“ gesagt hatte……lebe endlich Niowe!
Und das würde sie tun mit ihrem Willen und ihrem Einsatz. Als Knappin und auch als Gardistin!
Zuletzt geändert von Niowe Adela Aireth am Sonntag 14. November 2010, 12:17, insgesamt 1-mal geändert.
Niowe Adela Aireth

Was man so alles an einem Tag erleben kann

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Tag Eins der Knappin war eigentlich Tag zwei in Wirklichkeit, aber für Niowe war es eben der erste so wirkliche Tag ihres Knappen Daseins, denn da sollte die erste Schulung in Etikette erfolgen.
Nachdem sie gemeinsam Blumen für die toten Gardisten auf den Altar gelegt haben, und diesmal kein tadelnder Ton von Sir Thelor von Reensdorf erfolgte, gläubig hin oder her, das war er ja auch, aber nicht so bis zu dem Exzess, den sie es trieb.
Man kann beten ja, aber Ihr seid ja mehr in der Kirche zu finden, als jeder Priester, sagte er zu ihr eines Tages, oder so in etwa, die genaue Wortfolge wusste sie nicht mehr so genau.
Aber diesmal sagte er nichts! Berührt war er wie sie, als sie das Gebet vor Temoras Altar für die toten Kameraden sprach. Dann legte sie die goldfarbenen Blumen auf den Altar und gemeinsam nahmen sie im Garten der Kirche Platz, einer der Orte, den Niowe besonders liebte. Im Hintergrund das zarte Plätschern des Wasserfalls, die Sterne am Himmel, und nein es regnete einmal nicht, das war gut! Sehr gut sogar! Der berauschende Duft der Blumen rundum.
Gerne hörte sie der ruhigen warmen Stimmlage von Thelor zu, dachte sie rasch um dann konzentriert dem zu folgen, was da kommen mag. Stundenlang könnte sie zuhören, wobei nicht wirklich dazu war die quirlige Person nicht allzu lange im Stande, weil diese und jene Frage dann auf ihren Lippen brannte, und das musste man einfach los werden.

Du himmelst ihn an!
Nein, tue ich nicht!
Ich höre nur aufmerksam zu!
Ach ja?
Ja!
Ich verehre ihn, und bin mächtig stolz seine Knappin zu sein, was immer insgeheim mein Wunsch gewesen war. Das ist der Unterschied!
Genug, mit einem Ruck warf sie das schulterlange glänzend schwarze Haar zurück so als könnte sie mit jener Bewegung ihre abschweifenden Gedanken aus ihrem Kopf bannen.

Also beginnen wir mit dem König, der Spitze des Adels und den verschiedenen Adelsstufen.
Schnell war sie wieder bei der Sache und hörte aufmerksam zu.
Da sahen sie ihn beide. Den Priester Temoras, der eigentlich nun hm eine Eminenz war? Oder so ähnlich jedenfalls. Still stand er da und man konnte deutlich seine Präsenz fühlen, wie nahende Gewitterwolken an einem sonnigen Tag. Bei dem Vergleich musste sie unwillkürlich schmunzelnd und senkte rasch ihr Haupt, um dann ein fröhliches Temora zum Gruße gen ihn auszusprechen.
Er wolle nicht stören…
Nein, wirklich? Tat er ja bereits!

Nach der höflichen Aufforderung Sir Thelor von Reensdorf sich zu ihnen gesellen, sprang sie auf, um dem Priester, der eigentlich mehr als das war dem Rang nach, Platz zu machen.

Nein bitte, bleibt doch sitzen.
Nein, nein, es wäre mir eine Ehre!
Wieso Ehre?
Also das ist eine höfliche Wortwahl und zeugt von guten Manieren. Eigentlich könnte man auch sagen es wäre mir eine große Freude oder ein zwingendes Bedürfnis Euch hier und jetzt gerade diesen, meinen Platz anzubieten. Aber das klingt bei weitem nicht so gut oder?

Nach diesem verbalen Geplänkel zwischen ihr und Aaron, so hieß die Eminenz, nahm er schließlich doch Platz, diesmal kurz schweigend über den Wortschwall der sich über seinen Kopf ergossen hatte.

Ruhig lehnte sie sich an den Baum an um dem Gespräch dann der beiden zu lauschen. Nach einer Weile musste Sir von Reensdorf seinen Verpflichtungen nachkommen, und überließ sie Aaron.

Wieso seid Ihr so unterwürfig Eurem Ritter gegenüber? Der erste Schlagabtausch kam. Gut sie hatte diese Woche mehr als genügend Schläge mit dem Schwert ausgeteilt und auch einstecken müssen, mit Worten war sie noch immer nicht zu schlagen, was aber Aaron nicht wusste.
Insgeheim tat er ihr bereits leid. Aber ein Diener Temoras muss dem standhalten können!

Werter Priester der Herrin! Ich bin nicht unterwürfig sondern ich zolle dem Ritter, dessen Knappin ich bin, den Respekt und die Achtung, die er und sein Haus verdient und die ich ihm vor allem schuldig bin.Abermals Schweigen. Aaron nickte nur, war das ein gutes Zeichen? Aber sie war achtsam und gut so, denn die nächsten Fragen kamen.

Was denkt Ihr über ……
Ein Wort folgte dem anderen, und sie hielt stand. Redetet und redete, blickte ihn ab und zu unauffällig an, ob er noch zuhörte. Das tat er! Ruhig und gelassen. Er war wirklich ein guter Mann und von mal zu mal stieg er in ihrer Achtung! Sie hatten sonderbarer Weise Gemeinsamkeiten gefunden und plauderten nun Stundenlang, und er war wirklich bemerkenswert, was sie aber niemals erwähnen würde, und was er wohl auch nie so annehmen würde.
Danach begleitete sie ihn ins Kloster um den kleinen Bub Tjark sein Geschenk zu bringen. Leider war es bereits so spät, dass er natürlich schlief.
An dem Gesicht der lieben Shaya, Niowe mochte und schätzte sie, sah sie deutlich geschrieben, was denn sonst sollte er Nächtens um diese Zeit wohl tun?
Dankbar lächelte sie ihr zu, als sie versprach ihm das Geschenk gleich am Morgen zu überreichen. Er würde sich sicherlich darüber freuen! Bei dem Gedanken wurde es Niowe warm ums Herz. Welcher kleine Junge wollte mal nicht Ritter werden, und ein kleiner Ritter ohne sein Spielzeugpferd war nichts.
Schade, dass ich ihn nicht gesehen habe. Vor allem schade, dass ich nicht gesehen habe, wie seine Kinderaugen leuchten. Das alleine hätte sie sehr glücklich gemacht.
Aber was soll‘s. Nach dem Versprechen an Ihre Eminenz sicher wiederzukommen, und zwar immer dann, wenn sie es wollte oder Hilfe brauchte, machte sie sich auf den Heimweg.

Eigentlich hatte sie mit „ihrem Ritter“ heute nicht allzu viel Zeit alleine verbracht um zu lernen, dafür aber Blumen auf Temoras Altar für die gefallenen Kameraden gelegt, ihr Gebet gesprochen, so etwas wie einen Freund in Robe ohne Kapuze gewonnen mit dem man lange reden konnte, ein Spielzeug für einen Waisenjungen abgegeben und so gesehen war es rundum ein wunderbarer Tag mit allem drum und dran gewesen.
Mal sehen, was der nächste so bringen mag!
Niowe Adela Aireth

Kleider machen Knappen

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Oder besser noch sie verändern mit einem Schlag.

Nach dem Schulungstag am zweiten Tag als Knappin störte keiner und
sie konnte in aller Ruhe die lange Liste des Adels, samt gebührender Ansprache und entsprechender Begrüßung durchgehen. Dazwischen warf sie immer wieder Fragen ein.
Mit einem Male stocke Sir Thelor von Reensdorf, was eher ungewohnt war, und sah sie lange ruhig an.
Den Blick kannte sie von Vater, wenn irgendetwas im Busch war, dann
sah er sie so an, schweigend und ruhig wie eben "ihr Ritter" nun. Unruhig ging sie sämtliche
Ereignisse des heutigen Tages durch, aber so richtig einfallen konnte ihr nichts, was zu diesem Blick passen würde.

Also ich sprach davon Adel heiratet NUR Adel!
Ja Sir, das habe ich zur Kenntnis genommen und ich stehe auch dazu!
Nun, Niowe...

Ernst blickte er sie an und dieses Schweigen ... was eigentlich laut
schrie, da ist noch etwas, und das etwas muss schrecklich sein, wenn er
es nicht geradewegs wie sonst auch immer ausspricht, sondern versucht es ihr behutsam beizubringen. Dieses Schweigen war unerträglich.

...seid Ihr in Liebe an jemanden gebunden?
Nein, bin ich nicht! Nun ja doch, an Temora, aber das wisst Ihr doch!

Er lächelte wieder! Das war gut!

Nein, was ich meinte......an einen Mann.
Natürlich nicht Sir! Ich bin rein und habe mir nichts zuschulde kommen lassen!
Entsetzt blickt sie ihn an, wieso sollte sie in aller Welt das auch tun, etwas, was in ihren Augen ganz und gar nicht mit Temoras Tugenden im Einklang stand?

Gut!
Was würde Ihr tun, wenn man in Ehren um Eure Liebe wirbt?
Ich würde Nein sagen, und ihn zu Euch schicken Sir!
Und Ihr würdet dann auch Nein sagen!, fügt sie ernst hinzu.

Sein Lachen erfüllte dann den Raum, was die gespannte Stimmung bei ihr sogleich löste war, und sie lachte wie immer fröhlich mit.

Gut, sehr gut sogar, Ihr habt es mir das nun sehr erleichtert, Niowe.
Genauso sollte es sein, denn ich bin auch Euer Leumund. Ihr schickt den
Herrn zu mir und ich regle es, und vergisst niemals Adel heiratet nur Adel!

Beruhigt atmete sie auf, das Unfassbare, was da schweigend im Raum wie ein Damoklesschwert gehangen hatte, war nun ausgesprochen und erledigt, sichtlich zu der Zufriedenheit "ihres Ritter". Wunderbar, dann konnte man sich ja den wichtigeren Dingen abermals zuwenden!
Nach einem Schluck des besten Weins wurden die Teller mit dem köstlich angerichteten Essen serviert. Hasenbraten! Dabei musste sie unwillkürlich an die vielen Tiere in der Stadt denken, die dort Zuflucht gesucht haben vor den Wesen, die sie aus den Wäldern vertrieben haben. Darunter war auch ein kleines Häschen mit großen traurigen Kulleraugen
gewesen, was ihr aufgefallen war, mit wunderschönen langen Ohren, eines war ein wenig geknickt.
Und der Hasenbraten auf dem Teller schien ihr zuzurufen, ich bin‘s, das Häschen mit dem Knickohr, das du versucht hast zu beruhigen! Hatte doch "ihr Ritter" zwar im Spaß aber doch angedeutet, er würde diese Wildsau, wenn die noch einmal seinen Garten umgräbt samt den Frischlingen, die sie hatte, am Spieß grillen lassen. Vielleicht hat er nun wirklich mit einem Häschen angefangen?....
Schluckend blickte sie auf den Teller, als sie die Stimme " ihres Ritters" vernahm.
Was ist denn los, Niowe?
Also......
dann erzählte sie die Geschichte von dem Häschen.
Dann folgte, die trockene Meldung "ihres Ritters" das hier ist nicht
das Häschen!
Gut, dann... hungrig blickte sie auf das Gericht, sie hatte so einiges aufzuholen, trotz vorbildlicher RationsVerteilung des Regiments, die ganze Woche hindurch hatte sie noch mehr, ob der Strapazen und den nur wenigen Stunden Schlaf abgenommen. Zierlich und zart war sie ja bereits immer schon gewesen, nun aber.......
Viel zu zart, meinte der Sir.
Ab sofort werdet Ihr regelmäßig die Küche besuchen, und essen.
Aber ich habe doch regelmäßig meine Ration diese Woche gegessen
, kam ihr Einwand.
Dann wird noch mehr gegessen!
Manierlich verspeiste sie dann, diesmal ohne Einwand, den vorzüglichen Hasenbraten, dazu der passte der ausgezeichnete Wein aus der Kellerei der Edlen den Winter perfekt! Ein richtiges Festmahl war es, lange hatte sie so etwas nicht mehr genossen.

Danach musste sie die Kleidung, die für sie vorbereitet hatte, anprobieren.
Der Berg an Kleidung, den ihr lächelnd Lucianna auf die Arme legte, erschlug sie.
Wann in aller Welt sollte sie das alles tragen?Ein Kleid für offizielle Anlässe, ein Kleid für weniger offizielle, eines für Veranstaltungen, eine Menge an Hosen, Hemden, Umhänge, Westen, und Röcke für ein ganzes Regiment. Alles musste probiert werden, um dem kritischen Blick Luciannas, der Haushälterin "ihres Ritters" zu bestehen.
Also hinein in das Zimmer, wo sie alleine war, Sachen aus die neuen an,
hinaus und sich vor den Augen, die sie betrachteten, hin und her bewegen. Langsam machte es Spaß. Bei den Kleidern konnte sich nicht umhin, tiefe Knicks auszuprobieren, dann ein wenig zu tanzen und sich zu drehen. Wie anders wirkte sie nun, bewegte sich automatisch voller Anmut und Grazie darin. Völlig verändert eigentlich.
In den Hosen war sie immer im Eilschritt gelaufen, nun schritt sie langsam hin und her, und ließ so den feinen Stoff der perfekt, dank Luciannas geschickten Händen, die Vorzüge des zierlichen Körpers hervorhob aber auch die weiblichen nun. Sie sah aus wie….

Endlich sieht man, dass du eine wunderschöne Frau bist! Hatte ich dir doch immer gesagt!
Aber in den Reiterhosen und weiten Hemden kommt das eben nicht so zu Geltung wie in einem Kleid.

Für einen Augenblick meinte sie im Spiegel das Lächeln Micheils, ihres Bruders zu sehen, und seine Stimme zu vernehmen, aber er war es nicht, es war Lucianna. Gemeinsam blickten sie in den Spiegel, betrachteten die junge Frau mit den schulterlangen glänzend schwaren Haaren, die nun wie ihre helle feine Haut durch die Farbe "des Ritters" hervorgehoben wurden. Faszinierend nun, nur die großen hellen Augen strahlten wie immer in dem eigenen blausilbrigen Glanz. Lucianna lächelte abermals und war sichtlich begeistert von dem, was sie da sah, auch über den perfekten Sitz ihrer Kleidung, und vor allem dass die neue Garderobe so viel Anklang fand bei Niowe, die noch immer ein wenig sprachlos sich betrachtete.
Als sie endlich beim letzten Stück angelangt waren, war es bereits tiefe Nacht geworden.
Mit den letzten Worte "ihres Ritters" in den Ohren "Ausschlafen und zu Kräften kommen, gut frühstücken Niowe und dann trainieren wir, ging sie dann sogleich auf ihr Zimmer, welches man ihr zugewiesen hatte und schlief sogleich ein.
Abermals ein Tag mit vielen neuen Herausforderungen und aufregend lehrreichen Gesprächen ging zu Ende.
Noch bevor sie ihre Augen schloss, dankte sie Temora innig für das viele
Glück, das ihr zuteil geworden war, für die Freude und Begeisterung und vor allem die vielen interessanten Aufgaben, die nun ihr Leben bereicherten. Rundum glücklich schlief sie dann endlich ein.
Niowe Adela Aireth

Wenn ich ein Mann wäre, dann....

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

…hätte ich sicherlich gewusst wie man diese verdammten Nägel in die Bretter einschlägt,
…hätte mich nicht so angestellt, wie der erste Mensch. Im Vergleich dazu war Shaya fast ein Handwerker, was sie ja nicht war. Sogar die hochschwangere Lady Darna packte an wie ein gestandener Mann, was bei Niowe nebst Erstaunen auch unglaubliche Achtung vor dieser Frau hervorrief, und auch den Eifer es gut zu machen. Was sie offensichtlich so halbwegs hinbekam, denn dieser freundliche Zwerg nickte ihr zu. Was bei Zwergen schon so etwas wie, nicht übel für ein Langbein, bedeutete. Als die Zäune dann für die Tiere, die aus dem Wald nach Adoran geflohen waren, um dort Zuflucht zu suchen, fertig waren, war ich insgeheim richtig stolz.
…wäre so vieles leichter. Weil Männer einfach anders von ihrer Umgebung angenommen werden, sie müssen sich nicht wie eine Frau doppelt und dreifach in der Welt beweisen. Man zollt ihnen von vorherein Respekt und Achtung, gleichgültig, ob sie es verdienen oder nicht.

….meinem Bruder Micheil in die letzte Schlacht meines Lebens gezogen und hätte…
ja hätte nicht all das Glück und die Freude hier erleben dürfen, wunderbare Freunde zu haben.
….würde alles sich, vor allem die Frauen, nach meinen Regeln drehen, wie bei Micheil…..vielleicht. Ich könnte sie um meinen Finge wickeln, und sie würden es nicht einmal bemerken! Hm.....das kann ich aber auch als Frau tun, wenn ich es wollte? Sogar viel leichter als ein Mann! Nein, also in diesem Punkt nun bin ich lieber eine Frau!

….dann hätte wohl Euer Gnaden mich nicht im Garten der Kirche gefragt, ob ich nicht meinen Weg als Priesterin Temoras gehen wolle.
Nein, will ich nicht! Ich bin glücklich den Weg gewählt zu haben, der meinem Leben einen Sinn gibt, so wie ich es kniend vor dem Altar Temora versprochen hatte. Auch bin ich kein Mensch, der Versprechen und Schwüre leichtfertig gibt, ich denke im Gegensatz zu vielen anderen darüber nach, auch über die Konsequenzen, die sei eventuell nach sich ziehen werden. Ich habe vor Temoras Altar Sir Thelor von Reensdorf damals, bewusst an jenem Ort, damit Temora es hört, den Schwur geleistet, ihm als Knappin unter der Herrin zu dienen mit meinem ganzen Willen, meiner Kraft, meinem Gehorsam und Respekt! Dazu stehe ich, denn es war nicht leichtfertig dahin gesprochen, sondern die Wahrheit. Aaron war ihr nicht böse über diese Antwort gewesen, er nahm sie einfach hin und dafür hat er meine Achtung verdient! Vieles wird nicht so hingenommen, wie es einfach ist. Es wird zerredet und immer wieder angesprochen, wie diese ständigen Fragen, ob es mir gut geht.

….würde man mir auch dann diese Frage stellen? Seitdem ich die Gnade hatte das Schwert der Herrin führen zu dürfen, häufen sich die Fragen. Wieso? Ich bin stark genug, das alles zu verkraften, ich…
ja ab und an träume ich von der schrecklichen Stimme des Schwerts. Eine entsetzliche Stimme, so stelle ich mir die Stimmen der Ahads vor. Nachdem mir mein Ritter von ihnen berichtet hat und was so alles in ihrer Macht steht Menschen anzutun. Nein, Angst habe ich nicht! Ja, vielleicht ein wenig. Aber mehr noch ob dieser winzig kleinen Angst siegt mein Glaube an die Herrin. Ich weiß, dass Ihr Licht der Hoffnung überall leuchtet, man muss es nur sehen und erkennen! Wenn ich einem von ihnen, also den Ahads, als Knappin begegne, dann darf ich gemäß meinem Versprechen nicht kämpfen, aber was dann?
Unzählige Variationen habe ich bereits in meinen Gedanken durchgespielt, eine davon wird es wohl sein. Welche? Ich weiß es nicht, ich verlasse mich auf die Herrin, sie wird mir die richtige weisen, so wie immer. Für mich ist es einfach das Gefühl, das hier und jetzt genauso tun zu müssen.
Ihr sollt Euch nicht so sehr auf Eure Gefühle verlassen!
Das hat man mir bereits einige Male gesagt. Tue ich aber, und letztendlich bin ich damit gut gefahren, weil meine Gefühle, anders kann ich es nicht erklären, sehr eng mit den Lehren der Herrin verbunden sind, und dann einfach da sind. Was nun wohl keine logische Erklärung ist, aber so ist es eben. Mir reicht es, was andere davon halten ist deren Sache, denn es ist mein Weg und meine Gefühle!
Und eigentlich bin ich wenn ich nun auf mein Gefühl höre, mächtig froh eine Frau zu sein! Auch wenn ich noch einiges in Sachen Etikette üben muss, wie man zum Beispiel, wenn eine Person „mit Haaren auf den Zähnen“, wie es der Volksmund so treffend nennt, vor einem steht, was weniger das Äußere betrifft sondern eher die Zunge, die Spitz wie ein Schwert alles zunichte macht, was man äußert oder auch nicht äußert, weil man nicht dazu kommt ein Wort zu auszusprechen. Also, was sagt man zu solch einer Person, wenn man bei der Wahrheit bleiben will?
"Mein Ritter" habt mich dabei ruhig angesehen, und dann gemeint ….Schmeicheln!
Wie? Schmeicheln? Das entspricht doch nicht der Wahrheit!
Nun ja es wäre ratsam, wenn diese Person vom Adel ist! Das werdet Ihr noch lernen, vertraut mir!

Sicher wird sie das, aber wie schmeichelt man da?
Wie wundervoll ist der Klang Eurer Stimme, der mich völlig nun entzückt und erst die Worte, die meine Ohren umschmeicheln, wie der warme Sommerwind?
Das war ganz schön hart. Nun ja sie würde sich ein Repertoire an Phrasen zulegen, die man dort und hier dann anwenden konnte. Im schlimmsten Fall, und das konnte sie sehr gut! Ablenken……etwas vom grässlichen Regen sprechen, der nun schon seit Tagen hernieder fällt oder…..was auch immer. Sicher fällt mir da noch etwas ein. Ganz sicher sogar!
Niowe Adela Aireth

Ein ganz normaler Tag in Adoran

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

….war es eigentlich, als die Herbstsonne mir die Nase kitzelte. Noch war ich noch ahnungslos, was da noch alles kommen würde. Das Tablett von Sir Thelor von Reensdorf Haushälterin stand wie immer über pünktlich vor der Tür ihres Zimmers, und sie ahnte schon warum.
Du wirst regelmäßig hier in meinem Haushalt essen!, so wie Worte meines Ritters. Bedrohlich schwelgend hingen sie im Raum, und ich wusste, keine Widerrede, sonst….an das will lieber nicht denken.
Nach dieser Pflicht des Frühstückens, die mir die Zeit genommen hatte in der ich bereits um den See gelaufen wäre, die Seerosen wie immer angesehen und dabei an Temora gedacht hätte, weil dort für mich einfach ein Ort der Ruhe und auch der Besinnung war. Vielleicht Ruhe weniger, wenn ich da rumlaufe und springe und manchmal auch vor Freude lachen muss. Egal. Denn dazu sollte ich nicht kommen, weil ich auf die beiden Damen Shaya und Savea stieß.

Gut ich helfe!
Es galt nun die restlichen Raubkatzen, Wölfe sowie das Wild und die Schweine in die riesigen Käfige vor Adoran zu locken.

In Ordnung!
Aufmerksam hörte ich Shaya zu und eilte zu dem Wohnsitz von Sir Thelor um meinen Streithengst LuceDiSperanza vorzubereiten und mir die praktische Lederkleidung anzuziehen, sicherheitshalber nahm ich noch diese Hirtenstab mit um das Lockfleisch darauf zu binden.
Kurz vor dem Hafen entdeckte ich das erste Wolfsrudel.
Schön sind sie ja, der Leitwolf beobachtete mich misstrauisch, ich ihn eher mit Respekt muss ich gestehen, Luce schnaubte nur kurz.
Ein riesen Wolf war das! Hoffentlich geht alles gut!
Dann eben dich zuerst, die anderen werden dann schon folgen. Lockend ließ ich das Fleisch vor seiner Schnauze hin und her baumeln, und in dem Augenblick als er ansetzte mit einem Sprung es sich zu schnappen, ging der wilde Galopp quer durch Adoran los. Hinter mit das Lockfleisch auf dem Hirtenstab, was auch nicht gerade einfach zu halten war bei dem Tempo, nachhetzend ein Leitwolf und dann noch der ganze Rudel. Wie eine wilde Horde, stürmten wir alles mitsamt durch Adoran und ich war heilfroh, dass keiner der Bewohner auf den Straßen war, bis auf die Gardisten, die mich kannten und bei dem Anblick stutzen und ja zum Glück auch beiseite sprangen und starr uns nachblickten.
Ich möchte nun nicht wissen, was sie sich am Feierabend in der Taverne erzählen, dachte ich kurz, dann ging es weiter. Raus beim Ost Tor.

Fast geschafft!
Da waren die Käfige und mit Schwung, warf ich das Fleisch hinein. Shaya hatte wie abgemacht bei meinen Schrei „Wolfsrudel“ sogleich reagiert und die Türen geöffnet. Dann galoppierte ich außer Reichweite.
Prima, der Plan funktionierte, der Leitwolf sprang hinein und hinter ihm sein Rudel. Rasch verschloss Shaya dann die Gittertüren und ich und Luce, das konnte ich deutlich fühlen, wir beide also atmeten tief auf.

Gut gemacht! Das Lob von Shaya war ehrlich und tat einfach gut auch Savea lächelte und ich war einfach nur glücklich, als dann die letzten Wölfe, Pumas und dergleichen in ihren Käfigen waren.
Nun kam das Wild an die Reihe. Da musste man vorsichtig sein, denn der Sir Rafael von Argantas schätze seinen Wildbestand und ich möchte nicht mehr in meiner Haut stecken, wenn eines davon auch nur einen Kratzer bekommt, geschweige denn an die Folgen, die das nachziehen könnte, denken.
Luce ging es gut, er durfte grasen und ich musste locken.
Da war er schon das erste Rudel vor dem Regiment.
Eine Frischfleischlieferung für das Regiment?, fragend hatte mein Ritter Herrn Jaques an jenem Tag angesehen, als wir die Käfige und Umzäunungen vorbereitet haben. Dabei habe ich das verdächtige Funkeln in seinen Augen gesehen, das gleiche als er die Frischlinge vor seinem Tor erblickt hatte. Hm, so ein Ferkel am Spieß hat schon was für sich!, meinte er damals nur knapp und mir blieb da Herz vor Schreck stehen.
Also weg mit dem Frischfleisch hier, bevor es als Wildragout auf dem Tisch landet.
Ein wenig unbeholfen wedelte ich mit dem Hirtenstab, auf dessen Ende nun ein verlockendes Bündel Heu angebunden worden, war vor der Schnauze dieses verdammt großen Hirsches hin und her. Wenn der mitkommt, dann seine Damenschar, also die Rehe auch, so war mein Plan. Ich hatte nur nicht mit einem gerechnet, dass Hirsche wenn man sie wütend macht, und ja er war nun richtig wütend, weil er nie das Bündel Heu erwischen durfte, und ich mitsamt der Reh Schar nun auf der Brücke stand. Glücklich eigentlich, weil wir es schon bis dahin geschafft hatten und es nicht mehr weit bis zum Ost Tor war. Viel zu glücklich und unaufmerksam denn ich blickte in jenem Augenblick als er sein Geweih senkte, nicht zurück.
Wie von unsichtbaren Händen wurde ich hoch gehoben, nur waren diese schmerzhaft und zogen ein Loch in der Lederhose mit sich, dann landete ich unsanft auf der Steinbrücke. Hinter mit ein zufriedener Hirsch mitsamt Rehen, die nun an dem Heu friedlich kauten. Zum Glück kamen Shaya und Savea und halfen mir aus der Patsche. Zuerst lachten sie schallend, was ich auch tun musste, auch wenn mein Po schmerzte. Gemeinsam schafften wir es das Rudel in das Gatter einzusperren. Mein Po tat noch immer sehr weh, und meine neue Lederhose, die ich erst von meinem Ritter erhalten habe, hatte hinten ein Loch, was sehr peinlich war, und ich weiß genau, was das noch nach sich zog. Ein donnerndes Lachen von Sir Thelor auf jeden Fall! Schon daran zu denken, rötete meine Wangen vor Verlegenheit. Nun ja ich werde Lucianna bitten mit das Loch zuzunähen, gleich heute noch! Oder Morgen eher, denn die Zeit war zerronnen wie ein Eisblock in der Wärme der strahlender Sonne. Also viel zu rasch. Dafür waren nun die Gehege gefüllt auch die Wildschweine hatten dort ihren Platz gefunden.
Sogar dieser Eber der mich mit einer Geschwindigkeit durch Adoran gehetzt hatte, dass mir Hören und Sehen vergangen war. Eigentlich sollte es umgekehrt sein, ich sollte ihn locken und gemächlich gen Gehege mit ziehen an dem Strick den ich um seinen Nacken geworfen hatte. Jetzt hetzte er mich, was er sicherlich verwechselt hatte und ich muss gestehen ich hatte noch nie so einen wilden Schweinsgalopp je erlebt. Der Lauf um den See konnte ausfallen, das war nun sicher! Und ja auch die Gardisten hatten es gesehen und im vorbei flitzen konnte ich noch das schallende Gelächter hören, was ja in Ordnung war. Nur bei dem Gedanken, was da für Geschichten um meine Person dann kursieren werden, stimmte mich abermals sehr verlegen.
Gleichgültig, die Tiere waren in den Gehegen, darauf kam es an.

Spät am Abend nach dem Gebet in der Kirche traf ich noch Luca und den Oberst. Kurz verweilte ich noch bei einem Gespräch. Luca, ja Luca war wieder einmal zum Kind geworden, begrüßte mich mit Grimassen, die ich einfach höflich überging. Immer dann, nach einem ernsthaften Gespräch mit ihm, wenn ich denke, ja er wird langsam zum Mann, fällt er zurück.
Wie hat Seiner Gnaden in dem gestrigen Gespräch es genannt? Geduld! Ja Geduld musste ich einfach haben, zum Glück war meine sehr groß. Vielleicht war Luca einfach ein Prüfstein Temoras um mich in jener noch mehr zu üben? Und wenn er das war, dann durfte ich es ihm niemals übel nehmen. Nein, das durfte ich nicht, denn der Wille der Herrin war zu achten und jegliche Prüfung einfach mit Geduld, Vertrauen Respekt zu bezwingen und daraus zu lernen. Genau das habe ich auch weiterhin vor!
Niowe Adela Aireth

Die Seele der Schwerter

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

……wenn einem ein Stern auf den Kopf fällt

…brummt der Kopf dann so richtig.
Was für ein Schlag!, mehr konnte ich nicht sagen, als der Morgenstern auf meinen Helm hernieder donnerte. Was für ein unsagbar schönes Gefühl war es dann, da im Sand zu liegen. Rundum Sterne und ein Funkeln und Blitzen, dann wurde es dunkel. Wie lange ich da lag, wusste ich auch nicht mehr.
Als ich die Augen öffnete war der Sir neben mir und tätschelte meine Wange. Der Helm lag irgendwo im Sand und meine Rückseite, die bereits blau war von gestern, tat weh. Wieso nur.. in aller Welt liege ich da im Sand?
Höflich reichte mir mein Ritter die Hand und ich zog mich langsam hoch.

Vergesst den Helm nicht, den habe ich Euch abgenommen!
Langsam weil jeder Bewegung ein leichtes Flimmern ringsum erzeugte nahm ich ihn auf, dann stolperte ich dem Sir nach.
Das war nun der zweite Teil unseres gemeinsamen Trainings gewesen. Zuerst in Lederrüstung und heute in schwerer Rüstung. Mein Ritter mit Morgenstern und ich mit einem Kurzschwert, was sehr ungewohnt war, weil ich eigentlich Kurzschwerter nicht sehr mochte und daher auch nie eines benutzte.

Der Tag an dem ich den Respekt vor meinem Schwert verliere, ist der Tag an dem ich sterbe.
Mit einem Male fiel mir der Satz, den Micheil mir einst gesagt hatte ein, sie stammten von einem elfischen Schwertmeister, den Namen habe ich vergessen leider. Er kannte ihn gut, hatte an seiner Seite in einer Schlacht gekämpft.

Habe ich nun diesem Breitschwert den Respekt verweigert? Wahrscheinlich! Ja sicher sogar!
Klingen hatten ihre eigene Seele. Ja viele würden lachen! Sagen ich bin verrückt. Nur Micheil hat mich ernst damals angesehen, als ich es ihm kurz bevor ich hierher in meine Heimat nun aufgebrochen bin, erzählt habe. Er verstand mich und zart berührte seine Hand damals meinen Kopf. Schon wollte ich zurückweichen, weil ich eine seiner Kopfnüsse erwartet hatte. Etwas, was er zwar im Spaß öfter mal tat, aber dahinter steckte oftmals auch Ernst. Die Art von Ernst, die ausdrückte,
Das war eben nicht so gute, kleine Schwester, aber keine Bange, ich kann dir nie böse sein! Denk darüber einfach nach.
Das bedeuteten seine Kopfnüsse, das fühlte ich, auch wenn er es nie ausgesprochen hatte, er wusste ich verstand es. Unser Geheimnis war es! Unser Geheimnis vor dem Rest unserer Familie.
Diesmal war es anders, das konnte ich an seinen Augen sehen und hielt ruhig. Sanft streichelte er mein Haar. Dass diese liebevolle Berührung, die letzte war, die er mir auf die lange Reise hierher mitgab, ahnte ich damals nicht.

Lass dir von keinem, hörst du Adela! Von keinem je deine Gefühle für Dinge, die andere nie verstehen oder auch nur erahnen können, wegnehmen.

Weißt du Micheil, murmelte ich, während ich benommen mit meinem Ritter Schritt zu halten versuchte, Klingen, sie schreien, wenn andere Waffen sie treffen, wie vor Schmerz auf. Dann wehren sie sich und hoffen, dass derjenige, der sie führt gut ist, damit sie treffen und ihren Schmerz weitergeben.
Sie heulen, wenn man sie gut führt, freuen sich, weil ihr Schlag gelingen wird, und sie surren, wenn sie zufrieden sind, wenn man sie aus dem Schwertgurt endlich zieht. Dann sind sie frei, das fühle ich. Ja ich fühle das alles. Ich weiß auch nun, dass sie auch mit mir reden, meine Gedanken einnehmen können, und man sich dagegen wehren muss, was sehr schmerzhaft ist.
Ja Klingen haben eine Seele.
Und ich habe dieses Breitschwert nicht ernst genommen!
Heimlich, während ich dem Sir nachging, berührte ich die Klinge, streifte über sie sehr sanft mit meinen Fingern und in meinen Gedanken bat ich sie um Verzeihung für meine Missachtung.
Jedes Schwert hat seine Berechtigung und seine eigene Seele.

Auch du, kleines Breitschwert! Verzeih mir bitte! Bestraft hast du mich ja bereits, mein Kopf brummt noch von diesem Morgenstern! Morgen mache ich es besser, versprochen, höre auf dich und werde eins mit dir!
Zuletzt geändert von Niowe Adela Aireth am Dienstag 26. Oktober 2010, 13:26, insgesamt 1-mal geändert.
Niowe Adela Aireth

Üben, üben und nochmals üben.....

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Hätte ich gewusst was heute so alles auf mich zukommt heute, vielleicht wäre ich im Bett dann geblieben. Wobei das ist eher unwahrscheinlich, da halte ich es nicht lange aus! Ich muss mich ständig bewegen. Außerdem habe ich mich nie vor einer Aufgabe gedrückt, sogar wenn mir mulmig dabei war oder ich einfach nur Angst hatte.

Nach meinem Pflichtrundgang als Gardistin durch Adoran, dabei habe ich wie immer die Hafenpapiere samt Ladungen kontrolliert und mir noch ein wenig die Wälder rundum Adoran angesehen und einige dieser Wasserwesen wieder eliminiert, ging ich zu der Residenz von meinem Ritter. Tauchte in ein Bad ein, da noch alles eher ruhig dort war. Danach sah ich nach den Pferden. Luce hat mich sogleich freudig begrüßt und eine Apfelhälfte erhalten. Die Rösser des Sirs auch, heimlich. Sie sollte ja nicht neidisch werden.
Dann kam Leben in das Haus. Zuerst tauchte der Sir mitsamt seiner Pfeife auf. Ich liebe den Pfeifengeruch. Er erinnert mich immer an Micheil, der rauchte auch immer Pfeife.
Irgend etwas fehlte dem Sir in seinem Gesicht, es sah so verändert, so ungewohnt aus. Irgendwie war es nun nackt und glatt. Ah der Bart! Weg war er! Sonderbar wo mein Ritter ihn doch immer geschätzt hatte? Fragen werde ich lieber nicht wieso und warum er verschwunden ist!
Während ich noch ein wenig irritiert meinen Ritter anstarrte, kam Lucianna. Zu dritt saßen haben wir es uns dann im Kaminzimmer gemütlich gemacht und über dies und das geplaudert. Lucianna, die Haushälterin und das Kindermädchen von meinem Ritter, hat noch diesen wunderbaren Kräutertee, den ich so mag, vorbereitet. Es war alles einfach perfekt!

So und nun üben wir die Begrüßungsrituale diverser hoher Herrschaften!
So viel zu gemütlichem Beisammensitzen!
Rasch sprang ich auf und stellte mich dieser Übung.
Irgendwie war es eigenartig. Ich in Reiterhose und blitzblank geputzten Reiterstiefeln hatte nun ein fiktives Kleid an und machte darin meine Aufwartung.
In einem raschen Durchgang, kamen allerlei hohe Herrschaften auf mich zu. Zuerst der Herzog, dann kam ein Graf, dann Baron und Graf, dann Graf und Gräfin und all die Rollen wurden von dem Sir und Lucianna gespielt.
Was für ein Glück, dass ich den Kopf behalten habe, und alles nüchtern, wie bereits gelernt, zuwege brachte.
Innerlich sah es anders aus, mir klopfte das Herz wie wild vor Aufregung und auch Lucianna war sichtlich bei dem raschen Durchgang hoher Herrschaften in der Kaminstube ein wenig verwirrt.
Aber wir schafften es!
Danach ging mein Ritter mit mir noch diese zwei Faustregeln durch, was zu tun sei bei einem normalen Anlass und was man tut bei einem geladenen Anlass. Dabei verkrampfte sich mein Magen muss ich gestehen, wie in aller Welt sollte ich bei dieser Menschenansammlung keinen vergessen, den zuerst begrüßen, den nicht, wohl aber danach und den anderen noch davor, und Schluss endlich dabei entspannt wirken, und immer lächeln und lächeln und nochmals lächeln.
Aber ich bin voller Zuversicht, insgeheim werde ich das noch üben…..dort die Harfe stellt den Herzog dar, daneben die duftenden Blumen die Gräfin so und so und da der Kaktus, der Baron von, egal von was auch immer. Üben, üben, üben und nochmals üben. Ich möchte dem Sir wirklich keine Schande machen, das liegt mir sehr am Herzen.
Danach gingen wir noch die einzelnen Tänze durch. Ich kenne sie ja, aber hatte kaum Zeit im Regiment die einzelnen Schritte zu üben. Oberst von Tannhoeh hätte wohl Augen gemacht wenn ich da in voller Rüstung Tanzschritte übe. Wobei Augen hätte er wohl weniger gemacht, vermute ich, ein scharfer Blick wäre es wohl gewesen und dann hätte seine Stimme mich wohl aus allen Tanzschritten der Welt gebracht. Nein üben muss ich sie hier in der Residenz meines Ritters. Heimlich und penibel genau, jeden einzelnen noch in Erinnerung rufen. Was nicht allzu schwer isein sollte, wenn man sie bereits gelernt hat.

Zum Glück Sir wird keiner eine Knappin auffordern! Meine Hoffnung, vielleicht kann ich mir diese Übung ersparen. Aber sie wurde rasch zunichte gemacht!

Wieso denn nicht? Denkt nicht daran, man kann Euch sehr wohl auffordern! Die Stimme des Sirs, ließ diese kleine Hoffnung, wie eine Seifenblase zerspringen.
Gut dann üben wir die Schritte, vielleicht würde Shaya helfen? Ich werde sie mal vorsichtig fragen!
Nachdem der Sir seinen Verpflichtungen nachkam, mich aber später dann zu sehen wünschte, übte ich ein wenig das Spiel der kleinen Harfe und sang dazu meine Lieder. Ja ich hatte einige schon niedergeschrieben, die kannte aber keiner. Um Lucianna bei ihrer Arbeit im oberen Stockwerk nicht zu stören sang ich sie sehr sehr leise. Für mich eben.
Danach, als mein Ritter zurückgekehrt war, begann eine erfreuliche Übung, aber zu der komme ich später.
Ich bin nun total erschöpft. Ein Gebet noch an Temora und ab ins Bett, wer weiß was der Sir morgen mit mir vor hat und meine Pflichten als Gardisten muss ich auch erfüllen, am besten man ist ausgeruht.
Niowe Adela Aireth

Ich will, ich kann, ich soll, ich darf und ich muss

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Ich will.......
mir treu bleiben! Von niemandem und nichts mich von meiner Liebe zu Temora abbringen lassen. Den Menschen offen gegenübertreten, ihnen die Liebe und Wärme der Herrin verdeutlichen.
.... sicher nicht meine Regimentsuniform mit diesem Zwerg tauschen!
Obwohl lustig war diese Debatte schon.

Hey Langbein ich will nur die goldenen Rüstungsteile, tausche sie gegen Bier!
Erstens mag ich kein Bier, schon alleine der Geruch verursacht Unruhe in meinem Magen, zweitens die Uniform des Regiments steht nicht zum Tausch an.
Tut mir leid.
Ichwar höflich obwohl ich innerlich schmunzeln musste, so etwas habe ich bisher in Adoran auf meinem Rundgang noch nie erlebt!
Aber der Zwerg ließ nicht locken.
Also gut einige Bier, und wie gesagt ich will nur die goldenen Teile, die blauen kannst behalten!
Nochmals nein, die Uniform gehört nicht mir, sondern dem Regiment und die wird nicht getauscht!
Noch eine Weile ging es hin und her....er wollte tauschen, ich versuchte ihn von diesem Gedanken höflich abzubringen und ein wenig abzulenken,
Zum Glück kam dann Shaya, was sie dann wiederum als fatal erwiesen sollte.

Wir haben Kisten für die Spinnen und Schlangen vorbereitet! Vielleicht
habt Ihr einmal Zeit Niowe, dann können wir sie einsammeln.
Klar habe ich Zeit, aber ehe ich das aussprechen konnte, wandte sich der Zwerg an Shaya.

Ha, Gardistin wie schmecken Schlangen?, treuherzig blickt der Zwerg zu mir auf und ich musste schlucken bei den Worten.
Also Schlangen, keine Ahnung? Ich würde sie auch niemals verspeisen bei
dem Gift dass sie haben!
Aber fragt Lili, die Heilerin, die wollte mir schon einmal Froschschenkel anbieten. Was ich damals unter Erschauern abgelehnt habe.
Vielleicht kennt sie den Geschmack von Schlangen bereits?
Nicht zufrieden mit der Antwort wandte der Zwerg sich sogleich an Shaya.

Ich tausche eine Kiste Schlangen gen das Bier ein!
Das geht nicht, die Schlangen sollen dahin zurück, wo sie hergekommen
sind.....nämlich in den Wald!

Shaya sah man deutlich an dass sie dem Lachen nun nahe war, ich hingegen konnte es nicht mehr zurückhalten und versuchte wenigstens leise
dabei zu sein, was auch einige Schwierigkeiten verursachte. Bisher war mir verborgen geblieben, dass Zwerge so gerne einen Tauschhandel betreiben. Was auch immer es sei
mal die Regimentsrüstung, goldene Teile versteht sich, mal ne Kiste mit
Schlangen. Noch ehe ich darüber sinnen konnte, war Shaya schon weg, und ich allein dem Zwerg abermals ausgeliefert, was erneut den ersten Tauschhandel wieder bei dem ihm in Erinnerung rief.

Nein, nein und nochmals nein......ich tausche keine Regimentsrüstung
und keine Kiste Schlangen und nun verzeiht bitte....
nach der höflichen Verabschiedung machte ich mich auf und davon. Das war genug Tauschgerede für einen ganzen Tag, so nett und rührend der Zwerg auch war, ich musste meinen Rundgang, der Teil meines Dienstes war, beenden.

Ich soll....
alles was mein Ritter mir ans Herz gelegt hat, üben und beherzigen. Ich werde dabei meinem Weg in Temoras Sinne folgen1
....nicht mehr, diesem Herrn aus Bajard misstrauen. Also versuchen werde ich es! So viel hat man mir über dieses Fischerdorf bereits erzählt. Viele Meinungen, die irgendwie dann doch übereinstimmen, nur muss ich bedenken, und es nie aus den Augen lassen, dass
es doch dort vielleicht den ein oder anderen Menschen gibt, der dem Licht verbunden ist.
Auch wenn, einer, der von dort stammt, mir und Herrn Jaques vor den Toren Adorans bei den Angriffen einen schönen Tod gewünscht hat! Was ja an und für sich nett gemeint ist, aber ein wenig unpassend bei dem Getümmel der Wasserwesen mit welchen wir uns beschäftigen mussten. Herr Jaques kannte ihn, ich nicht, aber ich sollte mich doch einmal für diesen frommen Wunsch später einmal bedanken! Was kann es besseres geben, als einen schönen Tod? Einfach umfallen und dann vor Temora in aller Demut vorzutreten! Ja, so ist der Tod
schön! Nur leider kommt er oft nicht so! In vielen Fällen verursacht er Schmerzen, unsagbares Leid und ein dahin siechen!
...am besten mit meinem Ritter immer über darüber sprechen, und dabei
nichts vergessen! Gute Idee!

Ich kann.....
was verwunderlich ist, in diesem schlichten Kettenhemd, was ich nun tragen darf samt Schwert, was mir mein Ritter auch zu treuen Händen übergeben hat, gegen die verschieden artigsten Kreaturen der Dunkelheit bestehen. Es geht wirklich! Das hätte ich mir nicht gedacht! Das Training mit meinem Ritter hat offensichtlich einiges an meiner Deckung und der Schwertführung verbessert. Die Schläge des Morgensterns hatten also etwas gutes gebracht. Dafür sollte ich meinem Ritter dankbar sein! Bin ich auch!

...was mir eigentlich keine wirklichen Sorgen bereitet, diese
Liebessachen rundum in Adoran nicht verstehen. Gehäuft treffe ich auf Pärchen in einem
vertrauten Gesprächen, dann wieder jene getrennt aber mit anderen Partnern, die vielleicht gar keine sind, oder doch? Micheil hat mir immer gesagt, derartige Gefühle treten im Frühjahr meist auf. Nun haben wir aber Herbst! Sonderbar, vielleicht sind die Gefühle hier anders
gelagert, wer weiß?
.... auf jedem Fall gutheißen, was sich bei Herr Finrias und der Haushälterin Lucianna langsam anzubahnen scheint! Ja, die beiden vertragen sich gut, wie mir bei dem Teegespräch nicht entgangen ist. Zum ersten Mal ist Lucianna ein wenig aus sich heraus gegangen und hat
mit dem Heiler des Ordens der Temora gesprochen. Mehr Worte von sich gegeben, als ich in den zwei Wochen, in welchen ich nun in dem Haushalt meines Ritters lebe, je von ihr gehört habe. Herr Finrias ist ein gutherziger Mann, einfühlsam und umsichtig, das habe ich im Gespräch der beiden heraus gefunden. So einer wäre nicht übel an Luciannas Seite. Er würde ihr einfach gut tun, denke ich! Ob sie das so sieht, mal sehen!

Ich darf......
hoffen! Ja insgeheim tue ich es mit jedem Tag. Vielleicht lebt Micheil noch? Vielleicht! Ich wage es nie auszusprechen, weil, ich ja sicher bin, dass keiner in meinem Geburtsland überlebt hat. Weder Vater noch mein zweitältester Bruder, noch Micheil. Hoffen tue ich dennoch!
Wieso auch nicht? Ich weiß mit Sicherheit, dass immer das Licht der Hoffnung meiner Herrin überall strahlt. Vielleicht lebt er doch? Nein, darüber werde ich mit keinem sprechen, nur die Herrin darf davon erfahren, wie sie ja bereits alles von mir weiß. Jeden Fehler, jedes Missgeschick, einfach alles. Ich bin nur ein Mensch und nicht unfehlbar. Man kann mich auch verletzen und treffen, nicht nur mit dem Schwert! Sonderbarer Weise hat das hier in meiner Heimat keiner bisher getan. Vater hingegen konnte das sehr gut! Mit seiner ignoranten Geradlinigkeit stieß er mich immer wieder von sich weg. Jedes Mal wenn ich aufs Neue den Mut aufbrachte und ihm nahe sein wollte. Er konnte mir wohl nie verzeihen, dass ich mit meinem Leben ihm das seine, sein Weib, dass er über alles liebte, weggenommen habe. Dann noch die Frechheit besaß, ihr zu ähneln,was mir Micheil, als ich älter bereits war, anvertraut hat.

Ich muss...
auf jedem Fall noch mehr mich in der Schmeichelei üben. Bei meinem Ritter, klappt es ja schon sehr gut, so meinte er vor einigen Tagen. Wobei das war eigentlich keine Schmeichelei in seinem Fall gewesen, sondern nur ehrlich! Er sah einfach in dieser Rüstung, die ich noch
nie an ihm gesehen hatte, umwerfend gut aus. Mir ist das bisher nie aufgefallen! Wieso sollte ich es dann nicht aussprechen, wenn es die Wahrheit ist? Ich muss dass einmal eine Frau, der ich vertraue, fragen. Frauen kennen sich sicherlich in solchen Angelegenheiten besser aus.
Nur wen?

..darüber nachdenken und eigentlich schlafen gehen, um den morgigen Tag mit all seinen Herausforderungen als Gardistin und Knappin ausgeruht begegnen zu können.

..vorher aber noch ein Gebet zu Temora in meinem Zimmer sprechen. Der Tag naht bereits, und wenn ich in die Kirche noch gehe, komme ich gerade rechtzeitig zum Frühstück in die Residenz meines Ritters zurück. Nein lieber jetzt und hier beten, dann ein wenig schlafen.
Niowe Adela Aireth

Liebe und Männer

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Und wieder dieses leidige Thema. Mann und danach Liebe, dessen war sie sich sicher! Schon bei diesem drehte sich der jungen Knappin der Magen um, wohl auch ob des Zustands des Mangels an Nahrung. Seitdem Lucianna verschwunden war, aß sie nicht mehr. Vergaß darauf! Kein Frühstück, abends vielleicht ein Apfel, das war’s.
Ihr werdet sicherlich einmal dieses Gefühl von Liebe verspüren!, so die Worte des Ritters.

Tue ich bereits, ich liebe Temora aus ganzem Herzen mit der Reinheit und Unschuld, die der Herrin gebührt!
Damit war es wohl vom Tisch. Mitnichten! Peinlich berührt errötete ich, da stand Herr Finrias und hörte zu! Wieso in aller Welt sprach ihr Ritter weiter? Was bezweckte er damit?

Wollt Ihr niemals ein Kind in Euren Armen halten?
Ja, das tue ich doch bereits Sire! Ich halte die Waisenkinder in meinem Armen. Es muss doch nicht unbedingt ein eigenes Kind sein, dem man Liebe und Wärme gibt! Viel wichtiger ist es
Jenen Kinder das zu geben, die es von sonst keinem erhalten würden!

Schon wieder dieses bedrohliche Schweigen und Entsetzen in den Augen von Herrn Finrias, welches wir am besten einfach übergehen. Er sollte eigentlich damit umgehen können, dass man einfach die Liebe und Wärme, die Temora einem jeden Tag aufs Neue schenkt, weitergibt, und zwar jenen, die von der Welt schlechter behandelt werden.

Ich bin mir sicher, der Sire denkt nach. Etwas kommt noch. Ich kenne ihn bereits viel zu gut, mehr als er je ahnen würde. Schnell noch einen Einwand finden, bevor dieses Schweigen erneut von ihm gebrochen wird.
Außerdem meinte mein Bruder Micheil, es wäre klüger so. Wie Ihr nun erkennen mögt, dieser Zustand der Verliebtheit oder nennen wir es Liebe, bringt nur Schmerz und man ist verletzbar jederzeit und von jedem und auch erpressbar. Daher ist es klüger an die Liebe zu einem Mann keinen Gedanken zu verschwenden! Ich habe es bei meinem Vater gesehen, was ein Verlust einer solchen Liebe mit sich bringt!
Nein, nein und nochmals nein das will ich nicht! Ich fühle mehr Liebe in meinem Herzen als
es je zwischen Mann und Frau geben könnte, habe ich nicht ausgesprochen, weil mein Ritter es nie verstanden hätte.
Aber …….jetzt kam es!
Einmal werdet Ihr alt und runzelig sein, dann vielleicht bereut ihr es!
Alt und runzelig werden auch die Damen an der Seite eines Mannes, da vielleicht noch schneller!
Und dann haben jene Damen noch den Nachteil, dass sie einfach gegen jüngere ausgetauscht werden oftmals heimlich, das sprach ich höflicher Weise nicht aus, auch wenn es der Wahrheit entsprach. Micheil hatte mich nie angelogen, und das mir aus der Sicht eines Mannes erklärt!
Also, nein danke ich bleibe so wie ich bin. Jung, schön und Temora in Liebe treu. Die beste aller Möglichkeiten, die ich für mich nur wünschen kann, Sire. Nach diesen Worten schenkte ihm im eines meiner ganz besonderen Lächeln voller Wärme, die nur wenige kennen.

Ich werde nun zu Bett gehen, Niowe und morgen sprechen wir über so einiges noch in aller Ruhe.
Endlich das Thema war vom Tisch! Vielleicht wird es morgen wieder berührt? Aber, ich bleibe fest, unbeirrbar und habe genügend Argument von meinem toten Bruder Michail mitbekommen, die man nach und nach dann noch einfließen lassen könnte. Wenn ich nicht Einen lieben würde. Sei ehrlich zu dir! Ja, das tue ich doch ich liebe einen Mann! So nun ist gestanden. Zwar nur mir selber aber gestanden und offen dargelegt. Dieser Eine jedoch würde meine Liebe niemals erwidern. Eine der Gründe ist meine Jugend, das ist mir bewusst! Aber junge Männer reizen mich nicht! So wie mein Bruder sollte er sein, und der war 18 Jahre älter als ich gewesen. Eine gute Kombination, denn diese Männer sind reifer, haben nicht Flausen im Kopf und sehen nicht jedem Rock egal ob edel oder nicht edel nach. Außerdem kann man mit ihnen reden. Vernünftig reden, und sie werden nicht rot, wie der Herr Finrias, weil rot werde ich selber. Aber…..gerade der, dieser eine meiner Wahl, würde nicht im Traum daran denken, mich auch nur eines Blickes zu würdigen, weil ich eben zu jung bin. Ich kann förmlich in meinen Gedanken seine Worte vernehmen.
Was für ein Debakel! Da hilft nichts! Verdrängen wir das lieber und morgen, sollte der Sire wieder damit anfangen, bringen wir eine Reihe von Argumenten, so viele, dass er kaum Zeit hat etwas dagegen zu erwidern. Gute Taktik, Niowe! Jetzt ab ins Bett noch ein Gebet zu Temora sprechen und nicht länger darüber nachdenken.
Niowe Adela Aireth

Lektion der Knappin

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Ich konnte es kaum ertragen, meinen Ritter so zu sehen, wie er litt. Jeden Abend sprach er dem Schnaps zu, zwar nur in geringer Menge, aber ich kannte dieses Zeichen nur zu gut und auch den Schmerz, der ihn erfüllte. Sonst wurde nach dem gemeinsamen Mahl immer ein Glas des besten Weins in aller Ruhe im Kaminzimmer genommen. Jetzt wo Lucianna weg war, nicht mehr. Seine Sorgen füllten den Raum und hingen wie schwere Wolken bedrohlich über uns, sie erdrückten mich und machten mich sprachlos. Was nur selten der Fall ist.
Ich konnte ihn nur zu gut verstehen, gefangen in dem, was er war und für die Welt verkörperte. Ein Ritter des Lichts. Er musste hart sein, hart gegen jene, die solche Forderungen stellten. Unbezwingbar wie eine Festung, auch wenn es in ihm wohl anders aussah. Aber wer fragt schon danach wie es in einem Ritter aussieht? Wohl kaum jene, die nur an das Leben, Lucianna dachten.
Die Bereitschaft Opfer zu bringen, egal wie man sich dabei fühlt, man muss es tun, niemals den Forderungen der Dunkelheit nachgeben. Ein Bollwerk des Lichts darstellen. Egal was es kostet! Der Preis war hoch, das weiß ich wohl am besten. Mein Preis war entsetzlich hoch gewesen. Micheil.
Ich bewundere ihn, seine Standhaftigkeit, wohl nur nach außen hin. Aber hier in unserem Kaminzimmer durften wir Menschen sein. Ich gönne es ihm. Wenn dieses Glas Schnaps half für einen kurzen Augenblick die Greul der Welt zu vergessen, gut so. Mir half nur das Gebet zu meiner Herrin. Jeder von uns beiden hatte wohl einen anderen Zugang, um mit Leid umzugehen.
Ab und an konnte eines meiner Worte ihn zu einem Lächeln bewegen. Wie gut es tat, dieses Lächeln, welches mein Herz schneller schlagen ließ, weil er für einen kurzen Augenblick einfach vergaß, nicht mehr daran dachte. Was wäre wenn…..
Ich hingegen vertrieb mir seinen Schmerz, der auch der meine war, mit hartem Training. Übte wie besessen den Kampf auf einem Schlachtross. Befolgte jede seiner Anweisungen bis hin zu den Steigbügeln und dem rauen Umgangston gegenüber dem Hengst, den ich bei LuceDiEsperanza nie gewagt hätte, weil ich ihn liebte. Das Schlachtross durfte ich nicht lieben, auch wenn das schwer war. Seitdem Tag an dem mich Micheil mit fünf Sommern auf mein Pony gesetzt hatte, liebte ich diese Tiere. Ich befolgte auch den Rat meines Ritters diesem mächtigen Streitross keinen Namen zu geben, denn dann würde ich um dessen Verlust nicht leiden. Doch würde ich! Wie wenig wusste er von mir. Ich leide noch immer um den Verlust all dieser namenlosen Menschen, die ich nicht retten konnte. Ich leide noch immer um den Verlust meines geliebten Bruder, Micheil. Ich würde auch, um den Verlust eines namenlosen Streitrosses leiden, weil es ein Lebewesen war, das mir vertraute, bereit war meinen Befehlen bis hin zum Tod zu folgen.
Aber , und genau darauf kam es an, ich hatte in dieser kurzen Zeit hier meine Lektion gelernt, zeige keinem, was du in dir fühlst, nur da in dem Kaminzimmer, genau da, darfst er das sein, was er ist. Ein Mensch, der fühlt wie jeder andere. Nur ich muss auch hier stark sein, ihn aufheitern, ich für einen Augenblick ein Lächeln entlocken, ihn ablenken und so es in meiner Macht liegt ein wenig aufmuntern. Das alles raubt mir viel Kraft. Nicht nur körperlich, ich habe viel zu viel abgenommen, das merke ich an der Kleidung, die damals Lucianna für mich gefertigt hat. Aber zum Glück merkt er es nicht!
Eines meiner Ventile, um einfach so zu sein, wie ich bin, ist das erbarmungslose Training mit dem namenlosen Streithengst. Es geht gut voran! Bald wird jeder Griff sitzen und ich muss nicht mehr darüber nachdenken, was zu tun sein, wenn ich zu Ross angreifen muss. Das andere meine täglichen Gebete zu der Herrin. Ihr vertraue ich alles an. Meinen Kummer und meine Freude, wobei Freude hatte ich in letzter Zeit wenig. Bis auf die Gespräche mit Kunna, Balir und dem kleinen Allerich, der ein wunderbares Kind ist. Aufgeschlossen, voller Wissbegierde und sehr sehr klug. Auch er wird die Lektion des Verlusts einmal lernen müssen, wie ich. Und es bricht mir das Herz, wenn ich darüber nachdenke. Wie gerne würde ich all das diesem fröhlichen Kind ersparen. Aber es geht nicht! Seine Abstammung fordert diesen Preis. Einen Preis, den andere nicht ermessen können, wie hoch er ist. Wie viel man dafür mit seinem Herzblut bezahlen muss. Sie sehen nur den Glanz, die Macht. Frauen werden ihn umschwirren, wie Bienen den Honig. Er wird einst weise wählen müssen, nicht nur auf sein Gefühl hören, sondern auch jene erwählen, die stark genug sein wird, all das ihr Leben lang an seiner Seite zu ertragen und zu erdulden. Sich dem stellen und oftmals nicht dem folgen, was das Gefühl einem sagt, sondern was man tun muss im Sinne der Herrin!
Niowe Adela Aireth

Ein Tag der Unbeschwertheit

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Energiegeladen von dem Training noch stürmte ich in die Residenz von meinem Ritter. Bis auf die Haut durchnässt, weil da dieser glitschige Hang war dessen Steigung ich ein wenig unterschätzt habe und herab gerollt
bin, was nicht sonderlich schlimm war, nur eben eine Erklärung für meine triefende Kleidung. Es hat wie fast immer geregnet, was mir gar nicht mehr so recht auffällt, sichtlich habe ich mich bereits an das Wetter hier gewöhnt. Meine Stiefel sind voller Matsch, was natürlich ist, wenn man bedenkt dass ich quer durch die Wälder damit gelaufen bin. Der gleichfalls triefnasse Umhang war zu allem Übel noch mit Blättern, die nebenbei auch in meinem Haar zu finden waren, bedeckt. So stürmte ich zur Residenz hinein in der Annahme da wäre keiner mehr wach. Als ich den Pfeifengeruch viel zu spät dann gerochen habe, war es bereits geschehen. Ich stand mitten im Zimmer und mein Ritter saß in seinem Sessel paffte seine Pfeife und blickte mich mit so großen Augen an, als hätte ihm gerade persönlich ein Balron einen Besuch abgestattet, wobei dann hätte er sicherlich nicht weiter seine Pfeife geraucht.

Guten Abend Niowe!
Einen schönen Abend wünsche ich Euch Sire!

Schwungvoll nahm ich den Umhang ab sodass das ganze Blätterwerk sich quer über den Holzboden verteilte, und hängte ihn über eine der Stuhllehnen.
Wo kommt Ihr her?
Ich war trainieren im Wald Sire.

Erschöpft gleite ich in den Sessel und gerade als wir einige Worte wechselten und ich es mir eben bequem machen wollte, fallen mir die schmutzigen Stiefel ein, unter dem Blick meines Ritters, der noch immer starr auf mich gerichtet ist. Also auf und sie in der Garderobe abstellen. Morgen werden sie dann geputzt. Erneut falle ich erleichtert in den Stuhl und bin froh dass der Kamin eine wohltuende Wärme spendet, dabei habe ich mein klitschnasses weites Hemd, das an meiner Haut nun klebt und die weiblichen Rundungen nun in aller Deutlichkeit sichtbar werden, ein wenig weggenzogen, wenigstens meine dicken Socken sind nicht nass. Ich trage jetzt schon die Wintersocken weil meine Füße ständig kalt sind, was ich im Winter dann trage, macht mich ein wenig ratlos. Zwei übereinander? Vielleicht?
Zum Glück habe ich Euch und Temora Sire!, meinte ich dann, als ich erneut im Sessel Platz nahm.
Ihr kann ich alles erzählen Euch fast alles!
Fast?
Jawohl Sire!
Bei Euch befürchte ich immer, dass Ihr mich in einen Pferdetrog befördert, was Temora nie tun würde.

Sein Lachen war befreiend. Endlich er lacht wieder! Wie glücklich mich das macht!
Nun Niowe ich weiß genau wohin Ihr nun nach dieser Freiluftaktion hingeht? Weiß ich das? Entsetzen und ein Gefühl der Unruhe macht sich in mir breit. Nicht in den Trog bitte, denke ich und spreche es dann aus.
In den Trog Sire?Ich habe mir heute nichts vorzuwerfen Sire. Wobei ja eine winzig kleine Sache, ich habe in der Aufregung, als ich an mein Buch gedacht habe, nur kurz den Gruß an Sir Cedric vergessen, aber ihn sogleich dann ausgesprochen.
Das ist natürlich ein Vergehen, aber kein Pferdetrog Vergehen Sire, denke ich!

Seht an Euch herab dann wisst Ihr genau wieso ich böse bin!

Hilfe, er ist böse. Aber wieso? Nachdenklich gleitet mein Blick von meinem Pitschnassen Hemd zur Kettenhose hin zu den dicken Socken.

Ich sollte weniger denken vielleicht Sire?, sage ich unsicher in der Annahme er meint den etwas verspäteten Gruß gen Sir Cedric. Aber ehrlich gesagt, weiß ich wirklich nicht, wieso er nun böse ist.
Ah die Blätter, genau! Erleichtert atme ich auf als ich die im Raum verstreuten Blätter erblicke.

Also die Blätter am Boden Sire, entferne ich heute noch, versprochen!
Ach ja und die Stiefel putze ich morgen gleich.
Das meinte ich nicht!

Was in aller Welt meint er dann? Noch fühle ich mich eigentlich keiner Schuld bewusst, bin noch relativ locker, obwohl er böse ist, was mich natürlich bedrückt. Aber ich weiß nicht warum.

Es ist kalt und es ist nass!
Ja Sire, hier regnet es sehr oft und ja es ist kalt der Winter kommt bald.
Worauf will er nun hinaus? Ich verzweifle langsam, habe null Ahnung, warum er böse ist und er spricht vom Wetter.

Gut dass du nicht schwer bist, Niowe!
Da stand er nach den Worten auf und ich war verwirrt wie nie zuvor. Was sollte das nun? Aber noch ehe ich einen weiteren Gedanken fassen konnte, wurde ich samt Stuhl von ihm mit einer Leichtigkeit hochgehoben, was wohl an meinem geringen Gewicht liegt, und fort getragen. Vor Schreck bin ich einfach starr dagesessen, habe mich nicht gewehrt.
Lass es bitte nicht den Wassertrog sein!, flehte ich innerlich zu mehr kam ich dann nicht, denn es ging alles viel zu schnell.
Mitsamt Stuhl wurde ich ins Becken geworfen. Schrie noch Hilfe, dabei tauchte ich unter, schluckte entsetzlich viel Wasser, was bei mir eine unvorstellbare Panik auslöste, da ich ja nicht schwimmen kann, und beinahe einmal schon ertrunken wäre. Also strample ich wie wild nun und schlucke noch mehr Wasser.

Steh einfach auf Niowe, du kannst hier im Badebecken stehen!
Oh was für ein Glück! Seine Stimme brachte mich zurück in die Wirklichkeit, ich folgte den Worten und stand nun da zitternd vor Angst in meiner Kettenhose und dem so nassen Hemd wie zuvor, mit triefendem Haar, ein wenig verzweifelt weil ich so einiges an Wasser in meiner Angst geschluckt habe.
Hilfe!
Da lacht er erneut! Aber ich stehe und bin nicht ertrunken und was noch hinzu kommt das Wasser ist angenehm warm und er hat gelacht. Erleichtert stelle ich das fest und beruhige mich. Rasch schüttle ich die Wassermengen aus meinem Haar und sehe dann voller Entsetzen auf meine Kettenhose. Danke Sire! Das dauert Stunden sie nun zu trocknen und mit Öl zu behandeln, damit sie nicht rostet!

So und Ihr genießt nun Euer Bad! Viel Spaß noch und...!
Ja?
Wenn ich Euch nochmals ohne Euren Mantel sehe, gibt es das nächste Mal den Pferdetrog.
Nur den nicht bitte! Erneut verkrampfte ich mich bei dieser Aussicht! Lieber dann den Mantel!

Ach ja die Kettenhose dann sorgfältig mit Öl behandeln sonst gibt es Rost, Niowe! Danke Sire, das habe ich auch bereits bedacht! Aber sehr aufmerksam dass Ihr mich dennoch darauf hinweist!, denke ich während er mir einen Bademantel auf den Beckenrand legt und die Treppen sichtlich zufrieden hinauf steigt.
Wie peinlich das ist! Ich stehe noch immer da wie ein begossener Hund und starre ihm nach, bis er nach oben entschwunden ist.
Das Bad habe ich dann doch genossen, mich sicherheitshalber, man kann ja nicht wissen, was noch alles passieren wird, auf den nassen Stuhl im Wasserbecken gesetzt. Nachdem mein Körper und mein Haar umwerfend nach Blüten von dem Öl, das ich verwendet habe, dufteten, war ich dann auch zufrieden. Schnell schlüpfte ich dann in den Bademantel, stellt den bedauernswerten Stuhl vor dem Kamin, damit er dort trocknet und huschte nach oben.

Während ich zufrieden nun mit mir und der Welt die Wärme des Bades und den Kamin genoss badete mein Ritter. Heimlich habe ich mich dann auf seinen Sessel gesetzt, der so wunderbar nach dem Geruch seiner Pfeife roch und vor allem nach ihm. Warm war er auch noch. Während ich da nun verträumt mich in den Sessel kuschelte und einfach nur glücklich war, stand er da mitten im Zimmer.
Die nächste Peinlichkeit! Er durfte niemals auch nur die leiseste Ahnung davon haben, dass ich ihn….nein! Ich lasse es nicht einmal in meinen Gedanken zu, dieses Unmögliche, Unvorstellbare und nicht Akzeptierbare weiter zu denken. Es darf nicht sein!
Ich bin verliebt! Schon als ich ihn das erste Mal sah, als wir miteinander sprachen, so unbeschwert und endlos lange ist das her. Damals ahnte ich noch nicht das, was ich nun weiß. Wobei Herr Aldo hat es damals bereits gefühlt. Ihr und Euer Ritter Ihr tut wohl alles, was er sagt! Jedes Wort, hat für Euch Bedeutung! Ja, hatte es und hat es noch immer. Vielleicht, weil er mich Micheil so ähnlich war, sicher nicht vom Aussehen her, aber von der besonderen Art Dinge anzugehen, nachzudenken und dann erst zu handeln. Vielleicht lag es daran, vielleicht auch nicht!
Wüsste er es, würde er von Schwärmerei wohl reden. Ich kann es mir bildlich vorstellen. Nein, das ist es nicht. Ich fühle es, und es ist gut so. Mir reicht das Gefühl vollauf, ihm einfach zur Seite zu stehen ihn zu stützen, egal, was da noch kommen mag. Einfach da zu sein, ohne wenn und aber.
Ich habe es nun mir endlich gestanden, muss es aber sogleich verdrängen. Ich bin stark genug es zu tun. Besitze mehr Stärke, Willen
und Entschlossenheit als man es je erahnen würde. Keiner würde das vermuten, noch dazu wenn man meinen zierlichen Körperbau der nun extrem zart geworden ist betrachtet. Ich habe bereits mehr ertragen, als die meisten hier in diesem Land, das hat man mir beigebracht, und dafür bin ich Vater dankbar, so hart und manchmal unbarmherzig es mir zeitweise erschienen war, ich habe es nie in Frage gestellt, denn er war ein guter Mensch gewesen mit all seinen Fehlern, diente er bis zum Tode dem Licht. Ich werde sicherlich noch bei weitem mehr ertragen müssen, wie Micheil wohl. Das ist unsere Bestimmung, und wie er werde ich unbeirrbar diesen Weg gehen.

Die Wochen waren nicht einfach gewesen, haben mir viel Kraft gekostet ihn nur für kurze Augenblicke abzulenken, ihn ein wenig aufzumuntern. Ihm wenigstens ein Lächeln ab und an zu entlocken. Das reicht mir! Mehr will ich gar nicht! Heute hat er wieder gelacht! Wie schön das ist, es macht mich überglücklich. Bei seinem Lachen geht die Sonne auf und wärmt. Dafür schlucke ich noch mehr Wasser und nehme jede Panik und Angst auf mich, wenn er nur lacht.
Unter unzähligen Ausflüchten, die sich wie ein Wasserschwall über ihn ergossen, lenkte ich nun ab. Was ich sehr gut kann und immer besser darin werde, muss ich gestehen.
Wie unsagbar gut er aussah!
Er nennt es Schmeichelei und ist sichtlich erfreut darüber, wie rasch ich diese Art des höfischen Umgangstons erlerne. Für mich ist es die Wahrheit. Darin sind wir uns wohl ein wenig uneinig. Aber ich gebe ihm recht! Natürlich tue ich das!
Einfach wegsehen Niowe, es ist ungebührlich ihn so anzustarren.
Und es gelang mir dann auch, mit Mühe aber doch ihn auf ein anderes Gesprächsthema hin zu führen.
Nur die eine Drohung, dass er mich sehr wohl als Knappin auch über das Knie legen könnte, macht mir noch ein wenig Angst. Alleine wenn ich daran nur denke, werde ich rot. Beschämend! Mich, eine erwachsene Frau…….unvorstellbar! Das macht man doch nicht, oder doch? Micheil hat es nie getan, er hätte mir auch wohl nie einen Pferdetrog angedroht. Wobei, wenn ich an die lange Liste der Personen denke, die er bereits ins Wasser befördert hat, dazu zähle ich mich heute auch nun dazu, dann zweifle ich besser nichts mehr an, was er noch so alles androhen möge. Besser es kommt nie dazu!
Ab Morgen tragen wir den Mantel! Beschlossene Sache!

Wie immer bete ich noch vor dem Altar zu Temora. Temora kennt mein Geheimnis und ich habe das schönste Kleid heute für sie angezogen, Ihr zu Ehren. Es ist ein Kleid seiner verstorbenen Frau, mir zu weit, aber auch Ihr zur Ehren trage ich es nun und denke an sie, so wie an die vielen Toten, die bereits meinen jungen Weg säumen mussten. Sie haben ihren Frieden gefunden! Meine Blumen für die Toten am Altar sind noch immer frisch, wie am ersten Tag. Auch das macht mich glücklich!
Danke Temora für diesen wundervollen Tag! Auch wenn es Morgen vielleicht wieder anders aussieht, heute durfte ich glücklich sein und diesen wunderbaren, unbeschwerten Tag erleben, dafür bin ich dankbar in Demut und hoffe auf einen weiteren!
Niowe Adela Aireth

Lektion 2: wenn man verliebt ist, sollte man nie abwaschen

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Ziemlich spät war ich aufgewacht. Mein guten Morgen Sire, löste bei meinem Ritter die Bemerkung „Morgen ist gut!“ aus. Was er nicht wusste, war, dass ich am gestrigen Abend noch die Kettenhose nach dem Gebet in der Kirche gereinigt und jedes einzelne Glied mit Öl versehen habe. Was so einige Stunden in Anspruch nahm und die ersten Strahlen der Morgensonne schüchtern schon durchs Fenster herein blickten. Danach wurden noch die Stiefel von dem Schmutz befreit und blitzblank geputzt was auch seine Zeit dauerte. Bevor ich zu Bett ging brach bereits der neue Tag an.
Aber wie auch immer, was er auch sagte, was immer er androhte von Pferdetrog bis übers Knie legen, nein, ichkonnte ihm nie böse sein. Diese Erkenntnis brachte ein strahlendes Lächeln auf meine Lippen. Umso strahlender wurde es noch, als wie er auf meineAnfrage hin, wie es Lucianna gehe, meinte ihr ginge es bereits viel besser, was sichtlich dem langsamen Auftauen von Herr Finrias zuzuschreiben wäre. Wie wunderbar für die beiden! Es machte mich richtig glücklich, dass die beiden sich gefunden hatten.

Was für ein herrlicher Tag Sire!, sagte ich nun mehr als glücklich, ob dieser Neuigkeiten.
Man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben, Niowe.
Ihr habt ja noch einen Termin!
Ja, wie könnte sie den vergessen. Rekrut Katuri und sie sollten sich im Regimentsgebäude auf Befehl des Korporals Vegavril einfinden.

Sire, ich habe mir nichts zu schulde kommen lassen und sollte man doch dieser Meinung vielleicht sein, dann rede ich mit Sir Rafael.
Wieso mit Sir Rafael? Was hat er damit zu tun?, sichtlich verwirrt blickte mich mein Ritter an.
Ich bin ja sowieso bei der Besprechung anwesend, das ist meine Pflicht, da Ihr meine Knappin seid.
Ich weiß Sire und dafür bedanke ich mich auch!
Also, was hat nun Sire Rafael mit dem Ganzen zu tun!
Nichts, aber ich könnte ihm vielleicht einreden dem Korporal schöne Augen zu machen!Perplex und sichtlich sprachlos blickte mein Ritter mich an und nur ein leises „oh weh“, entfuhr ihm dann nach einer Weile.
Und dann könnte er vielleicht anmerken, die kleine Niowe ist vollauf in Ordnung sie dient dem Reich und ist noch bei keinem Angriff auf Adoran zurück gewichen!, dabei muss ich nun grinsen, ich kann mich nun kaum mehr beherrschen. Mein Ritter hat mich bis zu diesem Augenblick ernst genommen.
Das war ein Scherz Sire! Natürlich werde ich das nicht tun!
Nun lacht er. Was mich wie immer glücklich macht. Ich habe es abermals geschafft und eine tiefe Wärme des Glücks breitet sich in mir aus.

Das ist verrückt!, spreche ich aus.
Was ist verrückt, Niowe?
Ich oder Sire Rafael?Nun war ich an der Reihe ihn perplex anzusehen. Eigentlich wollte ich noch vor der Besprechung im Regiment trainieren gehen, das entspannt mich, nun war es zu spät, also verrückt.

Ahm Sire Ihr seid auch ein Mann!, entgegne ich sichtlich nun verwirrt.
Also, fassen wir zusammen Sire Rafael ist verrückt ich ein bisschen oder?Ahm, war das nun eine Fangfrage? Ich habe keine Ahnung worauf er hinaus will, umso mehr ich mit dem verrückt eigentlich völlig was anderes meinte. Gut, wir bleiben wie immer bei der Wahrheit.

Also Sir Rafael ist verrückt! Aber ich mag ihn so wie er ist, und er sollte so bleiben, denke ich, denn genau diese Verrücktheit macht ihn menschlich.
Also sind alle Männer verrückt, Niowe? Gott, er lässt einfach nicht locker. Ich fühle mich wie bei der Inquisition in meiner Heimat, der dann die öffentliche Hinrichtung mit dem Beil folgte, an der ich als Kind noch teilnehmen musste, auf Befehl meines Vaters.
Ihr seid nur ein wenig verrückt Sire, wenn Ihr mir diesen Trog oder mich über Knie legen androht, antwortete ich nun ein wenig leiser, unsicher ob nach meiner offenen Anmerkung sogleich diese Tat erfolgen würde. Zutrauen tue ich es meinem Ritter, vor allem nach der langen Liste an Personen, die er bereits ins Wasser befördert hatte. Ich hatte nun seit gestern auch da meinen Platz gefunden.
Das ist einfach einer Dame unwürdig, Sire! Das macht man mit keiner Dame auch wenn jene ein Eure Knappin ist! Das ist verrückt Sire! Ich versuche nun an sein Gewissen und seine Ehre zu appellieren. Er, der stets korrekt und untadelig sich Damen gegenüber verhält, wird nun sicherlich dies einsehen müssen. Abermals falsch gedacht, Niowe!

Das sind reine erzieherische Maßnahmen, dabei kann ich nichts Verrücktes entdecken! Und! Ich mache mit meiner Knappin, was mir beliebt!
Au weh! Das ging völlig daneben! Falsche Taktik Niowe, nächstes Mal sie ändern!
Ich würde an Eurer Stelle, Niowe, nie darauf wetten, dass ich es nicht eines Tages mache!
Ich wette nie, Sire!
Euer Glück! Ihr hättet die Wette verloren!; dabei schmunzelte er so vergnügt, als könnte er mich bereits in diesem Trog, oder über seinen Knie gelegt, vorstellen.
Zum Glück mussten wir beiden nun in die Regimentskommandatur. Pünktlich wie immer warteten wir. Keiner kam, nur aus dem Schulungsraum drang die Stimme von Gardist Viridian zu uns. Ein guter Mann! Ich mochte seine Schulungen. Sie waren klar strukturiert und machten Spaß. Eine hatte ich noch offen, und ich freute mich richtig darauf bereits! Mein Ritter betrat nach einer Weile des Wartens den Schulungsraum, um zu Überprüfen ob Rekrut Kaindri dort anwesend wäre. Er war nicht! Unentschuldigt war er fern geblieben, so wurde meinem Ritter von Gardist Viridian mitgeteilt, was Sir Thelor sogleich auch dem Korporal, der kurz darauf auftauchte, mitteilte. Korrekt sprach ich Gruß und Salut gen Korporal aus, welcher, das konnte ich ihr genau ansehen, verärgert über das Fernbleiben des Rekruten war. Ich wusste, was das im Regiment bedeutete. Es gab mächtigen Ärger für Rekrut Kaindri. Insgeheim tat er mir leid, aber er hatte sich das selber zuzuschreiben. Disziplinlosigkeit, nennt man das! Man bleibt eben einer Schulung nicht unentschuldigt fern.
Danach brachen wir beide abermals gen Residenz meines Ritters auf.
Wo zu meinem Schreck er unzählige Teller mit köstlichen Speisen auftischte und Schüsseln mit Salat. Wer, in aller Welt sollte das essen? Ein ganzes Regiment könnte man damit versorgen, was ein wenig übertrieben war.

Ich esse den Salat, Ihr den Rest, Niowe! Wie heimtückisch, wenn ich das nicht alles aufesse, dann wird er seine Drohungen wahr machen. Gemein! Er darf den Salat essen, und ich muss mich durch diese Platten mit Rehrücken und Hasenbraten durchkämpfen. Wie gerne hätte ich nun getauscht! Wagte es aber nicht! Gehorsam und sehr langsam quälte ich mich durch die Speisen durch. Sie schmeckten vorzüglich! Daran lag es nicht, aber an der Menge!
Geschafft! Ich war richtig glücklich und so satt wie seit Monden nicht! Unwillkürlich musste ich dabei an Lili denken, sie war wie mein Ritter, hatte mir genauso Unmengen an vorzüglichen Speisen an mein Bett gebracht und ist solange nicht von meiner Seite gewichen, bis ich alles verzehrt hatte. Alles nicht, in Augenblicken, wo ihre Aufmerksamkeit auf andere Kranke im Zimmer gezogen wurde, da hatte ich heimlich damals unter dem Bett den Fleischteller und die Nachspeise versteckt. Ich hoffe sie hat es bereits entdeckt und entsorgt! Die gute Lili, ich mochte sie wirklich, daran würde sich nie etwas ändern!

Nachdem ich die Teller und Schüsseln n die Küche gebracht hatte, begann ich abzuwaschen. Ich hasste schmutziges Geschirr, so wie jeder Schmutz in Räumen mir unangenehm war, was wohl an der peniblen Reinlicchkeit meines Vaters lag! Alles musste im Haus perfekt sein! Unwillkürlich triften meine Gedanken, wie Blüten auf einem See ab, und verträumt gab ich mich ihnen hin.

Könnt ich meine Harfe spielen zu Weisen,
die von meiner Liebe und Zärtlichkeit dir erzählen.
Ich spielte Klänge von wilden Tänzen, die
wie Gedanken an dich mich seither immer quälen.
Die Sonne, der Mond und die Sterne erzählen mir vor dir,
jeder Lufthauch , der mich berührt, sagt du bist hier bei mir
jeder Atemzug, jeder Schritt,
trägt Deinen Namen für ewig in mir mit.

Ja, genauso wie in dem alten Lied beschrieben, fühle ich für ihn, meinen Ritter. Während sich Wärme und Glück in mir breit machten, glitt mir ein Teller aus den Händen und klirrend brachte er mich in die Wirklichkeit zurück. Bei dem Lärm betrat natürlich mein Ritter die Küche und sah nach, was da passiert wäre. Rasch sammelte ich die Scherben auf sichtlich peinlich berührt, ob des Missgeschicks.

Verzeiht bitte Sire, ich war unachtsam! Ich werde natürlich den Teller ersetzen!
Es ist nur ein Teller, Niowe und ich besitze mehr als reichlich Teller und Geschirr.
Dennoch es war mir peinlich, erstens weil ich von ihm geträumt hatte und zweitens weil das nur aus ersterem Grund geschehen ist. Und beides werde ich ihm sicherlich nicht kund tun. Das wird mein Geheimnis bleiben solange bis ich es Temora im abendlichen Gebet erzähle.
Ich habe Lektion 2 nun begriffen, nie abwaschen, wenn du an ihn denkst und dabei in Träumerei versinkst, das bringt nur noch mehr Unruhe mit sich!
Niowe Adela Aireth

Lektion 3: Niemals Sir Cedric unterschätzen!

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Da war ich wieder völlig verausgabt nach dem Training. Ich brauche es, wie die Luft zum atmen, brauche die Bewegung, das Laufen durch die Wälder.
Gerade als ich mich gemütlich hinsetzen will, um mit meinem Ritter wie gewohnt einiges zu bereden. Klopfte es an der Tür. Wobei Klopfen war für das Gehämmere ein schwacher Ausdruck. Die Tür würde dem nicht öfter stand halten war mein erster Gedanke. Dann öffnete ich sie und sieh da, es ist Sir Cedric! Was für eine Überraschung! Höflich komplimentiere ich ihn herein, und melde meinem Ritter den Besuch an.

Es ist Sir Cedric Sire, der uns die Tür aus dem Rahmen schlägt!
Dann kann Eurer Ritter eine neue machen lassen!
Hm Sir Cedric ist wortgewandt wie mir scheint.
Oh ich hab‘s ja auch Sire!
Wenn nicht Ihr, wer dann,
meinte Sir Cedric gen meinen Ritter und sprach dann seine Begrüßung aus.
Der Sire muss schon einen Teller begleichen mit Verlaub!, füge ich an.
Wünschen Sire Wein für den Besuch?, fragend blickte ich ihn abwartend an, um dann das gewünschte samt Gläsern dann aus der Küche zu holen.

Wutanfall Sire; schmunzelnd blickte Cedric gen meinen Ritter.
Nein das war ich! Ich konnte nicht umhin dabei leise zu seufzen.
Bei den nassen Fingern beim Abwasch, ist meiner Knappin doch glatt der Teller entglitten. Rasch nickte ich bei der Erklärung meines Ritters und meine Wangen überzieht eine zarte Röte der Verlegenheit. Wenn ich weiterhin so oft erröte, wie in letzter Zeit, wird das mein Markenzeichen bleiben für immer und ewig. Verlegen drückte ich mich gen Küche und wartete vor der Tür ab.

Niowe, seid so nett und holt uns zwei Weingläser.
Sicherlich, gerne Sire!
Rasch huschte ich durch die Tür.
Nein drei, so es Euer Ritter gestattet!, hörte ich die Stimme von Sir Cedric. Hm, dann besser nur zwei, weil ich bin mir da nicht so ganz sicher, ob er dies gestattet. Während ich die zwei Gläser auf ein Tablett behutsam abstellte, hörte ich die Stimme des Sirs.
Drei, Niowe!
Gut, dann drei! Rasch stelle ich die Gläser auf dem kleinen Tisch vor beiden ab und Sir Cedric füllt galant unsere Gläser mit dem Wein, den er mitgebrachte.
Niowe, setz dich ruhig zu uns und gönne dir auch einen Schluck von dem Wein.Was ich auch sogleich tat, nachdem ich höflich dem Gast und meinem Ritter zugeprostet habe.
Beim ersten Schluck, traten mir beinahe die Tränen in die Augen. Süß! Entsetzlich süß war er. Eigentlich nicht so recht mein Geschmack, aber Sir Cedric hat es gut gemeint, als nippte ich noch einen weiteren Schluck davon.
Mein Besuch ist privater Natur!
Also ein Zeichen für eine höfliche Knappin sich zu verdrücken. Höflich erhob ich mich und wollte schon den Raum verlassen.
Oh Ihr wollte mit mir alleine reden?, mein Ritter.
Nein , ich habe nichts zu verbergen, Sir Cedric sogleich.
Setzt Euch, Niowe.
Bei dem Hin und Her wurde mir schwindelig. Setzen, dann gehen, dann doch nicht und abermals setzen. Männer können ganz schön schwierig sein bei ihren Entscheidungen. Und es braucht viel Geduld bis sie sich zu einer dann durchgerungen haben. Nun ja ich habe viel Geduld. Das hat man mir im Regiment beigebracht.
Also ich setze mich erneut nieder, nippe nochmals einen Schluck von dem eigentlich sehr guten nur viel zu süßen Wein und lausche dem Gespräch der beiden. Dabei studiere ich das Etikett des Weins.

Trinkt nur, Ihr könnt ruhig etwas auf den Rippen gebrauchen! Jetzt fängt sogar schon Sir Cedric damit an! Zwar zwinkert er mir dabei zu, aber ich es ist mir dennoch peinlich. Mit dieser Bemerkung schüttet er nur Öl ins Feuer von meinem Ritter, der mit Vehemenz nun mich zu mästen beginnt. So kommt es mir jedenfalls bei den Bergen an Gerichten vor, die er nun täglich vor mir hin stellt.
Hätte ich geahnt, dass es noch schlimmer kommen sollte, wäre ich höchst wahrscheinlich im Boden versunken vor Scham. Aber ich wusste es zu dem Zeitpunkt noch nicht, und zu einem späteren, war es mir leider unmöglich mich einfach in Luft aufzulösen.

Eigentlich habe ich mir gerade überlegt meine Knappin so richtig zu verprügeln, aber so ein Abend mit Euch ist auch sehr nett!
Wie bitte?
Ich traue meinen Ohren nicht! Was habe ich nun verbrochen, dass er mich verprügeln will? Während ich zu eine Salzsäule erstarre, gehe ich in Gedanken die Ereignisse des Tages durch. Da war nichts! Nichts, was eine Tracht Prügel nach sich ziehen könnte.

Verprügeln Sire? Gut gemacht Sir Cedric, geht noch darauf ein. Das war nun wirklich nicht nötig oder?

Ich habe es immer gesagt, spindeldürre Frauen finden keinen Mann!Wunderbar!, denke ich und strahle nun. Endlich hat er es eingesehen! Schon will ich mich glücklich in meinen Stuhl zurück gleiten lassen und es mir bequem machen.

Wann habt Ihr denn euren Knappen zuletzt so richtig verprügelt, Sir? Als hätte ich es geahnt. Wirft man meinem Ritter ein Wort zu, dann hängt er daran wie ein Hund an seinem Knochen und nichts, rein gar nichts kann ihn davon abbringen.
Ihr seid von Eure Methode mit der Tränke abgekommen?, sichtlich erstaunt nun Sir Cedric.
Immerhin muss sie ja in Form bleiben!
Und nein mitnichten Sir, ich habe sie übers Knie legen erweitert
! Genau, wie ich befürchtet habe, das Gespräch nimmt eine ungute Wendung. Ungut für mich!
Den Trog gibt es natürlich immer noch!, meint mein Ritter sichtlich zufrieden nun.
Ich glaube ich halte das nicht lange durch hier, erneut fühle ich wie meine Wangen sich mit einer Röte überziehen. Ist das peinlich! Wieso kann sich nicht der Holzboden auftun und mich verschlingen? Was Holzböden im Allgemeinen nicht tun, so auch jetzt nicht und ich noch immer da sitze verlegen errötend, wie so oft in letzter Zeit.

Besonders im Winter bei Eis und Schnee ist es so richtig bestrafend!, meint Sir Cedric und lacht herzlich. Danke nochmals Sir Cedric! Könnten wir nun zu einem anderen Thema wechseln? Nein, doch nicht!
Ihr müsst wissen, Niowe ich habe das schon öfters hinter mir!
Weiß ich Sir Cedric,
murmelte ich kleinlaut nun. Und wie ich das weiß! Mein Ritter hat mir die Liste mit all den Namen voller Stolz genannt. Dazu gehöre ich nun auch seit gestern.
Freut Euch also auf den Winter! Bisher tat ich das, aber nun wird mir angst und bange.

Nein, Niowe bei Euch war es das warme Bad gestern.
Oh weh! Muss er das nun Sir Cedric sagen? Ich habe zur Sicherheit heute meine Kettenhose nicht an. Die Arbeit war doch sehr mühsam gewesen.
Ihr habt mich dabei fast ertränkt Sire, meinte ich nun vorwurfsvoll.
Das geht doch noch! Wie das geht doch noch? Ertränkt hier jeder seinen Knappen?
Nein Ihr konntet stehen! Wie wollt Ihr da ertrinken Niowe? Das wusste ich doch in meiner Panik nicht Sire! Ich versuche es ihm nochmals klar zu machen.
Das ist Erziehung, werteste! Ich kann nicht umhin Sir Cedric nun anzufunkeln, lächele dann aber sicherheitshalber weil wenn wir gerade bei diesem Thema sind, könnte es meinem Ritter erneut einfallen, mich da unten ins Becken zu werfen und einen zweiten Schock halte ich heute nicht mehr aus.
Außerdem habe ich viel Wasser geschluckt Sire! Ich versuche einzulenken und mein Ritter lacht! Wie schön das ist! Mit einem Male geht es mir wieder gut, nur weil er lacht.

Wasser schlucken verschafft Abhilfe von Durst! Insgeheim könnte ich nun Euch Sir Cedric in den Trog werfen, wenn ich dazu die Kraft hätte und es nicht entsetzlich ungebührend wäre und eine noch härtere Strafe, ich vermute diesmal wäre es das übers Knie legen, nachziehen würde. Aber ausmalen darf ich es mir insgeheim! Die Gedanken sind schließlich frei!

Das Wetter ist heute ganz passabel Sir Cedric! Ich lenke lieber ab. Ach ja Schmeicheln, das hilft! Männer sind sehr empfänglich auf das.
Ihr seht heute vorzüglich aus Sir Cedric!
Ja schönes Wetter, der Regen fällt nur etwas zu Seite geneigt heute vom Himmel!
Nun muss ich leise lachen! Er ist darauf angesprungen. Weiter so Niowe!
Es regnet hier doch ständig Sir Cedric!
Seht Ihr! Dann ist ein warmes Bad doch etwas sehr schönes oder?
Dieser alte Haudegen. Geschickt hat er die Kurve zum Thema zurück gefunden. Sir Cedric ist nicht zu unterschätzen! Lektion 3 und merken ab sofort! Das Thema wird dann noch von den beiden Herren mit sichtlichem Vergnügen ausgebreitet. Mich, die ich nun da erneut verlegen mit roten Wangen und nun gesenktem Blick sitze, scheinen die beiden dabei völlig vergessen zu haben.

Mit dem Stuhl habt Ihr sie hinein geworfen?
Ja ich mag es nicht, wenn Frauen strampeln, auf einem Stuhl tun sie das nicht, das ist der Vorteil dabei!
Ah, wie bequem dann kann man ja sogar gleich darauf im Wasser sitzen?

Während die beiden dann noch in die Vergangenheit abschwenken und Sir Cedrics Missetaten ausgebreitet werden, fühle ich mich bereits wieder wohl. Viel zu wohl, denn und damit habe ich nun gar nicht gerechnet!

Sir Cedric, wisst Ihr nicht einen stattlichen jungen Mann für Niowe?Vor Schreck blieb mir die Sprache weg. Und die beiden fingen an zu feilschen wie Händler am Pferdemarkt. Jener vielleicht, nein dieser dann?
In reiner Verzweiflung, nur um das Thema zu beenden, schleuderte ich wütend mein Weinglas gen Kamin und machte mich schnell dann auf den Weg um den Eimer für die Scherben zu holen und ein feuchtes Tuch mit dem ich den Kamin säubern konnte. Die beiden plauderten noch eine Weile dann über andere Dinge, bis Sir Cedric aufbrechen musste.
Danach ging es zum Training mit meinem Ritter!
Ein gutes aber hartes Training. Erneut habe ich viel gelernt und werde es am nächsten Tag fleißig üben.
Niowe Adela Aireth

Lektion 4: diesmal für meinen Ritter

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Eigentlich war es nur nett gemeint, mein Ritter wollte mich mit dem Wasser in dem Becken vertraut machen.
Nach dem Training musste ich eine Badekleidung anziehen, die eine Mischung aus wenig Stoff und fast gar nichts, war. Voller Entsetzen betrachte ich das kleine Nichts an mir. So etwas Unzüchtiges hatte ich noch nie angehabt. Ein zartes Bändchen hielt das Ding an einer Schulter fest, die andere war frei, dann noch ein seitlicher Schlitz der im Nirgendwo endetet.
Hätte ich gewusst, dass dies der Anfang von bei weitem Entsetzlicherem sein sollte, hätte ich es nie angezogen, geschweige denn da ins Becken gestiegen um zitternd Schritt für Schritt weiter hinein zugehen. Er stand da mit seinem Badetuch um die Hüften geschwungen. Eigentlich ein wunderbarer Anblick. Sonst hätte mein Herz gerast vor Glück und weil er einfach in meinen Augen umwerfend aussah, nur jetzt nicht. Mein Herz raste zwar, ich konnte die Schläge bis hin zu meinem Kopf deutlich fühlen, aber es raste vor Angst. Ich musste meine Angst überwinden. Mein Verstand sagte mir klar, hier kann nichts passieren, aber mein Gefühl weigerte sich dem zuzustimmen.
Ja ich habe begriffen, worum es ihm geht.
Ich bin da, um mit Euch zusammen Eure Ängste zu überwinden!
Gut, ja. Aber er hatte keine Ahnung, was da vor einer halben Ewigkeit in meiner Heimat geschehen war. Etwas was ich nicht vergessen konnte. So sehr ich Seen liebte, sie erinnern mich einfach an meine alte Heimat. Stundenlang konnte ich da verweilen, die Seerosen betrachten, die sanft im Wasser schaukelten und ab und zu von einer schillernden Libelle besucht wurden. Ein wunderbarer Anblick.
Ich gehorchte, schließlich bin ich seine Knappin, da gehorcht man und ich vertraue ihm. Würde es immer tun. Das machte mir Mut. Also ging ich tapfer Schritt für Schritt zitternd, bis Mitte des Beckens. Ich konzentrierte mich nur auf diese kleinen Schritte. Ja nicht nachdenken, schon gar nicht darüber was damals an dem See passiert war.
Hier am Beckenrand ist eine kleine Steinbank. Weiter Niowe, das war schon sehr gut!
Die Steinbank ist entsetzlich weit! Noch einmal so viele Schritte dahin!
Gut! Unsicher und unendlich langsam, ganz gegen meine Gewohnheit geht sie Schritt für Schritt dahin. Eine Ewigkeit lang, so kommt es mir vor.
Endlich da bin ich! Rasch setze ich mich nieder und atmet auf. Ich habe noch immer ein ungutes Gefühl dabei. Wieso darf ich nicht einfach im Waschbottich baden? Das wäre viel einfacher für mich und meinen Ritter! Nein ich muss mich da im Becken durch das Wasser durch zwingen. Während ich mich mit beiden Händen an diese Steinbank klammere versuche ich ein wenig Sicherheit zu gewinnen, was nicht gelingen will, wenn ich an den langen Weg zurück denke.
Das Wasser reicht dir nun bis zur Schulter, aber nur wenn du sitzt, Niowe!
Bis zur Schulter? Du meine Güte, warum sagt er das, erneut steigt Panik in mir auf und ich strecke meinen Kopf so gut ich kann empor, damit es ja nicht mein Kinn berührt.
Jetzt lässt er sich auch noch ins Wasser fallen. Schwupp, ich habe es geahnt. Ein Schwall von Wasser spritzt über mich hinweg und ich kann es nicht verhindern! Versuche weiterhin mich da nur fest an diese Steinbank zu klammern und ja nicht daran zu denken, wo ich nun bin.
Da er taucht vergnügt auf!
Wie schön dass es ihm gut geht! Das ist wichtiger nun!
So schlimm, Niowe?
Nein es ist wunderschön, sage ich ehrlich, weil sich meine Worte auf ihn beziehen, auf seine Freude, die man deutlich erkennen kann.
Ja, es ist wunderschön Euch so froh und glücklich wieder einmal zu sehen!, denke ich. Aber die Bank verlasse ich nicht so schnell. Sie gibt mir hier in den Wassermengen ein wenig Sicherheit. Jetzt schwimmt er noch zu dem Wasserfall! Schon will ich ihn warnen, aber da fällt mir ein, er hat doch keine Angst. Ich bin es, die Angst hat!

So nun darfst du auch einmal unter den Wasserfall und dann lassen wir es gut sein, wir wollen es ja beim ersten Mal nicht übertreiben!Nein! Ich will nicht dürfen bitte, bitte! Er hat keine Ahnung, dass ich es bereits übertrieben habe, mehr getan als in den letzten zehn Jahren seit dem Unfall am See. Ich will nicht, bitte!

Ich sehe wie er mir zuwinkt und ich muss es tun!
Voller Angst stehe ich auf, gehe langsam Richtung Wasserfall! Tropfnass bin ich bereits und in meiner Angst zittere ich bei jedem Schritt!
Nur nicht ausrutschen! Langsam Niowe! Denke einfach du gehst über eine Blumenwiese!
Aber die ist nicht so nass und da reicht dir das Wasser auch nie bis Brust! In meiner Angst fällt mir nun nichts mehr ein, womit ich mich ablenken könnte.
Da er streckt die Hand nach mir aus!
Weiter Niowe!
Ja, ich bin unterwegs. Starr blicke ich auf den Wasserfall! Nichts kann schlimmer nun sein!
Nein bitte Sire!, zaghaft spreche ich es aus.
Ich bin hier Niowe und da ist meine Hand! Also keine Angst du kannst unter dem Wasserfall atmen und auch stehen. Da fließt nur Wasser herab!
Genau, das ist es ja! Wasser!
Ich sehe es an seinem Blick, ich muss, er ist fest entschlossen und lächelt mir zu. Ich bin gar nicht entschlossen es zu wagen und lächle nun nicht. Eigentlich bin ich den Tränen nun nahe, aber das darf ich ihm nicht zeigen! Ihm macht es so viel Spaß hier, die darf ich ihm nicht verderben!
Ich gehe weiter, Schritt für Schritt! Wie jener Mann bei dessen Hinrichtung ich zusehen musste, damals zum Richtblock gegangen ist. Ich fühle mich auch so! Dort, der Wasserfall ist mein Richtblock. Zwar fällt da keine Henkersaxt auf meinen Kopf herab, aber Wasser, was für mich genauso schlimm ist.
Nein Sire, bitte!
Keine Angst Niowe, ich halte Euch fest, da könnt Ihr nicht ausrutschen! Es wird Euch nichts geschehen! Vertraut mir!
Ich vertraue ihm, aber diesem Wasserfall nicht! Es ist sinnlos dies auszusprechen, er wird es nicht verstehen! Also komme ich näher bis ich nach seiner Hand greifen kann, die ich voller Panik nun festhalte und mich unter den Wasserfall stelle.
Plätschernd ergießt sich das Wasser über meinen Körper, perlt über Haare und dann mache ich den Fehler und blickt nach oben.
Wasser läuft über mein Gesicht! Eine Schlingpflanze hat sich um mein Bein geschlungen, was Panik in mir auslöst! Jemand hält mich fest! Dass es eine Pflanze nur ist, habe ich damals in meiner Angst nicht mehr mitbekommen! Ich schreie! Schlucke Wasser und tauche unter! Ich bekomme keine Luft mehr! Wild schlage ich um mich! Mein Bein! Ich komme nicht los. Kurz taucht mein Kopf aus dem Wasser! Ich brülle, schreie und weine. Hilfe! Hört mich denn keiner? Ich schlage wild um mich mit Armen und dem Bein das frei ist. Erneut taucht mein Kopf an der Wasseroberfläche auf. Micheil! Wo bleibt er! Hört er mich nicht! Ich schreie nun in Todesangst und gebe dann auf, zu viel Wasser, ich kann nicht schwimmen und tauche unter. Mit weit aufgerissenen Augen sehe ich die Steine am Boden des Sees, Fische und dann wird es dunkel! Als ich meine Augen öffne liege ich im Gras neben dem See, spucke Wasser und Micheil ist über mir! Ich sehe das Entsetze in seinen Augen dann sein Lächeln als ich ihn anblicke! Ich lebe! Er hat mich gerettet! Dann weine ich und er nimmt mich hoch in seine Arme und läuft mit mir den ganzen Weg zurück zu unserem Heim.
All das fühle ich nun während das Wasser über mein Gesicht fällt. Ich schreie und rufe Micheil! Schlage um mich, was mir nicht bewusst wird bis die Hand mich aus dem Wasserfall zieht.
Entsetzt blicke ich meinen Ritter an, zitternd am ganzen Körper und blass.
Auf seinem Rücken sind deutliche Male ihrer Schläge zu sehen.

Das habe ich verdient!, meint er ruhig und zieht mich aus dem Becken heraus.Nein hast du nicht, denke ich und schäme mich fürchterlich.
Niowe Adela Aireth

Lektion 5 sei auf der Hut bei Thancred !

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Der Tag begann schon voller Unruhe. Rasch machte ich mich auf um zu trainieren, das war immer gut und kam meinem Bewegungsdrang sehr entgegen. Also tobte ich durch die Wälder, vernichtete Wasserwesen, die da noch immer in kleineren oder größeren Gruppen ihr Unwesen trieben. Nachher besuchte ich die Sümpfe, um dort zu kontrollieren, wie groß noch die Gefahr dieser Wesen war. Es war wichtig!
Wenn man die Gefahr kennt, kann man rechtzeitig handeln.
Zu meinem Erstaunen, waren die Sümpfe im Gegensatz zu den Wochen davor gelichtet. Nur einige Gruppen noch waren verstreut aufzufinden. Das war gut. Weniger gut war meine Befürchtung, dass jederzeit wieder Unmengen aus den Sümpfen und Gewässern hervor kriechen könnten. Damit musste man jederzeit rechnen.
Auf dem Rückweg kam ich an Berchgard vorbei und habe sogleich die Gardisten dort an dem Tor über meine Erkundigungen in den Sümpfen informiert. Dabei ist mir eingfallen, dass ich bei Meister Thancred die Rüstung für meinen Ritter bei ihm abholen sollte. Was ich im Rückblick gesehen, eher besser vermieden hätte.
Wie von wilden Horden geritten begann Meister Thancred von Liebe zu sprechen. Das tat er sonst nie!
Was ist in dem guten alten Meister gefahren? Ich begreife es nicht! Jeder auf den ich treffe, scheint mich mit einer Entschlossenheit, die mich verwirrt und auch verblüfft, unter die Haube bringen zu wollen.
Während ich mein neues Kleid dort anprobiert habe, damit der Meister es begutachten konnte. Bis heute, weiß ich nicht, warum er das verlangte, da er doch keine Ahnung von der Schneiderei hatte. Aber gut, ich komme ja gerne jedem machbaren Wunsch nach, so auch diesem.
Als ich mich in dem Kleid, welches in der Farbe der Sonnenstrahlen leuchtete und sich meiner zarten Figur perfekt anpasste, vor ihm drehte, fuhr er sich nachdenklich durch seinen Bart.
Soll einer mal die Männer verstehen! Ein Kleid wie der Duft eines Sommertags und sie denken nach! Worüber sollte ich ja gleich
erfahren.
Also ein wenig viel zart seid Ihr schon!Ich konnte es nicht mehr hören, jedes Mal drehte sich mir bei den Worten, die aus meines Ritters Mund stammen könnten, der Magen um.
Ich habe eben nicht die Figur eines Schlachtrosses, und werde das nie haben, was wohl an meiner Veranlagung liegt. Meine Mutter war, so hat man mir berichtet, auch sehr zart.
Du bist schon recht zerbrechlich gebaut, meinte dann Thancred brummend.
Hat er sich mit meinem Ritter abgesprochen? Das hat er noch nie zu mir gesagt!

Meister! Ich trainiere täglich bis zum Umfallen, kann sehr wohl jeder meiner Pflichten nachkommen!Er schweigt nicht! Redet weiter!

Eher wie das Singen des Stahls, denn das Dröhnen des Hammers, so bist du!, meint er dann. Also du solltest ab und zu was essen.Fast hätte ich nun losgeheult! Nimmt das denn keine Ende? Mein Ritter versucht mich zu mästen und dem guten Meister Thancred ist das noch viel zu wenig! Was soll ich denn noch alles essen? Ich bin doch kein Bär. Jedenfalls war die Freude an dem Kleid nun weg.

Temora liebt mich so wie ich bin, Meister!, hauch ich nun den Tränen nahe und hoffe das es damit vorbei ist.
Ich habs doch nicht böse gemeint! Der alte Schmeichler! Ich kann es ihm einfach nicht übel nehmen, ich mag ihn wirklich. Gut vergeben, vergessen wir die Worte!
Ich höre das Tag für Tag von meinem Ritter, Meister Thancred!
Er ist zwar ein Ritter, aber die haben auch ab und zu recht!
Wäre das Thema nicht viel zu bedrückend für mich gewesen, hätte ich nun laut losgelacht bei den Worten. Dann hat er mir sogar zugezwinkert. Nein, diesem Charmeur konnte man einfach nie böse sein. Und meinem Ritter werde ich das ja nicht erzählen!

Dein Haar und das Kleid passen perfekt zusammen. Bei so einer Schönheit wird das Tanzbüchlein bald voll sein, wenn die Männer dich darin sehen! Er hat sichtlich bemerkt, dass meine Freude nun wie weggeblasen ist, will mich aufmuntern.
Nein, wird es sicherlich nicht sein Meister!, nun lächle ich sogar. Er schafft es immer wieder. Meister Thancred ist nicht nur ein Meister in der Kunst des Schmiedens, er ich auch einer mit Worten.

Außerdem will ich sowieso keinen Mann!
Der eine, den ich liebe, ist für mich unerreichbar und völlig
ausgeschlossen und einen anderen will ich nicht. Das habe ich nicht gesagt, nur gedacht! Es wird auch keiner je aus meinem Mund erfahren. Das Geheimnis wird von mir und Temora gehütet.

Also das würde ich mal nicht sagen, Niowe!
Doch sage ich!
, diesmal spreche ich es voller Überzeugung aus, damit er sich damit zufrieden gibt und das Thema auf sich beruhen lässt. Falsch gedacht, Adela! Verstehe einer die Männer! Immer dann, wenn es äußerst Unangebracht ist, reden sie wie ein Wasserfall. Dann aber, wenn man etwas erfahren will, hüllen sie sich in Schweigen.

Hat‘s denn keinen Recken oder schneidigen Knappen?
Nein, Meister hat es nicht! Es wäre mir auch kaum gestattet, wenn dann müsste ich jene zu meinem Ritter schicken und der sagt dann sicherlich auch NEIN!
Haben wir das schön langsam begriffen, Meister? Langsam werde ich ungeduldig. Ich sage nein und mein Ritter auch! Thema vom Tisch, reden wir über etwas anderes bitte! Insgeheim hoffe ich dass er das nun tut und werfe ihm einen flehenden Blick zu.
Oder vielleicht einen jungen Rittersmann, der mit der Minne den Funken im Auge dir erwecke?
Nein! ,
energisch schüttle ich den Kopf.
Nein, nein und abermals Nein! Ich will keinen jungen, Knappen, Recken oder Rittersmann! Wieso begreift er das nicht? Was ist nur in Meister Thancred heute gefahren? War das Essen ungenießbar, oder vielleicht schlecht geschlafen, oder der Mond steht falsch? So kenne ich ihn gar nicht!
Es wird sich schon ein passender finden mit Hirn im Schädel und einem Herz in seiner Brust!
Ihr seid ja ärger als der Sire!
, murmle ich nun, der Verzweiflung nahe.
Ständig fängt er damit an, Meister und Ihr nun auch!
Der alte Thelor ist doch nicht so dumm, wie mir scheint
, grinsend sieht Thancred mich an.
Dann gibt er mir noch den Ratschlag, wenn ich schon jetzt nicht heiraten will, dann soll ich mich ein wenig vergnügen! Du meine Güte in was für einen Sumpf der Schamlosigkeit bin ich nun gelandet.

Das kommt überhaupt nicht in Frage, Meister! Ich diene Temora in Reinheit und Unschuld egal wie andere darüber denken! Vergesst das lieber sogleich! Dann endlich händigt er mir die Rüstung für meinen Ritter aus und ich will schon hochrot im Gesicht, diesmal war es eine Mischung aus Scham, Wut und Verzweiflung, davon eilen. Da ruft er mir doch glatt noch nach: „Vergiss nie das Glück für dich zu finden!“
Dann bin ich davon gelaufen, so schnell als wäre eine Horde von Balrons hinter mir her und habe insgeheim beschlossen, sogleich bei Thancred, wenn er abermals mit dem Thema Männer anfängt, übers Wetter zu sprechen, oder besser über Rüstungen ihn auszufragen! Genau das mache ich! Erleichtert atme ich nun auf und mache mich auf den Heimweg um meinen Ritter die Rüstung zu bringen, der keine Ahnung hat, wie schwer heute dieser Weg für mich war.
Zuletzt geändert von Niowe Adela Aireth am Mittwoch 24. November 2010, 22:50, insgesamt 1-mal geändert.
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