Ein Faden wird gesponnen [2]

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Selene Ainaan

Ein Faden wird gesponnen [2]

Beitrag von Selene Ainaan »

Wenn die Fäden des Schicksals gesponnen werden und diese sich um einen spinnen, dich festhalten, dich it sich reißen, dann gibt es dafür nur ein Wort - Bestimmung.
Mehrere Fäden haben sich um meine Finger gesponnen und zogen mich in eine Richtung - nie so fest, dass sie mich ernsthaft festhielten - doch fest genug um ihnen zu folgen - so eindringlich sprachen die Stimmen der Fädenzieher zu mir - und jetzt würde sich eine neue Bestimmung auftun Es hatte längst begonnen, ohne dass ich es bemerkt habe - und diese Fäden würden mich dereinst zu jenen menschen führen, deren Schicksal mit dem meinen verwoben wären. Vielleicht.... ja vielleicht hatte ihre Suche längst begonnen


Tristan und ich sprachen sehr oft darüber - er war ein Beschützer, teilte meine Geheimnisse - er war dazu ausgesucht worden, meine Geheimnisse zu wahren - und vor allen Dingen mich. Und auch wenn er sich noch unsicher war, ob er dieser Aufgabe gerecht werden könnte - er würde it mir wachsen an diesen Erfahrungen, die uns noch bevorstanden.
Wir hatten uns vor Bajard niedergelassen - ein einfaches biederes Leben als Heilkundige und Wehrsoldat - um das Wesentliche zu verbergen, den eigentlichen Schutz der Schwachen, der Wahrung des Gleichgewichtes.
Jeder Gott auf der Welt hatte seinen Platz - sie gehörten zu dem, was aus der Schöpfung geworden war, es war nicht mehr zu ändern, und das Schicksal selbst würde bestimen, was beständig bleiben solle, was veränglich wäre, was sich ändern mochte. Doch wir sind es, welche darauf achten, dass Veränderungen die Waagschale nicht zum Kippen bringen mögen.
Ich sah es in Varuna - oh in meinen Träumen höre ich immer noch den Widerhall längst vergangener Echos von Angst- und Todesschreien. Ich war einmal dort und mir wurde vor Augen geführt, dass in dieser Leere, auf diesem verderbten Grund mehr Übel geschah, als es tatsächlich hätte passieren dürfen. Und die Menschen sind verschwenderisch.
Anstelle den Boden vor Unheil zu säubern ziehen sie fort und bauen sich eine neue Stadt - und diese Stadt würde einst wieder verwittern und aufgegeben - so war es immer. Es ist schon einmal geschehen.... es wird wieder Geschehen.
Dieser Gedanke beschäftigte mich lange - und mir wurde nun bewusst... - jemand musste dafür sorgen, dass die Mächte nicht aus den Fugen gerieten, die Speichen der Räder nicht durchbrächen...
Doch wo waren sie, die Wächter, die sich darum bemühten, dass es so etwas nicht wieder geben würde
Zuletzt geändert von Selene Ainaan am Samstag 25. September 2010, 14:53, insgesamt 1-mal geändert.
Selene Ainaan

Beitrag von Selene Ainaan »

Seit Jahren hatte es angeblich niemand mehr gewagt, die Gesichter der Rabendiener zu erblicken, weil sie genau wussten, was auf sie zukommen würde. Doch ich habe es dennoch getan.
Ein gefährliches Spiel, auf welches ich mich da einließ. In meinen Gegenden nannte man es Daes Dae'mar - das großes Spiel. Eine scheinbar überstürzte Aktion, blindlings irgendwo hinführend, doch einem großen Ganzen folgend. Ich hatte es nie gespielt - offengesagt liegt mir Politik nicht. Doch um zu erklären, wieso ich es dennoch tat, müsste ich zu weit ausholen; begnügen wir uns mit einer kurzen Zusammenfassung.

Ich bin die Dorfheilerin Bajards. Bajard als unruhiges Nest ist nichtr unbekannt. Mein Gefährte und Behüter Tristan ist noch dazu Wehrsoldat, der den Hofnarren für diejenigen spielen muss, nach deren Pfeife er tanzt - ob er das nun will oder nicht.
In letzter Zeit sind die Rabendiener zu übereifrig geworden. Sie haben leute überfallen, Ärger verursacht, Unheil und Schmerz gebracht. Und das schon so extrem, dass es die meisten Dorfbewohner ermüden sollte. Und dennoch gaben sie nicht nach. So halsstarrig die Rabenbrut auch sein mag, so unberechenbar ist sie.
Also wurde im Verborgenen, unter Ausschluss der Bürger mit einigen meiner Schwestern und den Brüdern des Haines im Norden eine Übereinkunft getroffen. Die Zeit des Zusehens war vorbei, und wenn die Zeit kommen würde, würden wir im Namen der Erdmutter zurückschlagen.

Tja - das war die Ausgangslage. Ich wollte abwarten. Mit den Rabendienern war ich auf persönlicher Ebene Quitt. Sie haben mir weh getan, ich habe ihnen weh getan. Alles beim Alten. - doch als wir uns gerade darauf einzustellen gedachten, Frieden mit den Rabendienern zwischen ihnen und Bajard zu schaffen - da musste ein etwas übereifriger Rabendiener in den kavernen eine ganze Horde von Untoten rufen, die hoch nach Bajard wollten.
Noch am selben Abend kam eine Gruppe Menekaner nach Bajard. Saajid, deren Stadthalter ist sowas wie ein Freund von mir geworden - und wir brauchen keine Politik - um uns über manche Dinge einig zu sein.
Doch egben an disem Abend musste ein Rabendiener wohl leichtsinnig genug sein, um ihnen in die Falle zu laufen.

Leben oder sterben? Für einen Rabendiener wohl eine schwierige Entscheidung. Doch dür mich ear es eine Chance - die Chande mein angedachtes Ziel zu erreichen.

Und damit betrat ich das Spielfeld von Daes Dae'mar.
Zuletzt geändert von Selene Ainaan am Mittwoch 6. Oktober 2010, 08:51, insgesamt 2-mal geändert.
Lyseria Valthyr

Beitrag von Lyseria Valthyr »

Was war ein Leben schon, wenn man es bereits einem anderen versprach? Wenn man seinem einzig wahren Herrn die Seele versprach? Das Leben war nichts mehr wert. Es war allein dafür da, seinen Willen auszuführen und wenn man versagte, dann blieb einem keine andere Wahl als zu sterben.
Es war wie eine Abmachung, ein Versprechen, welches eingehalten werde musste und ihr war es völlig egal, ob man ihr Gesicht erkennen konnte oder nicht. Sie lebte nur noch für ihn, seitdem ihr die Gunst des Kra'thor zuteil wurde.

Was wollte diese Göre eigentlich?
Dachte sie im ernst, sie könnte Lyseria drohen?

Sie musste Schmunzeln als ihr dieser Abend noch einmal gedanklich gegen die Stirnwand klopfte und folgedessen an die Schmerzen, welche sie tagelang durch diese seltsame Versorgung erlitt. Sie wandte sich wenige Tage später an die Edle van Drachenfels. Die Wunde wurde erneut an ihrem Hals aufgeschnitten, die ihr das Wüstenkind zutrug, und sorgfältig von den schwefelartig-riechenden Gemisch vollends gereinigt.

War sich denn überhaupt die Heilerin - die nicht einmal eine war - bewusst, worauf sie sich da einließ?
Jetzt wird sie ihren Zorn zu spüren bekommen, nur: bei wem fängt man da am ehesten an?
Lyseria war eines gewiss klar, der Ball würde auch von ihrer Seite aus über das Spielfeld rollen.
Selene Ainaan

Beitrag von Selene Ainaan »

Sich abzusichern war die halbe Miete - und die Ereignisse, welche folgten waren recht vorhersehbar.
Klar passte es den Rabendienern nicht, dass ich das Gesicht ihrer Schwester erkannte, und so wollten sie auch eine weitere Eskallation vermeiden.
Der Tod gehört zum Leben nunmal dazu. Manche versuchen ihm zu entfliehen, manche versuchen ihn zu bezwingen oder herauszuzögern. Würde man mich fragen, was Kra'thors Ziel sei, so würde ich nicht zwingend behaupten, dass er die Seelen tatsächlich verschlingt und quält. Nicht jedes nicht genannte Ziel muss ein böses sein.
Die Rabendiener haben allerdings unbegreifliche Dinge getan. Für meine Verhältnisse viel zu agressiv. Als sie Adoran kürzlich angriffen, da dachte ich zum ersten mal, dass sie es nun endlich tun würden.
Rahal war geschwächt, die Waagschale war leicht gekippt, zugunsten der Lichten. Die Rabendiener jedoch sind kein Feind, den man mit dem Schwert bezwingen kann. Den Fehler machten die Reichstreuen von Alumenas - sie schätzten den Feind nach wie vor falsch ein.
Würden sie darauf kommen, wie man sie am ehesten angreift, dann erst würde Adoran zu einer Gefahr für den "Neuen Feind". Die Situation hat sich gewandelt.
Wenn ich es zustande bringen würde, dass die Raben die Schwachen in Ruhe ließen und stattdessen ein geordneteres Ziel ansteuern, eines, das sie - und auch den vermeintlichen Feind - eine Zeitlang beschäftigen würde, wären die Gegebenheiten für alle einigermaßen erträglich.
Die Rabenmutter suchte mich bereits am nächsten Tag auf und begann mir zuerst zu drohen. Ich wagte es, das wahre Gesicht einer Schwester zu sehen, und sie vermutete wahrscheinlich, dass ich damit sofort hausieren gehe. Nach einigem Hin und Her saßen wir gar am selben Tisch und unterhielten uns über dieses und jenes.
Ich denke, sie begriff recht bald, was ich eigentlich vor hatte. ich konnte verhindern, dass die menekaner das Gesicht ihrer "Tochter" zu sehen bekamen. Ich habe den Schnitt behandelt, bevor ihr etwas wirklich Übles zustoßen würd... - und letztlich tat sie ja das was sie als Gegenleistung tun sollte. Man redete!
Gut, ein Waffenstillstand wurde ausgehenadelt. 10 Tage, welche ausreichen sollten, um nachträglich dafür zu sorgen, dass innerhalb Bajards Gesetzmäßigkeit kein Rabendiener mehr handgreiflich werden würde. Im Gegenzug dazu sollten Tristan und ich vergessen, das Gesicht der Rabendienerin vergessen, welches wir gesehen haben.
Nun, da man tatsächlich miteinander redete konnte die Rabenmutter davon ausgehen, dass ich mich abgesichert hatte - schon im Vorfeld sorgte ich im Falle, dass mir etwas passieren mochte dafür, dass die richtigen Personen erfahren würden, wer die Rabendienerin war. Doch wenn man das große Spiel richtig spielen wollte, würde man auch dafür sorgen müssen, dass man die Regeln nicht brach. Absicherung ist die halbe Miete - und selbst wenn ich vergessen würde, würde mich ein Stück Pergament darauf hinweisen, mit den eben genannten Hinweisen.
Hand aufs Herz. Wenn man den Rabendienern einen wirklichen Schlag versetzen möchte, dann muss man nach ihren Regeln spielen. Wo Schwert und Schild nichts nutzen muss der Geist die Waffe sein. Je verschlagener der Feind, umso verschlagener musst du sein, dich in ihn hineindenken. Die nächste Runde würden die Raben einläuten.
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