Waldgeschichten

Geschichten eurer Charaktere
Talii Cratz

Beitrag von Talii Cratz »

Talii erwachte mitten in der Nacht, Rücken an Rücken mit Aliyah, die beschlossen hatte, keinen Schritt von ihr zu weichen. Sie hatten sich Tannenzweige und trockenes Blattwerk zusammengesucht, sich damit ein Schlaflager errichtet und ein wärmendes Feuerchen inmitten der Bäume entfacht. Aliyah befürchtete, dass sie den Wald in Brand setzen könnten, doch es lag überall Schnee , da würde schon nichts brennen. Ein Schiff hatte sie hierhergeführt, Talii konnte sich nicht so recht erinnern. Wahnhafte Fetzen an Erinnerung stiegen in ihr auf, Aliyah, in Panik weglaufend , schreiend die Angurer wurden vor Nichts haltmachen und alles essen was ihnen vor den Bogen läuft. Eine blaue Stätte wie die in Berchgard , wo der Bergvater wohnte hatten sie auch besucht, nur, dass der Boden mit Blut bedeckt war, hastig und mit ungutem Gefühl hatten sie jene verlassen. Alles andere war verschwommen, was nur geschah mit ihr ?
Sie zog ihren wollenen Umhang dichter um sich, kalt war die Nacht und so unwirklich, als würde Talii nur träumen. Jeden Augenblick erwartete sie, dass Wilderich die herabgerutschten Felle über ihre Schultern zog, und sich wärmend an sie schmiegte. Wil ?
Talii starrte in den Himmel und beobachtete ein seltsames und beeindruckendes Schauspiel . Der Himmel schien zu leben, zu brennen in blau und grünen Tönen, lodernd, sich verändernd, es war wunderschön.
Eine leise Stimme ertönte vom Himmel aus.... ich komme zu dir Talii, sehr bald schon ... ich komme baaaald.... , säuselte die Stimme einschläfernd, und liess Wilderich vergessen, ja sie vergass sogar sich selbst und wurde ganz zu der Stimme die betörend zu ihr sprach .
Talii erhob sich und ihre Hand ging zu ihrem Dolch. Sie beugte sich über Aliyah, welche tief schlafend dalag, bis zu der Nase zugedeckt. " Mach schnell Talii, schneide ihr die Gurgel durch ! Los, mach schon ! " flüsterte die Stimme unaufhörlich, zwingend und fordernd ... Talii starrte Aliyah an, nein, etwas war verkehrt... was war denn nur... was... sie starrte ihr bereits erhobenes Messer an, welches bedrohlich im grünblauen Licht der so seltsamen Nacht schimmerte.
" Neeeeeeeeeeeeeeein ! " schrie Talii auf , warf mit aller Kraft die sie aufbringen konnte das Messer ins Unterholz und lief, so schnell sie nur konnte ins Dunkle.. nur fort, weit weg... sie hätte um ein Haar ihrer besten Freundin etwas angetan..... Kalter Schweiss rann ihr über das Gesicht, sie rannte durchs Gehölz, ungeachtet der Dornen und Äste die sich in ihre Arme , ihr Gesicht bissen. Sie lief und lief bis sie sich nach einer gefühlten Ewigkeit niederlies, schwer atmend und schluchzend ... eine wilde , in sich zusammengekauerte Person... die feine Stimme säuselte wieder unschuldig und lieblich.. " Du dummes Mädchen... was bist du nur für ein dummes Mädchen.... ich werde dich lehren mir zu gehorchen, bald Talii, bald bist du Mein.....nur Mein..... Talii hielt sich die Ohren zu, versuchte diese Stimme auszublenden, doch schien sie in ihrem Kopfesinneren zu sprechen.... " Geh weeeeeeg " , schrie sie in den blau grün brennenden Nachthimmel hinein. " Geeeh weeeeg !"

[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/aurora-borealis-home.jpg[/img]
Verdena

Beitrag von Verdena »

Das Verschwinden von Ali und Talii ließ Verdena keine Ruhe und sie begab sich nochmal nach Bajard um eventuell neue Informationen zu bekommen. Da begegnete sie der Wache Tristan, mit dem sie einige Tage zuvor bereits gesprochen hatte, wegen den Tierkadavern in Bajard. Nun hoffte sie, dass er wenigstens etwas wusste, was mit dem Verschwinden der beiden Frauen im Zusammenhang stand. Er willigt ein, in Bajard erst mal auf die Suche zu gehen. Als beide den Anglersteg erreicht hatten, fiel ihm etwas ein. Er hatte beide gesehen, ein bis zwei Wochenläufe vorher. Sie waren durch Bajard gehetzt auf dem Weg zum Hafen. Talii hätte mehr als nur verwirrt gewirkt. Tristan meinte, dass es so aussah, als würde Talii Stimmen hören, die andere nicht hören konnten. Auf Verdena macht es den Eindruck, als würde er sich ernsthaft Sorgen um sie machen und sie fragte weiter, ob er wusste, wohin sie dann gegangen wären. Er meinte, dass sie auf ein Schiff der Meereshäscher gegangen wären und es so aussah, als wäre das Schiff unterwegs Richtung Nordlande. Verdena sagte, dass sie die Information schnellstmöglichst an das Waldvolk weiter geben würde und sie umgehend dem Hinweis nachgehen werden. Das war auch der Punkt, als sie sich voneinander verabschiedeten. Tristan ging wieder seiner Arbeit nach und Verdena machte sich auf den Weg alle anderen ihresgleichen zu suchen und von der neuen Spur zu berichten, in der Hoffnung, dass Ali und Talii dadurch schnell gefunden werden.
Talii Cratz

Beitrag von Talii Cratz »

Talii rührte sich nicht vom Fleck, sie lehnte an einem länglichen Felsen, der wie eine Nadel gen Himmel ragte . Die Nacht musste bald vorbei sein, dass grünlich blaue Glimmen am Sternenhimmel verblasste und die Stimmen in Talii's Kopf mit ihm. Sie konnte nicht sagen wieviele Stunden sie so gehockt hatte, jeder Knochen schien ihr weh zu tun. Ihre Hände glitten zu ihrem Leib, sie liess sie dort liegen, ängstlich fühlend. " Wil ", flüsterte sie leise, und liebevoll blickte sie an sich herab. Das Leben in ihr schien von all dem Leid hier nichts davonzutragen und fuhr weiterhin fort, seine munteren Purzelbäume zu schlagen. Talii legte den Kopf nach hinten, den Himmel betrachtend und schliesslich einer Sternschnuppe folgend und wünschend , jene möge ihrem Gefährten einen Traum schenken, einen Traum, der ihn zu ihr führen möge.

Stunden mussten vergangen sein als Talii liegend erwachte, sich völlig durchfroren aufsetzend blickte sie um sich und gewahrte , dass der hohe Felsen, der ihr Schutz geboten hatte, nur einer von Vielen war. Es war ein Steinkreis, stolz und Ehrfurcht gebietend .
Talii erhob sich, glättete ihre Kleidung und fuhr sich über das zerschrammte Gesicht. Die Erinnerung an letzte Nacht stieg in ihr auf und pure Panik begann durch ihre Venen zu jagen. Sie durfte der Stimme nicht mehr zuhören, sie nicht hineinlassen in sich, sie musste sich verschliessen, ihre Seele einsperren und schützen. Dieser Ort übte eine seltsame und unnatürliche Anziehungskraft auf sie aus. Anfänglich noch widerstrebend ging von Stein zu Stein und berührte einen jeden, und mit jeder weiteren Berührung fühlte sie einen Strom, als würde etwas in sie fliessen. Ihr Verstand rief ihr zu wegzulaufen, doch schien es zu spät dafür und die leise Stimme summte bereits im Verborgenen .

Als Aliyah einige Stunden später , Talii's Spuren folgend , dieser Szene ansichtig wurde, sah sie die Freundin bereits wieder tief in Trance an den Steinen umherirrend, fluchend und üble Geräusche von sich gebend. Das dort, welches im Körper Talii's steckte, war sicher nicht sie, dessen war sich Ali bewusst. Doch kurz bevor sie heranschleichen konnte um Talii von den Steinen fortzuziehen, huschte Talii aus dem Steinkreis, irre vor sich her murmeln " Falsche Steine, falsche Steine... stehen nicht östlich, müssen östlich stehen ! " Talii verschwand wie der Wind im Wald , zielstrebig etwas folgend ohne sie überhaupt wahrzunehmen. Aliyah folgte und liess sich nicht durch wildes Gestrüpp und Dornen beirren und sah letztendlich die Freundin gen Hafen eilen, irre murmelnd . Sie schaffte es gerade noch so eben den Fuss auf das abfahrende Schiff zu setzen , ihre Freundin nicht aus den Augen lassend.

Ein betrunkener Kerl rieb sich die Augen, gerade wohl erst auf einem aufgerollten Schiffstau erwachend, und dem Schiff hinterherstarrend. "Hey !!!!! rief er , wie wild winkend .. heeeeeeeeeey.. wartet.. ich muss auch miiiiiiiiiit !!!!! " Doch schien dies die Zeche für seinen Suff zu sein, musste er wohl hier im kalten, einsamen Norden ausharren und beten , dass es nicht Wochen bis zum nächsten Schiff dauern würde.

[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/BoitinVisur.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Talii Cratz am Freitag 1. Oktober 2010, 17:54, insgesamt 1-mal geändert.
Wilderich Cratz

Beitrag von Wilderich Cratz »

Immer wieder schweiften seine Gedanken ab und Wil war nicht bei der Sache. Er dachte zurück an die erfolglose Suche für die er einige Tage unterwegs war,nirgendwo hatte er auch nur die kleinste Spur gefunden von den beiden. Einzig konnte Wil in Erfahrung bringen das sie ein Schiff bestiegen hatten in Bajard ,jedoch vermochte niemand zu sagen welches Ziel es wohl hatte. Er hatte sich daraufhin auf den Weg nach Lameriast gemacht,tagelang irrte er dort umher und suchte all jene Orte auf die sie die ihren nannten..... jedoch war sein Tun nicht von Erfolg geprägt . Schwermütig und niedergeschlagen kehrte er nach Tagen zurück nach Berchgard.

Er stürzte sich in die liegengebliebene Arbeit die in der Schmiede auf ihn wartete. Jene wollte ihm aber nur mehr schlecht als recht von der Hand gehen. Einige Stücke musste er wieder einschmelzen und schaffte es erst nach mehreren Anläufen sie in gewohnter Qualität abzuliefern. Immer wieder stahlen sich seine Gedanken fort und weilten bei Talii und Wieselchen.....wo waren sie nur ? Auf der Werkbank lag noch immer der kurze Schrieb von Ali,nachdenklich betrachtete Wil jenen immer wieder als würde er ihm verraten wo sie zu finden waren.
So gingen einige Tage ins Land und er bediente auch hin und wieder Kundschaft in seiner Schmiede in Berchgard. Hin und wieder kam auch Jackie vorbei sie versuchte ihn aufzumuntern auf die ihr eigene Art,kurzzeitig mochte ihr jenes gelingen. Doch war sie wieder auf dem Heimweg senkte sich der Schwermut wieder über Wil.

Wieder war ein Tag überstanden mehr schlecht als recht und Wil rollte die Strohmatte auf dem Boden der Schmiede aus. Es war unbequem und auch die Einsamkeit machte ihm zu schaffen,sicher hätte er in den letzten Tagen die Möglichkeit gehabt das Lager mit einer Anderen zu teilen aber alles in ihm sträubte sich dagegen. Vielmehr wünschte er sich Talii an seine Seite um zu spüren wie sie sich mit dem mittlerweile recht umfangreichen Bauch an ihn schmiegen würde und wie Wieselchen sich mit Tritten bemerkbar machen würde.Mit dem Gedanken an sie und der Frage die sich in eben jene Gedanken brannte..... Würde er sie jemals wiedersehen und wenn ja wie würde es sein?
So erging es ihm beinah jede Nacht und er warf sich unruhig hin und her im Schlaf . Einige seiner Nachbarn schauten ihn bei Tage seltsam oder auch mitleidig an. Einer fragte ihn schliesslich was ihn den bedrücken würde,denn er würde manchmal des Nachts im Schlafe schreien das es einen Stein erbarmen könne.


Ausweichend antworte Wil und schob einen scheinheiligen Grund vor,niemand musste wissen was ihn bedrückte. Es würde nur Gerede geben im Dorf und das war das Letzte was Wil brauchen konnte.
Wilderich Cratz

Beitrag von Wilderich Cratz »

Einige Tage später hatte Wil den Entschluss gefasst sich erneut auf die Suche zu begeben,er konnte nicht untätig in der Schmiede herum sitzen wenn es den beiden wichtigsten Menschen schlecht ginge. So packte er wieder das nötigste zusammen und bereitete alles vor um am nächsten Morgen aufzubrechen.
Die Nacht wurde eine sehr unruhige immer wieder erwachte er schweißgebadet auf ,erst sehr spät fiel Wil in einen tiefen jedoch weiterhin unruhigen Schlaf.
Weit nach Mitternacht stellte sich ein Traum ein und Bilder schlichen sich ins eine Gedanken.....

...aufragende Steine zu einem Kreis geordnet …... umgeben von hohen alten Bäumen......dann tiefe schwarze Nacht und hoch aufwogende Wellen.... darauffolgenden Sand wie an einem breiten Strand....zwischen drin immer wieder Talii mal allein ..ein andermal mit Ali...und dann auch mit einem Kind an ihrer Seite......beide streckten die Hand in seine Richtung als wollten sie ihn zu sich holen....

Grade als Wil seine Hand zu ihnen ausstrecken wollte zerplatzte der Traum wie eine Seifenblase und Wil erwachte in der Schmiede. Die Sonne schickte sich grad an über den Rand der Welt hinaufzuklettern um ihr Tagwerk zu beginnen.
Wil raffte kurz entschlossen seine Sachen zusammen und griff sich ein Stück altbackenes Brot dann stürmte er mit dem nötigsten beladen aus der Schmiede ,verammelte noch die Türen und verschwand durch das Stadttor hinaus aus Berchgard.
Anfangs irrte er umher nicht wissend wohin er sich wenden sollte,doch erinnerte er sich an seinen Traum und seine Schritte wurden zielstrebig. Sie führten ihn am Wegekreuz vorbei und führten ihn in die Wälder,er konnte nur hoffen das er keinem der Elben begegnen würde auf seiner Suche jene würden sein Eindringen sicher nicht gutheißen.



[img]http://justentyranis.beepworld.de/files/nebelwald.jpg[/img]
Wilderich Cratz

Beitrag von Wilderich Cratz »

Spät des Nachts kam er am Wirtshaus am Wegekreuz vorbei und beschloss dort erst mal einzukehren,in der Dunkelheit würde er sowieso niemanden finden,auch war er hungrig und durstig.....
Er setzte sich in die hinterste dunkelste Ecke der Taverne und ließ sich einen Krug Wein bringen und etwas kalten Braten.Während er das Mahl zu sich nahm belauschte er die Gespräche in der Taverne jedoch ergab sich nichts was ihm nutzen könnte.

Am nächsten morgen für Wil mit der Kutsche zum nächsten Hafen und abermals bestieg er ein Schiff nach Lameriast. Irgendetwas trieb ihn dorthin,sagte ihm er würde dort Spuren und Hinweise finden. Die Überfahrt dorthin zog sich in die Länge und zu allem Überfluss zog auch noch ein Unwetter auf . Es brachte einen Sturm mit sich wie er lange keinen mehr erlebt hatte, das Schiff wurde gebeutelt und selbst gestandene Seemänner hingen über der Reling und fütterten die Fische. Die Wogen bäumten sich hoch auf und schlugen teilweise über das Schiff welches beinah vollständig in den Wellentälern verschwand...


Endlich kam Lameriast in Sicht und nachdem das stark lädierte Schiff endlich angelegt hatte stürmte Wil von Bord ,brach in die Knie und küsste den rettenden Pier. Dankte den Göttern die Überfahrt überlebt zu haben und nicht von Bord gespült worden zu sein. Er dachte einen kurzen Moment nur die Unglücklichen die die See mit in die Tiefe gerissen hatte.....Dann brach er auf um die Insel abzusuchen in der Hoffnung Talii dort zu finden …

[img]http://justentyranis.beepworld.de/files/schiffimsturm.jpg[/img]
Talii Cratz

Beitrag von Talii Cratz »

Talii erwachte hustend, nach Luft ringend , in einem unterirdischen Kerker. Eine Frau versuchte ihr Wasser zu reichen, ein hochgewachsener Mann kniete neben ihr, sie nicht aus den Augen lassend.
Eine Bogenschützin hielt einen Pfeil auf sie gerichtet, durch die Tür des Kerkers hindurch. Talii zitterte vor Angst, panisch starrte sie ein Skelett an, welches an der Wand hing. Eine sie beruhigende Stimme drang zu ihr durch.... "Sey beruhigt... du bist in Sicherheit ", sprach der hellhaarige Mann. Ihr Kopf und die Glieder schmerzten, ihre Arme waren auf den Rücken gebunden , sowie auch die Füsse waren verschnürt.
Talii wünschte sich nichts sehnlicher als nach Hause zu gehen, was nur war das für eine Sicherheit , in der man gefesselt sein musste ....
Man stellte ihr Fragen, gab ihr ein warmes Fell und zu essen .. alles schien so unwirklich, weshalb war sie hier ? Ihr Kopf dröhnte. Doch es blieb nicht lange aus, als ihr die Erinnerung aus den Tiefen ihres Unterbewusstseins aufstieg.
Das, was sie für einen Traum gehalten hatte, war Wirklichkeit.. das Etwas, welches in sie eintrat, würde es wieder versuchen, solange, bis es sein Ziel erreicht hatte.
Doch man gab auf sie Acht, selbst Wil , so sagte man, hatte ein Bett hier ganz in ihrer Nähe. Man würde sie schützen, doch wo nur war Aliyah ? Sie strengte sich an sich zu erinnern, doch die Augen wurden schwer... sie fiel in einen tiefen Schlaf ..... bewacht von Wölfen ... inmitten von Wulfgard

[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/wolfshoehle_01.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Talii Cratz am Montag 4. Oktober 2010, 00:40, insgesamt 2-mal geändert.
Talii Cratz

Beitrag von Talii Cratz »

Talii erwachte von einem leisen Wolfsgeschnupper welches durch die Gitter ihres Kerkers drang. Fünf Wölfe hatten sich davor plaziert, einige liegend, einer die Nase durchs Gitter steckend, riechend und witternd.
Ein heftiger Schmerz durchzog ihren Körper, ihre Arme waren gefühllos, die Schultern nahe am Auskugeln... sie schloss die Augen und wünschte zurück in den erlösenden Schlaf zu fallen. Doch stattdessen tauchten Bilder vor ihrem Auge auf. Bilder, wie sie mit Wilderich durch die Stadt Menek'ur spazierte Hand in Hand, ein Badehaus mit seinen Wasserbecken gefüllt mit dem klarsten Wasser, welches sie je gesehen hatte. Handtücher und Fläschchen in verschiedenster Form. Talii hatte es nicht lassen können, ein besonders schönes Fläschchen, ein abseits , hoch oben auf einem Sims stehendes an sich zu nehmen und es zu öffnen. Es hatte einen besonderen Duft enthalten, sodass ihr davon ganz taumelig und seltsam zu Mute wurde. Es glitt aus ihrer Hand, kaum dass sie den Duft eingeatmet hatte und war Wil gefolgt,leicht schwankend, von einer seltsamen Hitze durchströmt, fort aus der Stadt, hin zum Strand nahe des Hafens.
Seit diesem Tage hatten sich die seltsamen Träume eingestellt... Träume von Misstrauen und Sorge, Pest und längst Vergangenem.

Ein weiteres Bild tat sich ihr auf, Aliyah, auf sie Acht gebend, sie nie aus den Augen lassend , Talii jedoch eines Nachts über sie gebeugt, ihr Messer in der Hand ... " Ali, flüsterte Talii, verzeih mir... das wollte ich nicht "

Noch ein Bild indem sie liegend, von Wölfen umringt im Gras lag, zuckend, nicht fähig zu sprechen. Sie sah Wilderich , der verzweifelt dastand, unfähig einzugreifen. Hochgewachsene Menschen mit hellen Haaren , doch eine darunter , dunkelhäutig und still, die sie hören könnte. Ja, sie konnte sie scheinbar hören... ihr konnte sie alles erzählen, dass sie Schmerzen hatte, dass Etwas von ihr Besitz ergriffen hatte und zum Steinkreis wolle um sie dort ganz zu übernehmen....

Talii versuchte die Augen zu öffnen, sie zitterte vor Angst und Pein. den Kopf seitlich den Wölfen zugeneigt, den einen betrachtend der leise Fiepgeräusche von sich gab... " Ja, Wolf... ist es nicht schrecklich ?" Und sie suchte Trost in den Augen des Wolfes...

[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/wolfsaugen.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Talii Cratz am Montag 4. Oktober 2010, 11:46, insgesamt 1-mal geändert.
Wilderich Cratz

Beitrag von Wilderich Cratz »

Wil erwachte allein im Wald nahe Wulfgard und machte sich auf die Suche nach irgendeinem Lebenszeichen. Jedoch war niemand zu sehen weder in noch außerhalb Wulfgards ,so wanderte er unruhig hin und her bis er sich irgendwann ans Ufer setzte wartend auf die Dinge die da kommen würden.
Nach einer gefühlten Ewigkeit in der seine Gedanken bei seiner Liebsten Talii waren schreckte Wil auf als er ein Pferd hinter sich wahrnahm.

Kanubio führte Wil nach kurzem Gespräch nach Wulfgard und versorgte ihn erstmal mit Speiß und Trank,davon machte Wil jedoch nur spärlich Gebrauch.Später dann kam Anele noch dazu und es wurde sich über den vergangenen Tag die Ereignisse ausgetauscht.
Dann später gingen sie hinab in den Kerker in den man Talii gebracht hatte, zu ihrer Sicherheit wie gesagt wurde. Wil sah dies jedoch eher skeptisch und wollte abwarten wie es wirklich sein würde.
In der Höhle angekommen fand er Talii hinter Gittern vor geknebelt und gefesselt,verschnürt bis zur Bewegungsunfähigkeit. Kanubio und Hamingja gingen zu ihr hinein und näherten sich ihr mit wohl angemessener Vorsicht,als sich Talii den beiden zuwandte und mit ihnen sprach wurde schnell klar das sie derzeit sie selbst war. Kanubio behandelte die Wunden an die durch die stramme Fesselung an ihren Handgelenken entstanden waren. Ohnmächtig sah Wil dem ganzen zu und wusste nicht was er sagen sollte....

Kanubio und Anele forderten ihn auf mit Talii zu reden ,anfangs nur leise und bedrückt sagte er ihr das er wohl da sei. Nach und nach fiel es ihm aber leichter zu reden und als er nun aufgefordert wurde hinein zu kommen um mit Talii zu frühstücken,was in dem Falle zu bedeuten hatte sie zu füttern da ihre Fesseln nicht gelöst wurden.
Was wie sich einige Zeit später herausstellen sollte eine doch angebrachte Vorsichtsmaßnahme war.
Wil gab ihr zu trinken und zu essen ,er verbarg seine betrübten Gefühle so gut es ging und lächelte Talii zu sagte ihr das er sie liebe wie zuvor und noch viel mehr.

Dann auf einmal ging eine abrupte Veränderung in ihr vor und dieser verfluchte Geist gewann die Oberhand,Wil wurde eilig hinaus geschickt aus dem Kerker. Er versuchte Wil dahingehend zu beeinflussen ihn aus dem Kerker zu führen zu jenem Steinkreis. Jedoch war Wil darauf vorbereitet worden von Kanubio so das er dagegen gewappnet war. Talii hat dem Geist kaum etwas entgegen zusetzen und er gewann zusehen an Kontrolle. Sie begannen ihren Namen zu rufen immer und immer wieder riefen sie Talii das sie zurückkehren möge und den Geist verdrängen solle...Nach einer Weile schien es zu gelingen und Talii gewann wieder die Oberhand.

Wil stand an der Kerkertür zwischen den Wölfen die den Kerker und somit Talii bewachten …. Nach einer Weile wurde er wieder hinein gewunken und durfte wieder zu Talii, inzwischen waren nur noch Kanubio,Talii und Wil dort. Er hielt Talii in den Armen und erzählte ihr von den Blumen die er bei der Schmiede gepflanzt hatte und das sie sobald alles überstanden sei endlich heiraten würden. Lange unterhielten sie sich und Wil hielt sie in seinen Armen,streichelte sanft ihr Gesicht.
Dann musste auch Kanubio gehen er erlaubte Wil jedoch noch dort zu bleiben,zwar durch die Tür des Kerkers getrennt aber zumindest „beisammen“ . Lange Stunden unterhielten sie sich und Wil sprach Talii immer wieder Mut zu und sagte ihr das er sie liebe.... Alles würde gut werden und bald würden sie wieder vereint daheim sein.
Tief in seinem innersten fraß jedoch die Ungewissheit und Sorge an ihm,war doch völlig unklar wie es weiter und ausgehen würde.
Wil wusste nicht wie viel Stunden vergangen waren als er schläfrig wurde, er sagte Talii er würde mit Kanubio reden ob er in Wulfgard verbleiben könne so das er immer nahe bei Talii wäre. Er lächelte Talii zu und sagte sie solle sich nun etwas ausruhen und das er sie in ihren Träumen besuchen würde. Er schickte ihr noch einen Kuss und einen sehnsüchtigen Blick,ehe er dann sich anschickte die Höhle mit dem Kerker zu verlassen. Jedoch nicht ohne das Versprechen sie am nächsten Tage wieder aufzusuchen.
Dann suchte er nach Kanubio und fragte ihn ob er denn in Wulfgard verbleiben könne solange Talii dort weilte. Nach einer bejahenden Antwort wies Kanubio ihm ein Lager im Schlafsaal zu und Wil nahm jenes dankbar an.....
Kurze Zeit später fand er ein unruhigen Schlaf und wälzte sich in den Fellen hin und her,hin und wieder wird er wohl im Schlaf nach Talii gerufen haben.....
Benutzeravatar
Marye Larou
Beiträge: 190
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Marye Larou »

Es dauerte leider einige Tage, bis ein Trupp der Waldgeister aufbrechen konnte zur Eisinsel. Ein Problem der Waldgeister war seit je her daß es sich um viele Einzelindividuen handelte. Die meisten lebten den größten Teil des Jahres recht abgeschirmt in den Wäldern und man sah sich teilweise wochenlang nicht. Marye verteilte überall an den ihr bekannten Stellen Holzstücke, in denen sie bildhaft die Ereignisse geshnitzt hatte. So brach man denn auf zur Eisinsel und durchsuchte diese gründlich ohne eine Spur von den beiden zu finden. Im ewigen Eis hatte es gerade an diesem Tag geschneit, so daß alle Spuren verweht wurden und auch in dem nicht vom Eis bedeckten Teil des Landes hatten sie keine Anhaltspunkte gefunden.

Erschöpft und frustriert warteten sie am Abend also auf das letzte Schiff, dass sie zurück von dieser bitterkalten Insel bringen sollte, da stolperte ein Betrunkener und fiel über sie. Mary war schon drauf und dran ihm einen Hieb zu versetzen, doch gerade rechtzeitig fiel ihr ein daß sie den Kerl ja mal ausfragen konnte. Und nachdem sie ihm ein Bier spendiert hatte, erwies er sich als recht geschwätziger kerl, der der Gruppe fast sein ganzes Leben erzählte.. doch mitten in dem ganzen Geschwätz bekamen sie dann doch die Information die sie brauchten. Talii und Ali hatten anscheind die Insel wieder in Richtung Lameriast verlassen.

So vereinbarte man am nächsten Tag dort weiter zu suchen...
Alle sind gleich.. aber ein paar sind gleicher!
Die Realität ist beschissen genug, da muß ein Fantasy Online-Rollenspiel nicht auch noch realistisch sein!
Anele Namok
Beiträge: 0
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:41

Beitrag von Anele Namok »

In was war sie da nur hinein gestolpert?

Sie rieb sich die pochenden Schläfen nach einer unruhigen und kalten Nacht und überdachte die Geschehnisse der letzten Tage.

Vor 3 Tagen war sie auf der Insel Lameriast gewesen, aus einer Laune heraus sich dort einmal umzusehen. Sie wartete am Pier von Neuhaven auf ein Schiff, das sie nach Bajard zurückbringen würde. Als es endlich anlegte, stolperte eine junge Frau von Bord, die ihre Neugier erregte. Sie sah abgerissen aus, zahlreiche kleiner Wunden und Schrammen auf Gesicht und Händen, das Haar lang, zottelig und verflizt und sie schien verwirrt. Sie redete, murmelte und nuschelte vor sich hin, dass sie zu den 'Steinen' müsse, unansprechbar für andere.

Sie folgte der Frau in einigem Abstand - zu einem aus Sorge, zum anderen weil sie nichts besseres zu tun hatte. Zielstrebig ging Talii zur Ochsenkutsche und wies den Kutscher an, den Ostweg entlang zu fahren. Anele folgte dem nicht sehr schnellen Gefährt zu Fuß. Immerhin war das eine ihrer Stärken, das Laufen. Als sie das Ende des Weges erreicht hatten, stieg die Frau aus und wandte sich nach Süden, folgte dem Weg bis zu einer Brücke und überquerte auch diese. Schauerliches Wolfsgeheul ertönte, als sie sie beide überquerten, doch der Verwirrten schien dies nichts auszumachen, sie öffnete das Tor und schritt weiter den Weg entlang. Zögerlich folgte Anele ihr weiter. Es war klar, sie brauchte Hilfe.

Schon nach einigen Schritten ragten die hohen Mauern Wulfgards empor und vor den Toren traf sie eine kleine Gruppe Tiefländer, angeführt von Kanubio. Immerhin kannte sie einige der Anwesenden seit dem unschönen Vorfall vom Abend zuvor, als untote Kreaturen sich wieder einmal in Bajard und der Sumpfkaverne breit gemacht hatten und sie später in der Taverne noch etwas erzählt hatten.

Sie war froh, sie hier zu treffen, denn nun konnte der Frau sicherlich geholfen werden. Doch plötzlich tauchten Wölfe auf. Sie umkreisten die Verwirrte und hinderten sie am weiterlaufen. Sich im Hintergrund haltend nun, beobachtete sie die Geschehnisse. Es wurde offensichtlich, dass ein Geist die Frau übermannt hatte. Nur sehr schwach drang ab und zu ein Weinen und Flehen an die Oberfläche. Und dieser Geist wollte zu einem Steinkreis ganz in der Nähe. Es war unheimlich, die Vorstellung was dort nun geschah. Es gelang den Tiefländern, die Frau vorsichtig in dem Wolfskreis zu fesseln, ohne die Tiere gegen sich oder sie aufzubringen. Dann beratschlagten sie in ihrer eigenen Sprache und schließlich einigten sie sich wohl auf eine Art Ritual, um Hilfe zu erbitten von den Ahnen.

Jedenfalls hatte Anele das so verstanden. Und das war etwas, was ihr zutiefst vertraut war. Auch in ihrem Dorf war es Brauch, sich an die Ahnen zu wenden, wenn man Trost, Hilfe und Beistand suchte. Wie oft hatte sie sie in den vergangenen 5 Jahren um Hilfe angefleht, doch nie war ihr eine Vision oder ein Zeichen zuteil geworden - allein und abgeschottet von dem was sie war, was sie einst ausgemacht hatte. Ihr Dorf, ihre Gemeinschaft. Und doch rief sie sie auch jetzt wieder an, sie summte zuerst nur die einfache Melodie, dann wiederholte sie die vertrauten Worte:

"Mtu ni watu"

immer und immer wieder. 'Ich bin, was wir sind.'

Und auf einmal hörte sie eine Stimme, leise zunächst, verzweifelt und unsicher. Sie wiederholte die Worte, die diese Stimme zu ihr sprach. Sie sprach über das was geschehen war - es war die Stimme der Frau, die durch sie sprach. Wie auch immer so etwas zustanden gekommen war, als sich die Stimme von ihr löste, erwachte sie blinzelnd aus ihrer Trance und erinnerte sich an nichts.

Auch wenn die Erinnerung daran ihr einen Streich spielte, so fühlte sie sich seitdem auf merkwürdige Weise mit Talii und ihrem Schicksal verbunden.
Talii Cratz

Beitrag von Talii Cratz »

Talii horchte auf, den Schritten nach kam dort nicht nur eine Person, sondern gleich mehrere in die Höhle hinab gestiegen. Sie wandte umständlich den Kopf zur Seite, die vielen Lagen der Säcke, welche mit einer Halskrause dich am Hals befestigt waren, und in welche sie zu ihrer eigenen Sicherheit gesteckt worden war,behinderten jegliche Bewegung.
Als ersten erblickte sie Kanubio, hinter welchem vier weitere Personen im schmalen Höhlengang vor der Zelle Platz fanden. Drei davon Frauen , zwei waren vermummt, mit langen Schleiern behangen und nach Rosen duftend, die andere gross und stattlich,ohne Zweifel vom thyrischen Volk, einen breiten Ledergurt um die Hüften geschlungen, an welchem kleine Felle und Tiere herabhingen.
" Du musst nun sehr stark seyn Talii ," flüsterte Kanubio ihr sanft und mit ruhiger Stimme zu . Talii erzitterte , diese fremdartige Gruppe machte ihr Angst und etwas in ihr zog sich zusammen, nahm ihr beinahe den Atem. Verzweifelt versuchte sie Wil im Zwielicht der Höhle auszumachen, als schon die Zellentür geöffnet wurde und eine der verschleierten Frauen, begleitet von leisem Glöckchengeklingel eintrat.
Sie stellte sich als Nazeeya vor und sprach fremde Worte in ihrer Heimatsprache während sie Salzkristall und Wasser in einem Krug vor Talii plazierte. Sie strahlte Vertrauen aus, ihr Blick versetzte Talii in einen unbeschreiblichen Zustand des Friedens und dann ging alles sehr schnell.
Nazeeya rief das Wesen welches in ihr steckte , ihre Augen veränderten sich, man sah die Wüste in ihnen, die grossen Sanddünen und sie gleissende Sonne. Draussen vor der Zelle stand Lidwina, Kanubio's angetrautes Weib, einen Stab an dem Knochen hingen fest in der Hand, ebenfalls etwas murmelnd, singend...
Letztendlich nahm Talii alles Weitere nur noch wie im Traume wahr, wie etwas aus ihrer Kehle schwirrte, als befänden sich abertausende kleinster Sandkörnchen auf dem Weg an die Oberfläche um dann in dem weitgeöffneten Mund von Nazeeya zu verschwinden.
In der Ecke kauernd liess sie das Drama über sich ergehen, der Geist war bewusst von der Priesterin aufgenommen worden , und gestaltete sich als nicht einfacher Gast. Nazeeya wurde schwächer und schwächer, der Geist kämpfte, Lidwina sandte helfende thyrische Schwingungen aus, Nazeeya stärkend. Jene verwandelte sich in eine Statue aus festem Sand und schon trugen Kanubio und ein anderer mächtiger Thyre diese hinaus in den Hof, und Talii folgte wie im Traume, nicht glaubend, was sich da ereignete.
Man hiess sie durch ein Tor gehen, ein magisches Portal und einen Herzschlag später befanden sie sich in Menek'ur.... der Wüste.
Man trug die Statue , in der sich geschützt die Priesterin Nazeeya befand, zu einem Ort, an dem ein sandiger Weg den Berg hinaufführte. Eine gewaltige Wächterstatue schützte den Aufgang.
Die beiden Thyren stellten Nazeeya ab und Talii beobachtete das Erschreckende und trotzdem so Wunderbare was nun folgte.
Nazeeya rief die Wächterstatue mit dem Namen Eluive's an und bat jene , den bösartigen Geist aufzunehmen. Man konnte sehen , wie sich deren steinernder Mund öffnete . Die Priesterin liess den Geist abermals den Körper wechseln und öffnete auch den ihren Mund. Mit einen Zurren und Zischen schwirrten die abertausend geistbesessenen Sandkörnchen in den weit aufgerissenen Mund der Wächterstatue und als das letzte Körnchen Einlass gefunden hatte, klappte jene mit einem lautem Steinernen Geräusch auf Ewig zu.

Talii fühlte ihre Beine wegsacken, der Kopf schwirrte ihr so wie es die Sandkörner im Vorfeld getan hatten und ihr wurde schwarz vor Augen.
Es schien wohl doch alles zu viel für sie gewesen zu sein.
Später wurde die Heimreise angetreten, man wollte Talii zu ihrem Gefährten führen... zurück nach Lameriast, einzig mit dem Unterschied, dass man sie diesmal nicht herab in den Höhlenkerker führte, sondern direkt in die grosse Halle der Thyren, ein imposantes wie auch warmes und heimeliges Gebäude. Man liess sie baden, und reichte ihr Speiss und Trank, Lidwina liess sie von ihren eingelegten Rollmöpsen mit Feigenhonig kosten und Talii war seelig. Kurz darauf führte man sie in den Schlafraum und bereits nach wenigen Augenblicken schlief Talii tief und fest, träumend von Wölfen die ihr die Hand leckten, und von Rollmöpsen in Marmelade.


[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Erhnam-Djinn-02.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Talii Cratz am Sonntag 10. Oktober 2010, 17:05, insgesamt 1-mal geändert.
Talii Cratz

Beitrag von Talii Cratz »

Das Leben war zurückgekehrt, in seiner vollen Pracht schenkte es Talii das Glück welches sie sich ersehnt hatte.
Wil und sie hatten sich am Tage nachdem der Geist besiegt worden war von Wulfgard verabschiedet. Gegenseitige Segensgrüsse begleiteten sie ausserhalb der mächtigen Tore Wulfgards ... Kanubio und Finn ritten in die Schlacht gegen Armeen von Untoten nach Berchgard, Talii und Wil, ihr Packpferd nehmend , setzten ihren Weg in Richtung der Herberge am Südstrand fort. Berchgard wäre heute Nacht keine gute Lösung gewesen.
Sie mieteten sich in der kleinen rustikalen Herberge am Strand ein und erwarteten die Nacht dicht beieinander, sich erzählend und konnten es kaum glauben endlich beisammen zu sein.
Sie sprachen von der bevorstehenden Hochzeit, dem Handfasting wie Wil es nun nannte... der Aufenthalt bei den Thyren hatte grossen Eindruck bei jedem von Ihnen hinterlassen. Und auch Talii betrachtete den Tod ihrer Eltern nun aus anderer Sicht , auch sie hatte nun Ahnen die sie beschützten und Rat spendeten. Alle war im Grossen und Ganzen prächtig. Bis auf eine Sache , etwas was sie klären musste. Aliyah . Die Waldläuferin , welcher sie ihr Leben verdankte und welche verschollen war. Talii war von ihr fortgelaufen, hatte sie im Schrecken über ihr eigenes Verhalten verlassen, war fortgerannt , immer weiter bis sie meinte dass Aliyah nun weit genug entfernt war, um ihr nicht mehr schaden zu können. Hatte der Geist doch tatsächlich gewollt, dass sie das Messer gegen sie erhob während jene schlief.
Talii erzählte Wil alle Einzelheiten und sie beschlossen gemeinsam, sich auf die Suche nach Aliyah, der Waldläuferin zu machen. Grausame Bilder von Eistrollen, Ali fressend drangen bis tief in ihre Träume... sodass sie nachts schweissgebadet erwachte, sich besinnend wo sie war und sich dicht an Wil schmiegend den Wellen lauschte und den Morgen erwartete um dann mit der Suche zu beginnen.

[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/vallotton_mondschein.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Talii Cratz am Montag 11. Oktober 2010, 17:40, insgesamt 2-mal geändert.
Aliyah Amadin

Beitrag von Aliyah Amadin »

Wo war Talii nur? Nachdem das Schiff am Hafen Lameriasts angelegt hatte, hatte sie sie aus den Augen verloren. Sie irrte tagelang durch die tiefen Wälder, verzweifelt suchend, erschöpft. Muss Talii finden war der einzige Gedanken den sie hatte. So nahm sie auch die drohende Gefahr nicht wahr, die zwischen den Bäumen lauerte....
Das Wesen war gut getarnt, regungslos stand es da, es sah aus wie ein normaler Baum, nur die blutroten Augen verrieten das es sich hier um etwas anderes handelte. Und Aliyah lief direkt auf es zu!
Mit einer blitzschnellen Bewegung wurde sie von dem riesigen Wesen gepackt und erstarrt vor Angst und Schreck starrte sie ihm in die blutroten Augen. Was...Was ist das? Was auch immer, jedenfalls offenbarte jenes Wesen ihr mit furchteinflössender donnernder Stimme das sie nun sein Abendessen sein würde. Panisch zappelte Aliyah in der riesigen Hand des Baumdämons rum, versuchte sich zu befreien, doch es war aussichtslos. Sie hatte den Kampf bereits verloren. Der Dämon schleppte sie in die Wälder und setzte sie auf eine hochgelegene Astgabel einer Donnereiche und umwickelte ihren Körper mit Lianen, sodass eine Flucht ausgeschlossen war. Trotzdem versuchte sie sich daraus irgendwie zu befreien, was ihr natürlich nicht gelang. Dafür zog sie damit den Zorn des Dämons auf sich, der in dem Moment bereits mit seiner riesigen Hand ausholte um ihr einen kräftigen Schlag zu verpassen.
Schmerz...stechender Schmerz zog durch ihren Schädel. Benommen blickte sie auf. Etwas warmes rann ihr die Stirn runter. Blut? Wieder überkam sie Panik, es würde sie fressen! Doch dann ging er und liess sie allein zurück. Für einen kurzen Moment verspürte sie soetwas wie Erleichterung...Warum ging er jetzt? Das Denken fiel ihr schwer, der Schlag hatte ihr übel zugesetzt. Doch dann wusste sie wieder, wieso. Er wollte Obst suchen, um sie damit zu stopfen. Schmeckt besser, meinte er. Was mach ich nur? Ich muss hier weg! Verzweifelt startete sie nochmals den hoffnungslosen Versuch sich von den Lianen zu befreien. Sie hatte keine Kraft mehr. Dann wurde alles schwarz um sie herum und sie verlor das Bewusstsein..................


Sie wusste nicht, wie lange sie weggetreten war.....wie viel Zeit vergangen war, seit der Dämon wieder verschwunden war. Minuten? Stunden? Oder gar Tage?
Nicht weit entfernt konnte sie das Wesen hören..Und Geräusche von anderem..sie konnte es nur nicht zuordnen.Voller Angst kauerte sie sich ganz klein auf dem Ast zusammen, schien schon fast apathisch zu sein, nur noch auf ihr Ende wartend.
Dann kam er näher...und setzte eine bewusstlose Marye zu ihr in den Baum, wohl hatte er vor sie auch noch zu verspeisen. Nur ein böser Traum...versuchte sie sich einzureden. Das durfte einfach nicht wirklich passieren! Sie blickte vom Baum runter, zum Dämon, als ihr die drei Frauen auffielen, die versuchten den Dämon von Schlimmeren abzuhalten. Wer war das nur? Sie starrte nach unten versuchte genauer zu erkennen. Feyja, ein ihr noch unbekannter Waldgeist und eine Frau die sie auch nicht kannte. Ihr Kopf schmerzte, einen Moment lang verschwamm alles vor ihren Augen. In dem Moment wurde sie wieder von einer riesigen Hand gepackt. In der anderen Hand hielt er einen Pfahl, an einem Ende angespitzt. Wohl hatte er vor sie damit aufzuspiessen. Aliyah kniff die Augen zu, als hoffe sie, dass das was sie nicht sieht, gar nicht da ist und gar nicht passieren würde. Dies war wohl der Moment wo sie das erste mal in ihrem Leben betete.
Dann ertönte das Heulen eines Wolfes...wieder und wieder. Der Dämon wurde nervös, liess Aliyah wieder los, die unsanft zu Boden fiel und gleich mit ihrer letzten Kraft schutzsuchend hinter einen Stein kroch.
Nahezu ängstlich lief der Dämon umher, versuchte den Wolf zu entdecken, der da heulte. Besonders intelligent schien er nicht zu sein, denn er bemerkte nicht, dass da kein Wolf heulte, sondern die anwesenden Menschenweibchen. Irgendwann überkam ihn die Angst völlig und er floh tief in die Wälder...Kurze Zeit später kam Marye auch wieder zu sich, man half ihr vom Baum runter und kam zu dem Entschluss, das sie besser schnell das Weite suchen sollten, bevor der Dämon zurückkehren würde. Also suchten die fünf erst
einmal Schutz im nahegelegenem Neu Sturmwipfel.
Müde..so müde. Aliyah hing erschöpft auf dem Baumstamm, kaum fähig zu sprechen. Zu tief sass der Schreck und die Angst vor dem was Geschehen ist. Aber durch die Tage und Nächte ohne Rast in denen sie Talii gesucht hatte und die Strapazen des vergangenen Tages konnte sie sich nicht länger auf den Beinen halten. Sie rollte sich ganz klein in ihren Umhang im Gras zusammen und fiel in einen unruhigen Schlaf.

--------------------------------

Dunkelheit. Nichts als Dunkelheit. Sie stolperte durch den Wald. Nichtmal das fahle Licht des Mondes drang durch die Bäume.
Plötzlich ist da nur noch ein Paar riesiger roter Augen. Das Gesicht, wie ein Baum, diabolisch grinsend, mit seinen borkigen Zähnen. Eine Hand, die aus Ästen zu sein schien, streckte sich nach ihr aus, versuchte nach ihr zu greifen. Sie schrie.....


Nach luft ringend schreckte sie aus dem Schlaf hoch und blickte sich panisch um. Nichts, nur die schützende Palisade des Lagers der Schwestern. Und die schwarze, nasse Nase eines dicken Bären vorm Gesicht, der neugierig an ihr schnupperte.
Zuletzt geändert von Aliyah Amadin am Montag 11. Oktober 2010, 23:26, insgesamt 2-mal geändert.
Talii Cratz

Beitrag von Talii Cratz »

Am nächsten Morgen , als sie das Schiff nach Fuachtero nehmen wollten, hiess es, eine Gruppe Waldläufer sei in Richtung Sturmwipfel gezogen. Der Beschreibung nach, schien Aliyah bei Ihnen gewesen zu sein. Aliyah war gerettet !
Nun sehnte sich Talii einzig und allein nach Ruhe und Frieden. Nach ihrem Wald, ihrem Mond , den Sternen .
Sie legte ihre Hand in die ihres Gefährten...
" Lass uns nach Hause gehen und ein neues Leben beginnen." Und sie verliessen die Insel.
Als sie sich gegen Abend dem Waldrand am Sumpf näherten, wurde ihre anfängliche Angst vor alten aufkommenden Erinnerungen abgelöst durch ein warmes Gefühl von Geborgenheit, Liebe und Hoffnung. Die Höhle lag da, als wäre sie nie verlassen worden, nur die erloschene Glut der Feuerstelle erinnerte daran. Rasch wurde eingeheizt und bald schon lagen sie beieinander, ihr neues Leben willkommen heissend.


[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/friendship_440_494.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Talii Cratz am Mittwoch 13. Oktober 2010, 21:38, insgesamt 8-mal geändert.
Antworten