Begegnung mit einer der Lindil...

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Andrey von Greifenbach

Begegnung mit einer der Lindil...

Beitrag von Andrey von Greifenbach »

Es war schon spät...

Er hatte einen schweren Tag hinter sich. Zuallererst der Dienst...Ausserregulärer Dienst bei einer Gerichtsverhandlung und Eskorte für den Emir.
Nun war es Nacht...Sein Dienst beendet, die alltäglichen Dinge erledigt und alle Pflichten getan.


Ein leiser, feiner Wind streicht durch die Gassen und trägt den unberührten, reinen Duft des Waldes zu ihm heran. Tief saugt er die Luft ein...Und lässt sie mit einem tiefen Seufzer wieder entweichen...

Als er durch die verwinkelten Gässchen Varunas schritt, mit dem Ziel, die Nacht für das zu nutzen, wofür sie normalerweise von ihm genutzt wurde, nämlich zum Schlafen, beschloss er spontan, einige Schritte durch den Wald ausserhalb der Stadtmauern zu beschreiten.
Die frische Luft würde ihm wohl guttun, und er bekam so vielleicht endlich die Möglichkeit, seinen bis dato beschrittenen Weg zu bedenken und etwas Klarheit in seinen Geist zu bekommen.
Er merkte es wohl nicht, aber er muss wohl länger dem Wege gefolgt sein, als ursprünglich beabsichtigt. Irgendwann, es war stockduster, und man konnt wohl die Hand nicht mehr vor Augen sehen, war es soweit. Er musste dem Weg zurück wohl vom Pfade abgekommen sein und fand sich nun mitten im tiefsten `Hohenfelsischen Wald wieder. Ein aussenstehender Betrachter würde nun wohl erkannt haben, das er grummelnd in seiner Tasche herumkramte, wohl um seine Fackel zu suchen, wobei dieses Grummeln deulich zu vernehmen war und wohl nur zu seiner persönlichen Ablenkung diente...

Eine Böe erfasst sein wallend Haar und lässt es auf den Wegen des Windes gleiten...Und eine Melodie ist zu vernehmen...So rein wie Eluives Geist wohl selbst und von betörender Klarheit...Wie der Flügelschlag eines Schmetterlings so sanft, zugleich jedoch so melodisch wie der laute Gesang des Singvogels...

Er erschrak aufs heftigste. Die Tasche viel zu Boden, und er er drehte sich mit einer aufgeschreckten Bewegung herum. Rief in die Dunkelheit: "Wer ist da???... Doch keine Antwort kam.
Jede Winböe trug eine neue...ja, was eigentlich? Er war so erschrocken, das er wohl erst im nachhinein das richtige Wort dafür fand: Es war eine Melodie, ja, wie ein Kitzeln auf der Haut und achöner als alles, was er vorher je vernommen hatte.
Unsicher blickte er sich um, einerseits betört, andererseits natürlich auch verängstigt, mitten in der Nacht alleine im Wald...


nur das Rascheln des Laubes am Boden zeugt von Bewegung...ein gebogener Ast hie, ein Geräusch wie als Stoff gleitet durch den Wind....
Dort! Ein Umriss?....Nein....nur ein Reh...


Etwas berührte ihn an der Schulter.

Er fuhr wie von der sprichwörtlichen Tarantel gestochen herum; die Hände als Schutz erhoben, und versuchte, in der Dunkelheit die Quelle dieser Berührung auszumachen. Seine Augen verengten sich, und erst als er ein helles, klar wie die Glocken der Kirche Temoras klingendes Kichern vernahm, konnte er einen Umriss vor sich ausmachen.

Er traute seinen Augen nicht.


Das Harr so grün...Glänzend im Schein des Mondes, erfüllt mit den Blättern der Eiche und den Farben des Waldes...
Das Antlitz, mit Zügen so eben und rein, die zierlichen Hände, die ihn berühren...So schön.....




Das nächste, woran er sich erinnerte, bestand nur noch aus Fetzen.Er fand sich direkt am Westtor Varunas wieder, hatte keine Ahnung wie er dort hingekommen war. In seinem Kopf schwirrten Gesprächsfetzen umher, scheinbar ohne Zusammenhang...ängstliche Edhil, aufschreckende Tiere...klares Lachen....


Er hatte einen Waldelfen gesehen, ja, sogar seine Stimme vernommen, mit ihm geredet, ihn berührt..
Das wusste er mit Sicherheit.

Doch wer würde ihm das glauben?
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