Rechts, links oder doch geradeaus? Gedanken eines Druiden...

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Lukan

Rechts, links oder doch geradeaus? Gedanken eines Druiden...

Beitrag von Lukan »

Wieder einmal saß der blonde Druide vor seinem Haus, die Füße in Richtung des kleinen Teiches gestreckt. Der Hain war leer, wie schon so oft und so lange. Kein Schüler bewohnte zur Zeit den Hain und auch kein Bruder war seid einigen Monden erschienen. Die Häuser, bis auf das seine, standen leer oder sahen gar verlassen aus. Seufzend sank sein Blick in den Teich. Das Wasser plätscherte, als eine Briese des für ihn so erfrischenden Windes über die Wasseroberfläche fuhr. Ein Frosch ließ sich mit einem ‚Plumps’ hineinfallen und die Tropfen des aufgespritzten Wassers brachen die sonst so spiegelglatte Fläche.
Es sollte anders laufen, ganz anders. Es sollte eine Gemeinschaft geben, treiben im ganzen Dorf. Lautes Lachen sollte erklingen, die Mutter geehrt werden, doch nichts von alle dem war um ihn herum. Es war still und für sein Belieben zu still.
Im Geiste ging er die Schüler durch, die er bisher in seinem Druidensein gesehen hatte. Denen er den Unterricht erteilen wollte, den auch er schon gehabt hatte.
Iryllion.. er war der erste Schüler, den er erlebt hatte. Balthasar hatte nur für einen Augenblick die Hände über ihn gelegt und auch nur für kurze Zeit ihm die Lehren näher gebracht. Doch er war verschwunden. Nie wieder hatte er den Weg zum Dorf zurück gefunden. Es war traurig, doch nur zu wahr. Ein bitterer Schmerz entfaltete sich in seinem Herz, als er an den jungen Mann dachte, den er vielleicht nie wieder sehen würde.
Irmion.. Serendo wollte ihn in den Lehren unterweisen und auch für ihn selbst war der junge Mann ein neues Erlebnis. Zum ersten Mal hatte der doch nun erwachsene Druide den ersten Schüler in einer Stunde unterwiesen. Für ihn, war es der erste Schritt in eine neue Richtung gewesen. Ein neuer Schritt in eine Welt als Lehrer? In eine Welt als Vertrauensperson. Doch schien auch diesem jungen Mann die Weisheit nicht genüge gewesen zu sein. Auch er befand sich nicht mehr unter ihnen. Sein Haus stand nun verlassen zu seiner Rechten.
Raeior.. sein Schüler... sein wissbegieriger junger Schüler. Auf seinen Zügen lag ein Lächeln, als ihm die Diskussion über die Existenz von Türen in den Sinn kam. Lange hatten sie an dem einen Abend zusammen gesessen. Sie hatten nur wenig zu tun gehabt, doch um so mehr hatten sie gesprochen und je mehr sie gesprochen hatten, umso bewusster wurde sich der Druide, dass er mit diesem jungen Mann nichts würde falsch machen können.
Lukan

Beitrag von Lukan »

Seine Gedanken schweiften ab, die Schüler vergaß er und kehrte zu dem letzten Ereignis zurück. Vor seinen Augen fielen die Feuerpfeile auf die Dächer von Varuna niedern. Sie brannten lichterloh und die Hitze, die sich in der Stadt ausbreitete war fast noch schlimmer als der Gestank des verseuchten Wassers. Sein Bruder war hinzugeeilt. Niemand wusste, wie er in die Stadt gekommen war. Niemand.. bis auf seinen Bruder. Es war eine Gefahr für Balthasar gewesen so in die Stadt zu fliegen. Zu fliegen in Gestalt eines Adlers. Doch Calor hatte Lukan um den Beistand der Brüder gebeten.
Doch die große Hilfe war ausgeblieben, denn auch Balthasar konnte das Feuer, sein Element, nicht beherrschen. Sie hatten es versucht. Hatten versucht die Elemente zum Schutz der Stadt zu rufen. Doch das Feuer wütete und wütete und es schien, dass auch mit der versagten Hilfe der Dank verwehrt blieb. Das Bemühen war nicht erkannt worden. Das Bemühen der Brüder sich in die Welt einzubringen, war nicht einmal gesehen worden.
Lange hatte er mit Rika zusammen im Paladinskloster gesessen, hatte den Organisationen und Lösungsvorschlägen gelauscht. Oft genug hatte er mit Calor und etlichen Kriegern am Osttor gestanden und versucht die Orks zurück zu schlagen, die Verletzten geheilt oder auch einfach nur wie der jungen Yael Trost und Mut gespendet.
Seine Hand ballte sich zu einer Faust. Er konnte es nicht verstehen. Es durfte nicht alles umsonst gewesen sein. Ärgerlich griff er den Gedanken auf, den er schon vor ein paar Tagen gehabt hatte. Den Gedanken, dass die Brüder sich auf dieser Welt noch keinen Platz gemacht hatten. All dies sickerte tiefer in sein Gedächtnis.
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