17. Ashtar im Jahre 253
Der erste Abend
Der Abend wurde für mich ruhiger als ich nahe des Bajarder Dorfes eine Feuerstelle fand, an der ich erstmals nach meiner Anreise rasten konnte. Es war wieder einmal ein anstrengender Tag für mich der diesmal ohne irgendwelche Missgeschicke an mir vorbei zog, obwohl ich fast schon behaupten konnte, es war einer meiner Glückstage.
Ich gesellte mich zu einem Mann der sich bereits vor mir auf einem der Baumstämme nieder ließ und eifrig an einem alkoholisierten Gesöff nuckelte. Wie ich solche Momente hasste – nein, eigentlich hasste ich nur diese gewissen Menschen. Menschen, die ihren Abend mit einer oder mehreren Flaschen Wein oder Bier ausklingen ließen.
Zu sehr erinnerte es mich an die Sauftragödien meines Vaters, an die Aggressionen die sich dadurch in ihm aufbauten, wenn er einmal wieder zu viel getrunken hatte und handgreiflich gegenüber meiner Mutter wurde. Ja, ich hätte ihm den Tod schenken sollen, als ich die Gelegenheit dazu hatte...
Eigentlich konnte ich mich nicht beschweren, der Mann war stets höflich und band mich in ein nettes Gespräch ein, ohne das seine lockere Zunge die Worte durcheinander schlug. Wenn ich Herrn Murthtor beschreiben müsste, war er wohl der erste nette Mann den ich kennen lernte. Ich schätzte ihn etwa in meinem Alter und von der Statur her ein wenig größer als ich, auch wenn ich ihn nicht sehen konnte – so viel Einschätzungsvermögung besaß ich alle male.
Ich verlor die Neugierde an Tayron, die ich ihm bei unserem kurzen Gespräch schenkte, als sich ein krächzender Rabe schräg hinter mir in der Baumkrone nieder ließ. Er beobachtete mich eine ganze Weile, schlug mit dem Flügeln, kratzte mit seinen Krallen über das Geäst und warf meine, für mich unerklärlich, Konzentration aus dem Ruder.
Die flüsternde Stimme drang angenehm durch meine Gedanken und löste in mir die Hoffnung aus, endlich der ersten wahren Begegnung entgegen treten zu können.
Natürlich ließ ich mir gegenüber Tayron nichts anmerken und bestätigte mit einem Nicken meine Aufmerksamkeit zu ihm, auch wenn es mir im Nachhinein fast leid tat, wie rasch ich mich von ihm verabschieden musste, stand ich doch sehr unter Aufregung was nun als nächstes geschah...
Die wahre Begegnung
Der Rabe stieß sich mit einem hörbaren Flügelschlag in die Lüfte als ich mich aufraffte um ihm zu folgen wie er es von mir wünschte. Ich konnte diesen Moment nicht wirklich wahrnehmen, denn es war so unbeschreiblich seltsam... so kinderleicht ihm zu folgen ohne einmal Gebrauch von meinem Stab nehmen zu müssen. Wie es schien war ich dem richtigen Pfad gefolgt, meine Gebete wurden erhört und meine Opfergabe angenommen – oder war es gar ein Traum in dem ich mich befand?
Sehr schnell schmälerten sich meine Zweifel, als sich der Rabe hörbar einer anderen Wandlung annahm - die eines Menschen, einer Gestalt, dienend im Namen des Richters. Er ergriff mich gedanklich, war einerseits höflich und dennoch in seiner Aussprache sehr monoton, irgendwie besänftigend ruhig. Er offenbarte sich mir gegenüber reif, um einiges Älter als ich, sehr gebildet und weckte in mir aufdringliche Neugierde. Sie zerfraß mich regelrecht und schlug meine Gedanken an die Grenzen... - ich hoffte schon bald mehr über Ihn erfahren zu können.
Vorerst galt mir eine Führung durch den dichten Wald. Es war mir sehr unangenehm, denn das viele Gestrüpp offenbarte sich als Hindernis, fand mich im ersten Durchgang nicht zurecht und verlor in manchen Situationen die Nähe zu meinem Vordermann.
Wir kamen schließlich an einem alten Haus an dass relativ abgelegen zwischen Wald und Gestein lag. Das Innenleben roch modrig und die feuchten Holzbretter bogen sich leicht unter dem Einfluss meines Gewichtes.
Er führte mich hinab in den Keller und überließ mich meiner Gedanken – ich war endlich dort angelangt, wo ich hin wollte.
Der Weg einer Blinden
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Lyseria Valthyr
Die Nacht war für mich wie ein schlimmer Albtraum.
Noch am selben Abend traf ich zwei weitere Anhänger in der Grabkammer an, die meinen Worten keinerlei Glauben schenkten. Nachdem ich als Spionin der Fehlgläubigen und als eine Obdachlose betitelt wurde, war ich bereit dem sinnlosen Geplaudere ein Ende zu setzen und mich an die Oberfläche zurück zu ziehen. Jedoch hielten sie mich auf und verbarrikadierten mich in einer dunklen Kammer in der ich die Nacht auf ein Stückchen Stoff verbringen musste. Mir kam dieses Handeln der Beiden recht gelegen, so oder so wusste ich nicht wohin mit mir.
Der kahle Boden fühlte sich wie kalter Stahl unter meinen Füßen an, immer wieder schreckte ich durch unerwartetes Zucken meiner Muskel auf. Es war schwer unter dem Einfluss der kalten Dunkelheit, welche den Raum ersichtlich verschluckte, einzuschlafen.
Ich war froh als die eiserne Tür aufging und das Lodern der Fackel den Innenraum aufhellte.
Noch am selben Abend traf ich zwei weitere Anhänger in der Grabkammer an, die meinen Worten keinerlei Glauben schenkten. Nachdem ich als Spionin der Fehlgläubigen und als eine Obdachlose betitelt wurde, war ich bereit dem sinnlosen Geplaudere ein Ende zu setzen und mich an die Oberfläche zurück zu ziehen. Jedoch hielten sie mich auf und verbarrikadierten mich in einer dunklen Kammer in der ich die Nacht auf ein Stückchen Stoff verbringen musste. Mir kam dieses Handeln der Beiden recht gelegen, so oder so wusste ich nicht wohin mit mir.
Der kahle Boden fühlte sich wie kalter Stahl unter meinen Füßen an, immer wieder schreckte ich durch unerwartetes Zucken meiner Muskel auf. Es war schwer unter dem Einfluss der kalten Dunkelheit, welche den Raum ersichtlich verschluckte, einzuschlafen.
Ich war froh als die eiserne Tür aufging und das Lodern der Fackel den Innenraum aufhellte.
Zuletzt geändert von Lyseria Valthyr am Dienstag 24. August 2010, 21:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Lyseria Valthyr
18. Ashtar im Jahr 253
Für alles seinen Preis – Weihe und die Wiedergeburt
Fremde Stimmen hallten durch den großen Raum, Schritte tappsten von einer Ecke in die nächste. Sie waren angekommen um mich sterben zu sehen, sie waren bereit ihren Platz um das blutige Pentagramm einzunehmen. Ich muss gestehen, es war beängstigend wie viel Blut ich unter meinen nackten Füßen spüren durfte, vor allem fühlte es sich so warm an, als hätte man es erst vor kurzem dort entrinnen lassen. Und wie zum Teufel: Warum konnte dieses Blut pulsieren? Die Frage jedoch erübrigte sich relativ schnell, als schwarze Flammen hinter dem Altar aufloderten. Sie kämpften sich Meter für Meter hinauf und spuckten aus ihren sich windenden Armen immer wieder kleine Flammentropfen, die kurz vor dem Aufprall am Boden erloschen.
Xerxes war es der sich mir an nahm, der seine Hände empor streckte und den Dämon des Unterreichs zu uns rief. Die blutroten, glimmenden Augen stachen bösartig und furchteinflößend zwischen den Flammen hervor und ich spürte wie sein Blick zielstrebig, wenn auch nur flüchtig, meinen Körper striff.
Nach diesem verblüffenden Auftritt galt meine Aufmerksamkeit zwei herbei gerufenen Wölfen, die aus den Flammen fast schon geisterhaft die Welt betraten – Untote, faulende Fetzen. Sie umgingen ihren Meister erhaben und gehorchten bei jedem noch so kleinen Laut der ihm entweichen konnte. Seine dürren Finger strichen über das glänzende Fell hinweg, ehe er sie auf mich hetzte. Ihrer Beute sich nähernd, knurrend und Zähne fletschend, umrangen sie den Kreis in dem ich mich befand. Relativ nah vor mir hielt einer der beiden inne, duckte sich auf seine Hinterpfoten als ihm der Befehl von Xerxes zuteil wurde, um mir, mit einem unerwarteten Satz an die Kehle zu springen.
Mein Körper fuhr vor Schreck zusammen, während sich meine Fingernägel aus Abwehr handelnd in sein Fell vergruben und ich unter dem Einfluss des schweren Gewichtes des Wolfs zu Boden fiel. Ich konnte mich weder unter ihm regen, noch vor Schmerzen aufschreien. Die spitzen Zähne verbissen sich immer tiefer in mein weiches Fleisch, je mehr ich mich versuchte dagegen zu wehren.
Mein eigen Blut spürte ich in windeseile über meinen ganzen Leib verteilt, die Gewandung sog es mit aller Gier in sich auf. Es bahnte sich über die Fliesen, in Risse und Fugen. Das Vieh ließ von mir ab, mein Kopf rückte abrupt in den Nacken und ich würgte einen Batzen Blut heraus. Ich war kurz davor zu ersticken, konnte nur noch um Gnade flehen, ehe ich das Bewusstsein verlor...
[img]http://img716.imageshack.us/img716/4088/songtext.jpg[/img]
Mein Oberkörper schrak plötzlich schreiend auf, als wäre es kurz vor meinem Tod ein letzter ringender Atemzug gewesen, welchen ich mir erhoffte noch rechtzeitig zu erkämpfen. Aber es war vorbei, es war vollbracht.
Die Stimmen der Anwesenden verstummten, die Hände sanken an die Körper und sie sahen selbst das ich die Wiedergeburt überstanden hatte – ich war nun eine von ihnen. Eine Dienerin des Rabengottes, voller Tatendrang und gierend nach mehr Wissen. Fortan hieß es sich als würdig zu erweisen.
Ich blieb noch eine Weile regungslos im Kreis des Pentagrammes liegen, meine rechte Hand tastete bereits sorgfältig den Hals entlang. Es war unglaublich meinen Hals wieder als ein Ganzes fühlen zu können. Die Wunden waren nur noch kleine Anzeichen von feinen Striemen die sich quer über meinen Hals zogen. Auch sie würden bald verheilen.
Ich erbarmte mich aufzustehen, etwas schwankend, aber die Erschöpfung wich sehr schnell aus meinen Knochen als mich die Diener Willkommen hießen.
Es war der Anfang eines neuen Lebens. Ein Leben, als Dienerin im Namen meines Herrn...
Für alles seinen Preis – Weihe und die Wiedergeburt
Fremde Stimmen hallten durch den großen Raum, Schritte tappsten von einer Ecke in die nächste. Sie waren angekommen um mich sterben zu sehen, sie waren bereit ihren Platz um das blutige Pentagramm einzunehmen. Ich muss gestehen, es war beängstigend wie viel Blut ich unter meinen nackten Füßen spüren durfte, vor allem fühlte es sich so warm an, als hätte man es erst vor kurzem dort entrinnen lassen. Und wie zum Teufel: Warum konnte dieses Blut pulsieren? Die Frage jedoch erübrigte sich relativ schnell, als schwarze Flammen hinter dem Altar aufloderten. Sie kämpften sich Meter für Meter hinauf und spuckten aus ihren sich windenden Armen immer wieder kleine Flammentropfen, die kurz vor dem Aufprall am Boden erloschen.
Xerxes war es der sich mir an nahm, der seine Hände empor streckte und den Dämon des Unterreichs zu uns rief. Die blutroten, glimmenden Augen stachen bösartig und furchteinflößend zwischen den Flammen hervor und ich spürte wie sein Blick zielstrebig, wenn auch nur flüchtig, meinen Körper striff.
Nach diesem verblüffenden Auftritt galt meine Aufmerksamkeit zwei herbei gerufenen Wölfen, die aus den Flammen fast schon geisterhaft die Welt betraten – Untote, faulende Fetzen. Sie umgingen ihren Meister erhaben und gehorchten bei jedem noch so kleinen Laut der ihm entweichen konnte. Seine dürren Finger strichen über das glänzende Fell hinweg, ehe er sie auf mich hetzte. Ihrer Beute sich nähernd, knurrend und Zähne fletschend, umrangen sie den Kreis in dem ich mich befand. Relativ nah vor mir hielt einer der beiden inne, duckte sich auf seine Hinterpfoten als ihm der Befehl von Xerxes zuteil wurde, um mir, mit einem unerwarteten Satz an die Kehle zu springen.
Mein Körper fuhr vor Schreck zusammen, während sich meine Fingernägel aus Abwehr handelnd in sein Fell vergruben und ich unter dem Einfluss des schweren Gewichtes des Wolfs zu Boden fiel. Ich konnte mich weder unter ihm regen, noch vor Schmerzen aufschreien. Die spitzen Zähne verbissen sich immer tiefer in mein weiches Fleisch, je mehr ich mich versuchte dagegen zu wehren.
Mein eigen Blut spürte ich in windeseile über meinen ganzen Leib verteilt, die Gewandung sog es mit aller Gier in sich auf. Es bahnte sich über die Fliesen, in Risse und Fugen. Das Vieh ließ von mir ab, mein Kopf rückte abrupt in den Nacken und ich würgte einen Batzen Blut heraus. Ich war kurz davor zu ersticken, konnte nur noch um Gnade flehen, ehe ich das Bewusstsein verlor...
[img]http://img716.imageshack.us/img716/4088/songtext.jpg[/img]
Mein Oberkörper schrak plötzlich schreiend auf, als wäre es kurz vor meinem Tod ein letzter ringender Atemzug gewesen, welchen ich mir erhoffte noch rechtzeitig zu erkämpfen. Aber es war vorbei, es war vollbracht.
Die Stimmen der Anwesenden verstummten, die Hände sanken an die Körper und sie sahen selbst das ich die Wiedergeburt überstanden hatte – ich war nun eine von ihnen. Eine Dienerin des Rabengottes, voller Tatendrang und gierend nach mehr Wissen. Fortan hieß es sich als würdig zu erweisen.
Ich blieb noch eine Weile regungslos im Kreis des Pentagrammes liegen, meine rechte Hand tastete bereits sorgfältig den Hals entlang. Es war unglaublich meinen Hals wieder als ein Ganzes fühlen zu können. Die Wunden waren nur noch kleine Anzeichen von feinen Striemen die sich quer über meinen Hals zogen. Auch sie würden bald verheilen.
Ich erbarmte mich aufzustehen, etwas schwankend, aber die Erschöpfung wich sehr schnell aus meinen Knochen als mich die Diener Willkommen hießen.
Es war der Anfang eines neuen Lebens. Ein Leben, als Dienerin im Namen meines Herrn...