Ein wenig Hoffnung in der Dunkelheit

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Niowe Adela Aireth

Ein wenig Hoffnung in der Dunkelheit

Beitrag von Niowe Adela Aireth »

Ein Abend, wie jeder, ruhig und angenehm, dachte Niowe noch als sie durch die Straßen nur mit Hose und Hemd bekleidet, eilte. Guter Zeitpunkt um sich ein wenig Freude zu gönnen und mit dem Degen ein wenig zu üben.

Der Gedanke beflügelte sie und machte sie glücklich. Beschwingt rannte sie um die Hausecke, ziemlich knapp wie immer, als ihr Blick die Gestalt eines Fremden aufnahm. Wie gewohnt, freundlich mit einem Temora mit Euch der Herr, sprang sie rasch die Treppen des Handelshauses hoch. Galt es dort ja noch einiges zu erledigen, bevor der Spaß beginnen konnte. Freundlich wechselte sie einige Worte mit den Händlern, um dann rasch, das Ziel vor Augen mit einem Sprung, so wie immer über die Treppe hinweg fegte. Als sie sicher auf den Beinen aufkam, sah sie ihn erneut. Unsicher und an die Wand gedrückt.

Mitfühlend näherte sie sich ihm langsam. Wenn jemand unsicher ist, dann gehe langsam auf ihm zu, damit die
Unsicherheit nicht noch weiter verstärkt wird, sich so an die Weisung ihres ältesten Bruders richtend, hielt sie sich daran.

Kann ich helfen?Ein wenig verwundert blickte sie ihn nun aufmerksam musternd an, der Mann ragte weit über sie hinaus und deutlich war diese Unsicherheit zu spüren, wie auch seinen Worten dann zu entnehmen.
Nein danke! Doch, bitte…
Habt Ihr Hunger?


Hatte er und wie.
Die frischen, saftigen Pfirsiche, die sie ihm dann brachte, wurden von ihm verschlungen. Zur Sicherheit hatte Niowe noch ein wenig mehr, damit es einige Tage ausreichen sollte, in einen Beutel aus Leder gepackt.
Danach beschlossen sie, seinem Wunsch gemäß, all die wichtigen Orte, die man als Neuankömmling einfach wissen sollte, gemeinsam zu besuchen.
Hier das Bankgebäude und dort der Hafen.
Auch die Bibliothek zeigte sie ihm.

Da könnt Ihr interessante Bücher und Schriftstücke entdecken, meinte sie dann leise als sie sich unbeschwert der Bibliothek näherten.
Aber ich kann nicht so gut lesen, erwiderte.
Viel zu schüchtern eigentlich für einen Mann, dachte sie noch.

Egal, dann übt es einfach. Viel lesen das hilft und hier ist der beste Ort dafür.

Dann plötzlich wie aus dem Nichts, spürte sie es. Die eisige Kälte, die nach ihrem Herz griff.
Entsetzt hielt sie inne und in jenem Augenblick als ihr Blick auf den seinen fiel, erkannte sie das gleiche Entsetzen und die Angst auf seinen Zügen.

Schnell, zur Kirche, haucht sie ihm zu dann liefen sie beide los wie auf ein Kommando los, sie vorne weg, er hinter ihr.

Sie ist nicht mehr weit, haucht sie voller Angst, die nun jede Faser ihres Körpers mit eisiger Kälte zu erfassen schien. Eine Kälte, die sie bereits kannte und sich dann erst später daran erinnerte.
Erleichtert dann aber noch immer voller Angst und Entsetzen stürmten sie in die Kirche.

Hilf uns Temora, hauchte sie. Schenke uns ein wenig Hoffnung in der Dunkelheit!
Rasch kniete sie vor dem Altar nieder und ihre vor Angst bebenden Lippen formten ein stilles Gebet.

Schnell, wir müssen uns nun rasch uns dieser Gefahr stellen!
Was für Worte! Sie hatte sie doch tatsächlich trotz der Angst ausgesprochen und Ilf dem zugestimmt.

Wir rüsten uns vor dem Tor, in der Stadt ist es nicht gestattet, sprach sie zu ihm, während sie im Laufschritt sich den Toren Andorans näherten.

Rasch vor den Toren legten sie ihre Rüstungen an und noch ehe sie sich in Ruhe ein Bild von der Gefahr machen konnten, war sie da.
Ein Heer von Untoten, inmitten unübersehbar der Anführer. Noch nie hatte sie so einen entsetzlicher Gesellen, bei dessen Anblick sie erschauerte, gesehen.
Weit ragte seine Gestalt über dem Heer der Untoten hinweg. Das entsetzlich lange Schwert blitze im Licht der Magie, die auf sie niederprasselte. Dahinter Rabendiener, das erkannte sie noch durch den Helmschlitz.
Dann ging es los. Unbarmherzig wurden sie umzingelt. Schreie, immer wieder diese Magie der Rabendiener, die den Willen zu schwächen suchten. Eisige Kälte und die ständige Angst.

Konzentrieren, nicht die Gedanken schweifen lassen!Von Ferne in dem Wüten drangen die gestrigen Worte Tanyas an ihr Ohr.
Niowe befolgte sie, schlug zu, drang weiter durch die Menge an Untoten, verlor Ilf aus den Augen.

Blut lief über ihr Schwert in der eigens dafür geschmiedeten Rille herab. Schmerzen fühlten sie noch als unzählige Pfeilspitzen auf sie niederprasselten.
So viele……..zu viele, dachte sie.
Aber wir müssen durchhalten………Adoran.
Insgeheim hoffte sie, dass Ilf noch lebte.
In ihrer Verzweiflung schrie es auch dann laut aus: Temora beschütze uns.
Nur kurz, viel zu kurz wich das Heer der Rabendiener zurück. Lichtete sich ein wenig.

Hoffnung!

Dann erneut die Rufe der Rabendiener. „Holt Euch die Seelen“. Die Schreie der Verletzten.
Dann kam die nächste Welle, immer mehr.
Umzingelten Niowe, schlugen auf sie ein, immer enger wurde der Kreis um ihre Gestalt.
Temora beschütze meine Seele, schrie sie noch einmal, als ihr Anführer sein Schwert hob und entsetzlich langsam dann sah sie es niederfahren, während die anderen versuchten
mit gezielten Hieben und Stichen sich einen Weg durch die Rüstung zu bahnen.
Nicht meine Seele, die bekommt ihr niemals! Temora steht mir bei! schrie sie während sie sich noch immer wehrte, um sich schlug. Sei sah das Schwert des einen,welches sich dann in ihre Brust bohrte. Die konnte nicht dem Kreis, der sie festhielt, entfliehen.

Nicht fallen, Niowe, ein Gedanke, der sie noch immer aufrecht hielt,
bis ringsum ihr Blick nunmehr alles verschwommen aufnahm, und sie vornüber langsam ins Gras kippte, noch immer das Schwert haltend.

Von Ferne noch drangen die Worte der Rabendiener an ihr Ohr.
Sammelt die Seelen. Er wird Euch fürstlich belohnen!
Nicht meine, die bekommt ihr nie, dann umschloss sie gnädig die Dunkelheit.
Als sie ihre Augen öffnete, sah sie die vielen Reiter, die Adoran und seiner Bevölkerung
zur Hilfe geeilt waren. Tiefe Dankbarkeit erfüllte sie und trotz der nun unerträglichen Schmerzen schleppte sie sich in die Stadt, um an den Gitterstäben des Tors erneut niederzubrechen. Überall Blut und es hört nicht auf.
Mit letzen Kräften und dem Willen
nicht noch einmal in diese Dunkelheit der Ohnmacht zu fallen, umklammerte sie mit der linken Hand die Stäbe und sank nieder. Die Schmerzen wurden schlimmer, die eisige Kälte. Nicht aufgeben, Niowe.
Um nichts auf der Welt wollte sie das Schwert loslassen, welches kraftlos die rechte weiterhin umklammerte. Den Kopf an dem Gitter aufgestützt, wollte sie schreien. Helft jene, denen man die Seelen genommen hat.
Aber kein Ton drang durch ihre Lippen. Die Kälte, die Schmerzen und das Brennen an ihrer Brust nahmen ihr den Atem. Dann kamen die Tränen der Verzweiflung, ob ihrer Unfähigkeit zu sprechen.
Rette ihre Seelen Temora, versuchten ihre Lippen immer wieder zu formen.
Wieso konnte sie keiner verstehen?
Immer wieder versuchte sie den Namen der Einen zu hauchen, um sich und jene, dahin geschlachtet worden waren, zu beschützen. Dann schwebte sie. Sie tragen mich weg.
Nicht weg! Ihr müsst den Toten helfen!
Verzweifelt versuchte sich zu sprechen. Doch die Schmerzen wurden unerträglich und sie biss sich die Lippen wund um nicht zu schreien, laut zu stöhnen bei jedem Schritt über diese Treppe wehrte sie sich vehement um nicht ohnmächtig zu werden.

Lili ist da! Sie wird helfen! Man sagt Lady von Drachenfels! Sie erinnerte sich an die Worte Ihrer Erlaucht! Das gebührt ihr! Aber denken darf ich doch Lili oder? Kurz atmete sie auf.

Glaube und vertraue!
Tarnya, sie wird verstehen……..helfen.
Leise konnte sie den Namen hauchen mit letzter Kraft.
Man hat es vernommen. Endlich!

Wo sie nun war und auf welchem Bett sie lag, blieb ihr ein Rätsel.
Die Schlacht! Mein Schwert! Wo ist es? Ruckartig richtete sie sich traumwandelnd auf.
Zitternd, ober der Kälte, die sie noch immer fühlend konnte, gleichzeitig glühte ihr Körper von dem Fieber.

Wie es ihr aus gelang aus dem Bett zu kommen, wie das Schwert welches man an die Wand gelehnt hatte zu ergreifen, wusste sie nicht.
Sie wusste nur eines….in dieser Dunkelheit musste sie weiter kämpfen.

Nicht aufgeben!
Tapsend glitten die nackten Füße über den kalten Boden hin zur Tür.
Bin ich tot?, überlegte sie kurz.

Da eine Palisade, nicht unähnlich jener, die sie bei ihrem Ausritt in ein fremdes Gebiet erblickt hatte. Mit einem Schrei, der wohl eher einem Seufzen geklungen haben muss, stürmte Niowe traumwandelnd durch die Tür. Was wohl eher einem Schleppen in der Wirklichkeit näher kam. Erstarrt blickt Lilis Gehilfen aus dem Schlaf gerissen zu der Gestalt mit dem Schwert in der Hand, welches mit einem schrecklich kratzenden Geräusch über den Boden
geschliffen wurde. Sah wie die kleine zierliche Person sich am Türrahmen festhielt, und durch sie mit einem Blick hindurch sah, bei dem ihr der Atem stockte.
Die freie Hand an die Brust gedrückt keuchend und nach Atem ringend stand sie wackelig und zitternd da.

Mit einem gellenden Schrei, der weit über Lilis Ohren hinweg durch Andoran gedrungen sein musste, stürmte sie dann sogleich auf die Kranke los und fing sie auf als sie zu Boden sinken wollte.
Mit offenen Augen starrte Niowe sie schweigend mit großen Augen an. Während aus ihrer kraftlosen Hand das Schwert zu Boden donnerte.

Wo…….versuchten ihren Lippen zu formen, während ihre Augen verschwommen die Gestalt im Licht der Kerzen erfassten, die so unwirklich aber so befreiend mitfühlend wirkten.

Dann fühlte sie Arme um ihren Körper, die sie hielten und stützen.
Lif Deymar

Beitrag von Lif Deymar »

Als Lif durch diese fremde Stadt schlenderte, war er überwältigt und zugleich eingeschüchtert von dessen Größe. Es schien die Hauptstadt jenes Landes zu sein, welches er als letzter von seinen Geschwistern erreichte.

Schon nach kurzer Zeit des Herumschlenderns fühlte er sich verirrt...

Kann ich helfen?

Verlegen blickte Lif zu der Frau, welche wohl seinen Mangel an Orientierung bemerkte. Er wollte den Kopf schütteln, als er sich besonn und die Hilfe dankend annahm. Sie zeigte ihm nicht nur die wichtigsten Orte der Stadt, sondern gab ihm, so hungrig wie er nach der langen Seefahrt war, auch noch ein Bündel von Pfirsichen. Er begann diese Stadt und seine freundlichen Einwohner zu mögen...

Oftmals kam er in arge Verlegenheit, als er zugeben musste von Büchern und den hiesigen Religionen nicht allzu viel zu wissen. Doch gerade als sie ihm die Bibliothek zeigen wollte, ergriff ein seltsame und nicht natürliche Kälte die Herzen der Gefährten. Unbeschreiblich war die Furcht, die sie in ein nahes Gotteshaus fliehen ließ, wo die Frau in einem stillen Gebet scheinbar neuen Mut fand. Denn kurz darauf entschlossen sie sich zum Tor der Stadt zu gehen, welches in der Richtung lag aus dem das Unheil zu kommen schien.

Wohl ein Fehler, denn es schien als wäre ein Alptraum lebendig geworden: Horden von Untoten, befehligt von eingehüllten dunklen Gestalten, stürmten auf die Stadt. Nur wage erinnerte er sich an Details, denn wie unter einem Schock rannte er mehr um sein Leben, als dass er mit seinen durftigen Schwertkünsten etwas gegen die Übermacht ausrichten konnte.

Es vergangen scheinbar unendliche Momente des Chaos, indem er seine Begleiterin aus den Augen verlor und bis endlich ein Ritterherr zur Rettung eilte. Als sich das Unheil zurückzog, fand er seine Begleiterin schwer blutend am Haupttor klammernd wieder. Sie hauchte und stammelte einige Satzfetzen, die für ihn keinen Sinn ergaben.

Helft jene, denen man die Seelen genommen hat.

Zum Glück eilte eine Heilerin herbei und man trug sie in eine Krankenherberge der Stadt. Scheinbar endlos saß er mit seiner Schwester Lia vor der Tür des Behandlungszimmers ehe die Heilerin ihm mitteilte, dass sie es vermutlich überstehen würde.

Lif würde am nächsten Tag wiederkommen und nach ihr sehen. Immerhin musste er sich noch bei ihr bedanken und wusste noch nicht einmal ihren Namen.
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