Schon der Morgen war ihm ein Graus. Erik war am Vorabend mit einem sehr sehr dumpfen Gefühl in die Felle verschwunden und hatte sich an Luciana gekuschelt. Aber der Morgen war wirklich noch viel schlimmer gewesen. Heute würde er die Frau seiner Träume heiraten!
Es war nicht die Frau oder gar die Hochzeit das eigentliche Problem - ihm war bewusst, dass sich dadurch vielleicht sein Leben ändern würde. Oder zumindest seine Einstellung zu vielen Dingen. Und auch die Reaktionen anderer auf das, was er tat. Es war einfach ein Wendepunkt in seinem Leben, dieser Tag, an dem er gerade aufgewacht war.
Das Handfasting war doch eine recht spontane Sache gewesen. Er hatte Luciana zwar schon vor über einem Monat den Antrag gemacht, und sie hatte ihn auch sofort angenommen, aber einen Termin hatten sie nie festgesetzt. Anfangs war alles noch so neu und frisch, dann gab es viel zu viel zu tun und zuletzt schob Erik es immer ein wenig hinaus, eben aus Angst vor dem Gefühl, dass er nun hatte. Dann, am Vortag, hatten sie mit Laila gemeinsam das Handfasting auf den 6ten Tag der Woche gelegt. Morgen schon? Eriks Magen wühlte und wütete und das unangenehme Stechen ward schlimmer.
Dann der Morgen. Erik wachte auf und wusste schlagartig, WAS das für ein Tag war. Und so fing sie an, seine Nervosität. Er rannte wie ein Bekloppter durch die Festung, mal hier hin, mal dort hin, suchte dort nach etwas, das er ganz wo anders hingelegt hatte, um es dann irgendwo hinzulegen, wo er es nie wieder suchen würde. Wenn ihn jemand ansprach, brauchte er einige Momente, bis er erstmal begriff, wer da vor ihm stand. Seine Hände konnte er eh nicht mehr gebrauchen, sie zitterten ohne Unterlass. Er konnte nur hoffen, dass es seiner Liebsten ähnlich gehen würde, er jedenfalls machte sich garantiert zum Gespött der ganzen Festung. Es war ihm egal. Daran konnte er momentan sowieso nicht denken.
Das Geschenk... eine Kette mit einem funkelnden Rubin, der recht dunkel war, beinahe, wie das Orange der Clansfarben. Alliestra hatte sie ihm mal gemacht und er hatte sie seitdem für diesen Tag sorgfältig in einer abgeschlossenen Schatzkiste aufbewahrt. Er durfte sie auf keinen Fall vergessen. Aber... was sollte er anziehen? Er hatte im Grunde nichts, was festlich aussah. Schickte sich auch nicht für einen Schreiner. Ein Schreiner braucht Kleidung, die robust ist und dreckig werden kann, keine Festtagssachen. Also kleidete er sich wie üblich in Kilt, Hemd, Hose, Stiefel. Alles natürlich in Clansfarben und alles schon ein wenig abgetragen.
Zum Glück nur lief ihm Freia über den Weg. Wenigstens eine Person, der klar war, dass das, was er da trug, alles war, aber garantiert nicht der richtige Aufzug für eine Heirat. Während Luciana irgendwo bei Falk oder Laila untergebracht war und dort zurecht gemacht wurde, schickte Freia Erik in sein eigenes Zimmer, um ihn dort neu einzukleiden. Falk ließ es sich natürlich auch nicht nehmen und gab Freia entsprechende Anweisungen, was alles herzurichten war:
Lederne Stiefel, hoch und kurz, eine lederne Hose zusammen mit passendem Wams, ein weißes Hemd, ein roter Umhang - und dann noch das Prunkstück, eine goldene Schwertscheide mit einem kostbar verzierten Prunkschwert, die Zierde des Mannes. Als Erik sich nach einigem Anprobieren und einigen Vorschlägen und Änderungen seiner beiden Modeberater im Spiegel betrachtete, war er geplättet.
"Das war doch mal ich?", meinte er nur, als er schließlich an sich runtersah. Er sah - gelinde gesagt - anders aus, wie ein gutaussehnder junger Mann, nicht wie ein Schreiner, der den Tag in der Werkstatt verbringt.
Und mit dem Getue um seine Kleidung und sein Aussehen war ihm auch ganz der Gedanke an jede Aufregung entgangen, er war wieder ruhig und gelassen wie üblich. War. Denn als Falk schließlich zufrieden war und ihn nach oben in Lailas Zimmer führte, wo er bis zur Zeremonie bleiben sollte, rutschte ihm das Herz sichtlich in die Hose. Sven Hinrah, sein Trauzeuge, leistete ihm Beistand, munterte ihn ein wenig auf - und war offenbar sogar noch aufgeregter als der Bräutigam selbst. Der wippte auf den Füßen hin und her, marschierte wie blöde im Zimmer auf und ab und murmelte ohne Unterlass seinen Spruch vor sich her, den Schwur, den er sich überlegt hatte.
Als Sven schließlich ging und Falk die einleitenden Worte sprach, überkam Erik allerdings eine sonderbare Ruhe. Ihm war mit einem Mal, als wäre das, was jetzt käme, richtig und unabänderlich. Es war, als füge er sich seinem Schicksal. Mit einem Mal hatte er nur noch das Bild seiner baldigen Gemahlin vor Augen und wurde ruhig, atmete langsam und zitterte nicht mehr. Die Hochzeit könnte beginnen.
Tag des Handfastings
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Luciana van Elyn
Ruhig schlief sie in der Nacht, vor diesem jenen Tag, doch der Morgen sollte auch kommen. Was nicht lange dauerte, die Nacht eilte schnell vorüber und sie wachte morgens auf, mit einem Blinzeln in den Augen, den Tag zuerst nicht wahrhaben wollend. Erik war schon aufgestanden, wohl erst ein paar Minuten vor ihr. Ruhig beobachtete sie ihn eine Weile, bis ihr dann bewusst wurde, was eigentlich für ein Tag ist.
Heute war es soweit. Sie würde den Mann heiraten, den sie über alles liebte. Plötzlich sackte ihr Magen zusammen, und sie wurde furchtbar aufgewühlt. Tausende Gedanken hämmerten durch ihren Kopf. „Was zieh ich an? Was mach ich mit meinen Haaren? Ich muss doch schliesslich toll aussehen! Wo ist Freia? Nein, ich brauch Falk!“ Schliesslich stand sie ruckartig aus dem Bett auf, streifte sich schnell die Stiefel und ein Kleid über und eilte aus dem Zimmer. Nervös und zittrig wie sie war, beim Gedanken daran, dass heute IHR nein UNSER Tag sein sollte. Erstmal brauchte sie wen, der ihr mit Rat zur Seite stand. Sie lief ganz Grimwould ab, bis schlussendlich vor Falk stand.
„Falk! Ich brauche dich mal … erstens wegen der Clansfarben und zweitens …“ meinte sie mit aufgeregter, zittriger Stimme. Falk war natürlich die Ruhe selbst, wie immer, und grinste sich wohl nur einen, meinte lediglich nur: „Hol Du mal alles, ich bin dann mal oben und bereite alles vor!“
Luciana suchte wie verrückt alles zusammen, und eilte dann sogleich nach oben. Sie nervte Falk wohl kläglich mit ihrem Aussehen, wahrscheinlich hielt er sie schon für verrückt. Aber schlussendlich fanden sie doch das passende. Luciana blieb den ganzen Tag oben in Caillis und Falks Zimmer, das Erik sie auch ja nicht zu Gesicht bekam. Ihre Finger zitterten und waren eiskalt den ganzen Tag, sie hätte nicht gedacht, dass sie so aufgeregt sein würde. War es doch so ein wundervoller Tag, der ihr Leben von Grundauf veränderte, es schöner machte. Wäre Freia nicht dagewesen, hätte sie das alles nicht geschafft, selbst hätte sie nicht geschafft noch ein paar Änderungen am Kleid vorzunehmen, ihre Frisur ordentlich hinzustecken und und, denn schliesslich wollte sie atemberaubend schön für Erik sein.
Aurora und Freia kümmerten sich wirklich lieb um sie, sie beruhigten sie wo es nur ging. Wobei das schon fast unmöglich war, als Luciana auch noch ihr Kleid zerriss, als sie es schlussendlich anziehen wollte. Sie fluchte wohl leise auf, aber so hatte Freia dem Kleid schon eine besondere Note verleihen können, indem sie den Riss mit feinen Silberfäden zurechtnähte und ein Muster damit eingebunden hat. Es hätte keine bessere Trauzeugin für Luciana geben können.
Nach langem Warten kam dann die Stunde der Wahrheit. Draussen wurde es still, und man konnte nur noch Falks Worte hören, zwar leise, aber man hörte genau wer sprach.
Langsam wurde sie ruhiger. Sie wusste genau –JETZT- war der Zeitpunkt da, innerlich sprach sie für sich nochmals den Eheschwur auf, um kein Wort zu vergessen, da ging auch schon die Tür auf und Freia holte sie aus dem Zimmer.
Da stand er. Erik, atemberaubend und irgendwie fremd, sie konnte den Blick nichtmehr von ihm lassen, so gut sah er in seinem Gewand, so ungewohnt für ihn, aus.
Heute war es soweit. Sie würde den Mann heiraten, den sie über alles liebte. Plötzlich sackte ihr Magen zusammen, und sie wurde furchtbar aufgewühlt. Tausende Gedanken hämmerten durch ihren Kopf. „Was zieh ich an? Was mach ich mit meinen Haaren? Ich muss doch schliesslich toll aussehen! Wo ist Freia? Nein, ich brauch Falk!“ Schliesslich stand sie ruckartig aus dem Bett auf, streifte sich schnell die Stiefel und ein Kleid über und eilte aus dem Zimmer. Nervös und zittrig wie sie war, beim Gedanken daran, dass heute IHR nein UNSER Tag sein sollte. Erstmal brauchte sie wen, der ihr mit Rat zur Seite stand. Sie lief ganz Grimwould ab, bis schlussendlich vor Falk stand.
„Falk! Ich brauche dich mal … erstens wegen der Clansfarben und zweitens …“ meinte sie mit aufgeregter, zittriger Stimme. Falk war natürlich die Ruhe selbst, wie immer, und grinste sich wohl nur einen, meinte lediglich nur: „Hol Du mal alles, ich bin dann mal oben und bereite alles vor!“
Luciana suchte wie verrückt alles zusammen, und eilte dann sogleich nach oben. Sie nervte Falk wohl kläglich mit ihrem Aussehen, wahrscheinlich hielt er sie schon für verrückt. Aber schlussendlich fanden sie doch das passende. Luciana blieb den ganzen Tag oben in Caillis und Falks Zimmer, das Erik sie auch ja nicht zu Gesicht bekam. Ihre Finger zitterten und waren eiskalt den ganzen Tag, sie hätte nicht gedacht, dass sie so aufgeregt sein würde. War es doch so ein wundervoller Tag, der ihr Leben von Grundauf veränderte, es schöner machte. Wäre Freia nicht dagewesen, hätte sie das alles nicht geschafft, selbst hätte sie nicht geschafft noch ein paar Änderungen am Kleid vorzunehmen, ihre Frisur ordentlich hinzustecken und und, denn schliesslich wollte sie atemberaubend schön für Erik sein.
Aurora und Freia kümmerten sich wirklich lieb um sie, sie beruhigten sie wo es nur ging. Wobei das schon fast unmöglich war, als Luciana auch noch ihr Kleid zerriss, als sie es schlussendlich anziehen wollte. Sie fluchte wohl leise auf, aber so hatte Freia dem Kleid schon eine besondere Note verleihen können, indem sie den Riss mit feinen Silberfäden zurechtnähte und ein Muster damit eingebunden hat. Es hätte keine bessere Trauzeugin für Luciana geben können.
Nach langem Warten kam dann die Stunde der Wahrheit. Draussen wurde es still, und man konnte nur noch Falks Worte hören, zwar leise, aber man hörte genau wer sprach.
Langsam wurde sie ruhiger. Sie wusste genau –JETZT- war der Zeitpunkt da, innerlich sprach sie für sich nochmals den Eheschwur auf, um kein Wort zu vergessen, da ging auch schon die Tür auf und Freia holte sie aus dem Zimmer.
Da stand er. Erik, atemberaubend und irgendwie fremd, sie konnte den Blick nichtmehr von ihm lassen, so gut sah er in seinem Gewand, so ungewohnt für ihn, aus.
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Erik Forstnam
Sven hatte ihn aus Lailas Zimmer geführt, ihn am Arm getragen. Alle waren sie draußen gesessen, in zwei Reihen am Rand des Zimmers: Freia, Alliestra, Thancred, Aurora, Aisling, Sven würde sich dort hinsetzen... in der Mitte ein Kreis aus erleuchteten Kerzen, Rosenblätter waren umher gestreut. Und auf der anderen Seite des Kreises, in zwei Thronen, saßen Caillean und Falk.
Erik war bemüht um Würde und Erhabenheit, als er in das Zimmer trat. Es würde ihm vielleicht nicht stehen, und keiner kannte ihn so, aber für ihn war das wichtig. Würdig zu sein. Ruhig und gelassen zu sein. Luciana ein ehrenhafter Mann zu sein. So schritt er in den Kreis. Kaum hatte er auch nur einen Fuß in den lichternen Ring gesetzt, ließ Sven ihn los. Ein kurzes Wort des Dankes an seinen Freund, ehe er schließlich dastand. Alle sene Freunde waren da. Seine Familie. Erinna fehlte. Wo war sie nur? Nein, keine Zeit zum Denken... wo ist Luciana?
Dann deutete Falk auf Freia, Lucianas Trauzeugin, die sich in Bewegung setzte, um Luci aus Falks Zimmer zu holen. Erik nahm sich fest vor, sich erst umzudrehen, wenn sie neben ihm stand - und war im gleichen Augenblick der erste, der sich umdrehte. DOch als sie aus der Tür schritt, klappte ihm offensichtlich der Mund auf. Sie war bezaubernd, einfach wunderschön. Mit einem Mal breitete sich in ihm ein Gefühl aus, dass alles richtig war. Er nahm kaum etwas anderes mehr war als den Anblick seiner schönen Frau und den Klang ihrer Stimme. Selbst Laila, die eine wunderbare Handfastingzeremonie bereitete, nahm er nicht richtig zur Kenntnis. Am liebsten hätte er das ganze Zeremoniell übersprungen, wäre einfach auf sie zugegangen und hätte sie geküsst. Aber der Brauch wollte es anders.
So reichten beide Laila ihre Hand und traten so vor ihr in den Kreis der Ahnen und der Geister. Laila bat sie, ihre Hände zu nehmen - Eriks Linke und Lucis Rechte. Dann legte sie ein Band aus vier Farben über ihre verbundenen Hände, vier Farben, die die Elemente der Welt darstellten: Feuer, Wasser, Erde und Luft. Gemeinsam nun verknoteten Luciana und Erik dieses Band, das nicht nur ihre Hände, sondern auch ihre Leben verknüpfen sollte.
Erik war bemüht um Würde und Erhabenheit, als er in das Zimmer trat. Es würde ihm vielleicht nicht stehen, und keiner kannte ihn so, aber für ihn war das wichtig. Würdig zu sein. Ruhig und gelassen zu sein. Luciana ein ehrenhafter Mann zu sein. So schritt er in den Kreis. Kaum hatte er auch nur einen Fuß in den lichternen Ring gesetzt, ließ Sven ihn los. Ein kurzes Wort des Dankes an seinen Freund, ehe er schließlich dastand. Alle sene Freunde waren da. Seine Familie. Erinna fehlte. Wo war sie nur? Nein, keine Zeit zum Denken... wo ist Luciana?
Dann deutete Falk auf Freia, Lucianas Trauzeugin, die sich in Bewegung setzte, um Luci aus Falks Zimmer zu holen. Erik nahm sich fest vor, sich erst umzudrehen, wenn sie neben ihm stand - und war im gleichen Augenblick der erste, der sich umdrehte. DOch als sie aus der Tür schritt, klappte ihm offensichtlich der Mund auf. Sie war bezaubernd, einfach wunderschön. Mit einem Mal breitete sich in ihm ein Gefühl aus, dass alles richtig war. Er nahm kaum etwas anderes mehr war als den Anblick seiner schönen Frau und den Klang ihrer Stimme. Selbst Laila, die eine wunderbare Handfastingzeremonie bereitete, nahm er nicht richtig zur Kenntnis. Am liebsten hätte er das ganze Zeremoniell übersprungen, wäre einfach auf sie zugegangen und hätte sie geküsst. Aber der Brauch wollte es anders.
So reichten beide Laila ihre Hand und traten so vor ihr in den Kreis der Ahnen und der Geister. Laila bat sie, ihre Hände zu nehmen - Eriks Linke und Lucis Rechte. Dann legte sie ein Band aus vier Farben über ihre verbundenen Hände, vier Farben, die die Elemente der Welt darstellten: Feuer, Wasser, Erde und Luft. Gemeinsam nun verknoteten Luciana und Erik dieses Band, das nicht nur ihre Hände, sondern auch ihre Leben verknüpfen sollte.