Chronik von Marbur Mylin

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Marbur Mylin

Chronik von Marbur Mylin

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Marbur Mylin geboren am 19. Schwalbenkunft im Jahre 230 nach dem Sieg der Lichtbringerin über Alatar. Sohn von Ascar und Selina Mylin, Bruder der Lelith Mylin. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf, wohl behütet von seinen Eltern, führte er eine ruhige Kindheit, bis zu jenem schicksalhaften Tag, an dem sich sein ganzes Leben ändern sollte.
Marbur Mylin

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12. Lenzing 235

Die Sonne ging auf und all die Vögel die in den Wäldern herumschwirrten begrüssten einen neuen Frühlingstag mit ihrem Gezwitscher. Voller Aufregung stand Marbur bei den ersten Strahlen der Sonne auf und zog sich rasch an. Es war ein besonderer Tag, denn heute würden sie wieder in die grosse Stadt fahren, um die Schneiderwaren ihrer Mutter auf dem Markt feil zu bieten. Marbur freute sich immer wieder auf diese Reise in die Stadt. Es gab viel zu bewundern dort und auf dem Markt wimmelte es von süssen Leckereien und wenn er brav war, kaufte ihm sein Vater gerne einmal etwas Süsses. Mit voll beladenem Wagen machten sie sich dann auch schon bald auf den Weg. Immerhin dauerte die Reise in die Stadt einige Zeit und sie sollten auch nicht zu spät ankommen, sonst würden sie keinen Platz mehr auf dem Marktplatz finden. Sie kamen sehr gut voran, sicherlich auch dank dem guten Wetter. Marbur erhielt von seinen Eltern die Aufgabe, auf seine kleine Schwester acht zu geben. Eine Aufgabe die er sehr gerne übernahm, denn er liebte seine Schwester sehr. Sie tollten herum, kitzelten einander und hatten Spass auf der Reise, so dass sie für die beiden kleinen in kürzester Zeit vorbei war. In der Stadt angekommen fanden sie rasch einen freien Platz und bauten dort ihren Marktstand auf. Verschiedenfarbige Stoffe schmückten den Stand und hoben ihn so aus der Menge heraus. Es war ein sehr erfolgreicher Tag, denn als sich der Nachmittag hinzog und es schon Zeit war wieder zurück zu kehren, hatten sie die meisten Waren verkauft. Es herrschte eine fröhliche und zufriedene Stimmung auf dem Heimweg. Marbur und Lelith liefen neben dem Wagen her und rannten manchmal auch schon ein Stück weit voraus oder hielten inne, als sie Tiere sahen in den Wäldern, die sie durchquerten. Sie durchquerten den letzten Wald, ehe sie bei ihrem Dorf ankommen würden. Immer wieder war Marbur überrascht wie viel Energie Lelith doch hatte. Immer noch tollte und rannte sie durch die Gegend, wo er doch bereits die aufkommende Müdigkeit in sich fühlte. Dennoch vergass er nicht, die Aufgabe die ihm seine Eltern auferlegt hatten. Lelith kicherte einige male auf und rannte dann den Weg entlang. Über ihre Schulter zurück rief sie noch zu ihm: „Fang mich doch Marbur.“ Er liess sich dies nicht zweimal sagen und rannte ihr lachend hinterher. Sie kreischte amüsiert auf, als er ihr näher kam und bewusst, rannte er ein wenig langsamer, um ihr das Gefühl zu geben, sie könnte ihm entkommen. Rasch bog Lelith nach rechts ab und rannte vom Weg in den Wald hinein. Marbur hörte noch wie sein Vater ihnen nachrief, doch was genau er sagte, konnte er nicht hören. Er beschleunigte seine Schritte um Lelith weiter aufzuholen, doch wurde er immer wieder von herumliegenden Ästen behindert und wieder verlangsamt. Er hörte immer wieder das kichern Leliths als sie einen Blick nach hinten warf um zu sehen wie nah er ihr war. Wieder hörte er die Rufe von seinem Vater und seiner Mutter. Auch wenn er sie nicht verstand, konnte er doch den Tonfall deuten. Er rannte nur noch schneller und rief nun ebenfalls zu Lelith hin, dass sie stehen bleiben soll. Doch entweder sie verstand ihn nicht, oder dachte immer noch, dass sie Fangen spielen würden. Er streckte den Arm aus um sie zu ergreifen. Sie war nur noch eine Handbreit von seiner ausgestreckten Hand entfernt, als sich plötzlich hinter dem nächsten Busch die Schlucht unter ihnen öffnete. Mit letzter aufbietender Kraft sprang er nach vorne und ergriff Lelith und zog sie fest an sich. Doch war es schon zu spät. Der Boden unter ihm verlor sich. Lelith schützend an sich haltend stürzten sie die Schlucht herunter. Fest schloss er die Augen und wartete auf den Aufprall. Er wurde schwer an Kopf und Schulter getroffen und bemerkte noch, wie Lelith ihm aus den Armen gerissen wurde, ehe sich ein schwarzer Schleier um ihn legte und er das Bewusstsein verlor.
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16. Lenzing 235

Sein ganzer Körper schien zu schmerzen, als er das Bewusstsein wieder erlangte. Schweiss perlte auf seiner Stirn. Er öffnete die Augen einen spaltbreit und sah nur das Leinentuch über ihm. Es rumpelte und wackelte alles. Als er die Geräusche zuzuordnen begann, merkte er, dass er sich wohl auf einem Wagen befand. Ein unangenehmer Geruch von Schweiss und Urin lag in der Luft. Er hörte eine tiefe Männerstimme und kurz darauf, erschien ein bärtiges, grob wirkendes Gesicht eines Mannes. Kalt und unfreundlich war sein Blick. Er tröpfelte Marbur etwas in den Mund, das er sogleich herunterschlucken musste, damit er wieder atmen konnte. Er hustete auf, als die Flüssigkeit unangenehm zu brennen begann in seinem Hals. Doch kurz darauf breitete sich eine angenehme Wärme in seinem Körper aus. Schwarze Punkte schwirrten vor seinen Augen umher und schon bald, hatte ihn die Dunkelheit wieder fest in ihrem Griff.
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26. Lenzing 235

Immer wieder wachte er aus seinem Fieberschlaf auf. Es war immer dasselbe Gesicht, das sich ihm zeigte als er die Augen öffnete. Er bemerkte auch sehr bald schon, dass er nicht alleine auf diesem Wagen war. Auch wenn er die Menschen nur schemenhaft erkannte, so sah er doch, dass sich Männer und Frauen im selben Wagen befanden wie er. Sie hatte die Blicke meist gesenkt und er hörte nie wie jemand sprach, ausser dem bärtigen, unfreundlich wirkenden Mann. War da nicht das Rascheln von Ketten zu hören als sich die Leute bewegten? Warum fehlten jedes Mal, wenn er aufwachte immer mehr Leute? Er konnte sich die Fragen nie selber beantworten, er versank immer davor wieder in der Dunkelheit.
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5. Wechselwind 235

Das Fieber war verschwunden und kein Schweiss perlte mehr auf seiner Stirn. Es war das erste mal, dass er mit klaren Gedanken aufwachte und die Umgebung auch so wahrnahm. Er befand sich immer noch in diesem Wagen. Das Holpern verriet ihm, dass sie immer noch unterwegs waren. Er stemmte sich langsam in eine Sitzende Position hoch, auch wenn dies seine gesamte Kraft in Anspruch nahm. Als er sich in dem kleinen Wagen umblickte, wurde ihm bewusst, dass er völlig alleine war. Hatte er sich all die anderen Leute nur eingebildet? Und warum war er auf dem Wagen? Er erinnerte sich noch daran, wie er nach Lelith griff und in die Schlucht hinunter stürzte. Doch was war alles danach geschehen? Der Wagen schien sich zu verlangsamen, und haltete dann vollkommen an. Er hörte die Schritte von Leuten und auch vernahm er Stimmen von einigen Männern.
„Sire, ich habe heute etwas ganz besonderes für Euch.“ Er erkannte die Stimme des bärtigen Mannes sofort.
„So? Hoffentlich etwas besseres, als deine letzte Lieferung… die hielten ja nichts aus.“ Die Arroganz und Hochnäsigkeit in der Stimme war nicht zu überhören. Jemand näherte sich dem Wagen und schlug die Leinenplane zur Seite, so dass ihm die Sonne blendend ins Gesicht viel. Er blinzelte einige male um sich an die Helligkeit zu gewöhnen.
„Bursche komm raus!“ Unwirsch sprach der bärtige Mann zu ihm und mit einer befehlenden Geste deutete er auf den Boden neben sich. Langsam, noch geschwächt erhob sich Marbur auf die Knie und kroch in die Richtung des Mannes. Dieser schnaubte wütend auf, packte ihn am Kragen und zerrte ihn aus dem Wagen heraus. Unsanft setzte er ihn auf dem Boden ab, worauf Marbur der länge nach umfiel und sich wieder aufstemmen musste. Der Arrogante Mann lachte kurz auf.
„Was soll ich denn mit diesem Burschen? Der ist ja völlig entkräftet und schwach!“ Meinte der Herr mit der arroganten Stimme.
„Wir haben den Burschen am Fusse einer Schlucht gefunden. Er muss dort irgendwie heruntergefallen sein. Es ist ein Wunder, dass er überhaupt überlebt hat. Er ist zäh und wie ihr seht ist er lediglich ein wenig geschwächt. Wenn er erst wieder einmal bei Kräften ist, wird er Euch bestimmt nützlich sein.“ Marbur gelangte wieder auf die Beine und schaute sich kurz um. Einige in Kettenhemden gekleidete Männer standen in der Gegend herum. Sie trugen Kurzschwerter an ihren Gürteln. Er bemerkte den Blick, des Arroganten Herren. Ein eiskalter Blick traf ihn.
„Ich… möchte nach Hause… zu meinen Eltern… und meiner Schwester.“ Seine Stimme zitterte ein wenig und heisse Tränen liefen seine Wangen herunter. Beide Männer lachten laut auf. Mit der flachen Hand schlug ihm der arrogante Herr ins Gesicht, so dass er wieder zu Boden ging.
„Du wirst nirgendwohin gehen Bursche! Du gehörst jetzt mir… Mir alleine. Und du wirst tun was ich dir sage. Helgar, ich kaufe ihn. Mir fehlt sowieso noch eine Arbeitskraft. Komm doch rein, dann besprechen wir das Geschäftliche bei einem guten Glas Wein.“ Er legte den Arm um den bärtigen Mann und schlurfte mit ihm davon. Einer der gerüsteten Männer trat auf ihn zu und packte ihn am Kragen. Er zog ihn ganz einfach mit sich mit und trat durch das grosse Tor. Ein riesiges Anwesen befand sich hinter den steinernen Mauern. Sie gingen auf einen Nebeneingang zu und traten in das Haus ein. Der Mann zerrte ihn durch einen Gang und warf ihn dann in einen Raum, der sich als Küche herausstellte hinein. „Marianne. Gib dem Burschen etwas zu essen und dann soll er sich nützlich machen!“ Gab er unwirsch von sich und knallte die Türe hinter sich zu. Rasch trat jemand zu ihm heran und hob ihn von dem Boden hoch auf die Beine.
„Armer Junge…“ Es war die gutmütige Stimme einer jungen Frau. Als sich der Tränenschleier vor seinen Augen lichtete, sah er ein Gesicht, das vollkommen zu der Stimme passte. Die Junge Frau lächelte ihm sanft und wehmütig zugleich zu. Zärtlich streichelte sie seine Wange.
„Ich bin Marianne. Ich arbeite hier in der Küche und kümmere mich um das Essen. Wie heisst du?“
„Marbur… wo… wo sind wir… und warum bin ich hier…?“ Sie schien die Angst in seiner Stimme zu hören und schloss ihn fest in ihre Arme. Sie strahlte eine angenehme Wärme aus. Es tat gut, die Nähe dieser Frau spüren zu können.
„Wir sind auf dem Anwesen des Sire von Steiner. Wir arbeiten hier… gezwungenermassen. Junge, bitte versprich mir, dass du auf die Worte des Sires hören wirst. Er ist alles andere als gutherzig, und ich möchte nicht, dass er dir etwas Schlimmes antut.“
„Ich… möchte doch nur nach Hause…“
„Das geht nicht Junge… du musst hier bleiben. So lange der Sire lebt, wird er uns nicht gehen lassen. Aber verzweifle nicht Junge… ich bin da und werde mich um dich kümmern. Du musst jetzt stark sein.“ Erneut flossen Tränen seine Wangen herunter. In was für eine Situation war er da nur geraten. War es wirklich sein Schicksal bis ans Ende seiner Tage als Sklave zu dienen?
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14. Goldblatt 236

Bereits über ein Jahr arbeitete er für den Sire, der seine gekauften Arbeiter schlecht und mit eiserner Hand führte. Es war keine Seltenheit, wenn einer der Sklaven vor Erschöpfung oder Unterernährung starb. Auch der Sire war nicht sonderlich beeindruckt. Sklaven kamen und gingen. Nur wenige hielten diese harten Bedingungen aus. Marbur war froh, dass er Marianne an seiner Seite hatte. Sie wusste immer tröstende Worte, wenn es ihm nicht gut ging, oder wenn er wieder einmal geschlagen wurde von den Schlägern des Sires. Immer wieder dachte er an seine kleine Schwester, an seine Eltern. Wie es ihnen wohl ging… ob seine Schwester am Leben war? Er konnte nicht sagen warum, doch er wusste einfach ganz tief in ihm, dass seine Schwester noch lebte und dass es ihr gut ging. Dieser Gedanke gab ihm Kraft. Kraft all diese Qualen durchzustehen und die Hoffnung auf ein besseres Leben nicht aufzugeben. Er hatte seinen Entschluss gefasst und der Tag würde sich gut eignen für einen Fluchtversuch. Er erzählte niemandem, nicht einmal Marianne davon. Er wollte fliehen von diesem Ort und er würde zurückkehren um all diese armen Sklaven zu retten. Bestimmt würden die Herrscher über dieses Gebiet so ein Verhalten nicht dulden. Er wartete die Nacht ab. Darauf, dass alle schliefen und die Wachen bereits so müde waren, dass sie ihm keine Aufmerksamkeit mehr schenken würden. Er hatte diese Nacht sorgfältig ausgewählt. Es war bereits nach Mitternacht, als er sein schäbiges Zimmer verliess und durch das Anwesen schlich. Mittlerweile kannte er sich sehr gut aus in dem Anwesen und wusste auch wo die Wachen waren und wo nicht. Ohne entdeckt zu werden, schlich er aus dem Haus heraus und schloss die Türe leise hinter sich. Es war eine Neumondnacht und auch die Sterne leuchteten nicht so hell. Er näherte sich der Mauer, die das ganze Anwesen umgab und kletterte mit heftig klopfendem Herz hinauf. Gerade als er auf der Mauerkrone angekommen war und das eine Bein auf die andere Seite schwang hörte er eine laute wütende Stimme hinter sich.
„Bursche! Komm da runter!“ Er erstarrte voller Schreck und sah einen der Prügelknaben auf sich zu rennen. Rasch sprang er auf der anderen Seite der Mauer herunter und rannte so schnell los, wie ihn seine Beine auch nur tragen konnten. Stimmen wurden laut und das klirren und klimpern verschiedenster Rüstungen war zu hören. Türen wurden geöffnet und zugeknallt. Er hörte noch das Knarren des metallenen Tores, als es geöffnet wurde. Das Trampeln der Pferdehufe wurde immer lauter als sie ihm folgten. Schon nach kurzer Zeit, hatten sie ihn eingeholt und schlugen ihn mit der flachen Seite des Schwertes nieder. Er wollte sich gerade wieder aufrichten, als er mit einem Tritt wieder zu Boden befördert wurde. Er rollte sich zusammen und hob die Arme schützend vor sein Gesicht, als die Männer von den Pferden herabstiegen und auf ihn einzuschlagen begannen. Er war dankbar dafür, dass der Schleier der Dunkelheit sich um ihn legte und der Schmerz erstarb.
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15. Goldblatt 236

Unsanft wurde er mit einem Kübel kalten Wassers geweckt. Zitternd setzte er sich auf und floh in eine Ecke des Kerkers. Jetzt kreischte sein Körper schmerzerfüllt wieder auf. Zitternd kauerte er in der Ecke und schaute auf. Sire von Steiner stand vor ihm, die Hände zu Fäusten geballt und in die Hüften gestemmt. Wütend schnaubte dieser auf und sprach dann mit gehässiger Stimme.
„Närrischer Bursche. Hast du geglaubt du könntest einfach so von hier verschwinden? Du wirst hierbleiben so lange ich Lebe. Das schwöre ich dir! Und wenn du noch einmal versuchen solltest von hier abzuhauen, wirst du was erleben!“ Er trat in der kleinen Zelle hin und her, den Blick immerzu auf Marbur gerichtet. Dann hielt er jedoch inne und schenkte ihm ein höhnisches Lächeln.
„Ich werde dafür sorgen, dass es keinen Grund mehr für dich gibt… hier wegzurennen. Wie heisst du überhaupt Junge? Du willst doch bestimmt zu deiner Familie zurück oder?“ Marbur zuckte ein wenig zusammen. Wollte der Herr ihn gehen lassen… oder trieb er nur seinen Spass mit ihm?
„Ja… ich möchte nach Hause… zu meiner Familie.“ Der Sire lachte auf. Wenn du deine Familie sehen willst, dann sag mir deinen Namen und wo sie wohnen. Ich werde sie dann für dich holen. Vielleicht halten sie es ja ein wenig länger aus hier, als all die anderen Schwächlinge!“
„Nein…. Nein… lass sie!“ Marbur schüttelte rasch den Kopf. Er legte die Arme vor seine Brust, in der Hoffnung, dass der Mann nicht sehen würde, dass er eine Kette trug, die er einst von seinen Eltern bekommen hatte. Es war die einzige Erinnerung die er an seine Familie hatte. Und zugleich auch ein sehr gefährlicher Gegenstand. War doch sein Name darin eingraviert.
„Also… wie heisst du? Wo finde ich deine Familie?“ Der Mann trat näher und sah ihn drohend an. Doch Marbur schüttelte heftig den Kopf. Wutentbrannt schnaubte der Sire auf und trat Marbur.
„Los… sag es!“ Immer wieder trat er auf ihn ein. Tränen des Schmerzes, des Hasses und der Verzweiflung rannen seine Wangen herunter. Er war sich sicher, dass ihn der Mann töten würde.
„Marbur… Marbur…. E…Ecthaliat!“ Gab er wimmernd von sich und rollte sich schützend zusammen. Der trat noch einmal zu und entfernte sich dann langsam.
„Solltest du noch einmal versuchen wegzulaufen, werde ich alles daran setzen, deine Familie zu finden und sie qualvoll sterben zu lassen!“
„Ja…wohl Sire… ich… werde gehorchen…“ Der Mann schnaubte noch einmal kurz.
„Als strafe wird er eine Woche lang in dieser Zelle verbringen. Gebt ihm nur das nötigste zu Essen… gerade soviel, dass er nicht stirbt.“ Mit diesen Worten, die an einen der Wächter gewandt waren, verliess er die Zelle. Erst als er das klicken des Schlosses hörte, und sich auch der Wächter langsam entfernte löste sich Marbur aus seiner schützenden Position und strich mit der rechten Hand über den Anhänger. Er musste die Kette verstecken und verborgen halten. Niemand sollte erfahren, wie er wirklich hiess. Er hatte seinem Vater damals versprochen, seine Schwester zu beschützen. Und das würde er auch tun.
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