"Ölt die Klingen, wir ziehen in den Krieg!"

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Tarja Thyrmon

"Ölt die Klingen, wir ziehen in den Krieg!"

Beitrag von Tarja Thyrmon »

Es war ein erhabenes Gefühl, den Orden der Arkorither so vollzählig vorzufinden. Es trieb mir fast schon ein Lächeln auf die Züge. Wer hätte es gedacht? Verbrannt zu Asche und auferstanden aus dieser. Ein wohltuendes, fast schon wärmendes Gefühl durchkreuzte meinen Körper, als ich daran dachte, was diese Horde an Schwarzmagier auslösen konnte. War es nun an der Zeit, dass Menek'Ur wirklich dem Untergang geweiht war? Meine Mundwinkel hoben sich, allein diese Vorstellung erfreute mich zutiefst.

Die Vorbereitungen liefen. Es wurden Briefe verfasst, Gespräche geführt und sie wurden im Umgang mit Waffen, Magie und Tränken geschult. Nichts, aber auch gar nichts ließ mich daran zweifeln, dass wir versagen würden. Gemeinsam als Streitmacht neben der schwarzen Armee. Viel zu lange war es her, als die Klingen Blut vergossen. Würde man sie schreien hören, könnte man fast meinen, sie würden nach dem Blut lechzen. Fremdes, unschuldiges Blut.

Die Übungen einiger Schüler dauerten bis in die späte Nacht an. Sie gingen an ihre Grenzen und schulten ihren Geist wie auch ihre Kraft. Sie waren vorbildlich und fast ein jedes Mitglied war es wert, Stolz auf jenes zu sein. Die Schritte hallten durch die Korridore und verebbten vor meinem Zimmer. Es war an der Zeit. Zeit, die alten Lehren und die alten Schriften zu durchforschen. Kampfarten aufzunehmen, von denen andere nicht einmal träumten. Brutalität, die man sich für niemanden wünschte.

Der Krieg würde beginnen. Und er würde wieder enden. Doch wer würde siegen? Sie drehte die polierte Klinge in ihrer Hand. Keine Blutkruste verzierte dieses geschliffene, diamantene Geschenk. Wieder bleckte ich meine weißen Zahnreihen. "Nicht mehr lange... und du wirst das Blut schmecken."
Tarja Thyrmon

Beitrag von Tarja Thyrmon »

Die Vorbereitungen verliefen mehr als zufriedenstellend. In solch einer Hochform hatte man den Orden selten erlebt. Die höherrangigen Magier schulten ihren Geist und ihre körperliche Form, um effektiv und offensiv einen Angriff zu starten. Taktiken wurden durchgesprochen und Mittel und Wege gesucht, die genau das widerspiegelten, was sie waren: Hinterhältig und nur auf eines aus. Den Tod.

Die Gespräche mit Anastasia waren ebenfalls zufriedenstellend verlaufen und sie machten sich allesamt daran, um zu forschen. Forschen nach etwas, was sie weiterbringen würde. Bei so einer zahlreichen Präsenz an Magiern würde es einfacher fallen. Es war nicht leicht, aber mit gebündelter Macht war es zu schaffen. Sie hatte sich in der letzten Zeit ausgeruht und sich aus allen Dingen, die zuviel Konzentration gekostet hatte, herausgehalten. Stattdessen konzentrierte sie sich auf Wichtigeres: Das Pentagramm. Es musste für ihren Plan herhalten und sie würden alle Macht dafür aufbringen müssen, um diesen umzusetzen. Lange saßen Jana und Tarja in den obersten Erker der Burg und schmiedeten ihren verheißungsvollen Plan. Sie waren sich ziemlich schnell einig, was getan werden musste. Und sie brauchten Unterstützung.

Tarja stieg in die Mitte des Ritualplatzes und begann im Beisein einiger weiterer Arkorither das Pentagramm zu ziehen. Rechts herum, wie es den Schülern auch immer wieder gelehrt wurde, um den magischen Fluss zu gewährleisten. Sie achtete besonders darauf, dass nicht eine Linie falsch zur anderen verlief oder irgendwo ein Loch entstand. Als sie fertig war erhob sie ihren Blick und nickte zufrieden. Nun folgte der zweite Teil und damit der wichtigere Teil. Das Pentagramm musste geweiht werden. Es war nur ein kurzer Blickaustausch zwischen Jana und Tarja, als beide in das Innere des Pentagramms stiegen und dieses mit dem eigenen Atem behauchten. Tarja spürte förmlich, wie sich der Kontakt im Lied herstellte und Gänsehaut legte sich auf ihre Arme. Die umliegenden Arkorither verweilten still und sahen dem Schauspiel sowohl gespannt wie auch abschätzend zu. Durch den Atem beider Arcomagi wurde es noch viel intensiver im Lied verankert. Tarja senkte für einen Moment die Lider und ließ sich von dem Treiben im Lied mitreißen, ehe sie ihre Augen wieder öffnete. Die Taufe fiel komplett in Janas Hände. Sie hatten die Substanz vorbereitet: Drachenblut vermengt mit dem Blut der Arkorither - jene Flüssigkeit sollte für die Taufe des Pentagrammes mehr als nur ausreichend sein. Nachdem auch die Taufe stattgefunden hatte begann Tarja, Knochenmehl auf das gezogene, geweihte und getaufte Pentagramm zu schütten, um dieses der Trocknung auszuliefern. Nachdem beide Arcomagi fertig waren nickten sie abermals stumm. Jetzt musste es ruhen, damit es sich mit Energie aufladen konnte. Energie, die sie für das bevorstehende Ritual brauchen würden.

Es folgten noch einige Besprechungen und Befehle, die ausgeführt wurden. Der Orden hielt zusammen - das spürte man in diesen Zeiten genauestens. Bücher und Schriften wurden durchwühlt, Pläne wurden aufgestellt und Theorien entwickelt, wie sie am schnellsten an das gewünschte Ziel kommen würden. Und es sollte nicht allzu lange dauern, da keimten auch schon die ersten Ideen in den Köpfen der Magi auf...

Während sich die Höherrangigen also um die "größeren Arbeiten" kümmerten, schulten sich die "Kleinen" im Umgang mit dem Lied. Es musste so viel vorbereitet werden und für diese Menge hatten sie wahrlich viel zu wenig Zeit... aber wen störte das schon. Denn Schlaf wurde vollkommen überbewertet.
Constantin Kel´serant

Beitrag von Constantin Kel´serant »

Krieg ... Kampf ... Tod ... viele Dinge drehten sich im Moment darum. Dinge die in seinem Leben einen nebensächlichen, aber leider nicht wegzuleudmenden Teil des selbigen einnahmen. Vielleicht lag es in der Natur ... der Art und Weise, wie sie auf das Schöpferlied einwirkten und zu welchen Zwecken sie seine Macht gebrauchten ... vielleicht lag es an den Verbündeten des Ordens, vielleicht an den Zielen des Ordens selber ... vielleicht aber auch nur an der Momentanen Gelegenheit.
Rahal bereitete sich vor, das hatte es auf der Volksversammlung deutlich gemacht, auch wenn er selbst ein wenig ernüchtert darüber war, was das so hochgelobte Rahal in den Krieg führen wird. Gewiss, dies waren nicht alle Streitkräfte, aber ausser einen kümmerlichen Anteil an Soldaten waren es Strauchdiebe, Räuber, Schurken und Mörder die wohl einen nicht zu verachtenden Teil stellen würden. Hm ... nicht gerade das Kontigent das er als verlässlich beschreiben würde, aber zumindest irgendein Kontigent.
Mit einem Seufzen wandte er sich dann wieder der vor ihm aufgeschlagenen Lektüre zu. Er hatte keine Zeit sich über politische Situationen Gedanken zu machen. Er folgte dem Orden und was der Orden ihm Auftrug war Gesetz und das was man sich von der magischen Unterstützung des Ordens erhoffte, war alles andere als eine einfache Aufgabe auch wenn er sich sicher war, dass die Unkundigen keine Ahnung oder auch nur Ansatzweise eine VORSTELLUNG davon hatten, wie kompliziert, gefährlich und vor allem schwierig es war, solche nachhaltigen Veränderungen in solch kurzer Zeit zu vollbringen. Dilettanten, allesamt! Yara und er hatten einen ganzen Abend darüber gebrütet und alles was sie vortragen konnten, war ein waghalsiger Plan, der das Leben eines jeden darin involvierten Magiers aufs Spiel setzte. Nur ein Fehler und sie würden einen teuren Preis für diesen Versuch bezahlen, aber dessen war sich jeder Beteiligte bewusst. Die meisten von ihnen waren auch mehr als geübte Liedwirker, Magier die schon lange das Schöpferlied verbogen und dessen Macht für sich nutzten ... er wusste ... dass er als jüngster Magus, die Schwachstelle sein würde, war er nichtmal halb so geübt wie der Rest.
Viele Stunden verbrachte er damit, die theoretischen Kenntnisse die er sich in den Monden seines Studiums angehäuft hatte, nun praktisch einzustudieren und zu vervollkommnen, sie zu üben wie ein Schwertkämpfer seine Klingenführung übte um wahrhaftig ein Meister zu werden. Aber dies war noch lange nicht genug, und so hatte er beschlossen im gleichen Atemzug seine Studien zu vertiefen. Alles was er über die Manipulation der Primärenergien zu fassen bekam wurde verschlungen und verinnerlicht, bis er die Verse des Buches auswendig rezitieren konnte. Experimente waren zu gefährlich, besonders für einen einzelnen unerfahrenen Magus, also hatte er keine Wahl als alles auf eine Karte zu setzen. Es war der Wunsch des schwarzen Ordens, der Wunsch der Ordensleitung, der schwarzen Herrinen jener Vereinigung von Liedwirkern und damit war es Gesetz und jeder in den schwarzen Mauern ihrer Burg, tat sein Bestes um sich auf die bevorstehende Zeit vorzubereiten.
Krieg ... es war der erste Krieg in dem er aktiv teilnehmen würde ... in seinem Repertoir ein ganzes Arsenal an Zerstörerischer Macht ... wer weiss ... vielleicht würde er daran ja sogar gefallen finden ... so wie der Rest seiner Brüder und Schwestern ...

Zuletzt geändert von Constantin Kel´serant am Samstag 12. Juni 2010, 03:45, insgesamt 2-mal geändert.
Jana Layani Thyrmon

Beitrag von Jana Layani Thyrmon »

Der Wind heulte wie ein Rudel hungriger Wölfe um die rauen Mauern der alten Burganlage. Eine düstere Warnung vor dem schweren Unwetter, das wie eine tiefschwarze Mauer am Horizont aufragte. In rascher Folge zuckten dort Blitze gefährlich hell aus den dunklen Wolken, gefolgt von bedrohlich grollendem Donner direkt über der Burg. Wie die Vorboten der Apokalypse jagten die zusammengeballten Wolken heran, verschluckten nach und nach das Licht des Tages und tauchten alles in ein diffuses Grau. Schon benetzten die ersten schweren Regentropfen den wie verlassen daliegenden Burghof. Wahre Sturzbäche ergossen sich aus gedrungen wirkenden Wasserspeiern auf den tief unter ihnen liegenden Burghof und verwandelten ihn schnell in einen sumpfigen Morast. An einigen Stellen bildeten sich bereits große, schillernde Wasserpfützen, die an kleine Teiche erinnerten. Keiner auf der Burg konnte sich daran erinnern, jemals ein solches Unwetter erlebt zu haben. Und jeder wusste woher dieses Unwetter kam, da es sich ausschließlich auf dem Stück Land ausbreitete, auf welchem die schwarzen Burgmauern standen.
Alle im Orden wussten, das eine schwere Zeit vor ihnen lag und doch leuchteten bei dem ein oder anderen die Augen beschwingt auf, sobald sie an das bevorstehende Gefecht dachten.

Hoch oben, gleich unter dem Dach, sickerte beinahe unbemerkt fahles, flackerndes Licht aus den wenigen Ritzen zweier kleiner Fenster, hinter denen sich ein düsteres Zimmer verbarg.

Das Zimmer der Maestra.

Verstohlen tasteten lange, magere Finger nach verborgenen, alten Schriftstücken, welche ihre graublauen Augen gründlich zu prüfen schienen. Augen, welche hin und wieder in klarem grau gefährlich und für andere beunruhigend glänzten. Es stapelten sich Bücher wie auch Pergamente überall … auf ihrem Schreibtisch, auf dem Boden selbst auf dem Bett lagen verteilt irgendwo irgendwelche Schriftstücke, die vielleicht doch sinnvoll und einsetzbar schienen.

Vielleicht konnte man ja genau dieses eine Ritual zweckmäßig einsetzen.

Ihre Augen schweiften immer wieder über das alte zerschlissene Pergament in ihrer Hand. Die Neugier in ihr wuchs und doch war es nur ein Gedanke, den sie jedoch nicht lange im Sinn behielt, da sich unerwartet aus den dunklen Ecken ihres Zimmers, düstere, verworrene Schatten auf sie zu bewegten und sie förmlich einhüllten. Ihre Finger ballten sich zur Faust, verkrampften sich, bis die weißen Knöchel regelrecht hervorstachen. Da war er wieder .. bedrohlich und unendlich nah wie so oft seit sie diesem machtvollen Weg folgte.

"Dann ist es also wahr. Nach langer Zeit führst du die Arkorither in den Krieg?!“ … die Feststellung war nur ein Wispern, welches unheilvoll im Raum hing, während Donnerhallen über die Festung rollte. Bedrohlich und Unheil verkündend. Auf eine Antwort wartend und doch schien er zufrieden.

Ein stummes Nicken, mehr brachte sie in diesem vergänglichen Moment nicht zustande und doch reichte es ihm völlig aus. Die Schatten lichteten sich und der Raum hüllte sich wieder in flackerndes Kerzenlicht. Sie nahm den vorigen Gedanken wieder auf, um die Pläne einer Verwirklichung nahe zu bringen. Es war noch einiges zu tun und doch schien die Zeit knapp. Die Aufgaben wurden verteilt und sie konnte stolz sein auf den Orden. Es schien als liefe alles nach Plan.
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