Nägel und Netze gegen die Rabenbrut

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Savea Falkenlohe
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Nägel und Netze gegen die Rabenbrut

Beitrag von Savea Falkenlohe »

Seit knapp zwei Wochenläufen nahmen immer wieder Raben Platz auf dem Dach des Hauses gegenüberliegend des Klostereinganges. Mit einer Selbstverständlichkeit spazierten sie über das Stroh, versteckten sich hinter dem Schornstein sobald man auf sie aufmerksam wurde.
Keine gewöhnlichen Raben, soviel stand fest.
Gerade in letzter Zeit waren sie Kundschafter und Vorboten für ihre Brüder und die Blauhäutigen.
Das Glück schien ihnen auch noch hold zu sein, so gelang es nur Shaya einmal einen Raben vom Himmel zu holen, der sich bedauerlicher Weise als gewöhnlicher Rabe herausstellte, sah man von der Gefangenschaft des einen ab, dem dann auch noch die Flucht gelang.

Dann hatte Herr Narus die zündende Idee:
„Wenn man Nägel von unten durchs Dach schlüge, würden sich die Raben vermutlich nicht mehr so einfach drauf niederlassen?“
„Vortrefflich Herr Narus! Und feinmaschige Netze, wo sie sich drin verheddern!“
Richtig! Das war es! Wo Pfeil und Bogen nicht halfen mussten Nägel und Netze her!

So war der Plan gefasst und Herr Narus selbst ging hinüber zu den Besitzern Mignus, um ihr Einverständnis einzuholen und ihnen ein paar Münzen dazulassen als Beteiligung.
Schließlich wäre es auch zu ihrem Besten, wer hat schon gern ständig Rabendiener auf dem eigenen Dach?

Während sich der Schmied Mignus selbst um die Nägel kümmerte, wurde bei den Fischern Adorans mehrere großfläche, engmaschige Netze in Auftrag gegeben.
Zuletzt geändert von Savea Falkenlohe am Montag 24. Mai 2010, 17:52, insgesamt 1-mal geändert.
Ilbert Narus

Die erste Hälfte der Arbeit

Beitrag von Ilbert Narus »

Bald darauf rollten die Kronen über die Theke des Hausherrn. Ilbert lies es sich nicht nehmen für die Sicherheit der Klosterwache zu zahlen.
Die Esse wurde geschürt, Eisendraht gezogen und mit dem Meisel in handspannenlange Stücke getrennt. Mit Werkzeugen wurden die Nägel spitz gezogen, viele Zangen, Hämmer, -DINGE-, Ilbert konnte sie garnicht alle benennen. Dann steig der Schmied hinauf zum Dach, trieb die Eisennägel recht dicht beeinander hindurch, so dass sie noch mehr als fingerlang hervorstanden. Dann wickelte er feinen Draht auf halber Höhe um die Nägel, verband so Nagel mit Nagel und führte den Draht auch durch die Maschen des Netzes, damit dieses so gehalten wurde.
Es dauerte einen halben Tageslauf, dann war eine Dachhälfte so gesichert.
Die Andere würde morgen drankommen.
Ilbert Narus

Beitrag von Ilbert Narus »

Schon seit einigen Tagen funkelten die schmiedeneuen Nägel auf dem ganzen Dach, die feinen Drähte dazwischen waren kaum auszumachen. Und das Netz, welches von den Nägeln getragen wurde, war fast garnicht vor dem hellen Stroh sehen. Trotzdem - dies bemerkte Ilbert mit einem Grummeln - hatten sich die meisten Raben _irgendwie_ stets davor in letzter Sekunde zu retten vermocht. Waghalsige Flugmanöver oder das unbeschadete Landen zwischen den feinen Nägeln verwunderten ihn wieder und wieder. Er stand Stunden Wache und musste mit ansehen, wie sich Tauben und Spatzen an den Spitzen schnitten und verletzten, aber Raben schienen wunderlicherweise dagegen von Natur aus gewappnet.
Auch die Netze wurden getrost vom Federvieh ignoriert - bisher hat sich nur ein Rabe fälschlicherweise darin verfangen und wurde totgeschoßen. Es war kein Rabendiener.
Doch heute soll auch die letzte Nagelkrone auf den Kamin gesetzt werden - sie glitzert verlockend im Mittagslicht - damit ein jeder Rabe fern und nah weis, spätestens, wenn er sich darin verfängt, dass sich die Temoragläubigen nicht einfach so begaffen lassen.
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