Marbur Ecthaliat

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Marbur Mylin

Marbur Ecthaliat

Beitrag von Marbur Mylin »

1. Bestimmung
Die ersten Strahlen der Morgensonne schienen in das kleine, karg eingerichtete Zimmer. Das Fenster war geöffnet und kalte Luft strich über die ausgelegten Pergamentstücke, welche sich sanft hin und her bewegten. Marbur öffnete die Augen, als die Sonnenstrahlen sein Gesicht erreichten. Langsam setzte er sich auf, dennoch blieb er einen Moment lang benommen auf der Bettkante sitzen. Das Zimmer drehte sich vor seinen Augen. Ein Film von kaltem Schweiss hatte sich auf seinem bleichen Gesicht gebildet. Er schloss wieder die Augen und kämpfte gegen die aufsteigende Übelkeit an. Noch durfte er nicht aufgeben, denn es gab noch viel für ihn zu tun. So stand er langsam auf, sich absichernd am Bettpfosten abstützend. Sein Blick streifte über die Pergamente, an denen er noch spät Nachts gearbeitet hatte. Zumindest konnte er mit sich selber zufrieden sein. Sich an dem kleinen Tisch niederlassend überflog er wieder die erarbeiteten Pergamente. Ein kurzes Kopfschütteln folgte. Wie kann es bloss möglich sein, dass es so einfach war an die verschiedenen Gifte zu gelangen, doch umso schwerer ein nützliches Gegengift herzustellen? Er brütete noch einen Moment lang über den Pergamenten, ehe er sie zusammen legte und in seiner Tasche verstaute. Mit einem Tuch wischte er sich den Schweiss aus dem Gesicht und zog sich dann wieder an. Nachdem er sich vorbereitet hatte das Zimmer zu verlassen, griff er nach einem kleinen Fläschchen, welches bereits auf dem Tisch bereit lag. Er entkorkte es und leerte die übelriechende Flüssigkeit in einem Zug herunter. Sein Gesicht verzog sich dabei. Ekelhaft. Er würde sich wohl nie an den Geschmack gewöhnen, ging ihm noch kurz durch den Kopf als er das Zimmer verliess und die Türe hinter sich wieder abschloss. Tief in seine Gedanken versunken ging er die Strassen von Adoran entlang. Kurz hielt er inne als er etwas wesentliches zu begreifen begann:

Wenn das Lelith erfährt dann… besser sie tut es nicht…


Mit einem Kopfschütteln lief er weiter durch die engen Gassen und Strassen.

Sie würde es bestimmt nicht verstehen. Auch wenn ich versuchen würde es ihr zu erklären. Kleine Lelith… Ich werde dafür sorgen, dass dir nichts mehr geschieht.

Er versuchte sich selber zu beruhigen und sich einzureden, dass er das richtige tat, dennoch zweifelte er an seinem Entscheid. Was wenn sein Körper nicht stark genug war gegen das Gift anzukämpfen? Rasch und heftig schüttelte er den Kopf. Er musste es einfach sein. Er musste stärker werden. Für sie.
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