Eine Seele für Kra'thor

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Kalisha Deslon

Eine Seele für Kra'thor

Beitrag von Kalisha Deslon »

[img]http://th02.deviantart.net/fs25/300W/i/2008/184/2/8/the_Gibbet_by_00AngelicDevil00.jpg[/img]

Ihre Schritte waren zu Beginn zögernd. Ihre letzten Schritte auf Mutters Erde. Der Blick war gesenkt. Sie machte halt, hob den Blick an und sah in die Menge. Lüsternde, nach Gerechtigkeit Verlangende. Ihre Blicke durchbohrten sie. Sie geiferten auf den Tod, warteten nur darauf. Weiber hatten Obst bereit und bewarfen Kalisha kaum war sie an ihnen vorbei getreten. Und dies war die Stadt des Lichts?! Dies war Temoras Stadt? Sie beschimpften die Todgeweihte. Keiner wahrte den Anstand, ihr sollte es nicht gegönnt sein mit Stolz zu sterben. Ihr weises Kleid war von dem Obstgewerfe stark beschmutzt. Da stand sie. Sie konnte sich an nichts erinnern und wurde für Taten gehängt die sie nicht wusste. Wurde beworfen, beschimpft.. sie durfte nicht in Frieden gehen. Kein Mitleid für die Amnesiekranke. Kein Mitgefühl. Keine Gnade.

Das ist die Stadt der Temora.

"Damit die Gerechtigkeit siegt!", Mariella von Dragenfurt.



Welch gequälte Seele sie doch war. Und sie hat nicht die Kraft gehabt, dass neue Leben zu nutzen. Sie hatte versagt. Ihr Körper baumelte am Galgenstrick. 26 Jahre wurde sie alt. Vieles hatte sie in ihrem Leben erlebt, viele Titel inne gehabt. Viele Schlachten geschlagen und ebenso viele Narben davon getragen. Wie einfach man das Leben eines Menschen beenden kann und dabei denkt man seie im Recht, man habe das richtige getan, nur um die eigene empfindliche Seele zu schützen.

OOC-Anmerkung
An dieser Stelle möchte ich folgenden Charaktern dafür danken, dass sie 3 Jahre lang meinen Charakter "geformt" und mir wunderschöne RP-Momente geschenkt haben:
Khazkal Deslon, Armoran Mares, Tugor Crain, Zhertos Xedinon, Shessydir, Lynred Yuiai, Simoen de Vyr, Marianne, Leandro Montego, Alindra Feruin, Marlan Karbo, Virdian, Lucenius van Sareth
Zuletzt geändert von Kalisha Deslon am Samstag 3. April 2010, 18:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Drakhon Sokarth
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Registriert: Donnerstag 13. März 2008, 03:43

Beitrag von Drakhon Sokarth »

Kinder Temoras, das waren die Kinder Temoras? Ihre Stimmen triefend vor Hass und Verachtung, ihre Blicke getränkt mit Zorn und Mordlust , nie sah er die Saat des Panters deutlicher , nie wurde er sich zuvor dessen so bewusst wie in dem Moment, als die Gefangene ihren Weg zum Schaffot antrat. Ein Schauspiel, dass hätte Mitgefühl und Trauer wecken sollen, doch längst war ihr Blick geblendet und in den Augen vieler loderte nur noch der Hass, die Mordlust und die Gier danach zu sehen wie ein Menschenleben erlischt.
Ein Leben, ein Körper aus Fleisch und Blut, gefüllt mit dem Kostbarsten was die Götter dem Menschen schenken konnten, ihren Seelen.
Der Strick war geprüft, die Scharniere der Falltür geölt und die Gebete… die Gebete wurden gesprochen. Er selbst ließ die klanglosen Worte von seinen Lippen tropfen, begann das Netz zu weben leise und versohlen unter dem Lärmkegel des gaffenden Pöbels.
Die Hand lag am Hebel für den Klappmechanismus unter den Füßen der Gefangenen. Dort, das Zeichen von Mariella, ein Ruck und der Fallboden klappte auf.
Die zeit schien zäh dahin zu fließen, der Schrei des Raben zerriss die Luft. Der vorbereitete Zauber explodierte förmlich in dem Augenblick, als ein leises Knacken davon zeugte wie der Galgenknoten das Genick der jungen Frau zertrümmerte. Es Zerriss den Liedstrom für wenige Augenblicke, in denen er nach der sich vom Körper lösenden Seele griff und sie hinab zog in den tiefen, immerhungrigen Schlund seines Herren. Die nackte Seele, allein und verloren im Lichtlosen Reich des Seelenfressers, dazu bestimmt seinen endlosen Hunger zu stillen und zu verblassen

[img]http://i867.photobucket.com/albums/ab233/Rabendiener/Landschaften%20Situationen/Hollow_by_liiga.jpg[/img]

Was blieb war Ruhe, Das Lied Eluives floss weiter, als währe nie etwas Gewesen. Der Rabe zog seine Kreise weit oben am Himmel und ließ sich davon tragen. Der leblose Körper der Frau hing schlaff und kraftlos neben ihm.
Seine Arbeit, war getan, ein Triumph für Temora, ein Triumph für die Menschen Adorans, und ein weiteres, stärkendes Mal für den, dessen Hunger unstillbar ist.
Saphira Vegavril

Beitrag von Saphira Vegavril »

Mit starrem Blick hielt sie den Pöbel im Blick, der die Verurteilte zuvor mit Vergammeltem beworfen hatte. Wahrlich, dies war selbst einer Frau wie Kalisha Deslon, nein, eines Jeden, unwürdig.

Sie selbst kannte die Verurteilte nicht, war aber zutiefst zufrieden darüber, wie das Gericht entschieden hatte. Amnesie war der Deckmantel hinter dem sich die Verurteilte verstecken wollte. Eine passende Ausrede, die wohl nie irgendjemand hätte auf den Wahrheitsgehalt überprüfen können. Selbst wenn es wirklich der Wahrheit entspräche ist das was diese Frau in der Vergangenheit tat nur noch mit dem Tode zu vergelten. Es wurde ein Exempel statuiert, ein Exempel für all jene, die sich auf die Seite des Panthers und gegen das Reich schlugen und all jene hatten nur den Tod verdient, kein Erbarmen, keine Gnade.

Noch immer ließen sie die Gedanken nicht in Ruhe, dass Alindra diese Frau vor Gericht vertreten hatte. Niemals hätte sie selbst auch nur den Hauch einer Sekunde gezögert und diese Bitte des Gerichts wehement abgelehnt. Diese Frau hatte ihre Kameraden verraten und mit Offizieren angebandelt. Aus diesem Grunde verdiente sie nichts als Verachtung.

Die Worte der Vogtin zogen sich endlos hin, doch schließlich war der Zeitpunkt gekommen. Das Genick der Verurteilten zerbarst unter der Last ihres eigenen Körpers und der Gerechtigkeit wurde schließlich genüge getan...
Joanna

Beitrag von Joanna »

Eine der wenigen Situationen, in denen die Anwesenheit eines Rabens passend erschien. Und dennoch so manch Anwesenden ein unbehagliches Gefühl vermittelte. War man sich doch seiner Sterblichkeit und Krathors Gier nach Seelen stets bewußt. Der Rabe saß auf der eisernen Umzäunung die den Galgenbaum vor den Schaulustigen abgrenzte.
Ungeduldig wartete man auf die Verurteilte. Ungeduldig stackste auch der Rabe auf den Eisenverstrebungen auf und ab. Ein altes Weib schrie nach Vergeltung, der schmerzliche Tod des eigenen Sohnes musste gesühnt werden. Starrer Miene und strammer Haltung standen Soldaten um den Galgenbaum herum. Der Henker schleifte in aller seelenruhe seine Sense. Fauliges Obst flog, als die Angeklagte zum Galgen geführt wurde und die weiße Kleidung die sie trug bekam Flecken. Neugierig lagen die schwarzen Äuglein des Rabens der mittlerweile hoch am Himmel seine Kreise um den Galgenbaum zog, auf Kalisha. Stolz und unbeugsam wirkte sie, auch wenn Tränen über ihre Wangen liefen. Ihre Seele war verlockend.

Der Henker, so war sich der Rabe sicher, hatte ähnliche Gedanken. Er würde seine Arbeit sehr genau nehmen, so genau, dass er am Ende Krathors Wohlwollen und Zufriedenheit erlangen würde. Eine haltlose Seele, kein Gott der sich ihrer erbarmte. Doch Krathor würde sich schon bald ihrer annehmen.

Als der Henker der Angeklagten die Schlinge um den Hals legte, stürzte sich der Rabe mit Geschrei auf die Todverdammte. Der spitze Schnabel verletzte weiche Haut und Blut floss in geringen Mengen. Doch genug, um leichter an die verletzliche Seele zu gelangen, deren Körper dem Tode nahe war. Um den Rest würde sich der Henker kümmern und so machte sich der Rabe wieder auf seinen Weg, um anderswo Unheil zu verbreiten.

Der Körper der Verurteilten starb schließlich, als der Hebel umgelegt wurde, die Seele jedoch sollte in ewige Verdammnis in Krathors Reich verweilen..
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