Staunend standen die beiden Mädchen mit offenen Mündern vor einem Wandteppich.
„Oooh... ssau ma, Pild auf Teppis an Wand!“
„Uuiii, das apa ssön. Und was danz pesonders.“
„Je, denau ristis so Wandteppispild für Paroninn von pesondere Tünstler!“
Später in Weinschenks Taverne schlug der Versuch ein Stück aus einem Teppich heraus zu schneiden fehl.
„Uff... sswer, deht dar nis was ap!“
„Ahh Hühnatatte, nu tlemmt die Ssere, zieh ma mit!
Gemeinsames Zerren.
Angestrengtes Schnaufen.
Ein Ruck.
Gepolter.
Gekugel.
Aufrappeln.
Ein Aufschrei.
„Aahh“
„Was? Was? Was?“
„Aaaaah... Ofi, du... is hol ma ssnell, nis beweken. Kanz still halten.“
„Wieso denn?“
Panisches im Kreis drehen.
Kopf verrenken.
Ein Aufschrei.
„Aaaaah, is hap Ssere in Popo, is mir dar nis mehr dut!“
„Halt sstill, is zieh ma vorsichtik!“
Leichtes Schniefen.
„Is dut! Merk dar nis was, bin sson tot?“
Prüfenden Zwicken.
„Aua!“
„Ne, nis tot.“
Vorsichtiges Ziehen!
Verwundertes Schauen.
Schere ansehen.
Hintern ansehen.
Erleichtertes Aufatmen.
Tränen wegwischen.
Leises Gekicher.
„Dlued dehabt, du dein Sstroh in Popo.“
„Aber wirtlis, war danz tnapp, war sson dar nis mehr dut in Topf. Puh.“
Die Suche nach anderem, leichter geeignetem Material führte durch etliche Gassen, bis sie endlich fündig wurden.
Ein weißer Vorhang!
Flugs wurde die Schere ausgepackt und während sich Ofi unten an den Stoff hing, kletterte Efi auf einen Stuhl und schnitt die Malvorlage aus.
Voller Stolz wurde die Stoffbeute zur Taverne getragen und schon bald beugten sich zwei Köpfe konzentriert darüber. Der Stoff auf dem Tisch ausgebreitet, jede an einem Ende auf einem Stuhl hockend, wurden Pinsel in alle möglichen Tuschfarben getunkt und anschließend über den Vorhangstoff gezogen.
[img]http://home.arcor.de/avarsir/alathair/funtelnadelpild_stoff_kl.jpg[/img]
Das fertige Kunstwerk wurde voller kindlicher Vorfreude trocken gepustet, eingerollt und feierlich zum Regiment getragen.