Das Glück der Erde...

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Savea Falkenlohe
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Das Glück der Erde...

Beitrag von Savea Falkenlohe »

… liegt auf dem Rücken der Pferde.
Das mochte grundsätzlich stimmen, in der Reitschule Naischas allerdings wohl ausschließlich für Bauern.
Der Auftrag Miladys war so klar wie einfach:
Shaya wollte Rat und Tat für den Umgang mit ihrem Mustang. Er war gezähmt, aber es fehlte beiden noch etwas, als dass man es eine harmonische Einheit hätte nennen können, wenn Shaya auf ihm saß.
Milady hatte von Naischas Reitschule gehört und meine Aufgabe bestand darin sowohl Naischa als auch die Schule auf Herz und Nieren zu prüfen, denn sie wollte keinesfalls Münzen zum Fenster hinauswerfen an eine elfjährige, die glaubte eine Reitschule führen zu können.
Und so fühlte ich dem Ganzen auf den Zahn.

Anwesend waren das Mädchen Naischa selbst und ein junger Mann namens Pergus von etwa Anfang 20, der offenbar als „Mädchen für alles“ fungierte.
Dem alten Gebäude war anzusehen, dass hier Reichtum nicht vorherrschend war, jedoch hatte man sich Mühe gegeben es mit liebevollen Details hübsch zu gestalten.
An der Seite des Hauses waren in Reih und Glied gut genährte und gut gepflegte Pferde zu sehen, ebenso im Stallzelt weiter nördlich. Allesamt ruhigen Gemütes, wie man mir versicherte, bis auf zwei der Tiere und alle Eigentum der Reitschule.
Es waren einfache Pferde, keine besonderen Züchtungen und es fiel auf, dass sie alle ausnehmend groß waren, keines unter 1,70 Stockmaß und von eher kräftigem Körperbau.

Ich gab mir Mühe so unwissend wie möglich aufzutreten und gab mir den Anstrich einer etwas „schwierigen“ Reitschülerin, um sowohl die Kenntnisse der beiden auf die Probe zu stellen, als auch ihre Geduld. Ich trat freundlich aber bestimmt auf.
Zunächst bekam ich eine Einführung in grundsätzliche Dinge des Reitens, die ich für gut befand, über das vertrauliche Duzen des Kindes erst einmal hinwegsehend.
Sodann wurde eine Stute für mich ausgesucht und gesattelt, der junge Pergus holte ein zweites Pferd hinzu und saß auf.
Um meine Rolle beizubehalten, bat ich darum das Aufsitzen nochmals sehen zu dürfen, da Erklärungen hierzu gänzlich ausblieben.
Das: „Probier es selber.“ der kleinen Naischa ließ mich dann freundlich darauf hinweisen, dass, so Empfehlungen der Reitschule erwünscht seien, ein wenig Unterricht in Dingen Benimm zu empfehlen wären und bat erneut darum das Aufsitzen nochmals beobachten zu können.

Das erste leise „Ritsch“ in den Geduldsumhängen der beiden war zu hören.
Während der junge Pergus so tat, als hätte er meine Bitte nicht vernommen, brach bei der kleinen Naischa ein Ton durch, der einem Oberlehrer zur Ehre gereicht hätte.
Erst auf meine dritte Bitte hin, bat sie dann Pergus nochmals aufzusitzen.
Bezeichnend war, dass meine Schulstute gesattelt war, Pergus Hengst aber nicht, so dass ich mich anschließend beim Versuch selbst aufzusitzen entsprechend unbeholfen anstellte.
Während der junge Pergus sich eine Weile dem eingeschnappt seins hingab, mühte sich die kleine Naischa allerdings mich auf den Pferderücken zu leiten, bis auch Pergus sich dazu hinreißen ließ, doch noch einige gute Ratschläge zu erteilen.
Nach einigen Fehlversuchen, die dem gesamten Haushalt daheim wohl schallendes Gelächter abgerungen hätten, saß ich dann endlich auf der geduldigen Stute.

Während der Sitzübungen erkundigte ich mich nebenbei nach der Möglichkeit die Harmonie zwischen Reiterin und Mustang zu erlangen, worauf eine erste holprige Runde im Schritt folgte, bei der ich mich ordentlich durchschütteln ließ.
Auch hierbei war die Anleitung der kleinen Naischa nicht zu tadeln.
Ich hatte genug gesehen und gehört und korrigierte meine Haltung und ließ die Stute mit sanftem Schenkeldruck in einen lockeren Trab fallen, ehe ich sie zum Stehen brachte und mich ohne gespielte Unbeholfenheit aus dem Sattel gleiten ließ.
Ich gab meine Zugehörigkeit nun offen zu erkennen und erläuterte den eigentlichen Grund meines Besuches.
Im Anschluss wies ich noch mit einem Schmunzeln darauf hin, dass man gut zahlende Reitschüler mit beleidigt sein eher abschreckt als anlockt, sollte man darauf Wert legen, dass es sich herumspräche, dass die Reitschule gut geführt wird.
Unverständnis und Trotz schlug mir entgegen, mein Schmunzeln wohl übersehend, meine Stimme freundlich Rat gebend überhört, Seitens des jungen Pergus, der vor sich hin schimpfte „Werd ab jetzt zu den Pferdeäpfeln Euer Durchlaucht sagen und zu den Hühnern Euer Hoheit, vielleicht legen sie dann besser.“, und Seitens der kleinen Naischa „Aber wenn ein Adliger meint nichts zu tun, weil er adlig ist, mach ich nichts. Weil, wenn einer nicht hört, warum soll ich mich ärgern.“

Ich wechselte das Thema und kam nochmals auf den Mustang zu sprechen und erkundigte mich nach den möglich anfallenden Kosten.
Zunächst konnte die kleine Naischa dazu keine Auskunft geben, sodass ich anbot jede Stunde den Mustang betreffend mit jeweils einer Stunde Benimm zu begleichen.
Dies stieß auf wenig Gegenliebe und je nachdem wie viel Arbeit man mit dem Mustang und Shaya hätte, legte sich Naischa nun fest, würden sich die Kosten auf zwischen 25 und 100 Kronen belaufen.
Mir indes verschlug die Summe bald den Atem und der mir nicht entgehende träumerische Blick Pergus‘ bei genannten Preisen verriet mir, dass hierfür lediglich die Nennung des Namens von Hohenfels den Ausschlag gegeben hatte den Preis derart hoch anzusetzen.
Gewiss wäre Milady bereit eine großzügige Summe pro Stunde zu berappen, aber keinesfalls eine, für die man bald ein Zuchtpferd bekäme.
Mein Urteil: Reitschule gut geführt, für einfache Reitschüler taugend, weniger geschäftstüchtig denn ausbeutend so die äußeren Anzeichen einen Reibach versprechen, die Ansicht vertretend Schüler müssten sich dem Gebaren dort anpassen und nicht umgekehrt.
Abschließend tat ich Kund, den Preis Milady so auszurichten, dass aber von mir keine Empfehlung zu erwarten sei und begab mich auf den Heimweg.

Allein die Umstände und Geschehnisse um Herrn Schwarzmourne hatten es bisher nicht zugelassen Milady Bericht zu erstatten. Die ausgehende Gefahr der Blutkobolde tat ihr Übriges dazu, dass dies in den Hintergrund rutschte.
Ich begann zu packen, denn bereits morgen früh sollte mich mein Weg nach Lameriast führen, zu einem Gestüt... mit Reitschule.
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