Nur ein Ton, ein Gefuehl..

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Sha´layel

Nur ein Ton, ein Gefuehl..

Beitrag von Sha´layel »

Bereits die ersten Sonnenstrahlen auf Ered Luin ließen vermuten das heute ein ganz besonderer Tag werden würde. Man hörte nur den Gesang der Umgebung, der Wind strich sanft über den Wald und ein leises rascheln der Blätter war ständiger Begleiter an diesem Morgen. Zwischenzeitlich halten Vogelrufe durch die Gegend und alles in allem schien bereits in den frühen Morgenstunden die Umgebung in einen Schleier des Wohlfühlens gehüllt. Etwas Nebel lag wenige Finger breit über den Boden und die Sonne tauchte alles in ein wohliges Warm.
Es schien der beste Anfang zu sein für die Person die bereits vor einigen Epochen prophezeit wurde.
Aber um dies genauer zu erörtern lauscht meinen Worten.
Vor zwei Generationen, was in diesen Gefilden viele Jahrhunderte gar Jahrtausende mit einschließen mag lebte ein Elf der die Prophezeiung an seine Nachkommen weiter gab. Bereits des Lebens Müde, lag er in seinem Bett und hatte für sich beschlossen wieder in das Lied einzugehen. Jedoch erzählte er kurz vor dem Ableben dieses:
Der zweite Sohn seiner Enkelin der übernächster Generation wird ein Hên gebären, einen Männlichen der für den gleichen Weg berufen ist wie er es selbst einmal war. Dessen war er sich bewusst, woher er diese Informationen nahm gab er jedoch nicht preis.
Zeichen, meinte er, wären sogar bereits in sehr jungen Jahren zu erkennen. Ein Talagan wird berufen, es ist nichts was man studieren kann nichts was man erlernt.

So sind wir nun an diesem Tage, wo jener geboren werden soll. Viele Erwartungen lagen bereits auf ihn, am ersten Tag seines Lebens.
Doch wird sich zeigen ob er sich dessen annehmen kann, doch dazu später.

Die Geburt verlief Problemlos und auch so verlief alles wie gewöhnlich als er Aufwuchs. Jedoch bliebt etwas aus, auf das alle gehofft und gewartet hatten.
Bei dem heranwachsendem Kind zeigten sich nicht wie erhofft besondere musikalische Talente, zumindest kann man dies so nicht sagen. Er hat einfach seine Zeit mit anderen Tätigkeiten verbracht.
Seine Berufung wurde ihm jedoch von der Familie nicht verraten, man wollte ihm ja nicht den Weg vorschreiben den er zu gehen hatte.
Der junge Elf war bereits im Jugendalter von hoher Statur, wirkte sehr Dürr und seine Bewegungen waren sehr grazil. Schon fast bedächtig jeden Schrittes trat der schüchterne Junge durch den Alltag.
Wenn man ihn mit einem Tier beschreiben müsse, wäre wohl allein schon wegen seinem Verhalten und seiner Art kein passenderes Tier sich finden lassen als ein Reh.
Er sagte einmal :

Mein Figur und wohl Statur,
Auch Gehabe und Benimm,
passen würde anders wohl,
zum Tier welches sei erwählt,
seit langer Zeit,
zu Sein der Waldes Hüter,
weit und breit.


Seine Sprache war gut ausgeprägt, auch wenn er selten das Wort erhob jonglierte er schon fast spielerisch bei den Unterhaltungen mit diesen.

En Galadh liltha,
En Galadh rî´,
En Eryn mîr,
En Edain iaew.

War einer seiner typischen Aussprüche.

Seine Freizeit verbrachte er manchmal damit sich die Theorie über die Ausführung von Gestaltung von Holz anzueignen. In der Bibliothek gab es viele Bücher darüber, welche er mit großem Interesse studierte.
Hier traf er auf eine Elfin die den gleichen Jahreszyklus durchlief wie er es tat.
Jene war zwar nicht von der Schnitzerei angetan gewesen, besuchte jedoch die Bibliothek aus anderen Gründen.
Durch den häufigen Kontakt Tag ein, Tag aus, bauten sie einen engen Kontakt auf und genossen von Zeit zu Zeit mehr die Anwesenheit des Gegenübers.
Sein Lachen mit ihr war unvergleichbar und immer mehr suchte er den Kontakt zu ihr, nein er brauchte ihn. War angewiesen sie täglich anzutreffen. Jedoch war sie sehr erpicht darauf andere Gebiete kennen zu lernen.
Seine weibliche Bekanntschaft wagte sich auch mehr wie er aus der Ered Luin heraus, verließ den Wald und machte dort Untersuchungen.
Dies häufte sich, bis sie eines Tages nicht mehr zurück kam. Geschichten über Gûr gingen herum, jedoch wurde seiner Zeit nie etwas bewiesen was dies bestätigen würde.

Trauer

Es ist ein hilfloses Beginnen
geflügelte Worte zu ersinnen
wenn im Herzen Trauer wohnt

Leise flüstert die Erinnerung
zeigt liebliche Zeiten
von lichten Weiten und
liebenden Träumen des
kleinen kämpferischen Lebens

Die dunkle Zeit
vereitelt helles Lachen
bricht auf die Seele weit
ist nicht bereit im Leid
ein Feuer hell zu entfachen

Die Zeit muss weilen
bis der Hoffnung Schimmer
erhellt die Nacht der Trauer

Seine Trauer war groß, so schrieb er diese Zeilen. Selbst die Gemeinschaft trauerte lange, lange Zeit. Eine ganze Leben eines Edains hielt die Trauer der Minib an.
Doch ehe dieser Tag zur Andrann kam, machte der verbliebene Elf eine Wandlung durch. Er konnte mit der Trauer nicht abschliessen, immer mehr staute sich diese in ihm auf und schien ihn von innerem Aufzufressen. Er suchte Wege diesen Frust abzubauen, was jedoch nicht von Erfolg gekrönt war.
Es war gerade Abend, als er in den Keller ging um Bücher einzulagern. Da erblickte er einige alten Holzslatten. Da kam ihm der Gedanke etwas anzufertigen, was er bereits in einem seiner Lehrbücher gesehen hatte. Ein Zupfinstrument mit Korpus und angesetztem langen Hals.
Material und das Werkzeug hatte er dafür, jedoch hatte er alles nur in der Theorie erlesen. Er machte sich an die Fertigung, Stunden, Tage, sogar Wochen akribischen Arbeitens bis das vollendete Stück vor ihm auf dem Tisch lag. Eine langhalsige Laute mit elfischen Verzierungen, jedoch ohne Bespannung.
Er wählte dieses Instrument absichtlich, auch wenn es untypisch ist für Gwaith. In der Bibliothek hatte er von längst vergangenen Tagen gelesen, noch vor dem Bruderkriege. Als vereinzelt Barden dieses Instrument erwählten.
Die Vereinigung der Harfe und der Laute in den Händen geübter Elfen lässt einen Chorus erschallen, welcher selbst für das Volk minib etwas überaus seltenes ist. Gefühle können so transportiert werden, welcher eindringlicher nicht verdeutlicht werden mögen.
So trug es sich zu das er den Vater anfragte woher er die Seiten für die Bespannung nehmen solle. Jener erinnerte sich daran das einige Häuser weiter ein Varcuru seinen Sitz hatte, welcher die Zucht von goldenen Mustangs vollzog.
Er tat wie ihm geheißen und besorgte sich von dort sogleich das benötigte Material, auch wenn es selten ist das eines dieser Levain , Gûr begegnete.
Den Darm benutzte er und bespannte ihn sogleich auf die Laute, so gefertigt machte er sich gleich daran und übte darauf. Er legte keinerlei Pausen mehr ein, den Schlaf lies er größtenteils aus. Über lange Zeit übte er jede freie Minute, man könnte annehmen das er wohl die Möglichkeit gefunden hat seinen Emotionszuständen Ausdruck zu verleihen.
Als der Anfang gemacht war, bildete er sich weiter indem er die Bücher seines Talagan studierte, welche ihm Haus der nothrim sorgfältig aufbewahrt waren.
So gelangen wir nun zum Andrann, vermuteten Todestag. Wie gewohnt versammelt sich die „Familie“ in Ered Luin um den Abschied zu gedenken. Hier spielte er auf seiner Laute ein Lied das einem Jeden Tränen in die Augen setzte, sein Spiel das ein gewisses Gefühl der Stärke im Herz niederlegte. So das neue Hoffnung geschöpft wurde und der Zeit der Trauer ein Ende gesetzt wurde. Hingegen scheint neuer Tatendrang geweckt worden sein bei den Beteiligten.
So lernte er seine Bestimmung doch noch erfüllen zu können.
Sha´layel

Beitrag von Sha´layel »

Er ging die Schritte , er ging den Weg. So wahrlich freudig mag der Anblick gewesen sein, welcher ihn dieses Leuchten in die Augen setzte. Eine innere Wärme erfüllte den Geist erfüllte den Körper, wieder nach der langer Zeit an diesen Ort zurück kehren zu können.
Eine Art innerer Frieden durchzog ihn von Kopf bis in jede kleinste Ader. Ohne Wort gar ohne Ton führte ihn der Schritt von Haus zu Haus, von Weide zum Meer, vom Wald zur Stadt, vom Tal zum Berg.
Nackenhaare stellten sich auf, Geräusche selbst wenn nur das Fallen eine Stecknadel wurde haarkleinst aufgenommen und zugeordnet.
All diese Eindrücke, all die Atmosphäre förmlich gar verinnerlicht, aufgesaugt und in einer kleinen Phiole in Herznähe verstaut. Um immer dann wenn man dieses Gefühl von völliger Sicherheit, Wärme und Energie benötigt. Kann man diese öffnen und daraus neue Kräfte schöpfen.
Benebelt gar der eindrücklichen Größe, der wahrlichen Umgebung. Trat er abschließend den schmalen Grad hinauf.
Den körperlichen Anstrengungen trotzend, wahrlichen Hochgefühls letztendlich als er den ungewohnten Kraftakt vollbrachte.

Stand er an der Brüstung hoch oben, der Blick weit schweifend über das Tal. Einzelne Häuser wie Punkte so klein.
Ran eine Träne selten der Gefühle das Antlitzes herab.

Wo stärkt Sicherheit und Rückhalt mehr, als in einer Heimat unter Familie, Freunde und gar höchster Zufriedenheit erfüllend.
Als der Geist gesättigt der Eindrücke, welche er erlangte. Lies er sich langsam auf den hellen farbenden Schemel nieder, langsam die Laute zückend. Begann er sorgfältig die ersten Eindrücke zu verarbeiten.

Die Linke wanderte am Griffbrett wie ein Tier.
Die Rechte an Saiten zupfend, schlagend, dämpfen..

Gefühle in Liedern den Hörer zu übertragen, erfordert Zeit, Erfahrung..

Doch es war in Arbeit..
Sha´layel

Beitrag von Sha´layel »

Die ersten Strophen fielen ihm doch leicht, gar frisch war noch das Erlebte. Emotionen überschatteten für die ersten Momente das Wesen des Geistes.
Noch einige Male ließ sich die Phiole öffnen, Erinnerungen daraus schöpfen.
Kräfte in das Lied integrieren.
Doch ihm wurde bewusst, es würde nicht reichen für ein ganzes Lied. Deshalb begann er fortan die ersten Strophen zur Perfektion zu bringen. Er wiederholte sie, bis die feingliedrigen Finger das Lied wohl schon von alleine von sich gaben.

Er fühlte sich im Rausch der Sinne, wie liebte er es von den Wellen der Musik getragen zu werden.
Ekstatisch befreite sich der Geist vom Körper und gab sich den Tönen hin. Unangetastet, Verloren in dem Moment.

Doch nicht von langer Dauer war diese Veränderung des Zustandes im Bewusstseins.
Gerade um diese Strophen zu formulieren, von sich gebend. Suchte er ausgewählte Plätze, welche emotionale Kräfte versprühten. Allein das Darsein an jenen, wäre ein Eintrag in seiner Geschichte würdig gewesen.

Welch Vollkommenheit strahlte der Balkon am Gipfel des kleinen Berges in der Ered'Luin aus. Es war so schwer in Worte zu fassen, keines hätte gereicht um den passenden Ausdruck zu finden.
Doch bereits hatte er es anteilig geschafft jenes Gefühl ins Lied einzubringen.

Für die weiteren Strophen müsste er etwas neues finden, vielleicht lässt sich ein Treffen mit Lamentinu arrangieren.

Weiter spielend, getragen vom intuitiven Verständnis der Musik wiederholte er die ersten Strophen..
Zuletzt geändert von Sha´layel am Freitag 5. Februar 2010, 10:21, insgesamt 1-mal geändert.
Sha´layel

Beitrag von Sha´layel »

Die Tage verstrichen, die Wochen vergingen. Die Sonne machte den Rhythmus, wie in ewiger Gewohnheit.
Doch ist es dort wo Zeit keine Rolle spielt, für einen zukünftigen Talgan nicht einfach.
Wo die Emotion das Sein überschattet, wo Gefühle die Struktur des Tages vorgeben.

Auf Antwort zu warten, kein Ton, kein Brief, gar verschollen die Person...

Er war jedoch wohl auf sich selbst gestellt, diese erste Hürde zu meistern.
Wohl schien die Aufgabe wie eine Bewährung die getätigt werden muss, bevor er den Titel erreichen mag. So durchzogen ihn die Gedanken.

Gar innerlich die Freude wahrlich kund getan, als er die Bekanntschaft einer Elfe machte ,diese ihm an jenem Augenblick an der Terrasse in Ered'Luin begegnete.

Worte wurden gewechselt, Wissen wurde getauscht. Die Unterredung für ihn schien einem wichtigen Puzzleteil gleich zu kommen.
Ein fundamentaler Eckstein für die Zusammenfügung des Ganzen.

Er musste das Lied berühren, meinte sie..

Jene die es bereits, früher in diesen Reihen geschafft hatten sind auf ein anderes Instrument zurück zu führen gewesen.
Dieser Makel war ihm immer klar, es wird schwer mit seiner Laute, wohl jeder hatte ihm gesagt die Harfe erwählen zu sollen.
Doch muss er sich auch eingestehen, zu Wissen wann er den Wechsel zu vollführen hat.

Ein Instrument hatte er bereits in jener Ausführung, auch fiel ihm das Spielen leicht darauf.
Er würde es probieren, das Lied dieses mal notieren. Übersetzen von Laute auf Harfe, jeden Ton bis zur Vollendung.

So beginn er damit, schon früh wurde ihm klar das er es hier viel langsamer Spielen musste.
Was die Länge des gesamten nun letztendlich zu einem ganzen machte. Einem komplexen Lied.
Die Arbeit war begonnen, das Ergebnis steht noch aus.
Sha´layel

Beitrag von Sha´layel »

Die Zeit verging rasch in letzter Zeit, doch waren die Ereignisse welche der Elf gemacht hatte sehr wichtig gewesen.
Der Unterricht mit ihr, war wohl nicht mit Worten auszudrücken. Doch seit jenen Tagen hat sich das Bewusstsein geöffnet um nun endlich ein geistiges Interesse geweckt, nach mehr..

.. nach Worten
.. nach Tönen
.. nach unstillbarer Fantasie

Täglich mochte man im Tal zur frühen Morgenstunde den Gesang des Elfen vernehmen, er war wohl sacht und leicht so schwingte das Lied durch die Bäume. Die Sprache mit dem gespielten zu formen, war schon eher ein schwierigeres Unterfangen als beides einzeln zu verrichten.
Doch so die nächsten Mondläufe der Übung mit Erfolg gekrönt waren, so wird er sich mit Sicherheit wieder mit ihr in Verbindung setzen.

Des Abends waren die Gedanken seit den letzten Tagen mit etwas getrübt, Fae erzählte von einem Vorfall in der Stadt der Edain. Ein Erzlethyre, wie raste das Herz als er die Botschaft vernahm. Wie erschüttert er über seine Hilflosigkeit in solchen Moment war ist unbeschreiblich.

Lange Zeiten, Jahre, Jahrzehnte ja gar ein Jahrhundert lang dem Spiel des gehörten Tons nachgeeifert. Als ihm der Gedanke kam, nichts beitragen zu können, was sonst einer kämpferischen Handlung nahe kommen würde.

Doch auch war er sich sicher, das er nie vergessen durfte wie wichtig ein kräftiges Lied in solchen Zeiten das Gemüt des Kämpfenden stärken kann. Jedoch wird er sich wohl darum kümmern müssen, die Fingerfertigkeit mit dem Bogen zu trainieren. Im Falle eines Falles wird sich dies sicherlich nicht als falsch erweisen.

So machte er sich am nächsten Tagesanbruch auf, zu jener Elfin zu gelangen welche ihm jenen Bogen aushändigen könnte.
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