Das Ende

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Linnet Rysk

Das Ende

Beitrag von Linnet Rysk »

Linnet stand im Osttor Berchgards und blickte noch einmal zurück. In der letzten Nacht hatte sie viel hin und her geschafft, in vielen Briefkästen hatte sie etwas hinterlassen. Alles was sie nicht mitnehmen konnte, hatte sie unter ihren Freunden verteilt.

Ein kleines Päckchen würde wohl Amary Ann in ihrem Briefkasten finden.

Lächelnd dachte sie an die Zeit zurück in der sie Amary kennen gelernt hatte. Ihre Zeit in Bajard, bei der Miliz und ihr erstes Zusammentreffen mit Avaryn. Sie dachte auch daran wie sie Bajard hatten verlassen müssen, wie sie zusammen gekämpft hatten um ihren Traum dann in Berchgard zu verwirklichen.

Ein zweites kleines Päckchen hatte sie im Haus Llastobhar hinterlassen.

Schmunzelnd dachte sie daran wie sie dort Hilfe gefunden hatten. Linnet hatte ein Dach über den Kopf gefunden und Menschen mit denen sie ihre Sorgen teilen konnte, Menschen die ihr mit Rat und Tat zur Seite standen.

Zwei weitere hatte sie in der Nähe der Feste verteilt.

Rogan war für sie stets wie ein großer Bruder gewesen. Sie hatte eine Weile das Haus betrachtet und dann auch ein zweites Päckchen hinterlassen. Auch wenn sie Leonore erst kurz kannte, wäre sie gerne Patin geworden und es tat ihr leid, sie nun schon zu verlassen.

Das weitaus größte Päckchen brachte sie zum Handwerkshaus.

Hier waren all ihre Freunde. Die meisten ihrer Erfahrungen hatte sie mit diesen Menschen machen dürfen. Sie würden ihr alle fehlen. Amu, der liebenswürdige Schmied, der immer ein Ohr für ihre Probleme gehabt hatte. Than mit seinen ungewöhnlichen Lösungsansätzen bei Zweifel. Alliestra, die einen stets auf den richtigen Weg zurück schob, ob man nun darum bat oder nicht. Eydis, die nie ihre Höflichkeit verloren hatte.

Auch in der Nähe des Handwerkshauses war sie fleißig.

Sie dachte an Anveena, die Zeit mit ihr war durchaus turbulent gewesen. Aber auch sie würde sie sicherlich niemals vergessen. Ebenso an Simoen und die flüchtigen Begegnungen mit ihr.

Als es Zeit wurde Berchgard zu verlassen, blieb sie noch einmal am goldenen Lamm stehen.

Hier hatte sie den größten Teil ihrer Zeit verbracht, ihr Herzblut hineingesteckt. Der Umbau war wirklich schön geworden. Es gab sicherlich Menschen die dieses Werk am Leben halten würden. Kim die durch einen glücklichen Saufabend zu ihnen gestoßen war und ab da zuverlässig an ihrer Seite stand. Nie nahm sie ein Blatt vor den Mund und stets packte sie mit an.

Amy.. Der Drachen des Hauses. Wie viel hatte sie mit ihr erlebt? Ihre verrückten Einfälle, die Feiern, alles an ihr würde ihr fehlen. Es tat ihr leid, wie sie nun auseinandergehen würden, aber sie war sich sicher, dass ihre Freundin ihr Glück gefunden hatte und in guten Händen war.

Ihr Weg aus dem Land führt sie über Adoran, auch hier hatte sie etwas zu hinterlassen.

Ein kleines Päckchen ging an ihre Freundin Tarnya. Sie war mehr als nur eine Freundin für sie gewesen und es tat ihr leid, dass sie es nicht schaffte einen persönlichen Abschied über sich zu bringen. Aber auch sie war ihrem Traum näher gekommen.

Das letzte Päckchen hinterließ sie am Regiment.

Ihre Zeit hier war durchaus kurz gewesen, dennoch wollte sie die Erfahrungen die sie dort gemacht hatte nicht missen. Auch hier hatte sie interessante Menschen kennen gelernt, denen sie alles erdenklich Gute wünschte.

In jedem der Briefkästen befand sich zusätzlich zu der Hinterlassenschaft ein kleiner Brief.

„ Liebe Freunde,
es tut mir leid, dass ich es euch auf diesem Wege mitteile, aber ich dachte dies sei der Beste.
Ich freue mich, dass ihr alle euer Glück gefunden habt und wünsche euch allen eine wunderschöne Hochzeit und viele Kinder. Es tut mir leid das ich mein Versprechen, das Kindermädchen für alle zu sein nun nicht mehr wahr machen kann. Aber ihr werdet sicherlich eine Lösung hierfür finden.
Wenn ihr dies hier findet, habe ich das Land verlassen um mein eigenes Glück zu finden.
Vielleicht komme ich eines Tages wieder, wagt euch ja nicht dann unglücklich zu sein!
Linnet“


Auch am Regiment legte sie ein Schreiben auf den Schreibtisch von Arenvir. Sie hatte keine Ahnung wie man sich ordnungsgemäß abmeldete, sie hoffte einfach, dass dies reichen würde.

„ Dem Kronprinzen und dem Reich zu Ehr Oberst Arenvir,
hiermit lege ich meinen Dienst nieder.
Gardistin Arun“


Damit verlies sie auch Adoran.
Sie trug nicht viel bei sich, aber ihr Herz war um viele Erfahrungen reicher, als sie das Land verlies, ohne sich noch einmal umzudrehen…
Thancred

Beitrag von Thancred »

* ein alter, seltsam Zotteliger Kerl sass am Berghang Berchgards auf einem der Felsbrocken die die Muhre vor einem Tag mitgerissen hatte und blickte zum Fjord dem glitzerden Lichterspiel des Wassers und des Eises dort scheinbar gebannt folgend und doch reichte sein Blick durch den Punkt am Horitont weiter.. vielleicht sah er aber auch garnicht den Reif und das Glitzern der morgentlichen Lichtstrahlen denn in seinen Händen hielt der alte Zausel ebenfalls etwas das funkelnd und glitzernd wie das eis der Sonne Strahlen brach. Ein Kettenhemd war es, wohl aber viel zu klein für den gedrungenen Brustkorb des Schmiedes, und doch schien es dem Alten recht vertraut und beinah nahe zu stehen dieses leblose und doch wie Wasser glitzernde stück Kristall war das einzige ding welches getragen und brummend die Töne vernahm die er dem Fernen Glitzern am Horizont schickte, wie ein Lied .. einem Freund oder einer Freundin nachsendend, lebewohl zu sagen*

Niemand sonst war zu so früher Stunde dort und so sang er das Lied allein für jene die es hören konnten,....das Hemd,.. das Eis und vielleicht das Glitzern der Sonne auf der See*
Zuletzt geändert von Thancred am Mittwoch 27. Januar 2010, 16:25, insgesamt 1-mal geändert.
Arenvir von Goldenfall

Beitrag von Arenvir von Goldenfall »

-"Hat sie die Stadt schon verlassen Soldat?" informiert der Oberst sich nach Erhalt des Schreibens persönlich am Tor. Als der Posten verneint hinterlässt er eine kurze Anweisung und entfernt sich daraufhin.

Als Linnet schließlich die Stadt verlässt, nehmen die dort stationierten Wachtposten allesamt Haltung an und der Wachhabende wünscht der Gardistin im Namen des Oberst alles Gute auf dem weiteren Wege.-
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Amu Kanok
Beiträge: 111
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:41

Beitrag von Amu Kanok »

Spät abends kam er aus der Miene heim. Einige Tage hatte er nun dem Müßiggang zuwider sich dort geschafft, um seine zur Neige gegangenen Rohstoffe aufzufüllen, als sein Meister ihm das Schreiben reichte.
Wort für Wort buchstabierte er sich das Schreiben zusammen. Traurigkeit ergriff ihn, denn er hatte lange Zeit mit ihr verbracht. Es dauerte wohl lange, bis er ganz begriffen hatte, was das zu bedeuten hatte.

Verdammter Mist, die spinnt wohl. Wenn ich die erwische.......

Grummeld gingen die letzen Wortfetzen unter. Vorwürfe quälten ihn, denn sie hatten sich schlußendlich nicht die ganzen Wahrheiten gesagt, das fühlte er. Er stützte den Kopf in die Hände. Der Brief lag zwischen seinen Ellenbogen und ein paar Tränen kleckerten von seine Wange auf das Schreiben.

Als Lebenshälfte konnte er sie nicht gewinnen und halten, nun auch nicht als Freundin.

Kein Rotbäckchen mehr.

Das musste er erst einmal verdauen. Und dabei hatte es doch in den letzten Tagen wieder so schön begonnen. Die Streithähne kamen in Berchgard zur Ruhe und nun das.

Das war einfach nicht fair.

Rahel kam auch ins Handerkshaus und die 3 hingen alten Erinnerungen nach und ersponnen sich, was man hätte tun können, um sie hier festzuketten.
Anveena Midame

Beitrag von Anveena Midame »

Ruhig saß Sie auf ihrem Stuhl von ihrem Balkon. Blickte tief in die Nacht auf Berchgard, das vom Schnee und den Laternen dennoch hell erleuchtet schien.
Langsam griff Sie wieder nach dem Glas auf dem kleinen Tisch neben ihr, schmiss dabei unbeabsichtigt 2 der vielen Flaschen herunter, die sich auf diesem schon stapelten und klirrend auf dem Boden zersprangen. Doch es war ihr egal...sie hasste es...sie hasste alles. Mehr derzeit, dass Sie wegen diesem elendigen Ritual vor langer Zeit nicht mehr fähig ist, benebelt vom Alkohol zu werden und dieses exzessive Besäufnis nicht mehr als Goldverschwendung darstellte.
In der anderen Hand hielt Sie das Pergament, wie etwas wertvolles, wie ein kleines Baby, das vom Bösen beschützt werden müsse...das Böse..was vor ihr selber beschützt werden müsse.
Wieder nahm Sie einen kräftigen Schluck, sie konnte gar nicht mehr unterscheiden, was ihren Gaumen hinabfloss...sei es teurer Wein oder Plürre aus einer schäbigen Schenke.
Ihre Schwester schlief...sie war dankbar, dass Sie endlich Ruhe gab und dennoch...wünschte Sie sich gerade nicht mehr, als das der Wirbelwind Sie terrorisieren und nerven würde...so würde Sie wenigstens an was anderes denken.
Vorsichtig hob Sie wieder das Pergament an, von der einen Laterne am Balken hängend, konnte Sie die Worte wieder überfliegen.
"Ich freue mich, dass ihr alle euer Glück gefunden habt und wünsche euch allen eine wunderschöne Hochzeit und viele Kinder."
Sie musste missgunstig Aufschnauben. Glück gefunden? Welch Ironie...und das aus ihrem Munde. Sie wusste es doch...sie wusste, dass Anveena...ja...dass Linnet ihr einziges Glück jemals war...dass ihr Herz immer noch so sehr pochte, wenn Sie nur ihren Namen hörte oder einen Gedanken von der gemeinsamen Zeit hinterherweinte.
"Wenn ihr dies hier findet, habe ich das Land verlassen um mein eigenes Glück zu finden. "
Wieder ein seufzer. Das Glück finden...ja...wie ein Dolch in die Brust. So sehr Anveena Linnet liebte...es hiess ja nur, dass Sie es dann nicht erwiederte...dass Anveena NIE ihr Glück sein könnte...nie in dieser Götterverdammten Welt. Nie.
"Vielleicht komme ich eines Tages wieder, wagt euch ja nicht dann unglücklich zu sein! “
Unglücklich? Was sollte Sie glauben...das Sie nun eine Feier schmiss? Das Sie laut vom Balkon ihr Glück herausrief?
Ein großer Schluck..wünschte Sie, sie wäre besoffen, um vom Balkon zu stürzen...doch die menschliche Vernunft blieb an ihr haften wie eine Zecke an einem Hund.
Langsam liess Sie den Brief aus ihren Händen gleiten, während der Mondschein in ihren feuchten Augen spiegelte und langsam eine Träne ihrer Wange hinablief.
"Du dummes...dummes Mädchen", krächzte es trocken und traurig aus ihrer Stimme. "Warum hast du nie gesehen, dass von all den Menschen, all dem Hass in meinem Herzen und all der Boshaftigkeit in mir du das einzig wirkliche, das wahre, das nicht erlogene in meinem Leben warst. Ja, ich hätte für dich alles aufgegen um der Mensch zu sein, den du glaubtest gehabt zu haben."
Dann wischte sie sich die Träne aus dem Auge, atmete einmal tief durch und besann die ganze Nacht in Trauer an eine Zeit, die für sie als einziges "leben" bedeutete.
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