Operation Heimkehr

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Alexander van Bernau
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Operation Heimkehr

Beitrag von Alexander van Bernau »

"Du bist doch verrückt...nach Rahal...mitten ins Vespennest", sagte nicht etwa ein außen stehender, sondern sein eigenes Gewissen, als er in die Kutsche stieg.
"Was lungert sie auch ständig in Bajard oder sonstwo herum", ging es weiter.
Er war nervös, das stand außer Frage. Das innere Rahals hatte er bisher nur in der Schlacht gesehen. Er schaute an sich herab, betrachtete seine dunkle, fast schwarze Kleidung. So stellt man sich in Alumenas nunmal den typischen Rahaler vor: finstere Erscheinung, ein nicht gerade freundlicher Umgangston und dazu noch dämlich wie ein Stück Brot. Nur am Leben um zu töten. So war es aber garnicht...

Die Wachen passierte er ohne Mühe, er hatte ja auch alles was ihn hätte verraten können, zuhause gelassen. Er hatte nicht viel mehr dabei, als er am Körper trug. Dort war natürlich auch ein Dolch versteckt, aber eigentlich war er ja nur hier, um Informationen zu sammeln.
Sein erstes Ziel war also die Hafenschenke, denn im Suff sind die Leute ja meist redeseliger.
Das er direkt einen Volltreffer landen würde, damit hatte er wohl kaum gerechnet!
Kaum in der Schenke angekommen vernahm er ein Gespräch zwischen zwei Männern, die über "das Mädchen im Keller" redeten, welches gefesselt werden müsste.
Dass die Unvorsichtigkeit dieser Männer noch weiter ging, das konnte er wohl kaum ahnen. Kurz nachdem einer von beiden hinter einem Vorhang verschwunden war, kam ein anderer hinter diesem hervor und führte das Mädchen vor sich her.
Sein Blick ruhte auf Ira, den gepeinigten Körper inspizierend. Sie hatte blaue Flecken und etwas getrocknetes Blut im Gesicht. Sie wirkte schwach, geradezu gebrechlich. Ihr Blick zeugte von ihrem seelischen Zustand.
Er hatte nur nach Hinweisen gesucht und war überhaupt nicht darauf vorbereitet, sie zu finden.
Der Kerl verließ die Schenke mit ihr. Kurze Zeit später folgte auch er, unter dem Vorwand noch etwas Gold holen zu müssen.
Er dachte sie würden Ira irgendwo anders hinbringen. So folgte er den frischen Fußspuren und war wieder perplex, als die beiden plötzlich hinter einer Ecke vorkamen.
"Spring ihn an und schlag ihm seinen Schädel ein", sagte die Stimme in ihm.
Die Taverne hinter ihm war voller Gesocks, das sicher zu allem bereit war. Noch dazu die etlichen Wachen, die auf dem Weg nach draußen warten würden.
Was würde es jetzt bringen, den einen Kerl zu überwältigen, wenn er hinterher auch im Keller hockt und immernoch keiner weiß, wo Ira ist...

Der Drang sich auf die Lippe zu beißen war übermenschlich. Wären sie in einer Kirche gewesen, man hätte wohl seine Zähne knirschen gehört.
Er wollte nach außen hin gelassen wirken, legte immer wieder ein gespieltes lächeln auf. Ob es ihm gelang, das ist eine andere Frage.
Er beließ es dabei, so zu tun, als ob er die Bank suchte.
Wie gerne hätte er sie von ihren Qualen erlöst. Aber wenn diese Aktion jetzt nicht gelingen würde, dann wären beide dem Tode geweiht. Jetzt hatte sie vielleicht noch eine Chance, weil Vincent ja sein "Spiel" spielte.

Es blieb ihm nichts übrig. Er ging davon und um die nächste Ecke. Sein Herz schien gegen den Brustkorb zu hämmern und diesem entspringen zu wollen.
"Scheisse", war sein einziger Gedanke, als er sich an die Wand drückte und mit der Faust gegen diese hämmerte. In diesem Augenblick rief Vincent auch noch nach jemandem und sogleich kam ein weiterer, nicht ganz so hässlicher Kerl wie Vincent, aber doch schon ziemlich hässlich, aus der Schenke.
Ihm blieb nun wirklich nichts anderes übrig, als das Spiel zu spielen.
Er tat so, als würde er zur Bank gehen und betrat kurz darauf wieder die Taverne.
Ein letzter Blick auf Ira, bevor er geht, das war sein Ziel. Und dies gelang auch.
Er schaute sich genau um, prägte sich den Raum ein, so gut er konnte.
Nach ein wenig Geschwafel und mit einem Vorwand verließ er die Schenke und machte sich auf den Weg zurück...

Selten fühlte er sich so hilflos wie heute...

Zurück in der Festung angekommen stürmte er zur Schreibstube und begann hektisch einen Plan der Schenke zu zeichnen, ehe er noch ein Detail vergisst.
Immer wieder tunkte er die Feder hektisch in die Tinte, das Pergament mit einigen Flecken davon übersäend.
Als er seiner Meinung nach fertig war eilte er hektisch zum Anwesen von Rafael.
Es konnte nicht warten...
Zuletzt geändert von Alexander van Bernau am Donnerstag 28. Januar 2010, 00:49, insgesamt 3-mal geändert.
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