Der neue Lebensweg..

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Amu Kanok
Beiträge: 111
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:41

Beitrag von Amu Kanok »

Er hörte sie rufen und drehte sich unvermittelt um. Was für ein Lächeln, das kam ihm doch bekannt vor. Fing sie jetzt auch schon damit an?
„Weißt du, ich finde wir sollten, wenn wir schon einmal hier sind uns einen kleinen Vorrat besorgen…‘

Er schaute zum Süßwarenhändler, zu ihr, zum Süßwarenhändler. „Rotbäckchen, du brauchst mich nicht so schmachtend ansehen. Habe ich dir je einen Wunsch abgeschlagen?“ kommt es dann grummelnd zu ihr.
Versöhnlicher lud er sie ein, sich die Leckereien beim Händler auszusuchen, während er sich heimlich immer mal wieder nach einem Schneider umsah. Mit sichtlicher Freude schaute er ihr zu. Der Händler war gut, er erkannte sofort dass er nun einen Käufer an der Angel hatte der begierig ist seine Vorräte aufzustocken. So bot er ihr eine Kostprobe nach der anderen an. Ja sie war ein Leckermaul und fast instinktiv leckte er sich die Lippen, als wenn von den letzten Verköstigungen noch etwas darauf zurückgeblieben war. Gelegentlich drehte sie sich mit einer Leckerei um, schob sie ihm zwischen die Lippen unf wartete gespannt auf seine Reaktion. Genüsslich saugte er die Leckerei in den Mund kaute und nickte oder schüttelte mit dem Kopf. Abhängig von seiner Reaktion packte der Händler neue Tütchen zusammen und feilschte mit Linnet, die sich daraus einen Spaß machte den Preis auszuhandeln. Glücklich wie ein kleines Kind strahlte sie ihn an, als sie mit den ganzen Leckereien bepackt zu ihm kam. Bereitwillig hielt er den Beutel auf und lies sie einpacken. Dann legte er ihr ein Arm um zog sie vorsichtig zu sich und drücke ihr ein Kuss auf die Stirn.
Leise flüsterte er „ Komm mal bitte mit.“ Ohne ihre Reaktion abzuwarten ergriff er ihre Hand, die sie fest umschloss und zog sie durch die die Stände zu einem Schneider.
„So guter Mann, ich habe hier ein Problemfall, den ihr mustergültig ausstatten werdet, das man sich nach der Dame die Finger leckt“ sprach er den Händler direkt an. Dieser winkte ein paar verschleierte Frauen heran und schon umringten diese Linnet und zogen sie vorsichtig in das Haus. Felehnd blickte sie zurück zu ihm, doch ein sanftes Lächeln und ein Luftkuss schickte er ihr nach. „Bis gleich Rotbäckchen“ rief er ihr winkend nach.
Linnet Rysk

Beitrag von Linnet Rysk »

Völlig verdutzt blickte sie Amu hinterher.
Er hatte sie ausgetrickst!
So schnell wie er entschwunden war, konnte sie überhaupt nicht reagieren.
Flehend sah sie ihm nach, das konnte doch nicht sein ernst sein! Sie war noch mit den erhaltenen Tüten beschäftigt gewesen und hatte sich gerade gefragt, was sie noch einmal kosten könnte. Nur zu Sicherheit – ob es denn wirklich noch gut war.

Und das hatte er ausgenutzt! Absolut überfordert stand sie nun da, unfähig sich gegen irgendetwas zu wehren.
In der Hoffnung, dass es einfach schnell vorüber sein würde. Dabei lenkte sie sich damit ab, wie sie das rächen würde. Oh! Das würde er zurück bekommen.
So Etwas tat er ihr nicht ungestraft an!
Ihre Wangen färbten sich, während sie sich herum schieben lies und auf das Ende wartete.
Ihr kam es wie eine Ewigkeit vor, bis sie endlich das Haus verließ, sich hektisch nach Amu umschauend.
‚DU!‘
Mit geröteten Wangen eilte sie auf ihn zu.
‚Du fieser.. fieser…‘
Sie schüttelte mehrmals den Kopf. ‚Du fieser Schmied, du!‘
Ihr Wutausbruch schien ihn nicht sonderlich zu beeindrucken, was sie noch wütender machte.
Gepresst meinte sie: ‚Ich fahr nach Hause!‘
Dabei stapfte sie schon wieder in Richtung Hafen.
Am Tor blieb sie stehen und blickte über ihre Schulter, sich vergewissernd, dass er nicht stehen geblieben war.
Nachdem sie festgestellt hatte, dass er ihr weiterhin langsam und gemächlich in völliger Ruhe folgte, ging sie weiter in Richtung Schiff.
Dabei meldete sich ihr schlechtes Gewissen. Eigentlich hatte er es doch gut gemeint, aber er hätte doch wissen müssen, dass sie so Etwas nicht haben konnte!
Unvermittelt vor dem Schiff blieb sie stehen. Ihr war durchaus bewusst, dass sie ihm Unrecht tat.
Aber sie wollte nach Hause. Vieles gab es zu klären und auf einmal hatte sie es damit sehr eilig.
Sie wollte keinen weiteren Tag mehr damit warten.
Keine weitere Stunde.
Sie hätte längst an vielen Stellen reinen Tisch machen sollen und nun war sie sich sicher den Mut dazu zu haben.
Während sie das Schiff betrat, fertigte sie gedanklich eine Liste an.
Eine Liste, die es abzuarbeiten galt. Und dieses Mal würde sie sich nicht aufhalten lassen.
Von Niemanden.
Dieses Mal würde sie es durch ziehen und am Ende, würde sie niemals wieder in Versuchung kommen die Flucht zu ergreifen. Denn dann waren endlich alle Fronten geklärt.
Mit grimmiger Entschlossenheit suchte sie sich einen Platz und wartete auf Amu. Als er in ihr Blickfeld kam, winkte sie ihn zu sich heran, die grünen Augen auf eine der vielen Gepäckstücke gerichtet.
Dieses Gespräch würde sie sich für den Schluss aufheben, aber erst einmal müsste sie noch einmal die Mitbringsel kosten..
Linnet Rysk

Beitrag von Linnet Rysk »

Die Beine angezogen, mit dem Rücken an die kalte Wand gelehnt, starrte sie in die Dunkelheit.
Lange starrte sie einfach auf einen unbestimmten Punkt und dachte über ihre Fehler nach.
Wo hatte sie es falsch angegangen?
Sie war nicht einmal über Person eins hinausgekommen!
Wie sollte man jemals eine Liste abarbeiten können, wenn man stets stecken blieb?
Und dabei hatte sie es doch ehrlich versucht! Sie hatte gesagt, was sie dachte, sie hatte klar gesagt was sie wollte und doch waren ihr die Worte im Mund umgedreht worden.
Sie würde nicht auf ihr Herz hören, hieß es.
Sie würde sich etwas einreden.
War es so?
Sie biss sich auf die Lippe und fuhr mit den Fingern über den Steinboden.
Redete sie sich etwas ein?
Dessen war sie sich gar nicht so sicher.
Aber eines wusste sie ganz sicher: Sie wollte alleine sein.
Natürlich war es schön einen Partner an der Seite zu haben und sicherlich hatte es durchaus Vorzüge nicht jeden Morgen alleine aufzuwachen.
Aber sie hatte auch die anderen Seiten kennen gelernt - und schmerzhaft gelernt - was passierte, wenn Vertrauen enttäuscht wurde.
Sie hatte nicht vor diese Erfahrung ein zweites Mal zu machen.
Egal mit wem.
Nachdem sie in dem Versuch mit Worten zu überzeugen völlig gescheitert war, musste sie es anders angehen.
Schlimmer als das Scheitern war das Jemand aus ihrer Vergangenheit auftauchte.
Jemand von dem sie dachte, dass sie damit abgeschlossen hätte.
Jemand, der gar nicht auf ihrer Liste vorkam und sie nun erneut in Schwierigkeiten brachte. Wie aus dem Nichts wurden Gefühle wieder hervorgeholt, dachte sie doch, sie wären tief verschlossen.
Es half alles nichts, sie würde es anders angehen müssen.
Langsam tastete sie sich ihren Weg durch die Dunkelheit bis zur Treppe.
Sie hatte es lange versucht.
Alleine versucht.
Nun würde sie sich Hilfe suchen.
Hilfe von Menschen, die sie verstanden.
Während sie sich die Treppe rauf tastete, konnte sie nur hoffen, dass sie sie verstehen würden.
Vielleicht wusste ja einer von ihnen Rat.
Und so setzte sie sich in ein warmes Zimmer.
Hier würde sie warten, bis sie dort wären.
Dieses Mal würde sie die ganze Wahrheit erzählen, nicht nur einen Teil und darauf hoffen, dass sie ihr helfen würden..
Linnet Rysk

Beitrag von Linnet Rysk »

Mit dem Rücken an einen kahlen Baum gelehnt , betrachtete sie die weiße Pracht zu ihren Füßen.

Nie war ein Tag wie der andere, aber in den letzten Tagen war sehr viel geschehen und diesmal lag Ärger in der Luft. Nicht so eine Art Ärger die wieder verfliegt, nein. Es war eher eine Art die schwere Konsequenzen nach sich ziehen würde. Sehr schwere. Vielleicht schwerere als allen Beteiligten bisher bewußt war.


Sie steckte die Hände tiefer in die Taschen und ihre grünen Augen schweiften über die Umgebung, ohne das sie wirklich wahrnahm was sie sah.


Immer noch war sie sich nicht darüber einig wie sie vorgehen sollte.

Nur eines war absolut sicher: weg laufen kam diesmal sicher nicht in frage.

Aber was dann?

Verrat? Nein, das fiel wohl auch heraus.

Handeln? Aber wie? Und sollte sie Hilfe dazu holen?

Seit gestern hatte sie so eine Ahnung wen sie fragen könnte und wer hinter ihr stehen würde.

Vielleicht sollte sie einfach nur zusehen und erst eingreifen, wenn die ersten Konsequenzen schon eintraten?

Langsam löste sie sich von dem Baum und stapfte durch den Schnee.

Zunächst einmal galt es sich um etwas ganz anderes zu kümmern.
Eine Person die ihr am Herzen lag, auch wenn sie immer noch nicht verstanden hatte was vor sich gegangen war, war sie sich doch sicher, dass sie ihre Hilfe brauchen würde. Blieb nur zu hoffen, dass sie diese auch annahm.

Einen Schritt nach dem Anderen.

Und so machte sie sich auf den Weg zu Neitha, während ihre Gedanken immer wieder um das Selbe kreisten. Ein Problem, dessen Lösung schwieriger war als all jenes für sie zuvor:

…… Was konnte eine Freundschaft alles ertragen… ?
Linnet Rysk

Beitrag von Linnet Rysk »

Völlig erschöpft lies sie sich auf eine der Bänke sinken, die Mütze hatte sie auf den Tisch vor sich gelegt, die Schürze einfach hinter sich gefeuert. Sie hoffte inständig, dass es nun auch bald vor der Tür des Lammes ruhig sein würde.

Nachdem ihre Entscheidung gefallen war, hatte es noch viel zu tun gegeben.
Vieles davon hatte sie inzwischen erledigt, am teuersten war Rogans still schweigen gewesen, aber das hatte sie vorher schon erwartet.

Langsam drückte sie sich auf und sammelte mit einem Lächeln die letzten leeren Gläser vom Tisch. Prüfend sah sie sich noch einmal im Raum um, ehe sie an der Tür lauschte und als sie sicher war nichts mehr zu hören, hinaus schlüpfte, die Treppe hoch eilte und in ihrem Zimmer verschwand.

Sie fühlte sich keineswegs so sicher das Richtige zu tun, wie sie an diesem Tag mehrmals versichert hatte. Auch wollte sie die Hoffnung noch nicht aufgeben, dass die Vernunft immer noch siegen konnte.

Für den Fall das es schief gehen würde, wussten immerhin vier Menschen was sie vor hatten. Keiner von ihnen war begeistert gewesen und ihre Reaktionen würde sie wahrscheinlich so schnell nicht vergessen.


Jetzt hieß es abwarten das die Zeit vergeht und das Beste hoffen..
Linnet Rysk

Beitrag von Linnet Rysk »

Der Abend war völlig anders verlaufen, als gedacht..

Linnet hatte sich schon lange daran gewöhnt, dass planen etwas war, das ihr nicht lag und das es zumeißt anders kam als man dachte.
Aber das der Abend ein solches Ende nehmen würde hätte sie nie erwartet.

Der Ausflug von Amary und ihr gestaltete sich Ereignislos und durchaus kurz.
Als sie zurück waren, erwartete sie eine kleine Überraschung im goldenen Lamm. Es war nicht leer.. Und damit begann das Übel seinen Lauf.

Zunächst versuchte sie es, wie immer mit einer kleinen Flucht ins Handelshaus, in der Hoffnung danach würde sich die Lage entspannen.
Zurück im Lamm angekommen wurde sie jedoch bitter enttäuscht. Immernoch ging es heiß her. Und dieses mal hielt auch sie nicht mehr an sich.

Vieles konnte sie ertragen, vieles dulden. Vieles hatte sie lange Zeit hingenommen. Aber irgendwann kannte auch Linnets Geduld eine Grenze und heute wurde sie überschritten.

Nach einem äußerst hitzigen Gespräch, trennte sie ruhig die Schlüssel ihres Hauses vom Schlüsselbund des Lammes.
Genug war genug. Damit landete der Schlüsselbund im Briefkasten von Amary.

Linnet hatte keine Ahnung wie es weiter gehen sollte. Aber eines wußte sie ganz sicher:

So, würde sie keinen Tag weiter machen wollen...
Linnet Rysk

Beitrag von Linnet Rysk »

Linnet saß in ihrem alten Zimmer, das Zimmer welches sie verlassen hatte um bei ihrer besten Freundin zu wohnen. Immer noch konnte sie nicht fassen, dass sie zurück war. Die letzten Tage waren eher Albtraumhaft gewesen.

Ob es eine Kurzschlussreaktion ihrerseits gewesen war?

Vielleicht..

Aber andererseits hatte sie das Gefühl keine andere Wahl mehr zu haben. Wie oft hatte sie in letzter Zeit gesagt, dass sich ihre Freundin verändert hatte. Das sie nicht mehr die Alte war? Das es schwierig mit ihr geworden war?
Auch sie hatte gesagt bekommen, dass sie sich verändert hätte. Das Regiment täte ihr nicht gut. Häufig hatte sie es sich angehört, es hinterfragt, aber auch jetzt noch glaubte sie nicht daran das es wirklich so war.

Vieles hatten sie gemeinsam durchgestanden.
Zusammen, zu dritt. Seite an Seite hatten sie Probleme bewältigt. Ebenso wie Linnet alleine die Streitereien der Beiden mit einer unendlichen Ruhe aus saß.

Immer und immer wieder geriet sie zwischen die Fronten, sie konnte gar nicht mehr aufzählen wie all die Übel hießen, die langsam aufzogen und quälend langsam wieder vergingen.

Sehr lebhaft konnte sie sich an eine Menekanerin erinnern, die für mehr als nur ein bißchen Aufruhr gesorgt hatte. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht. Hin und wieder konnte man den Streitereien der Beiden etwas abgewinnen. Aber leider war das viel zu selten der Fall.

Wie oft hatte sie versucht keine Stellung zu beziehen?
Wie lange versucht der ruhige Pohl zwischen beiden zu sein?

Selten hatte sie das Gefühl gehabt, das einer der Beiden auf sie Rücksicht genommen hätte.

Nach der Trennung der Beiden, lief es zunächst überraschend gut…

Vielleicht hätte lieber jemand Linnet gesagt, dass es nur die Ruhe vor dem Sturm war.
Aber selbst dann hätte sie wahrscheinlich nicht anders reagiert.

Sie hatte es sich wirklich lange angehört, beide Seiten.
Es tat ihr weh, wenn sie wieder einmal übereinander her fielen und ihr nichts anderes als eine kurze Flucht oder eben ein Aussitzen der Situation blieb.

Doch irgendwann hatte sich auch, die sonst recht ruhige Linnet, einmal genug angehört. Das nun das Lamm geschlossen werden sollte, weil einem der Partner des Anderen nicht passte, war zuviel.
Der Tropfen der bei ihr das Fass zum überlaufen brachte.

Wenn sie doch eine Familie waren, waren denn dann nicht die Partner der Anderen gleich?
War man sich nicht wichtiger und konnte man nicht über die erste Verliebtheit und ein paar Fehler des anderen hinwegsehen?

Auch wenn sie sich langsam wieder beruhigte. Und sie sich zunehmend Sorgen machte, Sorgen darüber wie es weiter gehen sollte. Was aus dem Lamm werden würde. Was ihre Freundin tat. Konnte sie nicht zurück.

Sie hatte das Gefühl, dass keiner von beiden es in Ruhe klären würde können. Und sie wollte nicht, dass es in bösen Worten endete.

Ein überraschendes Angebot hatte sie erhalten, aber ebenso schnell abgelehnt.
Sie wollte ihre alte Freundin nicht als Feindin, das war sicherlich das Letzte das sie vor hatte.

Eine Aussprache wäre sicherlich kein falscher Weg. Aber wenn es eine geben sollte, müssten sie alle drei reden. Und bisher war ihr leider noch nicht klar, in wie weit es ihnen weiterhelfen würde. Schienen die Fronten auf allen Seiten doch recht verhärtet.

Lange starrte sie die Decke an, in der Hoffnung die Lösung des Problems zu finden. Irgendwann schlief sie wohl darüber ein…
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