Es war Abends… die sanfte Dunkelheit der Nacht hatte sich um die Welt gelegt wie ein Mantel. Nur sanfte Geräusche klangen an mein Ohr, wie das Zwitschern der Vögel… ich genoss die Stille des Abends… Zumindest versuchte ich es, dennein Hämmern die Haupttore des Klosters erschrak mich… ein Besucher zu dieser abendlichen Stunde? Langsam erhob ich mich und begab mich ans Tor und öffnete es… mein Blick viel auf kaltes schwarzes Metall, das eine Gestalt umhüllte, das Gesicht von einem Helm verborgen… in mir verkrampfte sich etwas und ich sah die Gestalt an… dann ein leises Geräusch und erst da bemerkte ich, das jene Gestalt, welche wohl ein Gardist Rahals sein mochte, von einem Kinde begleitet wurde… einem jungen Mädchen…
Dieses Mädchen wurde an jenem Abend in meine Obhut gegeben. Der Grund? Ich werde ihn im Herzen behalten, doch nicht dar niederschreiben...
„Nehmt dieses Mädchen und gebt auf es acht bis ich, oder seine Eltern es wieder abholen…vielleicht wird sie auch bei euch bleiben…“ So mögen die Worte der Gardistin gewesen sein, ich erinnere mich nicht genau... Doch vom Sinne her dürfte dies zutreffen.
In meinem Kopfe pochte das Misstrauen… war jener Gardist doch ein Anhänger des verfluchten Brudermörders… doch was konnte dieses Kind für die Missetaten seiner Häscher?
Nun... ich erklärte ich mich bereit es auf zu nehmen… Das Mädchen, mit dem Namen Tira… ich hätte nie gedacht das mir dieses Kind so ans Herz wachsen könnte… sie ist eine lehrsame Schülerin und lernt aus den Geschichten der Temora… mehr als jeder Erwachsene… ich fühle die Zuneigung zu diesem Kind… wird der Gardist wohl wieder einkehren um sie zu holen? Vielleicht eines fernen Tages… Doch weiß ich, dass ich diesem Tage mit Traurigkeit entgegensehe...
Tira wohnt nun bei mir in der Kirche… ich habe sie mit meinem Namen angemeldet… Tira Valeth… damit man sie nicht erkennt… bin ich doch etwas wie ihre Ziehmutter. Dieser Gedanke erhellt wahrlich mein Gemüt. Etwas, was mir vor einigen Sonnen noch verborgen blieb.
Vielleicht wird sie ja einmal in meine Fußstapfen treten… vielleicht…
Aus dem Tagebuch von Sanjana Valeth