Schlafen, Dösen, Schnarchen

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Jonathan

Schlafen, Dösen, Schnarchen

Beitrag von Jonathan »

Mit hinterm Kopf verschränkten Händen lag der junge Mann auf einer Pritsche im Gefängnis Adorans und starrte in die Dunkelheit zur Decke. Irgendwie war es seltsam, aber jetzt da er in der leeren, kalten Zelle saß, merkte er erst, wie dreckig und versifft doch die Orte gewesen waren, an denen er die letzten Monate geschlafen hatte. Ein leichtes Grinsen schlich sich auf seine Lippen und er kuschelte sich enger in seine von der Gardistin spendierten Winterdecke.

Das lief ja nun nicht ganz nach Plan...
Aber wer kann schon damit rechnen mitten in der Nacht, am Arsch der Welt, auf diesen Knappen zu treffen...
Hätte ich mich bloß wie geplant selbst verkauft... ein paar Kronen wären sicher drin gewesen...
Naja, Pech gehabt... hauptsache ich komme nicht an den Pranger und der Rest klappt...


Sein Zellennachbar, den man zu Saremus Bedauern erst Heute eingesperrt hatte, schlief anscheinend schon, jedenfalls gab er keinen Laut von sich. Wahrscheinlich ruhte er sich für die kalten Tage am Pranger aus.

Komischer Kerl, wie kann man nur in Adoran mit 'Seinen Segen' grüßen?
Ich dachte nicht, dass jemand so unerfahren oder dämlich sein kann.
Aber das lustige war ja eigentlich, wer ihn festgenommen hatte...


Leise erklang sein amüsiertes und etwas dreckiges Lachen. Dann seufzte er tief und kratzte sich am Ohr.

Herrje ist es in der Zelle langweilig. Wehe die lassen mich Morgen nicht raus, hab' doch noch so viel zu tun... Ich hatte eigentlich auf mehr Besuch gehofft, aber dafür war die Anklage wohl zu lächerlich... dann muss ich eben Briefe schreiben... uargh.

Er tippte sich nachdenklich mit dem Zeigefinger gegen die Nase und überlegte.

Wenn ich wieder draußen bin, dann gönne ich mir als erstes ordentlichen Schnaps und mindestens zwei gute Unzen vom Wildkraut...
Hachja... hätte ich keinen Wein bekommen, hätte ich wohl wirklich ausbrechen müssen...


Nach einem tiefen Ein- und Ausatmen stellte Saremus fest, dass die letzten Stunden im Gefängnis sich wirklich übel hinzogen. Er hatte die letzten Tage definitiv zu viel geschlafen. Er hatte zwar nie gedacht, dass es möglich wäre, aber das faule Rumliegen und Dösen war doch irgendwie anstrengend. Eigentlich hatte er in der Zelle nur geschlafen oder gedöst, und hin und wieder etwas gegessen und getrunken.

Was mach ich danach? Hmn... Ob sich jemand um das Kopfgeld gekümmert hat? Hmn... ich sollte dem Kerl vielleicht soetwas wie ein Friedensangebot schicken... falls der nicht schon tot ist. Auf jeden Fall ist der Ärger eigentlich unnötig... naja mal schauen, auch eher unwichtig...

Er ließ einen Arm vom Bett baumeln und begann mit seinen feingliedrigen Fingern einen nicht gerade rhytmischen Klang auf den Steinfußboden zu klopfen und ging nochmal in Gedanken seine Vorhabensplanung durch.

Als erstes das Biest zum Essen einladen. Warum vermisse ich die dumme Kuh überhaupt... ? Hrm...
Dann sollte ich mich um die Leute am Hafen kümmern, schauen ob ich was wichtiges verpasst habe...
Danach ein Brief an den Statthalter Rahals. Das ist wohl das Wichtigste.
Anschließnd einer nach Adoran... ja das könnte klappen.
Nebenbei sollte ich versuchen die Krathori zu erreichen... ja das könnte hilfreich sein...
Ansonsten wäre endlich mal ein Schnack mit den Arkorithern angebracht... herrje..
Achja und die Vogtin und ihr Gnom... na das wird anstrengend... aber so weit, so gut...
Uuund irgendwas habe ich mal wieder vergessen...naja egal...


Irgendwann hing sein Arm nur noch sehr schlaff vom Bett und die Augen fielen ihm gänzlich zu. Das taktlose Klopfen der Finger wich einem leisen Schnarchen und er fing an von Frauen, Alkohol und Rauschkraut zu träumen.
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