Analyse

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Rika von Gryffenhorst

Analyse

Beitrag von Rika von Gryffenhorst »

Noch immer wartete Rika nervös auf ein Treffen mit Ritter de Lore - da kam ihr der Auftrag des Herren Thancred gerade recht. Eine Probe aus einem Faß sollte sie analysieren, das dem Herren als Arznei gegen die Seuchen, die in Varuna während der Belagerung gewütet hatten, verkauft worden war. Doch offensichtlich war die Substanz verpanscht worden - wie Rika erneut vermutete, als sie die Phiole mit der schimmernden Flüssigkeit gegen das Licht hielt. Eine diffuse Trübung, eine Idee zu Dunkel war der Trank geworden und hatte zwei Männern fast das Leben gekostet.
Rika stellte vorsichtig die Phiole ab und entzündete die Flammen unter den vielen, zierlichen Kolben und Gefäßen, verbunden mit Röhrchen aus Glas. Dann schüttete sie ein Teil der dubiosen Flüssigkeit in einen Kolben und während sie ihn unter langsamem Schwenken erhitzte, gestattete sie sich, die Gedanken schweifen zu lassen.
Menschliche Gefühle waren etwas unheimliches, so unberechenbar, so unvorhersehbar - ganz anders, als die Wissenschaft und das klar strukturierte Labor vor ihr. Daß, was aufbrandete, wenn Raphael in ihre Nähe trat, wenn er....
Rasch schwenkte sie den Kolben weiter über der Flamme und riß sich in die Gegenwart zurück, hätte sie doch fast den Siedepunkt verpaßt. Die Flüssigkeit hatte sich etwas verfärbt und fasziniert beugte sich Rika über das Gebräu. Bei einer Arznei gegen schwere Krankheiten hätte sie so eine Reaktion nicht erwartet. Vorsichtig schnupperte sie - nein, definitiv kein reiner Trank.
Sie griff nach einem weiteren Kolben, auf dem sie einen Filter aus Vulkanasche anbrachte und ließ die Substanz dort hindurchlaufen. Dann stellte sie das gefilterte Etwas in eine Halterung über eine Flamme und schloß ein Glasröhrchen daran an.
"Kein reiner Trank, zu dunkel, Verfärbung, beißender Geruch.." notierte sie sich auf einem sauberen Stück Pergament.
Während nun die ganze Apparatur zu laufen begann, machte sie sich weiterhin Notizen, beobachtete Siedeverhalten, Substanz und Farbe, atmete erneut vorsichtig den Dampf ein und wechselte die unterschiedlichsten Filter.

Einen halben Tag später stand das Ergebnis fein säuberlich aufnotiert auf dem Pergament vor ihr und Rika wischte sich mühsam die brennenden Augen, bevor sie erneut von einem Hustenanfall geschüttelt wurde. Nachtschatten - eindeutig zu viel Nachtschatten. Der Trank war tatsächlich hochgradig gestreckt worden und beinhaltete ganze vier Wirkungsweisen, die alle harmlos wären, wäre nicht das Zuviel an Nachtschatten gewesen.
Nachdenklich betrachtete sie das Pergament. War hier wirklich nur ein Pfuscher am Werk gewesen oder steckte hinter der ganzen Sache doch noch mehr? War hier vielleicht die Absicht am Werke gewesen, den überlebenden Bürgern Varunas den Rest zu geben? Nachdenklich griff sie zu einem neuen Stück Pergament und setzte einen Brief an Thancred auf.


18. Hartung 249 - Residenz von Gryffenhorst

Der Göttin zum Gruße, Herr Thancred,

ich schreibe Euch heute, um Euch die Ergebnisse meiner Analysen bezüglich des von Euch erworbenen Trankfasses mitzuteilen. Zuvorderst bitte ich Euch jedoch, daß Faß unbedingt weiter unter Verschluß zu halten, birgt sein Inhalt doch eine tödliche Gefahr. Derjenige, der Euch die Tränke gebraut hatte, hat die Dosis des Nachtschattens falsch berechnet - ob Absicht oder nicht, wage ich nicht zu beurteilen. Die Wirkungen Eures Trankes sind im einzelnen

- Heilung
- Nachtsicht
- Heilung bei schwerer Krankheit

Doch durch die zu hohe Nachtschattenkonzentration besitzt der Trank erschreckenderweise eine vierte Wirkung: Er ist hochgradig giftig!
Ich rate Euch daher dringend, dieses Faß endgültig zu versiegeln, auf daß kein weiterer Schaden angerichtet werde.

Mit bestem Gruß
Heil der Königin!
Rika Lukina Freiin von Gryffenhorst zu Ridmannsfluren und Wetterbruch
- Ärztin und Apothekerin zu Varuna -


*darunter das Familienwappen*
Thancred

Beitrag von Thancred »

* erhält das Schreiben und seufzt schwer als er die Zeilen liesst, mit wiegendem Kopf und noch immer den Brief in den Händen geht er sodann zum Lager und verplombt die Hähne der Fässer und rollt sie zum Abfall*

ein Glück nur, dass Alliestra nichts davon getrunken hat, brummt er nachdenklich as er zm Haus zurückgeht
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