Der Morgen dämmerte als ich in geduckter Haltung aus dem Zelt trat und noch leicht schlaftrunken meine Glieder reckte. Die Müdigkeit aber war schnell vergessen als mir der kalte Herbstwind ins Gesicht schlug und mir schließlich durch Mark und Knochen fuhr. Ich war lediglich mit einer einfachen Stoffhose und einem Paar Stiefeln bekleidet, fror und kehrte gegen jede Logik trotzdem nicht in den Schutz des Zeltes zurück, wo meine Verlobte und eine wohlige Wärme mich Willkommen geheißen hätten. Mit wenigen Schritten umschritt ich das Zelt, lies einen warmen Strahl ins Erdreich nieder und schlurfte dann weiter durch das mit Tau beschwerte Gras.
Unser Lager lag in vollkommener Stille auf der weiten Ebene jenseits der heiligen Stadt, Rahal und alle Eingänge zu den von uns errichteten Zelten waren noch vor der Herbsteskälte verschlossen. Alle schienen Sie damit ein besseres Los als ich selbst gezogen zu haben, mit Ausnahme von zwei Männern. Mit einem kurzen Nicken und einem Gähnen grüßte ich die beiden von mir abends zuvor aufgestellten Wachen, die sich in Decken gehüllt am Lagerfeuer wärmten und gegen Schlaf und Kälte zu erwehren versuchten.
Schließlich erreichte ich mein Ziel, beugte mich über die Wassertonne und lehnte mein Schwert an einen in die Erde getriebenen Holzpfahl. Ich hatte gelernt mein Schwert nie unnötig weit von meiner Seite weichen zu lassen, insbesondere wenn die Wände meines Heimes nur aus einfachem Zeltstoff bestanden. Mein mit Narben bedeckter Brustkorb weitete sich als ich die Morgenluft in meine Lungenflügel aufnahm und zog sich zusammen als ich den Kopf in das kühle Nass tauchte. Prustend und mich schüttelnd stolperte ich nach wenigen Augenblicken ein, zwei Schritte zurück.
Der Tag hatte also begonnen und es galt die von der erhabenen Ahad Lessard gestellte Aufgabe zu erfüllen. Ich nahm mein Schwert und machte mich dann auf den Weg zurück zu meinem Zelt, wo ich meinen jungen Waffenknecht, Vasquerades wecken und dann alles für unser Vorhaben zusammenpacken würde.
Kaum eine Stunde später war alles Nötige zusammengepackt. Ein kleines Zelt, Decken, Seile, Haken, Verpflegung, Bolzen, eine Armbrust, ein Bündel Wurfspeere und was es sonst noch für unser Vorhaben brauchte. Vasquerades und ich hatten die Last unter uns aufgeteilt und mit unseren Fellbehängen und den Waffen gaben wir ein ganz stattliches Bild ab. Ich verabschiedete mich mit einem Kuss von Aylia, versicherte ihr, dass wir wohlbehalten zurückkehren würden und durchquerte dann gemeinsam mit meinem jungen Waffenknecht das Lager.
Das Lager erwachte soeben zum Leben als wir den äußeren Rand von eben diesem erreichten, wo uns die erhabene Ahad Lessard erwartete. Mit einem tiefen und respektvollem Neig meines Hauptes versicherte ich ihr, dass wir erfolgreich zurückkehren würden und die gestellte Aufgabe erfüllt werde.
Und so begann unsere Reise…
Sechs Adler
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Eloriahus Drugar
Die Sonne stand schon nahezu im Zenit als wir die ersten Höhenmeter überwunden und den ersten Steilhang vor uns hatten. Das war der Punkt an dem ich meinen Weg alleine fortsetzen musste, ein solcher Aufstieg hätte meinen jungen Knecht um Weiten über seine Grenzen hinaus getrieben. Und so entschloss ich eine geeignete Stelle zu suchen, wo Vasquerades unser kleines Lager errichten konnte.
Wir brauchten nicht lange und fanden eine windgeschützte Stelle an der unser kleines Zelt und ein Lagerfeuer problemlos Platz finden würden. In der Nähe rauschte ein Bach den Berg hinab und so trug ich Vasquerades auf später einige Fische für uns zu fangen. Etwas Nahrhaftes zwischen den Zähnen sollte nicht schaden wenn ich zurück käme. Ich entledigte mich einiger Gegenstände, die mir auf meinem weiteren Weg nur unnötiger Ballast gewesen wären und trat den Aufstieg an.
Es war ein mühseliges Unterfangen. Schnell hatte ich meine Hände, Arme und Beine an einigen Stellen aufgeschabt und mehrere blaue Flecken geerntet. Ich überwandt jeden Höhenmeter unter Aufwendung größter Kraft, nicht selten musste ich mein gesamtes Gewicht über einen Felsvorsprung ziehen. Was hatte die Erhabene während einer der vielen Übungen gesagt... aus jedem blauem Fleck zieht man eine Lehre... ich lachte, ein heiteres und doch auch trotziges Lachen.
Einen Köcher mit Bolzen, eine Armbrust, einen Hammer, ein paar Haken und ein Langschwert hatte ich mit ledernen Riemen gesichert. Ansonsten trug ich einen dünnen Fellbehang, der mir ein Mindestmaß an Schutz bieten sollte, eine dicke Stoffhose, ein Seil das um meine Hüfte geschlungen war und ein paar robuste Stiefel.
Immer wenn mit Füssen und Händen einen guten Halt fand hielt ich inne und spähte über die Gebirgskette. Sie mussten in der Nähe sein. Und tatsächlich dauerte es nicht lange und ich sah einen Adler über mir kreisen. Die Flügel mussten mindestens eine Spannweite von zwei Metern haben. Ein durchweg beeindruckendes Geschöpf und doch war es mir verhasst. Instinktiv tastete ich nach dem kleinen Talisman, der um meinen Hals hing und fand schließlich den aus Knochen geschnitzten Zahn eines Panthers.
Alles musste nun schnell gehen, dachte ich. All zu oft würde sich mir diese Gelegenheit nicht bieten. Mit einigen kräftigen Zügen überwandt ich noch drei oder vier Höhenmeter und rutschte dann auf eine etwa ein Meter auf zwei Meter große, ebene Fläche. Gekonnt schwang ich die an einem Lederriemen befestigte Armbrust herum, griff nach einem der im Köcher befindlichen Bolzen, spannte ihn ein und legte an. Viel lieber hätte ich ihn mit dem Schwert bekämpft, doch da wurde der Bolzen auch schon aus der Armbrust geschleudert und rauschte durch die Luft.
Noch am selben Tag tötete ich meine ersten zwei Adler und in den darauffolgenden Tagen waren es weitere vier. Und als der insgesamt sechste Adler vom Himmel stürzte berührte ich mit meiner rechten Hand Stirn und Brust und entsandt ein Gebet an den All-Einen. Meine Aufgabe war erfüllt und die erhabene Ahad würde zufrieden sein, so hoffte ich.
Wir brauchten nicht lange und fanden eine windgeschützte Stelle an der unser kleines Zelt und ein Lagerfeuer problemlos Platz finden würden. In der Nähe rauschte ein Bach den Berg hinab und so trug ich Vasquerades auf später einige Fische für uns zu fangen. Etwas Nahrhaftes zwischen den Zähnen sollte nicht schaden wenn ich zurück käme. Ich entledigte mich einiger Gegenstände, die mir auf meinem weiteren Weg nur unnötiger Ballast gewesen wären und trat den Aufstieg an.
Es war ein mühseliges Unterfangen. Schnell hatte ich meine Hände, Arme und Beine an einigen Stellen aufgeschabt und mehrere blaue Flecken geerntet. Ich überwandt jeden Höhenmeter unter Aufwendung größter Kraft, nicht selten musste ich mein gesamtes Gewicht über einen Felsvorsprung ziehen. Was hatte die Erhabene während einer der vielen Übungen gesagt... aus jedem blauem Fleck zieht man eine Lehre... ich lachte, ein heiteres und doch auch trotziges Lachen.
Einen Köcher mit Bolzen, eine Armbrust, einen Hammer, ein paar Haken und ein Langschwert hatte ich mit ledernen Riemen gesichert. Ansonsten trug ich einen dünnen Fellbehang, der mir ein Mindestmaß an Schutz bieten sollte, eine dicke Stoffhose, ein Seil das um meine Hüfte geschlungen war und ein paar robuste Stiefel.
Immer wenn mit Füssen und Händen einen guten Halt fand hielt ich inne und spähte über die Gebirgskette. Sie mussten in der Nähe sein. Und tatsächlich dauerte es nicht lange und ich sah einen Adler über mir kreisen. Die Flügel mussten mindestens eine Spannweite von zwei Metern haben. Ein durchweg beeindruckendes Geschöpf und doch war es mir verhasst. Instinktiv tastete ich nach dem kleinen Talisman, der um meinen Hals hing und fand schließlich den aus Knochen geschnitzten Zahn eines Panthers.
Alles musste nun schnell gehen, dachte ich. All zu oft würde sich mir diese Gelegenheit nicht bieten. Mit einigen kräftigen Zügen überwandt ich noch drei oder vier Höhenmeter und rutschte dann auf eine etwa ein Meter auf zwei Meter große, ebene Fläche. Gekonnt schwang ich die an einem Lederriemen befestigte Armbrust herum, griff nach einem der im Köcher befindlichen Bolzen, spannte ihn ein und legte an. Viel lieber hätte ich ihn mit dem Schwert bekämpft, doch da wurde der Bolzen auch schon aus der Armbrust geschleudert und rauschte durch die Luft.
Noch am selben Tag tötete ich meine ersten zwei Adler und in den darauffolgenden Tagen waren es weitere vier. Und als der insgesamt sechste Adler vom Himmel stürzte berührte ich mit meiner rechten Hand Stirn und Brust und entsandt ein Gebet an den All-Einen. Meine Aufgabe war erfüllt und die erhabene Ahad würde zufrieden sein, so hoffte ich.
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Vasquerades Coleevan
Alles war so aufregend und spannend. Vas freute sich gewaltig auf diese Tage, so durfte er doch mit Elo alleine auf eine große Abenteuerreise gehen. Hoch in die Berge durften sie wandern und Adler mussten erlegt werden.
Die Sonne stand nun schon hoch am Himmel und es war Mittagszeit. Sein Magen knurrte, doch Elo dachte wohl noch lange nicht daran anzuhalten. Wann war es nur soweit, dass sie die sechs Adler fanden, schnell erlegten und dann wieder nach Hause konnten? Wenn sie sich beeilten, könnten sie noch am Abend wieder beim Lager sein, bei seinen Freunden.
Er dachte an Yas und wie stolz er ihr erzählen würde, was er und Elo geleistet haben werden. Sie hatte schon soviel erlebt, obwohl sie viel jünger ist als er. Wirklich ungerecht. Er wollte auch gerne mehr von der Welt sehen und diese Reise in die Berge war eine Gelegenheit dazu und er konnte damit Yas zeigen, dass auch er viel erlebt hat und mindestens genauso gut ist wie sie.
Elo hielt auf einmal an. Vas schaute an ihm vorbei und betrachtete nun den weiteren Weg vor sich. Der Weg war steiler, steiniger und gewundener und von einigen Pflanzen überwuchert. Von dem Gedanken entsetzt, dort hinaufzuklettern, schaute er noch höher und die Berge türmten sich auf. Dort hinauf sollte er? Er konnte gut klettern, aber nie hatte er mehr mit, als in seine Hosentaschen passten und jetzt sollte er mit Beuteln und Säcken behangen diesen Weg da hochgehen? Er war dabei, sich den Mut zu sammeln, er dachte an Yas und Sev, wie sie wohl von ihm denken würden, wenn sie erführen, dass er Angst hätte und dann war da noch Elo und die Erhabene, die wohl sehr enttäuscht wären, als Elo vas aufforderte, das Lager zu errichten.
Etwas erleichtert, dass er noch etwas Aufschub vor dem Aufstieg bekommen hat, begann er ein Zelt mit Elo aufzubauen. Natürlich musste sein Lehrer ihm zeigen, wie man das machte und worauf man zu achten hatte. Sie suchten sich eine ebene Stelle auf dem grünen, feuchten Gras, dass durch ein paar Bäume und einem großen, dicken Felsen vom Wind geschützt war und errichten dort mit zurechtgeschnitzten Ästen und Stöckern, sowie einer zusammengenähten Lederplane das Zelt.
Als sie die letzten Schnüre befestigt hatten, damit das Zelt auch nicht wegfliegt, packte Elo seine Waffen aus. Er zog klirrend ein Langschwert hervor. Eine großartige Waffe. Vas bestaunte sie mit großen Augen. Wenn er weiter fleißig mit seinem kleinen, silbernen Speer üben würde, dürfte er auch irgendwann so ein tolles Schwert tragen und benutzen. Er freute sich schon auf diesen Moment, doch musste er noch seine „Würde“ dafür erlangen. Auch wenn ihm noch nicht ganz klar war, was Würde überhaupt bedeutete, wusste er, dass er sie auf jeden Fall erlangen würde und einmal ein großartiger Ritter werden und in Seinem Namen kämpfen würde.
Auch eine Armbrust und Bolzen holte Elo hervor. War ja eigentlich auch klar, denn Adler fliegen ja hoch im Himmel. Da kann man die nicht mit dem Schwert erreichen. Wie ein alter Lehrmeister erklärte Vas das seinem Lehrer und er musste aus unerfindlichen Gründen lachen. So witzig war das doch garnicht, stimmte doch schließlich! Erwachsene sind komisch.
Elo beschloss dann, dass Vas hier beim Zelt bleiben würde. Das war vielleicht seltsam, Vas fühlte sich auf eine Weise erleichtert, auf die andere aber auch enttäuscht und er versicherte Elo schnell, dass er mitkommen könnte und auch Adler erlegen. Doch Elo blieb bei seiner Meinung und so musste Vas sich fügen. Doch war er dann versöhnter, als Elo ihm erklärte, dass jemand auf das Zelt aufpassen müsste und Essen besorgen muss, sonst würden beide hier verhungern und Zwerge vielleicht das Zelt klauen. Oh, da war Vas Feuer und Flamme! Wenn ein Zwerg auftauchte, dann würde er ihn mit seinem Speer aufspießen oder zumindest vertreiben!
Zufrieden, und wieder aus irgendwelchen erwachsenen Gründen lachend, begab sich Elo dann zum Aufstieg.
Vas ging noch bis zum steileren Teil mit und schaute dann Elo nach, bis er hinter einer Felsspalte verschwand.
Der Wind pfiff weiter durch die Höhe und Vas zitterte auf einmal. Er war allein in dieser Kälte, die trotz der Sonne nicht wirklich warm wurde. Er griff nach seinem Speer und schaute sich argwöhnisch um. Er hoffte, dass kein Zwerg in der Nähe war. Er hatte noch keinen gesehen, aber bestimmt würde er diese grässlichen Wesen sofort erkennen. Monster, dick und behaart und geben Grunzlaute von sich, wie Schweine.
Er schluckte einmal und ging dann schnell zum Zelt. Er nahm die Angel, die er dort ablegte, ebenfalls in die Hand, in der er den Speer hielt und griff mit der anderen Hand nach dem Kästchen, das Yas ihm geschenkt hatte.
So ging er dann in den Wald hinein, sich vorher umhörend. Er hatte das Rauschen eines kleinen Fluss gehört und folgte jenem Geräusch. Er schlug sich durch das Geäst, hier und da mit der Angel irgendwo hängen bleibend, sodass er nur schwer und mühsam voran kam.
Doch dann lichteten sich die Bäume und er sah das Glitzern und Schäumen des Fluss vor ihm. Ein prächtiger Anblick, wie die Sonne alles funkeln ließ. Vas war begeistert und legte alle seine Sachen vorsichtig auf einen Stein ab, ehe er zum Fluss stürzte und sich daneben kniete und die Hand in das kühle Nass steckte. Er trank einige Schlucke Wasser und beobachtete dann die Fische, die im klaren Wasser umherstoben, wenn er mit der Hand durch das Wasser planschte. Er lachte begeistert und erfreut und ging wieder zum Stein zurück um die Angel und das Kästchen zu nehmen.
Vorsichtig hockte er sich hin und öffnete das Kästchen, in dem dann Erde und viel Gekreuche und Gefleuche zu sehen waren. Er griff hinein und holte eine besonders fette Made heraus, die er dann auf den Haken der Angel zog und sie darum wickelte. Er warf die Madel, an der Schnur der Angel befestigt in das Wasser und wartete, die Fische im Wasser beobachtend.
Das Licht war nun schon gedämpfter und rötlicher geworden. Und Vas hatte sich auf den Rückweg zum Zelt gemacht. Er war durchnässt vom Planschen und er fror. Doch seine Ausbeute war groß, er hatte 4 dicke Fische gefangen und noch einige Maden im Schlamm gefunden, die er zu seinen Artgenossen in das Kästchen gepackt hatte.
Am Lager angekommen, entfachte er vorsichtig ein Feuer, so wie es ihm gezeigt wurde und er brauchte eine Weile dafür. Der Herbst hatte Einzug gehalten und das Holz war feucht. Rauch stieg dann schlussendlich vom Feuer aus und Vas spießte die Fische, so wie Kari es ihm gezeigt und nachdem er die Fische ausgenommen hatte, auf die Stöcker und stellte sie so ans Feuer, dass sie gut gebraten wurden.
Als Elo dann mit zwei Adlern über den Schultern beim Einbrechen der Dunkelheit wieder kam, war die Freude auf beiden Seiten groß. Vas war froh, dass Elo wieder zurück war und er es geschafft hatte, die Adler zu erlegen. Und Elo war begeistert, dass das Essen schon zubereitet war und er sich satt essen konnte.
Elo erklärte ihm noch lange, wie er die Adler erlegte und Vas hörte ihm gespannt und mit großen Augen zu, ehe sich die beiden im Zelt zur Ruhe legten. Vas gewöhnte sich daran, hier zu leben und war dann sogar enttäuscht, als sie am dritten Tag zurück ritten. Ihm gefiel dieser Ort eigentlich ganz gut. Aber dennoch war er auch froh, Yas, Sev, Azu und Kari wiederzusehen.
Die Sonne stand nun schon hoch am Himmel und es war Mittagszeit. Sein Magen knurrte, doch Elo dachte wohl noch lange nicht daran anzuhalten. Wann war es nur soweit, dass sie die sechs Adler fanden, schnell erlegten und dann wieder nach Hause konnten? Wenn sie sich beeilten, könnten sie noch am Abend wieder beim Lager sein, bei seinen Freunden.
Er dachte an Yas und wie stolz er ihr erzählen würde, was er und Elo geleistet haben werden. Sie hatte schon soviel erlebt, obwohl sie viel jünger ist als er. Wirklich ungerecht. Er wollte auch gerne mehr von der Welt sehen und diese Reise in die Berge war eine Gelegenheit dazu und er konnte damit Yas zeigen, dass auch er viel erlebt hat und mindestens genauso gut ist wie sie.
Elo hielt auf einmal an. Vas schaute an ihm vorbei und betrachtete nun den weiteren Weg vor sich. Der Weg war steiler, steiniger und gewundener und von einigen Pflanzen überwuchert. Von dem Gedanken entsetzt, dort hinaufzuklettern, schaute er noch höher und die Berge türmten sich auf. Dort hinauf sollte er? Er konnte gut klettern, aber nie hatte er mehr mit, als in seine Hosentaschen passten und jetzt sollte er mit Beuteln und Säcken behangen diesen Weg da hochgehen? Er war dabei, sich den Mut zu sammeln, er dachte an Yas und Sev, wie sie wohl von ihm denken würden, wenn sie erführen, dass er Angst hätte und dann war da noch Elo und die Erhabene, die wohl sehr enttäuscht wären, als Elo vas aufforderte, das Lager zu errichten.
Etwas erleichtert, dass er noch etwas Aufschub vor dem Aufstieg bekommen hat, begann er ein Zelt mit Elo aufzubauen. Natürlich musste sein Lehrer ihm zeigen, wie man das machte und worauf man zu achten hatte. Sie suchten sich eine ebene Stelle auf dem grünen, feuchten Gras, dass durch ein paar Bäume und einem großen, dicken Felsen vom Wind geschützt war und errichten dort mit zurechtgeschnitzten Ästen und Stöckern, sowie einer zusammengenähten Lederplane das Zelt.
Als sie die letzten Schnüre befestigt hatten, damit das Zelt auch nicht wegfliegt, packte Elo seine Waffen aus. Er zog klirrend ein Langschwert hervor. Eine großartige Waffe. Vas bestaunte sie mit großen Augen. Wenn er weiter fleißig mit seinem kleinen, silbernen Speer üben würde, dürfte er auch irgendwann so ein tolles Schwert tragen und benutzen. Er freute sich schon auf diesen Moment, doch musste er noch seine „Würde“ dafür erlangen. Auch wenn ihm noch nicht ganz klar war, was Würde überhaupt bedeutete, wusste er, dass er sie auf jeden Fall erlangen würde und einmal ein großartiger Ritter werden und in Seinem Namen kämpfen würde.
Auch eine Armbrust und Bolzen holte Elo hervor. War ja eigentlich auch klar, denn Adler fliegen ja hoch im Himmel. Da kann man die nicht mit dem Schwert erreichen. Wie ein alter Lehrmeister erklärte Vas das seinem Lehrer und er musste aus unerfindlichen Gründen lachen. So witzig war das doch garnicht, stimmte doch schließlich! Erwachsene sind komisch.
Elo beschloss dann, dass Vas hier beim Zelt bleiben würde. Das war vielleicht seltsam, Vas fühlte sich auf eine Weise erleichtert, auf die andere aber auch enttäuscht und er versicherte Elo schnell, dass er mitkommen könnte und auch Adler erlegen. Doch Elo blieb bei seiner Meinung und so musste Vas sich fügen. Doch war er dann versöhnter, als Elo ihm erklärte, dass jemand auf das Zelt aufpassen müsste und Essen besorgen muss, sonst würden beide hier verhungern und Zwerge vielleicht das Zelt klauen. Oh, da war Vas Feuer und Flamme! Wenn ein Zwerg auftauchte, dann würde er ihn mit seinem Speer aufspießen oder zumindest vertreiben!
Zufrieden, und wieder aus irgendwelchen erwachsenen Gründen lachend, begab sich Elo dann zum Aufstieg.
Vas ging noch bis zum steileren Teil mit und schaute dann Elo nach, bis er hinter einer Felsspalte verschwand.
Der Wind pfiff weiter durch die Höhe und Vas zitterte auf einmal. Er war allein in dieser Kälte, die trotz der Sonne nicht wirklich warm wurde. Er griff nach seinem Speer und schaute sich argwöhnisch um. Er hoffte, dass kein Zwerg in der Nähe war. Er hatte noch keinen gesehen, aber bestimmt würde er diese grässlichen Wesen sofort erkennen. Monster, dick und behaart und geben Grunzlaute von sich, wie Schweine.
Er schluckte einmal und ging dann schnell zum Zelt. Er nahm die Angel, die er dort ablegte, ebenfalls in die Hand, in der er den Speer hielt und griff mit der anderen Hand nach dem Kästchen, das Yas ihm geschenkt hatte.
So ging er dann in den Wald hinein, sich vorher umhörend. Er hatte das Rauschen eines kleinen Fluss gehört und folgte jenem Geräusch. Er schlug sich durch das Geäst, hier und da mit der Angel irgendwo hängen bleibend, sodass er nur schwer und mühsam voran kam.
Doch dann lichteten sich die Bäume und er sah das Glitzern und Schäumen des Fluss vor ihm. Ein prächtiger Anblick, wie die Sonne alles funkeln ließ. Vas war begeistert und legte alle seine Sachen vorsichtig auf einen Stein ab, ehe er zum Fluss stürzte und sich daneben kniete und die Hand in das kühle Nass steckte. Er trank einige Schlucke Wasser und beobachtete dann die Fische, die im klaren Wasser umherstoben, wenn er mit der Hand durch das Wasser planschte. Er lachte begeistert und erfreut und ging wieder zum Stein zurück um die Angel und das Kästchen zu nehmen.
Vorsichtig hockte er sich hin und öffnete das Kästchen, in dem dann Erde und viel Gekreuche und Gefleuche zu sehen waren. Er griff hinein und holte eine besonders fette Made heraus, die er dann auf den Haken der Angel zog und sie darum wickelte. Er warf die Madel, an der Schnur der Angel befestigt in das Wasser und wartete, die Fische im Wasser beobachtend.
Das Licht war nun schon gedämpfter und rötlicher geworden. Und Vas hatte sich auf den Rückweg zum Zelt gemacht. Er war durchnässt vom Planschen und er fror. Doch seine Ausbeute war groß, er hatte 4 dicke Fische gefangen und noch einige Maden im Schlamm gefunden, die er zu seinen Artgenossen in das Kästchen gepackt hatte.
Am Lager angekommen, entfachte er vorsichtig ein Feuer, so wie es ihm gezeigt wurde und er brauchte eine Weile dafür. Der Herbst hatte Einzug gehalten und das Holz war feucht. Rauch stieg dann schlussendlich vom Feuer aus und Vas spießte die Fische, so wie Kari es ihm gezeigt und nachdem er die Fische ausgenommen hatte, auf die Stöcker und stellte sie so ans Feuer, dass sie gut gebraten wurden.
Als Elo dann mit zwei Adlern über den Schultern beim Einbrechen der Dunkelheit wieder kam, war die Freude auf beiden Seiten groß. Vas war froh, dass Elo wieder zurück war und er es geschafft hatte, die Adler zu erlegen. Und Elo war begeistert, dass das Essen schon zubereitet war und er sich satt essen konnte.
Elo erklärte ihm noch lange, wie er die Adler erlegte und Vas hörte ihm gespannt und mit großen Augen zu, ehe sich die beiden im Zelt zur Ruhe legten. Vas gewöhnte sich daran, hier zu leben und war dann sogar enttäuscht, als sie am dritten Tag zurück ritten. Ihm gefiel dieser Ort eigentlich ganz gut. Aber dennoch war er auch froh, Yas, Sev, Azu und Kari wiederzusehen.
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Sharay Lessard
Sie war schon einige Stunden wach und hatte den beiden Wachen am Feuer kurzzeitig Gesellschaft geleistet. Als Elo und Vas loszogen, verabschiedete sie die beiden mit einem kurzen Nicken und den Worten, dass sie nichts anderes erwarte, als das er erfolgreich zurück kehren werde. In ihren Gedanken formte sich schon der nächste Teil der Aufgabe, welche um einiges aufwendiger sein wird.
Als die beiden in Richtung der Berge verschwanden, widmete sie sich dann ihrem Tagewerk.
Als die beiden in Richtung der Berge verschwanden, widmete sie sich dann ihrem Tagewerk.