Operation:Viridian [inkl. gekürzte Fassung für Lesefaule]

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Malachai Schwarzmourne
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Operation:Viridian [inkl. gekürzte Fassung für Lesefaule]

Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

OOC. Vorwort:
Für diejenigen, die gerne den Inhalt wissen möchten, aber keine Zeit/Lust haben, sich das alles durchzulesen, gibt es am Ende noch eine optionale, gekürzte Variante der Geschehnisse.

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Es war nichts weltbewegendes, es war keine Verschwörung, noch versuchte man die Apokalypse abzuwenden. Und dennoch, wenn ein Freund den Schattenlord um Hilfe bat, so nahm er sich dessen an.
Eine Person war unauffindbar, man berichtete, er ginge nach Adoran.
Viridian...der Name...er war ihm bekannt, er konnte ihn zusammen fügen mit einem ihm mehr als bewussten Begriff: der Eisenwart.
Die Verhältnisse zur Eisenwart und zu Adoran sollten jedem bekannt sein, warum sollte also jemand sich freiwillig dahin begeben?
Der Tag zog seine Stunden bis zur Nacht heran, die Sonne entschwand langsam im fernen Horizont und der orangegefärbte Himmel wechselte innerhalb kürzester Zeit vom dunklen Blau zu Schwarz.
Vorsichtig schlich der Schwarzverhüllte an Adorans Mauern entlang.
Zur Ostseite hin, gab es immer eine gute Gelegenheit, jene zu passieren. Die Ritzen der Steine waren tief genug, um die Fußspitze in jenen zu stemmen und die Finger an jene zu klammern. Ruhig, langsam und bedächtig kletterte der Schwarzverhüllte die Mauer empor, vorsichtig greifend an die Spitze der Zinnen und lauschend, ob ein Wachmann gerate auf seiner Höhe patrouillierte.
Dieser Aufwand mag nicht nötig sein, sicher, er könnte auch als der, der war hineinspazieren und dennoch, die Übung tat ihm gut.
Als der Wachmann an seiner Höhe vorbei ging, zog er sich schnell hoch und huschte hinter ihm vorbei, die Zinnen hinabspringend auf einen Heuhafen. Glücklicherweise legte der Stallmeister das überschüssige immer noch hier herab, es hätte sonst ein jehes Ende gefunden.
Im Schatten der Häuser, durch die engen Gassen schlich der Dunkelmaskierte, nahm einen Zettel hervor, drückte ihn an ein Fenster und klopfte leicht, ehe er sich aus dem Staub machte.
Es ist gut, wenn es korrupte Gardisten gibt, besser, wenn man Sie kennt.
Jener erschien, wie immer, am vor langer Zeit vereinbarten Treffpunkt.
"Viridian? Ja, er ist in Adoran. Er ist Rekrut im Regiment und muss eine Strafe abbüssen. Wie die aussieht? Hm...keine Ahnung, ich weiß aber, er darf die Stadt nicht verlassen und wohnt in der Herberge gen Westen."
Der Schattenlord nickte, ein griff unter seinen Umhang liess das klimpernde Beutelchen hervorholen, was jener Gardist begierig erwartete. Ja, die Zahlung war immer gut, doch sollte je einer auf die Idee kommen, ihn mit falschen Lügen abzuspeisen, und das Wissen Sie, sind die nächsten Fragen die eines ungeklärten Mordes und plötzlichen Tod des Gardisten.
So machte man sich zur Herberge. Sie war nicht weit gelegen.
Es war viel los, wie immer. Auch Adoran hatte seine schwarzen Schafe und diese gossen gerne mehr als ein Bier pro Nacht weg.
Die Tür knarzte, es wäre nie möglich gewesen, nicht alleine schon durchs Auftreten soviel Aufmerksamkeit zu machen.
Als der Schwarzvermummte im Türrahmen stand, schien eine bedrohliche Stille zu herschen, angeführt durch die Blicke, die ihn zu durchbohren schienen.
Doch unter all dem, war es der Wirt, der den Verhüllten erkannte. Wusste, was er wollte, wenn er erschien.
Unbeeindruckt von allem wanderte der Schattenlord durch die Menge direkt zum Tresen. Machte keine Faxen und bestellte den Wirt her.
"Viridian? Ja...ja der Name sagt mir etwas. Er hat hier ein Zimmer...aber er wollte noch durch die Straßen ziehen. Zu anderen Tavernen hingehen."
Er nickte nur, legte einige Münzen auf den Tisch, als der Wirt noch einmal überlegte und dann anfügte.
"Er sah ziemlich mitgenommen aus."
Langsam drehte er sich wieder zum Ausgang, als ein großklotziger, narbengesichtiger Mann vor ihm stand. Seine schiefen, dreckigen Zähne waren nur der Ausdruck des Mundgeruchs, den er besitzen musste und die letzten paar Haarbüschel waren es nicht Wert, einmal eine Bürste zu sehen.
Er grinste ihn schief an. Mögen die ganzen Schläge in sein Gesicht diesen Blick heraufbeschwören oder der massige Alkoholintus, den er besitzt...man könnte nur spekulieren.
Er sprach, nur Dreck kam aus seinen Mund, sinnfreie Beleidigungen. Klar wollte er Ärger, dafür musste man kein Genie sein. Klar suchte er sich ein Opfer, jemand, der Schwach aussah.
Doch zum spielen war keine Zeit.
Der Wirt erkannte die Situation, er betete innerlich schon zu Temora für eine friedliche Ausseinandersetzung, der Verhüllte wollte ihm seinen Wunsch erfüllen,der Besoffene dachte gar nicht daran. Er packte ihn am Arm...zuviel für ihn, er könnte ihm jenen abschneiden, doch er hasste es, Blut an seiner Robe zu entfernen. So packte er jene, vielleicht hemmte der Alkohol seine Reaktionen oder es war wirklich, einfach nur schnell. Es reichte aber, um sich zu drehen und seinen Arm dieser Drehung beizufügen, bis das knacken der Knochen ertönte und er schreiend auf die Knie fiel. Die Zeit, dass er nach irgendetwas greifen könnte, was er in seinem Fettwams versteckt hätte, gab der Schattenlord ihn nicht, als sein Knie direkt auf seine Nase zuflog und ihn blutend Rücklings zu Boden warf.
Der Laden stockte, man sollte lieber dem Mobb nicht die Gelegenheit zum Überlegen geben und sich entfernen. Wie er kam, so deutete abermals das knarchzen der Türe, dass er ging.
Es gab nur weitere Tavernen in Adoran,die Requisite und die Stadtstube....die Stadtstube war näher dran, daher das erste Ziel der weiterführenden Suche.

Fortsetzung folgt.
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Malachai Schwarzmourne
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Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

Gekürzte Fassung: siehe unten.
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Langsam öffnete er die Türe zur Stadtstube. Welch Glück, sie knarzte nicht und der Wirt verstand es, ein ruhigeres Ambiente zu schaffen mit der richtigen Prise Öl. Sicher, gelacht und getrunken wurde auch hier, doch angesichts der nähe des Regimentsgebäudes, schien man hier mehr darauf zu achten, in ruhe zu feiern.
Der Wirt schaute ihn mit einer Augenbraue angehoben an, ebenso wie einige Gardisten, die sich aber dann weniger um ihn scherrten und ihren verdienten Feierabend genossen, indem Sie ihren Sold herausschleuderten.
Kurz wurde ein Wärmemacher bestellt, die Maske beim Kopf anheben leicht hinabgeschoben, so dass sein Gesicht nicht preisgegeben wurde, ehe man freundlich das Gespräch suchte.
Schnell wurde einem klar gemacht, man suche einen vergangenen Freund, Viridian war auch hier ein Begriff. Es schien kein Geheimnis zu sein, was ihm widerfahren wurde, dass er die Eisenwart, so munkelt man, verliess und nun bestraft wurde, um im Regiment dienen zu können.
Dabei variierte man bei der Strafe, die einen meinte, er wurde ausgepeitscht und bekam das Verbot auferlegt, die Stadt zu verlassen, andere, volltrunkene Sprachen davon, er hätte rohes Fleisch essen sollen und die ganz witzigen von ihnen fügten an, dass man ihn seine Männlichkeit abschneidete.
Natürlich war dem Schattenlord weitestgehend die Glaubwürdigkeit jener Phrasen bewusst, aber eines schien ihn mehr hellhörig zu machen.
Der Wirt fügte an, dass jener Mann mit der Stadtheilerin, Liliana von Drachenfels, die Taverne verliess.
Ein schaudern breitete sich über seinen Rücken aus.
Ausgerechnet die.
Er seufzte, legte ein ordentliches Trinkgeld für den Wärmemacher hin, ehe er die Taverne ruhig verliess. Kein grobklotziger Schläger versperrte ihm den Weg, ebenso zierte es nicht die anderen danach, Ärger zu machen und so schloss er die Tür, knarchz- und quietschfrei hinter sich zog.
Einmal die Luft einatmend, er liebte seine Maske umso mehr in der kalten, annähernden Winterzeit. Nicht nur verhinderte Sie ungewolltes Insektenfressen bei Ross, sondern liess die Zähne nicht beim Frost schmerzen.
Leider teilte man diese Meinung wohl nicht mit dem Schattenlord, als Zwei Gardisten ihn herriefen und wohl verlangen wollten, sich zu demaskieren.
Verdammt, das wollte er noch weniger, nun sein Gesicht zeigen.
Schnell wurde der Sprint durch die dunklen Gassen angenommen, die Gardisten scheppernd und rufend hinterher.
Auf der Hauptstraße war die Fluchtmöglichkeit sehr gering, zu gut beleuchtet, zu breit gefächert. Er bog ab, in eine enge Gasse. Er genoss die Dunkelheit, die sich um ihn schloss, als er im Anlauf auf einige Kisten sprang und dann das Dach auf der anderen Seite als neuen Weg einschlug.
Ohne zurück zu blicken, ob die Gardisten ihn folgen könnten, hechtete er von einer Dachkannte zur nächsten um dann, nahe der Bank sich hinabgleiten zu lassen und einmal durchzuatmen.
Er war nicht fern des Heilerhauses, aber wenn er zu so später Stunde eintraf, würde die ach so freundliche Heilerin sicherlich alles nach ihm werfen.
Nein, dachte der Schattenlord...dann doch lieber eine Garnison Gardisten.
Der restliche Weg lief er in der Dunkelheit der Gassen, nur einmal musste er die Straße überqueren, bedacht, vorher zu sehen, dass keiner dort war, schleichend und doch zügig rüberhuschend, als er das imposante Gebäude des Heilerhauses erreichte.
Vorsichtig, an der Wand drückend glitt er dessen Wände entlang.
Zuerst wurde das Schlafzimmer der männlichen Patienten durch das Fenster begutachtet. Nur knapp soweit rüber beugend, dass sein linkes Auge hindurchspähen konnte.
Ein Mann lag da...doch...nein es war nicht Viridian, es war Cedric. Er entsann sich, er wurde ja auch überfallen.
Weiter glitt er ums Haus herum, hoffentlich, so bat er, lag er nicht im zweiten Stock.
Er erreichte das Behandlungszimmer, in welchem Liliana einst seine Hand in Augenschein nahm. Nur schwer konnte er dort im Bette in der Ecke eine Frau erkennen, wie sie auf jenem saß, das Licht an und ein Buch in der Hand. Sie war ziemlich bandagiert, selbst ihr Kopf, so dass er kein Gesicht erkennen konnte...aber...der Körperbau deutete definitiv auf eine Frau.
Er ging weiter, ein letztes Fenster blieb übrig. Innerlich machte der Schattenlord Freudensprünge. In der Mitte konnte er einen Mann auf dem Bette ruhen sehen. Es musste Viridian sein.
Langsam griff er in seine Tasche und holte einige Dietriche hervor, die er vorsichtig an die Fensterkannte ansetzte, wo der Riegel zum schliessen war.
Ruhig, bedacht darauf, nicht in Eile zu handeln, sondern lieber unbemerkt, konnte er jenen Riegel anheben und leise das Fenster öffnen.
Es quitschte nicht, allem sei dank.
Fast gleitete er ins Zimmer, förmlich über den Boden schwebend, als er zu der schlafenden Person angelangte.
Langsam beugte er sich hinab, musterte ihn einige Sekunden, ehe er ihm dann vorsichtig seine, in Handschuhen eingesteckte, linke Hand auf dem Mund legend.
Er schien hochzuschrecken, doch um den Schrei zu verhinden, war die Hand auf jenen und liess jegliches Geräusch dumpfend im Drachenleder versiegen. Langsam hob er den Zeigefinger an und führte ihn an die dunkle, leere Stelle unter der Kaputze, wo sein Mund sein sollte.
Die Geste war klar, ruhe. Was mochte er wohl denken, eine schwarze, vermummte Gestalt schleicht in sein Heilerzimmer und deutet ihm an, Stille zu bewahren.
Natürliche Stille...die anderen Kranken brauchten Sie...und Liliana...er wollte gar nicht daran denken.
Der Zeigefinger wanderte vom Mund in seine Tasche, holte einen Brief hervor und lag ihn Virdian auf sein Bett.
Langsam entfernte er dann die Hand von seinem Munde und erhob sich, wenige Schritte von ihm gehend.
Als Viridian hinab sah auf den Brief, dann wohl mit fragenden Blicke wieder auf, war der Schattenlord verschwunden, nur das offene Fenster und die wehenden Vorhänge deuteten darauf, ebenso, wie der Brief vor ihm, dass all das kein Traum gewesen war...in jener dunklen, verhängnissvollen Nacht.
Wenn der Empfänger das Siegel bricht, wird er folgendes lesen können:

~~~~ Einladung zum bunten Laternenfest ~~~~~


Liebe Freunde,

wochenlauf um Wochenlauf rennt uns die Zeit davon.
Lange haben wir nicht mehr beisammen gesessen.
Jeder geht seinen Tagesgeschäften nach und viele
Ereignisse halten uns im Bann oder rauben uns die Zeit.

Um dies kurzzeitig mit etwas Kurzweil zu unterbrechen,
laden wir Euch zu uns am letzten Tag dieses Wochenlaufes
ab dem 17. Glockenschlag zum bunten Laternenfest ein.
Wir erwarten euch an meinem kleinen Exil in der
Siedlung Waldaue.

Viele liebe Grüsse Verdania und Siran Zac.

~~~~ verschlossen mit einem kleinen Wachssiegel ~~~~


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gekürzte "ab 6" Version:

Fröhlich ging Malachai an jenen wunderschönen, letzten, warmen, sonnigen Tage den Weg gen Adoran. Es war so herlich, dass er auf sein Reittier verzichtete und lieber einen Spaziergang macht. Die Blumen tanzten fröhlich im Wind und die Eichhörnchen winkten ihm förmlich zu.
Nach kurzer Zeit erreichte er Sie, die prachtvollen Tore der riesien Stadt.
Auch hier begrüßte er alle tapferen Gardisten mit einem fröhlichen Gruß und einem freundlichen Winken.
Direkt ging er auf einen zu, der ihn von der letzten Schlacht gegen Rahal kannte.
"Grüße dich mein Freund, wie geht es dir?"
"Grüße dich Malachai, mir geht es wunderbar und dir?"
"Danke, mir auch."
"Was führt dich nach Adoran Malachai?"
"Ich suche einen Freund für einen Freund."
"Oh, wer ist denn der Freund deines Freundes?"
"Er heisst Viridian, der Freund meines Freundes."
"Ahhh Viridian...ja, den kenne ich. Der ist im Regiment, ein klasse Kerl. Doch weil er der bösen Burg Eisenwart angehörte, hat man ihn verboten, vorerst die Stadt zu verlassen."
"Oh das ist Schade, weil der Freund vom Freund meines Freundes, also mein Freund, wollte eine tolle Feier geben, wo er eingeladen war."
"Oh...das ist schade...aber wenn du willst, richte ich ihm was aus?"
"Ohja, das wäre sehr nett, wenn du ihm diesen Brief gibst."
"Klar Malachai, für den Freund des Freundes von Viridian mache ich doch alles."

Also ging Malachai mit einem lächeln fröhlich winkend wieder nachhause, während der Gardist fröhlich pfeifend zum Heilerhaus zu gehen, um Viridian den Brief von Siran und Verdania zu übergeben, natürlich, wie es sich für gute Gardisten gehört, zur Besuchszeit.
ENDE
Zuletzt geändert von Malachai Schwarzmourne am Samstag 28. November 2009, 03:31, insgesamt 2-mal geändert.
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Viridian
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Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Viridian »

Die kühle Nachtluft, die durch das offene Fenster ins Zimmer drang, half ihm, einen klaren Kopf zu bekommen. Die Erschöpfung in Verbindung mit einem viel zu weichen und wohligen Nachtlager hatten tatsächlich dazu geführt, dass er viel zu tief ins Reich der Träume gesunken war. So tief wie lange nicht mehr...

... Er war wieder in Fanrek. Die Wölfe sammelten sich am Marktplatz, ihrem vereinbarten Treffpunkt. Sie mitten unter ihnen. Wie schön sie war! Was war er nur für ein Narr gewesen. Doch er stand Abseits, im Schatten des Ladens, der fortan sein Zuhause sein würde und wo es nach altem Leder und vergilbtem Pergament roch. Obwohl er ihre Unterhaltung nicht hören konnte, ahnte er, was sie sprachen: sie fragte, wo er bliebe, ihr Vater entgegnete darauf, dass er nicht weiter mit ihnen ziehen würde. Sie wischte sich daraufhin mehrmals mit dem wollenen Handschuh über die Augen, dann brachen sie alle auf. Eben als er aus dem Laden stürmen wollte, ihnen hinterher, wurde es schwarz.

Er wollte nach dem Schwert greifen, doch es lag nicht wo es hätte liegen sollen, die andere Hand tastete nach dem Dolch und fand ebenfalls nichts. Waren sie endlich gekommen, ihn zu sich zu holen? Oder war es wegen seiner jüngeren Vergangenheit? Doch da legte der Vermummte auch schon seinen Zeigefinger auf die Lippen und zog den Brief hervor.
Nur um dann, wie ein lebender Schatten, wieder mit der Dunkelheit zu verschmelzen...


... Viridian schloss das Fenster, nachdem er einen kurzen und keine neuen Erkenntnisse bringenden Blick hinaus geworfen hatte und richtete seine Aufmerksamkeit auf das Schreiben. Ein Drohbrief? Nein, das Siegel kannte er doch, aber warum die Freie Herberge? Um sich nicht länger mit unbeantwortbaren Fragen quälen zu müssen, riss er den Umschlag auf und las die Zeilen, die Siran ihm auf so ungewöhnliche Weise überbracht hatte. All das für die Einladung zu einem Fest? Viridian spürte aufkeimende Zuneigung zu diesen warmherzigen und gastfreundlichen Wirtsleuten und erlaubte sich, dieses Gefühl einen Moment zu genießen, ehe er es wieder zurückdrängte in die Tiefen seiner Seele. Dorthin wo all seine kostbarsten Besitztümer schlummerten.

Am nächsten Morgen verfasste er eine Nachricht in winziger Schrift, rollte sie behutsam zusammen und verstaute sie in einer kleinen Metallröhre. Mit dieser begab er sich zu einem nahen Taubenschlag, suchte eine Brieftaube mit dem Halsband der Freien Herberge und befestigte das Röhrchen in der entsprechenden Halterung am rechten Fuß des Vogels. Dann ließ er die Taube fliegen und sah ihr nach, während sie in Richtung Bajard flog.
Bleibt zu hoffen, dass sie rechtzeitig ankommt.

Sollte die Taube gefunden, das Röhrchen geöffnet und das Briefchen entrollt werden, so kann man darauf lesen:

Darf Adoran nicht verlassen. Bin wohlauf. Feiert ohne mich, aber trinkt einen für mich mit. Viridian
Zuletzt geändert von Viridian am Samstag 28. November 2009, 22:28, insgesamt 1-mal geändert.
Ein strîter sô gelêret was, daz er an den buochen las, swaz er dar an geschriben vant: der was Viridian genant, dienstman was er ze Mêrswaht.
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