Leben und Leiden für den Raben

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Simoen De Vyr

Leben und Leiden für den Raben

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Der Anfang oder: Wie die Geschichte ihren Lauf nimmt

Es ist Nacht. Mehre Wolken bedecken den Himmel und verdecken den Mond und die Sterne. Ein Sanfter Windhauch durchstreift die Landschaft und lässt die Äste der vereinzelt stehenden Bäume bewegen. Auch die Getreidepflanzen bewegen sich sanft im Wind. Es schien eine ruhige Nacht zu werden. Doch der scheint trog.

[img]http://www.kyburg.ch/bilder/2ga2.jpg[/img]

Die zerstörerischen Zungen des Feuers lechzten immer weiter in die Höhe und suchten immer weiter nach neuem Brennmaterial. Das Feuer hat bereits schon das ganze Haus erfasst und es schien kein Entrinnen für die Menschen darin zu geben. Auch davor hätten diese Menschen keine Möglichkeit gehabt zu entrinnen, denn die Insassen dieses Hauses waren schon tot bevor das Haus in Flammen stand. Allein die Kühe und Schweine, die im Nebengebäude eingepfercht waren, schrieen aus Leibeskräften. Doch auch sie wurden nicht verschont. Die Zungen des Feuers sprangen ebenfalls auf das andere Strohdach rüber. Niemand war hier um zu löschen, niemand bekam etwas von dem Feuer mit. Niemand? Nein. Einige Hundert Meter weiter steht eine Person. Von der Nacht gänzlich eingenommen kann man diese Person nicht erkennen. Sie steht einfach da. Die Schultern und die Arme hängen schlaff herab. Die Person scheint nicht einmal das Haus anzuschauen, nein sie blickt auf den Boden. Würde diese Person an einem anderen Ort stehen, käme man mit Sicherheit auf den Gedanken, dass sie im stehen eingeschlafen war. Da! Nun brennt das Dach der Scheune lichterloh und bei einem kurzen aufflackern kann man etwas Rotes erkennen. Doch wie der Lichtschein aufgetaucht war, verschwand dieser auch schon wieder. An der Seite kann man ebenfalls erkennen, dass diese Person etwas in der Hand hält, es hat wohl die Ähnlichkeit wie die eines Messers. Wieder erhellt sich der Schauplatz ein weiteres Mal. Man kann nun erkennen, dass die Person einen langen schwarzen Mantel anhat. Der Kopf ist von einer Kapuze umgeben und man kann trotz der nun entstehenden Helligkeit das Gesicht nicht erkennen. Es scheint auf jeden Fall eine recht kleine Person zu sein von gar zierlicher Gestalt. Doch was hält sie in der Hand? Es hat sich nun Wirklich Bewahrheitet. Es ist ein langes Messer, welches lose in ihrer Hand baumelt. Eine Rote Flüssigkeit sammelt sich langsam an der Spitze des Messers und formt sich zu einem einzelnen Tropfen der daraufhin langsam nach unten fliegt und in einer Pfütze, bestehend aus der gleichen Flüssigkeit, mit einem leisen Platschen aufkommt und sich mit ihr verbindet.
Die Scheune brennt nun gänzlich. Das schreien der Tiere ist nun verklungen. Als nun das Dach des Haupthauses mit einem lautem krachen zusammen stürzt, blickt die Person auf. Etwas Rotes scheint unter der Kapuze aufzublitzen. Man kann nun zum Teil das Gesicht der Person erkennen. Es scheint als würden ihre Mundwinkel leicht nach oben gehen. Das ganze Gesicht ist mit der gleichen Flüssigkeit wie auf dem Messer besprenkelt und es hat sich ein kleines Rinnsal an ihrem Kinn gebildet, welches sich ihren Weg den Hals hinab sucht. Langsam öffnet die Person ihren Mund und es formen sich nun einige Wörter: „ Tod demjenigen, der es verdient. Adé Vater.“
Daraufhin dreht sich die Person um und bahnt sich langsam ihren Weg durch das Getreidefeld.
Zuletzt geändert von Simoen De Vyr am Samstag 21. November 2009, 16:08, insgesamt 2-mal geändert.
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Der Weg Oder: Der Dunkle Wald

[img]http://static.twoday.net/snafu/images/apfelmond.jpg[/img]

Dunkel. Vollkommene Dunkelheit. Die Bäume, die sich bereits schon vor Jahrhunderten von Jahren ihren Weg in die Höhe gearbeitet haben, lassen kaum die gesehnten Sonnenstrahlen herab. Alles wirkt Abweisend und Dunkel. Alte, verwurzelte Bäume, deren Rinde Grau erschienen und die Blätter ein Dunkles Grün trugen.
Wir befanden uns gerade auf einem kleinen Pfad, der kaum noch zu sehen war, da die Pflanzen ihn überwucherten. Eine kleine Lichtung unterbrach diesen Weg. Nichts war zu sehen. Nicht einmal Tiere konnte man sehen oder gar hören. Vereinzelt drangen in dieser Lichtung ein bis Zwei Lichtstrahlen hinein. Wenn man länger dort ausharrte, würde man sich etwas heimisch fühlen. Es zeugt eine gewisse innere Ruhe und zeigt kaum eine Gefahr.
Doch was ist da los? Man sieht eine Dunkle Gestalt, sie ist über etwas vornüber gebeugt. Die Bewegungen wirken hastig. Erst wenn man näher kommt, bemerkt man, dass man zwei Tote Körper auf dem Boden lagen. Es hat sich bereits schon eine große Blutlache unter ihnen verbreitet. Eines dieser Körper war die eines Mannes. Man konnte sofort erkennen, wie seine Gurgel durchschnitten wurde, direkt von einem Ohr zum anderen. Er hatte wohl kaum die Möglichkeit sich zu verteidigen; Geschweige zu schreien. Doch war dies nicht genug. Mehre Stichwunden zeugen davon, dass ebenfall trotz der tödlichen Wunde mehre Male dort eingestochen wurde. Er war auch nicht sonderlich groß. Sein Körper wirkte jedoch stark. Seine Blonden, langen Haare unterrahmen sein schönes Gesicht, dass nun Aschfahl nach oben blickt, die Augen weit aufgerissen. Währendessen scheint sich die Gestalt um den anderen Toten zu kümmern. Es ist eine Tote Frau. Ein langes Messer steckt ihr immer noch in der Brust. Die Arme sind zur Seite ausgebreitet. Die Gestalt ist über sie gebeugt und scheint etwas zu Suchen. Erst als sie es gefunden hat, macht sie einen Fröhlichen Laut von sich, zieht das Messer aus der Brust und schneidet das Lederband durch, dann erhebt sie sich. Sie scheint dem Mann gar keine Aufmerksamkeit mehr zu schenken, blickt nun in die Höhe. Sie bleibt kurz so stehen und hebt dann ihre Hand, die den Sonnenstrahl trifft und sein Weg gen Boden unterbricht. Blut haftet daran und während sie diese betrachtet fängt sie langsam an zu lächeln.
Sie hat sich nun entschlossen – Endlich. Sie wird auf einem Schiff an Board gehen und nach Bajard fahren. Jetzt, da sie endlich genügend Geld zur Verfügung hat. Sie blickt dabei auf die beiden Leichen. Dann dreht sie sich um und geht den Pfad weiter.
Kaum hat sie die Lichtung verlassen, blitzen zwei Augen in der Dunkelheit auf, sie betrachten die beiden Leichen, dann kommen sie langsam näher.
Simoen De Vyr

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Die Ankunft Oder: Die Schiffsreise

Sie mochte das Meer nicht und ihre Meinung wurde dadurch verstärkt, als das Schiff, die Aurora, gegen die sich immer mehr aufbäumenden Wellen ihren Weg gen Festland bahnte.

[img]http://www.odysseetheater.com/sturm/bilder/SturmSchiff.jpg[/img]

Zeigte ihre Haut normalerweise eine sanfte und edelmütige Bleiche, war das, was man Vorfand kaum zu vergleichen. Zusammen gekauft saß sie in der Kammer, dass man ihr vor der Reise anbot. Sie zog ihr zerfetztes Kleid näher an sich, doch die Bemühungen mehr Wärme abzubekommen schlugen fehl. Sie hatte ihr ganzes Geld für die Überfahrt abgeben müssen und hatte sonst nichts außer ihrem Dolch und das, was sie an ihrem Körper trug. Jedes Mal, wenn das Schiff eine Welle überquerte, zuckte sie vor Schreck zusammen. Doch ihre Augen blitzten immer wieder auf und zeigten eine Spur von Zorn in sich aufkeimen.

Plötzlich öffnete sich die Türe ihrer Kajüte und ein überaus Dicker Mann stand darin. Seine breiten Schultern lehnten sich am Türpfosten. Sein Gesicht war sichtlich gerötet. Er hob seinen massigen Arm und führte eine Flasche mit einer undefinierbaren Flüssigkeit darin an seinem Mund und trank erstaunlich große Schlucke daraus. Man sah direkt wie seine Gurgel unter dem massigen Hals immer wieder nach oben ging. Schon nach kurzer Zeit senkte er die Flasche und trocknete sein Mund mit seinem Arm ab. Währenddessen bewegte sie sich nicht undblickte ihn mit funkelnden Augen an. Sie kannte ihn. Er war einer der anderen Gäste, die mit ihr auf Schiff gingen. Er betrachtete sie nun, als würde er sie erst jetzt erblicken. Dann fing er sie breit anzugrinsen, ging einen Schritt vor und schlug die Türe hinter sich zu. Die Flasche stellte er auf den Boden und näherte sich ihr weiter. Sie bewegte sich immer noch nicht und blickte ihn lauernd an. Als er ihr nah genug kam, sprang sie auf, zückte ihren Dolch und schnellte vor. Erschrocken blickte er auf den Dolch und bewegte sich nicht. Jedoch wankte das Schiff ein bisschen und sie verfehlte sein Kopf um Haaresbreite und flog direkt auf ihn zu. Wieder fing er an zu grinsen, hob seine massige Hand und umfasste ihren dünnen Hals und zog sie in die Höhe. Dabei verlor sie ihren Dolch, der nach unten flog und im Boden stecken blieb. Sie konnte nun seinen stark alkoholisierten Mundgeruch riechen und verzog ihr Gesicht. Dann versuchte Simoen sich mit Leibeskräften zu wehren und kratzte mit ihren Fingernägeln seine Hand auf. Doch ihn schien das gar nicht zu stären und rammte ihren Kopf samt Körper gegen die Wand, der daraufhin erschlaffte.
Siegessicher grinste er sie an und hielt sie weiter an der Wand um sich zu vergewissern, dass sie sich ja nicht mehr wehren würde. Als sich das Schiff mit ächzen stark zur Seite wendete und der fettleibige Mann zu taumeln beging, musste er sie loslassen um sich an der Wand halt zu suchen. Dabei viel sie auf den Boden der Kajüte und bewegte sich zuerst nicht.
Plötzlich schnappte sie nach Luft und schnellte so gut sie konnte zu Flasche vor, die nun ganz in ihrer Nähe liegen geblieben war und umfasste den Flaschenhals.
Der Mann beugte sich zu ihr hinunter und wollte sie wieder am Hals greifen, da hob sie die Flasche und schlug auf seinen Kopf, worauf er dann zu Boden fiel und Bewusstlos liegen blieb. Sie rappelte sich die Wand hoch und lies ihn nicht aus den Augen. Ihr Atem ging schnell und ihr Herz raste. Simoen nahm Anlauf und schlug mit ihrem Fuß gegen seinen Kopf und lehnte sich wieder an die Wand um erst einmal Luft zu schnappen.
Während sie ihn so betrachtete fing Simoen plötzlich an zu lächeln – Sie hatte eine Idee – Taumelte langsam zu ihrem Dolch und zog ihn aus den Boden.
Der Sturm war abgeklungen und es wurde langsam Abend. Die Aurora war das letzte Schiff, das im Hafen anlief. Die letzten Sonnenstrahlen trafen die Dächer von Bajard, als Simoen das Schiff verließ. Ein Braungebrannter Mann saß am Steg und lies ein Bein baumeln, während das andere angewinkelt auf seinem Schenkel lag. Er hielt eine Gitarre in der Hand und spielte ein leises, trauriges Lied vor sich hin.
Simoen lies den Wind durch ihre Haare tanzen als sie an dem Gitarrenspieler vorbei ging und etwas in seinen Hut neben ihm warf, bevor sie verschwand.
Der braungebrannte Mann bemerkte ihre Geste und griff hinein. Er bemerkte etwas Glitschiges und hob es hoch.
Erst konnte er nicht erkennen was es war und musste es auseinander falten. Als er es in die Sonnenstrahlen hob, verzog er sein Gesicht:

Es bestand aus menschlicher und schien wie aus einem Schnitt abgezogen. Es zeigte ein Symbol von böser Mach beseelt.

Schnell lies er den Hautfetzen los und es fiel in das Meer.
Am späten Abend, als die Sonne längst verschwunden war, stieg der letzte Gast vom Schiff. Voller Scham war sein ganzer Körper von einer Kutte verhüllt. Mit schnellen Schritten verschwand er in der Dunkelheit und wird sich wohl für lange Zeit nicht mehr in der Öffentlichkeit blicken.[/img]
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Rückschau Oder: Das Leben ändert sich

„In jedem Körper steckt ein 2. Ich. Tief verborgen fristet es sein Dasein ein Leben lang. Bei einigen kommt es stärker zum Vorschein, bei anderen wohl nie.“

Simoen legte die Feder nieder. Ein kleines Licht flackerte am Tisch und bot die einzige Lichtquelle im Raum. Simoen las noch einmal die letzten Worte durch, die sie auf das Pergament geschrieben hatte. Zufrieden lehnte sie sich in ihrem Stuhl zurück. Sie blickte auf die groben Steine des Raumes. Das Licht flackerte hin und wieder auf und lies einige Schatten tanzen. Ihre Augen betrachteten das Schauspiel und verdunkelten sich, während Simoen anfing in die Vergangenheit zu blicken…

Nie hätte sie es sich je Denken können, dass sich ihr Schicksal diesen Weg eröffnen würde. Kaum war sie auf dem Festland, traf sie eine seltsame Frau. Simoen versuchte mit allen Mitteln ihre Persönlichkeit zu vertuschen und das, was sie weiß.
Jedoch ließ diese Frau sich nicht beirren, sie wusste wer sie war, sie wusste alles über Simoen und das machte ihr Angst. Deswegen musste diese Frau verschwinden.
Simoen versteckte sich hinter einem Busch und wartete. Irgendwie wusste sie, dass diese Frau vorbei kommen würde. Ihr Gesicht verzog sich zornig und ihre Augen zogen direkt Blitze. Sie nahm ihren Dolch griffbereit und wartete. Immerhin hat sie schon einige getötet. Es war nichts Neues mehr für sie und was würde es schon ausmachen, wenn noch jemand auf ihrem Weg des Blutes sterben würde?
Und da kam Sie, diese fürchterliche Frau, die zu sterben erwählt wurde.

Simoen verzog ihr Gesicht und schüttelte nun ihren Kopf um zur Besinnung zu kommen. Sie will nicht weiter über diese äußerst unangenehme Situation denken. Zu stark waren die Gefühle an diesem Tag.
Diese Frau, Loreen, wusste, was in ihr ruhte, ihr 2. Ich. Sie konnte Simoen auf schmerzlichste Art und Weise dazu überreden ihr zu folgen. Loreen wurde ihre neue Meisterin.
Daraufhin wurde ihr einiges, was zuvor verborgen war, gewahr.
Auf Geheiß ihrer Meisterin änderte Simoen ihr äußeres. Sie lies ihre roten Haare zu einer schönen Frisur schneiden, sodass ein Teil der Haare ihre rechte Gesichtshälfte fast gänzlich verdeckte.
Sie ging zu einer bekannten Schneiderin, Lunet Saraid und lies sich ein teuer Kleid schneidern.
Die Persönlichkeit, sie sie nun verkörperte und nach außen hin zeigte war einfach zu spielen. Sie musste nur das machen, was sie als junges Mädchen in ihrer Heimat lernen musste.
So wurde die Neue Simoen De Vyr geboren.

Eine Hand schnellte vor und ungeachtet der Hitze, die die kleine Flamme verbreitete wurde sie mit dem Daumen und dem Zeigefinger ausgedrückt. Man hörte noch einen kleinen Zischlaut und dann war in dem Raum nur noch völlige Dunkelheit.
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Das Auge Oder: Die erste Lektion

„Hat man dieses 2. Ich gefunden – ob durch den Hellen Pfad oder gar durch den Dunklen – so findet man eine weitere Ebene. Diese Astrale Ebene ist der Verbindungspunkt zu den Göttern und deren unbeschreiblichen Hohen Energiefluss, der die Macht der Götter darstellt.“

Es war eines dieser Mondlosen Nächte. Wolken verbargen den Sternenhimmel und die Luft roch nach Regen. Simoen suchte den Stein, der den Gang zum Geheimen Raum öffnete.
Nach längerem herumtasten fand sie ihn. Mit der flachen Hand drückte sie den Stein in die Mauer und ein verborgener Mechanismus lies sie nach hinten bewegen. Eine Fackel erhellte den kleinen Gang, den Simoen zu einer Treppe führte und nach unten brachte.
Simoen betrat den kleinen Raum. Er war so klein, dass er nicht viel Platz bot und doch zeigte er eine Vielzahl von Kuriositäten, dass Simoen nie Müde wurde ihn zu betrachten.
Vor ihr standen mehrere Truhen und Kisten aneinander gestapelt. An der Ecke konnte man einen Tisch sehen. Darauf stand eine Kerze, die den ganzen Raum erhellte. Mehr war auch nicht nötig.
An der Wand standen mehre Tische, mit Alchemistischen Geräten und Zutaten die für irgendwelchen Dunklen Mixturen vorhergesehen waren.
Doch das, was den Mittelpunkt des Raumes ausmachte war ein Pentagramm, das mit Blut auf den Boden gemalt worden war. Sobald Simoen den Bannkreis betrat, konnte sie ein Kribbeln spüren, dass bei den Füßen anfing und dann durch den ganzen Körper ging. Sie fühlte, wie das Pentagramm eine Aura voller Macht ausstrahlte.

„Ah, meine Schülerin. Hattest du nun endlich Zeit gefunden hier wieder aufzutauchen.“ Ein Schatten löste sich aus einer Ecke des Raumes und ihre Meisterin tauchte auf – Loreen. Ihre Haut war Braungebrannt. Während die Weisen Haare im Vollen Kontrast hervorstachen. Loreen zeigte keine Regung in ihrem Gesicht, als sie Simoen musterte.
Erschrocken machte Simoen einen Schritt von ihr weg, bis sie sich sogleich wieder fangen konnte und Loreen anlächelte, „ Ja, Loreen. Ich habe, wie befohlen, mich umgekleidet.“ Dabei drehte sie sich einmal im Kreis, wodurch ihr Kleid vom Schwung in die Höhe geschleudert wurde und ein paar bleiche Füße entblößten. Ohne weiter darauf einzugehen ging Loreen in den Bannkreis und entgegnete kühl:“ Simoen. Die Tage verstrichen und du ließest Dich lange nicht blicken. Es ist nun Zeit deine erste Lektion zu erlernen.“ Und ohne zu zögern erhob Loreen ihre beiden Hände, die Simoens Gesicht berührten.
Simoen konnte sich nicht rühren. Sie war wie paralysiert. Ihre Augen waren bis aufs äußerste geweitet. Das gleiche, so schien es, war auch bei Loreen. Beide blickten sich an.
Plötzlich hörte Simoen eine Stimme in ihrem Kopf:“ Willst du mehr über dich kennen lernen, Simoen? Willst du mehr von der Macht sehen die in dir steckt? Antworte mir! Schnell! Obwohl wir im Pentagramm stehen und dies eine Manifestation meiner Welt darstellt. Kann ich meine Kraft nicht lange genug anhalten um mit dir zu sprechen.“ Simoen zögerte und dann antwortete sie, erst unsicher dann aber überzeugt: „ Ja… JA! Ich will mehr über mich erfahren!“


Sie stand in einem Schwarzen Raum. Ohne Möbel mit nichts als nur sie darin. Doch bevor Simoen sich umschauen konnte verschwand eine Mauer und der Boden gab nach, sodass Simoen, ohne Halt, einen steilen Hang hinunterrutschte. Eine Schlucht eröffnete sich vor ihr und kaum erreichte sie die Kante, siel sie in eine leere Tiefe. Es mag ihr wie Tage oder sogar wie Wochen vorgekommen sein, als sie hinab fiel. Plötzlich hatte dies ein jähes Ende und Simoen schwebte in dieser Leere. Allein durch ihre Gedanken gesteuert drehte sie sich um und erblickte in der Ferne ein Helles Licht. Kaum dachte sie daran, näher kommen zu wollen, schwebte sie schon direkt vor dem Lichte. Es war unüberschreitbar. Ein Kern, der ein helles Licht ausstrahlte. Doch war dieses Licht nicht rein sondern mehre schwarze Flecken bedeckten den Kern. Simoen wusste es sofort: Das war ihr inneres. Ihre Kraft.
Die Stimme erhallte wieder: „ Simoen. Willst du mir weiter helfen. Als Schülerin. Willst du mehr von den Geheimen Pfaden lernen? Willst du das?“ Simoen musste nicht einmal richtig antworten. Kaum fühlte sie, wie ihre Antwort fallen würde, stand sie wieder in dem gleichen schwarzen Raum wie vorhin. Diesmal stand jedoch Loreen vor ihr. Sie lächelte sie an. Dann hob sie ihre beiden Hände, die ineinander gefaltet waren, als würde sie darin etwas sehr kleines verbergen. Sie hob eine Hand und offenbarte darunter ein Auge. Es war Simoens Auge. Plötzlich bemerkte sie völlige leere in ihrer Augenhöhle. Loreen schloss ihre Hand und zerquetschte es. Ein starker Schmerz durchzuckte Simoen und sie fasste sich an ihr Gesicht, wo das Auge hätte sein sollen. „Mit einem Blinden Auge wirst du mehr sehen als nur mit 2 Augen. Das eine zeigt ins Diesseits, das verlorene ins Jenseits.“
Loreen legte ihre beiden Hände an ihre Brust und schien ein neues Auge heraus zu ziehen. Es schwebte in ihrer Hand und ohne zu zögern drückte sie es in die leere Augenhöhle.
„Mit diesem Auge werde ich immer sehen was du siehst und immer wissen was du machst.“ Simoen bemerkte sofort den Fremdkörper in ihr. Ein starker Schmerz durchzuckte ihren Körper als sich das fremde Auge einnistete.
Simoen hasste Loreen und betete sie sogleich an.



Beide waren wieder im Pentagramm. Loreen hatte die Arme gesunken und Simoen lag zusammengekauert auf dem Boden. In ihrer rechten Augenhöhle bewegte sich das Auge wie wild in alle Richtungen. Völlig frei vom restlichen Körper. Dann drehte es sich nach innen und man sah nur noch eine weiße Fläche. Simoen war nun Halbblind und wird die Gesichtshälfte mit ihren Haaren verdecken, sodass niemand ihre Entstellung bemerken wird.
Völlig ohne Kräfte versank Simoen in Bewusstlosigkeit. In ihrer ersten Lektion hatte sie viel gelernt.[/img]
Zuletzt geändert von Simoen De Vyr am Samstag 12. Dezember 2009, 12:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Das Ergebnis


Simoen öffnet ihre Augen und blinzelt einige Male. Sie musste sich erst im Klaren werden wo sie gerade ist. Sie liegt in einem Dunklen Raum. Die Kerzen sind bereits schon abgebrannt und mehre Felle lagen auf ihr.

Als er aufstand und nach oben ging hat sie es gemerkt. Sie konnte es nicht mehr vertragen alleine zu schlafen – ohne ihn. Ohne seinen schützenden Körper und ohne seine Wärme. Was ist mit ihr bloß geschehen. Was passierte in der letzten Zeit, als sie eine Schülerin von Wijay wurde?
Obwohl dies noch gar nicht lange zurück lag. Passierte schon so viel in ihrem Leben seitdem, dass es ihr wie Jahre vorkamen.
Kra'thor berührte ihre Seele und sie wurde einer seiner Diener. Sie verstand nun was Macht war und doch war sie noch immer so Naiv. Sie konnte ihre Gefühle, ihre Gedanken und ihr Benehmen Loreen gegenüber nicht verbergen. Sie konnte sich einfach nicht unter Kontrolle halten und kaum erlangte sie diese Wunderbare, Wundervolle Macht von Kra'thor, schon wurde sie von ihrer Meisterin und ihrer neuen Schülerin, oder sollte man eher sagen ihrer alten Schülerin, die wieder kehrte, verstoßen.
Welche Wut schwoll in ihrem Herzen auf als ihr diese Schmach zu Teil wurde und doch überlebte sie es. Nein, sie lernte sogar davon. Sie lernte sich endlich unter Kontrolle zu halten und ihr Wahres Wesen durch verschiedene Maskeraden zu verbergen. So suchte sie ihren eigenen Weg um ihren Zielen näher zu kommen. Sie lerne viele interessante Personen auf ihren Wegen kennen, wie Aurelia, Theradil, Varoth, Kira, Savira und Zhertos...

So kam es, dass sie in die Lehre zu einer Heilerin kam und somit ihre Maskerade weiter ausbauen konnte. Sie versuchte die Bürgerschaft für Rahal zu erlangen, was sich als schwerer erwieß als sie es sich je denken konnte.

Simoen drehte sich auf den Rücken. Ihre langen Roten Haare, die Wild von ihr liegen verdecken fast ihr Gesicht und doch erkennt man ein leichtes lächeln.

Sie lernte ihn kennen. Was war das für eine Phrase mit ihm. Zhertos. Zum ersten Mal traf sie ihn, als er gerade drauf und dran war Aurelia zu töten. Sie konnte beiden Folgen, doch war sie leider in einer falschen Verkleidung und konnte sich nicht enttarnen. Doch wurde es für Aurelia und ihr so gefährlich, dass sie einschreiten musste und konnte somit beide Retten.
Was war es für ein Schock gewesen, als sich nach mehren Tagen herausstellte, dass Aurelia ihn für Kra'thor anwarb. Welch Hass und welchen Zorn sie auf ihn hatte. Stets suchte sie ihn in ihrer Kutte und versuchte ihn zu Bekehren. Ihn zu Foltern. Ihm weh zu tun. Sie wollte dass er dafür buse tat, dass er die Hand gegen Simoen erhebte und ihr wunderschönes Gesicht verunstaltete. Doch traf sie ihn immer in den schlechtesten Momenten an den falschesten Momenten an und so wurde er stets von den Tremora Anhängern oder der Burg Eisenwart oder gar des Ordens der Tremora gerettet.
Doch auch sie versuchte sich bei ihm einzuschmeicheln, als er von einem Schwert verletzt wurde. Sie zeigte sich als eine Heilerin und verband seine Wunde um etwas mehr von ihm kennen zu lernen. Um sogar einen Schwachpunkt an ihm zu finden. Doch war er sehr schwer zu brechen. Als sie ihn nun in Rahal antraf und er sich in seine Wohnung einlud, hoffte Simoen, dass sich nun eine Möglichkeit darbot. Was war es für eine Überraschung, als sich ihr dargebotene Wein als Gift entpuppte und Zhertos sie in seine Folterkammer steckte. Jedoch lies sie sich nicht so leicht mit sich geschehen und sie verteidigte sich. Kra'thor sei Dank hatte dieses Dumme Auge, dieses verfluchte Auge von Loreen einen Nutzen und sie konnte befreit werden.

Doch ihrgendwie genoß sie seine Nähe. Ihrgendwie wollte sie es, dass er so mit ihr macht wie er es mit ihr machen wollte. Letztendlich besuchte sie ihn ein weiteres Mal. Andere Menschen würden es als Dumm ansehen oder als Naiv, dass man zu einer Person geht, der Böses von einem will. Und dennoch wollte sie mehr von ihm erfahren. Sie wollte mehr von ihm wissen und so wurde sie in seinem Bann gezogen. Sie wusste, dass er sie will. Sie wusste, dass sie ihn will. Umso mehr beide miteinander sprachen umso mehr beide miteinander zu tun hatten kamen sie sich näher. Am Ende brauchte sie ihn immer mehr. Sie wollte von ihm beschützt werden und sie sieht ihre Vorteile in ihm. Vorteile die zu ihren Zielen näher kommen mögen als wie eh und je. Sie kannte sein kleines Geheimnis und er kannte auch ihr Geheimniss. Sie musste sich nicht verstellen vor ihm. Sie konnte ihr Tiefes ich vor ihm zeigen. Ihr Tier in ihr, als sie noch auf Lameriast in den Wäldern streute und Menschen für nichts als nur des Blutes wegen tötete. Als sie ihre Familie tötete und das Haus abbrannte...
So kam es wie es kommen musste. Sie hatten sich geliebt. Aber nicht aus Sexueller Natur. Sie eröffneten ihre tiefsten Geheimnisse und gingen auf einem gemeinsamen Weg. So wusste sie, dass er allein der richtige für sie ist. Jemand der ihr Geborgenheit schenken kann. Jemand der ihr die Möglichkeit gibt schlafen zu können ohne auf feinde aufpassen zu müssen.
Doch war sie gänzlich unzufrieden wie er mit ihr umging. Er vertraute ihr nicht. Zu sehr wurde Zhertos von einer anderen Frau verletzt. Simoen verlangte von ihm aber keine Halben Sachen. Entweder er nimmt sie ganz oder sie wird ihm entgleichen. So machten beide ein Schwur. Ein Packt. Ein Vertrag...
Am Ende des gleichen Abends verlor sie ihre Unschuld und wachte am nächsten Tag hier, in diesem kleinen Raum auf. Ja, sie möchte bei ihm bleiben und ihn unterstützen. Doch muss sie aufpassen. Sie begibt sich auf einen Dünnen weg. Es mag passieren, dass er sie verstößt oder ihre Maskerade aufdeckt. Auch darf sie ihren Dienst zu ihrem Gott nicht vernachlässigen. Sie hat eine höhere Aufgabe. Sie ist froh, dass der Weg zu ihrem Ziel frei gegangen werden kann ohne, dass jemand vorgibt wie er zu gehen ist. So kann sie auch diesen Weg gehen und zu ihrem Ziel kommen.

Simoen schließt kurz ihre Augen. Dann erhebt sie sich unter den Pelzen und tippelt mit ihren nackten Füßen, leicht bekleidet die Stufen zur Wohnstube hinauf.[/img]
Zuletzt geändert von Simoen De Vyr am Dienstag 22. Juli 2008, 21:29, insgesamt 2-mal geändert.
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Der Traum (Questanfang)

Wieder wachte sie schweißgebadet auf. Wieder hatte sie diesen Traum und wieder versteht sie nicht was er ihr sagen soll.

Langsam schließt sie wieder ihre Augen, der Atem beruhigt sich während sie diese Bilder durch den Kopf gehen lässt. Sie sieht sich selber wie sie ein Dolch voller Runen in der Hand hält. Am Griff kann man etwa 6 Rubine erkennen die vollkommen Rot aufleuchten. Sie betrachtete ihn für einen kurzen Moment ehe sie ansetzt und ihn in ihr Bauch rammt. Plötzlich spürte sie die Macht des Dolches und anstatt zu sterben verspürt sie wie mehre Seelen durch ihren Körper strömen. Sie fängt an zu Schreien und die Seelen lösen sich in Luft auf. Daraufhin fällt sie auf den Boden und exakt da wachte sie immer wieder auf.
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Die Suche



Simoen öffnete wieder ihre Augen und blickt sich im Raum um. „Dieser Dolch…“. Doch dann durchzuckte es sie und Simoen sprang aus dem Bett auf. Sie wusste, dass sie diesen Dolch bereits gesehen hatte und zwar bei ihrer alten Meisterin. Doch wo könnte er nun sein? Immerhin blieb wenig von dem Besitz ihrer Meisterin zurück.
Letztendlich beschloss Simoen zum alten Turm der Kra’thori zu gehen um nach den Dolch zu suchen. Denn immerhin blieb ihr kaum eine andere Möglichkeit übrig. Nach einer langen Suche und durchstöbern der ganzen Bücher, die ihr einige interresant Dinge aufweisen konnten, fand sie endlich das was ihr weiterbringen konnte. Auf einer Seite fand sie eine Erklärung des gleichen Dolches worin geschrieben stand, dass dieser Dolch eine Möglichkeit für die Diener war mehre Seelen zu speichern um sie dann mit einem Ritual auf einmal zu Kra’thor schicken zu können.

[URL=http://s2.directupload.net/file/d/1959/drhk8yjh_jpg.htm][img]http://s2.directupload.net/images/091026/temp/drhk8yjh.jpg[/img][/URL]

So suchte sie weiterhin den Turm ab und fand schließlich auch den Dolch, der hinter einem Stein in der Wand versteckt wurde. Jenes Geheimversteck hat die Meisterin ihr bereits schon vor langer Zeit einmal gezeigt, als sie noch ziemlich frisch hinter den Ohren war. So war es natürlich auch kein Wunder gewesen, dass sie das Versteck schon lange vergessen hatte. Nun hielt jetzt Simoen den Dolch in der Hand und nahm ihn ein wenig näher in Augenschein. So leuchteten auch diesmal alle 6 Rubine auf und Simoen wusste, dass der Dolch voller Seelen war. Anscheinend konnte ihre Meisterin sie nicht mehr loslassen und blieben dementsprechend in dem Dolch gefangen. Höchstwahrscheinlich wollte Kra’thor, dass sie die Seelen zu ihm schickte. Doch das schaffte sie nicht alleine. Sie brauchte Hilfe von den anderen….
Zuletzt geändert von Simoen De Vyr am Montag 26. Oktober 2009, 17:38, insgesamt 2-mal geändert.
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Das Ritual (Ende der Queste)


Die Kerzen wurden langsam mit einer Totenstille angezündet. Nichts regte sich. Selbst die Luft schien sich nicht bewegen zu wollen. Schließlich fingen die anderen an sich um den Bannkreis zu stellen. Natürlich konnten sie nicht anfangen ohne zuvor einige jener bissigen Kommentare die in einem Diener innewohnen von sich zu geben.
Simoen stellte sich in die Mitte des Kreises. Sie hatte bereits schon ihre Robe abgestreift und war – bis auf einem Lendenschurz - vollkommen ungeschützt.
Langsam ging sie in ein leises Sing-Sang über, die anderen folgten nach und nach ihrem Beispiel. Simoen betrachtete den Dolch und ihre Augen weiteten sich. Sie konnte die Macht innerhalb des Bannkreises spüren und die Mächtigen Seelen, die in dem Dolch gefangen waren.

Schließlich manifestierte sich die Luft immer mehr. Die Macht wurde stärker und stärker. Es entstand ein Sog, dessen Unendlichkeit weit hinaus über die Kellerdecke ging.

Die Erde fing an zu Beben und die Luft innerhalb des Bannkreises entwickelte sich schließlich zu einem Wirbelwind.
Die Diener ächzten unter der Anstrengung, doch verharrten sie an ihrem Punkt. Um den Bannspruch weiter zu vervollständigen stachen sie sich mit ihren Dolchen in die Hände um die Kraft ihres Blutes zu vereinen, sodass die Kraft der Seelen nicht aus dem Kreise brechen konnten. Schließlich setzte Simoen den Dolch an, schrie nach ihrem Meister, ihrem Gott, ihrem Dämon - Kra’thor - und Stoss ihn in sich hinein. Sie konnte den Schmerz fühlen. Wie die Klinge langsam in ihr Fleisch schnitt. Zuerst die Haut, dann das Fleisch und letztendlich teile ihres Darms. Doch sie spürte den Schmerz nicht, sie war wie in Trance. Vielmehr genoss sie ihn und ein lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Doch dann bemerkte sie, wie ihr Blut langsam aus ihrem Körper strömte. Nein, das konnte nicht sein! Sie wusste, dass Kra’thor ihr Macht versprach – genügend Macht um ihm diese Seelen zu schicken. Trotz alle dem sog der Dolch an ihre Seele. Er wollte sie in sich aufnehmen. Sie versuchte mit aller Macht ihre Kräfte zu sammeln. Doch strömte ihre ganze Kraft in den Dolch umso mehr sie sich anstrengte.

Am Ende war das Nichts. Die Diener bemerkten den schlaffen Körper im Kreis, doch konnten sie nichts machen als auszuharren. Simoen war tot, das waren sie sich gewiss.

Doch dann spannte sich ihr Körper an. Als hätte sie eine neue Machtquelle aus der sie ziehen konnte. Ein lauter Aufschrei ist zu vernehmen. Simoen lehnte sich nach hinten und blickte an die Decke des Kellers. Am Ende siegte sie doch. Sie sog die Seelen in sich auf und sammelte sie in sich. Doch versuchten sie sich von ihr zu lösen. Nicht nur das, sie durchbrachen die Barrieren ihres Körpers und versuchten durch den Bannkreis zu gelangen. Einer nach dem anderen. Die Diener ächzten und stöhnten. Ihre Kräfte waren fast am Ende, doch sie harrten weiter aus. Schließlich konnte Simoen die Seelen wieder in sich aufnehmen. Sie sammelte sie und schickte sie zu Kra’thor. Ein Heller Lichtstrahl schoß durch die Kellerdecke und direkt in den Himmel. Es war getan.


Am Ende zerbrach der Dolch in mehre Teile worauf der Sog innerhalb des Bannkreises aufhörte. Doch wusste Simoen, dass sich etwas verändert hat. Sie hat sich verändert. Noch weiß sie nicht, was es für sie in der Zukunft bedeuten wird.
Zuletzt geändert von Simoen De Vyr am Sonntag 17. August 2008, 23:01, insgesamt 2-mal geändert.
Simoen De Vyr

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Leben und Leiden für den Raben

Lieber Leser jener Worte. Dies hier sind die Schriften von Simoen De Vyr. Gedanken, Gefühle, Dinge die mir durch den Kopf gehen. Solltest du jemals dazu kommen dies zu lesen, dann bin ich entweder schon lange Tod oder ich habe sie dir gegeben, weil ich der Meinung war, dass ich dir, lieber Leser, vollstens Vertraue.

Ursprünglich stamme ich aus Lameriast. Mein Vater hat dort ein schönes Haus gehabt und lebte mit meiner Mutter und meinem ach so geliebten Bruder dort. Das Leben als junges Mädchen war für mich eine Qual. Meines Vaters Erzieherischen Methoden waren im wahrsten Sinne Grenzwertig und da ich eine unwillige Schülerin war, wurde ich oft eingesperrt oder gezüchtigt. Während meine Mutter ihre Augen verschloss und bevorzugte es lieber ihre Gefühle mir gegenüber zu verschließen.

Ward ich ein ungewolltes Übel, so ward die Einstellung meiner Eltern gegenüber meinem Bruder eine vollkommen andere. So bekam er alles was er wollte und wurde von meinen Eltern geliebt wie kein anderer Mensch auf der Welt. Immerhin soll er irgendwann das Haus erben und die Familientradition weiterführen. Ward dies noch nicht einmal alles, zeigte er reges Interesse mich immer wieder in ein schlechtes Licht zu rücken und den Zorn meiner Eltern auf mich zu ziehen. Als sich in ihm das Interesse für Frauen weckte, nutze er einmal die Gelegenheit, als meine Eltern aus dem Hause waren und tat mir ein Leid an.
Die Wut in mir wurde so groß, dass ich in meinem vollkommeneren Kalkül dazu nutzte und eines Abends meine Eltern ermordete und meinen Bruder einer Stunden langen Folter aussetzte, ehe ich am Ende das Haus verbrannte und von der Insel flüchtete. Dabei wurde ich mehr und mehr zu einem Tier, dass sich nur nach dem Überleben sehnte und so tötete Ich Menschen um an ihr Geld zu kommen, bis ich eines Tages eine Frau kennen lernte die mein ganzes Leben änderte: Wijay Loreen.

Sie wurde meine Meisterin und letztendlich erlangte ich die Güte meines Herren. Ich wurde zu einer jener Diener, die von allen gehasst wurde und höchstens nur im Geheimen angebetet wurde, erhoffte man sich die Wiederkehr eines geliebten Menschen, der durch einen gewaltsamen Tod aus dem Leben geschieden wurde.

Die Jahre vergingen seitdem. Simoens erste Liebe war ein einfacher Krieger namens Zhertos. Seine sadistischen Neigungen faszinierten mich. Auch wenn ich öfters versucht habe mich von ihm loszureißen, gelang es mir nicht. Es war fast so, als hätte er einen Zauber gesprochen. Blickte ich ihm in die Augen oder hörte ich seine Stimme, konnte ich mich nicht von ihm losreißen. Von einer Furie, einem Monster wurde ich wie ein Wolf in einem Schafspelz und ich musste ihm gehorchen. Irgendwann verlor er das Interesse in mich und so konnte ich meinem Meister weiter dienen.
Wijay, meine ach so großartige Meisterin wurde Größenwahnsinnig. Die Menschen wussten um ihrer Identität und so dauerte es natürlich nicht lange, bis sie von einem jener Hellen Recken getötet wurde. Der Fluch, der auf mir lastete wurde gelöst und ich konnte das erste Mal alleine Handeln und Denken. Ich nutzte natürlich jene Situation und baute mir meine Existenz in Rahal auf – ich wurde eine einfache Bürgerin und am Ende sogar eine Dienerin einer Adeligen namens Sephira von Tecklenstein. Sie sollte mir helfen, mich in der Stadt einzuschleichen, das intrigieren zu erlernen und somit meinem Meister zu Dienen. Doch irgendwann verlor sich die Spur meiner Herrin und sie verschwand plötzlich von der Bildfläche. Somit hat sich mein Plan nicht so ergeben, wie ich es erhofft habe.

Kurz darauf ist mein Meister in einem Traum erschienen. Er wollte einen bestimmten Dolch haben – einen so genannten Seelendolch. Das ist ein Relikt aus alter Zeit. Ein Gegenstand womit Diener die Seelen von besonderen Persönlichkeiten einsperren konnten um jene Macht dazu zu nutzen besondere Rituale zu vollbringen. Es war eine harte Arbeit gewesen danach zu suchen, doch fand ich ihn. Es waren an die 10 Seelen darin gefangen und so gefährlich, dass ich meine Schwestern und Brüder hinzu ziehen musste. Kra’thor verlangte von mir, dass ich mich für ihn opferte. Mein Körper musste alle 10 Seelen aufnehmen um als Gefäß zu dienen und ihnen den Weg zu meinem Herren zu schicken, während meine Schwestern und Brüder einen Bannkreis aufbringen mussten damit die Seelen nicht entkommen konnten. Ich muss gestehen, das sich einen Moment zweifelte – werde ich nun sterben oder nicht? Aber es hat geglückt. Nicht nur, dass ich seinen Wunsch erfüllte – er gab mir noch mehr Macht und so wurde ich eine Meisterin der Diener unseres Herren Kra’thor.
Und doch musste ich einen hohen Preis dafür bezahlen. Ich bin mir sicher, dass ich gestorben bin und mein Körper nicht mehr diese Wärme verbreitet wie ich es gewohnt war. Aber immerhin hat es mich einen großen Schritt weiter gebracht. Zu meinem Ziel.

Und doch verlor ich den Weg, mein Weg. Ich lernte eine Frau in Rahal kennen – eine Heilerin namens Eliza. Sie hat mir direkt mein Kopf so sehr verdreht, dass ich mein Ziel verlor. Ich wollte nur noch bei ihr sein und mit ihr glücklich sein. Ich war Mitglied einer Untergrund Organisation innerhalb Rahals – sie nennen sich die Vogelfreyen und sind ein Haufen von Räubern, Dieben, Halsabschneidern und einer Brut von Menschen denen man nicht trauen durfte. Ich habe gehofft, dass ich vielleicht über Kimroth, ihren Anführer, die Vogelfreyen so lenken konnte wie ich es mir erhoffte. Für eine gewisse Zeit war ich auch erfolgreich. Doch währte dies nicht lange. Erstens war jener Haufen so unorganisiert, dass man nie wusste, was jeder einzelne machte und zweitens war das weiter Eliza. Schließlich verließ ich die Gilde und widmete mich nur noch dem Leben mit ihr. Sie wurde sogar eine große Persönlichkeit – eine Bürgermeisterin des Ortes. Doch die Intrigen waren so weit, dass sie plötzlich von der Bildfläche verschwinden musste und mich einfach alleine zurück lies.

Habe ich bereits schon von Anveena geschrieben? Sicherlich habe ich sie schon einmal erwähnt. Sie hatte die gleiche Meisterin wie ich – doch anstatt uns gegenseitig zu unterstützen haben wir uns nur noch gehasst. Sie brachte mich wegen der Liebe zu Eliza schon so weit, dass ich meiner Schwester gegenüber handgreiflich werden musste. Das war natürlich ein großer Fehler. Aber zu diesem Zeitpunkt viel mir nichts anderes ein. Als dann Eliza weg war, fiel ich in ein tiefes Loch. Ein Loch ohne Leben, doch fand ich durch den Glauben an meinen Meister den richtigen Weg und erkannte wieder mein Ziel.

*ab hier kann man nur kurze zusammenhaltlose Textpassagen lesen, die offensichtlich verschiedenen Datums sind*

Für die Gute Arbeit meines Herren gegenüber, hat er mir ein Kleid geschenkt. Ein besonderes Kleid aus Blut – aber leider habe ich die verborgenen Kräfte nicht erkennen können. Ich muss wohl weitere Tests machen.

Anveena, dieses Dumme Mädchen hat sich ebenfalls ein Mädchen angelächelt. Doch diese hat sie betrogen und daraufhin hat sie vor aller Augen Selbstmord gemacht, als sie sich mit Robe zeigte. Ich habe alles Mögliche versucht. Doch wurde sie am Ende danieder gestreckt. Ich habe sie zwar gehasst, aber nun fühle ich mich ganz von der Welt alleine gelassen. Kra’thor sei Dank konnte ich noch in der letzten Sekunde ihre Seele retten und ein teil ihrer Asche mitnehmen.

Heute ist es soweit! Ich bin ganz aufgeregt! Ich habe meine Schwestern und Brüder dazu überreden können mit mir zusammen Anveena wieder auf zu erwecken. Es wird ein anstrengendes Ritual und ist schwer zu bewältigen. Ich hoffe auf Kra’thors Gnade.

Es ist vollbracht. Anveena lebt wieder und ich hoffe für sie, dass sie nicht noch einmal solch einen Fehler machen wird. Für das Ritual musste ich sehr viel Blut und Lebensenergie bezahlen. Aber ich bin erfreut, dass es geklappt hat. Immerhin kann ich, wenn ich das Bedürfnis habe sie dazu zwingen Dinge zu tun, die für mich von Vorteil sein können. Immerhin besteht sie nun aus meinem Körper.
Das Ritual hat so viel Kraft gekostet, dass meine Roten Haare nun in einem strahlenden Weiß strahlen.

Alexia. Eine weitere Frau in meinem Leben? Ich weiß es nicht… trotz meiner Ziele und meinem Weg, den ich verfolge sehne ich mich nach Zweisamkeit. Es ist so einsam hier und umso länger ich bei ihr bin, kann ich schwerer von ihr loslassen. Ich hoffe, ich kann meine Gefühle genügend Kontrollieren. Ich darf und will meinem Gott nicht abspenstig werden. Die Zeit wird sich zeigen, wie sich alles weiter entwickeln wird.
Simoen De Vyr

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Verrat!


Verrat! Was für ein schreckliches Wort und doch ist es wieder passiert. Anveena. Warum hast du das gemacht? Warum nur? Ich verstehe deine Hintergründe nicht, ich verstehe nicht wieso du überhaupt an solche Dinge denkst und so handeln musst, wie du eben gehandelt hast. Woher dieser Hass gegenüber jenen Menschen die nur ein wenig Freude suchen? Ein wenig dessen, was man so schwer in dieser Welt des Dunklen so findet?
Du musst bluten. Ich kann es nicht mehr ertragen. Immer und immer wieder versucht du es und obwohl ich dir das gegeben habe, was kaum ein anderer Mensch für einen Menschen geben konnte – Das Leben!
Dieses doch so grauenhafte etwas was jeder Mensch so sehr an sich festkrallt als wäre es das wertvollste auf der Welt.
Du kamst in mein Haus, das Haus das mir Schutz bieten soll, ich war nicht da, doch meine Geliebte, meine Liebe über alles nahm dich in Empfang. Ein Holzfäller, ich kenne ihn nicht und er ist mir sonderlich egal, war auch da.
Warum, Anveena, warum hast du es wieder getan? Du hast die Macht genutzt die unserer Herr und Meister – unser Gott – uns gegeben hat und manipuliertest die Gedanken jenes Menschen dem ich alles zutraute, dem ich meinen vertrauen schenkte und mich an ihrer stärke, ihrer Zuneigung erfreute.
Diese Bilder, dieser Verrat, dieser Schmach. Dieses perverse berühren der Körper beider Menschen. Wie sie sich küssten, wie sie sich vergnügten. Ich habe es gesehen! Ich wollte es nicht glauben, doch meine Geliebte gestand mir alles, alles an dem sie sich erinnern konnte und so nutze ich meine Macht um mich zu vergewissern und ich sah, ich sah dich, wie du dabei standest und mit Genugtuung deinem Voyeurismus nachgingst und ich sah sie und ihn, wie sich die beiden der elenden Sünde der fleischlichen Lust nachgingen. Und ich sah wie sie dazu gezwungen wurde mich zu betrügen. Hast du gehofft, dass ich mich dann von ihr abwenden werde? Damit ich anfange meinen Weg des Todes weiter zu führen, meine Hände in Blut zu legen und mich an den Seelen der gefallenen Labe?
Ich hege nicht Wunsch dir diese Freude zu machen. Bluten musst du, und das bin ich mir sicher. Ich will nicht mehr wegsehen. Ich werde dir Qualen bereiten, unmenschlichen Schmerz, dass du dir wünschen würdest wieder Tod zu sein. Ich Liebe dich wie meine Schwester und nun wirst du meine Liebe in vollsten Zügen genießen dürfen
Simoen De Vyr

Beitrag von Simoen De Vyr »

Vorne Weg: Eine Uralte Geschichte vom 25.3.2008. Ich weiss nicht, wieso sie so untergegangen ist. Trotzdem Lesenswert

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„Unter Auserwählten”


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Tage später hatte Simoen die Ereignisse mit dem Mädchen schon wieder fast vergessen. Sie war damit beschäftigt, sich in ihre Rolle als Adele einzuleben, die ihr, das musste sie sich eingestehen, mehr und mehr Vergnügen bereitete. Das blonde Naivchen, das „unbeabsichtigt“ Misstrauen und Unfrieden säte war eine wunderbare Abwechslung. Zu jedem Schauspiel gehörte eben auch ein gewisses Talent. Zu denken wie eine Adele und zu handeln wie eine Adele war eine interessante Fallstudie. Simoen war sie ja oft genug.
Und da kam sie gerade wieder nach Bajard hereingetappst. Das kleine Mädchen, das ihr zumindest für einen Abend Kopfzerbrechen bereitet hatte. Und da erinnerte sie sich auch schon wieder an das Experiment. Gut – würde es also Zeit, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen. Es würde vermutlich ein interessanter Abend werden.
Mit gesenktem Haupt saß das kleine Elend auf der Bank und spielte mit den zierlichen Fingerchen. Ein dezentes Räuspern und ein „Nanu“ lenkten ihre Aufmerksamkeit jedoch auf Simoen. Der erste Schritt war getan.
„Den Göttern zum Gruße“ ertönte eine dünne helle Stimme scheu. Doch der Ausdruck in den großen blauen Augen des Mädchens spiegelten Erkennen wieder. Unverblümt ließ Simoen sich zu rechten des Mädchens auf der Bank nieder.
Gerade wollte sie, sie blickte nach links, ansetzen das Mädchen in ein Gespräch zu verwickeln, da erblickte sie ein Wesen mit blauer Haut im fahlen Licht der Laternen. Es war eine Lethra – ein Spitzohr, eine Blauhaut, wie man sie hierzulande gerne nannte. Und vor allem all des übels schien ihre Interesse auf die beiden gelenkt zu sein. Und deren Aufmerksamkeit fiel genau auf die beiden Frauen. Ihre Nachbarin blickte ebenfalls zur seite, doch sie bekam sichtlich Angst vor dem Wesen.
Es kam auf die beiden Frauen zu. Irgendwas wollte dieses Wesen, aus einem Volk von Fanatikern, dummen eingebildeten arroganten Elfenfehlzüchtungen. Entsetzlich, dass sie sich mit so etwas dann auch noch unterhalten musste. Als es bei den Beiden anhielt, die Arme verschränkte und sich ihnen gegenüber aufgestellt hatte war es eindeutig. Dieses Übel musste irgendwie beseitigt werden. In dem Fall zumindest abgeschoben.
„Zum Gruße.“ Simoen/Adele setzte ihre typische Naivität zu Tage. Gerade deswegen hat sie diese ausserordentlich geniale Verkleidung ausgesucht um von solchem Brut in Ruhe gelassen zu werden. Sogleich fing sie an das Wesen anzulächeln um ihrer Verkleidung gerecht zu werden.
„Den... den Göttern zum Gruße.“ Es war mehr ein echo ihrer Sitznachbarin.
Ohne dass sich das Ding wirklich großartig Zeit ließ fragte es unverblümt. „Kommt ihr aus diesem Dorf?“
Das Mädchen verneinte.
„Kann man so nicht sagen.“ Der naive Ausdruck in Simoens/Adeles Stimme sollte glaubhaft genug sein. Woher sie wirklich kam sollte sie ja auch besser nicht Kund tun.
„Wisst Ihr etwas über das Volk der Anguren?“ – Eine dümmere Frage konnte man Simoen nicht stellen. Sie wusste, sie waren groß, sie waren dumm, sie stanken und sprachen einen widerlichen Akzent der Gemeinsprache. Und so erkannte sie die Lethra. Schon einmal wurde sie von dieser dummen Frage konfrontiert. Dch das letzte mal war es in einer anderen Verkleidung als arme Blinde.
„Sie sollen vor der verfluchten Stadt Varuna ein Lager aufgebaut haben.“ – Wie interessant! Als würde das von Belang sein. Dieses blaue „Ding“ sollte damit doch bitteschön jemand anderen belästigen.
„Ihr meint, diese Riesen gibt es wirklich?“ – Vielleicht konnte Simoen/Adele damit dieses Wesen vertreiben – gespielte Dummheit. Sie wollte ja eigentlich nur in Ruhe mit ihrer Nachbarin Konversation führen. Doch nicht einmal das hat funktioniert.

„Habt ihr sie gesehen oder nicht?“ – Was für eine dumme Frage war das denn? Glaubte sie denn tatsächlich, die beiden wüssten mehr als sie zugaben? Auf Simoen mochte das ja zutreffen, aber das auch nur so weit wie sie es gesehen hatte, und das war bei Weitem nicht gerade viel.
„Ich habe dort keine gesehen.“ – Das Mädchen war auch noch so dumm und gab zu dass sie mit Varuna wenigstens was zu schaffen hatte. Das konnte böse enden. Aber sie wusste wohl einfach nicht, WAS diese Dinger eigentlich waren.
Was darauf folgte war ein Schlagabtausch der eigentlich gar keiner war. Das Mädchen hatte Angst und zitterte immer mehr während die Lethra mit Beleidigungen um sich warf, wie dumm die beiden doch eigentlich waren.
Dazu kam dann auch noch die leidige Tatsache, dass das Mädchen plötzlich behauptete, es würde Tag. Sie blinzelte mehrere male. Simoen konnte sich natürlich denken was es war. Natürlich konnte sie es nicht zeigen, doch befahl sie sich Vorsichtig zu sein.
„Es soll schweigen.“ – Diese beispiellose Arroganz dieses blauhäutigen Etwas war nun wirklich schon fast belustigend.
Das Zittern ihrer Nachbarin wurde schon krampfhaft. Beinahe begann sich Simoen so etwas wie Sorgen zu machen. Als ihr ein Geräusch auffiel das aus Richtung der Blauhaut kam. Es – regnete? Nun, sofern man in der Nacht etwas sehen konnte. Simoen schärfte ihre Augen und bemerkte dass der Regen aus schweren roten Tropfen bestand, welche auf die Blauhaut tropfen. Er nahm kurz zu – und endete wieder. Die Lethra kostete davon! Simoen konnte sich ohne viel Fantasie vorstellen woraus die roten Sprenkel bestanden. Es war ja irgendwo klar.
Um des Richters Willen, sie sollte das jetzt nicht versauen. Gerade wo Simoen/Adele dabei war einen Schlagabtausch mit diesem Ding zu provozieren.
Es war ihr nun klar. Dieses Mädchen „musste“ etwas mit dem Richter zu tun haben. Doch kann sie anscheinend ihre Macht nicht richtig leiten. So blickte sie auf das windendende Mädchen. Sie musste mit diesem Spuck aufhören, sonst könnte die Lethra verdacht schöpfen! Etwas Schmerz müsste das Mädchen wieder zu sich bringen sollen.. Die Lethra war vermutlich noch zu überrascht um wirklich darauf zu reagieren. Das Zittern ihrer Nachbarin ließ langsam nach – dennoch versuchte Simoen es.
Doch was danach passierte kam nun wirklich überraschend.
Ein leises Auffiepsen der Frau, dann richtete sie sich gerade auf.
Etwas durchfuhr das Mädchen. Als wäre es Blut; durchzog fließend rote Farbe ihr Haar und färbte es schon beinahe unnatürlich kräftig. Sie kniff die Augen zusammen, und als sich jene öffneten waren sie nicht mehr blau – sie waren grün.
Simoen sprang auf!
Selbst die Blauhaut machte einen Schritt zurück. War es Erschrecken oder Überraschung? Simoen war das in dem Moment egal, sie hatte nur das Gefühl, den schlafenden Riesen geweckt zu haben – gepaart mit purer Verwirrung.
Das Mädchen sprang auf. Ihr Gesichtsausdruck war eine Grimasse aus Wut und – Trauer? Erinnerte dieses Gesicht nicht an etwas? Es war nun egal - das naive Gesicht war einer völlig anderen Maske gewichen, Und es – oder vielmehr sie – stürmte auf sie zu.
Sie bleckte die Zähne – entsetzlich welche Kraft man doch aufwenden kann wenn man zornig ist. Und dann sprach das Mädchen auch noch. Es war dieselbe Stimme, aber härter – deutlicher – voller Überzeugung. „DU BIST ES NICHT!“ – Was konnte sie damit denn nur meinen?
Ihr Kopf stürmte voran auf Simoens Hals zu – das konnte doch nicht wahr sein. Wollte sie...
„Jaaaa, lass deinem Zorn freien Lauf. Der Vater sieht das mit Wohlwollen.“ – Auch das noch, dieses Etwas wagte es sich noch einzumischen. Aber Simoen hatte keine Zeit darauf zu reagieren. Sie musste nun schnell handeln.
Geistigen Kontakt herzustellen in solch einer prekären Situation war äußerst schwierig. Sie musste kurz ihren Schleier aufgeben – und die Tättowierung enthüllen, die ihre Stirn und ihre Hand zierte. Während die Blauhaut weiterhin auf die Furie einredete, die unerbittlich darauf erpicht war, Simoens Hals zu erreichen.
Und endlich gelang ihr eine kurze Berührung um geistigen Kontakt zu bekommen – so wie sie es von ihrer einstigen Mentorin, der Richter habe sie selig, erlernt hatte. Doch was sie vor ihrem geistigen Auge sah war bei Weitem noch verwirrender.
Ein riesiger Hof aus schwarzem Stein. Der Stein war glatt und glänzend. Im Abstand von vielleicht fünfzig fuß ragten an mehreren Eckpunkten dunkle Obelisken in die schwarze Nacht, nur spärlich beleuchtet von etwas, das sich im Zentrum des Hofes befand.
Eine Flamme schwebte in der Luft – sie war kalt, sie strahlte Kälte aus – und sie war silbrig. Und nichts anderes sah Simoen.

Ein ungemeiner stechender Schmerz durchzuckte Simoen. Woher kam diese ungeheure Macht? Sie lies einen lauten schrei von sich und war wieder in Bajard. Simoens Kraft ließ für einen Moment nach und sie spürte einen bösartig stechenden Schmerz am Hals als zwei Zahnreihen sich in ihr Fleisch bohrten. Sie fühlte, wie ein einziger Schwall ihres Lebenssaftes herausfloß.
Sie hat meine Halsschlagader erwischt durchfuhr es Simoen – leider zu spät.
Die „Furie“ ließ ab von Simoens hals. Blut quoll jener aus dem Mund.
Das ganze Blut verteilte sich immer mehr auf dem Boden. Schnell versuchte sie die Hand auf die Wunde zu legen. Sie musste sie so schnell wie möglich schließen sonst steht sie bereits vor Kra’thor bevor sie überhaupt ihrer Aufgabe gerecht wurde.
Und während das in Rage geratene Mädchen scheinbar gleichgültig an der Lethra vorbeischritt, die Worte „Und nun bring es zu Ende“ gänzlich ignorierte knickte Simoen ein. Ihr schwanden die Sinne, und vor ihren Augen wurde es für einen kurzen Moment schwarz.
Als sie sie kurz darauf wieder öffnete war die Wunde wieder geschlossen, doch was für ein Schatten tanzte vor ihren Augen? Es war die Lethra die ihren Körper über sie gebeugt hatte. Langsam senkte diese die Hand und wollte Simoens Hals berühren. Mehr als Reaktion als innerlicher Wille schnellte ihre Hand vor und hielt die Lethra auf.
Sogleich versuchte sie sich zu erheben. Wo war dieses Mädchen hin? Wenn sie noch mehr dieser unsagbaren dummen Dinge macht muss Simoen sie aufhalten auch wenn es leider der Tod des Mädchens sein würde.
Die Lethra machte sogleich einen Schritt zurück und lies Simoen zwar gewähren, doch fixierte sie sie stark mit ihren Augen.
Simoen durfte keine Schwäche zeigen. Nicht vor diesem Wesen. Nicht nachdem sie diesen einen Fehler gemacht hatte mit diesem Mädchen. Diese Lethra erzählte davon, dass sie Feig wäre und dass Simoen es nicht weiter verdiene weiter zu leben. Allein durch die Körperhaltung der Lethra konnte sie erkennen, dass sie nicht scherzte. Noch dazu fing die Stelle an der sie die Lethra berührt hatte an stark zu kribbeln, dass dann noch dazu anfing in ein starker jucken überzugehen. Hat sie sie denn nach all dem Ärger vergiftet? Es war egal. Zur Not kann sie auch ihren Arm ausreissen.
So ging der Disput zwischen den beiden weiter. Hat Simoen zu viel von Kra’thor erzählt? Sie hofft es nicht. Am Ende lies sie die Lethra einfach stehen. Sie hatte keine Zeit für sie. Simoen musste dieses Mädchen finden. Sie wusste, dass sie sich nicht mehr als Adele ausgeben konnte. Sogleich suchte sie sich eine geeignete Stelle und verwandelte sich in ihre wahre Identität. Des Versteckspielens wurd sie Müde noch dazu will sie nicht wissen wie das Mädchen reagieren würde, wenn sie „Adele“ blutüberströmt vorfindet.
Kaum war sie Simoen vor Bajard, fand sie auch schon 2 Tiefländer neben dem Mädchen stehen.

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Zuletzt geändert von Simoen De Vyr am Mittwoch 30. Dezember 2009, 11:43, insgesamt 2-mal geändert.
Simoen De Vyr

Beitrag von Simoen De Vyr »

Meistertreffen

Ruhe – entsetzliche Ruhe - So könnte man den jetzigen gesamt zustand von Simoen erklären. Es ist das erste Mal seit all den Jahren, dass sie sich wirklich zu Ruhe gesetzt hat und in einem eigenen Haus wohnt. Doch dieses Mal ist Anveena wieder aus dem Haus ohne irgendetwas zu Sagen. Diese Warterei erweckt in Simoen eine Art von Missgunst Anveena gegenüber.

Dann noch diese Art und weise wie Anveena auf den Abschied von Linnet reagiert. Anscheinend liebt sie sie immer noch und kann sie einfach nicht loslassen. Das erweckt in Simoen das Gefühl einfache 2. Ware zu sein und das missfällt ihr ungemein. Jetzt ist sie schon so weit gekommen, ihr Ziel ist gar nicht all zu weit in der ferne und doch scheinen die Menschen nicht so zu reagieren wie sie es sich eigentlich erwünscht hatte. All die Toten Menschen die sie für IHN getötet und geopfert hat. Natürlich waren sie eher eine egoistische Geste, denn wie erlangt man ungemeine, gar wundervolle Schönheit? Es ist kein Prozess der einfach so von statten geht sondern man muss die Dunkle Magie von Kra’thor nutzbar machen um die Lebensessenz der Menschen, das was sie am Leben erhält und ein Zeichen von purer Lebendigkeit herausreißen und seine Wünsche in Erfüllung gehen zu sehen. Allein hier wird nur von Blut geredet. Eine Bedeutung für Bewegung und dadurch ein Zeichen für das Leben in einem Menschen.

„Bereits kurz nachdem ich mich das erste Mal im Blute meiner erlegten Feinde suhlte und meinen erotischsten Fantasien nachging, folgte eine Veränderung in meinem Körper. Ich fühlte mich frisch, wie ein neugeborenes aus dem Leibe meiner Mutter. Meine Haut straffte sich und alle Dunklen Gedanken, all jene die im Laufe meines Lebens meinen Körper prägten verschwanden einfach so. Ich wurde eine Glorie unter der Menschheit. Eine Vollendung jener Schönheit. Und doch hatte alles seine Kehrseite. Ich brauchte immer mehr Blut um diesen Zustand aufrecht zu erhalten. Sollte ich irgendwann in diesem Zustand gelangen, dass ich nicht genügend Blut innehalte, dann wird erst die Bestie, die in meinem Geiste gefangen gehalten wird frei und kurz darauf zerfällt meine Glorie in absolute Hässlichkeit, einem Zombie könnte man dies gleichsetzen.“

[img]http://s7b.directupload.net/images/100209/ig4iqsbp.jpg[/img]

Simoen taucht ihren Körper in die Wanne und die Flüssigkeit benetzt ihren Blasse taint. Weitere 2 Körper wurden dieses Mal benötigt um ihren Hunger zu stillen. Sie nimmt den meisterlich geschmiedeten Kristallenen Becher und taucht ihn in die Flüssigkeit, ehe sie ihn an ihr Mund führt, sie kann sich kaum noch zurück halten und so trinkt sie den Inhalt, wie an einem Höhepunkt ihrer Extasse. Noch einmal fährt sie mit der Zunge über ihre Lippen um auch den letzten Rest der Flüssigkeit in sich aufzunehmen und lehnt sich gänzlich zurück und lässt sich die letzten Stunden ihres Abends genießen um ihren Geist zu stärken und ihre Vergangenheit noch einmal zu reflektieren zu können. Anveena wird sich kaum trauen in den Keller zu gehen…

„Simoen…“. Simoen schreckt auf, als sie die sanfte Stimme hört, die nach ihren Namen ruft. Ihre Dunklen Augen reißen weit auf und sie verschluckt sich an der Flüssigkeit, die ihre Badewanne füllt. Ein stechender schmerz durchzuckt ihre Lunge und sie muss erst einmal husten.
Gerade sitzt neben ihr am Rand des Beckens ein überaus Gutaussehender Mann mittleren Alters, der sie aus seinen Haselnuss braunen Augen ansieht und schmal anlächelt. „Wer…“ haspelt sie, als sie nun endlich genügend Luft eingeatmet hat.
Statt zu antworten legt er seine Finger an ihren Kinn und beugt sich vor um ihr einen sanften Kuss zu geben… und dann wusste sie auf einmal, wer neben ihr steht und so gibt sie sich ihm hin. Erst als er dann langsam absetzt haucht sie sanft…:“Aber… Meister. Das kann nicht wahr sein… das muss ein Traum sein.“ „Shht“, entfährt es ihm sanft und er legt ihr einen Finger auf ihren Mund. Mit einem einzigen lächeln zerfließt ihre ganze Mauer und sie will sich ihm gänzlich hingeben… so etwas will auch er und dann taucht er mit den Kleidern in die Wanne und berührt ihren ganzen Körper, während er seine Kleider vom Leib reißt und in ihr eindringt.

Nachdem sie sich hingegeben haben, schmiegen sich die verschwitzten Körper aneinander, die noch mehr von der Wärme der Wanne erhitzt werden. Erst jetzt spricht er leise in ihr Ohr: „ Simoen, ich bin gekommen um dir eine Aufgabe zu geben, die für mich von großer Bedeutung sein wird. Zweifle nicht und auch wenn du nicht verstehen wirst, was ich von dir verlangen werde, wirst du trotzdem eine wichtige Rolle spielen…“

Als er ihr alles erzählt hat, stellt er sich aufrecht in der Wanne auf und plötzlich scheint sich seine Gestalt zu verändern... als würde der Tod höchstpersönlich vor ihr stehen, fängt er an zu lachen und seine Stimme wird von den Wänden des Verlieses widergehallt und kommt plötzlich mit tausendfacher stärke wieder zurück. Simoen durchfährt ein starker Schmerz, sie muss ihre Ohren zu halten, Blut dringt plötzlich aus allen Öffnungen ihres Kopfes und auch sie schreit…

Simoen öffnet ihre Augen. Es ist still. Zu still. Hat sie das alles etwa nur geträumt? Oder hat sie es wirklich erlebt? Ihre Wangen sind so voller Scham errötet. Sie muss sich das noch einmal durch den Kopf geben lassen und steigt deswegen aus ihrer Wanne um sich wieder anzuziehen. Soll sie mit Anveena darüber reden? Aber was soll ihr Anveena erzählen? Bestimmt war es nur ein hirngespinnst, denn Kra’thor ist ihr bisher noch nie in solch einer Gestalt, geschweige denn so intim mit ihr umgegangen. Und doch wirkte alles so echt…
Simoen De Vyr

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Einsamkeit

Am nächsten Morgen wachte Simoen auf. Der Morgen war dieses Mal schön und sonnig, nicht so wie die letzten Tage wo der Frost um sich griff und selbst die Luft innerhalb weniger Sekunden gefror.
Doch irgendetwas stimmte nicht. Das Bett war neben ihr Leer. Anveena ist die Nacht über nicht erschienen. Simoen durchzog sich ein Schmerz in ihrem Herzen wie ein Dolchstoß. Sie sehnte sich auf einmal so sehr nach ihrer Halbschwester, am liebsten würde sie sie an sich drücken, umarmen und ihre Sanfte Haut berühren. Den Duft von Lavendel einatmen und den Schlag ihres Herzens spüren. Irgendetwas ist nicht in Ordnung, sie wusste es.
Anveena war immerhin ein Teil von ihr, nicht so wie sich das andere Denken würden; Anveena’s Körper wurde aus dem Lebenskraft Simoens geformt und wieder zum Leben erweckt. Eine Prozedur, die sie sehr schwer war und nicht einfach so wiederholt werden konnte, wenn man auf sein eigenes Leben bedacht ist.
Dieses Gefühl, das sich immer weiter in ihrem Körper ausbreitete, war so schwer zu beschreiben. Anveena lebt, aber irgendwie war sie gefangen. An einem Ort, der Dunkler nicht sein kann, wie in einer Stasis gefangen.
Schnell zog sie sich an, sie hat sich nicht einmal die Zeit genommen ihre Haare richtig zu machen und stürmte aus der Türe.
Vielleicht gibt es irgendwelche öffentlichen Nachrichten? Vielleicht haben sie Magier gefangen genommen oder vielleicht andere Feinde? Nein… nichts. Keine Briefkorrespondenz, keine öffentlichen Anschläge. Selbst ihre Informanten wussten nichts. Simoen wurde immer unruhiger, sie musste doch irgendetwas machen können.
Kra’thor hat ihr nicht ohne Gründe so viel Macht zugestanden. Doch selbst in dieser Situation fühlt sie sich wie ein armes verängstigtes Mädchen, dass Angst vor dem allein sein hat und ja, noch dazu ihre wichtigsten Angehörigen nicht einmal beschützen konnte.
Das atmen tut ihr immer schwerer, sie musste sich erst einmal auf die Treppe setzen. Wieder dieser Schmerz und die Gewissheit, dass sie Anveena nicht mehr so schnell sehen wird. Sie fasst sich an ihre Brust und blickt starr auf den Boden. Naestra betritt kurz darauf das Haus und blickt sie unbekümmert an – sie wusste ja noch nicht einmal, was Simoen schon weiß.
Simoen erzählte es ihr und versuchte sie irgendwie aufzumuntern, ja davon abzuhalten etwas Dummes zu machen und ihr die Möglichkeit zu bieten für sie da zu sein… doch konnte sie so etwas überhaupt versprechen? Selbst sie weiß nicht einmal, was sie überhaupt anfangen soll, geschweige denn zu wissen, was das Leben für einen Sinn überhaupt noch hat? Ohne Anveena… ohne eine einzige Person auf dieser verdammten Welt, die überhaupt noch ein Interesse für sie hegt. Heute fühlte sie sich sehr einsam. Allein bleibt die Hoffnung, dass Anveena wieder kehren wird, sie hofft, dass es nicht lange dauern wird…



Dummheiten

Stunden vergingen. Aus Stunden wurden Tage… aus Tage wurden Wochen. Simoen hörte immer noch nichts von Anveena. Sie fühlte sich innerlich wie gestorben. Das, was sie in letzter Zeit wieder so sehr von Anveena gelernt hat, Menschlichkeit zu zeigen verlor sie Stunde um Stunde wo Anveena nicht mehr anwesend war. Ja, natürlich zeigte sie sich anderen Menschen gegenüber unbekümmert und spielte ihnen das vor, was diese Menschen sehen wollten.
Doch nichts scheint sie mehr zu beleben. Selbst die wechselnden Partner, mit denen sie ihr Bett teilte konnten ihr keine Gefühle mehr geben. Sie sind doch alle nur Marionetten, keine Spieler, wie sie es ist und Anveena es war.

Doch heute fasste sie ihren Mut. Sie wollte nicht mehr warten. Es gab noch einen Weg, den sie nicht beschritten hat und wenn ihr Meister so gnädig war, dann muss er ihr auch helfen können, genau, wie sie es von ihm verlangte.
Kaum war sie in den Wäldern, nutze sie die heiligen Worte und verhüllte sich in vollkommener Dunkelheit, kaum trat sie hervor, war sie in den heiligen Kleidern der Diener Kra’thors gekleidet. Diese Graue Kutte, mit den ganzen Knochen von Menschen, deren Seelen einzigartig waren. Man trug deren Gebeine mit sich, um deren Macht für sich zu nutzen um stärker zu werden.
Simoen betrat dann die Grabkammer. Ein riesiges Grab, das als Grabstätte eines mächtigen Diener Kra’thors aufgebaut wurde. In der Mitte dieser Grabkammer steht ein Stein, der Grün leuchtet. Die meisten der Diener nennen ihn Seelenstein, nicht viele wissen, woher er stammt und wie er zu gebrauchen ist – sollten sie auch nicht, denn dann wären sie zu Gefährlich für Simoen geworden.
Doch dieses Mal interessiert sie sich nicht für diesen Stein, sie geht die staubige Treppe hinab zum Altar und Pentagramm jener alten Gruft. Die Gebeine zweier Diener liegen unter den Steinsärgen begraben. Selbst wenn Diener sterben, strahlen sie noch immer eine Macht aus, die die Erde und die Natur vollkommen zerstören kann.
Simoen stellt sich in die Mitte des Pentagramms und zog ihre Kutte aus. Sie wollte Kra’thor beschwören, er soll ihr sagen, wo sie Anveena finden kann. Und so beschwor sie die heiligen Formeln und Worte hervor, die sie schon vor so langer Zeit gelernt hatte. Bisher waren immer mehre Diener anwesend, um ihre Kraft zu bündeln. Doch Simoen wollte niemanden um sich haben. Sie ist eine Meisterin ihres Faches und nutze die Macht, die in ihr schlummerte und konzentrierte sich auf das Pentagramm. Die Kerzen flammten an den Spitzen der 5 Ecken auf und die Luft flimmerte direkt, Die Luft kühlte immer weiter herab. Schließlich schnitt sie mit dem Ring der die Form einer Kralle innehatte und somit ihren rechten Zeigefinger vollkommen einschloss ihre Pulsadern auf um den Schwur, den sie Kra’thor machte noch einmal zu erneuern, um ihn zu sich zu rufen.
Und dann spürte sie seine Anwesenheit. Seine Aura war plötzlich ganz nah und das erste was sie empfand war Schmerz und dann Glückseeligkeit.

„Meister, bitte. Ich rufe dich. Sag mir, wo ist meine Schwester, eine deiner höchsten Dienerinnen, Anveena?“
- Stille
„Ich bitte dich, Meister. Ich brauche sie und du brauchst sie auch. Hilf mir, sie zu finden“
Simoen wurde immer panischer, wie konnte er einfach so Still sein, nichts sagen? Ist das ihr Meister, dem sie ihre Treue schwor, an dem sie glaubte und immer nach seinem Gutdünken gehandelt hat?
- Stille
„Mein Herr und Gebieter. Ich gebe dir alles was du willst… bloß. Hilf mir!“
- Stille
Tränen rannen ihrem Gesicht herab. Wie konnte er bloß grausig sein? Wie konnte er ihr nicht helfen. Sie hat so viel für ihn getan und das ist der Dank für alles? Sie empfand es wie einen tiefen Verrat. Ja, so wollte sie nicht einmal mehr weiter machen.
„So kann ich nicht mehr weiter Leben, mein Meister. Bitte nimm mich zu dir, ich will nicht mehr auf dieser Welt verweilen.“
Und so nahm sie ihr Dolch und stieß ihn in ihr Bauch, dann drehte sie ihn noch einmal um und zog ihn heraus. Sie holte noch zwei Mal aus, bis sie den Schmerz und die Wunden verspürte. Das ganze Blut floss aus den Wunden hervor und ihre Innereien versagten nach und nach. So flog sie auf den Boden, mit einem erlösten lächeln auf ihrem Gesicht. Endlich muss sie dieses Gewicht nicht mehr tragen, endlich konnte sie einfach in Ruhe einschlafen um diese Welt nicht mehr verspüren zu müssen.
Ihre Macht löste sich auf und sie entschwand aus dem Reich der lebenden…

Meisterleistung


Sie öffnete langsam ihre Augen. Ihr mund war so trocken wie noch nie. Doch, die Schmerzen waren weg und sie fühlte sich hellwach. Was war geschehen? Ist das das Totenreich? Langsam erhob sie sich aus dem Pentagramm und blickt sich um. Es sah wie die Grabkammer aus. Ja, das war sogar die Grabkammer. Schnell beugt sie sich herab und berührt mit den Händen ihr Bauch – nichts. Ihre Haut wirkt so fein und sauber wie eh und jäh. Aber sie hatte sich doch umgebracht? Die Wunden waren tödlich gewesen.
Und dann wurde es ihr gewahr. Selbst Kra’thor wollte ihr nicht den letzten Ausweg geben. Ihre Seele gehörte ihm und so konnte er auf gut dünken entscheiden ob sie nun weiter leben darf oder nicht. Und so hat er sich für das erstere entschieden. Er hatte ihr eine Aufgabe gegeben und so lange sie diese Aufgabe nicht erfüllt, hat sie gar keine Entscheidungskraft mehr. Sie fiel auf die Knie und versenkte ihr Gesicht in ihre Hände und weinte. Sie ist nicht nur eine Dienerin, sondern auch eine Sklavin ihres Herren, ob sie nun wollte oder nicht. Er hat seine ganze Macht über sie und diesmal hat sie es begriffen. Doch das minderte ihren Schmerz nicht, sie fühlte sich ihm nun vollkommen ausgeliefert und Machtlos. Wenn er will, dann kann sie Mächtig sein und wenn er will, dann wird sie Morgen sterben – oder auch niemals sterben. Ein Teufelskreis, den sie nie entrinnen kann.
Erst als sie so ausgetrocknet war, dass sie nicht einmal mehr Weinen konnte, hörte sie auf. Sie hat eine Aufgabe und sie hat noch eine ganze Gemeinschaft von Dienern, die ihr Untergeben sein können wenn sie es will.
Und vielleicht wird er ihr die Freude bereiten zu verraten, wo Anveena ist und wie sie sie wieder haben kann – sie fehlt ihr so sehr. Wieder muss sie einen Heulanfall unterdrücken.
Sie atmete noch einmal tief durch und eilte daraufhin in die Bibliothek. Eine Aufgabe, immerhin etwas, was sie durchführen kann und was sie von ihrem Schmerz fern hält. Irgendwo in dieser alten Bibliothek soll es eine Schriftrolle geben, in dem geschrieben steht, wie sie einen bestimmten Gegenstand herstellen kann – diesmal mit Hilfe ihrer Brüder und Schwestern. Diesen Gegenstand wird sie dazu nutzen um einige interessante Seelen zu fangen…
Zuletzt geändert von Simoen De Vyr am Dienstag 9. Februar 2010, 16:59, insgesamt 1-mal geändert.
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