Ein verlorenes Gedächniss.

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Erinna Hinrah

Ein verlorenes Gedächniss.

Beitrag von Erinna Hinrah »

Vorgeschichte


Siebzehn. Süesse siebzehn Sommer alt war sie nun. Sie galt im Clan als erwachsene, als vollwertig. Viel war geschehen gewesen. Die innere Trauer das Theor sich für die Garde entschloss, die Verbindung zum totem die abgebrochen war, die ihr immer den Weg von der Vergangenheit bis vor einiger Zeit gewiesen hatte, und zu guter Letzt, der Verlust von Ciesa.

Ciesa lebte noch und Ciesa würde ihren Weg der Kriegerin verfolgen, mit einem einzigen Schlag einfach alles beendet. Erinna verstand es nicht, aber sie musste es akzeptieren. Die Traditionen des Clans wurden ihr immer fremder. Die Regeln ihr immer verworrender, aber sie musste sich fügen. Zu sehr war die Liebe zu Falk, zu Cailly, zu dem kleien Seymour, als das sie ihr Heim riskieren wollte.

Sie nahm die Strafe hin, das die Haare mal wieder ab waren, störte sie nicht, doch für sie gab es keine härtere Strafe als nicht mehr lieben zu dürfen. Sie und Ciesa hatten sich geliebt, lange Zeit, sie waren glücklich gewesen, sie waren viel zusammen gewesen. Ciesa hatte Erinna viel gezeigt von ihrer Welt und Erinna ihr. Dann mit einem Schlag war es vorbei gewesen.

Noch immer sah Erinna wie Ciesa die Kette abgelegt hatte. Jene Kette die Erinna von Alliestra gemacht bekommen hatte, jene die Erinna als allererstes wirkliches Schmuckstück getragen hatte. Sie merkte immer mehr wie sie nur immer wieder zurückstecken musste. Mal war dieses Falsch, dann jenes, immer mehr zerrann das Gefühl von Glück aus ihrem Herzen.

Still sass sie am Meer nachdem sie jagen gewesen war. Schweigend hing ihr Blick auf den Wellen. Als Damals die Verbindung zum Totem abbrach hatte sie schon begonnen sich in sich zu verkriechen. Als sie erfuhr das Theor zur Garde wollte, verkroch sie sich noch mehr in sich. Dann war die wunderbare Nähe zu Ciesa, wo sie etwas wieder aus sich hervorkroch und jetzt blickte sie ohne Gefühlsregung ins Meer, so wie zur Zeit bevor es mit Ciesa enger wurde.

Wortlos tat sie die Pflichten im Clan. Sie kümmerte sich wie immer liebevoll um Seymour und zeigte ihm in keinster Weise wie es ihr ging. Vor ihm war sie die ruhige, liebevolle Mutter, die mit ihm spielte, ihn versorgte und ihm Abends Geschichten erzählte. Doch sobald er schlief verliess sie Grimwould und betrachtete schweigend ohne irgendwas zu denken die Wellen im Mondschein.

Ciesas Diamantenkette legte sie nie ab, egal ob es beendet war oder, sie konnte sie nicht ausziehen, sie war noch ein kleiner Halt in ihrer erschreckend gering gewordenen Gefühlswelt. Oft schweiften, wenn sie mal nachdachte, ihre Gedanken zu Falk, wie er sie weinend fest an sich gedrückt hatte, als er ihr verbat Ciesa weiterhin zu lieben, nur wegen den Traditionen.
Zuletzt geändert von Erinna Hinrah am Samstag 14. Januar 2006, 19:49, insgesamt 1-mal geändert.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Viola und Freia waren jagen gegangen und Erinna wusste nicht genau was sie nun anfangen sollte. Genug Holz war da, aber naja, es schadete sicher nicht noch welches zu holen.

Stumm schnallte sie mit sanften Griffen ihrem neuen Pferd die Sattel auf und griff zu ihrem Beil. Langsam ging sie zu Fluss hinunter, dort konnte man meistens Gefahrlos nach toten Ästen suchen. Schweigend ohne nachzudenken, wanderte sie von Baum zu Baum. Die Diamantkette bewegte sich leicht wenn sie einen Ast fand und ihn sorgsam abhackte.

Nachdem sie einige Hundert Äste gefunden hatte drehte sie dem Wald den Rücken zu und wollte gerade nach Grimwould zurückgehen, als ein leises Knurren zu vernehmen war. Langsam fast gelassen griff sie zu ihrem Bogen und schlug ihrem Pferd auf die Flanke, nicht gerade sanft. Das Tier erschrack so sehr das es schnurstracks nach Grimwould rannte. Sie selber festigte ihren Blick ruhig auf das grosse schwarze Tier vor ihr.

Gelbe Augen trafen auf bernsteinfarbende und sie atmete tief durch. Langsam, sich dessen bewusst das das Tier jede Bewegung verfolgt, griff sie in ihren Köcher und nahm einen Pfeil heraus. Leise knarzte ihr Bogen, als sie den Pfeil einlegte und ihn spannte. Eins, zwei, drei, vier Pfeile flogen in gerader fast gelassener Bahn direkt auf das schwarze Tier zu. Die Hufschläge des Pferdes waren schon lange verklungen. Bleiernde Stille legte sich über den Nebelwald.

Ohne Rüsstung, ohne ihr Katana hatte sie nicht wirklich eine Chance, es war ihr im Grunde auch egal. Wie in Zeitlupe beobachtete sie, wie das Tier zum Sprung ansetzte und gleichzeitig griff sie zu ihrem Messer am Hosenbund und stach damit zu. Dann wurde es erstmal schwarz um sie herum. Die Wucht des Sprunges der Tieres, hatte die viel zu leichte jugendliche gegen den Nächsten Baum geschleudert, der unmittelbar hinter ihr gewesen war. Ihr Kopf schlug hart gegen den Stamm, es hatte ihr zumindes das Leben gerettet, der Panther lag tot halb über ihr.

Das Pferd hämmerte in der Zeit angstvoll, zitternd mit schaum bedeckt vom Schweiss, mit den harten Hufen gegen das schwere Eisentor. Das wiehern klang schrill, war es doch das erstemal das das Tier einen Panther gesehen hatte und das auch noch überlebt hatte. Die Hufschläge klangen über ganz Grimwould solange bis jemand das Tier beruhigen konnte und in die Box gebracht hatte. Dann würde man erkennen, wie Hufspuren vom Waldrand her nach Grimwould führten im Schnee erkennbar.
Kahor Amarth

Beitrag von Kahor Amarth »

Aus dem Schlaf gerissen, suchte Kahor nach der Quelle des Lärms, bis er das durchgehende Pferd vor den Toren Grimwoulds fand und ihm sogleich unsanft klar machte, das wiederstand gegen sein Bemühen, es in die Ställe zu zerren relativ ungewollt war. Zwei Kopfnüsse und eine Menge Schieben und zerren später stand das Tier noch immer aufgebracht in einer Box, wo es sich langsam beruigte.

"Hast du deinen Herren abgeworfen, mein guter?" redet der Hühne gutmütig auf das Tier ein. "Na dann lass uns mal schaun, ob es ihm gut geht"

Mit diesen Worten legt Kahor seine leichte Rüste an, streift sich den Gurt seiner Rückenscheide über und macht sich auf die Pirsch.

Die Tiefen Spuren des Pferdes waren sogar bei nacht noch für einen Blinden zu verfolgen und so dauert es nicht lange, bis der Hühne den Ort des Geschehens erreicht.
Schon von weitem ist im Mondlicht erkennbar, dass vor ihm etwas hektisches geschieht... etwas, was nicht nach Clansland gehörte... ein Kampf, ein Raub vieleicht?

So zügig und leise, dass man meinen könnte, die rüste würde den Hühnen nicht im mindesten behindern, pirscht er sich nahezu lautlos an, bis er das Geschehen zu ergründen vermag.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Still und blass lag sie am Baumstamm. Der tote Panther wärmte sie mit seinem Körper etwas. Flach ging ihr Atem, der Bogen lag etwas abseits. Das Hemd war am Brustkrob zerrissen und zeigte trotz der Krallenwunden ihre doch schon vorhandene weiblichkeit. Nur schwer wachte sie aus der Bewusstlosigkeit auf und blickte sich um. Kaum etwas konnte sie erkennen, zu verschwommen war ihr Blick.

Den riesigen Mann nahm sie nur halb war. Gedanken wirbelnden in ihrem Kopf, der schmerzte als wollte er zerplatzen. Wo war sie? Wer war sie? Wer war der Mann und was war geschehen? Kein Wort brachte sie hervor, aber die Verwirrung stand ihr mehr als deutlich im feinen Gesicht geschrieben.

Sobald sie versuchte sich zu bewegen, sank sie mit einem leisen Stöhnen vor Schmerzen wieder zusammen. Sie begriff nicht was geschehen war, an nichts konnte sie sich erinnern, nichtmal mehr an ihren eigenen Namen. Alles was sie nur noch wollte, war irgendwohin wo es warm war und wo sie schlafen konnte. Die Augen fiehlen ihr schwer wieder zu und trotz der Schmerzen schlief sie ein, in der Kälte des Waldes.
Kahor Amarth

Beitrag von Kahor Amarth »

Keinen Herzschlag lang zögerte er, als er Erinna da so liegen sah. Schnell war er bei ihr und hob sie sanft auf, um sie eilends nach Grimwould zu tragen.

"Mach dir keine Sorgen, Kleine. Ich bring dich schnell Heim"

In ihre eigenen Felle wollte er sie nicht betten, um Seymour nicht zu wecken. Der Lütte musste ihre Verletzungen nicht sehen. So brachte er Eri in sein Zimmer, wo er sie verband und ihr einen Trank zur Wundschließung einflößte. Das sollte helfen, sie ruig zu stellen und die Wunde zu versorgen, bis Laila einen Blick auf sie werfen konnte.
Ein Trank gegen die Tollwut, die das Tier vieleicht hatte fehlte ihm leider... man müsste sich darüm kümmern, wenn sicher war, dass sie infiziert war.

Und so wappnet sich der Hühne mit einer Wasserschüssel und einem Lappen, um Krankenwache zu halten, bis am Morgen die anderen wach würden.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Zwischendurch wachte sie immer wieder auf und sah sich verwundert in Kahors Zimmer um. Wo nur war sie? Es roch angenehm, nach Holz das arbeitete, nach Fellen. Den Trank schluckte sie mühsam. Jede kleine Bewegung lies sich ihren Kopf anfühlen, als wollte er platzen.

Leise begann sie irgendwann zu weinen. Sie fühlte so schrecklich verwirrt und die Schmerzen dazu. Das ein Mann sie versorgte, sanft und vorsichtig und Wache bei ihr hielt, beruhigte sie etwas, so war sie wenigstens nicht mehr alleine. So einen grossen Mann hatte sie noch nie gesehen und manchmal ruhten ihre bernsteinfarbenden Augen eine Weile auf ihm.

Immer noch brachte sie kein Wort hervor, doch schienen ihre Augen die Fragen zu stellen, die ihr durch den hämmernden Kopf gingen.

Wo bin ich?
Wer bist du?
Wer bin ich?

Angst kroch in ihr hoch und spiegelte sich in ihrem Blick wieder. Immer wieder versuchte sie aufzustehen, doch sank sie mit Kahor's sanftem Druck und auch aus Schwäche immer wieder zurück in die Felle und schlief eine Weile lang.
Kahor Amarth

Beitrag von Kahor Amarth »

Erneut versuchte sich Eri zu erheben, nur um Augenblicke später von Kahor sanft zurück aufs Lager gedrückt zu wrden.

"Erinna meine kleine... was hast du nur? Kein Ton bringst du heraus und siehst mich die ganze Zeit an, als wäre ich ein Fremder, ja sogar, als hättest du Angst vor mir...
Ruhe dich lieber etwas aus, der Trank tut noch immer seine heilende Arbeit."

Keinen Augenblick in den letzten Stunden hat sich Kahor mehr als wenige Schritte vom Lager Erinnas entfernt, sorgsam dafür gesorgt, das der Schweiß von Erinnas Stirn sanft verschwand und die Wunde regelmäßig gesäubert und neu verbunden wurde.

Noch immer schien er auf Worte Erinnas zu warten, als sie ein mal mehr unruig auf seinem Lager umher rutschte.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Irgendwann Mittags, als Kahor etwas eingeschlafen war, nutzte sie die Chance und rappelte sich auf. Lange brauchte sie bis sie den richtigen Ausgang fand und sah sich vorsichtig um.

Da stand in einer Werkstatt ein Mann vor ihr und als sie ihn vorsichtig, verwirrt, fragte wo sie sei, wer sie sei, wer er sei, glaubte er sie mache einen Scherz mit ihm.

Langsam, als sei sie eine Verrückte erklärte er ihr nach einiger Zeit, dass sie wohl Erinna hiesse, Tochter des Falk, Kind der Hinrah, dass sie in Grimwould sei, einer Festung aus Holz, dass er Erik hiesse und sie ein Clansschwert sei.

Verwirrt über so viel Information sank sie auf den Boden und weinte eine Weile. Als dann eine junge Frau eintrat, die älter als sie selber schien, kümmerte sich niemand mehr um sie und sie verliess die Werkstatt. Eine Weile lang sass sie auf der Treppe und lehnte ihren schmerzenden Kopf an das Geländer. Dann suchte sie wieder einen Moment lang, bis sie das Zimmer von Kahor, dass er so hiess hatte Erik ihr auch gesagt, fand und sich wieder in die Felle legte.

Das war einfach alles zuviel für sie. Sie rollte sich auf die Seite und weinte leise noch eine Weile. Sie verstand einfach nichts mehr. Irgendwann rollte sich sich herum und schlief an Kahor gelehnt, mit der Nase an seinem Brustkorb ein. Verweint wirkte ihr Gesicht und selbst im Schlaf wirkte sie verwirrt.
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