Ein Schreiben mit dem Siegel von der Markgrafschaft Kelterburg erreicht das Kloster.
Der Bote in den ehrenwerten Farben von Kelterburg wollte nur persönlich der Priesterin Travier das Schreiben überreichen.
So wird er nach einer Weile von einem der Diakone in das Gemach der Priesterin geführt. Wo eine recht nachdenklich erscheinende Priesterin einem Schaukelstuhl sitz.
Die Begrüßung ist recht trocken und förmlich aber dennoch ist eine gewisse Dringlichkeit in der Luft.
Und so bricht die Priesterin das Siegel und ihre Augen werden immer größer und größer umso weiter sie die Zeilen überfliegt.
>> Mag die Herrin ihr Schild und Schwert über unseren König, den Grafen und auch alle Mitglieder der heiligen Kirche halten,
so grüße ich euch Priesterin Travier. Euer Ruf eilt euch vor raus und vor allem euer Verständnis für die Linguistik und dem Verständnis mit der Bevölkerung um zugehen. So möchte euch die Markgrafschaft Kelterburg einen Vorschlag unterbreiten.
Ich Theobald von Matken Berater des Grafen für Glaubensangelegenheiten und selbst treuer Angehöriger der Kirche der Herrin, würde euch gerne zu Hof laden, um euch ein Angebot zu unterbreiten.
Und zwar handelt es sich darum, dass unser wohl geschätzter Graf Gernot von Kelterburg die Kirche in der Hauptstadt Altmühl mit neuem frische, Leben erfüllen möchte.
Und ihr Hochwürden Travier seid in meinen Augen genau die Richtige um das Alte und das Neue zu vereinen.
So würde meine Person sich über einen Besuch und auch ein bleiben sehr freuen.
Der Bote wird auf eure Antwort warten und euch gegebenenfalls auch bis nach Altmühl begleiten.
Hochachtungsvoll
Sire Theobald von Matken>>
Lange hielt die Priesterin das Schreiben noch in Händen bevor sie es langsam niedersinken lies. Es war ein Angebot… Wie kam man nur auf sie, sie wusste noch nicht einmal wo Kelterburg lag.
Aber es war eine Chance, eine Chance alles zu ändern in ihrem Leben, wieder zurück dort hin zu kommen, was sie eigentlich wollte.
Nämlich der Bevölkerung nahe zu sein, Temora zu ihnen hin zu bringen.
Stunden später sah man Rabeya mit einer etwas größeren Reisetasche bewaffnet dem Boten hinterher laufen. Sie hatte nicht viele Leute bei denen sie sich verabschieden wollte.
Einzig und alleine ein Schreiben richtete sich an Darna von Hohenfels auf dem schlicht die Worte zu lesen sind.
>>Die Geistigkeit wird wiederkommen, wenn ihr sie braucht.<<
Sie waren ein gutes Stück gelaufen, Rabeya war ganz ruhig, sie hatten ein ruhiges Lächeln auf den Lippen, ihre Augen strahlten förmlich vor sich hin. Sie hatte ihre innere Mitte die ihr so lange fehlte wieder gefunden.
Jene Mitte die sie auszeichnete, die sie so sehr liebte und brauchte um ihre Verbindung zu Temora so innig und intensiv zu halten, wie sie sie pflegte.
Ihre Lippen formten leise Worte vor sich hin, als sie den Weg hin in Richtung Pfad durch die Berge nach Adoran machten. Den zerfallenen Pfad, jenen Pfad der eigentlich kein Ende hatte.
Herrin öffne meine Lippen,
sei bei mir in jeder Stund,
wie mein Herz bei dir ist.
Mein Geist ist die offenen,
meine Seele ist rein für dich.
So wie meine Liebe zu dir rein ist.
Gib mir Kraft für jene Zeit,
gib mir halt an jenem wackeligen Stein.
Lass mich den Schmerz nicht spüren.
Ich weis, dass Gerechtigkeit,
Tapferkeit, Ehre, Geistigkeit,
Demut, Mitgefühl und Opferbereitschaft.
Geschehen werden und mir,
zu teil werden...
In jenem Moment wurde ein Dolch von hinten direkt in ihr Herz geschlagen und im leisen Atem hauchte sie.
... den Temora meine Herrin ist bei mir.
Sie sank zusammen ohne eine weitere Reaktion, ihr Herz hatte sofort aufgehört zu schlagen und das warme Blut lief aus ihrem Körper und lies ihre Seele hinauffahren zu Temora.
Jeder Schwerthüter wird in jenem Moment von einem warmen Wind umzogen und die letzten Worte von Rabeya hallen in ihren Ohren wie ein lieblicher Gesang. Und sie werden spüren, dass einer von ihnen Gegangen ist, für das Geheimnis gestorben, was sie alle Teilen.
Von Sieben bleiben Sechs
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Rabeya Travier
Von Sieben bleiben Sechs
Zuletzt geändert von Rabeya Travier am Montag 9. November 2009, 20:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Leah Katuri
Die Geistigkeit wird wiederkommen, wenn ihr sie braucht.
Einem Rätsel gleich glichen die Worte, die so viel für den Richtigen und so wenig für den Falschen auszudrücken vermochten. Das blaugraue Augenpaar huschte einige Male über die Zeilen, die Stirn furchte sich angestrengt und noch immer suchte sie den Sinn in dem Ganzen. Natürlich...die Worte waren nicht an sie gerichtet und doch war es wichtig, zumindest die Botschaften, die das Anwesen erreichten, auf ihre Wichtigkeit zu prüfen. Sei es eine Angriffswarnung, die man leider immer öfters vermuten musste oder die schlichte Wahrnehmung einer Messe – wobei man auch hier eher von Trauermessen ausging als von einem fröhlichen Ereignis.
Das Schreiben beiseite legend, führte sie der Schritt zu den Garderobenhaken und ihrem Umhang. Der Bote hatte ihr mitgeteilt, dass er das Schreiben aus dem Kloster erhalten hatte und an die Paladina übergeben sollte. Wie jedes Schreiben würde auch dieses seinen Weg auf den Stapel finden, der für Milady bestimmt war und später teilweise wohl auch eine Nachsichtung der Ereignisse auf Gerimor wäre. Nicht nur der Stapel ließ sie immer wieder bemerken, wieviel Zeit bereits vergangen war...
Unangenehm hatte sich der Herbst ausgebreitet und das Laub auf die Pfade ausgebreitet. Der Boden hatte schon seit Tagen das Nass, das beständig vom Himmel gefallen war, nicht mehr aufgenommen und ließ nun den Boden matschig werden. Sie würde wieder ihre Mühe haben beim Säubern und abbürsten des Hengstes und doch war es ihr lieber, als selbst durch den Schlamm und die Pfützen zu waten. Immer wieder kreisten die Gedanken um die Zeilen und versuchten, sie zu erfassen: Die Geistigkeit wird wiederkommen, wenn ihr sie braucht. Sie wusste um die Tugend und darum, wie schwer jene zu erfassen war. Doch den tieferen Kern des ganzen war unmöglich zu erahnen...auch wenn die Frage im Raum stehen blieb und nicht so schnell in Vergessenheit geraten würde.
Die Mauern des Klosters machten einen schweren und dumpfen Eindruck in dem kompletten Bild des ersten Sehens. Eine graue Wolkendecke hing schwer herunter und entließ einige erste Regentropfen. Es würde bald wieder den nächsten Guss geben, dessen konnte man sich sicher sein. Schwer schnaubte der Hengst, als sie absattelte und die Zügel festband. Das Kettenhemd klirrte leicht bei jeder Bewegung und hatte sie so, mitsamt des Schritts des Pferdes, umlängst angekündigt am Kloster. Man kannte einander, im wenigsten zumindest die Gesichter und grüßte ebenso höflich. Sie wollte zu ihrer vertrautesten Quelle...Cassian, dem Torwächter des Klosters.
Sichtlich das Erstaunen im Blick, als sie seine Erläuterungen hörte...Hochwürden abgereist? Noch immer lag ihr unangenehm die letzte Begegnung im Hinterkopf und ein leichtes Brennen in den Wangen verriet, dass sie sich sichtlich schämte, sie nicht um Verzeihung gebeten zu haben. Sie hatte als Schild der Kirche versagt und Rabeya in Gefahr gebracht, an diesem Schrein, der sichtlich mehr Macht in sich trug der Pantherbrut, als man es sich zuerst eingestehen wollte. Kelterburg...sie konnte diesen Namen nicht zuordnen, ahnte jedoch, dass es sich um das Festland handeln musste. Es sei jedoch schon Zeit vergangen und Hochwürden bereits eine Weile fort...mitsamt ihrem bescheidenen Hab und Gut. Der Blick senkte sich ab, als sie leicht nickte und Cassian dankte. Es war ein ungutes Gefühl, was sie innehielt, wenn sie an die Priesterin dachte. Ein sprichwörtlicher Kloß im Magen, wie man zu sagen pflegte... War es wirklich die Schuld, das eigene Eingestehen eines Versäumnisses oder doch eher das Unbehagen, dass weitaus mehr geschehen war als die Abreise Rabeyas?
Als Knappin zumindest konnte sie jenes nicht beantworten und schon bald machte sie sich auf den Weg zurück zum Anwesen der hohen Herrschaften in Adoran. Im Stillen betete sie für die Sicherheit Hochwürdens und dass sie ihr vergeben möge...irgendwann.
Einem Rätsel gleich glichen die Worte, die so viel für den Richtigen und so wenig für den Falschen auszudrücken vermochten. Das blaugraue Augenpaar huschte einige Male über die Zeilen, die Stirn furchte sich angestrengt und noch immer suchte sie den Sinn in dem Ganzen. Natürlich...die Worte waren nicht an sie gerichtet und doch war es wichtig, zumindest die Botschaften, die das Anwesen erreichten, auf ihre Wichtigkeit zu prüfen. Sei es eine Angriffswarnung, die man leider immer öfters vermuten musste oder die schlichte Wahrnehmung einer Messe – wobei man auch hier eher von Trauermessen ausging als von einem fröhlichen Ereignis.
Das Schreiben beiseite legend, führte sie der Schritt zu den Garderobenhaken und ihrem Umhang. Der Bote hatte ihr mitgeteilt, dass er das Schreiben aus dem Kloster erhalten hatte und an die Paladina übergeben sollte. Wie jedes Schreiben würde auch dieses seinen Weg auf den Stapel finden, der für Milady bestimmt war und später teilweise wohl auch eine Nachsichtung der Ereignisse auf Gerimor wäre. Nicht nur der Stapel ließ sie immer wieder bemerken, wieviel Zeit bereits vergangen war...
Unangenehm hatte sich der Herbst ausgebreitet und das Laub auf die Pfade ausgebreitet. Der Boden hatte schon seit Tagen das Nass, das beständig vom Himmel gefallen war, nicht mehr aufgenommen und ließ nun den Boden matschig werden. Sie würde wieder ihre Mühe haben beim Säubern und abbürsten des Hengstes und doch war es ihr lieber, als selbst durch den Schlamm und die Pfützen zu waten. Immer wieder kreisten die Gedanken um die Zeilen und versuchten, sie zu erfassen: Die Geistigkeit wird wiederkommen, wenn ihr sie braucht. Sie wusste um die Tugend und darum, wie schwer jene zu erfassen war. Doch den tieferen Kern des ganzen war unmöglich zu erahnen...auch wenn die Frage im Raum stehen blieb und nicht so schnell in Vergessenheit geraten würde.
Die Mauern des Klosters machten einen schweren und dumpfen Eindruck in dem kompletten Bild des ersten Sehens. Eine graue Wolkendecke hing schwer herunter und entließ einige erste Regentropfen. Es würde bald wieder den nächsten Guss geben, dessen konnte man sich sicher sein. Schwer schnaubte der Hengst, als sie absattelte und die Zügel festband. Das Kettenhemd klirrte leicht bei jeder Bewegung und hatte sie so, mitsamt des Schritts des Pferdes, umlängst angekündigt am Kloster. Man kannte einander, im wenigsten zumindest die Gesichter und grüßte ebenso höflich. Sie wollte zu ihrer vertrautesten Quelle...Cassian, dem Torwächter des Klosters.
Sichtlich das Erstaunen im Blick, als sie seine Erläuterungen hörte...Hochwürden abgereist? Noch immer lag ihr unangenehm die letzte Begegnung im Hinterkopf und ein leichtes Brennen in den Wangen verriet, dass sie sich sichtlich schämte, sie nicht um Verzeihung gebeten zu haben. Sie hatte als Schild der Kirche versagt und Rabeya in Gefahr gebracht, an diesem Schrein, der sichtlich mehr Macht in sich trug der Pantherbrut, als man es sich zuerst eingestehen wollte. Kelterburg...sie konnte diesen Namen nicht zuordnen, ahnte jedoch, dass es sich um das Festland handeln musste. Es sei jedoch schon Zeit vergangen und Hochwürden bereits eine Weile fort...mitsamt ihrem bescheidenen Hab und Gut. Der Blick senkte sich ab, als sie leicht nickte und Cassian dankte. Es war ein ungutes Gefühl, was sie innehielt, wenn sie an die Priesterin dachte. Ein sprichwörtlicher Kloß im Magen, wie man zu sagen pflegte... War es wirklich die Schuld, das eigene Eingestehen eines Versäumnisses oder doch eher das Unbehagen, dass weitaus mehr geschehen war als die Abreise Rabeyas?
Als Knappin zumindest konnte sie jenes nicht beantworten und schon bald machte sie sich auf den Weg zurück zum Anwesen der hohen Herrschaften in Adoran. Im Stillen betete sie für die Sicherheit Hochwürdens und dass sie ihr vergeben möge...irgendwann.
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Darna von Hohenfels
just jenen Moment, in Elbenau...
stand eine schaulustige Menge aus Familie und Angestellten im Hof des Rittergutes derer von Elbenau versammelt und beobachtete, wie Darna sich mit ihrem Bruder Sir Veltin einen Testkampf mit dem Schwerte lieferte.
(der ganze Hergang: [url]http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?p=333869#333869[/url])
Der Kampf wurde anstrengend, aber sie genoß es; ließ immer mehr los, je länger er dauerte und je mehr sie vertrauen lernte, daß ihr Bruder jegliche Ausbildung genossen und verinnerlicht hatte, die einem guten Kämpfer anzuempfehlen war. Sie konnte sich entspannen, hinterhältige Attacken brauchte sie nicht fürchten, jede Unachtsamkeit jedoch würde sie ganz klar den Sieg kosten, das stand fest. Das hier war kein Spiel. Nein... besser gesagt: keine Spielerei.
Sie genoß es. Und man musste es ihr stellenweise anmerken, denn für einen Moment, als sie sich wieder ins Gesicht sahen, musste Veltin lächeln und empfand offenbar ähnlich. Sie grinsten einander herzlich an und legten noch einen Zahn zu, mussten gar dabei lachen, als sie sich in einer Attackeserie über den Platz jagten, erst Darna Veltin, dann er sie, und sich die Zuschauer anspannten, als es für sie geradewegs rückwärts auf die Pferdetränke zuging - nein, Darna rammte einen Schritt vor der sicherlich amüsanten Katastrophe die Hacke in den Boden und zwang Veltin, von der Seite zuzuschlagen, so daß sie seitlich ausbrechen konnte. Kurz belauerten sie einander neu, die Waffen schwiegen, und man hörte Darnas Stimme: "Du solltest dir das schadenfrohe Grinsen verkneifen, Bruder Sir... es warnt." Veltin lachte nur herzlich und sie stimmte mit ein. Weiter ging's.
Ein leichtes Stechen in der Seite, aber sie gedachte nicht daran, aufzuhören. Ihr Blick fiel auf die Halskette, die unter seiner Rüstung kurz hochwippend erkennbar wurde und wusste, er trug sein Ritteramulett - wie nicht anders zu erwarten. Inzwischen schnaufte er ganz schön... soweit man trainierten Leuten, die auch bei Hochleistung ihren Atem zu kontrollieren wussten, Schnaufen unterstellen konnte. "Er kann weitere Kraft aufbringen", kalkulierte ein Teil ihrer Gedanken nüchtern. Etwas, was in einem Kampf den entscheidenden Vorteil bringen konnte, den Sieg. "Kann ich auch... und dann bin ich ihm über. Deutlich über." Ihre Miene war unwillkürlich ernster geworden, während sie wieder einen Schlag von ihm blockte und instinktiv die nächste Lücke suchte. "Nein, musst du nicht. Wirst du nicht. Und wird er nicht. Er wird sie nicht einsetzen. Das ließe an seiner Ehre zweifeln. Und ich brauch es nicht. Ich brauch nicht gewinnen, herrje... Ich hab ihn in genug Dingen übertrumpft, ich brauch ihn nicht auch noch auf offenem Platz in den Boden stampfen..."
Sie führte die nächsten Hiebe, die Gedanken lenkten sie ab und es kam wenige Momente eine gewisse Unsicherheit in ihrer beider Bewegungsabfolgen, dann setzte sie wieder mit klarerer Struktur nach. "Nein, mach ruhig, Bruderherz, aber einfach gewinnen lass ich dich auch nicht..." Weiteres Durchatmen. Die Bewegungen locker, schwungvoll. "Herrin, ich genieße es. Ich danke dir für diesen Tag. Im Lichte deiner Gerechtigkeit..."
Ein dunkler Schatten flog über sie hinweg, und was immer es war, durch die umstehende Menge ging ein aufgeschreckter Ruf. Irgendwas war los.
Ein paar Leute hatten Cyrions Raben bisher schon registriert, und die seltsamsten Deutungen machten ihre Runde... denn daß er auch der Leibwächter des gräflichen Paares war, war nicht minder bekannt, und es passte nur schwer zusammen. Daß man die beiden kaum darauf würde hinweisen müssen, daß ihr Leibwächter einen Vogel hatte, der als Unglückstier und Symbol des Totendämons galt, war schnell allen bewusst. Aber wie passte es dann? Hatte die Paladin selbst einen Rabendiener bekehrt, dem sie nun traute? Das war eine Möglichkeit. Für manche war Kra'thor auch so fern genug, daß ein Rabe in ihren Augen fast ein Vogel war wie jeder andere auch. Ein zahmes Tier also, na gut. Andere deuteten mit ihrem Halbwissen, daß die Herrin Temora ja den Dämon unterworfen hatte und vielleicht gäbe es also... äh, "gute" Rabendiener? Darüber wurde schon eher gestritten.
Manche hatten den Raben bislang auch schlicht nicht gesehen und erschraken nun einfach über den Tiefflug des recht großen Tieres, das man nicht hatte kommen sehen. So gab es eine Geräuschkulisse aus überraschten Lauten unterschiedlicher Intention.
Darna behielt Veltin im Auge, denn sie konnte sich nicht blindlinks darauf verlassen, daß er genauso den Schlag abbrechen würde wie sie. Er dachte jedoch ganz ähnlich und so entstand eine unwillkürliche Pause. Drohte Gefahr? Darna lauschte, weniger nach dem Vogel, nachdem sie nun doch kurz schielte, als mehr nach diesem unbewussten Kribbeln im Nacken, das sich in Momenten der Bedrohung meist einstellte...
"...um meine Augen zu öffnen für alles, was wahr ist." Der Rabe war keine Gefahr. Aber etwas war in ihrem Rücken. Etwas drängte sich in ihre Wahrnehmung. ...Mitgefühl und Opferbereitschaft geschehen werden und mir zuteil werden..."
Ein Schmerz jagte sich in ihren Rücken. Es war so unwirklich, wie es auch weh tat. Sie wusste irgendwie, daß es hier nicht um sie ging, trotzdem sackte sie mit empfindend nach vorne auf ein Knie wie tödlich getroffen. ...denn Temora, meine Herrin ist bei mir."
Nein. Nicht auch noch Rabeya. Es klang so tröstlich und warm, so wie sie Aradans Tod erlebte, Viviannes, eine Gewissheit, die sie so fürchterlich gut kannte... Für einige Momente merkte sie nicht, was um sie herum alles geschah und welchen Eindruck es erweckte:
Eben hatten sie und Veltin noch gelöst miteinander gekämpft, als plötzlich ein Rabe dicht über die beiden Kämpfenden hinweg flog, und sie hatten inne gehalten, schienen abgelenkt, als dann auf einmal Darna kreidebleich werdend wie nach einem tödlichen Dolchstoß in den Rücken nach vorne auf die Knie gesackt war, nahezu lautlos etwas murmelnd, und nun mit glasigem Blick und teils zittrigen Gliedern da hockte...
stand eine schaulustige Menge aus Familie und Angestellten im Hof des Rittergutes derer von Elbenau versammelt und beobachtete, wie Darna sich mit ihrem Bruder Sir Veltin einen Testkampf mit dem Schwerte lieferte.
(der ganze Hergang: [url]http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?p=333869#333869[/url])
Der Kampf wurde anstrengend, aber sie genoß es; ließ immer mehr los, je länger er dauerte und je mehr sie vertrauen lernte, daß ihr Bruder jegliche Ausbildung genossen und verinnerlicht hatte, die einem guten Kämpfer anzuempfehlen war. Sie konnte sich entspannen, hinterhältige Attacken brauchte sie nicht fürchten, jede Unachtsamkeit jedoch würde sie ganz klar den Sieg kosten, das stand fest. Das hier war kein Spiel. Nein... besser gesagt: keine Spielerei.
Sie genoß es. Und man musste es ihr stellenweise anmerken, denn für einen Moment, als sie sich wieder ins Gesicht sahen, musste Veltin lächeln und empfand offenbar ähnlich. Sie grinsten einander herzlich an und legten noch einen Zahn zu, mussten gar dabei lachen, als sie sich in einer Attackeserie über den Platz jagten, erst Darna Veltin, dann er sie, und sich die Zuschauer anspannten, als es für sie geradewegs rückwärts auf die Pferdetränke zuging - nein, Darna rammte einen Schritt vor der sicherlich amüsanten Katastrophe die Hacke in den Boden und zwang Veltin, von der Seite zuzuschlagen, so daß sie seitlich ausbrechen konnte. Kurz belauerten sie einander neu, die Waffen schwiegen, und man hörte Darnas Stimme: "Du solltest dir das schadenfrohe Grinsen verkneifen, Bruder Sir... es warnt." Veltin lachte nur herzlich und sie stimmte mit ein. Weiter ging's.
Ein leichtes Stechen in der Seite, aber sie gedachte nicht daran, aufzuhören. Ihr Blick fiel auf die Halskette, die unter seiner Rüstung kurz hochwippend erkennbar wurde und wusste, er trug sein Ritteramulett - wie nicht anders zu erwarten. Inzwischen schnaufte er ganz schön... soweit man trainierten Leuten, die auch bei Hochleistung ihren Atem zu kontrollieren wussten, Schnaufen unterstellen konnte. "Er kann weitere Kraft aufbringen", kalkulierte ein Teil ihrer Gedanken nüchtern. Etwas, was in einem Kampf den entscheidenden Vorteil bringen konnte, den Sieg. "Kann ich auch... und dann bin ich ihm über. Deutlich über." Ihre Miene war unwillkürlich ernster geworden, während sie wieder einen Schlag von ihm blockte und instinktiv die nächste Lücke suchte. "Nein, musst du nicht. Wirst du nicht. Und wird er nicht. Er wird sie nicht einsetzen. Das ließe an seiner Ehre zweifeln. Und ich brauch es nicht. Ich brauch nicht gewinnen, herrje... Ich hab ihn in genug Dingen übertrumpft, ich brauch ihn nicht auch noch auf offenem Platz in den Boden stampfen..."
Sie führte die nächsten Hiebe, die Gedanken lenkten sie ab und es kam wenige Momente eine gewisse Unsicherheit in ihrer beider Bewegungsabfolgen, dann setzte sie wieder mit klarerer Struktur nach. "Nein, mach ruhig, Bruderherz, aber einfach gewinnen lass ich dich auch nicht..." Weiteres Durchatmen. Die Bewegungen locker, schwungvoll. "Herrin, ich genieße es. Ich danke dir für diesen Tag. Im Lichte deiner Gerechtigkeit..."
Ein dunkler Schatten flog über sie hinweg, und was immer es war, durch die umstehende Menge ging ein aufgeschreckter Ruf. Irgendwas war los.
Ein paar Leute hatten Cyrions Raben bisher schon registriert, und die seltsamsten Deutungen machten ihre Runde... denn daß er auch der Leibwächter des gräflichen Paares war, war nicht minder bekannt, und es passte nur schwer zusammen. Daß man die beiden kaum darauf würde hinweisen müssen, daß ihr Leibwächter einen Vogel hatte, der als Unglückstier und Symbol des Totendämons galt, war schnell allen bewusst. Aber wie passte es dann? Hatte die Paladin selbst einen Rabendiener bekehrt, dem sie nun traute? Das war eine Möglichkeit. Für manche war Kra'thor auch so fern genug, daß ein Rabe in ihren Augen fast ein Vogel war wie jeder andere auch. Ein zahmes Tier also, na gut. Andere deuteten mit ihrem Halbwissen, daß die Herrin Temora ja den Dämon unterworfen hatte und vielleicht gäbe es also... äh, "gute" Rabendiener? Darüber wurde schon eher gestritten.
Manche hatten den Raben bislang auch schlicht nicht gesehen und erschraken nun einfach über den Tiefflug des recht großen Tieres, das man nicht hatte kommen sehen. So gab es eine Geräuschkulisse aus überraschten Lauten unterschiedlicher Intention.
Darna behielt Veltin im Auge, denn sie konnte sich nicht blindlinks darauf verlassen, daß er genauso den Schlag abbrechen würde wie sie. Er dachte jedoch ganz ähnlich und so entstand eine unwillkürliche Pause. Drohte Gefahr? Darna lauschte, weniger nach dem Vogel, nachdem sie nun doch kurz schielte, als mehr nach diesem unbewussten Kribbeln im Nacken, das sich in Momenten der Bedrohung meist einstellte...
"...um meine Augen zu öffnen für alles, was wahr ist." Der Rabe war keine Gefahr. Aber etwas war in ihrem Rücken. Etwas drängte sich in ihre Wahrnehmung. ...Mitgefühl und Opferbereitschaft geschehen werden und mir zuteil werden..."
Ein Schmerz jagte sich in ihren Rücken. Es war so unwirklich, wie es auch weh tat. Sie wusste irgendwie, daß es hier nicht um sie ging, trotzdem sackte sie mit empfindend nach vorne auf ein Knie wie tödlich getroffen. ...denn Temora, meine Herrin ist bei mir."
Nein. Nicht auch noch Rabeya. Es klang so tröstlich und warm, so wie sie Aradans Tod erlebte, Viviannes, eine Gewissheit, die sie so fürchterlich gut kannte... Für einige Momente merkte sie nicht, was um sie herum alles geschah und welchen Eindruck es erweckte:
Eben hatten sie und Veltin noch gelöst miteinander gekämpft, als plötzlich ein Rabe dicht über die beiden Kämpfenden hinweg flog, und sie hatten inne gehalten, schienen abgelenkt, als dann auf einmal Darna kreidebleich werdend wie nach einem tödlichen Dolchstoß in den Rücken nach vorne auf die Knie gesackt war, nahezu lautlos etwas murmelnd, und nun mit glasigem Blick und teils zittrigen Gliedern da hockte...
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Isdaniel Nifar
Isdaniel beobachtete gerade wie die Sonne sich langsam auf die gegenüberliegenden Bergkamm zu bewegte, unter ihm erstreckte sich das goldene Tal mit seinen schimmernden Gebäuden. Still sass er schon seit Stunden - manche mögen meinen seit Wochen. Doch seine Gedanken lauschtem dem Lied der Welt - nahmen Veränderungen auf - seien sie noch so klein. Umsomehr - beinahe wie ein Blitz traf in jener Klang:
>>Die Geistigkeit wird wiederkommen, wenn ihr sie braucht.<<
Hallte es in seinem Kopf, laut vor sich hin sprach seine Zunge jedoch etwas anderes aus:
>>Die Geistigkeit ist gegangen. <<
Er stützte die Hände auf seinen Kopf, fuhr sich mit ihnen durch seine Haare. Es ist ein ewiger Kreislauf. Ein trauiger.
>>Die Geistigkeit wird wiederkommen, wenn ihr sie braucht.<<
Hallte es in seinem Kopf, laut vor sich hin sprach seine Zunge jedoch etwas anderes aus:
>>Die Geistigkeit ist gegangen. <<
Er stützte die Hände auf seinen Kopf, fuhr sich mit ihnen durch seine Haare. Es ist ein ewiger Kreislauf. Ein trauiger.
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Leah Katuri
...zu überprüfen, welche Reiseroute gewählt und begangen wurde und jene zu rekonstruieren... Versucht die Stelle zu finden und eventuelle Rückschlüsse aus den euch gegebenen Dingen zu ziehen, die ihr dort auffindet. Weiterhin...
Es war irrsinnig und letztendlich auch völlig abwegig zu glauben, dass das Geschriebene vor ihr richtig und wahr schien. Und doch waren es die Worte Miladys, die ihr von dem Tode Rabeyas berichteten, die darüber aufklärten, dass ein Verbrechen begangen wurden und die ebenso erläuterten, dass es nun an ihr lag, dieses Verbrechen zu verfolgen und Hinweise zusammen zu bekommen und letztendlich vielleicht sogar aufzuklären.
Sie, die sich zwar bewusst war über gerecht und ungerecht, sie wohl Menschen einzuschätzen vermochte....die aber noch nie in jeglicher Hinsicht eine Spezialistin war in Sachen “detektivischer“ Arbeit und Rekonstruktion. Es musste also in jeglicher Hinsicht schlicht Verzweiflung Miladys gewesen sein, ihr das anzuvertrauen...oder falsche Einschätzung...oder eine jener Sachen, die man schlicht und einfach Prüfung nannte. Fakt war, sie konnte es nicht auf sich beruhen lassen und musste der Bitte, dem Befehl, dem schlichten Hinweis oder was auch immer es zu sein schien, folgen.
Die Gerechtigkeit wird wiederkehren... Wie kann gerecht sein, wenn die Worte Miladys wahr sind? Noch immer hatte sie sich nicht mit dem Gedanken anfreunden können, den Brief Miladys als Tatsache anzunehmen, obgleich sie wusste, dass man sie nicht anlügen würde. Und doch war die Erklärung eher vage, einer Vermutung gleich. Es war dieses schlichte “Vertraut mir“, welches Milady voraussetzte und welches sie bereits so oft schon von ihr gefordert hatte. Vage tauchte das Gespräch wieder auf, in dem Milady von einem längeren Aufenthalt im Nebelwald gesprochen hatte und sie ihr einfach vertrauen müsste, dass nichts geschähe. Hochschwanger, der Bauch hatte sich damals bereits sichtlich gewölbt und verraten, dass das Kind in nächster Zeit bereit wäre, die Welt zu sehen. Und doch wollte sie schlicht das Vertrauen damals von der Knappin und den Weg allein bestreiten. Das tagelange Fortbleiben war ein Balanceakt mit der eigenen Geduld und mehrfach musste sie sich zügeln, nicht nach ihr zu Suchen und zu hinterfragen, warum sie nicht mit Acht geben durfte. Doch sie wusste, es hätte zu Streit und heftigen Wortwechseln geführt; beide konnten sich ereifern und gegenseitig nur zu gut hinaufkatapultieren zu Worten, die im Gefecht heftiger schienen als gewollt. Und letztendlich war sie auch wieder zurückgekehrt, wohlauf und mit ihrem Sohn, der ebenso gesund schien. Gesegnet und getauft von Hochwürden Travier...
Der Gedanke schlug um, als jene Erinnerung aufblitzte und ließ im inneren Geiste das Gesicht der Priesterin auftauchen. Der Magen zog sich immer noch zusammen, sobald sie an den Abend dachte, an dem sie Hochwürden und sich selbst ins Kloster gebracht hatte und vom Heiler versorgen ließ. Es würde einige Zeit brauchen, bis die Knappin im Reinen mit sich sein würde und jenem Abend in der Schlucht.
Wer wusste schon, ob jene Gelegenheit nun eine Möglichkeit war, mit sich ins Reine zu kommen und es wieder gut zu machen? Vielleicht war auch schlicht jenes der Grundgedanke: Etwas zu beenden und das im guten Sinne.
Cassian konnte nur vage helfen. Er wusste einiges, sein Blick war wach und seine Ohren schienen überall im Kloster zu sein und trotz seiner bescheidenen Art war es immer wieder eine große Hilfe, ihn als Torwächter zu haben und Fragen stellen zu dürfen. Manch anderer hätte eher abgeblockt und wohl brummend auf andere verwiesen. Doch selbst die offene Art Cassians schien diesmal wenig zu helfen. Er wusste nur, dass der Bote aus Kelterburg gekommen und Hochwürden eine Nachricht zukommen lassen hatte. Kurze Zeit später hatte Hochwürden die Habseligkeiten aus ihrer Klosterzelle zusammengepackt, einen Boten zum Anwesen geschickt mit der Nachricht und war mitsamt des Boten weggegangen. Sie hatte ihm letztlich nur gesagt, dass sie diese Tore nicht mehr betreten würde, hatte ihm ein langes Leben samt dem Segen der Herrin gewünscht und glückliche Tage. Wie es Art Hochwürdens war, doch lediglich mit den Worten des ewigen Abschiedes.
Auch die Aussagen der Klosterwache waren eher vage und unbefriedigend. Doch zumindest eine Richtung konnte gewiesen werden, sowie der Vermutung, dass wohl der Bergpass genutzt wurde, um schnellstmöglich zum Hafen und dem nächsten Schiff zu gelangen.
Es kam ihr keineswegs in den Sinn, die Route nach kurzer Zeit zu finden und so bereitete sich die Knappin auf einen längeren Ritt vor. Sie wusste nicht einmal, wonach sie suchen, gar Ausschau halten sollte und was sie letztlich finden würde. Der Abend kam, der Blick auf den Weg vor sich und die säumenden Sträucher und Baumstämme um sich wurde schwerer einzuschätzen, sodass der Entschluss gefasst wurde, erst am nächsten Tag wieder an der abgebrochenen Stelle erneut mit dem Suchen zu beginnen. Suchen...was wollte sie eigentlich finden? Würde sie etwas finden? Sie hoffte inständig, nur nasse Pfützen, Laub und kahle Sträucher vorzufinden und keinen Hinweis auf das Verbrechen, das in dem Brief Miladys angedeutet war. Früh brach sie am nächsten Morgen auf. Ein Morgen, an dem Nebel noch verhangen über die Wege krauchte und wieder einmal bewies, wie schnell der Winter Einzug halten würde. Es war ruhig; kein Tier huschte durch das Unterholz und nur hier und da hörte man entfernt das Krächzen eines Rabens. Der Laut des Tieres war in letzter Zeit nicht gern gehört, verband man derzeit doch eher Rabendiener hinter dem schwarzen Gefieder statt des Flugtieres und ließ somit die eigene Wachsamkeit stets walten. Doch kein Rabendiener säumte den Weg, keine Gefahr schien sich der Knappin in den Weg zu stellen während dem weiteren Abreiten möglicher Wege. Rasch war das Verstehen aufgekommen, Wege nicht zu kontrollieren, an denen sie keine Eindrücke in dem nassen Boden fand. Der Regen war seit Tagen stetiger Begleiter, sobald man das Haus verließ und hatte den Boden aufgeweicht, uneben gemacht, sodass man unweigerlich seine Spur hinterließ. Es war kaum zu vermuten, dass Hochwürden ihre Spuren zu verschleiern suchte, gar ein Geheimnis hatte daraus machen wollen, wo sie hinwollte. So mied sie die Wege, die glatt wie eh und je schienen und verfolgte jene, an denen sie Fußspuren vermutete. Zu Fuß waren sie gegangen, jenes wusste sie ebenso von Cassian und der Klosterwache.
Der Mittag strich langsam, schleichend in das Land, ließ den morgendlichen Nebel verschwinden und verlogen lunste die Sonne durch die Wolkenschicht, die tobend über den Horizont hinwegstrich. Der Wind war an jenem Tage wieder eisig und hatte sich in jedes Rüstteil festgesetzt, sich hinterhältig durch die Ketten geschlichen und in der Kleidung und auf der Haut festgesetzt. Sie war das Wetter langsam gewöhnt und trotzdem fröstelte sie es leicht, als sie den Hengst unter sich wieder in einen leichten Trab hineinversetzen ließ und einen anderen Wegpass abritt. Sie hätte kaum geahnt, dass es so viele Möglichkeiten gab, vom Kloster über das Gebirge nach Adoran zu kommen und noch weniger, dass es so viele Schleichpfade in jenem Koloss an grau und Stein vorhanden waren. Und noch immer hoffte sie, nichts zu finden und letztendlich davon ausgehen zu können, dass Hochwürden doch jenes Schiff bestiegen und nach Kelterburg gereist war. Es war natürlich abwegig...man hatte den Namen nicht auf der Reiseliste finden können und der Hafenmeister erinnerte sich an keine Priesterin. Natürlich hatte sie es überprüft und gefragt...doch vielleicht hatte sie vergessen, sich auf die Liste zu schreiben. Und vielleicht war der Hafenmeister an jenem Tage beschäftigt...
Ein Aufblitzen von Metall lenkte die Gedanken wieder zurück und in das Hier und Jetzt. Sie ließ den Hengst innehalten, den Blick mit Wachsamkeit auf den Weg vor sich säumend. Erst mit dem nächsten Auftauchen eines Sonnenstrahls blitzte das Metall wieder auf und reflektierte hell das kurze wärmende Strahlen von Himmel. Langsam stieg sie ab, gewährte Teron so die Pause, die der Hengst sofort zum Ausschütteln und grasen nutzte. Es war eine einfache Reaktion, eine innere, als die Rechte ihren Weg gen Schwertknauf fand, während sie sich dem Ort näherte. Deutlich waren die Fußspuren im Schlamm noch erkennbar. Zwei Menschen waren hier entlang gegangen...
„Bei der Gütigen...Nein...“, leise kamen die Worte, als der Platz erreicht und wahrgenommen war. Ein Bild, dass Aufschluss gab, dass etwas Schreckliches geschehen sein musste: Der Weg war leicht zerpflückt, die Spuren verschmiert, als hätte ein Kampf oder ähnlichem stattgefunden. Wenige Meter weiter eine Tasche, die Laschen geöffnet und der Inhalt leicht hinausgekippt aus jener. Das Aufblitzen hatte zu einem Dolch gehört, der unter einen kahlen Busch gerutscht war und an dessen Klinge getrocknetes Blut zu finden war. Auch ohne das Finden einer Leiche war sofort klar, dass man hier jemanden aufgelauert hatte und es zur Auseinandersetzung kam. Die Schritte führten sie zu der Tasche, hoben jene auf und ließen den Blick über die wenigen Habseligkeiten hinweggleiten. Sie konnte nicht sagen, ob etwas fehlte, etwas entwendet wurde. Sie schien nicht allzusehr durchgewühlt und dennoch schien es nicht komplett, das Bild. Ein Brief wurde herausgefischt und kurz geöffnet, nur um mit einem leisen Ächzen wieder in die Tasche fallen gelassen zu werden.
Mag die Herrin ihr Schild und Schwert über unseren König, den Grafen und auch alle Mitglieder der heiligen Kirche halten,
so grüße ich euch Priesterin Travier...
Ein Brief an Rabeya, an Hochwürden Travier. Die Nackenhaare stellten sich leicht auf, als die Erkenntnis sie traf. Milady hatte Recht gehabt, hatte den rechten Hinweis und die rechte Bitte erteilt. Scharf atmete sie die Luft ein, zwang sich zum weiteren Handeln und Tun, um den Gedanken nicht nachzuhängen. Die Habseligkeiten wurde an die Satteltasche gehakt, der gefundene Dolch in ein Tuch geschlagen und ebenso in seinem Zustand mit eingepackt. Sie hatte keinen Hinweis auf den Boten gefunden, auch wenn die Spuren auf zwei Personen auf dem Weg hindeutete. Erst an der Stelle, an der die Erde aufgewühlt, verrutscht und teilweise ebenmäßig eingedrückt war, konnte man eine dritte Person vermuten. Sie wusste nicht, ob man den Boten verschleppt und auch umgebracht hatte oder ob er Komplize des Ganzen war. Einzig die Erkenntnis, dass der Tod über diesen Ort geherrscht hatte, war der einzige Fakt, den sie mitbrachte. Sie wusste es, spürte es...
Am nächsten Morgen brachte ein Bote ein Schreiben an das Kloster, sorgsam versiegelt, jedoch ohne erkennbares Zeichen. Empfänger und Abnehmer jenes sollte seine Eminenz Ar’states sein, sodass es ihm persönlich ausgehändigt wird oder auf seinem Schreibtisch Platz findet. Sobald jener sich dessen annimmt, wird folgender Inhalt nach Brechen des Siegels ersichtlich:
Unter den Schwingen der Tugendbringerin und dem allergrößten Respekt
richte meine Grüße und Worte an Euch,
Eminenz Ar’States
Wie euch sicher bekannt, verließ Hochwürden Travier vor einiger Zeit das Kloster und machte sich auf den Weg nach Kelterburg, um dort in den Dienst des Markgrafen zu treten. Dies zumindest war jene Version, die uns Sicherheit schenkte und das Vertrauen, dass Hochwürden mit ihren Worten noch mehr Herzen bewegen könnte, als sie hier bereits bewog.
Worte aus einer Nachricht meiner Mentorin, der Paladina von Hohenfels, verleiteten meine Person jedoch zu weiteren Nachforschungen, in denen ich auch den Weg der Hochwürden nach Adoran nachverfolgte und ausfindig zu machen suchte. Mir gelang es nach längerem Abreiten, den Pfad ausfindig zu machen, den Hochwürden gegangen war.
Sicherlich fragt Ihr euch, woher ich anhand von eventuellen Fußspuren ausmachen kann. Wären es nur Fußspuren, so würde ich keine Antwort auf jene Frage haben. Denn leider sind es nicht nur Spuren, die ich auffand, sondern auch die wenigen Habseligkeiten Hochwürdens. Die Tasche befindet sich derzeit im Anwesen Miladys und wird, sofern von euch gewünscht, an ihre Familie überstellt.
Der Platz trug eindeutig Spuren von einem Übergriff, ein Überfall im wahrscheinlichsten Fall. Neben der Tasche, in der auch der Brief des Gesuches nach der Stelle in Kelterburg war, fand ich noch einen blutigen Dolch. Den Leichnam Hochwürdens, sowie des Botens, der wohl den Weg mit ihr zusammen gegangen war, war jedoch nicht aufzufinden. Es ist anzunehmen, dass der Bote entweder von den Tätern bezahlt und angestiftet wurde oder selbst Opfer, wie Hochwürden, nun verscharrt an einer Stelle liegt.
Es ist eine traurige Kunde, die ich euch somit bringe. Eine Nachricht, die ich lieber nicht ausgesprochen hätte, wenn ich dem nicht sicher wäre. Und doch lässt der Platz keinen weiteren Aufschluss zu, den ich vorfand: Hochwürden Travier wurde hinterrücks auf dem Gebirgspfade erdolcht und ermordet. Auch wenn ich ihren Körper nicht fand, so hoffe ich, meine Pflicht erfüllt zu haben letztlich mit jener Botschaft an euch. Wie stets stehe ich euch zur Verfügung, sofern ihr der Hilfe benötigt.
Möge die Herrin euch stets leiten, den Pfad weisen und das Herz erwärmen,

Knappin der Paladina von Hohenfels.
Es war irrsinnig und letztendlich auch völlig abwegig zu glauben, dass das Geschriebene vor ihr richtig und wahr schien. Und doch waren es die Worte Miladys, die ihr von dem Tode Rabeyas berichteten, die darüber aufklärten, dass ein Verbrechen begangen wurden und die ebenso erläuterten, dass es nun an ihr lag, dieses Verbrechen zu verfolgen und Hinweise zusammen zu bekommen und letztendlich vielleicht sogar aufzuklären.
Sie, die sich zwar bewusst war über gerecht und ungerecht, sie wohl Menschen einzuschätzen vermochte....die aber noch nie in jeglicher Hinsicht eine Spezialistin war in Sachen “detektivischer“ Arbeit und Rekonstruktion. Es musste also in jeglicher Hinsicht schlicht Verzweiflung Miladys gewesen sein, ihr das anzuvertrauen...oder falsche Einschätzung...oder eine jener Sachen, die man schlicht und einfach Prüfung nannte. Fakt war, sie konnte es nicht auf sich beruhen lassen und musste der Bitte, dem Befehl, dem schlichten Hinweis oder was auch immer es zu sein schien, folgen.
Die Gerechtigkeit wird wiederkehren... Wie kann gerecht sein, wenn die Worte Miladys wahr sind? Noch immer hatte sie sich nicht mit dem Gedanken anfreunden können, den Brief Miladys als Tatsache anzunehmen, obgleich sie wusste, dass man sie nicht anlügen würde. Und doch war die Erklärung eher vage, einer Vermutung gleich. Es war dieses schlichte “Vertraut mir“, welches Milady voraussetzte und welches sie bereits so oft schon von ihr gefordert hatte. Vage tauchte das Gespräch wieder auf, in dem Milady von einem längeren Aufenthalt im Nebelwald gesprochen hatte und sie ihr einfach vertrauen müsste, dass nichts geschähe. Hochschwanger, der Bauch hatte sich damals bereits sichtlich gewölbt und verraten, dass das Kind in nächster Zeit bereit wäre, die Welt zu sehen. Und doch wollte sie schlicht das Vertrauen damals von der Knappin und den Weg allein bestreiten. Das tagelange Fortbleiben war ein Balanceakt mit der eigenen Geduld und mehrfach musste sie sich zügeln, nicht nach ihr zu Suchen und zu hinterfragen, warum sie nicht mit Acht geben durfte. Doch sie wusste, es hätte zu Streit und heftigen Wortwechseln geführt; beide konnten sich ereifern und gegenseitig nur zu gut hinaufkatapultieren zu Worten, die im Gefecht heftiger schienen als gewollt. Und letztendlich war sie auch wieder zurückgekehrt, wohlauf und mit ihrem Sohn, der ebenso gesund schien. Gesegnet und getauft von Hochwürden Travier...
Der Gedanke schlug um, als jene Erinnerung aufblitzte und ließ im inneren Geiste das Gesicht der Priesterin auftauchen. Der Magen zog sich immer noch zusammen, sobald sie an den Abend dachte, an dem sie Hochwürden und sich selbst ins Kloster gebracht hatte und vom Heiler versorgen ließ. Es würde einige Zeit brauchen, bis die Knappin im Reinen mit sich sein würde und jenem Abend in der Schlucht.
Wer wusste schon, ob jene Gelegenheit nun eine Möglichkeit war, mit sich ins Reine zu kommen und es wieder gut zu machen? Vielleicht war auch schlicht jenes der Grundgedanke: Etwas zu beenden und das im guten Sinne.
Cassian konnte nur vage helfen. Er wusste einiges, sein Blick war wach und seine Ohren schienen überall im Kloster zu sein und trotz seiner bescheidenen Art war es immer wieder eine große Hilfe, ihn als Torwächter zu haben und Fragen stellen zu dürfen. Manch anderer hätte eher abgeblockt und wohl brummend auf andere verwiesen. Doch selbst die offene Art Cassians schien diesmal wenig zu helfen. Er wusste nur, dass der Bote aus Kelterburg gekommen und Hochwürden eine Nachricht zukommen lassen hatte. Kurze Zeit später hatte Hochwürden die Habseligkeiten aus ihrer Klosterzelle zusammengepackt, einen Boten zum Anwesen geschickt mit der Nachricht und war mitsamt des Boten weggegangen. Sie hatte ihm letztlich nur gesagt, dass sie diese Tore nicht mehr betreten würde, hatte ihm ein langes Leben samt dem Segen der Herrin gewünscht und glückliche Tage. Wie es Art Hochwürdens war, doch lediglich mit den Worten des ewigen Abschiedes.
Auch die Aussagen der Klosterwache waren eher vage und unbefriedigend. Doch zumindest eine Richtung konnte gewiesen werden, sowie der Vermutung, dass wohl der Bergpass genutzt wurde, um schnellstmöglich zum Hafen und dem nächsten Schiff zu gelangen.
Es kam ihr keineswegs in den Sinn, die Route nach kurzer Zeit zu finden und so bereitete sich die Knappin auf einen längeren Ritt vor. Sie wusste nicht einmal, wonach sie suchen, gar Ausschau halten sollte und was sie letztlich finden würde. Der Abend kam, der Blick auf den Weg vor sich und die säumenden Sträucher und Baumstämme um sich wurde schwerer einzuschätzen, sodass der Entschluss gefasst wurde, erst am nächsten Tag wieder an der abgebrochenen Stelle erneut mit dem Suchen zu beginnen. Suchen...was wollte sie eigentlich finden? Würde sie etwas finden? Sie hoffte inständig, nur nasse Pfützen, Laub und kahle Sträucher vorzufinden und keinen Hinweis auf das Verbrechen, das in dem Brief Miladys angedeutet war. Früh brach sie am nächsten Morgen auf. Ein Morgen, an dem Nebel noch verhangen über die Wege krauchte und wieder einmal bewies, wie schnell der Winter Einzug halten würde. Es war ruhig; kein Tier huschte durch das Unterholz und nur hier und da hörte man entfernt das Krächzen eines Rabens. Der Laut des Tieres war in letzter Zeit nicht gern gehört, verband man derzeit doch eher Rabendiener hinter dem schwarzen Gefieder statt des Flugtieres und ließ somit die eigene Wachsamkeit stets walten. Doch kein Rabendiener säumte den Weg, keine Gefahr schien sich der Knappin in den Weg zu stellen während dem weiteren Abreiten möglicher Wege. Rasch war das Verstehen aufgekommen, Wege nicht zu kontrollieren, an denen sie keine Eindrücke in dem nassen Boden fand. Der Regen war seit Tagen stetiger Begleiter, sobald man das Haus verließ und hatte den Boden aufgeweicht, uneben gemacht, sodass man unweigerlich seine Spur hinterließ. Es war kaum zu vermuten, dass Hochwürden ihre Spuren zu verschleiern suchte, gar ein Geheimnis hatte daraus machen wollen, wo sie hinwollte. So mied sie die Wege, die glatt wie eh und je schienen und verfolgte jene, an denen sie Fußspuren vermutete. Zu Fuß waren sie gegangen, jenes wusste sie ebenso von Cassian und der Klosterwache.
Der Mittag strich langsam, schleichend in das Land, ließ den morgendlichen Nebel verschwinden und verlogen lunste die Sonne durch die Wolkenschicht, die tobend über den Horizont hinwegstrich. Der Wind war an jenem Tage wieder eisig und hatte sich in jedes Rüstteil festgesetzt, sich hinterhältig durch die Ketten geschlichen und in der Kleidung und auf der Haut festgesetzt. Sie war das Wetter langsam gewöhnt und trotzdem fröstelte sie es leicht, als sie den Hengst unter sich wieder in einen leichten Trab hineinversetzen ließ und einen anderen Wegpass abritt. Sie hätte kaum geahnt, dass es so viele Möglichkeiten gab, vom Kloster über das Gebirge nach Adoran zu kommen und noch weniger, dass es so viele Schleichpfade in jenem Koloss an grau und Stein vorhanden waren. Und noch immer hoffte sie, nichts zu finden und letztendlich davon ausgehen zu können, dass Hochwürden doch jenes Schiff bestiegen und nach Kelterburg gereist war. Es war natürlich abwegig...man hatte den Namen nicht auf der Reiseliste finden können und der Hafenmeister erinnerte sich an keine Priesterin. Natürlich hatte sie es überprüft und gefragt...doch vielleicht hatte sie vergessen, sich auf die Liste zu schreiben. Und vielleicht war der Hafenmeister an jenem Tage beschäftigt...
Ein Aufblitzen von Metall lenkte die Gedanken wieder zurück und in das Hier und Jetzt. Sie ließ den Hengst innehalten, den Blick mit Wachsamkeit auf den Weg vor sich säumend. Erst mit dem nächsten Auftauchen eines Sonnenstrahls blitzte das Metall wieder auf und reflektierte hell das kurze wärmende Strahlen von Himmel. Langsam stieg sie ab, gewährte Teron so die Pause, die der Hengst sofort zum Ausschütteln und grasen nutzte. Es war eine einfache Reaktion, eine innere, als die Rechte ihren Weg gen Schwertknauf fand, während sie sich dem Ort näherte. Deutlich waren die Fußspuren im Schlamm noch erkennbar. Zwei Menschen waren hier entlang gegangen...
„Bei der Gütigen...Nein...“, leise kamen die Worte, als der Platz erreicht und wahrgenommen war. Ein Bild, dass Aufschluss gab, dass etwas Schreckliches geschehen sein musste: Der Weg war leicht zerpflückt, die Spuren verschmiert, als hätte ein Kampf oder ähnlichem stattgefunden. Wenige Meter weiter eine Tasche, die Laschen geöffnet und der Inhalt leicht hinausgekippt aus jener. Das Aufblitzen hatte zu einem Dolch gehört, der unter einen kahlen Busch gerutscht war und an dessen Klinge getrocknetes Blut zu finden war. Auch ohne das Finden einer Leiche war sofort klar, dass man hier jemanden aufgelauert hatte und es zur Auseinandersetzung kam. Die Schritte führten sie zu der Tasche, hoben jene auf und ließen den Blick über die wenigen Habseligkeiten hinweggleiten. Sie konnte nicht sagen, ob etwas fehlte, etwas entwendet wurde. Sie schien nicht allzusehr durchgewühlt und dennoch schien es nicht komplett, das Bild. Ein Brief wurde herausgefischt und kurz geöffnet, nur um mit einem leisen Ächzen wieder in die Tasche fallen gelassen zu werden.
Mag die Herrin ihr Schild und Schwert über unseren König, den Grafen und auch alle Mitglieder der heiligen Kirche halten,
so grüße ich euch Priesterin Travier...
Ein Brief an Rabeya, an Hochwürden Travier. Die Nackenhaare stellten sich leicht auf, als die Erkenntnis sie traf. Milady hatte Recht gehabt, hatte den rechten Hinweis und die rechte Bitte erteilt. Scharf atmete sie die Luft ein, zwang sich zum weiteren Handeln und Tun, um den Gedanken nicht nachzuhängen. Die Habseligkeiten wurde an die Satteltasche gehakt, der gefundene Dolch in ein Tuch geschlagen und ebenso in seinem Zustand mit eingepackt. Sie hatte keinen Hinweis auf den Boten gefunden, auch wenn die Spuren auf zwei Personen auf dem Weg hindeutete. Erst an der Stelle, an der die Erde aufgewühlt, verrutscht und teilweise ebenmäßig eingedrückt war, konnte man eine dritte Person vermuten. Sie wusste nicht, ob man den Boten verschleppt und auch umgebracht hatte oder ob er Komplize des Ganzen war. Einzig die Erkenntnis, dass der Tod über diesen Ort geherrscht hatte, war der einzige Fakt, den sie mitbrachte. Sie wusste es, spürte es...
Am nächsten Morgen brachte ein Bote ein Schreiben an das Kloster, sorgsam versiegelt, jedoch ohne erkennbares Zeichen. Empfänger und Abnehmer jenes sollte seine Eminenz Ar’states sein, sodass es ihm persönlich ausgehändigt wird oder auf seinem Schreibtisch Platz findet. Sobald jener sich dessen annimmt, wird folgender Inhalt nach Brechen des Siegels ersichtlich:
Unter den Schwingen der Tugendbringerin und dem allergrößten Respekt
richte meine Grüße und Worte an Euch,
Eminenz Ar’States
Wie euch sicher bekannt, verließ Hochwürden Travier vor einiger Zeit das Kloster und machte sich auf den Weg nach Kelterburg, um dort in den Dienst des Markgrafen zu treten. Dies zumindest war jene Version, die uns Sicherheit schenkte und das Vertrauen, dass Hochwürden mit ihren Worten noch mehr Herzen bewegen könnte, als sie hier bereits bewog.
Worte aus einer Nachricht meiner Mentorin, der Paladina von Hohenfels, verleiteten meine Person jedoch zu weiteren Nachforschungen, in denen ich auch den Weg der Hochwürden nach Adoran nachverfolgte und ausfindig zu machen suchte. Mir gelang es nach längerem Abreiten, den Pfad ausfindig zu machen, den Hochwürden gegangen war.
Sicherlich fragt Ihr euch, woher ich anhand von eventuellen Fußspuren ausmachen kann. Wären es nur Fußspuren, so würde ich keine Antwort auf jene Frage haben. Denn leider sind es nicht nur Spuren, die ich auffand, sondern auch die wenigen Habseligkeiten Hochwürdens. Die Tasche befindet sich derzeit im Anwesen Miladys und wird, sofern von euch gewünscht, an ihre Familie überstellt.
Der Platz trug eindeutig Spuren von einem Übergriff, ein Überfall im wahrscheinlichsten Fall. Neben der Tasche, in der auch der Brief des Gesuches nach der Stelle in Kelterburg war, fand ich noch einen blutigen Dolch. Den Leichnam Hochwürdens, sowie des Botens, der wohl den Weg mit ihr zusammen gegangen war, war jedoch nicht aufzufinden. Es ist anzunehmen, dass der Bote entweder von den Tätern bezahlt und angestiftet wurde oder selbst Opfer, wie Hochwürden, nun verscharrt an einer Stelle liegt.
Es ist eine traurige Kunde, die ich euch somit bringe. Eine Nachricht, die ich lieber nicht ausgesprochen hätte, wenn ich dem nicht sicher wäre. Und doch lässt der Platz keinen weiteren Aufschluss zu, den ich vorfand: Hochwürden Travier wurde hinterrücks auf dem Gebirgspfade erdolcht und ermordet. Auch wenn ich ihren Körper nicht fand, so hoffe ich, meine Pflicht erfüllt zu haben letztlich mit jener Botschaft an euch. Wie stets stehe ich euch zur Verfügung, sofern ihr der Hilfe benötigt.
Möge die Herrin euch stets leiten, den Pfad weisen und das Herz erwärmen,
Knappin der Paladina von Hohenfels.
Zuletzt geändert von Leah Katuri am Freitag 20. November 2009, 15:20, insgesamt 1-mal geändert.