Zwischen Leben und Tod

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Anveena Midame

Zwischen Leben und Tod

Beitrag von Anveena Midame »

Es war wie der Stich ins Herz, das letzte Ultimatum. Sie entschied sich dagegen, Sie dafür. Die Stimme in ihrem Kopfe wollte nicht mehr aufhören zu sprechen. Es lief in Zeitlupe vor ihr, wie ein böser Traum, aus dem Sie erwachen sollte, die Erkenntnis erlangen.
Noch tiefer hätte der Dolch nicht in ihr Herz gerammt werden können. Sprachen Sie nicht noch vor wenigen Stunden davon, dass die Liebe und die Beziehung nicht enden wollten?
Und nun?
Mehr Freiraum?
Saßen Sie nicht letztens noch verliebt am See, genossen die Zweisamkeit im kühlen Nass?
Hatten Sie sich vor dem Handwerkshaus nicht ausgesöhnt? Über die Probleme gesprochen?
Und dann, von einem auf den anderen Moment, sollte es beendet sein?
Wie stark konnte so eine verlogene Liebe sein?
Wie schwarz musste ein Herz sein, wenn man so scheinheilig lügen konnte?
Sie wandte sich von ihr ab, noch immer war das Geräusch der am Boden zerberstenden Tasse zu hören, das einzige Reale, was in dieser unwirklichen Welt da war. Der Bruch, ein Schrei ihres Herzens.
Sie stieg hinauf, sie gab ihr altes Leben für Sie auf und nun sollte Sie alleine sein, alleine dar stehen. Ja, Sie wusste was Sie war, doch Sie stand nur einen Schritt davon entfernt, auch dies aufzugeben. Oder hatte Sie es unwissentlich schon aufgegeben?
Ihr Schicksal war besiegelt. Sie verriet nicht nur sich selber, nein, sondern auch Ihn, den Allmächtigen. Er wird wenig begeistert sein vom Handeln seines Dieners, davon, Seelen zu schonen aus Liebe. Ihre Verdammnis war entgültig und das für das Hoffen einiger, schöner Jahre in Liebe. Doch der Hass auf die Menschen, sie besonn sich wieder, woher er resultierte, als Sie ihr letztes Hab und gut einpackte. Da stand Sie, selbstgefällig an der Tür. Sprach etwas davon, dass es nicht sofort sein müsste.
Nicht sofort?
Sie schrie ihr förmlich ins Gesicht, Sie solle verschwinden und dann sagte Sie, in ihrer gelogenen Gutmütigkeit, Sie solle noch bleiben?
Wie Paradox können Wesen denken?
Ein Mensch, mainpulativ, gespielt. Sie war eine Marrionette, nicht mehr, nicht weniger. Einfaches Vieh, was sich vom ranghöheren Bullen bestiegen und rumschupsen liess und sich nach diesem Ochsen richtete. Wie sonst könnte ihre Meinung sich so schnell geändert haben? Plötzlich von Zweisamkeit zur Einsamkeit.
Sie verliess den Raum, natürlich tat Sie es. So Feige wie eh und jeh. Das einzige ehrliche, was Sie jemals in dieser Beziehung sagte, waren wohl die Worte der Trennung.
Innerlich brodelte es in Anveena. Sie hat alles verloren, alles, was ihr heilig war aufgegeben für eine falsche Dirne, die sich sicherlich köstlich amüsierte, nun wieder an der Flasche hing wie eine alte Schnapsdrosel, sich vielleicht bedauern lassen würde, weil Sie ja so verletzlich, so unschuldig ist.
Ja, der Teufel hat viele Gesichter und die Größte Tat seines war, den Menschen einzureden, es gebe ihn nicht.
Doch es gab ihn und Anveena erkannte nun auch wo.
Beim vorbeigehen aus der Türe liess Sie die Schlüssel fallen, ihr wenig Hab & Gut auf dem Rücken geschnallt. Alleine, von allen verlassen...selbst von ihrem Gott. Auf der Straße sitzend mit nicht weniger als den letzten Kronen. Doch so leicht würde Sie es ihr nicht machen.
Nein.
Ab dann verwischte alles. Die pochende Stimme in ihrem Kopfe. Sie schrie, Sie besann auf Vernunft, sie wollte den Hass unterdrücken, den Drang auf Vergeltung, den Wunsch auf Leben. Doch nein.
Nur noch Bruchstückhaft kommen die Erinnerungen, ehe wie eine Person, abseits von allem, die als 3. Auge sich ein Spektakel anschaut.
Wie sie da sitzt, am Tische, wie man sie wieder nur belügen wollte mit Sachen von "geschlossene Runde"....oder "Linnet, Amary wollte dir doch etwas zeigen." Meinten Sie wirklich, sie wäre so Dumm? Oder waren Sie nur feige, einfach auszusprechen, was Sie wollten.
Und Sie? Dass das Böse sich versteckt war klar, doch dass es so ängstlich, so erbärmlich ist...wusste selbst Anveena nicht.
Sie ging, noch den Drang, alles abzubrennen unterdrückend. Sie vernahm Stimmen, als Sie im Matsch stand, sich sinken liess. Geschrei vom einfachen Bauernvolk wenige Meter von ihr.
Und ab dann war der komplette Riss da. In einer schwarzen Welt, stand Sie auf, sich ihr Spiegelbild betrachtend. Es lächelte Sie selbstgefällig an, es war....weniger ein Spiegel...es tat nicht, was Sie tat. Denn es sprach.
"Deine Zeit ist vorbei."
Wie in Trance erhob Sie sich. Wissend und bereit, versagt zu haben, im Leben, ging nur der Weg der Offenbarung. Man wollte Sie abhalten, doch angesichts des Todes, war es egal. Der erste brennende Kopf war gezielt auf Rafael gerichtet, er sollte Ihn verfehlen, auf das er seine Klinge erheben mag und es endlich tun würde. Diese Naivität, sein schlimmster Feind stand vor ihm, und er wolle noch Gerechtigkeit. Es musste mehr geschehen und Amarys selbstgefälliges Gesicht kam gerade Recht.
Nein schrie ihr Inneres, doch das lächeln wich nicht. Der brennende Schädel wurde auf Sie geworfen. Es reichte, als der Schmerz Sie durchfuhr. Die Quallen und Leiden mit einem Schlag beendet waren. Sie schrie auf, doch war erleichtert, erfreut, es endlich vollbracht zu haben, nicht mehr diese Zwiespalt, nein, Sie war sich nun bewusst, dass es dieser Weg sein musste.
Und ihre Schwester....ob bewusst oder unbewusst, verstand und als das letzte Augenlicht des Lebens entschwand, den Blick auf die Schlange gerichtet, der Sie ihr Herz offenbarte, zerbarste ihr Körper zu Asche und entschwand aus dem Diesseits des Lebens.
Es ist vollbracht. Das Leid beendet.
Die sterbende Frau erlangte die Dunkelheit im Licht, was nun gesprochen oder getan wurde, wäre einerlei. Ws sollte man vom Abschaum der Menschheit erwarten?
Man trinkt, man trauert eins bis zwei Tage und dann läuft man fröhlich durch die Wege, als Sei nicht geschehen. Und dabei bezeichnet man die Diener des einen wahren als Abschaum. Welch Ironie.
Anveena Midame

Beitrag von Anveena Midame »

Schwer keuchte sie, als sich ihr nackter Körper auf dem kalten Steinboden erhebte. Langsam, nur zarghaft gewöhnten sich die Augen an das Licht der wenigen Fackeln und trotz der herschenden, dominanten Dunkelheit in den Gewölben, brannten Sie, als würden Sie das erste mal das Licht sehen.
Sie blickte sich um, nur schemenhaft erkannte Sie die Gestalten um sich herum, doch Sie wusste, dass Sie unter Brüdern und Schwestern waren.
Sie keuchten schwer, sackten auf die Knien. Ja, es fehlte ihnen an Lebenskraft...Kraft, die Sie nutzten, um ihre Tote Schwester wiederzuholen.
Simoen verstand, als Sie sich die Asche der zerbrechenden Gestalt auf Berchgards Boden aneignete. Sie verstand, dass Sie sterben musste, wie der Phönix, um komplett neu gebohren zu werden.
Ihre Seele war nun nicht mehr geteilt, nicht Zwei innere wohnten in ihr, stritten und diskutierten. Nicht die Liebe Seite...nicht die Böse Seite.
Krathor nahm sich dessen Problem an, verspeiste das gutmütige in ihr, ehe Er selber, der mächtige Rabengott, die andere Seele, die des Dieners, hinausliess.
Ja, sie gab den Kampf auf, Sie liess das Gute in ihr hoch und das Gute in das Schwert Rafaels rennen. Als Sie starb, erlangte das Zweite ich die Macht, rein, mit klarem Kopf, ungetrübt.
Es war ein Versuch, es war ein tödliches Spiel, doch es sollte gelingen.
Sie began zu sprechen, den Brüdern und Schwestern zu erklären und dann...dann war es soweit. Es sollte die Einigkeit unter den Dienern herschen. Jeder sollte sich bewusst sein, dass er Frei handeln und denken kann, aber um wahrhaft für des Einen dienlich zu sein, um wirklich etwas zu bewegen, brauchte es die Macht aller...aller, so wie es diese brauchte, um eine Schwester aus dem Reich des Todes herzuholen.
Nie hat es jemand gewagt, Tote gänzlichst regenerieren zu wollen, da jede Seele in ihr Reich fährt und jeder Körper verwest.
Diese Tat hier, war einmalig, selbst für die Diener.
Gemischt aus dem Blute aller, war die unbefleckte, junge Seele nun in den rechtmässigen Besitz von Anveenas Körper gekommen.
Es lag viel Arbeit vor ihr...doch sie wusste damit umzugehen.
Ehe sie nun beginnt, die Rituale zu durchführen, als Rabendienerin das Chaos und die Anarchie einzubringen, musste Sie noch rein bleiben. Sie musste sich ihren Feinden stellen...um die Illusion aufrecht zu erhalten.
Sie blieb nicht unbewusst einen Monat einst fort, um dann die Lüge ihrer Entführung zu erzählen.
Sie verletzte und schändete nicht ohne Hintergedanken ihren eigenen Körper.
Das Spiel, war schon lange hinter der Sichtweise der dominanten Seele gespielt wurden. Die Gedanken, vor dem verliebten, verweichlichten Ich unterdrückt, versteckt.
Sie war das hilflose Opfer, das arme, kleine Mädchen, dass von den schändlichen Rabendienern entführt worden war. Und so sollte man ihr die Maskerade abkaufen.
Allen vorran, Linnet.
Und es wirkte...nur ein einziger Bruch gab es in dem Plan. Linnet beende die Liebesbeziehung, gedacht war, dass Anveena es aus Gutmütigkeit, aus Angst um die arme Linnet tun würde, um sich dann dem Tode zu stellen.
Lange redete deswegen das hintere...die 2. Stimme auf Anveena ein...das Sie Linnet töten wird...wie immer...lange arbeitete sie an ihrem Gewissen appelierend, sie würde Sie ins verderben stürzen.
Aber gut...dieser Dolchstoss, das zerberstende Herz...es tat ebenso seine Pflicht, sie war manipulierbar geworden.
"Tue es...beende dein Leben...zeige, was du bist...und der Schmerz wird aufhören."
Sie tat es...sie warf sich in den Tod, im Kopfe das schallende Gelächter der zweiten Medaille.
Und dann begann die Reinigung. Sie wurde gefressen, von einzig wahrem, für ihr Versagen...doch in seiner Weisheit, in seiner Gutmütigkeit zu seinen Dienern, schickte er Sie zurück...alleine, ohne die zweite Seele...die Stimme, die sie belästigen würde.
Und sie kam zurück...und sie würde diese Maske aufrechterhalten...als unschuldiges Mädchen in ein Komplott der Diener geraten zu sein.
Es wird schwer, sie müsse oft über ihre Schatten springen und man würde sich von ihr abwenden...doch...wenn sie danach lebt, war es das Wert.
Rafael von Arganta

Beitrag von Rafael von Arganta »

Alexias Berichte hatte ihn für einige Momente wahrlich aus dem Konzept gebracht gehabt.
Sie Lebte ...
Nein sie war nicht von ihm getötet worden ... oder Doch?
Der Bericht der Kirche hätte ihn beruhigen sollen, und doch...
Verdammt er wusste doch wie sehr es diese Rabendiener verstanden Menschen zu manipulieren.
Wie sie es verstanden anderes Aussehen an zu nehmen und doch ... ein letzter Rest an Misstrauen, ungutes Gefühle blieb einfach.
So ging er einem Treffen so gut es ging ersteinmal aus dem Weg.
Er konnte und würde einfach nicht normal mit ihr umgehen können, die Bilder waren einfach in seinem Kopf und verursachten ihm Magenschmerzen.

Die Zeit mochte es bringen, es blieb ab zu warten.
Anveena Midame

Beitrag von Anveena Midame »

Langsam taumelte sie durch die dunklen Straßen Berchgards. Der Regen fiel wie ein dauerhaftes Hämmern mit den dicken Tropfen auf ihren Kopf, wischte das Blut von ihrer Stirn. Sie fror, das fetzen Stoff, was Sie trug, presste Sie an sich heran. Es war weicht und feucht, vollgesogen vom Regen.
Wo war Sie?
Was machte Sie hier?
Sie stellte sich an diesen Brunnen...an welchem Sie so oft gestanden hat. Einfach nur hinblickend.
Die Tür öffnete sich, ein Schemen einer Gestalt, schwarz wie die Nacht wirkte er, vom Licht im Rücken des Hauses angestrahlt.
Er erkannte Sie...er schien erschrocken. Und Sie wich von ihm. Ängstlich zitternd.
Es kamen mehr hinzu. Mehr erschrockene Gesichter.
Man schrie Sie an: "Das kann nicht sein, DU BIST TOT."m während Sie sich hilfesuchend an den Brunnen kauerte. Ihre Füße verdreckt, ihre Haare im Gesicht hängend.
Kaum ein Wort brachte Sie heraus. Es schien, dass das Reden ihr schwer viel...nein...mehr...wirkte es, als würde Sie gerade erst das Sprechen lernen.
Sie redeten, währen Anveena Stumm sitzen blieb. Vor sich hinkauernd.
Man nahm Sie mit, nachdem Zwei andere sich auch anschrien, einer ging fort.
Es war ein langer Fußmarsch, ihre Füße bluteten schon von den Steinen, die sich in diese bohrten, nicht einmal Schuhe hatte Sie mit.
Sie erreichten das Haus von Alexia, Sie kümmerte sich um Sie, gab ihr ein warmes Bett, frische Kleider.
Dennoch...es war ein Rätsel. Vor ihnen stand eine erwachsene Frau, die nicht besser reden konnte, als ein 3 jähriges Mädchen. Sie schien abgelenkt, nicht unglücklich, aber....vergessend.
Vergessend, was alles geschehen sein mag, was man ihr wohl antat.
Sie schaute durch die Gegend, summte vor sich hin, lachte plötzlich und...ja...und malte...

[img]http://img149.imageshack.us/img149/3919/pergamentzeichnung.gif[/img]

Welch verwirrendes Bild muss dies gezeigt haben...welch Fragen muss es gebracht haben?
Man war sich wohl dann einig, man behandelte Sie wie ein kleines Kind...man gebahr mit ihr, man zeigte mit ihr...man gab ihr so zu essen.
Und die Erwachsenen berieten sich und kamen auf den Schluß, das Geheimnis zu lüften, das unschuldige, kleine Mädchen, was die Welt nicht mehr verstand, schützen zu wollen...und sich selber auch vor einer drohenden Gefahr.
Ins Regiment solle Sie kommen, man würde Sie bringen, sie untersuchen, Sie befragen...und...sie schützen...vielleicht, vor der Rabenbrut, die Sie verfolgen könnten...gar töten wollen.
So genoss Sie die letzte Nacht in ihrem warmen Bettchen, angekuschelt an ihr Kissen, wohlig seufzend und wohl ebenso nichts von dem verstehend, was um ihr herum geschieht...und was ihr geschehen mag.
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