Vorsichtig blickten die grünen Augen des Waldelfen umher. Es war still in der Welt, zu still um ein gutes Zeichen zu sein. Das Flüstern des Windes brachte Botschaft aus fernen Landen und das Erlöschen vieler Lebenslieder war zu spüren. Der andauernde Krieg der Menschen schien an einen Punkt angelangt zu sein an dem es kein Zurück mehr geben könnte. Etwas dunkles bereitete sich im Osten darauf vor zum Schlag auszuholen und der Ordnung wie man sie kennt ein Ende bereiten zu wollen. Die klanglosen Lieder der Untoten mehrten sich und überall kamen die Ruhenden aus ihren Gräbern als würde man ihren Schlaf unterbrechen. Eine ungünstigere Zeit hätten die Götter sich nicht aussuchen können um ihren Krieg fortzusetzen. Die Völker der Eledrhim waren noch nicht bereit ihre Lieder auf eine Konfrontation einzustimmen und doch schien es unausweichlich sich nach aussen zu orientieren.
Das Volk war angeschlagen und hatte derzeit Mühe den Schutz der eigenen Ländereien zu gewährleisten und doch drängte ein neues Licht an der Spitze der Edhil nach aussen. Jene blickte über die Grenzen und begann die Ruhe mit der Aussenwelt zu brechen. Politik vermochte nun eine stärkere Waffe zu sein als der Bogen eines Lindhil und ein mächtigerer Schild als der eines Maethor. Doch einige der Lindhil beschauten das Vorgehen ihrer goldenen Vettern mit Argwohn. Edhain waren in ihren Augen nicht vertrauenswürdig und schienen getrieben von ihrem Ehrgeiz jegliche Opfer in kauf zu nehmen. Sie achteten das Leben ihrer Nächsten wenig so es sie ihrem Ziel näher brächte. Sie raubten La die Grundlagen des Lebens und verbreiteten sich wie eine Krankheit in der Welt La's. Sie brachten ihre Kriege in die entlegensten Winkel der Welt und fochten im Namen der Götter wider der Natur. Sollte man sojemandem Vertrauen?
Oft beobachteten die Lindhil die Edain und es gab oft Grund zur Annahme jene seien Abkömmlinge der Orken. Wild ungeschliffen ohne Ansätze einer Kultur oder Ordnung zu unterliegen striffen die Edain durch die Landen und zerstörten alles von dem sie glaubten es sei ihnen im Wege. Verdorben durch die Gier, eines der vielen Geschenke des dunklen Fürsten, vermochten sie selbst in ihren eigenen Reihen nicht vor Angriffen sicher zu sein. Todesurteile und Raubmorde waren und sind in jenem Volk ein fester Bestandteil. Jedoch der neue Stern an der Spitze der Edhil drängte nach Aussen und sah in diesem kläglich anmutendem Volk etwas was die Lindhil nicht in der Lage waren zu erkennen. Die wenigen die es wert waren sich Freund zu nennen lebten mit den Eledrhim im Nebelwald und es waren nur wenige im Vergleich zu dem zerstörerischen Rest. Druiden und Waldläufer versuchten La zu verstehen und erwiesen sich in vergangenen Tagen als fähig und als hervorstechend im Gegensatz zu dem Rest ihrer kläglichen Art.
Was nun sah der glanzvolle Stern an der Spitze der Edhil in dem Rest dieses Volkes? Es war an der Zeit sich die Edain ernaut zu betrachten gegebenenfallen sogar sie neu einzustufen. Das Volk der Lindhil vertraute dem glänzenden Stern an der Spitze der Edhil und doch vermischte sich die Orientierung nach ausserhalb des Nebelwaldes mit Furcht. Furcht vor dem was kommen mag und Furcht vor dem was schon geschah. Die Lindhil würden ihrerseits Forschungen betreiben und die Herzen der Edain prüfen.
Ausserhalb der heimischen Grenzen
- Sheran Eryn'beria
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