Sehnsucht nach Papa

Antworten
Fleur Stolzenfels

Sehnsucht nach Papa

Beitrag von Fleur Stolzenfels »

Wie lange war es nun her, dass Hudgar das Schiff bestiegen hatte und so unendlich weit fort gesegelt war. Viel zu lange, das wusste das kleine Mädchen.
Am Anfang war es noch aufregend für Fleur gewesen, bei ihrer Freundin Mia zu wohnen, doch es fehlte immer deutlicher etwas. Mia hatte ihre Mutter. Fluer hatte nur Mia. Sicher Tante Lilly und Onkel Rafael waren auch da, aber trotzdem es war nicht das Gleiche. Rafael war viel unterwegs und hatte wenig Zeit für seine Nichte. Auch Sharina kümmerte sich rührend um die Ziehtochter, aber auch sie konnte die Lücke nicht schließen.
Fluer wurde mit der Zeit immer in sich gekehrter und stiller. Oft saß sie allein am Hafen, naja fast allein irgendjemand beobachtete das Mädchen immer, und wenn es nur einer der Gardisten war. Und dennoch zog es Fluer immer wieder dorthin. Es war noch gar nicht so lange her, dass sie aus Stolzenfels wieder zurück war, wo sie lange Zeit gewohnt hatte. Hier hatte ihr Papa sie abgeholt, hier war sie Glücklich gewesen. Und vielleicht sah sie ja die Segel des großen Schiffes wieder. Es kamen Schiffe und sie fuhren auch wieder. Aber nie das Richtige.
Mittlerweile waren Wochen vergangen. Der Seewind war kälter geworden und war oft so stark, das das Mädchen fast ins Meer geweht wurde. Herbststürme nannten es die Matrosen der Schiffe oft. Und sie wirkten bedrückt, wenn sie die Schiffe wieder betreten mussten und zurück auf das Meer.
Doch mit der Zeit wurden auch die Schiffe weniger, viele mieden die Stürme und die unruhige See und blieben lieber auf dem sicheren Land. Doch noch immer kauerte das Mädchen fast jeden Tag am Hafen und suchte den Horizont nach Segeln ab.
Es konnte doch nicht sein, dass ihr Papa nicht wieder kam. Er musste einfach zurück kommen, eh das Meer zu gefährlich wurde, er musste.
Aber er kam nicht, egal wie sehr Fleur flehte und bat, keiner erhörte sie. Ihr Papa blieb verschwunden.
Immer öfters kam sie weinend nach Hause und verkroch sich in ihrem Bett. Die Decke fest über den Kopf gezogen und nicht ansprechbar. Immer öfters wachte sie mit rot geweinten Augen auf. Doch sie konnte ihren Kummer nicht mehr in Worte fassen. Sie vermisste ihren Papa.
Es kam wie es kommen musste. Tagelang war sie dem kalten Seewind ausgesetzt und ihr kleiner Körper geschwächt von wenig bis gar kein essen. Sie wollte einfach nicht mehr essen, hatte keinen Hunger.
Und dann wollte sei nicht einmal mehr aufstehen. Sie glühte vor Fieber. Alle Hausmittel wollten nicht mehr helfen. Das Fieber sank und sank nicht. Auch Lilly war mittlerweile Ratlos.
Fleur wollte nicht gesund werden. Nicht einmal für ihren Papa der entsetzlich traurig wäre, wenn er wieder käme. Ja wenn. Aber er kam nicht.

Sie bekam kaum noch etwas mit, so hoch war das Fieber geworden, es drohte sie zu verzehren.
Sie schrie im Fiebertraum nach ihrem Vater, immer und immer wieder. Hin und wieder auch nach ihrer Mutter.
Doch irgendwo drang wohl doch noch etwas durch das Fieber hindurch. Denn irgendwann fühlte sie sich einfach in die Arme genommen, von Starken Armen. Hände mit Schwielen übersäht, die nur ein Schwert verursachen, strichen über ihre Wange über ihre Stirn über ihr Haar. Und der Geruch. Nach See, Schweiß und Dreck, aber darunter war etwas vertrautes. Nein sie träumte sicherlich. Und doch begann sie zu kämpfen. Sie wehrte sich gegen das Fieber. Und es sank. Sie bekam die Augen wieder auf und war ansprechbar. Und tatsächlich da saß neben ihrem Bett ihr Papa.
Sie rieb sich die Augen, sah erneut hin. Ja er saß wirklich da. Der Kopf vor Müdigkeit auf die Brust gesackt. Er war unrasiert aber sauber gekleidet, auch fehlte der Geruch nach See. Wie lange saß er schon da?
Sie konnte es sich nicht beantworten und begnügte sich damit ihren Papa anzusehen, bis der drang ihn in die Arme zu schließen zu groß wurde. Mühsam richtete sie sich auf und schlang dann mit ihrer ganzen Kraft, die das Fieber noch nicht geraubt hatte , ihre Arme um ihren Papa und vergrub den Kopf in seiner Schulter.
Gegen die Tränen konnte sie gar nichts mehr machen. Sie liefen einfach über ihre Wangen. Bis sie schließlich heißer schluchzte. Irgendwann fühlte sie eine Hand auf ihrem Rücken. Und dann wurde sie fest gedrückt.
Das einzige was außer ihrem Schluchzen zu hören war, waren flehende Worte:
” Geh nie wieder fort”.
Benutzeravatar
Liliana van Drachenfels
Beiträge: 723
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Liliana van Drachenfels »

Fast schon ratlos saß Lili an Fleur's Krankenbett. Sie hatte fast alles getan, was in ihrer Macht stand. Sie mit Kräuterelixieren, Wadenwickeln, Besuchen in der Schwitzkammer behandelt und eigentlich hätte das Fieber längst zurück gehen müssen. Fast erschien es ihr als hätte Fleur keinen Lebenswillen mehr und so flüsterte sie ihr immer wieder leise ins Ohr. Dein Papi wird bestimmt bald wiederkommen Fleur, halt durch. Doch nicht ein mal dies nützte etwas und so mußte sie um ihr Leben zu retten, ihre Gabe nutzen, denn Fleur wurde von Tag zu Tag schwächer. Das Fieber zehrte sie aus.

Sie legte ihre Hände auf den Körper des Mädchens, begann leise eine Melodie zu summen, mit der sie sich in einen tranceartigen Zustand versetzte. Gleichzeitig flehte sie Eluive um das Leben des Kindes an...

Nach einiger Zeit begann ihre Hand leicht zu leuchten, impulsartig flackerte das Licht und wurde von ihr auf den Körper des Kindes übertragen.. Inzwischen hatte sie gelernt diese Fähigkeit dosiert einzusetzen und unterbrach nach einer Weile die Verbindung, woraufhin das Licht sogleich erlosch. Fleur hatte etwas Farbe bekommen, sie war nicht mehr ganz so schwach und fiel in einen tiefen Schlaf.

Kurz darauf öffnete sich die Tür und erleichtert blickte Lili zu Hudi. "Sie ist sehr krank.. aber das ist es nicht nur. Irgendwie fehlt ihr der Lebensmut. Es ist gut daß du da bist. Sie hat dich furchtbar vermisst.

Sie tischte ihm noch eine warme Mahlzeit auf und stellte etwas Essen für Fleur hin, dann ließ sie Hudi mit seiner Tochter allein. Jedoch blieb sie in der Nähe, für den Fall daß sie gebraucht würde.
Bild
Hudgarr Stolzenfels
Beiträge: 6
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Hudgarr Stolzenfels »

Hudgarr und das gesamte Gefolge um Adrian und Darna war erst zwei Tage in der Königsstadt, als die Nachricht ihn erreichte das Fleur krank sei. Adrian war ihm sofort behilflich bei der Organisation der Rückreise und besorgte einen der Hofmagier welcher ein Portal nach Adoran öfnete.
Kaum in Adoran angekommen begab er sich sofort an`s Krankenbett von Fleur und verlies es nur kurz um Rafael beim angriff auf Rahal zuhelfen. Als dieser siegreich vorbei war, begab er sich wieder an die seite seiner Tochter und verweilte dort.
Antworten