Gerimor-Kurier Ausgabe 10
200 Tote – das ist das vorläufige Endergebnis des letzten heimtückischen Angriffs. Die niedere Brut des Cirmias hat gewütet. Jene entstellten verbuckelten, widerlichen Gestalten. die vor Haaren, Klauen und anderen unästhetischen Unebenheiten nur so strotzen, haben erbarmungslos zugeschlagen. Die Mine in Adoran wurde Opfer und mit ihr zahlreiche hart arbeitende Menschen. Bisher weiß man noch nichts über die Motivation dieser grauenhaften Kreaturen, welche dem fauligen Atem einer furunkelträchtigen Hexe entstammen könnten. Das Regiment hüllt sich in Schweigen, ließ aber dem Kurier gegenüber verlauten: „Zwerge sind so abstoßend dämlich, wir schließen eine politisch motivierte Tat aus!“
Was bleibt ist die pure Spekulation. Einige Bergarbeiter berichten von Zwergen die mit Beilen auf die Stützpfeiler los gingen und lallend verkündeten: „Stirb Baum! Du Elfenschwein!“- eben jenes Verhalten passt sehr gut zu den Taten der Zwerge in der jüngsten Vergangenheit. So betrachtete man sie zu oft wie sie ganze Waldflächen kahl schlugen, und ganze Tierrudel zusammen trieben um sie auszurotten. - Bald werden wir einen Beobachter in die unterirdische Zwergengrotte, die sie so fehlgeleitet „Stadt“ nennen, entsenden.
Wein? Schnaps? Bier? Alles zusammen im Eimer? Kein Problem, wir erfüllen auch die edelsten Wünsche unserer Kundschaft. Das goldene Lamm zu Berchgard lädt sie herzlichst ein zum großen Spätsommergelage. Da wir aber unseren Kunden es nicht zumuten wollen sich Termine zu merken veranstalten wir es jeden Tag, den ganzen Tag!
Alexyos Rachus, jener Vollzeitpsychopath, welcher einmal im Blutrausch nur durch eine Frontalsalve von einem Kriegsschiff zu stoppen schien, ist tot. Das letzte mal wurde er in Bajard gesichtet als ein Pulk düsterer Kuttenträger Rahals ihn stellten und entführten. Da Rahal weder in Flammen steht und aus den tiefen Kerkern nicht die Todesschreie der Wachen gellend an die Oberfläche dringen, muss der unwahrscheinliche Fall eingetreten sein: Er ist tot. Die Welt ist von einem armen Irren mehr befreit, kann aber nicht aufatmen da noch immer Gerard de Fouquet am Leben ist.
Rauschkraut ist ab sofort im Reich verboten. Konrad C.D. vom Greifenhain erklärte am frühen Abend in Adoran vor einer überschaubaren Schar Adliger: „Wenn ich mir nichtmal Personal leisten kann, so sollen alle anderen auch keine Freude mehr im Leben haben!“ - Direkt danach gab der gebeutelte 92-jährige die Verlobung seiner Tochter mit dem im Pöbel beliebten Rafael von Arganta bekannt. Er endete mit den Worten: „Möge diese Ehe fruchtbar sein und mögen sie mir wertvolle Erben schenken!“
Sofort wurde in den Reihen der Soldaten die Hoffnung laut, dass das Lotterleben des Sire ein Ende habe und die Peitschen schwingende Furie (die Tochter des Grafen, Josephine Isolde von Liliensee) zur Raison gebracht werden könnte, wenn sie nicht im Kindbett sterbe wie schon die 13 vorherigen Frauen des Sire.
PS.: ein besonderen Dank ergeht diesmal an die Dame in Rot, welche uns so freigiebig mit Papier versorgte.