[Foren-RP] Ein neuer Weg mit der Legion

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Deso OConner

[Foren-RP] Ein neuer Weg mit der Legion

Beitrag von Deso OConner »

Ein sternenklarer Himmel, es ist Nacht, und man mag auf eine Anhöhe blicken und von weitem einen Reiter erkennen, dessen Haar wohl beim Ritt weht. Er kommt immer näher und man wird sehen das er absteigt und auf einem Stein platz nimmt und gen des Himmelsfirmament blicken wird.

Deso OConner mittlerweile schon 36 Jahre alt, hatte viele Schlachtfelder gesehen, viele Kriege geführt viel Blut und viel Tod gesehen, man mag sioch fragen warum gerade er jetzt erneut etwas beginnt was sicherlich zu Konflikten führen wird. Es ist sichtlich einfach.

Das Leid das er mitansehen musste in Gerimor, ausgelöst durch die Stellvertretenden Scharmützel der großen Reiche, auf dem Rücken der einfachen, freien Bürger, das konnte er nicht länger mit ansehen. Diesmal musste er handeln und dafür sorgen das es zu so etwas nicht mehr kommen mag.

Mag mag sehen das er seine Klinge zieht sie vor sich platziert und sie ansieht, die Klinge die schon soviel Blut sah, und in Zukunft wohl nciht die Chance erhält sich zu reinigen, nicht bevor nicht Desos großes Ziel erreicht worden ist, die Reiche dazu zu bringen nciht mehr die Freiheit und Neutralität anderer einzuschränken.

Die Legion ist die möglichkeit eine Armee aufzustellen welche in der Lage ist, auch wenn es durch Kampf sein muss, schafft diese Leute zu schützen auf dessen Rücken jene Konflikte stetig ausgefochten werden.

Wieder einmal wird Deso beweisen müssen das er in der Lage ist Mannen in eine Schlacht führen zu können, sie in einem Kampf zu führen und sie zum Sieg zu bringen. Er würde nicht mehr seine Klinge niederlegen wie damals in Alastir als seine Verwandten von seinen Feinden an ddas Schlachtfeld geführt werden. Er würde kämpfen auch wenn es heisst zu fallen.

Er würde seine Mannen ausbilden, nocheinmal eine Armee aufstellen, und jene würde er eines Tages in die große Schlacht führen welche entscheidet ob die Ziele von Deso die Ziele der Legion erfüllt werden. Sie werden Seite an Seite kämpfen, Mann um Mann.

Man mag erkennen das Deso sein Schwert wieder scheidet sich wieder auf sein Ross schwingt, und langsam den Hügel hinab reitet.
Aviva Sol

Beitrag von Aviva Sol »

Es war Zeit, dass sie die Erlebnisse der letzten Tage ein wenig in einen Kontext brachte. Sie hatte sich einer militärischen Gruppierung angeschlossen, deren Ziele sie vom Gefühl her durchaus unterstützte. Sie hatte nunmal eine militärische Ausbildung erhalten, auch wenn sie bisher verschwiegen hatte, dass dieser Zeitpunkt ein ganze Jahrzehnt her ist und seitdem viel Geschehen ist. Ihre Ausbildung hat nur 1 Jahr umfasst, ein Jahr in dem sie zwar viel gelernt hatte und sich durchaus auch ncoh an die Inhalte erinnerte, doch hatte die Nachfolgende Zeit bleibendere Eindrücke hinterlassen.

Nachdenklich liess sie sich auf der Bank in Bajard nieder und krempelte den rechten Ärmel ihres Hemdes ein Stück hoch. Ihr Blick wurde bitter, als er auf die haarfeinen Narben traf die sich den Arm hinaufzogen. Zwar schmerzten sie schon lange nicht mehr, aber sie konnte auch nicht vergessen was passiert ist, und warum es soweit kam.

Sie hatte vor knapp 4 Jahren den Entschluss gefasst nie wieder jemanden leichtsinnig Vertrauen zu schenken. Die Narben erinnerten sie jederzeit an ihren Entschluss und die Gründe dafür. Auch wenn sie nur die an ihrem Arm sah, wusste sie doch, dass sie sich komplett über ihren Oberkörper, Beine und Arme zogen. Glücklicherweise waren Hände und Gesicht verschont geblieben. So, kam kaum jemals jemand in die Verlegenheit diese Entstellungen zu sehen. Sie musste nur auf ihre Kleidung achten.

Ihre Gedanken glitten wieder zu der Gruppierung. War es eine Dummheit sich dem anzuschließen? Sie mochte es nicht, nach der Pfeiffe anderer zu tanzen, auch wenn sie wusste, dass ihr als Soldat, wollte sie ihre Arbeit gut machen, nichts anderes übrig blieb. Sie erinnerte sich an die Verhaltensregeln. Mut. Disziplin. Loyalität. Stärke.
Konnte sie das aufbringen? Oder besser gesagt, war es ihr wert sich darauf einzulassen und zuzulassen, dass sie erneut nur Enttäuschungen empfingen.

Die Menschen waren doch alle gleich strukturiert, sie setzten sich nur dann für einen ein, wenn man die gleichen Ziele verfolgte. Querdenker waren in Gemeinschaften unerwünscht. Und nur so langen geduldet, wie sie für die Ziele nützlich waren. Sie sollte herausfinden, an was für Leute sie geraten war.

Von Tharek und Deso hatte sie ein erstes Bild erhalten. Die nächste zeit würde zeigen, ob sie wieder sang und klanglos verschwand oder sich mit ganzem Herzen der gemeinsamen Sache stellte. Ein kurzes Grinsen huschte über ihre Gesichtszüge ... wahrscheinlich würde sie sich viel Ärger einhandeln, bis sie herausfinden konnte, was sie von der Legion halten konnte.
Tharek Corvinus

Beitrag von Tharek Corvinus »

*Nachdenklich blickte Tharek auf die Angel in seiner Hand. Für eine ganze Weile sass er so da, sich kein Millimeter rührend.

Sehr wohl hatte er in den letzten Tagen viel gelacht und sich auch das eine oder andere mal zum Narren gemacht. Er konnte auch anders. Natürlich konnte er das. Dumm war er keineswegs, auch wenn er sich gern etwas dummer stellt, als er eigentlich ist. Lernte er doch bereits im Kindesalter die Missgunst und Neid der Menschen am eigenen Leibe kennen…*


„… Die Legion… Hmmm…“

*murmelte er leise vor sich hin. Wie seltsam es doch manchmal im Leben war. Vor zwei Wochen noch, war er bereits sein ganzes Leben für das Königreich Alumenas zu geben. Und heute? Heute zweifelte er je länger denn mehr an jenem Reich. Vieles lernte er in den letzten Tagen hinzu, was ihm vorher nicht bewusst war und was er auch vorher nicht überlegte.

Aber die Legion… ? Noch immer sprach er dabei im selben Atemzuge von etwas Kurzzeitiges, doch wusste er selbst nur zu gut, dass es wohl nicht so kurzfristig sei wie er immer sagte. Sie kämpften für einen guten Zweck, das war sicher. Und die Mittel? Nun, diese waren wohl auch die rechten. Und die Leute erst…

Deso OConner betrachtete er mit grossem Respekt. Er war sehr wohl ein fähiger Mann und auch ein guter Anführer wie es ihm schien. Unter seinem Kommando, so war er sich sicher, würden sie nicht ins offene Messer rennen, wie es bei manch einem Anderen der Fall ist.
Und Offizier Mandark? Na ja, etwas komisch war er ja schon. Das musste Tharek eingestehen, doch schien er zu wissen, wovon er sprach und – in dem Punkt war er sich einig – Disziplin musste nun mal sein. Das hatte seinen Grund und war auch gut so. Schliesslicht würde man einen Haufen irgendwie daherlaufenden, irgendwie gekleideter und palavernde Truppe niemals so respektvoll und ehrfürchtig betrachten als wie man es tut, wenn ein Soldatentrupp durch die Strassen zieht. Es machte einfach den besseren Eindruck.
Anna Savior konnte er nicht einschätzen. Wohl war ihr das militärische fremd, doch war sie ja auch Schneiderin, da war das natürlich was ganz anderes.
An Gor Montego konnte er sich auch noch erinnern. Jener schien ihm freundlich und wohl doch nicht ganz so Militärisch streng zu sein. Waffenkunde würde er lehren. Na, da war es ja mal gespannt drauf, was er da denn lernen würde. Sicherlich konnte ihm der hinkende Schmied einiges beibringen… Hmm… Weshalb dieser wohl hinkte…?
Da war auch noch Gregor Dagonare. Nur kurz konnte er ihn treffen, doch schien er ihm ein Erfahrener und Tapferer Krieger zu sein. Gut, mit ihm auf derselben Seite zu stehen. Dies, so dachte sich Tharek würde sich sehr wohl noch auszahlen.

Kurz schweiften seine Gedanken ab. Keineswegs war er ein besonders geübter Kämpfer. Gern gab er vor, ein besserer Krieger zu sein als das er eigentlich war. Doch, was konnte man von ihm erwarten? Schliesslich war er selbst nie darin ausgebildet worden. Sein Vater wollte dies nicht – und das, trotzdem die Familie Corvinus seit jeher im dienste der Reichsarmee Ruhm erlangte. Nicht besonders grossen, dennoch seine Vorfahren waren Tapfer und Treu. Aber sein Vater sah das anders. Oftmals sprach er davon, dass Helden sich nur mit dem Blute unschuldiger baden. Nie hatte er verstanden, was er damit meinte. Und so, das Kämpfen verwehrt machte er sein liebstes Freizeitvergnügen – das Fischen – kurzerhand zu seinem Berufe. Viel verdiente er dabei wahrlich nicht, doch es hatte etwas Entspannendes und Beruhigendes. Und beim Fischen konnte man sehr gut nachdenken. Dabei musste er schmunzeln.

Nach einer weile schüttelte er die Gedanken von sich, ganz so, als ob er sich wieder darauf konzentrieren wolle, wen er sonst noch kennen lernte. Oh, ja! Alexander Bernau. Gern würde er noch einiges von ihm lernen. Denn, so wie es ihm schein war dieser Mann keinesfalls zufälligerweise Diplomat der Legion und er schien ihm auch überaus Weise zu sein. Ja, dessen war er sich sicher, mit diesem Manne, würde er sich noch öfter Unterhalten. Und wer weiss, vielleicht würde er ihm ja eines Tages zeigen, dass er keinesfalls der Einfältige Dummkopf war, welcher er vorgab. Ja, womöglich…
Die letzte Person der Legion setzte er bewusst ans ende. Ein leiser Seufzer war zu hören. Er wusste wohl auch nicht so recht weshalb, aber irgendwie konnte er diese Person sehr gut leiden. Sicherlich, sie war etwas eigen. Ein wenig seltsam und reserviert. Aber, nun ja. Was sollte das schon bedeuten? Kurz musste er grinsen. Aviva Sol zu ärgern machte durchaus spass. Hatte er doch herausgefunden, wie er sie aufziehen konnte. Ja, sie schien ihm eine gute Freundin zu werden. Schliesslich kamen sie sich in der kurzen Zeit recht nahe. Sehr nahe für ihre Begriffe. Er war sich sicher, dass sie so einiges hinter sich hatte. Aber, und so hoffte er schwer, vielleicht würde sie ihm ja eines Tages genug vertrauen schenken und darüber sprechen. Er wusste wohl, dass dies – auch wenn es nicht den Anschein machte – immer weiterhalf. Er selbst hatte auch einiges auf dem Herzen, doch schmerzte es nicht mehr zu sehr… Ausser die eine Sache mit den Türen…
Ja, er würde auf Aviva acht geben und sich um sie kümmern. Sie schein dies zu benötigen, so dachte er.

Kurz stockte er. Alle diese Leute, grösstenteils immer noch Fremde für ihn waren nun seine Kameraden. Ein lustiger Haufen und irgendwie hatte er das Gefühl, dass er noch lange mit ihnen Seite an Seite für den Schutz der Bedürftigen Stehen würde. Und auf gewisse Weise waren sie ihm schon irgendwie ans Herz gewachsen.
Ein jeder von ihnen hatte wohl seine eigenen Gründe in der Legion beizutreten, doch waren es ihre Ziele und der Glaube daran dieses verwirklichen zu können, die sie zusammenschweisste.

Tharek war glücklich, die Legion gefunden zu haben und Teil davon zu sein. Auf seinen Unterricht freute er sich jetzt schon sehr.
Ja, die Legion würde schon sehr rasch von sich zu hören machen – und da war er sich sicher – zu Ruhm und Ehre finden. Schon sehr, sehr bald…*
Gor Montego

Beitrag von Gor Montego »

Selbstzweifel

Wenn der Feind vor den Toren steht,
Dann sind die Wankelmüt’gen nur verloren,
Der Kluge und Tapf’re nämlich,
Weiß um die Schatten und Gefahren,
Die Mensch und Schicksal für gewöhnlich
In Gier nach Blut und Leiden
Dem Tugendhaften offenbaren.





Heute war mir Cirmias wirklich nicht hold gewesen! Den gesamten Nachmittag und Abend hatte ich damit verbracht, die Stollen der Berchgarder Minen nach Diamant abzusuchen – und doch nur einen läppischen Brocken ergattern können. Ein gottverdammter Brocken! Nach Stunden in den dusteren Stollen, mal zugig wie Hechtsuppe, mal brütendheiß, verließ ich müde und mit Schmerzen in den Gliedern und dem Rücken Berchgard. Mein Ross ließ ich diesmal nicht galoppieren, sondern in aller Ruhe vor sich hin traben – es würde den Weg zu unserem Heim selber finden, so oft, wie es ihn bereits zurückgelegt hatte. Dort angekommen ließ ich mich wie ein nasser Sack aus dem Sattel gleiten. Himmel! Das Bein machte mir heute mehr Probleme, als sonst! Musste diese klirrende Kälte in der Nacht, wie sie zur Zeit wieder herrschte, sein… da zog und riss es nur so in und um die Narben!
Endlich war ich oben in meinem Schlafraum, konnte mich der klammen Kleidung entledigen – und, wie sehr hatte ich mich doch danach gesehnt, in die gemütlich-weichen Decken des Betts flüchten!
Wie ich dort nun lag, alle viere von mir gestreckt und halb von einer Wolldecke umhüllt, da überkam mich auf einmal, ganz plötzlich, eine melancholische Wallung. Von dem Ziehen und Zerren in den Narben und – damals Wunden, damals… abwesend fuhr ich mit den Fingern all die Narben an meinem Leib nach, die ich in diesen wilden Jahren angesammelt hatte. Alles Erinnerungsstücke ohne große Bedeutung, bis auf die breiten, auswuchernden Narbenauswüchse an meinem rechten Bein – wetterfühlig, launisch, oft schmerzhaft. Aber das war lange her, und zu Anfang schien die Dienstzeit sogar wie ein Abenteuer…

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~Ein Rückblick: Vor 28 Jahren~

“A-A-Achtung!“
Die tiefe Stimme des Fähnrichs sorgte wie von selbst dafür, dass ein straffes Recken, Verharren und Ausrichten durch unsere jungen Leiber ging. Wie ein Mann stand der gesamte Zug stramm.
Es war früh am Morgen, der Nebel lag noch in den Ebenen rund um das Kastell, in dem ich und meine Kameraden seit einem halben Jahr stationiert waren. Kastell Selheim. Das Auffangbecken für Rekruten und Söldner, Abenteurer, Glücksritter, zwangsverpflichtete Unfreie… es fanden sich die verschiedensten Sorten Mensch auf diesen vier Morgen Land, die das Kastell und das zugehörige Lagerdorf bedeckten.

Der Fähnrich, der mit der Ausbildung von mir und meinen künftigen Kameraden betraut war, hatte sich zur allgemeinen Überraschung als Einbeiniger herausgestellt. Dass er immer noch in der Armee des Reiches diente, hatte mich persönlich neugierig gemacht; schließlich war er obendrein Waffenmeister. Der Fähnrich pflegte auch an diesem Tag wie üblich die Reihen von uns Rekruten auf einem Pferd reitend zu absolvieren, um ehrlich zu sein.. wir hatten ihn noch nie zu Fuß erlebt – wie mochte er sich wohl am Boden bewegen? Lange Zeit hatten wir für solche Überlegungen ohnehin nie, der Drill war stets hart und kräftezehrend – so auch heute. Mit hölzernen Übungswaffen, die weit schwerer waren, als die metallenen Pedants, hatte die Einheit die bereits routiniert eingeübten Huten und Haue zu exerzieren. Dieses Prozedere hatten wir nun schon seit gut sechs Wochen über uns ergehen lassen und bei manch einem meiner Kameraden kam Unzufriedenheit auf: Sie fragten sich, wann sie endlich mit scharfen Klingen trainieren würden. Freilich wagte niemand von ihnen einen Einwand vor dem Waffenmeister, zumindest für einige Zeit. Natürlich konnte unser allseits geliebter Maulheld Ferom – später würde er nichtsdestotrotz ein fähiger Sarjant sein – irgendwann seine Klappe nicht mehr halten...
Rot vor Zorn und der Hitze der Mittagssonne pfefferte dieser heute kurz vor der Mittagspause seine Übungswaffe in den Sand es Exerzierplatzes und wetterte , recht leise, eigentlich zu sich selbst: „Sollen wir etwa mit Holzknüppeln wider die Feinde des Reiches ziehen?!“
Der aufmerksame und von regem Geist beseelte Fähnrich indes hatte diese beginnende Insubordination selbstverständlich ausgemacht und sein Pferd Richtung des Aufrührers in Bewegung gesetzt. „Ferom, heb dein Schwert auf.“ - Der Angesprochene hatte sich gerade erschrocken bücken wollen, um dem Wort Folge zu leisten, da besann er sich plötzlich eines besseren und streckte seinen Rücken selbstsicher durch. Oh weh! Da war es mir heiß und kalt durch den Leib gefahren. Wenn das bloß gut ginge..
„Du schätzt dich selbst so gewandt ein, um schon ein echtes Schwert zu führen, Junge?“, mir lief ein kalter Schauer bei diesen gefährlich ruhig gesprochenen Worten den Rücken hinunter – ein rascher Blick über den Platz zeigte mir, dass ich da nicht alleine stand. Die Übungen waren allethalben unterbrochen worden, eine nahezu bedrückende Stille herrschte auf dem Feld. Der hitzkäpfige Feorm brach sie, indem er die Frage des Fähnrichs bejahte und – Himmel! Hatten ihn alle guten Geister verlassen! - ihn sogar zu einem Zweikampf forderte.
„Gut denn, mein Junge, dann führe deinen Kameraden deine Künste doch einmal vor.", konstantierte der Fähnrich trocken und diejenigen unter uns, die eben noch so etwas wie Bewunderung für Feroms Mut empfunden hatten, bemitleideten ihn jetzt nur noch.
Dank dem aberwitzigen Feorm sollten wir zum ersten Mal den Fähnrich ohne sein pferd erleben: Er stieg ab und positionierte sich zum Kampf bereit wenige Schritt von Ferom entfernt. Da sein kriegsversehrtes Bein zur Hälfte nur noch aus einem Holzbein bestand, war uns allen klar, dass er sich nur schwer würde bewegen können – geschweige denn Ausweichen. Es war offensichtlich, dass dies ein ungleicher Kampf war – ich fragte mich nur.. für wen?
"Greif an - und versuch dich zu erinnern, was du gelernt hast"

Ferom stürmte auf diese Aufforderung hin auch schon siegessicher auf den Ausbilder zu – und endete in einem lauten Krachen und einem am Boden liegenden Ferom, während der Fähnrich ungerührt an haargenau derselben Position stand, wie zuvor. Das amüsierte und zugleich mitleidige Lächeln auf seinen Lippen war sein einziges Kommentar; dann wandte er sich ab und überließ es uns, sich um unseren Kameraden zu kümmern.
Als die Mittagssonne den Exzerzierplatz endgültig in einen glühenden Backofen verwandelt hatte, wurde uns die erste Pause gestattet und am Brunnen entstand beinahe ein Wettstreit um das kühle Nass. Die Verköstigung war wie üblich von eher mittelmäßiger Qualität, aber wer hatte schon hohe Ansprüche, wenn er den ganzen Tag exerziert hat?
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Ferom.. der war schon ein eiskaltr Hund gewesen. Entgegen aller Wetten, die wir im Laufe unserer Dienstzeit abgeschloßen hatten, hatte er es immer wieder geschafft, trotz halsbrecherischer Aktionen zu überleben. Zum Teufel, im Gegensatz zu mir hatte er es sogar aus den Kriegen geschafft, ohne versehrt zu werden! Harch! Das Glück war nunmal mit den Narren...

Seit vielen Jahren würde es bald wieder soweit sein, den Alltag des Exerzierplatzes mitzuerleben. Diesmal freilich nicht in der Rolle eines Feroms, sondern der eines Ausbilders – weißgott nicht zum ersten Mal. Nur dieses Mal würde es nicht für die Armee eines Landesherren sein, auch nicht für die wenigen überlebenden Kameraden von früher, sondern ein Haufen junger Männer und Frauen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Und zugleich nicht ähnlicher. Mein Schwiegersohn Deso hatte mit seinem Appell an die Tugenden alte Wunden aus der Vergangenheit aufgerissen.. war es wirklich gottgefällig, was wir nun versuchten? Verdammt, für zwei Jahrzehnte habe ich mein Dasein anderen gewidmet gehabt.. und bin doch nur als Invalide heim gekehrt - jetzt sollte es wieder mit dieser Narretei losgehen! War es nicht unmöglich, eine bessere Welt.. oder auch nur etwas mehr Gerechtigkeit zu erstreben?
Ich war mir da wahrhaftig nicht so sicher, es war ja ohnehin alles sinnlos.. nichtsdestotrotz war Deso mein Schwiegersohn und so hatte ich mich dazu entschlossen, ihm zu helfen, wo ich konnte. Familie war Familie, sie zu beschützen hatte ich mir geschworen.
Und wer weiß, vielleicht konnte ich irgendwann auch wieder an das glauben, was ich ihn dereinst selbst gelehrt hatte...
Als ich zur Schnapsflasche griff, war mir klar: Jetzt konnte ich es noch nicht..




Und ist der Feind herangekommen
Ist’s der Kluge und der Wackere,
Der izt den Waffengang beginnt
Und für die Wehrlosen streitet.
Zuletzt geändert von Gor Montego am Montag 20. Juli 2009, 19:06, insgesamt 1-mal geändert.
Aviva Sol

Beitrag von Aviva Sol »

Wollte sie sich nicht vor ein paar Tagen ein „klares“ Bild über ihre Kameraden machen? So hatte sie zumindest ihre eigenen Gedankengänge in Erinnerung. Mittlerweile hatte sie sogar ein paar mehr ihrer Kameraden kennen gelernt, allerdings weniger auf militärischer Basis. Da hielt sie sich selber auffallend zurück. So hatte sie sich einigen Kameraden gegenüber noch nicht einmal vorgestellt. Nicht gerade die gute Schule, wie sie wusste, aber sie war meistens zu dickköpfig um einen Schritt auf andere zuzumachen, auch wenn es nun Soldaten waren mit denen sie im Ernstfall Seite an Seite kämpfen würde.

Die meisten Kontakte hatte sie mit ihren Kameraden ironischer Weise in der Taverne kennen gelernt. Sie schienen allesamt ihre Aufgaben sehr ernst zu nehmen, ernster als sie selber es bisher getan hatte. Auch konnte sie nicht gerade sagen, dass der Offizier und der Diplomat Fehlbesetzungen in ihren Ämtern waren. Das waren zwar keine Sympathiepunkte, dennoch konnte sie den beiden eine Spur Respekt entgegen bringen.

Verärgert dachte sie an den Tavernenbesuch vom Abend davor nach, schon lange hatte es keiner mehr geschafft sie so weit aus der Reserve zu locken. Doch Tharek und Alexander zeigten sich in Kombination und auch einzeln äußerst geschickt darin sie zu reizen und in die Defensive zu drängen. Sie ärgerte sich nachträglich darüber, was ihr an dem Abend rausgerutscht war. Hätte sie doch nur ihre vorlaute Klappe gehalten. Nun hatte sie den beiden ein Puzzlestück ihrer Vergangenheit geradezu vor die Füße geworfen, dass natürlich Fragen aufkommen lies und das Interesse an ihrer bisher verschwiegenen Vergangenheit nur noch mehr steigerten. Sie sollte sich langsam mal eine fingierte Geschichte zurecht legen, damit sich solch Interessierte schneller abspeisen lassen.

Trotz ihrer Verärgerung über den Ausgang diesen Abends und dem daraus folgenden angeknacksten Handgelenk – Die Holzwand hatte sich als massiver rausgestellt, als vermutet – erzählte sie am nächsten Mittag mehr von ihrer Vergangenheit. Was wollte sie dadurch erreichen? Hatte sie ernsthaft gehofft oder befürchtet, dass sich dadurch etwas anders anfühlte. War es das aufkommende Mitgefühl… Freundschaft.. oder die Mittagssonne die sie dazu brachten erneut ihr Schweigen zu brechen. Sie musste ehrlich zugeben, dass es ihr nichts geschadet hatte, offen zu reden. Und sie war sehr froh, dass Tharek sie nicht unterbrochen hatten.

Auch gestern, bei dem Vorfall mit diesen haarigen Kniebeissern hatte irgendetwas ihre Urteilskraft getrübt und sie in Rage versetzt. Es war ihr klar dass sie gegen einen derart gepanzerten und bewaffneten Zwerg mit der linkshändig geführten Waffe keinen Schaden anrichten konnte, wahrscheinlich noch nicht einmal einen Kratzer in der Rüstung. Dennoch schlug sie wie in Raserei mit der kurzen Waffe auf den Zwerg ein, als dieser die Anwesenden – Tharek und eine Bäuerin namens Emily wie sie sich später vorstellte – zu Boden schlug. Ihr Erfolg war zweifelhaft. Weder konnte sie momentan gut kämpfen, noch trug sie eine Rüstung. Die Axt striff gerade mal knapp ihren Arm, als sich schon eine blutende Fleischwunde auftat. Verdammeiltes Zwergengesocks. Der nächste Schlag des Zwerg riss sie dann endgültig benommen zu Boden.

Seit wann lies sie sich derart leichtsinnig in Rage verfallen? Die Frage konnte sie auch Stunden später – nachdem sie vom Offizier verarztet worden war und sie ihm ein Großteil ihres Arsenals an Flüchen um die Ohren geschleudert hatte – nicht zufriedenstellend beantworten. Am einfachsten würde sie es auf ihre hitzköpfige Art schieben, wie auch ihr eigentümliches Verhalten danach. Sie war eben einfach schlecht drauf gewesen. Verliebt? Pah… sowas war völlig abwegig und zudem nicht ihre Art. Sie war einfach nur wütend und verwirrt gewesen! Jawohl! So und nicht anders! An dieser Stelle ihres Gedankenganges seufzte sie lang gezogen auf und versuchte ihre aufgewühlten Gefühle einfach hinter diese gebaute Tür zu drängen und fest zu verschließen.

Klarheit wollte sie schaffen. Nochmal zurückblickend – etwas distanzierter gestand sie sich ein, dass die Legion ein recht bunter Haufen war – verschiedenste Menschen mit den eigentümlichsten Geschichten und auch wenn Aviva im Moment nicht sagen konnte, ob dieser Haufen das richtige für sie war, war sie sich doch sicher dass sie für diesen Zeitpunkt sie als ihre Kameraden ansah und auch für sie eintreten würde […]
Gregor Dagonare

Beitrag von Gregor Dagonare »

Lange Zeit über fühlte er sich alleine. Es lag nicht daran, dass er keine Freunde hatte, sondern vielmehr daran, dass er ohne Arbeit war. Die Eintönigkeit, gepaart mit einem Funken Trostlosigkeit, hatte ihn dazu verleitet aus Langeweile mit dem Trinken zu beginnen. Und so dauerte es nicht lange, meist nichteinmal wenige Augenblicke, bis er die Taverne aufsuchte, sich einen Krug warmen Mets bestelllte und das sinnlose Betrinken begann. Die Krähen waren seit geraumer Zeit auseinander gegangen, die routinieren Waffengänge und Aufträge nur noch ein Abglanz dessen, was sie einst waren... Es war eigenartig, wie sich sein Leben in so kurzer Zeit so stark verändern konnte.
Einst Kerkermeister, nun alkoholabhängig. Er fühlte sich lediglich mies, mehr nicht. Es gab kein Wort, dass seine derzeitige Situation besser beschreiben konnte! Wo er doch stets darum bemüht war authoritär und diszipliniert zu wirken... Ein Häufchen Elend, mehr war er nicht.

Eines Nachts, seine Kehle schrie erneut nach dem süffisanten Gesöff, suchte er erneut die Taverne auf. Doch bereits am Eingan stockte sein Bewegungsdrang, als er die gedämpften Stimmen vernahm, die aus dem Inneren der Taverne zu kommen schienen. "Hast du von der Legion Gerimors gehört?", schallte eine tiefe Stimme, worauf eine weibliche Stimme antwortete: "Eine Legion? Meinst du soetwas, wie ein Heer?" Ein kurzer Moment der Stille verstich.
"Natürlich ein Heer! Für die Freiheit sollen sie kämpfen!"

"Wie soll ich denn das verstehen?"

"Na für die Freiheit! Menschen, die in Gefangenschaft und Unterdrückung leben. Die Freiheit, verstehst du?"

"Mhm..."


Erneut kehrte Stille ein, die Gregor dazu verleitete seinen Gedanken nachzugehen, denn das Wort
Freiheit war ihm bisher kein Begriff gewesen. Er hatte nie welche besessen. Bereits seit Kindesbeinen auf war sein Leben stets durch Andere, und nicht durch seiner selbst, bestimmt worden.
Er hatte nie eine Entscheidung fällen müssen, stets wurde ihm diese Aufgabe abgenommen.
Das Handwerk ausüben, dass er sich als kleiner Junge gewünscht hatte? Fehlanzeige!
Sein Vater, welcher ebenso ein Krieger gewesen ist, hatte darauf bestanden, dass sein Sohn den
Weg eines Waffenmeisters beschreitet.
Und auf diesem Pfand existierte soetwas wie ein "freier Wille" nicht.

"Ein Heer...?", zeriss es seine Gedanken. Er versuchte seine Gedanken zu sammeln, doch das Wort wollte nicht aus seinem Kopf. Ob sein Gedankengang positiver oder negativer Natur war? Er wusste es nicht, doch schien ihn die Aussicht, erneut einen militarischen Zweig zu beschreiten, zu fesseln, so
wie er im Kerker der Krähen üblicherweise die Gefangenen an die Wand aufknüpfte.

"Glaubst du, die Legion sucht noch Mannen?", erklang erneut die weibliche Stimme.

"Jedes Heer benötigt doch starke Männer und Frauen, die sich darauf verstehen eine Waffe zu führen! Ohne gute Krieger und Schützen ist doch ein Heer nutzlos!", antwortete die tiefe Stimme ein wenig verärgert.

"Ein Heer...Das Krieger sucht...", erschallte es erneut zwischen seinen Schädelwänden, "Das ist es!"

Ein Funke Hoffnung, der Funke, der die Macht besaß, ihn aus der Lethargie zu reissen! Er musste die Legion aufsuchen! Ihm blieb nichts anderes üblich, sonst würde er wohl eines Tages auf Grund des Alkoholes das Zeitliche segnen. Auf seinen Stiefelabsätzen wandte er sich um und seine Schritte flogen förmlich über den Trampelpfad, so schnell lief er. Raus aus Bajard...Raus aus dem Netz des Trinkens und der Werlosigkeit, das er sich selbst gesponnen hatte. Er musste sie finden!

Es dauerte einige Zeit, doch hatte er den Standort herausgefunden, sodass er keinen Moment zögerte und diesen aufsuchte. Es handelte sich hierbei um ein schlichtes Haus, nicht gerade das, was er erwartet hatte, doch der Gedanke an eine weitere, neue und vielleicht anhaltende Militärlaufbahn trieb ihn an die Kordel der Glocke zu ziehen. Warten....Verdammt, wieso musste er auch ungeduldig sein? Schritte aus dem Inneren erklangen, ehe die Tür geöffnet wurde und Deso ihn bat einzutreten... Ein wenig Unwohlsein beschlich ihn, doch lies er sich nichts anmerken.

"Ist hier der Sitz der Legion Gerimors?", brachte er gepresst hervor und wurde sogleich gebeten einzutreten. Ein formelles Gespräch entstand, dessen Ende in der Aufnahme endete, was die Hoffnung, die er zuvor wurde bestätigt und er bekleidete seit jenem Tag den Posten eines Infanteristen... Kein hoher Posten, für seinen Geschmack, doch würde er sich hocharbeiten, dessen war er sich sicher!
Er würde sein Bestes geben und beweisen, dass er durchaus in der Lage war, zu Handeln und Kämpfen, wie es zur Zeit der Krähen der Fall war.
Tharek Corvinus

Beitrag von Tharek Corvinus »

*In der einen Hand eine Fischstulle, in der anderen sein Unterrichtsbuch sass Tharek diesen Morgen auf der Waldlichtung. Unter ihm sein Umhang ausgebreitet genoss er für einen Moment die Ruhe von all dem Salutieren, Patrouillieren und Stramm stehen.
Schon einige Seiten hatten sich nach dem kurzen Unterricht gefüllt, und diese las er immer wieder durch, so er die Gelegenheit dazu fand. Ja, er wollte als Bester abschliessen und bald auch so viel wissen wie Aviva und Toral.
Zumindest gab er sich besonders viel mühe. Nicht oft hatte er während des Unterrichts von seinem Buch hochgeschaut, war er doch sehr bedacht bloss nichts auszulassen. Leise gähnte er vor sich hin. Gestern Nacht hatte er kein Auge zugemacht.

Als er daran dachte überflog ihn kurz ein ungutes Gefühl. Doch rasch wandte er sich wieder seinem Buch zu. Schliesslich war er im Dienst und wollte sich als guter Soldat hervorheben.

Vielleicht sollte er einmal ein Gespräch mit dem Offizier führen? Schliesslich fühlte er sich etwas zurück im Vergleich mit Aviva und Toral. Aber war das denn auch nicht ganz normal?
Dennoch, er wollte – nein er musste sein bestes geben und immer Pünktlich, immer Ordentlich und immer mit grösster Disziplin seinen Unterricht beenden. Egal was kommen möge, er wusste, dass dies ein Teil seiner Bestimmung war. Weshalb konnte er nicht genau sagen, doch er wusste, dass dem so war. Jetzt sich bloss nicht mit anderen Dingen ablenken lassen…!*
Aviva Sol

Beitrag von Aviva Sol »

Verärgert starrte sie die Decke über sich an. Es hatte sich mal wieder gerächt. Sie hatte jemanden Vertrauen geschenkt, und er trat es mit Füßen. Doch erneut würde sie sich nicht auf diesen Humbug von Vertrauen und Freundschaft einlassen. Und wenn sie alle für gänzlich bekloppt hielten, es sollte ihr egal sein. So etwas wie an diesem Abend wollte sie nicht noch mal erleben.

Doch was bedeutete dass für sie in der Legion? Sie wollte diesem Ziel schon weiter nachgehen, auch wenn es ihr nun um so schwerer fallen würde. Doch wahrscheinlich würde sich kaum wer wundern, wenn sie noch eigentümlicher werden würde.

Die Patrouillen konnte sie auch machen ohne dass ihr die anderen über den Weg liefen. Und wenn sie achtgab, würde sie ihre Kameraden in nächster Zeit weniger zu Gesicht bekommen. Die Taverne sollte sie dazu umgehen, die Herberge und den Hauptweg zum Haus des Offiziers. Das ist zwar keine gute Lösung, doch es sollte gehen, bis sie ihre Wut vergraben hatte und nicht drohte bei der ersten Kleinigkeit handgreiflich zu werden.
Aviva Sol

Beitrag von Aviva Sol »

Schnaufend versuchte sie sich wieder aufzurichten, doch sie rutschte mit den Händen auf dem matschigen Untergrund aus, und landete wieder mit der der kompletten Frontfläche auf der durchnässten Rasenfläche. Sie versuchte krampfhaft kein allzu jämmerliches Bild abzugeben, doch so wie sie damit zu kämpfen hatte, noch einen weiteren Liegestütz zu machen, wird ihr das wohl kaum gelingen.

<<Erinnert ihr euch nun, wie eine korrekte Begrüßung auszusehen hat? >>

Die Stimme des Feldherrn klang grob und gereizt. Nicht ganz zu unrecht, wie jeder Beobachter hätte feststellen können. Die sture Schützin, die sich gerade damit abmühte den x-ten Liegestütz zu machen, weigerte sich beharrlich die formelle Begrüßung, die aus Salut und korrekter Ansprache bestand durchzuführen. Jedem ihrer Kameraden und auch den Vorgesetzten war wohl klar, dass man etwas so einfaches nicht vergessen konnte, und die Schützin nur die Geduld des Feldherren zum zerreißen überspannen wollte. „Überspann den Bogen nicht, junge Dame“, pflegte schon ihr vormaliger Ausbilder sie immer wieder zu ermahnen.

<<Sol, ihr werdet solange weitermachen, bis ich die richtige Antwort höre. Soldat, holt einen schweren-mittelgroßen Stein. >>

Was er mit einem Stein vorhatte, konnte sich die sture Schützin beinahe denken, doch sie biss die Zähne zusammen und machte 2 erneute Liegestütze, eh sie ermattet ins Gras zurück fiel. Sie spürte, wie ihr ein Gewicht auf dem Rücken abgelegt wurde, und stöhnte leise auf. Warum konnte sie auch nie ihre vorlaute Klappe im Zaum halten? Was wollte sie ihren Kameraden und dem Feldherren beweisen? Etwa, wer den dickeren Sturkopf hatte? Dazu war sie eindeutig in der schlechteren Position.

<< Sol, ihr hattet nicht den Befehl aufzuhören. WEITERMACHEN.>>

Da war es wieder, dieses verhängnisvolle Wort, was ihr immer wieder die feinen Nackenhärchen zu Berge stehen lies. „Befehl“ – ein Leben lang hatte sie die Befehle anderer befolgt, und es hatte weder zum Kampfessieg geführt, noch konnte es vor Verrat schützen. Doch war sie – durchnässt und offensichtlich am Boden – nicht in der rechten Lage ihren Standpunkt zu vertreten. Vor allem hatte sie keine Lust ihre Beweggründe zu erklären, sollen sie doch denken, was sie wollten. Zähneknirschend stand sie auf, und die Bücher fielen zur Seite ins Gras. Ihre Mimik war verbissen und in ihrem Blick lag noch immer großer Unwille als sie letztendlich die Hand zum Salut hob und dann mit etwas betretener Mine wieder sinken lies. Solle er seinen Triumph auskosten. Diesen Kampf mag sie verloren haben, doch die Schlacht war noch nicht entschieden.

…Du bist ein unverbesserlicher Dickkopf, Aviva Sol. Wieso kannst du nicht das machen, was man von dir verlangt, es wird dich schon nicht umbringen. Du weißt, dass du den ganzen Mist aus dem Effeff beherrschst. Also spring über deinen Schatten und vergiss deinen falschen Stolz…

Das was man gemeinhin als Gewissen bezeichnete, nagte an der Frau und ihrer Einstellung, doch wenn man den Kampf der nun in ihr tobte mit einfachen Bildern versinnbildlichen würde, könnte man ein Gewissen – beschleunigt durch einen gepfefferten Tritt durch die Gegend segeln sehen.

Zähneknirschend fügte sie sich den weiteren Befehlen, sie war zu erschöpft um sich weiter aufzulehnen, doch aufgegeben hatte sie ihren eigentümlichen Kampf noch nicht.
Man konnte nicht sagen, dass sie völlig gedankenlos handelte, auch wenn sie meist erst handelte und dann nachdachte, schaffte sie es noch immer ein Fazit ihrer Handlungen zu sehen und gegebenenfalls einzugestehen, dass sie Fehler gemacht hatte. Das hang zwar meist von verschiedenen Faktoren ab, und damit war nicht mal ihre persönliche Tagesform gemeint, sondern wem gegenüber sie sich zu entschuldigen hatte. Je weniger Respekt sie für jemanden empfand,, desto schwerer fiel es ihr und sie ging wieder in ihr Rüpelhaftes Verhalten über. Nur leider gehörte Aviva zu den Menschen, die keinen Respekt zu verschenken hatte. Entweder man verdiente sich ihn, oder musste mit ihrer Nichtachtung leben. Respekt auf Grund eines Ranges? Oder gewonnener Schlachten? Das konnte, oder besser gesagt wollte sie nicht aufbringen.

Nach Wochen des Dienstes, hatte sie ein gewisses Bild ihrer Kameraden. Dem einen konnte sie mehr Respekt entgegen bringen, dem anderen weniger. Doch welches Bild sie abgab, darüber hatte sie sich noch keine tiefgreifenden Gedanken gemacht. Warum auch, nach außen hin, war ihr ja alles egal. Das letzte Gespräch mit Bravan hatte sie jedoch zum Denken angeregt, dass ihr eingeschlagenen Weg, wohl doch nicht so optimal war, wie sie bisher angenommen hatte. Bestenfalls suboptimal… es stand noch ein langer Weg vor ihr, und sie sollte langsam einmal wissen, was sie will, und wie sie es erreichen will. Gemeinsam mit der Legion, ihren Kameraden.
Aviva Sol

Beitrag von Aviva Sol »

Es war ein schwerer Gang gewesen. Das hätte sich Aviva im Vornerein gar nicht so schwer vorgestellt. Doch, als sie zu dritt zu Deso gingen, kam ihr der Austritt aus der Legion doch wie Verrat vor. Allerdings hatte Deso zum Eintritt versichert, dass einem der Weg zurück jederzeit offen steht. Dennoch viel es ihr schwerer denn je mit ausdrucksloser Mimik im Hintergrund zu stehen und die anderen einfach reden zu lassen. Sonst hatte sie ja eher weniger Probleme damit, einfach Kommentare in eine Diskussion mit hinein zu werfen. Doch diesmal erschienen ihr jedes Kommentar als unpassend. So ließ sie Bravan reden und schaffte es sogar fast die ganze Zeit ruhig zu bleiben. Die Einschätzung von Desos Verhalten viel ihr nach wie vor schwer. Auf der einen Seite war er ein durchaus strenger Feldherr, auf der anderen Seite schaffte er es nicht seine Leute beisammen zu halten und seine Entscheidungen glaubhaft durchzusetzen.

Trotzdem sie zu dem gleichen Schluss gekommen war, wie viele andere ihrer Kameraden, bereute sie es nicht in die Legion eingetreten zu sein. Sie hatte sich selber seitdem viel verändert. Wäre dem nicht so gewesen, wäre sie wohl an diesem Tage aus Gerimor verschwunden und wäre weiter gezogene, bis sie sich wieder für einige Zeit einer Gruppe angeschlossen hätte. Doch hier war es fast allen Kameraden gelungen, dass sie Freundschaft ihnen gegenüber und/oder Respekt empfand. Die, bei denen das gar nicht der Fall war, hatte sie nur einmal oder nie zu Gesicht bekommen.

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Bravan, 1. Offizier der Legion und später Hauptmann. Er war wohl derjenige, vor dem Aviva am schnellsten so etwas wie Respekt empfand, ohne dass zuvor eine Freundschaft aufgebaut wurde. Sein Einsatz für die Kameraden und seine Sorge um das Wohlergehen hatten Eindruck bei ihr hinterlassen. Auch wenn sie ihn, als er ihre Wunde am Arm vernähte am liebsten zum Teufel geschickt hätte. Mit allerlei Flüchen hatte sie ihn bedeckt, doch er nahm ihre verbalen Fehltreten mit stoischer Ruhe hin und versorgte die Wunde weiter. Sie konnte sich recht bald ein Bild machen, wie weit man ihn reizen durfte, und ab wann es besser war die Klappe zu halten. Darin äußerte sich wohl zuerst, dass sie Respekt empfand – sie verspürte kein Verlangen danach diese Grenze zu überschreiten. Im Laufe der Zeit bei der Legion fühlte sie sich in ihrem Bild dann auch bestätigt. Er leitete die Legion mit mehr Talent und Führungskraft als der restliche „Stab“ zusammen.

Aus diesem Grund viel es ihr auch nicht schwer ihm die Zusicherung zu geben, im Zweifel an seiner Seite zu stehen. Dass der Zweifel nun so aussah, dass man kollektiv austrat war zwar ein wenig überraschend, bei genauer Betrachtung aber das logische Ziel des Weges.



Auch Toral war an diesem Abend mit dabei. Ihm konnte man seine Gefühle deutlich ansehen. Er war enttäuscht und wütend über die Reaktion Desos und hielt sich auch nicht zurück diesen Gefühlen Luft zu machen. Nachvollziehbar – durchaus. Sie konnte ihn noch schwerer einschätzen als seinen Bruder. Aviva hatte ihn als gleichrangigen Kameraden mehr geachtet, als als Hauptmann und später Oberleutnant der Legion. Sie schaffte es für sich selber auch nie wirklich in ihm einen Vorgesetzten zu sehen. Und das merkte er in ihrem Verhalten wohl auch. Anfangs schien er mehr um Freundschaft bemüht zu sein. Doch dann hat ihn wohl ihre doch recht eigenartigen Art abgeschreckt. Die meisten Gespräche verliefen – so sie nicht im Dienst waren auf einer recht oberflächigen Art. Doch nun, nachdem sie ihn nicht mehr als Vorgesetzten betrachten musste, würde sich dieser Eindruck wohl ändern. Die Tavernenabende wo er mit dabei war, waren ja meistens sehr unterhaltsam – auch wenn man das an Avivas Verhalten wohl kaum ablesen konnte.



Liam begegnete sie am Tage nach dem Austritt in der Bank von Bajard. Er schien enttäuscht darüber zu sein, dass er am Tag zuvor nicht mit dabei gewesen war, um Desos Reaktion zu beobachten. Sie war doch ein wenig erstaunt, dass er den Verbleib der Legion genauso sah, wie die anderen auch. Bisher hatte sie ihn nun als vorlauten Quatschkopf eingestuft, der gerne sein Glück herausforderte. Doch schien sie dieser Eindruck ein wenig getäuscht zu haben. Er machte sich mehr Gedanken um die Gilde, als sie ihm zugetraut hatte. Die Begegnung von Aviva und Liam verlief von Anfang an nicht ganz glücklich. Seitdem waren sie eigentlich jedes Mal daran gewesen sich gegenseitig aufzuziehen und zu provozieren. Sie konnte nicht abstreiten, dass sie kein Spaß daran hatte ihn zu provozieren, oder sie vorhatte das zu ändern, dennoch wurde sie ihm gegenüber etwas freundlicher und lies es zu, dass er nicht nur ihre schroffe Art kennen lernte. Wenn man Respekt vor Unsinn haben konnte, so war es wohl das, was Aviva an ihm mochte – seinen Hang zum kompromisslosen Chaos. Er lockerte die Stimmung immer wieder in irgendeiner Form auf.



Alexander traf sie erst einige Tage später in der Taverne wieder. Er war äußerst schwer einzuordnen und Aviva hatte sich für ‚gefährlich‘ entschieden. Er schaffte es geradezu meisterlich ihre Art zu durchleuchten und sie verbal dermaßen in die Enge zu treiben, dass sie am liebsten davon laufen würde. Zugegen mochte sie die verbalen Duelle bis zu einem gewissen Punkt – bis zu dem Punkt an dem sich das Blatt wendete und ihr einfach keine Erwiderungen einfielen. Seine Begründung die Legion zu verlassen, ähnelte der der anderen. Auch wenn er, wo alle anderen schon gefrustet über die Lage waren noch vieles gutgesprochen hatte. Als Kamerad hatte Aviva ihn nie wirklich angesehen. In der Legion traf sie ihn selten, wenn dann am Abend in der Taverne. Von daher ging sie nicht davon aus, dass der Austritt aus der Legion daran etwas ändern wird. Sie freute sich aber schon darauf, wenn sie es mal schaffte, ihn verbal in eine Ecke zu drängen.



Dann war da noch Radolf, mit dem sie in der Legion einiges zu tun hatte. Schon bei ihrem ersten Zusammentreffen stellte er sich als Kameradenschwein heraus. Und später fand Aviva noch genügend Grund ihn von ganzem Herzen zu verachten. Er ging ihr einfach nach Strich und Faden auf die Nerven. Diese Situation änderte sich auch nicht wirklich, als Aviva einige Hinweise in seinem Verhalten und ein kleines Holzmedaillon mit einem eingeprägten Tigerkopf bei ihm fand. Eigentlich wurde es nur komplizierter, als sie die Anzeichen richtig zusammen reimte. Einen endgültigen Hinweis konnten aber wohl nur ihre Eltern geben, bis dahin wollte sie das Herausgefunden einfach mal so hinnehmen. Verwandte konnte man sich ja bekanntlich nicht aussuchen, und erst recht keinen nervigen älteren Bruder. Es war eine vertrackte Situation, zwar konnte sie ihn nicht wirklich leiden, dennoch wollte sie vermeiden, dass er verletzt wurde, beziehungsweise seine Wunden nur halbherzig versorgte. Männer hatte ein Talent dazu Krankheit und Verletzungen ins harmlose zu reden. Ob die beiden sich trotzt ihrer entdeckten Verwandtschaft irgendwann wirklich leiden konnten, war jedoch fraglich. Sie würde sich aber die Worte von Bravan zu Herzen nehmen und sich nach außen hin ein wenig zurückhalten.



Tharek war die Person, die sie in der Legion kennen lernte, von dem sie am meisten für die Zukunft abhängig machte. Ohne ihn würde sie keinen neuen Weg beschreiten. Er hatte ihr gezeigt, dass es sich lohnte Vertrauen zu Menschen zu fassen. Dass sie es wert waren, ihnen noch eine Chance zu geben – dass nicht alle danach trachteten zu verletzen und zu verraten. In der Zeit in der er auf Reisen war, fühlte sie den Rückhalt schwinden, den er ihr gegeben hatte. Sie fiel wieder in alte Verhaltensweisen zurück und wurde unfreundlicher und verschlossener. Es war erstaunlich welchen Stellenwert er in ihrem Leben eingenommen hatte, und das obwohl die beiden bei Weitem nicht immer einer Meinung waren. So war sie doch in gemeinschaftlichen Runden nach seiner Meinung meistens „un-mög-lich“. Dabei konnte er sie wie kein zweiter wieder zurück auf den Boden der Tatsachen bringen, wenn sie wieder einmal am Ausrasten war. Uns ihr taten ihre Ausrutscher danach sogar leid, das ist wohl als am Erstaunlichsten zu bemerken.
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Trotz allem war der Weg mit der Legion für sie beendet, jedoch nicht die Zeit mit den Neugewonnen Kameraden. Der Weg fing gerade erst an.!
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