Ich packe meinen Koffer und nehme mit...
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Luca
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Welche von ihnen er am liebsten küssen würde??
„Sag schon. Wenn du wählen müsstest!“ Skeptisch lauernd musterte er die Fragestellerin. Bo konnte ein Lied davon singen, was passierte, wenn man sich auf solche Fragen einließ... Allerdings sah sie ihn bislang nur aus großen hoffnungsvollen Augen an. Und solange die drei ihn für wichtig hielten, würden sie sich auch kaum trauen, ihm die Augen auszukratzen. „Mh.“ Wieder ein kritisches Naserümpfen. „Biitte!“ „Er traut sich nicht!“ stellte die jüngere neben ihr fest „Naja, er ist eben fein...“ Unwillig blies er sich die Haare hoch. „He... ich hab vor gar nichts Angst.“ „Also?“
Immerhin war nur eine blond, da war die Entscheidung leicht. Eine Weile wanderte sein Blick noch über die drei. „Weiß nicht.“
„Du musst doch wissen, wer am besten aussieht.“ Er nickte auf die linke. „Sie. Aber sind ja auch noch andere Sachen wichtig.“ Alle drei rümpften die Nase – offenbar keine Antwort, die sie von Jungs erwartet hätten. „Was denn?“ „Na, sie könnte stinken.“ Den Gesichtern nach eindeutig zu viel Pragmatismus.
„Ich stinke nicht[/i]...“ brummte die Blonde, während die Kleine ihn gespannt im Auge behielt. „Also traust du dich? Dann mach.“ Augenrollen und Schulterzucken. Nochmal ablehnen würde ihn wohl wirklich feige aussehen lassen.
Glücklicherweise stank sie wirklich nicht und auch sonst war es weniger eklig, als er erwartet hatte. Auch nicht so toll, wie alle behaupteten.. interessant vielleicht.. und sie war hübsch, das hieß, man konnte damit angeben. Bei... stutzend bemerkte er, dass ihm auf Anhieb niemand mehr einfiel. Dafür kam ihm ein ganz anderer Gedanke, der sich unheilvoll aufblähte, als die beiden Freundinnen seiner Auserwählten das typische aufgekratzte Mädchenquietschen hören ließen, das für gewöhnlich die Freude darüber ausdrückte, etwas wirklich besonderes weitertratschen zu können.
Auch wenn Lady ihm im Moment viel zu oft die Gelegenheit nahm, sich um Ari zu kümmern - im Augenblick beruhigte es ihn reichlich, dass sie lieber im Haus zu bleiben schien.
„Besser du erzählst das erst rum, wenn wir wieder fort sind...“
„Sag schon. Wenn du wählen müsstest!“ Skeptisch lauernd musterte er die Fragestellerin. Bo konnte ein Lied davon singen, was passierte, wenn man sich auf solche Fragen einließ... Allerdings sah sie ihn bislang nur aus großen hoffnungsvollen Augen an. Und solange die drei ihn für wichtig hielten, würden sie sich auch kaum trauen, ihm die Augen auszukratzen. „Mh.“ Wieder ein kritisches Naserümpfen. „Biitte!“ „Er traut sich nicht!“ stellte die jüngere neben ihr fest „Naja, er ist eben fein...“ Unwillig blies er sich die Haare hoch. „He... ich hab vor gar nichts Angst.“ „Also?“
Immerhin war nur eine blond, da war die Entscheidung leicht. Eine Weile wanderte sein Blick noch über die drei. „Weiß nicht.“
„Du musst doch wissen, wer am besten aussieht.“ Er nickte auf die linke. „Sie. Aber sind ja auch noch andere Sachen wichtig.“ Alle drei rümpften die Nase – offenbar keine Antwort, die sie von Jungs erwartet hätten. „Was denn?“ „Na, sie könnte stinken.“ Den Gesichtern nach eindeutig zu viel Pragmatismus.
„Ich stinke nicht[/i]...“ brummte die Blonde, während die Kleine ihn gespannt im Auge behielt. „Also traust du dich? Dann mach.“ Augenrollen und Schulterzucken. Nochmal ablehnen würde ihn wohl wirklich feige aussehen lassen.
Glücklicherweise stank sie wirklich nicht und auch sonst war es weniger eklig, als er erwartet hatte. Auch nicht so toll, wie alle behaupteten.. interessant vielleicht.. und sie war hübsch, das hieß, man konnte damit angeben. Bei... stutzend bemerkte er, dass ihm auf Anhieb niemand mehr einfiel. Dafür kam ihm ein ganz anderer Gedanke, der sich unheilvoll aufblähte, als die beiden Freundinnen seiner Auserwählten das typische aufgekratzte Mädchenquietschen hören ließen, das für gewöhnlich die Freude darüber ausdrückte, etwas wirklich besonderes weitertratschen zu können.
Auch wenn Lady ihm im Moment viel zu oft die Gelegenheit nahm, sich um Ari zu kümmern - im Augenblick beruhigte es ihn reichlich, dass sie lieber im Haus zu bleiben schien.
„Besser du erzählst das erst rum, wenn wir wieder fort sind...“
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Adrian von Hohenfels
Der Drang Cyrion ein wenig zu würgen hielt sich zwar noch einige Stunden nach dem Gespräch an, dessen Sorgen verstand er allerdings schon. Nur würden diese gewiss nicht mit dunkler Kleidung aus der Welt geschafft. Die zur Schau gestellte Arglosigkeit seiner selbst schien jedenfalls abgenommen zu werden. Gut, wenn ihm seine eigenen Leibwächter dies abkauften mochte er dies noch zu verstehen. Letztlich wirklich abkaufen sollten es die Bürger. Falls sich wirklich jemand gegen sie stellte, würde diese Person sich vielleicht auf diese Weise sicherer wähnen. Offenbar vergassen alle zu gern, dass er durchaus auch noch wusste wie man ein Schwert hielt und benutzen musste. Dass selbst Darna ihm diese Arglosigkeit abkaufte amüsierte ihn allerdings ein wenig. Möglicherweise konnte er in einer ruhigen Minute mit ihr darüber sprechen. Im Augenblick war allerdings genug zu erledigen.
Eine Sichtung der Akten, sowohl der Verwaltung als auch insbesondere der Gerichtsakten stand am ersten Tage unbedingt auf dem Programm. Für Hudgarr musste es enorm interessant sein, Stunden um Stunden wie eine Statue an der Wand zu agieren, während sein Dienstherr in den aktuellsten aber auch durchaus etwas verstaubteren Akten blätterte, sich dies und jenes erklären liess, hier und dort einige Anweisungen gab und hin und wieder einige Punkte näher in Augenschein nahm um hierüber einige Fragen beantworten zu lassen. Die Bücher machten einen durchaus ordentlichst geführten Eindruck. Das ein oder andere Schriftstück wurde gar zur Unterzeichnung vorgelegt, wo er doch grad zugegen war. Er konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, als er jene sehr geflissentlich auf versteckte Gehaltserhöhungen untersuchte. Alte Angewohnheiten wurde man wohl nie los, und wer vermochte schon zu garantieren, dass hier nicht ein ebensolches Schlitzohr seine Arbeit tat.
Er war erleichtert als der Tag der etwas langweiligeren aber doch notwendigen Arbeiten seinen Abschluss fand. Schon der kommende Morgen wurde zu einigen ausgedehnten Spaziergängen benutzt. Ein Gang über den Markt, zu dem er Darna nur zu gern mitnahm, nachdem man sich am Vortag so gut wie garnicht gesehen hatte. In Begleitung Hudgarr's und Cyrion's gingen sie ihrer Wege. Er hatte kurz an Luca's Tür geklopft. Doch offensichtlich hatte jener sich schon wieder allein auf den Weg gemacht. Sie führten hier und da Gespräche mit den Bürgern, über ganz alltägliche Dinge. Allerdings suchte er auch das Interesse für deren Wünsche und Hoffnungen aufzuzeigen. Er konnte allerdings nicht wirklich erwarten, viel zu erfahren. Hin und wieder war ein Gemüt etwas offener, die meisten schienen ihn jedoch noch mit argwöhnischer Zurückhaltung zu betrachten und offenbarten sich lieber als höflich dezent. Er konnte nur hoffen, dass sie weniger Scheu zeigten, in Gesprächen mit der Familie der van Drachenfels.
Hier und dort war Getuschel zu vernehmen von einer jungen Hoheit, welcher in der Dorfjugend Küsschen verteilte. Ein sichernder Blick ging gen Darna. Es schien nicht so, als hätte sie dies gehört. Er konnte nur hoffen, dass es auch so verblieb. Mit einem leichten Schmunzeln wünschte er Luca insgeheim viel Vergnügen mit seinen "Freundinnen", solang es nicht zum Skandal aufschaukelte. Die Wege bis zur Rückkehr ins Schloss verliefen jedoch nicht gar so ereignislos wie erhofft. Irgendwo aus der Menge erscholl ein Ruf: "Weg mit den Tyrannen. Verschwindet, wir wollen und brauchen euch hier nicht!" Betretenes Schweigen entstand um sie herum, die Bürger suchten den Blick möglichst nicht auf ihn zu richten, während er den seinen schweifen liess. Doch wer immer dort so mutig war, gegen ihn zu zetern, hatte sich nicht mutig genug erwiesen, auch zu bleiben um sich einem Gespräch zu stellen. Konnte er es verdenken? Vielleicht mit etwas Glück vermochte man noch mit Menschen dieses Gemüts in Verbindung zu treten, vorzugsweise ohne irgendwelche Dolche oder Schwerter in irgendjemandes Brust. Die Zeit musste das offenbaren und er wusste selbst, dass er bei seinem ersten Besuch kaum mehr als dies erwarten konnte.
Mit nachdenklicher Miene waren sie gen Schloss zurückgekehrt und jeder von ihnen sah die Person. Direkt am Tor, ein Mann mit glitzernd silbernen Haaren, welcher sich mit den Wachen unterhielt, doch bei ihrem Herrannahen seiner Wege ging. Er konnte sehen wie Cyrion auf dem Sprung war ihn zu verfolgen. "Halt Cyrion, eine Verfolgung wäre vermutlich ohnehin sinnlos. Wenn er den Kontakt sucht, wird er auf uns zukommen." Eine kurze Befragung der Wachen, was jener Mann gewollt hat, brachte lediglich die knappe Antwort zustande, er wünsche nicht dass man über ihn rede aber er sei auch keine Gefahr. Es war unübersehbar wie in Darna, Cyrion und auch Hudgarr der Wunsch wuchs, diesen Gardisten einiges zu verdeutlichen. "Ihr meldet euch nach eurem Dienst beide bei mir." Eine kurze Anweisung an die Gardisten und ein Kopfschütteln gen Darna sowie Hudgarr und Cyrion. Diese Angelegenheit wollte er selbst klären.
Ein Arbeitszimmer stand hierfür später am Tage bereit. Als die Gardisten eintraten, wiess er Hudgarr an, vor der Tür wache zu halten. Recht schnell war jenen Gardisten sowohl verdeutlicht, dass sie ihm sehr wohl Rede und Antwort zu stehen hatten, jedoch auch, dass er Kenntniss hatte, um wen es sich bei jenem Mann vermutlich handelte. Es war kaum zu erwarten, dass dieser nochmal auf ausgerechnet jene beiden Gardisten zutrat, doch sein Wunsch mit jenem Geschöpf, dass so offensichtlich deutliches Interesse zeigte, ein persönliches Gespräch zu führen, würde in diesem Fall wohl weitergetragen werden. Es war an der Zeit das Belauern einzustellen und eine offenes Treffen zu führen.
Eine Sichtung der Akten, sowohl der Verwaltung als auch insbesondere der Gerichtsakten stand am ersten Tage unbedingt auf dem Programm. Für Hudgarr musste es enorm interessant sein, Stunden um Stunden wie eine Statue an der Wand zu agieren, während sein Dienstherr in den aktuellsten aber auch durchaus etwas verstaubteren Akten blätterte, sich dies und jenes erklären liess, hier und dort einige Anweisungen gab und hin und wieder einige Punkte näher in Augenschein nahm um hierüber einige Fragen beantworten zu lassen. Die Bücher machten einen durchaus ordentlichst geführten Eindruck. Das ein oder andere Schriftstück wurde gar zur Unterzeichnung vorgelegt, wo er doch grad zugegen war. Er konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, als er jene sehr geflissentlich auf versteckte Gehaltserhöhungen untersuchte. Alte Angewohnheiten wurde man wohl nie los, und wer vermochte schon zu garantieren, dass hier nicht ein ebensolches Schlitzohr seine Arbeit tat.
Er war erleichtert als der Tag der etwas langweiligeren aber doch notwendigen Arbeiten seinen Abschluss fand. Schon der kommende Morgen wurde zu einigen ausgedehnten Spaziergängen benutzt. Ein Gang über den Markt, zu dem er Darna nur zu gern mitnahm, nachdem man sich am Vortag so gut wie garnicht gesehen hatte. In Begleitung Hudgarr's und Cyrion's gingen sie ihrer Wege. Er hatte kurz an Luca's Tür geklopft. Doch offensichtlich hatte jener sich schon wieder allein auf den Weg gemacht. Sie führten hier und da Gespräche mit den Bürgern, über ganz alltägliche Dinge. Allerdings suchte er auch das Interesse für deren Wünsche und Hoffnungen aufzuzeigen. Er konnte allerdings nicht wirklich erwarten, viel zu erfahren. Hin und wieder war ein Gemüt etwas offener, die meisten schienen ihn jedoch noch mit argwöhnischer Zurückhaltung zu betrachten und offenbarten sich lieber als höflich dezent. Er konnte nur hoffen, dass sie weniger Scheu zeigten, in Gesprächen mit der Familie der van Drachenfels.
Hier und dort war Getuschel zu vernehmen von einer jungen Hoheit, welcher in der Dorfjugend Küsschen verteilte. Ein sichernder Blick ging gen Darna. Es schien nicht so, als hätte sie dies gehört. Er konnte nur hoffen, dass es auch so verblieb. Mit einem leichten Schmunzeln wünschte er Luca insgeheim viel Vergnügen mit seinen "Freundinnen", solang es nicht zum Skandal aufschaukelte. Die Wege bis zur Rückkehr ins Schloss verliefen jedoch nicht gar so ereignislos wie erhofft. Irgendwo aus der Menge erscholl ein Ruf: "Weg mit den Tyrannen. Verschwindet, wir wollen und brauchen euch hier nicht!" Betretenes Schweigen entstand um sie herum, die Bürger suchten den Blick möglichst nicht auf ihn zu richten, während er den seinen schweifen liess. Doch wer immer dort so mutig war, gegen ihn zu zetern, hatte sich nicht mutig genug erwiesen, auch zu bleiben um sich einem Gespräch zu stellen. Konnte er es verdenken? Vielleicht mit etwas Glück vermochte man noch mit Menschen dieses Gemüts in Verbindung zu treten, vorzugsweise ohne irgendwelche Dolche oder Schwerter in irgendjemandes Brust. Die Zeit musste das offenbaren und er wusste selbst, dass er bei seinem ersten Besuch kaum mehr als dies erwarten konnte.
Mit nachdenklicher Miene waren sie gen Schloss zurückgekehrt und jeder von ihnen sah die Person. Direkt am Tor, ein Mann mit glitzernd silbernen Haaren, welcher sich mit den Wachen unterhielt, doch bei ihrem Herrannahen seiner Wege ging. Er konnte sehen wie Cyrion auf dem Sprung war ihn zu verfolgen. "Halt Cyrion, eine Verfolgung wäre vermutlich ohnehin sinnlos. Wenn er den Kontakt sucht, wird er auf uns zukommen." Eine kurze Befragung der Wachen, was jener Mann gewollt hat, brachte lediglich die knappe Antwort zustande, er wünsche nicht dass man über ihn rede aber er sei auch keine Gefahr. Es war unübersehbar wie in Darna, Cyrion und auch Hudgarr der Wunsch wuchs, diesen Gardisten einiges zu verdeutlichen. "Ihr meldet euch nach eurem Dienst beide bei mir." Eine kurze Anweisung an die Gardisten und ein Kopfschütteln gen Darna sowie Hudgarr und Cyrion. Diese Angelegenheit wollte er selbst klären.
Ein Arbeitszimmer stand hierfür später am Tage bereit. Als die Gardisten eintraten, wiess er Hudgarr an, vor der Tür wache zu halten. Recht schnell war jenen Gardisten sowohl verdeutlicht, dass sie ihm sehr wohl Rede und Antwort zu stehen hatten, jedoch auch, dass er Kenntniss hatte, um wen es sich bei jenem Mann vermutlich handelte. Es war kaum zu erwarten, dass dieser nochmal auf ausgerechnet jene beiden Gardisten zutrat, doch sein Wunsch mit jenem Geschöpf, dass so offensichtlich deutliches Interesse zeigte, ein persönliches Gespräch zu führen, würde in diesem Fall wohl weitergetragen werden. Es war an der Zeit das Belauern einzustellen und eine offenes Treffen zu führen.
Zuletzt geändert von Adrian von Hohenfels am Freitag 25. September 2009, 13:59, insgesamt 3-mal geändert.
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Adrian von Hohenfels
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Trutta van Drachenfels
Das Kleinod bedächtig in beiden Händen halten, führte ihr Weg in den Garten. Etwas benommen suchte sie eine der Bänke auf, die der Sonne Licht und Wärme noch erreichte. Die Schachtel, trotz der glühenden Ungeduld ihr Geheimnis zu lüften, geschlossen neben sich, ließ sie die letzte Eindrücke Revue passieren.
Während des ersten Teils des Gespräches, verlies sie diese befremdliche Ahnung nicht, dass noch etwas kommen würde. Hoffendlich nicht all zu Unerfreuliches. Im Kampf sich ihre innerliche Anspannung nicht anmerken zu lassen, schweiften ihre Gedanken dennoch auf der Suche nach dem eigentlichen Grund immer wieder ab.
Nie wäre sie darauf gekommen – ein Geschenk! Die Überraschung war gelungen. Langsam, bedenkend wie sie sich am elegantesten aus der Situation hätte stehlen können, zögerte sie, die Schachtel anzunehmen. Ihr fiel nichts ein. So sollte eben geschehen. Mit den Worten: “Milady, ihr seht mich recht verlegen; war ich doch lediglich Botin, die die Gaben der großen Mutter überbracht hat” nahm sie die kostbare Aufmerksamkeit dankend an. “Das Gedicht hingegen” setzte sie nach” habe ich mit Freude und Stolz für euch und euren Gatten niedergeschrieben. So es euch gefallen hat, erfreute es mich und wäre Geschenk genug gewesen. Ich danke euch.”
Sie nahm das Kästchen und öffnete es. Voller Entzücken, das wundervolle Schmuckstück vor den Augen im sanften Licht der Abendsonne drehend, lächelte sie vor Freude. Sie legte es um, verstaute das Behältnis in Tasche und eilte ins Schloss zurück um ihren Tasche für die Krankenbesuche zu holen und ihren sonstigen Aufgaben nachzukommen. Später am Abend würde sie Akarius treffen und ihm alles berichten.
Während des ersten Teils des Gespräches, verlies sie diese befremdliche Ahnung nicht, dass noch etwas kommen würde. Hoffendlich nicht all zu Unerfreuliches. Im Kampf sich ihre innerliche Anspannung nicht anmerken zu lassen, schweiften ihre Gedanken dennoch auf der Suche nach dem eigentlichen Grund immer wieder ab.
Nie wäre sie darauf gekommen – ein Geschenk! Die Überraschung war gelungen. Langsam, bedenkend wie sie sich am elegantesten aus der Situation hätte stehlen können, zögerte sie, die Schachtel anzunehmen. Ihr fiel nichts ein. So sollte eben geschehen. Mit den Worten: “Milady, ihr seht mich recht verlegen; war ich doch lediglich Botin, die die Gaben der großen Mutter überbracht hat” nahm sie die kostbare Aufmerksamkeit dankend an. “Das Gedicht hingegen” setzte sie nach” habe ich mit Freude und Stolz für euch und euren Gatten niedergeschrieben. So es euch gefallen hat, erfreute es mich und wäre Geschenk genug gewesen. Ich danke euch.”
Sie nahm das Kästchen und öffnete es. Voller Entzücken, das wundervolle Schmuckstück vor den Augen im sanften Licht der Abendsonne drehend, lächelte sie vor Freude. Sie legte es um, verstaute das Behältnis in Tasche und eilte ins Schloss zurück um ihren Tasche für die Krankenbesuche zu holen und ihren sonstigen Aufgaben nachzukommen. Später am Abend würde sie Akarius treffen und ihm alles berichten.
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Cyrion Sha´Ar
“Weg mit dem Tyrannen. Verschwindet, wir wollen und brauchen euch hier nicht!”
Sein Blick huschte ueber die Gesichter, kaum, das die ersten Worte im gehaessigen Tone erklangen. Wer... wer war es gewesen? Er hatte die Richtung ausmachen koennen, doch wer von ihnen, die sie nun beklommen wegsahen, hatte genug Hass und Zorn in seinem Blick, hatte eine saure Miene, das man ihn als den Sprecher entlarven konnte? Wer von ihnen wirkte vielleicht erschrocken genug ueber den eigenen Mut? Es gab einige Gesichter, die zornig wirkten... Doch mochte es sein, das sie zornig ueber den Sprecher waren – feige Menschen nahmen es den ihren besonders uebel, wenn diese sie in eine brenzliche Situation brachten...
Gesichter wurden wahrgenommen, Kleidung, Erscheinung. Manche von ihnen konnten klar ihren Berufen zugeordnet werden. Der Baecker mit dem Mehl an seiner Kleidung, gar in seinem Haar. Der Schmied, dessen Oberkoerper schwer Muskelbepackt war, dessen Beine aber nicht viel hergaben...
Die Stimme war jung gewesen... Trotz war in ihr erklungen. Ein Jugendlicher vielleicht? Unzufrieden, auflehnend in seinem Denken... Vielleicht...
Sein Blick wanderte ueber junge Gesichter, schlacksige unfertige Gestalten, zumeist in der Naehe eines aelteren stehend, passend in der Auffmachung... der junge Mann neben dem Schmied, Kohleschlieren im Gesicht und auf der Kleidung. Der Baeckersjunge, der einen kleinen Sack Mehl auf der Schulter trug. Der Schreinersjunge, der Holzspaehne im Haar hatte... und Zornesroete im Gesicht. Der Mann neben ihm Bleich, nein weiss im Gesicht. Rote Flecken zeigten sich hier und da, wie Cyrion durch verbergende Straehnen wahrnahm. Konnte er es gewesen sein? Sich zur Seite beugend, murmelte er Hudgarr etwas von seiner Annahme zu. Es war besser, wenn Hudgar die beiden spaeter aufsuchte – wuerde er es tun, wuerde dies nur unnoetig Angst schueren. Mit dem boesen schwarzen Mann konnte man immer noch spaeter auffahren, sollte Nettigkeit nichts bringen. Aber oeffentlich den Jungen blossstellen...
Er folgte weiter Adrian, als dieser wieder gen Schloss aufbrach. Gedanken gingen ihm durch den Kopf – solche wie Kleingeistig und dumm diese Menschen hier waren. Erfuhren sie nie etwas vom Festland? Kamen nie Neuigkeiten von Gerimor rueber? Adrian war in Adoran und frueher doch auch in Varuna gut gelieten. Wann hatte sich jemals ein schlechter Ruf etablieren koennen?
So seinen Gedanken nachhaengend sicherte er gerade erneut mit seinem Blick die Flanke, als er einen erstaunten Ausruf von Hudgarr hoerte. Rasch wanderte sein Blick nach vorne – da! Der silberne Rabenverfuehrer! Eine Handbewegung und der schwarze Schatten, der sich stehts in seiner Naehe aufhielt, kraechzte leicht und flog vorran.... verschwand aus der Sicht, wie auch der Silberne... und kam selbst auf ein Pfeifen nicht wieder zurueck....
“Keh! Dieser verdammte....” Er wollte seiner Stute die Sporen geben, doch griff eine Hand regelrecht in seine Zuegel!
“Halt Cyrion, eine Verfolgung waere vermutlich ohnehin sinnlos. Wenn er den Kontakt sucht, wird er auf uns zukommen.”
...eine Verfolgung ist ohnehin sinnlos?!
Goetter, er wollte Adrian erwuergen! Wie sollte er seinen Job machen, wenn Adrian selbst ihm solche Steine in den Weg legte?! Solange er nicht sicher war, das dieser Kerl ungefaehrlich war, wuerde er....
Seine zornigen Gedanken wurden unterbrochen, als sie die Gardisten verhoerten. Die Antworten liessen Cyrions Kiefer herabsacken.
...Gibts doch nicht....
Er war wohl nicht der einzige, der so dachte, war das “Was?!” von Hugdarr und das fassungslose Japsen von Darna deutlich zu hoeren.
Pferde bewegten sich unruhig, taenzelten leicht ob der wachsenden Anspannung ihrer Reiter.
Doch auch hier kam Adrian ihnen allen zuvor und gab rasche Anordnungen wieder, ungewohnt bestimmt, die Miene so ernst, wie er sie selten nur gesehen hatte.
Keinen Raum fuer Gegenargumente gebend, konnten sie alle drei ihm nur gehorchen – haette es auch schlecht ausgesehen, wenn das Gescherr sich ueber den Herrn stellte.
Tief atmete Cyrion ein. Diesmal wuerde er klein beigeben – auch wenn es gegen alles sprach, was er je gelernt hatte. Wieder nahm er Haltung an und folgte, moeglichst im Hintergrund verbleibend, seinem Herren.
Sein Blick huschte ueber die Gesichter, kaum, das die ersten Worte im gehaessigen Tone erklangen. Wer... wer war es gewesen? Er hatte die Richtung ausmachen koennen, doch wer von ihnen, die sie nun beklommen wegsahen, hatte genug Hass und Zorn in seinem Blick, hatte eine saure Miene, das man ihn als den Sprecher entlarven konnte? Wer von ihnen wirkte vielleicht erschrocken genug ueber den eigenen Mut? Es gab einige Gesichter, die zornig wirkten... Doch mochte es sein, das sie zornig ueber den Sprecher waren – feige Menschen nahmen es den ihren besonders uebel, wenn diese sie in eine brenzliche Situation brachten...
Gesichter wurden wahrgenommen, Kleidung, Erscheinung. Manche von ihnen konnten klar ihren Berufen zugeordnet werden. Der Baecker mit dem Mehl an seiner Kleidung, gar in seinem Haar. Der Schmied, dessen Oberkoerper schwer Muskelbepackt war, dessen Beine aber nicht viel hergaben...
Die Stimme war jung gewesen... Trotz war in ihr erklungen. Ein Jugendlicher vielleicht? Unzufrieden, auflehnend in seinem Denken... Vielleicht...
Sein Blick wanderte ueber junge Gesichter, schlacksige unfertige Gestalten, zumeist in der Naehe eines aelteren stehend, passend in der Auffmachung... der junge Mann neben dem Schmied, Kohleschlieren im Gesicht und auf der Kleidung. Der Baeckersjunge, der einen kleinen Sack Mehl auf der Schulter trug. Der Schreinersjunge, der Holzspaehne im Haar hatte... und Zornesroete im Gesicht. Der Mann neben ihm Bleich, nein weiss im Gesicht. Rote Flecken zeigten sich hier und da, wie Cyrion durch verbergende Straehnen wahrnahm. Konnte er es gewesen sein? Sich zur Seite beugend, murmelte er Hudgarr etwas von seiner Annahme zu. Es war besser, wenn Hudgar die beiden spaeter aufsuchte – wuerde er es tun, wuerde dies nur unnoetig Angst schueren. Mit dem boesen schwarzen Mann konnte man immer noch spaeter auffahren, sollte Nettigkeit nichts bringen. Aber oeffentlich den Jungen blossstellen...
Er folgte weiter Adrian, als dieser wieder gen Schloss aufbrach. Gedanken gingen ihm durch den Kopf – solche wie Kleingeistig und dumm diese Menschen hier waren. Erfuhren sie nie etwas vom Festland? Kamen nie Neuigkeiten von Gerimor rueber? Adrian war in Adoran und frueher doch auch in Varuna gut gelieten. Wann hatte sich jemals ein schlechter Ruf etablieren koennen?
So seinen Gedanken nachhaengend sicherte er gerade erneut mit seinem Blick die Flanke, als er einen erstaunten Ausruf von Hudgarr hoerte. Rasch wanderte sein Blick nach vorne – da! Der silberne Rabenverfuehrer! Eine Handbewegung und der schwarze Schatten, der sich stehts in seiner Naehe aufhielt, kraechzte leicht und flog vorran.... verschwand aus der Sicht, wie auch der Silberne... und kam selbst auf ein Pfeifen nicht wieder zurueck....
“Keh! Dieser verdammte....” Er wollte seiner Stute die Sporen geben, doch griff eine Hand regelrecht in seine Zuegel!
“Halt Cyrion, eine Verfolgung waere vermutlich ohnehin sinnlos. Wenn er den Kontakt sucht, wird er auf uns zukommen.”
...eine Verfolgung ist ohnehin sinnlos?!
Goetter, er wollte Adrian erwuergen! Wie sollte er seinen Job machen, wenn Adrian selbst ihm solche Steine in den Weg legte?! Solange er nicht sicher war, das dieser Kerl ungefaehrlich war, wuerde er....
Seine zornigen Gedanken wurden unterbrochen, als sie die Gardisten verhoerten. Die Antworten liessen Cyrions Kiefer herabsacken.
...Gibts doch nicht....
Er war wohl nicht der einzige, der so dachte, war das “Was?!” von Hugdarr und das fassungslose Japsen von Darna deutlich zu hoeren.
Pferde bewegten sich unruhig, taenzelten leicht ob der wachsenden Anspannung ihrer Reiter.
Doch auch hier kam Adrian ihnen allen zuvor und gab rasche Anordnungen wieder, ungewohnt bestimmt, die Miene so ernst, wie er sie selten nur gesehen hatte.
Keinen Raum fuer Gegenargumente gebend, konnten sie alle drei ihm nur gehorchen – haette es auch schlecht ausgesehen, wenn das Gescherr sich ueber den Herrn stellte.
Tief atmete Cyrion ein. Diesmal wuerde er klein beigeben – auch wenn es gegen alles sprach, was er je gelernt hatte. Wieder nahm er Haltung an und folgte, moeglichst im Hintergrund verbleibend, seinem Herren.
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Adrian von Hohenfels
Er hätte besser hinhören sollen, schon am Vortag. Das Gemurmel über die herumküssende junge Hoheit. Dann der Ruf, dass die Tyrannen verschwinden sollen. Wer hätte aber auch geahnt, dass beides so unmittelbar miteinander zusammenhing? Ein eifersüchtiger junger Bursche gepaart mit einem aufgebrachten Vater, der natürlich brühwarm alles erzählt bekam, war keine gute Mischung für Ruhe und Frieden im Lehen Drachenfels.
Als am nächsten Morgen die bereits anberaumte Schiffstaufe anstand, wer hätte geahnt, dass es beinah eher zu einer "Ertränkt den Luca oder lasst ihn gut ausgeblutet aushängen in der Räucherkammer" Veranstaltung hätte werden können? Er musste sich natürlich auch ausgerechnet die wohlbehütete Schlachterstochter aussuchen, um sie mit Küssen zu versehen. Diese war zudem der Schwarm des Sohnes eines der hiesigen Fischer und so wurde mit Eifersucht an jenen treusorgenden Vater weitergetragen, was mitangesehen wurde.
Dass jener Ruf wider die Tyrannei am Vortag von eben jenem eifersüchtigen Jüngling geführt wurde, ward ihm erst klar als dieser, sich gestärkt fühlend, durch den hinter ihm stehenden Schlachter vor ihm stand und mit hochrotem Gesicht eben diese Worte nochmal gegen ihn fauchte, wohl nicht bedenkend, welche Folgen solche Taten haben konnten. Hudgarr und Cyrion waren schon auf dem Sprung sich um dieses Problem zu kümmern. Er konnte eben noch erreichen, dass sie den Burschen nicht auch noch vor aller Augen auf eine Weise wegschliffen, dass man sich am Ende noch wahrhaft die Menge aufbrachte, weil diese befürchtete, es könne jetzt zwei Bürgern an Leib und Leben gehen. Er selbst drängte sich dazwischen, wenngleich das Schlachtermesser des grobschlächtigen Mannes vor sich kaum zu aller Beruhigung beitrug.
Vermutlich sah man ihn selbst in dem Moment, dar er die Hand auf die Schulter des Mannes legte, einige ruhige Worte mit ihm wechselte und ihm zusagte, später mit Luca bei ihm vorzusprechen um diese Angelegenheit zu klären, bereits gut aushängend in einer Räucherkammer. Dennoch beruhigte es offenbar die Situation für den Moment, und der Schlachter zog den zeternden Jüngling mit sich von der Bildfläche. Ein leise gen Luca gesprochener Satz, auf dem bereits der recht streng prüfende Blick Darna's lag, beendete die Situation für den Augenblick: "Überlege dir bereits einmal deine Worte, dass du dich gut herausreden kannst weiss ich. Du wirst es später brauchen!"
Die Taufe des neuen Handelsschiffes "Schwalbenflug" war letztlich eine weniger fröhliche Formalität ob dieser Vorfälle. Dennoch tat er sein bestes, die deutlich gedrückte Stimmung ein wenig aufzubessern. Zumindestens die Bürger schienen ein wenig beruhigt, dass es hier keine Verhaftung oder Angriff auf einen der ihren gegeben hatte. Er wusste nicht zu sagen, welches Gespräch wohl für Luca schlimmer werden mochte. Jenes mit dem aufgebrachten Vater oder jenes mit Darna, vor welchem er ihn gewiss nur vorübergehend bewahrte, als er gleich nach der Schiffstaufe mit Luca gemeinsam aufbrach um den Schlachter aufzusuchen.
Wohl bemerkte er, dass jener Jüngling am Straßenrand stand, um ihn und Luca nebst Leibwache missmutig zu beobachten. Auf die Ansprache, er möge sie doch begleiten, versuchte dieser jedoch stiften zu gehen. Ein Wink gen Cyrion gereichte unter dem Hinweis, den Burschen mit Appell an die Vernunft anstatt mit Gewalt zu versuchen zu ihm zu bringen. Sollte dies jedoch nichts erreichen, ihn besser erst einmal laufen zu lassen. Man könne sich um dieses Gespräch auch noch zu anderer Stunde kümmern.
Als am nächsten Morgen die bereits anberaumte Schiffstaufe anstand, wer hätte geahnt, dass es beinah eher zu einer "Ertränkt den Luca oder lasst ihn gut ausgeblutet aushängen in der Räucherkammer" Veranstaltung hätte werden können? Er musste sich natürlich auch ausgerechnet die wohlbehütete Schlachterstochter aussuchen, um sie mit Küssen zu versehen. Diese war zudem der Schwarm des Sohnes eines der hiesigen Fischer und so wurde mit Eifersucht an jenen treusorgenden Vater weitergetragen, was mitangesehen wurde.
Dass jener Ruf wider die Tyrannei am Vortag von eben jenem eifersüchtigen Jüngling geführt wurde, ward ihm erst klar als dieser, sich gestärkt fühlend, durch den hinter ihm stehenden Schlachter vor ihm stand und mit hochrotem Gesicht eben diese Worte nochmal gegen ihn fauchte, wohl nicht bedenkend, welche Folgen solche Taten haben konnten. Hudgarr und Cyrion waren schon auf dem Sprung sich um dieses Problem zu kümmern. Er konnte eben noch erreichen, dass sie den Burschen nicht auch noch vor aller Augen auf eine Weise wegschliffen, dass man sich am Ende noch wahrhaft die Menge aufbrachte, weil diese befürchtete, es könne jetzt zwei Bürgern an Leib und Leben gehen. Er selbst drängte sich dazwischen, wenngleich das Schlachtermesser des grobschlächtigen Mannes vor sich kaum zu aller Beruhigung beitrug.
Vermutlich sah man ihn selbst in dem Moment, dar er die Hand auf die Schulter des Mannes legte, einige ruhige Worte mit ihm wechselte und ihm zusagte, später mit Luca bei ihm vorzusprechen um diese Angelegenheit zu klären, bereits gut aushängend in einer Räucherkammer. Dennoch beruhigte es offenbar die Situation für den Moment, und der Schlachter zog den zeternden Jüngling mit sich von der Bildfläche. Ein leise gen Luca gesprochener Satz, auf dem bereits der recht streng prüfende Blick Darna's lag, beendete die Situation für den Augenblick: "Überlege dir bereits einmal deine Worte, dass du dich gut herausreden kannst weiss ich. Du wirst es später brauchen!"
Die Taufe des neuen Handelsschiffes "Schwalbenflug" war letztlich eine weniger fröhliche Formalität ob dieser Vorfälle. Dennoch tat er sein bestes, die deutlich gedrückte Stimmung ein wenig aufzubessern. Zumindestens die Bürger schienen ein wenig beruhigt, dass es hier keine Verhaftung oder Angriff auf einen der ihren gegeben hatte. Er wusste nicht zu sagen, welches Gespräch wohl für Luca schlimmer werden mochte. Jenes mit dem aufgebrachten Vater oder jenes mit Darna, vor welchem er ihn gewiss nur vorübergehend bewahrte, als er gleich nach der Schiffstaufe mit Luca gemeinsam aufbrach um den Schlachter aufzusuchen.
Wohl bemerkte er, dass jener Jüngling am Straßenrand stand, um ihn und Luca nebst Leibwache missmutig zu beobachten. Auf die Ansprache, er möge sie doch begleiten, versuchte dieser jedoch stiften zu gehen. Ein Wink gen Cyrion gereichte unter dem Hinweis, den Burschen mit Appell an die Vernunft anstatt mit Gewalt zu versuchen zu ihm zu bringen. Sollte dies jedoch nichts erreichen, ihn besser erst einmal laufen zu lassen. Man könne sich um dieses Gespräch auch noch zu anderer Stunde kümmern.
Zuletzt geändert von Adrian von Hohenfels am Dienstag 29. September 2009, 06:52, insgesamt 2-mal geändert.
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Hudgarr Stolzenfels
- Beiträge: 6
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Eiszeit,
Nach dem Vorfall bei der Schiffstaufe schien sie urplötzlich über Drachenfels hereingebrochen zu sein. Hudgarr's Miene schien dieses zu versprechen und er sprach Adrian auf sein Verhalten später in der Feste an. Nur Darna und ihr Sohn waren noch anwesend. "Euer Hoheit, ich verstehe euch sehr gut. Auch, dass in diesem Lehen sehr viel Fingerspitzengefühl gefragt ist. Doch sollte noch mal jemand mit einem Messer vor euch stehen, habt ihr euch hinter mich zu stellen! Anderenfalls wäre ich gezwungen, so ihr verletzt würdet, den Tyrannen raushängen zu lassen. Sollte aber ein Messer mich verletzen oder töten, wäre es nur Pech und ihr könntet weiter der Wohltäter für diese Insel sein."
Nach dem Vorfall bei der Schiffstaufe schien sie urplötzlich über Drachenfels hereingebrochen zu sein. Hudgarr's Miene schien dieses zu versprechen und er sprach Adrian auf sein Verhalten später in der Feste an. Nur Darna und ihr Sohn waren noch anwesend. "Euer Hoheit, ich verstehe euch sehr gut. Auch, dass in diesem Lehen sehr viel Fingerspitzengefühl gefragt ist. Doch sollte noch mal jemand mit einem Messer vor euch stehen, habt ihr euch hinter mich zu stellen! Anderenfalls wäre ich gezwungen, so ihr verletzt würdet, den Tyrannen raushängen zu lassen. Sollte aber ein Messer mich verletzen oder töten, wäre es nur Pech und ihr könntet weiter der Wohltäter für diese Insel sein."
- Liliana van Drachenfels
- Beiträge: 723
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Liliana entgingen die Spannungen nicht und sie war ständig bemüht auszugleichen.. An sich gab es ja kaum Proteste, Drachenfels entwickelte sich prächtig aber einige immer Unzufriedene gab es halt doch. Daß dies sich nun an Luca äußerte, der sich wohl von einer jungen Dame hatte bezircen lassen, ließ Lili schmunzeln und sie nahm sich vor mit allen Betroffenen die Sache zu besprechen. Den ewig Unzufriedenen nahm sie mit dem Satz "niemand wird dazu gezwungen hier auf Drachenfels zu leben" so gleich den Wind aus den Segeln. Es war zwar eigentlich nicht ihre Art aber dies konnte man doch durchaus als versteckte Drohung auffassen. Ansonsten bemühte sie und ihre Familie sich, jederzeit ein außerordentlich gutes Verhältnis zu Adrian als Lehensherr uns seiner Familie auch öffentlich zu zeigen. Für den Tag nach der Schiffstaufe war eine kleine Rundreise geplant, die die Gruppe zunächst auf die Insel Rhogan führen sollte, wo auch eine Weinprobe anstand. Doch zunächst fuhr man mit der Freiheit nach Düsterbruch, der ehemaligen Hauptstadt des Tyrannen. Auch hier konnte man bereits viele Änderungen zum Guten erkennen. Viele Häuser waren oder wurden renauviert. Den etwas düsteren Charakter dieses Ortes konnte man soleicht jedoch nicht mildern, dafür sorgte schon die im ständig nebelverhangene Burgkulisse über der Stadt. Liliana und ihre Brüder bemühten sich oft hier her zukommen um auch von den Wünschen und Bedürfnissen der Einwohner von Düsterbruch zu erfahren. Sie sollten sich nicht als Bürger zweiter Klasse auf Drachenfels fühlen, dies war ihnen allen sehr wichtig. So waren hier auch einige Gebäude, wie die Schule neu erbaut und so blühte auch Düsterbruch langsam auf, so wie die ganze Grafschaft. Nachmittags ging es dann wieder auf die Freiheit und angekommen in Drachenfels setzte man in kleinen Booten nach Rhogan über. Iljana und ihr Vater zeigten stolz ihre Pferdezucht und anschließend wurde ein festliches Mahl aufgetischt bei der natürlich auch die edlen Weine, die hier gekeltert wurden, nicht fehlten. Recht lange saß man beisammen und so mancher entschloss sich das Angebot anzunehmen und dort zu nächtigen, dank einiger Gläser Wein intus, mochte sich wohl nicht mehr jeder auf die Überfahrt nach Drachenfels mit den Schaluppen begeben.

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Viola Ser´Rhal
Von all dem Trubel um Luca, den Grafen und der Bevölkerung bekam Viola nicht viel mit. Sie hatte sich oft von den anderen abgekapselt um sich Drachenfels einmal selbst genauer anzuschauen oder die Zeit auf ihrem Zimmer gebracht. Im Moment tat sie das wieder, denn sie stand splitternackt in dem kleinen Raum, vor und hinter sich zwei Spiegel und ein kritischer Blick folgte in den einen vor ihr. Doch wer nun glaubte, dass dies aus weiblicher Eitelkeit geschah, der irrte. Viola besah sich weniger ihre Vorderfront, als ihren Rücken, den sie mit Hilfe des zweiten Spiegels mehr oder weniger gut begutachten konnte und damit auch die Narbe auf dem Rücken. Sie war so groß wie ein Eisenbarren, und tatsächlich kam sie auch von einem erhitzten Eisenbarren, den man ihr damals auf eine Wunde gedrückt hatte, um sie zuzubrennen, zugegeben, auf sehr brachiale Art und Weise aber am Ende hatte es ihr Leben gerettet. In der letzten Zeit hatte die Narbe deutlich mehr angefangen zu ziehen, sie schmerzte und es war alles andere als angenehm auf dem Rücken zu liegen und zu schlafen, wenn bei jeder Bewegung ein unangenehmes Ziehen durch den Rücken ging. Doch was half es? Sie wollte sich nicht irgendwelchen Heilern in die Arme schmeißen, dank Darnas Gruselgeschichten über die Gattung „Heiler“ hatte sie schon genug Respekt davor überhaupt deren Stuben zu betreten. Nein, sie würde wirklich erst dann zu einem gehen, wenn sie dazu gezwungen sein würde. Vorerst versuchte sie sich einfach nur abzulenken, zog sich an und machte sich daran, eine nahe Taverne aufzusuchen, es war schließlich früher Abend und ein Gläschen Wein konnte sicher nicht schaden.
Vielleicht hatte es an der Tatsache gelegen, wie sie auf dem Fest aufgetreten war, vielleicht war es auch nur blanker Zufall, aber in den letzten Tagen hatte man ihr immer wieder Blicke zugeworfen, vor allem aus der jungen männlichen Bevölkerungsgruppe. Und so war es diesen Abend auch, als sie ein paar junge Männer passierte, alle drei wohl nur wenige Jahre älter als Luca und daher nicht wirklich interessant für Viola aber es war schön zu fühlen, dass man ihr hinterher blickte und Interesse an ihr zeigte; wann konnte sie so etwas schonmal auf Gerimor behaupten?
Sie erreichte die Taverne nach kurzer Zeit und ließ sich gleich an einen der freien Tische nieder. Viel los war an diesem Abend nicht und so orderte Viola eine Karaffe mit Wein und ein Glas, sie hatte nicht vor heute Abend viel zu trinken, denn sie wusste sehr gut, was Darna sagen würde wenn sie Viola betrunken erwischen würde: „Kannst du dich nicht einmal beherrschen? Wir haben hier sowas wie ein Ruf ...blablablabla ….“ für ein paar Momente merkte sie, wie sie Darna in dieser Hinsicht wieder anfing Unrecht zu tun, denn sie wollte nur das Beste für Viola, aber Viola wollte nicht immer unbedingt das Beste für sich selbst. Trotz allem wusste sie, wie wichtig das Ansehen für Darna hier war und so würde sie sich natürlich nicht betrinken, wenn es um Adrian gegangen wäre, hätte sie sich nicht zurückgehalten aber Darna war da eine deutliche Ebene höhergestellt in Violas persönlicher Prioritätenliste.
Der Abend verlief ruhig und angenehm, der Wein war köstlich und die Karaffe beinahe gelernt. Der angenehme Teil des Alkoholkonsums war eingetreten, sie war leicht beschwipst, ein leichter Rausch überkam sie und sie lehnte sich zurück um dem allgemeinen Treiben zu lauschen. Ja der Abend wäre fast wirklich perfekt gewesen … aber eben; er wäre es nur fast gewesen. Sie hatte die drei Jünglinge sofort erkannt, als sie in die Taverne kamen, sie waren deutlich angetrunken aber nicht laut … doch besoffene Jünglinge waren nie gut, schon gar nicht in einer Gruppe, in welcher sie sich gegenseitig aufstacheln konnten und als ob Viola es nicht besser gewusst hätte, sie kamen direkt auf ihren Tisch zu. Der scheinbare „Anführer“ der Truppe war vielleicht siebzehn Jahre alt, er hatte ein paar Muskeln aber man sah ihm an, dass er nicht wirklich viel zu ackern schien. Er blickte Viola eine Weile schweigend an und die junge Frau konnte in seinem Blick lesen was er dachte; junges Ding, Begleitung einer Adligen ergo: Ein zierliches, schwaches Fräulein dass schon bei seinem Anblick zitterte. Und als er sich vorlehnte und Viola eine Bierfahne entgegenschwang, bestätigte sich dies nur noch mehr.
„So allein hier?“ fragte er und als Viola nur knapp nickte um an ihrem Glas zu nippen, fuhr er unbeirrt fort. „Weißt du, wir, also die Jungs und ich haben uns gefragt, ob so ein hübsches Ding wie du nicht heute Abend mit einen von uns mitwillst, wir wissen doch wie ihr adligen Küken auf starke Kerle steht“. Viola senkte das Glas kurz; adliges Küken, soso. Sie wollte schon bissig antworten, besann sichd ann aber auf ihren Vorsatz und schüttelte den Kopf. „Danke, kein Interesse, und nun noch einen schönen Abend euch.“ und damit schenkte sie wieder mehr ihrem Glas die Aufmerksamkeit, in der Hoffnung er würde den Wink nun mehr als deutlich verstehen – doch er tat es nicht. Statt nun zu gehen fingen sie an zu lachen und er beugte sich etwas weiter vor „Na das nenn ich mal arrogant. Sag mal, junges Fräulein, sind alle bei euch so abweisend?“ seine Stimme ging manchmal etwas ins Lallen über und Viola seufzte nur, sie wollte mit diesem Kelr nicht weiter reden. „Nein, eigentlich sind „wir“ recht locker, aber keiner von euch interessiert mich im Geringsten und nun geht … bitte.“ Ein paar Sekunden folgte nur Stille, bis der Junge etwas ungeduldig zu werden schien. „Pah! Na dann eben nicht! Kommt Jungs die hat sicher noch eine Schwester hier, die sich eher von uns zureiten lässt.“ und mit diesen Worten machte es „Klick“ in Violas Kopf.
Mit einem mal packte sie den Jungen am Arm zerrte ihn zu sich an den Tisch zurück und tat das Erste was ihr in den Sinn kam; ihre Faust direkt in sein Gesicht rammen. Vielleicht hätte er darauf reagiert, vielleicht wäre er ausgewichen oder hätte den Schlag abgefangen, aber er war zu perplex dass das „Küken“ auf einmal mit einer ziemlichen Kraft zuschlug. Violas Körper mochte nicht sehr kräftig sein, doch ihre Arme waren immer etwas kräftiger gewesen, sei es durch das frühere Leben bei den Tiefländern oder die Tatsache, dass sie eine schwere Repertierarmbrust fast ständig mit sich führte. Der Bursche wurde getroffen, taumelte zurück, doch Viola ließ ihn nicht wirklich die Zeit, sich zu erholen. Mit einem mal hatte sich der leichte Rausch in blanke Wut gewandelt; dieser Kerl hatte ihre Schwester erwähnt, hatte sie quasi als Hure bezeichnet und auch wenn Viola in einem hinteren Winkel ihres Verstandes wusste, dass er mit diesem Spruch nur vor seinen Freunden den Starken raushängen lassen wollte, so war es der falsche Spruch gewesen. Sie zog sich sich selbst über den Tisch rüber und stürzte sich auf ihn, seine Freunde wichen zurück und starrten perplex hinab zu dem seltsamen Anblick der sich ihnen bot; ihr Freund lag auf dem Boden und diese junge Frau war über ihn gebeugt und schlug auf ihn ein, brüllte ihm sauer etwas entgegen. Keiner von ihnen griff ein, sie alle wussten doch immer nur eins; Schlage niemals eine Frau, doch was wenn diese Frau sie schlug?
Viola hingegen hatte keinen Skrupel, ein, zwei, drei, vier Schläge verpasste sie ihm, zielte auf die Nase und brach ihm diese sicherlich sogar und erst als sie zwei kräftige Hände packten und weg zerrten, hatte sie genug. Als sie zurückblickte war es der Wirt der sie ergriffen hatte, der Geschlagene richtete sich gerade auf und starrte sie fassungslos mit blutiger Nase an. Er stammelte etwas von „Das .. das büßt du!“ und taumelte dann weg, begleitet von seinen Freunden-
Viola indes starrte ihm nur feindseelig hinterher. Es war fast so wie in den alten Zeiten als sie sich mit anderen Jungen auf der Straße als kleines Kind um Essen geprügelt hatte, das Blut in ihr fühlte sich an als würde es kochen und wenn der Wirt nicht gewesen wäre und die anderen wenigen Gäste sie angestarrt hätten, wäre sie ihm vielleicht hinterher gestürmt. Was für ein grandioser Abend dafür, dass sie sich gut benehmen wollte. Aber sie bereute nichts, nicht einen einzigen Schlag, auch wenn sie nicht wirklich wusste, was sie nun erwarten würde … denn eines wusste sie; es würde tatsächlich Konsequenzen in irgendeiner Form haben.
Vielleicht hatte es an der Tatsache gelegen, wie sie auf dem Fest aufgetreten war, vielleicht war es auch nur blanker Zufall, aber in den letzten Tagen hatte man ihr immer wieder Blicke zugeworfen, vor allem aus der jungen männlichen Bevölkerungsgruppe. Und so war es diesen Abend auch, als sie ein paar junge Männer passierte, alle drei wohl nur wenige Jahre älter als Luca und daher nicht wirklich interessant für Viola aber es war schön zu fühlen, dass man ihr hinterher blickte und Interesse an ihr zeigte; wann konnte sie so etwas schonmal auf Gerimor behaupten?
Sie erreichte die Taverne nach kurzer Zeit und ließ sich gleich an einen der freien Tische nieder. Viel los war an diesem Abend nicht und so orderte Viola eine Karaffe mit Wein und ein Glas, sie hatte nicht vor heute Abend viel zu trinken, denn sie wusste sehr gut, was Darna sagen würde wenn sie Viola betrunken erwischen würde: „Kannst du dich nicht einmal beherrschen? Wir haben hier sowas wie ein Ruf ...blablablabla ….“ für ein paar Momente merkte sie, wie sie Darna in dieser Hinsicht wieder anfing Unrecht zu tun, denn sie wollte nur das Beste für Viola, aber Viola wollte nicht immer unbedingt das Beste für sich selbst. Trotz allem wusste sie, wie wichtig das Ansehen für Darna hier war und so würde sie sich natürlich nicht betrinken, wenn es um Adrian gegangen wäre, hätte sie sich nicht zurückgehalten aber Darna war da eine deutliche Ebene höhergestellt in Violas persönlicher Prioritätenliste.
Der Abend verlief ruhig und angenehm, der Wein war köstlich und die Karaffe beinahe gelernt. Der angenehme Teil des Alkoholkonsums war eingetreten, sie war leicht beschwipst, ein leichter Rausch überkam sie und sie lehnte sich zurück um dem allgemeinen Treiben zu lauschen. Ja der Abend wäre fast wirklich perfekt gewesen … aber eben; er wäre es nur fast gewesen. Sie hatte die drei Jünglinge sofort erkannt, als sie in die Taverne kamen, sie waren deutlich angetrunken aber nicht laut … doch besoffene Jünglinge waren nie gut, schon gar nicht in einer Gruppe, in welcher sie sich gegenseitig aufstacheln konnten und als ob Viola es nicht besser gewusst hätte, sie kamen direkt auf ihren Tisch zu. Der scheinbare „Anführer“ der Truppe war vielleicht siebzehn Jahre alt, er hatte ein paar Muskeln aber man sah ihm an, dass er nicht wirklich viel zu ackern schien. Er blickte Viola eine Weile schweigend an und die junge Frau konnte in seinem Blick lesen was er dachte; junges Ding, Begleitung einer Adligen ergo: Ein zierliches, schwaches Fräulein dass schon bei seinem Anblick zitterte. Und als er sich vorlehnte und Viola eine Bierfahne entgegenschwang, bestätigte sich dies nur noch mehr.
„So allein hier?“ fragte er und als Viola nur knapp nickte um an ihrem Glas zu nippen, fuhr er unbeirrt fort. „Weißt du, wir, also die Jungs und ich haben uns gefragt, ob so ein hübsches Ding wie du nicht heute Abend mit einen von uns mitwillst, wir wissen doch wie ihr adligen Küken auf starke Kerle steht“. Viola senkte das Glas kurz; adliges Küken, soso. Sie wollte schon bissig antworten, besann sichd ann aber auf ihren Vorsatz und schüttelte den Kopf. „Danke, kein Interesse, und nun noch einen schönen Abend euch.“ und damit schenkte sie wieder mehr ihrem Glas die Aufmerksamkeit, in der Hoffnung er würde den Wink nun mehr als deutlich verstehen – doch er tat es nicht. Statt nun zu gehen fingen sie an zu lachen und er beugte sich etwas weiter vor „Na das nenn ich mal arrogant. Sag mal, junges Fräulein, sind alle bei euch so abweisend?“ seine Stimme ging manchmal etwas ins Lallen über und Viola seufzte nur, sie wollte mit diesem Kelr nicht weiter reden. „Nein, eigentlich sind „wir“ recht locker, aber keiner von euch interessiert mich im Geringsten und nun geht … bitte.“ Ein paar Sekunden folgte nur Stille, bis der Junge etwas ungeduldig zu werden schien. „Pah! Na dann eben nicht! Kommt Jungs die hat sicher noch eine Schwester hier, die sich eher von uns zureiten lässt.“ und mit diesen Worten machte es „Klick“ in Violas Kopf.
Mit einem mal packte sie den Jungen am Arm zerrte ihn zu sich an den Tisch zurück und tat das Erste was ihr in den Sinn kam; ihre Faust direkt in sein Gesicht rammen. Vielleicht hätte er darauf reagiert, vielleicht wäre er ausgewichen oder hätte den Schlag abgefangen, aber er war zu perplex dass das „Küken“ auf einmal mit einer ziemlichen Kraft zuschlug. Violas Körper mochte nicht sehr kräftig sein, doch ihre Arme waren immer etwas kräftiger gewesen, sei es durch das frühere Leben bei den Tiefländern oder die Tatsache, dass sie eine schwere Repertierarmbrust fast ständig mit sich führte. Der Bursche wurde getroffen, taumelte zurück, doch Viola ließ ihn nicht wirklich die Zeit, sich zu erholen. Mit einem mal hatte sich der leichte Rausch in blanke Wut gewandelt; dieser Kerl hatte ihre Schwester erwähnt, hatte sie quasi als Hure bezeichnet und auch wenn Viola in einem hinteren Winkel ihres Verstandes wusste, dass er mit diesem Spruch nur vor seinen Freunden den Starken raushängen lassen wollte, so war es der falsche Spruch gewesen. Sie zog sich sich selbst über den Tisch rüber und stürzte sich auf ihn, seine Freunde wichen zurück und starrten perplex hinab zu dem seltsamen Anblick der sich ihnen bot; ihr Freund lag auf dem Boden und diese junge Frau war über ihn gebeugt und schlug auf ihn ein, brüllte ihm sauer etwas entgegen. Keiner von ihnen griff ein, sie alle wussten doch immer nur eins; Schlage niemals eine Frau, doch was wenn diese Frau sie schlug?
Viola hingegen hatte keinen Skrupel, ein, zwei, drei, vier Schläge verpasste sie ihm, zielte auf die Nase und brach ihm diese sicherlich sogar und erst als sie zwei kräftige Hände packten und weg zerrten, hatte sie genug. Als sie zurückblickte war es der Wirt der sie ergriffen hatte, der Geschlagene richtete sich gerade auf und starrte sie fassungslos mit blutiger Nase an. Er stammelte etwas von „Das .. das büßt du!“ und taumelte dann weg, begleitet von seinen Freunden-
Viola indes starrte ihm nur feindseelig hinterher. Es war fast so wie in den alten Zeiten als sie sich mit anderen Jungen auf der Straße als kleines Kind um Essen geprügelt hatte, das Blut in ihr fühlte sich an als würde es kochen und wenn der Wirt nicht gewesen wäre und die anderen wenigen Gäste sie angestarrt hätten, wäre sie ihm vielleicht hinterher gestürmt. Was für ein grandioser Abend dafür, dass sie sich gut benehmen wollte. Aber sie bereute nichts, nicht einen einzigen Schlag, auch wenn sie nicht wirklich wusste, was sie nun erwarten würde … denn eines wusste sie; es würde tatsächlich Konsequenzen in irgendeiner Form haben.
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Leah Katuri
Die Tage waren ruhig und geradezu einlullend in ihrem dahinfliessende Rhythmus. Der Alltag des Haushaltes passte sich dem langsam nahenden Herbst an und man besann sich darauf, entsprechend vorzusorgen für den herannahenden Winter. Man müsste noch Dinge wie genügend Heu für die Pferde und entsprechend Feuerholz für die Kamine sorgen, um letztendlich doch irgendwas vergessen zu haben und den Eindruck zu erwecken, keinen Tag ohne die hohen Herrschaften zu überleben. Und doch hatte sich eine gewisse Gemütlichkeit eingelebt in den Wänden des Anwesens und sogar Savea “nutzte“ die ein oder andere freie Minute für sich...oder einen gemeinsamen Höhlengang.
Probleme zogen mit einem Male einen Bogen um das Haus und sowas wie Streit kam nicht mehr vor...wenn man von den Ausflüchten Iras absah und die Knappin sich fragte, ob sie wirklich die Zeit, in denen man sie nicht im Haus sah, beim Grafen von Arganta ihrem Dienst nachging. Das Argusauge hatte sich angeschaltet, sobald Savea ihr von dem „Ausrutscher“ Iras berichtet hatte. Und genauso lag immer noch ein Klotz im Magen, wenn man einmal zu oft von Alkohol und dessen Fähigkeit, etwas zu vergessen, erwähnte. Aber...sie hatte in irgendeiner Weise auch eine Verantwortung und man achtete eben aufeinander im Haushalt; so sehr Ira sich das auch noch nicht eingestehen wollte und den Eindruck erweckte, als wollte man sie so schnell wie möglich wieder los werden.
Sicher gab es auch noch Pflichterfüllungen und gewisse Gepflogenheiten, die nicht unter den Teppich gekehrt wurden. Die Gänge in die Messe und der Besuch der Trauerfeier seiner Eminenz Hemmel. Der Austausch über dessen Ableben und die Schreiben, die sie noch aufsetzen musste diesbezüglich; Milady würde keines erhalten, es würde warten können bis zur Rückkehr und man wollte ihr nicht auch noch Arbeit nachschicken. Und sie hatte es ja auch im Griff...soweit zumindest ihr eigenes Gutdünken darüber. Auch mit dem Ball und der Audienz zu ihrer Erlaucht von Liliensee würde sie schon zurechtkommen...und doch schlich immer die Hoffnung mit, dass die hohen Herrschaften doch eher als angenommen wieder zurück wären.
Es lag wohl nicht nur an dem Fehlen Lucas im Hause, dass das Anwesen die Ruhe und Entspannung verströmte. Nein, vielmehr wohl auch an dem Umstand, dass der Hauswächter mitgenommen worden war. Es war eigentlich eine Wohltat, ein Umstand, den man genießen sollte...und doch kamen auch Tage der Wehmut auf und der Frage, warum sie nichts von ihm hörte. Sie hatte weder das Recht, noch er die Pflicht dazu und doch... es war verrückt und völlig irrsinnig. Sie hatte so oder so nichts mehr zu entscheiden und seine Hoheit würde einen rechten Mann finden. Sie wollte diesen Hickhack nicht mehr; Gefühle und Liebe, Werben und umgarnen. Sowas zehrte an den Nerven und an den Gefühlen und die Zeit allein mit den Gedanken bestätigten das nur. Man konnte sich wunderbar wieder einreden, wie sehr man sich geirrt hatte und dass es doch gar nicht so schlimm war, nur um Minuten später wieder in die völlig entgegengesetzte Richtung abzudriften und sich immer wieder zu sagen, dass es richtig so war und sich nichts ändern würde, wäre er zurück. Er wäre immer noch der Gleiche, würde immer noch diese Ansichten teilen und zu viel fordern ohne zu geben. Es war richtig...Bis der nächste Gedankenabschlag aufkam.
Die Einladung zu dem Ball war fast eine dankbare Abwechslung, auch wenn Savea mehrfach betont hatte, dass sie doch nicht in Rüstung dort aufkreuzen durfte, wie Erlaucht von Liliensee es ihr fast mildtätig angeboten hatte. Ein Turnier würde man wohl auch ausrichten und eine Audienz bei ihr und dem Herzog. Noch immer schämte sie sich für den Auftritt, den sie wohl geboten haben musste vor dem weitaus älteren Regenten. Auch wenn er letztendlich meinte, dass man merken würde, aus wessen Stall sie kommen würde und man so etwas als Kompliment nehmen könnte. Ihr wurde schwindelig, wenn sie daran dachte, dass sie eigentlich gar nicht tanzen konnte, zumindest nicht im höfischen Sinne und sie sich einzig auf den Herrn verlassen musste, der sie auffordern würde.
Ein weiteres Problem...würde ein Herr sich überhaupt ihrer Erbarmen und sie in den Saal hineingeleiten? Probleme über Probleme, Etikette über Etikette...nun, zumindest hatte sie so wohl mal Gelegenheit, sie auch in der Praxis anzuwenden und zu üben. Und wahrscheinlich würde Hochgeboren von Dragenfurt mehr als einmal ein Auge auf sie werfen. Zumindest konnte man das Besorgen des Kleides mit der Aufbereitung und Nachbestellung neuer Sachen für Herbst und Winter kombinieren und hatte so seinen Sinn und Zweck.
Ganz normal also die Tage, ohne großen Trubel und große Probleme. Ein Durchatmen in Zeiten voller Unruhe und Tagen, wo man meinen könnte, die Welt gehe unter. Eine Wohltat für das eigene Befinden und Dasein. So war es fast eher ertragbar, wenn eine Korporal sich mit Savea anlegte im Feuereifer und mehrmals davor schien, irgendjemanden im Tavernenraum in eine Zelle zu werfen. Und genauso wohltuend war es, wenn man hier und da über etwas diskutieren konnte...Kleider eingeschlossen.
Im Hinterkopf blieb aber die Warnung, die sie von Erlaucht von Arganta vernommen hatte: Piraten kannten die Route der hohen Herrschaften und ebenso die Personen, die sich mit an Board befanden. Man konnte nur hoffen, die Nachricht würde rechtzeitig ankommen und dass seine Hoheit sowie Milady entsprechend weiterhin sicher waren. So betete sie nicht nur abends für die Gefallenen Liebsten ihrer Erlaucht, sondern auch für alle auf den Schiffsplanken.
Die nächste Katastrophe würde kommen...ob nun auf Gerimor oder in anderen Lehen oder auf dem Meer.
Probleme zogen mit einem Male einen Bogen um das Haus und sowas wie Streit kam nicht mehr vor...wenn man von den Ausflüchten Iras absah und die Knappin sich fragte, ob sie wirklich die Zeit, in denen man sie nicht im Haus sah, beim Grafen von Arganta ihrem Dienst nachging. Das Argusauge hatte sich angeschaltet, sobald Savea ihr von dem „Ausrutscher“ Iras berichtet hatte. Und genauso lag immer noch ein Klotz im Magen, wenn man einmal zu oft von Alkohol und dessen Fähigkeit, etwas zu vergessen, erwähnte. Aber...sie hatte in irgendeiner Weise auch eine Verantwortung und man achtete eben aufeinander im Haushalt; so sehr Ira sich das auch noch nicht eingestehen wollte und den Eindruck erweckte, als wollte man sie so schnell wie möglich wieder los werden.
Sicher gab es auch noch Pflichterfüllungen und gewisse Gepflogenheiten, die nicht unter den Teppich gekehrt wurden. Die Gänge in die Messe und der Besuch der Trauerfeier seiner Eminenz Hemmel. Der Austausch über dessen Ableben und die Schreiben, die sie noch aufsetzen musste diesbezüglich; Milady würde keines erhalten, es würde warten können bis zur Rückkehr und man wollte ihr nicht auch noch Arbeit nachschicken. Und sie hatte es ja auch im Griff...soweit zumindest ihr eigenes Gutdünken darüber. Auch mit dem Ball und der Audienz zu ihrer Erlaucht von Liliensee würde sie schon zurechtkommen...und doch schlich immer die Hoffnung mit, dass die hohen Herrschaften doch eher als angenommen wieder zurück wären.
Es lag wohl nicht nur an dem Fehlen Lucas im Hause, dass das Anwesen die Ruhe und Entspannung verströmte. Nein, vielmehr wohl auch an dem Umstand, dass der Hauswächter mitgenommen worden war. Es war eigentlich eine Wohltat, ein Umstand, den man genießen sollte...und doch kamen auch Tage der Wehmut auf und der Frage, warum sie nichts von ihm hörte. Sie hatte weder das Recht, noch er die Pflicht dazu und doch... es war verrückt und völlig irrsinnig. Sie hatte so oder so nichts mehr zu entscheiden und seine Hoheit würde einen rechten Mann finden. Sie wollte diesen Hickhack nicht mehr; Gefühle und Liebe, Werben und umgarnen. Sowas zehrte an den Nerven und an den Gefühlen und die Zeit allein mit den Gedanken bestätigten das nur. Man konnte sich wunderbar wieder einreden, wie sehr man sich geirrt hatte und dass es doch gar nicht so schlimm war, nur um Minuten später wieder in die völlig entgegengesetzte Richtung abzudriften und sich immer wieder zu sagen, dass es richtig so war und sich nichts ändern würde, wäre er zurück. Er wäre immer noch der Gleiche, würde immer noch diese Ansichten teilen und zu viel fordern ohne zu geben. Es war richtig...Bis der nächste Gedankenabschlag aufkam.
Die Einladung zu dem Ball war fast eine dankbare Abwechslung, auch wenn Savea mehrfach betont hatte, dass sie doch nicht in Rüstung dort aufkreuzen durfte, wie Erlaucht von Liliensee es ihr fast mildtätig angeboten hatte. Ein Turnier würde man wohl auch ausrichten und eine Audienz bei ihr und dem Herzog. Noch immer schämte sie sich für den Auftritt, den sie wohl geboten haben musste vor dem weitaus älteren Regenten. Auch wenn er letztendlich meinte, dass man merken würde, aus wessen Stall sie kommen würde und man so etwas als Kompliment nehmen könnte. Ihr wurde schwindelig, wenn sie daran dachte, dass sie eigentlich gar nicht tanzen konnte, zumindest nicht im höfischen Sinne und sie sich einzig auf den Herrn verlassen musste, der sie auffordern würde.
Ein weiteres Problem...würde ein Herr sich überhaupt ihrer Erbarmen und sie in den Saal hineingeleiten? Probleme über Probleme, Etikette über Etikette...nun, zumindest hatte sie so wohl mal Gelegenheit, sie auch in der Praxis anzuwenden und zu üben. Und wahrscheinlich würde Hochgeboren von Dragenfurt mehr als einmal ein Auge auf sie werfen. Zumindest konnte man das Besorgen des Kleides mit der Aufbereitung und Nachbestellung neuer Sachen für Herbst und Winter kombinieren und hatte so seinen Sinn und Zweck.
Ganz normal also die Tage, ohne großen Trubel und große Probleme. Ein Durchatmen in Zeiten voller Unruhe und Tagen, wo man meinen könnte, die Welt gehe unter. Eine Wohltat für das eigene Befinden und Dasein. So war es fast eher ertragbar, wenn eine Korporal sich mit Savea anlegte im Feuereifer und mehrmals davor schien, irgendjemanden im Tavernenraum in eine Zelle zu werfen. Und genauso wohltuend war es, wenn man hier und da über etwas diskutieren konnte...Kleider eingeschlossen.
Im Hinterkopf blieb aber die Warnung, die sie von Erlaucht von Arganta vernommen hatte: Piraten kannten die Route der hohen Herrschaften und ebenso die Personen, die sich mit an Board befanden. Man konnte nur hoffen, die Nachricht würde rechtzeitig ankommen und dass seine Hoheit sowie Milady entsprechend weiterhin sicher waren. So betete sie nicht nur abends für die Gefallenen Liebsten ihrer Erlaucht, sondern auch für alle auf den Schiffsplanken.
Die nächste Katastrophe würde kommen...ob nun auf Gerimor oder in anderen Lehen oder auf dem Meer.
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Cyrion Sha´Ar
*Leise knirschte der Stein unter seinem Schuh, als er sich in eine bequemere Position setzte. Tief atmete er ein, waehrend die leichte Brise seine Straehnen zu entfuehren versuchte und sie ihm uebers Gesicht fegte. Die Schreibfeder, die er in der Hand hielt, strich leicht ueber sein Gesicht, als er die Straehnen wieder ueber seine Schulter warf.
Ein wenig rueckte er noch auf, bis sein Ruecken sicher an der Wand lag und sein Fuss fest auf der gegenueber liegenden Wand, hatte er sich doch die Fensterbank seines Zimmers ausgesucht, um einen Brief zu schreiben.
Wieder wanderte sein Blick hinaus aus dem Fenster, waehrend er sich mit der Feder gedankenvoll ueber die Lippen strich. Der Himmel war groesstenteils blau – einige fluffige grosse Wolken zeigten sich, wie einsame Eisberge in einer sonst ruhigen blauen See. Die letzten waermenden Sonnenstrahlen fielen direkt auf ihn – er hatte Glueck; sein Zimmer lag auf der Sonnenseite. Ein kleines Laecheln zeigte sich auf seinen Zuegen. Das Wetter war gnaedig mit ihnen gewesen die letzten Tage. Altweibersommer, wie er sein sollte. Angenehm zum doesen, wenn man dazu Zeit hatte... Cyrion hatte gerade Zeit. Die Hoheiten waren an diesem fruehen morgen noch nicht auf. Und Adrian hatte ihm sehr deutlich gemacht, was er von ihm erwartete. So hatte Cyrion an diesem Morgen Zeit – zur Untaetigkeit verdammt.*
“Koorrr.”
*Der kraechzende Laut liess ihn runterblicken. Murelay sass weiter unten auf einem dem Dach eines Erkers.*
Wieder ein Tag, wo sie nicht verletzt wurde...
*Kleinigkeiten, fuer die er dankbar war. Leise atmete er aus, waehrend er das Pergament ansah.*
Liebe Leah...
*Er hatte vorgehabt, ihr zu schreiben, aber nun fehlten ihm die Worte. Er wusste nicht, ob die Hoheiten oder einer der anderen an die Heimat schrieb – noch hatte keiner etwas dazu verlauten lassen. Der Krieger allerdings meinte schon, das man wenigstens den Haushalt wissen lassen sollte, wie es ihnen erging. Und aus den verbliebenen dort kannte er niemanden so gut wie Leah. Leah, die sich immerzu Sorgen um Darna machte. Wie hoch war die Wahrscheinlichkeit, das sie inzwischen schon das eine oder andere Mal unruhig tigerte, waehrend Savea die Post durchging? Der Gedanke zauberte nun doch ein verschmitztes Laecheln auf seine Zuege und er tunkte wieder die Feder in den Tintenbecher, um zu schreiben.*
Liebe Leah,
Wir haben die erste Etappe unserer Reise erreicht und sind in guter Verfassung. Ein Sturm hat uns auf See etwas durchgeschuettelt, aber wir haben ihn gut ueberstanden. Und das obwohl Miladys Medizin gegen Seekrankheit es wohl nicht an Bord geschafft hat, wie wir feststellen mussten. Aber keine Sorge, ich hatte Mutter sei Dank genug fuer uns beide dabei.
Luca tat sein moeglichstes, Murelay abschiessen zu lassen oder mich von Bord werfen zu lassen – aber Geruechte ueber mein Dasein als Rabendiener haben den Vorteil, das, wenn man grimmig genug schaut, man sich nicht traut, mich auch nur schraeg von der Seite an zu sprechen. Nichts desto trotz werde ich Luca wohl mal nackend ueber die Reling haengen, wenn...
*Er hielt inne... nackend...? Konnte er nackend schreiben? War das angemessen? Wieder striff er sich mit der Federspitze ueber die Unterlippe, die Stirn gekraeuselt. Er hatte Gedankenlos darauf los geschrieben... andererseits kannte er Leah recht gut... Und sie wuerde den Brief wohl kaum umherzeigen... Kaum war der Gedanke zuende gedacht, das ihm eine Szene vors Auge sprang - Savea, die den Brief einforderte und ihn Leah dann aus den Haenden riss, als sie verneinte – und dann... er konnte sich irgendwie nicht vorstellen, das sie erroetete, als sie ueber das 'nackend' stolperte – eher wieder ein Kommentar, was ein dummer Bauer er waere...
Ein leises spoettisches Brummeln erklang in seiner Kehle und er schrieb ungestoert weiter.*
...er auf dem naechstem Schiff wieder Geruechte ueber mich und Murelay verbreitet und anstachelt.
Wir wurden hier warm begruesst mit Festlichkeiten und Gastfreundschaft – welche sich leider nicht voll und ganz auf die Bewohner hin erstreckt. Das Fest war wunderbar – Luca scheint entdeckt zu haben, das Maedchen zum Kuessen da sind, gibt es hier mancherlei Geruechte und meine ich auch, ihn mal mit Maedchen gesehen zu haben, kann mich aber auch hier zu irren. Viola... naja ist Viola. Sie verbringt einige Zeit in den hiesigen Kneipen.
Von Darna sehe ich nicht allzu viel – sie inspiziert die Wachmannschaft und tut auch sonst allerlei Darna-ueblichen Sachen, die mit Garde, Religion und Temora zu tun haben.
Sie und Adrian sind seeeehr schwierige Schuetzlinge. Sie tun alles, um einem Leibwaechter das Leben schwer zu machen – Hudgarr und ich haben gut zu tun, sie trotz ihrer Eigenheiten zu beschuetzen. Jemand hat vor ein paar Tagen Adrian grob angepoebelt, er solle verschwinden – das im Schutze der Menge, die um uns herum war. Waere Adrian der Mann, fuer den sie ihn halten, haette er mir und Hudgarr befohlen, sie alle, wie sie da standen, nieder zu metzeln. Aber sie sind zu dumm, das zu begreifen, scheint mir.
*Gedankenvoll schuettelte Cyrion seinen Kopf.*
Zu bloed die Wahrheit zu erkennen, wenn sie einem einen Stock in den Arsch rammte – allerdings.
*Aber was sollte man tun? Mehr als nachsichtig sein und versuchen, mit den Leuten allein zu reden, ging nicht, wenn man nicht tatsaechlich das Scheusal sein wollte, fuer das man gehalten wurde. Nachdenklich schrieb er weiter.*
Adrian will sehen, das er der Geruechte Herr wird, solange er hier ist. Schadensbegrenzung, denke ich.
Eine weitere Sache, die mich und Hudgarr beschaeftigt, ist ein silberhaariger Mann, der anscheinend Interesse an Adrian gefunden hat. Wir schaffen es nicht, seiner habhaft zu werden – er ist uns immer einen Schritt vorraus, doch allerdings oft in Sichtweite. Kein Name, kein Gesicht, nur immer der ferne Eindruck von silbernen Haaren, wie Adrian sie hat. Er hat uns verboten, dem Mann nach zu jagen. Glaubt, er koennte ein neugieriger Silberdrache sein.
*Leicht schnippte er sich mit der Federspitze gegen die Nase. Er wuerde sich wahrhaftig wohler fuehlen, wenn er wirklich ein Drache waere, aber solange sie es nicht wussten... Nein seine Hoheit machte es ihnen wahrhaftig nicht leicht... Wieder schrieb er weiter, ab und an die Feder in die Tinte tunkend.*
Ich werde trotzdem weiter versuchen, den Mann zu sprechen, wenn denn schon nicht einzufangen. Da er anscheinend sich auf Anhieb mit Murelay angefreundet hat – ich wuerde eher sagen, sie wie wie Feen mit Glamour bezaubert hat - hab ich beschlossen, Murelay einen Zettel ans Bein zu binden mit einer simplen Nachricht, das wir ihn in Frieden zu sprechen wuenschen. Ich hab zwar keine Ahnung, wie man mit Drachen redet – sollte er wirklich einer sein, aber ich denke, Hoeflichkeit und Vernunft ist etwas, mit dem man auch einem doch eher den Menschen wohlgesonnenen Drachen begegnen kann. Sollte er zustimmen, werde ich es seine Hoheit wissen lassen. Untaetig rumsitzen, waehrend ein Fremder um seine Hoheit herumscharwenzelt ist jedenfalls nicht meine Art noch meine...
*Ein Windstoss liess die eine Ecke der Seite flattern und er zog rasch die Feder vom Pergament. Wolken waren aufgezogen. Waren von seinem Ruecken hinter dem Gebaeude hervorgekrochen und nahmen nun den Himmel ein. Eine neue Boehe liess das Papier flattern. Ein Sturm war im Begriff, das schoene Wetter zu verderben. Den Mund verziehend, blickte er auf. Besser, wenn er sich mit dem Brief beeilte und ihn aufgab, bevor die Schiffer meinten, im Hafen verbleiben zu muessen.*
...Aufgabe. Naja ich werde sehen, was noch alles passieren wird. Wir werden wohl in den naechsten paar Tagen wieder weitersegeln.
Ich werde dir wieder schreiben, wenn ich die Zeit finde. Gruess mir Savea, Ira und wer dir noch so begegnet, den einer von uns kennt.
Lass es dir gut gehen und mach dir nicht so viele Sorgen. Immer Laecheln!
Cyrion
*Es fehlte nur noch etwas Sand, dann war der Brief abreise fertig. Ein Umhang wurde gegriffen, dann lief er, dunkelblau gewandet, zum Hafen hinab, so rasch ihn seine Fuesse trugen. Die Winde nahmen rasch zu. Ein Sturm, der den Himmel zunehmend verdunkelte. Kaum war das Pergament an das naechste Schiff nach Adoran abgegeben, sah er auch schon Hudgarr auf den Docks. Offenbar machte er sich Sorgen ob ihrer weiteren Reise. Dem Captain noch einige Goldstuecke gebend, das er auch sicher das Pergament mit dem schwarzen Siegel abgeben wuerde, trabte er schon hinueber zu Hudgarr, sich ueber die neueste Lage zu erkundigen.*
Ein wenig rueckte er noch auf, bis sein Ruecken sicher an der Wand lag und sein Fuss fest auf der gegenueber liegenden Wand, hatte er sich doch die Fensterbank seines Zimmers ausgesucht, um einen Brief zu schreiben.
Wieder wanderte sein Blick hinaus aus dem Fenster, waehrend er sich mit der Feder gedankenvoll ueber die Lippen strich. Der Himmel war groesstenteils blau – einige fluffige grosse Wolken zeigten sich, wie einsame Eisberge in einer sonst ruhigen blauen See. Die letzten waermenden Sonnenstrahlen fielen direkt auf ihn – er hatte Glueck; sein Zimmer lag auf der Sonnenseite. Ein kleines Laecheln zeigte sich auf seinen Zuegen. Das Wetter war gnaedig mit ihnen gewesen die letzten Tage. Altweibersommer, wie er sein sollte. Angenehm zum doesen, wenn man dazu Zeit hatte... Cyrion hatte gerade Zeit. Die Hoheiten waren an diesem fruehen morgen noch nicht auf. Und Adrian hatte ihm sehr deutlich gemacht, was er von ihm erwartete. So hatte Cyrion an diesem Morgen Zeit – zur Untaetigkeit verdammt.*
“Koorrr.”
*Der kraechzende Laut liess ihn runterblicken. Murelay sass weiter unten auf einem dem Dach eines Erkers.*
Wieder ein Tag, wo sie nicht verletzt wurde...
*Kleinigkeiten, fuer die er dankbar war. Leise atmete er aus, waehrend er das Pergament ansah.*
Liebe Leah...
*Er hatte vorgehabt, ihr zu schreiben, aber nun fehlten ihm die Worte. Er wusste nicht, ob die Hoheiten oder einer der anderen an die Heimat schrieb – noch hatte keiner etwas dazu verlauten lassen. Der Krieger allerdings meinte schon, das man wenigstens den Haushalt wissen lassen sollte, wie es ihnen erging. Und aus den verbliebenen dort kannte er niemanden so gut wie Leah. Leah, die sich immerzu Sorgen um Darna machte. Wie hoch war die Wahrscheinlichkeit, das sie inzwischen schon das eine oder andere Mal unruhig tigerte, waehrend Savea die Post durchging? Der Gedanke zauberte nun doch ein verschmitztes Laecheln auf seine Zuege und er tunkte wieder die Feder in den Tintenbecher, um zu schreiben.*
Liebe Leah,
Wir haben die erste Etappe unserer Reise erreicht und sind in guter Verfassung. Ein Sturm hat uns auf See etwas durchgeschuettelt, aber wir haben ihn gut ueberstanden. Und das obwohl Miladys Medizin gegen Seekrankheit es wohl nicht an Bord geschafft hat, wie wir feststellen mussten. Aber keine Sorge, ich hatte Mutter sei Dank genug fuer uns beide dabei.
Luca tat sein moeglichstes, Murelay abschiessen zu lassen oder mich von Bord werfen zu lassen – aber Geruechte ueber mein Dasein als Rabendiener haben den Vorteil, das, wenn man grimmig genug schaut, man sich nicht traut, mich auch nur schraeg von der Seite an zu sprechen. Nichts desto trotz werde ich Luca wohl mal nackend ueber die Reling haengen, wenn...
*Er hielt inne... nackend...? Konnte er nackend schreiben? War das angemessen? Wieder striff er sich mit der Federspitze ueber die Unterlippe, die Stirn gekraeuselt. Er hatte Gedankenlos darauf los geschrieben... andererseits kannte er Leah recht gut... Und sie wuerde den Brief wohl kaum umherzeigen... Kaum war der Gedanke zuende gedacht, das ihm eine Szene vors Auge sprang - Savea, die den Brief einforderte und ihn Leah dann aus den Haenden riss, als sie verneinte – und dann... er konnte sich irgendwie nicht vorstellen, das sie erroetete, als sie ueber das 'nackend' stolperte – eher wieder ein Kommentar, was ein dummer Bauer er waere...
Ein leises spoettisches Brummeln erklang in seiner Kehle und er schrieb ungestoert weiter.*
...er auf dem naechstem Schiff wieder Geruechte ueber mich und Murelay verbreitet und anstachelt.
Wir wurden hier warm begruesst mit Festlichkeiten und Gastfreundschaft – welche sich leider nicht voll und ganz auf die Bewohner hin erstreckt. Das Fest war wunderbar – Luca scheint entdeckt zu haben, das Maedchen zum Kuessen da sind, gibt es hier mancherlei Geruechte und meine ich auch, ihn mal mit Maedchen gesehen zu haben, kann mich aber auch hier zu irren. Viola... naja ist Viola. Sie verbringt einige Zeit in den hiesigen Kneipen.
Von Darna sehe ich nicht allzu viel – sie inspiziert die Wachmannschaft und tut auch sonst allerlei Darna-ueblichen Sachen, die mit Garde, Religion und Temora zu tun haben.
Sie und Adrian sind seeeehr schwierige Schuetzlinge. Sie tun alles, um einem Leibwaechter das Leben schwer zu machen – Hudgarr und ich haben gut zu tun, sie trotz ihrer Eigenheiten zu beschuetzen. Jemand hat vor ein paar Tagen Adrian grob angepoebelt, er solle verschwinden – das im Schutze der Menge, die um uns herum war. Waere Adrian der Mann, fuer den sie ihn halten, haette er mir und Hudgarr befohlen, sie alle, wie sie da standen, nieder zu metzeln. Aber sie sind zu dumm, das zu begreifen, scheint mir.
*Gedankenvoll schuettelte Cyrion seinen Kopf.*
Zu bloed die Wahrheit zu erkennen, wenn sie einem einen Stock in den Arsch rammte – allerdings.
*Aber was sollte man tun? Mehr als nachsichtig sein und versuchen, mit den Leuten allein zu reden, ging nicht, wenn man nicht tatsaechlich das Scheusal sein wollte, fuer das man gehalten wurde. Nachdenklich schrieb er weiter.*
Adrian will sehen, das er der Geruechte Herr wird, solange er hier ist. Schadensbegrenzung, denke ich.
Eine weitere Sache, die mich und Hudgarr beschaeftigt, ist ein silberhaariger Mann, der anscheinend Interesse an Adrian gefunden hat. Wir schaffen es nicht, seiner habhaft zu werden – er ist uns immer einen Schritt vorraus, doch allerdings oft in Sichtweite. Kein Name, kein Gesicht, nur immer der ferne Eindruck von silbernen Haaren, wie Adrian sie hat. Er hat uns verboten, dem Mann nach zu jagen. Glaubt, er koennte ein neugieriger Silberdrache sein.
*Leicht schnippte er sich mit der Federspitze gegen die Nase. Er wuerde sich wahrhaftig wohler fuehlen, wenn er wirklich ein Drache waere, aber solange sie es nicht wussten... Nein seine Hoheit machte es ihnen wahrhaftig nicht leicht... Wieder schrieb er weiter, ab und an die Feder in die Tinte tunkend.*
Ich werde trotzdem weiter versuchen, den Mann zu sprechen, wenn denn schon nicht einzufangen. Da er anscheinend sich auf Anhieb mit Murelay angefreundet hat – ich wuerde eher sagen, sie wie wie Feen mit Glamour bezaubert hat - hab ich beschlossen, Murelay einen Zettel ans Bein zu binden mit einer simplen Nachricht, das wir ihn in Frieden zu sprechen wuenschen. Ich hab zwar keine Ahnung, wie man mit Drachen redet – sollte er wirklich einer sein, aber ich denke, Hoeflichkeit und Vernunft ist etwas, mit dem man auch einem doch eher den Menschen wohlgesonnenen Drachen begegnen kann. Sollte er zustimmen, werde ich es seine Hoheit wissen lassen. Untaetig rumsitzen, waehrend ein Fremder um seine Hoheit herumscharwenzelt ist jedenfalls nicht meine Art noch meine...
*Ein Windstoss liess die eine Ecke der Seite flattern und er zog rasch die Feder vom Pergament. Wolken waren aufgezogen. Waren von seinem Ruecken hinter dem Gebaeude hervorgekrochen und nahmen nun den Himmel ein. Eine neue Boehe liess das Papier flattern. Ein Sturm war im Begriff, das schoene Wetter zu verderben. Den Mund verziehend, blickte er auf. Besser, wenn er sich mit dem Brief beeilte und ihn aufgab, bevor die Schiffer meinten, im Hafen verbleiben zu muessen.*
...Aufgabe. Naja ich werde sehen, was noch alles passieren wird. Wir werden wohl in den naechsten paar Tagen wieder weitersegeln.
Ich werde dir wieder schreiben, wenn ich die Zeit finde. Gruess mir Savea, Ira und wer dir noch so begegnet, den einer von uns kennt.
Lass es dir gut gehen und mach dir nicht so viele Sorgen. Immer Laecheln!
Cyrion
*Es fehlte nur noch etwas Sand, dann war der Brief abreise fertig. Ein Umhang wurde gegriffen, dann lief er, dunkelblau gewandet, zum Hafen hinab, so rasch ihn seine Fuesse trugen. Die Winde nahmen rasch zu. Ein Sturm, der den Himmel zunehmend verdunkelte. Kaum war das Pergament an das naechste Schiff nach Adoran abgegeben, sah er auch schon Hudgarr auf den Docks. Offenbar machte er sich Sorgen ob ihrer weiteren Reise. Dem Captain noch einige Goldstuecke gebend, das er auch sicher das Pergament mit dem schwarzen Siegel abgeben wuerde, trabte er schon hinueber zu Hudgarr, sich ueber die neueste Lage zu erkundigen.*
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Savea Falkenlohe
- Beiträge: 1
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Als die Post eintraf, nahm sie das Schreiben und legte es ungeöffnet auf Leahs Bett.
Sie nahm sich vor, später zu fragen, ob etwas darin stand, was von dem Wohlergehen aller Reisenden berichtete, oder ob es rein persönliches an Leah beinhaltete.
Das später sollte allerdings ein sehr viel später werden, denn längst stand sie am Mineneingang, um jenen mit allen anderen Freiwilligen freizulegen, oder zumindest dem Versuch nachzugehen.
Sie nahm sich vor, später zu fragen, ob etwas darin stand, was von dem Wohlergehen aller Reisenden berichtete, oder ob es rein persönliches an Leah beinhaltete.
Das später sollte allerdings ein sehr viel später werden, denn längst stand sie am Mineneingang, um jenen mit allen anderen Freiwilligen freizulegen, oder zumindest dem Versuch nachzugehen.
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Darna von Hohenfels
Tack, tack, tack, tack, tack... Pause. Dann wieder: Tack, tack... ein Schaben auf Holz, eine kaum nennenswerte Unterbrechung für weiteres tack, tack, tack... er kümmerte sich nicht weiter um das Geräusch. Nach vier mißlungenen Versuchen hatte er endlich sein Opfer vor sich und war fest entschlossen, es nicht noch einmal entkommen zu lassen. Er hatte sich von einer Höhe gestürzt, war von lästigen Schlingen behindert worden, doch das Objekt seiner Begierde war einfach zu verlockend. Groß, bunt, weich, und es hatte diese wundervollen Fransen... sie würden sein werden!
Ein lautes Geräusch brach in eine plötzlich hereingebrochene Stille, die er nicht beachtet hatte. Zwei Silben, scharf, erbost: "Schande!" Er drehte sich um...
Ihr Blick fiel auf Aaryon, der bei ihrem Ausruf von dem Kissen abließ, das sie ihm schon vier Mal weg genommen hatte, um zu verhindern, daß er die Fransen davon abrupfte. Dieser Mini-Knirps war sogar von seiner "Plattform" gekrabbelt, die sie ihm auf ihrem Doppelbett aus Kissen und einer Tagesdecke hergerichtet hatte. Dieses Kissen musste eine unglaubliche Anziehungskraft besitzen. Sie atmete tief angespannt durch, um ihren Zorn nicht auf ihn überschwappen zu lassen, doch zu einem gewissen Teil war es dafür schon zu spät. Ihr Sohn sah sie aus großen Augen so furchtbar weich und baff an, als wolle er ihr sagen: "Das war jetzt nicht wirklich an mich gerichtet, oder?", verzog sein Gesichtchen zu der bekannten Grimasse und fing an, zu weinen.
Tack, tack... mit zwei raschen Schritten war sie bei ihm und sammelte ihn auf, hob ihn auf den Arm und wanderte langsamer durch den Raum, hielt sich auf dem Teppich, um das Geräusch der genagelten Stiefel zu dämpfen. Sie hatte es genossen, wieder welche zu tragen, war gerade von einer ausführlichen Führung durch Kastellgebäude und Übungsplätze zurückgekehrt, als sie von einer besorgten Helferin des hiesigen Heilerhauses noch recht dezent darüber vorgewarnt wurde, daß die Nase eines Burschen versorgt wurde, die von dem Fräulein aus ihrem Gefolge gebrochen worden war. Der Wirt war mit dabei gewesen und hatte erzählt... - es war der Frau anzusehen, daß sie das Ganze gar nicht so recht glauben mochte, doch Darna wusste die Hinweise selber einzusortieren. Ja, Viola konnte eine Nase brechen, daran zweifelte sie keine Sekunde. Drei angetrunkene Burschen, so so. Und die Gaststätte gar nicht so eine Kaschemme, mhm.
Darna erntete selber einen etwas irritierten Blick, als sie der Heilerin in soldatisch-kollegialer Geste beruhigend leicht auf die Schulter klopfte, während sie sich bedankte, aber es fiel kaum mehr ins Gewicht. Dann war die Gräfin über den Hof zurück ins Gebäude marschiert, jeder einzelne Schritt kündete von der Energie dahinter, und Hudgarr, der sie zu der Inspektion begleitet hatte, bekam einen Unheil ahnen lassenden Auftrag:
"Viola und Luca. Ich möchte sie sprechen. Beide."
Während sie Aaryon beruhigend an der Schulter schaukelte, schweiften ihre Gedanken schon wieder ab. Schande... das war das Ergebnis allen Ausmalens, was sie sich hier auf Drachenfels gerade einbrockten. Erst knutschte der eine auf offener Straße herum, und nun fing die andere an, sich in Kneipen blutige Prügeleien zu geben. Darna kam wieder das Bild vor Augen, wie Adrian sich vor diesen Metzger drängte und zu schlichten versuchte... Hudgarr tat ihr leid. Cyrion auch - etwas weniger, aber nun gut. Sie verstand Adrian... und auch wieder nicht. Er tat alles, um sich als verständnisvoller und volksnaher Lehnsherr zu beweisen. Und dann... es begann wieder zu brodeln in ihr, als es an der Tür klopfte und sie beförderte Aaryon zurück auf sein Krabbelpodest, zog sich die Weste zurecht. "Herein!"
Noch während Viola und Luca herein kamen, fragte sich Darna erneut, ob es schlau war, sich beide im Doppelpaket vorzuknöpfen - sie mochten sich argumentativ gegen sie verschwören. Andererseits lag ihr daran, Luca auch vor Augen zu halten, daß nicht immer nur er die Regengüsse abbekam, weil er ein Junge war. Ein kurzer Blickkontakt mit Hudgarr reichte für eine stille Verständigung, er möge das Zimmer verlassen. Die beiden Delinquenten mussten danach mal wieder die Musterung über sich ergehen lassen, die einem das Gefühl nahelegte, in einem löchrigen Kartoffelsack vor Darna zu stehen. Womöglich waren die beiden das aber auch schon mehr gewohnt als jüngst die drachenfelser Soldaten, gerade von ihr. Der schneidende Ton wirkte jedoch jedes Mal wieder frisch und engagiert, legte den Hörenden nahe, die Luft anzuhalten und einen Schauer über den Rücken jagen zu lassen.
"Ich weiß nicht, ob ihr beide es schon mitbekommen habt, aber wir sind nicht zum Spaß hier."
Eine eiserne Feststellung, ein Tadel, die erste Klatsche. Die Standpauke hatte begonnen. "Gerade Adrian ist hier verpflichtet, den Menschen zu beweisen, daß sie nach Jahren einer Schreckensherrschaft, Willkür und Knechtung einen Herrscher bekommen haben, mit dem das vorbei ist." Sie betonte die letzten Worte des Satzes sorgfältig, starrte die beiden an. Wie üblich in solchen Situationen war ihre eigene Haltung kerzengerade, die Arme eng am Körper, die Hände auf dem Rücken. "Einen gütigen Lehnsherrn. Einer, der Probleme löst. Einen ordentlichen Menschen. Pflichtbewusst. Solide. Zuverlässig. Anständig. Friedliebend.. All das soll Adrian hier präsentieren, beweisen, vorleben... Und ihr untergrabt das!" Ihre Stimme war übergangslos lauter geworden, und auch wenn sie nicht schrie, es reichte erneut, um Aaryon aus seinen kleinkindlichen Tagträumen zu reißen und zum Protest zu animieren. Für einen Moment geriet die Gardinenpredigt ins Stocken, plötzlich klopfte es verhalten an einer Seitentür und das Fräulein, das sich hier vornehmlich mit um den Kleinen kümmerte, trat ein, um sich der Situation offenbar gewahr knicksend Aaryon zu schnappen und den Erben aus der Gewitterfront zu bringen. Darna beobachtete es äußerlich reglos, hinter der Stirn begann jedoch sofort wieder das Gedankenkarussell: Sie waren nirgends alleine und man konnte alles gegen sie auslegen. Sie hätte Viola und Luca in einem anderen Zimmer auszählen sollen. Sie machte gerade auch keine bessere Figur, wollte man ihre mütterlichen Qualitäten in Frage stellen. Zu der Seitentür deutend und grob aus dem Fenster, wo man in etwa den Hafen vermuten mochte, schimpfte sie ein wenig leiser weiter:
"Falls es euch noch nicht aufgefallen ist: Das, was ich gerade gesagt habe, hat sehr wohl etwas mit euch zu tun! Denn jeder, der mit Adrian als sein Gefolge das Schiff verlassen hat, wird als Teil von ihm wahrgenommen. Alles... - alles! was ihr tut, fällt auf ihn zurück. Und alles, was dabei im Schlechten auffällt, zählt doppelt. Über alles! könnte getratscht werden. Glückwunsch Luca, dein kleines Erlebnis war vermutlich gleich der erste Beweis, was für Nachteile es haben kann, wenn man 'zu uns' gehört." Sie sah ihn direkt an, der Blick barg neben der Härte etwas mitleidiges. Verprellte sie ihn gerade ein weiteres mal? Die Stimme wurde etwas milder im Bemühen, aufzuzeigen: "Alles ist wichtiger. Jeder Schritt könnte ein Fehler sein. Gleichzeitig kann jeder richtige Schritt dann eine Menge von Anerkennung bringen, die ansonsten kaum möglich wäre. Aber ihr seid hier keine einzelnen Personen... ihr seid hier Teil des Grafen, und die Menschen hier bilden sich ihr Urteil über ihn zum ersten Mal." Sie sah dabei wieder beide an, und als der Blick Viola traf, war auch gut eine bereits bekannte bittere Enttäuschung zu sehen, die Worte fast flehend eindringlich: "Helft ihm dabei, verflixt noch eins, statt daß wir nicht mal so schnell die Probleme lösen können, wie ihr sie anschleppt! Soll es hier in Drachenfels heißen, dieser schäbige neue Adel stellt den Mädchen nach und prügelt sich in Kneipen mit den Bürgern, weil sein Gefolge sich nicht benehmen und zurückhalten kann? Schande noch eins! Vio, du solltest es besser wissen! War dein Auftritt am ersten Abend so unglaubwürdiges Theater, daß du den Eindruck nicht mal ein paar Tage hier halten kannst? Soll das ein Vorgeschmack dessen sein, was uns in der Hauptstadt mit euch erwartet?! Bei meinen Eltern? Ich sperr euch in den Schuppen hinter'm Ententeich und hol euch erst wieder raus, wenn wir abreisen!", drohte sie nun letztlich, dann holte sie tief Luft. Was sie dann sagte, klang gefasst, überlegt, nicht erst just entschieden: "Viola... Du gehst nicht mehr alleine los. Ob zum einkaufen oder auf ein Glas Wein oder auch nur für einen Verdauungsspaziergang in die Stadt, das ist mir egal; du verlässt den Schloßbereich nicht mehr ohne eine erwachsene Begleitung." Ihr Blick fiel auf Luca, ein deutliches: "Und nein, als Begleitung dann Luca zu nehmen, meine ich eindeutig nicht. Ich fasse es nicht, daß das hier notwendig ist."
Nochmal Durchatmen. Sie könnte die beiden noch zwei Stunden zutexten. Sie wandte sich ab, ein abgeschottetes "Hinaus mit euch" bildete ihren Abschluß.
Ein lautes Geräusch brach in eine plötzlich hereingebrochene Stille, die er nicht beachtet hatte. Zwei Silben, scharf, erbost: "Schande!" Er drehte sich um...
Ihr Blick fiel auf Aaryon, der bei ihrem Ausruf von dem Kissen abließ, das sie ihm schon vier Mal weg genommen hatte, um zu verhindern, daß er die Fransen davon abrupfte. Dieser Mini-Knirps war sogar von seiner "Plattform" gekrabbelt, die sie ihm auf ihrem Doppelbett aus Kissen und einer Tagesdecke hergerichtet hatte. Dieses Kissen musste eine unglaubliche Anziehungskraft besitzen. Sie atmete tief angespannt durch, um ihren Zorn nicht auf ihn überschwappen zu lassen, doch zu einem gewissen Teil war es dafür schon zu spät. Ihr Sohn sah sie aus großen Augen so furchtbar weich und baff an, als wolle er ihr sagen: "Das war jetzt nicht wirklich an mich gerichtet, oder?", verzog sein Gesichtchen zu der bekannten Grimasse und fing an, zu weinen.
Tack, tack... mit zwei raschen Schritten war sie bei ihm und sammelte ihn auf, hob ihn auf den Arm und wanderte langsamer durch den Raum, hielt sich auf dem Teppich, um das Geräusch der genagelten Stiefel zu dämpfen. Sie hatte es genossen, wieder welche zu tragen, war gerade von einer ausführlichen Führung durch Kastellgebäude und Übungsplätze zurückgekehrt, als sie von einer besorgten Helferin des hiesigen Heilerhauses noch recht dezent darüber vorgewarnt wurde, daß die Nase eines Burschen versorgt wurde, die von dem Fräulein aus ihrem Gefolge gebrochen worden war. Der Wirt war mit dabei gewesen und hatte erzählt... - es war der Frau anzusehen, daß sie das Ganze gar nicht so recht glauben mochte, doch Darna wusste die Hinweise selber einzusortieren. Ja, Viola konnte eine Nase brechen, daran zweifelte sie keine Sekunde. Drei angetrunkene Burschen, so so. Und die Gaststätte gar nicht so eine Kaschemme, mhm.
Darna erntete selber einen etwas irritierten Blick, als sie der Heilerin in soldatisch-kollegialer Geste beruhigend leicht auf die Schulter klopfte, während sie sich bedankte, aber es fiel kaum mehr ins Gewicht. Dann war die Gräfin über den Hof zurück ins Gebäude marschiert, jeder einzelne Schritt kündete von der Energie dahinter, und Hudgarr, der sie zu der Inspektion begleitet hatte, bekam einen Unheil ahnen lassenden Auftrag:
"Viola und Luca. Ich möchte sie sprechen. Beide."
Während sie Aaryon beruhigend an der Schulter schaukelte, schweiften ihre Gedanken schon wieder ab. Schande... das war das Ergebnis allen Ausmalens, was sie sich hier auf Drachenfels gerade einbrockten. Erst knutschte der eine auf offener Straße herum, und nun fing die andere an, sich in Kneipen blutige Prügeleien zu geben. Darna kam wieder das Bild vor Augen, wie Adrian sich vor diesen Metzger drängte und zu schlichten versuchte... Hudgarr tat ihr leid. Cyrion auch - etwas weniger, aber nun gut. Sie verstand Adrian... und auch wieder nicht. Er tat alles, um sich als verständnisvoller und volksnaher Lehnsherr zu beweisen. Und dann... es begann wieder zu brodeln in ihr, als es an der Tür klopfte und sie beförderte Aaryon zurück auf sein Krabbelpodest, zog sich die Weste zurecht. "Herein!"
Noch während Viola und Luca herein kamen, fragte sich Darna erneut, ob es schlau war, sich beide im Doppelpaket vorzuknöpfen - sie mochten sich argumentativ gegen sie verschwören. Andererseits lag ihr daran, Luca auch vor Augen zu halten, daß nicht immer nur er die Regengüsse abbekam, weil er ein Junge war. Ein kurzer Blickkontakt mit Hudgarr reichte für eine stille Verständigung, er möge das Zimmer verlassen. Die beiden Delinquenten mussten danach mal wieder die Musterung über sich ergehen lassen, die einem das Gefühl nahelegte, in einem löchrigen Kartoffelsack vor Darna zu stehen. Womöglich waren die beiden das aber auch schon mehr gewohnt als jüngst die drachenfelser Soldaten, gerade von ihr. Der schneidende Ton wirkte jedoch jedes Mal wieder frisch und engagiert, legte den Hörenden nahe, die Luft anzuhalten und einen Schauer über den Rücken jagen zu lassen.
"Ich weiß nicht, ob ihr beide es schon mitbekommen habt, aber wir sind nicht zum Spaß hier."
Eine eiserne Feststellung, ein Tadel, die erste Klatsche. Die Standpauke hatte begonnen. "Gerade Adrian ist hier verpflichtet, den Menschen zu beweisen, daß sie nach Jahren einer Schreckensherrschaft, Willkür und Knechtung einen Herrscher bekommen haben, mit dem das vorbei ist." Sie betonte die letzten Worte des Satzes sorgfältig, starrte die beiden an. Wie üblich in solchen Situationen war ihre eigene Haltung kerzengerade, die Arme eng am Körper, die Hände auf dem Rücken. "Einen gütigen Lehnsherrn. Einer, der Probleme löst. Einen ordentlichen Menschen. Pflichtbewusst. Solide. Zuverlässig. Anständig. Friedliebend.. All das soll Adrian hier präsentieren, beweisen, vorleben... Und ihr untergrabt das!" Ihre Stimme war übergangslos lauter geworden, und auch wenn sie nicht schrie, es reichte erneut, um Aaryon aus seinen kleinkindlichen Tagträumen zu reißen und zum Protest zu animieren. Für einen Moment geriet die Gardinenpredigt ins Stocken, plötzlich klopfte es verhalten an einer Seitentür und das Fräulein, das sich hier vornehmlich mit um den Kleinen kümmerte, trat ein, um sich der Situation offenbar gewahr knicksend Aaryon zu schnappen und den Erben aus der Gewitterfront zu bringen. Darna beobachtete es äußerlich reglos, hinter der Stirn begann jedoch sofort wieder das Gedankenkarussell: Sie waren nirgends alleine und man konnte alles gegen sie auslegen. Sie hätte Viola und Luca in einem anderen Zimmer auszählen sollen. Sie machte gerade auch keine bessere Figur, wollte man ihre mütterlichen Qualitäten in Frage stellen. Zu der Seitentür deutend und grob aus dem Fenster, wo man in etwa den Hafen vermuten mochte, schimpfte sie ein wenig leiser weiter:
"Falls es euch noch nicht aufgefallen ist: Das, was ich gerade gesagt habe, hat sehr wohl etwas mit euch zu tun! Denn jeder, der mit Adrian als sein Gefolge das Schiff verlassen hat, wird als Teil von ihm wahrgenommen. Alles... - alles! was ihr tut, fällt auf ihn zurück. Und alles, was dabei im Schlechten auffällt, zählt doppelt. Über alles! könnte getratscht werden. Glückwunsch Luca, dein kleines Erlebnis war vermutlich gleich der erste Beweis, was für Nachteile es haben kann, wenn man 'zu uns' gehört." Sie sah ihn direkt an, der Blick barg neben der Härte etwas mitleidiges. Verprellte sie ihn gerade ein weiteres mal? Die Stimme wurde etwas milder im Bemühen, aufzuzeigen: "Alles ist wichtiger. Jeder Schritt könnte ein Fehler sein. Gleichzeitig kann jeder richtige Schritt dann eine Menge von Anerkennung bringen, die ansonsten kaum möglich wäre. Aber ihr seid hier keine einzelnen Personen... ihr seid hier Teil des Grafen, und die Menschen hier bilden sich ihr Urteil über ihn zum ersten Mal." Sie sah dabei wieder beide an, und als der Blick Viola traf, war auch gut eine bereits bekannte bittere Enttäuschung zu sehen, die Worte fast flehend eindringlich: "Helft ihm dabei, verflixt noch eins, statt daß wir nicht mal so schnell die Probleme lösen können, wie ihr sie anschleppt! Soll es hier in Drachenfels heißen, dieser schäbige neue Adel stellt den Mädchen nach und prügelt sich in Kneipen mit den Bürgern, weil sein Gefolge sich nicht benehmen und zurückhalten kann? Schande noch eins! Vio, du solltest es besser wissen! War dein Auftritt am ersten Abend so unglaubwürdiges Theater, daß du den Eindruck nicht mal ein paar Tage hier halten kannst? Soll das ein Vorgeschmack dessen sein, was uns in der Hauptstadt mit euch erwartet?! Bei meinen Eltern? Ich sperr euch in den Schuppen hinter'm Ententeich und hol euch erst wieder raus, wenn wir abreisen!", drohte sie nun letztlich, dann holte sie tief Luft. Was sie dann sagte, klang gefasst, überlegt, nicht erst just entschieden: "Viola... Du gehst nicht mehr alleine los. Ob zum einkaufen oder auf ein Glas Wein oder auch nur für einen Verdauungsspaziergang in die Stadt, das ist mir egal; du verlässt den Schloßbereich nicht mehr ohne eine erwachsene Begleitung." Ihr Blick fiel auf Luca, ein deutliches: "Und nein, als Begleitung dann Luca zu nehmen, meine ich eindeutig nicht. Ich fasse es nicht, daß das hier notwendig ist."
Nochmal Durchatmen. Sie könnte die beiden noch zwei Stunden zutexten. Sie wandte sich ab, ein abgeschottetes "Hinaus mit euch" bildete ihren Abschluß.
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Viola Ser´Rhal
Sie hatte sie nicht einmal angehört. Viola starrte auf Darnas Rücken, was glaubte sie eigentlich wieso sie das getan hatte? Aus Spaß um sie und die anderen bloß zu stellen? Sie kannte diesen Blick, den Darna ihr zugeworfen hatte, es war einer von vielen den sie bereits kassiert hatte, aber dieses eine mal war er ungerechtfertigt. „Ich will mal sehen wie du reagiert hättest wenn jemand einen toten Angehörigen von dir mit einer Hure gleichsetzt. Was hättest du getan? Gelächelt? Sie einfach ignoriert und gegangen? Drüber gestanden und riskiert dass sie es die nächsten Tage immer wieder machen?“ und dann sagte sie etwas, was sie selbst im Nachhinein überraschte „Was hättest du gemacht wenn so jemand in der Weise über Andrey hergezogen hätte?“ und ohne auf nur irgendeine Antwort zu warten wandte sie sich um, schloss die Türe hinter sich und stiefelte in Richtung ihres Zimmers.
Im Zimmer selbst knallte sie die Türe zu und starrte missmutig aus dem Fenster. Darna wollte dass sie nicht mehr alleine los ging? Nicht ohne einen „Erwachsenen“? Was war Viola denn? Sie WAR Erwachsen, sie hatte sich von ihrer guten Seite gezeigt, aber sie war niemand der alles eiskalt über sich ergehen ließ. Ganz gleich wen sie repräsentierte, alles hatte seine Grenzen und wer über ihre verstorbene Schwester anfing Beschimpfungen abzulassen, der verdiente eine Abreibung. Darna wollte dass sie nicht mehr alleine unterwegs war? Sie würde es ihr noch viel einfacher machen, sie würde dieses verdammte Zimmer nicht einmal mehr verlassen. Sie merkte wie die Wut in ihr aufkochte. Jedesmal hatte es sie tief berührt wenn Darna auf sie sauer gewesen war, jedesmal hatte sie am liebsten im Boden versinken wollen, aber nicht heute, nicht diesesmal. Sie war keine emotionslose, kühle Marionette die sich beleidigen ließ, und was wären die Alternativen gewesen? Denen die kalte Schulter zu zeigen und ihnen damit alle Türen zu öffnen für weitere Beleidigungen? Vielleicht zu Darna gehen und petzen? Sie war kein verdammtes Kind! Reden? Oh natürlich, Besoffene ließen ja immer mit sich reden; nein, solche Sachen konnte man nur mit einer klaren Aktion unterbinden und sie hatte das getan.
Ihre Augen verengten sich wütend, sie drehte sich um, ballte die rechte zur Faust und schlug mit voller Wucht gegen das Erstbeste, dass sie nicht kaputt machen konnte, um nicht noch mehr Ärger zu bekommen. In ihrem Fall war dass die Wand und als die Faust auf das harte Gestein traf, jagte ein dumpfer und pochender Schmerz durch ihre Faust der ihr sogar einen unterdrückten Schmerzlaut entgleiten ließ, doch es half, es half auch als sie noch zwei weitere male gegen das harte Gestein schlug und damit all die Wut aus sich heraus schlug. Als sie fertig war, starrte sie mit tränenden Augen auf ihre Faust, die sich bereits bläulich verfärbt hatte, der pochende Schmerz würde ihr noch eine ganze Weile bleiben und so ließ sie sich auf ihr Bett sinken.
Wie so oft nach solchen Wutanfällen kamen die anderen Gedanken. Sie fühlte sich immer noch im recht, und noch viel mehr war sie darüber enttäuscht, dass Darna sie nicht einmal gefragt hatte, wieso sie das getan hatte. Sie hatte ihr und den anderen doch gezeigt dass sie nur ein gutes Bild abgeben wollte, aber hieß das gleichzeitig auch, zu einer lächelnden und gleichgültigen Puppe zu werden? Erste Zweifel wuchsen, ob sie überhaupt richtig hier war, ob es nicht einfach nur eine dumme Idee gewesen war, die Reise mit anzutreten und vor allem kam ihr wieder die gleiche Frage auf wie immer; wie oft würde sie Darna noch ungewollt enttäuschen? Das einzige was sie wollte, war bei ihr zu sein, ein Auge auf sie zu werfen und ihr zu zeigen, dass sie für Darna da war, doch was brachte dieser gute Wille wenn sie eh früher oder später immer alles kaputt machte? Sie drehte sich auf den Rücken, ignorierte die schmerzende Hand und starrte an die Decke und gab sich ihren Gedanken hin, vielleicht einmal wieder zu viel als gut für sie war. Und tatsächlich, die nächsten Tage sah man sie nicht einmal das Zimmer verlassen.
Im Zimmer selbst knallte sie die Türe zu und starrte missmutig aus dem Fenster. Darna wollte dass sie nicht mehr alleine los ging? Nicht ohne einen „Erwachsenen“? Was war Viola denn? Sie WAR Erwachsen, sie hatte sich von ihrer guten Seite gezeigt, aber sie war niemand der alles eiskalt über sich ergehen ließ. Ganz gleich wen sie repräsentierte, alles hatte seine Grenzen und wer über ihre verstorbene Schwester anfing Beschimpfungen abzulassen, der verdiente eine Abreibung. Darna wollte dass sie nicht mehr alleine unterwegs war? Sie würde es ihr noch viel einfacher machen, sie würde dieses verdammte Zimmer nicht einmal mehr verlassen. Sie merkte wie die Wut in ihr aufkochte. Jedesmal hatte es sie tief berührt wenn Darna auf sie sauer gewesen war, jedesmal hatte sie am liebsten im Boden versinken wollen, aber nicht heute, nicht diesesmal. Sie war keine emotionslose, kühle Marionette die sich beleidigen ließ, und was wären die Alternativen gewesen? Denen die kalte Schulter zu zeigen und ihnen damit alle Türen zu öffnen für weitere Beleidigungen? Vielleicht zu Darna gehen und petzen? Sie war kein verdammtes Kind! Reden? Oh natürlich, Besoffene ließen ja immer mit sich reden; nein, solche Sachen konnte man nur mit einer klaren Aktion unterbinden und sie hatte das getan.
Ihre Augen verengten sich wütend, sie drehte sich um, ballte die rechte zur Faust und schlug mit voller Wucht gegen das Erstbeste, dass sie nicht kaputt machen konnte, um nicht noch mehr Ärger zu bekommen. In ihrem Fall war dass die Wand und als die Faust auf das harte Gestein traf, jagte ein dumpfer und pochender Schmerz durch ihre Faust der ihr sogar einen unterdrückten Schmerzlaut entgleiten ließ, doch es half, es half auch als sie noch zwei weitere male gegen das harte Gestein schlug und damit all die Wut aus sich heraus schlug. Als sie fertig war, starrte sie mit tränenden Augen auf ihre Faust, die sich bereits bläulich verfärbt hatte, der pochende Schmerz würde ihr noch eine ganze Weile bleiben und so ließ sie sich auf ihr Bett sinken.
Wie so oft nach solchen Wutanfällen kamen die anderen Gedanken. Sie fühlte sich immer noch im recht, und noch viel mehr war sie darüber enttäuscht, dass Darna sie nicht einmal gefragt hatte, wieso sie das getan hatte. Sie hatte ihr und den anderen doch gezeigt dass sie nur ein gutes Bild abgeben wollte, aber hieß das gleichzeitig auch, zu einer lächelnden und gleichgültigen Puppe zu werden? Erste Zweifel wuchsen, ob sie überhaupt richtig hier war, ob es nicht einfach nur eine dumme Idee gewesen war, die Reise mit anzutreten und vor allem kam ihr wieder die gleiche Frage auf wie immer; wie oft würde sie Darna noch ungewollt enttäuschen? Das einzige was sie wollte, war bei ihr zu sein, ein Auge auf sie zu werfen und ihr zu zeigen, dass sie für Darna da war, doch was brachte dieser gute Wille wenn sie eh früher oder später immer alles kaputt machte? Sie drehte sich auf den Rücken, ignorierte die schmerzende Hand und starrte an die Decke und gab sich ihren Gedanken hin, vielleicht einmal wieder zu viel als gut für sie war. Und tatsächlich, die nächsten Tage sah man sie nicht einmal das Zimmer verlassen.
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Hudgarr Stolzenfels
- Beiträge: 6
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Hudgarr hatte vor der Tür keine Probleme, der Standpauke zu folgen. Darna war nicht eben leise.
Nachdem sie geendet hatte und die beiden abgezogen waren, klopfte er an der Tür und trat auf ihren Geheiss ein. Hudgarr fragte sehr leise "Lady Darna, wie lange sollen wir seine Hoheit noch so darstellen, als sei er ein total verweichlichter Herscher, welcher sich immer vor sein Gefolge stellen muss, dass sich nicht einmal selber verteidigen kann? Er muss sich selbst vor seine Leibwachen stellen, damit denen nichts geschieht!
Meine Nachforschungen zu dem Vorfall mit Viola haben ergeben, dass sie sich sehr lange beherschte. Wäre ich dabei gewesen, hätte ich dem Burschen für seine Aussagen 20 Peitschenhiebe verpasst.
Es ist gut zu zeigen, dass seine Hoheit kein Tyrann ist. Aber es sollte auch klar sein, dass sie ihn und auch sein Gefolge nicht wie Affen und Landstreicher behandeln dürfen. Respekt muss sein, ohne geht es nicht.
Dieser Bursche behandelte Viola wie eine Hure und hat dafür eine, meiner Meinung nach, sehr milde Strafe bekommen.
Nachdem sie geendet hatte und die beiden abgezogen waren, klopfte er an der Tür und trat auf ihren Geheiss ein. Hudgarr fragte sehr leise "Lady Darna, wie lange sollen wir seine Hoheit noch so darstellen, als sei er ein total verweichlichter Herscher, welcher sich immer vor sein Gefolge stellen muss, dass sich nicht einmal selber verteidigen kann? Er muss sich selbst vor seine Leibwachen stellen, damit denen nichts geschieht!
Meine Nachforschungen zu dem Vorfall mit Viola haben ergeben, dass sie sich sehr lange beherschte. Wäre ich dabei gewesen, hätte ich dem Burschen für seine Aussagen 20 Peitschenhiebe verpasst.
Es ist gut zu zeigen, dass seine Hoheit kein Tyrann ist. Aber es sollte auch klar sein, dass sie ihn und auch sein Gefolge nicht wie Affen und Landstreicher behandeln dürfen. Respekt muss sein, ohne geht es nicht.
Dieser Bursche behandelte Viola wie eine Hure und hat dafür eine, meiner Meinung nach, sehr milde Strafe bekommen.