Ich packe meinen Koffer und nehme mit...

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Adrian von Hohenfels

Beitrag von Adrian von Hohenfels »

Die erste Nacht, nachdem man sich zu sehr später Stunde.. oder war es gar eine sehr frühe Stunde?.. vom Fest verabschiedet hatte, konnte man als seltsam beschreiben. Etwas fehlte, wenngleich er sich sicher war, Darna würde im Leben nicht behaupten, dass es ihr ebenso fehlte. Alles war ruhig und der Umstand, dass man sich nichtmal während des Einschlafversuches dagegen wehren musste, dank des Seeganges von der Schlafstätte zu fallen, brauchte eine gewisse Gewöhnungszeit. Noch lauschte er ein wenig in die Umgebung und sei es nur um festzustellen, ob Luca sich doch noch des Nachts wieder aus den ungewohnten Räumlichkeiten davonschlich, nachdem er sie schlafend wähnte. Sie waren wohl sozusagen tatsächlich daheim, denn das hier war unstreitbar sein Lehen. Es musste dennoch nicht gleich in der ersten Nacht feststellbar werden, was durch Lucas Anwesenheit zu erwarten wäre.

Irgendwann jedoch musste man ihn ob der ruhigen Atemzüge Darnas auch nicht mehr schlafend wähnen. Mit dem Gedanken, dass sie es gewiss geniessen würde, endlich auf ruhigem Untergrund einmal durchzuschlafen, versank er selbst in die Traumwelt. Um Aaryon musste man sich an diesem Abend nicht sorgen. Er war in seinem doch noch recht kurzen Leben vermutlich nie gleichzeitig von derartig vielen eifrigen Personen umsorgt worden. Und er konnte nicht umhin festzustellen, dass an diesem Ort sein Vertrauen tatsächlich stark genug war, nicht auf jede Fingerbewegung derer zu achten, die um Aaryon herum waren. Es war nicht Gerimor und Verrat mochte hier vermutlich nicht an jeder Ecke lauern. Er konnte in diesem Moment noch nicht erahnen, wie man auch mit dieser Hoffnung irren kann.

Als am nächsten Morgen Hudgarr noch vor dem Frühstück über seine Beobachtung sprach, mochte sein Blick die Verwirrung mehr als deutlich machen. Woraufhin Hudgarr natürlich umso mehr auf eine Erklärung drang. Was sollte er dazu sagen? Etwa: "Sorgt euch nicht Hudgarr! Es war vermutlich nur ein Silberdrachen, der mit uns der feierte. Nichts außergewöhnliches, solche Dinge kommen vor?" Er wiegelte lediglich seine Neugier mit den Worten ab, dass er im Augenblick nicht darüber sprechen wolle, aber von dem Manne gewiss keine Gefahr ausginge, solang man selbst sich benehme und nicht auf Drachenjagd ginge oder ähnliche Dummheiten plane. Natürlich wurde Luca hellhörig, er würde ihm besser später etwas über Drachenfels zu erklären haben oder aber besser noch er schickte ihn zur Familie derer van Drachenfels. Wer konnte dies besser erklären und berichten, als jene die hier geboren und aufgewachsen waren?
Zuletzt geändert von Adrian von Hohenfels am Samstag 19. September 2009, 11:06, insgesamt 3-mal geändert.
Hudgarr Stolzenfels
Beiträge: 6
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Hudgarr Stolzenfels »

Hudgarr nickte zu Adrians worten und tat so als glaube er ihm das alles in ordnung sei, aber etwas an Adrians Gesichtsausdruck störten ihn. Er sprach mit Cyrion und machte ihm klar, das keiner der hohen Herrschaften ohne Schutz sein dürfe, Tag und Nacht müsse sichergestellt sein, das Hudgarr oder Cyrion eingreifen können sollte jemand etwas böses wollen. Von der Sekunde an wo das Gespräch mit Adrian endete, endete auch jedes vertrauen in die Personen und Gardisten aus Drachenfels.
Von Lilli ließ er sich alle Geheimgänge im Schloss zeigen und durch Soldaten vom Schiff, der Freiheit, sichern. Die Soldaten hatte Hudgarr schon in Adoran kennen gelernt und überprüfte sie bei den Reisevorbereitungen.
Aaryon bekam besonderen Schutz, zu der Sonderbewachung durch Cyrion und Hudgarr wurde auch noch Luca auf ihn angesetzt, er sollte immer aufpassen und sofort sagen wenn ihm was komisch vorkam.
Zuletzt geändert von Hudgarr Stolzenfels am Samstag 19. September 2009, 13:41, insgesamt 2-mal geändert.
Adrian von Hohenfels

Beitrag von Adrian von Hohenfels »

Er war in den Stunden auf Drachenfels weder taub noch blind. Wenngleich er sich um vieles zu kümmern hatte, inklusive dem Kontakt zu den Bürgern selbst, wo ihm der ein oder andere argwöhnische Blick gewiss auch nicht entging. Konnte er es ihnen verdenken? Es war an ihm, den Bürgern zu verdeutlichen, dass hier kein neuer Tyrann seinen Fuß auf Drachenfels gesetzt hatte, sondern die Krone ihnen durch Zuteilung des Lehens neuen Schutz brachte, Beständigkeit nach Zeiten der Sorgen. Es mochte sie hoffentlich beruhigen, dass es ihm gar am Herzen lag, mit der Familie derer van Drachenfels, welche dereinst, bevor sie aus selbst gefasstem Entschluss sich ihres einstigen Standes abwandten, eng zum Wohle des Lehens Hand in Hand zu arbeiten.

Das stete Thema Cyrion und Rabe entging ihm dennoch nicht. Es war kaum gutes zu erwarten, sollten sie auf der Freiheit weiterreisen und sich das Misstrauen gegen Cyrion und den Vogel dort wiederholen. Es gab nur eine Entscheidung zu treffen. So nahm er Cyrion beiseite und belegte ihm mit dem Auftrag, der Mannschaft der "Freiheit" von seinen familiären Hintergründen und seiner Bindung zu den Raben zu berichten, bevor man den nächsten Part der Reise begann. Er konnte nur hoffen, dass sie verstehen und akzeptieren würden, dass sie es hier keinesfalls mit einem Dämonendiener zu tun hatten. Sollte Cyrion dies nicht gelingen, würde man über weitere Möglichkeiten nachzusinnen haben.
Cyrion Sha´Ar

Beitrag von Cyrion Sha´Ar »

Er war doch erleichtert, als er seine Vorraete auffuellen konnte. Die Farben Elbenaus, die er trug, halfen ihm dabei, doch etwas Vertrauen zu gewinnen. Wenigstens genug, das er halbwegs freundlich bedient wurde.
Danach durchwanderte er die Gebaeude und den Festplatz, die Oertlichkeiten ueberpruefend. Er rechnete nicht mit einem Anschlag - nicht hier mitten im Herzen der Stadt, aber dann wiederrum... Eireen war in ihren eigenen Raeumlichkeiten von einem 'Freund' ermordet worden.
Wieder erntete er irritierte Blicke, folgte ihm der Rabe doch und setzte sich dieser gar auf seine Schulter, was Cyrion so offensichtlich nicht stoerte. Als er nach seinem Rundgang zurueck kam, war ein Wachwechsel vonstatten gegangen und die Wachen hatten den Raben auf seiner Schulter als irritierend genug empfunden, ihn erstmal aufzuhalten, trotz seiner Kleidung. Er hatte sich mit den Farben, Wappen und Siegeln der Familie von Elbenau sowie seiner Familie ausweisen muessen - dazu sein Buergerausweis von Adoran. Immerhin waren sie nicht wirklich unfreundlich gewesen - nur sehr vorsichtig.
Die irritierten Blicke hielten an... wann immer der Kolkrabe auf seinem Arm, seiner Schulter oder seinem Sattel landete. Nicht das ihn dies wirklich stoerte - er war es gewohnt. Sogar gewohnt, das er beizeiten eine Kellnerin regelrecht am Arm oder der Schuerze festhalten musste, um nicht ignoriert zu werden. Laestig, aber er konnte damit leben.
Das Fest war im vollen Gange, er hielt sich stehts in der Naehe der Hoheiten auf, genoss aber wie alle anderen das Fest, wenn er auch gewohnheitsmaessig den Blick ab und an schweifen liess. Einmal Waechter - immer Waechter.
Das jemand seinen Herrn beobachtet hatte, war ihm nicht aufgefallen - der Mann hatte sich fuer Cyrion im toten Winkel aufgehalten, an einer Stelle, die Hudgarr von seiner Position bemerken konnte, der Rabenkrieger allerdings nicht. Doch kaum hoerte er am naechsten Tag von Hudgar und seiner Hoheit, das da jemand ein uebermaessiges Interesse an seiner Hoheit hatte, machte er sich Gedanken darum, wie man die Hoheiten beschuetzen sollte... Und ob es Moeglichkeiten gab, etwaige Verfolger erfolgreich einzuschuechtern.
Mit einem ernsten Ausdruck in den Augen betrachtete er das geschwaerzte Leder seiner Familie, welche er aus seiner Reisetasche hob - eine Lederruestung - dazu da, das man sich geschmeidig und vor allem schnell bewegen konnte. Wenn es darum ging, einen fluechtigen Schurken einzufangen...
Oder auch nur einzuschuechtern....
Ein Mundwinkel hob sich. Die schwarze Lederkleidung, die Insignien seiner Familie klar ersichtlich. Der Kreuzgurt mit den Wurfwaffen... ein Koecher mit schwarzen Pfeilen, der Bogen mit den Rabenfedern daran... Die Silberwaffen - samt und sonders mit den Wappen seiner Familie verziert, der Rabe mit der Wildrose.
Wenn die Leute Angst vor ihm hatten und drum Abstand von ihm nahmen - er konnte ihnen soviel Angst einjagen, das sie einen weiiiiten Bogen um ihn schlugen - um ihn und die Hoheiten... Und falls dieser Unbekannte es trotzdem wagen sollte, sich seiner Hoheit zu naehern... Murelay konnte ihm helfen, ihn dingfest zu machen. Silbernes Haar - es wuerde gerade Murelay leicht fallen, das Nistmaterial, fuer das sie eine Vorliebe hatte, zu finden. Der Kerl wuerde vielleicht vor Angst schlottern, weil der Vogel des 'Rabendieners' ihn verfolgte.
Die Tasche mit seiner Ausruestung greifend ging er aus seinen Raum, suchte Hudgarr, wollte er doch mit ihm besprechen, ob dies eine effektive Idee war. Immer noch laechelte er, wissend, das er wenig Respekt von Bewohnern hier erwarten konnte - dank seinem tierischen Begleiter... Aber Furcht... Aye... Aye der Gedanke gefiel ihm. Nicht verstecken, was er war - nur weil diese Dummkoepfe meinten, darin etwas sehen zu muessen, was ihrer kleingeistigen Sicht entsprang und wenig mit der Wahrheit zu tun hatte... Wenn sie ihn ohnehin fuerchteten... sollte er ihnen etwas geben, vor dem sie wirklich Angst haben konnten... Sollten sie den Leibwaechter seiner Hoheit fuerchten. Sollte Angst seiner Hoheit Schild sein.
Zuletzt geändert von Cyrion Sha´Ar am Samstag 19. September 2009, 19:48, insgesamt 1-mal geändert.
Adrian von Hohenfels

Beitrag von Adrian von Hohenfels »

Es sollte in der Tat nicht lang dauern, bis Cyrion nach Verlassen seines Zimmers in dieser Aufmachung vor einem Manne mit silbrigem Haar stand. Man mochte jedoch munkeln, dass jener eben alles andere als furchtsam auf ihn blickte. Deutlich ärgerlich, konnte man diesen Blick eher bezeichnen, bevor Adrian ansetzte Cyrion's Aufzug mit knappen Worten zu kommentieren.

"Es ist mir völlig gleich, welche hohe Familienehre ihr an dieses Wappen und diese Kleidung binden mögt. Nein nicht eure Familienehre ist mir gleich. Aber ihr werdet im Zuge dieser Reise die euch gegebene Dienstkleidung tragen. Sollte euch nicht im entferntesten verdeutlicht sein worum es geht, macht euch vielleicht einmal Gedanken, welchen Eindruck ich in diesem Lehen zu hinterlassen gedenke, welches sich noch in der Erinnerung um einen Unterdrücker, einen Tyrannen bewegt. Es liegt mir fern, aufzeigen zu wollen, dass man mich gefälligst auch ob meiner Begleitung zu fürchten habe und sich mir auch nicht zu nähern habe. Welchen Zweck sollte dieser Aufzug überhaupt beinhalten?"

Mit jedem erklärenden Wort Cyrion's steigerte sich in ihm der unerklärliche Wunsch, Cyrion und Hudgarr für 3 Stunden im Hafenbecken zu wässern, in der Hoffnung derartig verrücktes Gedankengut aus den Köpfen zu waschen. Stattdessen liess er auch Hudgarr vor sich rufen und setzte an zu erklären.

"Ich sorge mich nicht um die Ambitionen dieses Wesen, welches mich offensichtlich auf dem Fest beobachtet hat. Er oder es hat jegliche Berechtigung dies zu tun und ich bin mir gewiss, ich habe auch ihm einiges zu erklären, solltet ihr eure kleidungsbedingte Einschüchterungstaktik hier nicht wie euch angeordnet einstellen Cyrion. Dieser Mann oder eher dieses Wesen, kann mich als durchaus in seiner Pflicht ansehen, ich bin überzeugt, es war jener Silberdrache der mit der Geschichte des hiesigen Lehens unmittelbar verbunden ist. Und der Lehensbehüter hat jedes gegebene Recht, den Lehensverwalter in Augenschein zu nehmen. Höre ich von euch auch nur in irgendeiner Weise etwas von Drachenjagd oder Verfolgung, werde ich mir vor Ort neue Leibwachen für den Rest der Reise anheuern und ihr dürft mit Liliana gen Gerimor zurückkehren. Ihr dürft nun gehen und Cyrion, zieht euch um. Abgesehen davon, habt ihr noch immer einen Auftrag, welcher eure Schritte an Bord der Freiheit lenken sollte. Euch dürfte gewiss ohnehin bewusst geworden sein, wie einschüchternd ihr auf jenes Wesen wirken dürftet. Wegtreten!"

Man erlebte Adrian für den Rest des Tages wohl bemüht seinen hiesig auferlegten Pflichten nachzugehen, vermochte jedoch durchaus eine gewisse Missgestimmtheit zu bemerken. Cyrion jedoch konnte im Laufe des Tages zu erleben, dass Murelay sehr wohl jemanden mit silbrigem Haar entdeckte und sich keineswegs zur Auffindung irgendwelches Nistmaterials auf dessen Schulter niederliess. Auch liess sie sich von möglichem Zurufen Cyrions, sie solle zurückkommen, in diesem Augenblick in keinster Weise animieren die Schulter jenes Mannes zu verlassen. Erst als jener einige für Cyrion aus der Entfernung unhörbare Worte an die Rabendame gerichtet hatte, kehrte sie zu ihm zurück, die Geheimnisse der Worte mochte jedoch die Rabendame einzig mit jenem Manne teilen.
Zuletzt geändert von Adrian von Hohenfels am Sonntag 20. September 2009, 07:17, insgesamt 2-mal geändert.
Hudgarr Stolzenfels
Beiträge: 6
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Hudgarr Stolzenfels »

Hudgarr schaute verdutzt zu Adrian als er die Standpauke bekam, da er sich keiner Einschüchterungsversuche bewusst war. Er trug wie schon auf dem Schiff einfaches Balron Leder, er hatte extra auf seine Plattenrüstung verzichtet da ihm wohl bewusst war wo er sich befindet und welchen Eindruck zughinterlassen gewünscht sei. Zu dem Vorwurf der Drachenjagd, sagte er nur das er seit seiner Einstellung bei seiner Hoheit in Rücksichtnahme auf dessen Verbindung zum Silberdrachen, keine Drachen mehr jage. Sollte seine Hoheit mit seinen Maßnahmen zum Schutze der Familie von Hohenfels unzufrieden sein, würde er selbstredend sofort sein amt fähigeren Leuten überlassen, doch solange er dies Amt inne hat, würde er alles tun um zu verhindern das jemand zuschaden kommt. (Die Wachen sind anwesend, aber es umringen Adrian keine 20 Mann, sie sind mehr im Hintergrund)
Cyrion Sha´Ar

Beitrag von Cyrion Sha´Ar »

Die Miene verdunkelte sich einen Moment, als Adrian ihn wissen liess, was er von seiner Familienehre hielt, doch sickerten, waehrend die Standpauke anhielt, die Emotionen aus seinem Gesicht, liessen starre nichtssagende Zuege zurueck. Ein Anlitz, das zur Gesamtwirkung betrug, als das es ihn auch nur um einen Hauch freundlicher wirken liess.
Er liess die Standpauke ueber sich ergehen, gleichmuetig, wie ein Waechter, der im Regen stand und ihn schlichtweg als unvermeitlich hinnahm.

...Welchen Zweck sollte dieser Aufzug ueberhaupt beinhalten?

Sein Blick, eben noch einen Punkt ueber seiner Hoheit Schultern an der Wand fixierend, huschten zu ihm, die Augen nichtssagend und so emotionsbehaftet wie die Augen des Raben, der auf seiner Schulter hockte.
"Den, das Eure Begleitung, Euer Leibwaechter, durchaus ernst zu nehmende Huerden sind, will man Euch oder den Euren das Leben drastisch verkuerzen."
Er atmete einen Moment ruhig ein, bevor er fortfuhr.
"Euer Eindruck mag der eines charmanten faehigen Mannes sein, der sich um vieles Gedanken macht hinsichtlich der Bevoelkerung - dieser Eindruck gab sich gestern auf dem Fest. Ein angenehmer Eindruck, wenn ich mich recht entsinne... Bei einem Leibwaechter allerdings voellig verfehlt. Mein Eindruck soll kein angenehmer, kein freundlicher noch ein nahbarer Eindruck sein. Jeder der Euch ans Leder will, soll zweimal darueber nachdenken, ob er sich wirklich mit mir anlegen will.
Es ist nicht meine Aufgabe, andere anzulaecheln und Charm zu verspruehen. Es ist auch nicht meine Aufgabe, Euch zu gefallen. Es ist meine Aufgabe, Eure Person davor zu bewahren, das Euch verdammt noch mal Messer aus dem Ruecken wachsen... Und bei Mutter, das werde ich. Solange ich nicht weiss, was dieses Wesen von Euch will, ist es meine Aufgabe, ihn als moegliche Gefahr zu betrachten. Jetzt entschuldigt mich bitte... Ich muss sehen, wo sich Feinde eurer Person an Bord des Schiffes verstecken koennten."

Er wollte ihn so stehen lassen, doch war Adrian wohl noch keineswegs fertig mit ihm. Hudgarr wurde herbei gerufen, bevor er weiter vor Cyrion ausbreitete, warum er sich nicht wie ein Leibwaechter verhalten sollte. Schon der erste Satz sorgte dafuer, das sich Cyrions Zuege verduesterten.
War es dem Mann wirklich so egal, das da jemand ihn und seine Familie, seinen Sohn beobachtete? Wie verantwortungslos konnte man handeln?! Dann aber wieder hatte ein Leibwaechter auch nicht von seinem Schuetzling zu erwarten, das dieser Vernuenftig handelte.
Ein Schuetzling war mehr mit einem Kind zu vergleichen - es gab nichts was ein Schuetzling nicht tun wuerde, um seinem Leibwaechter das Leben schwer zu machen...
Er hoerte sich weiter an, was Adrian ihm zu sagen hatte und gab dann ruhig wieder:
"Ich bin nicht hier fuer eine Drachenjagd, sondern um euch zu beschuetzen - eine Drachenjagd oder auch eine Jagd nach einem vermeintlichen Feind wuerde mich von Euer Seite entfernen - das waere nicht in meinem Sinne. Wir wissen nicht mit Sicherheit, ob dies ein Drache ist - solange dies der Fall ist, schaetze ich diese Person oder auch dieses Wesen als Bedrohung fuer Euch und den jungen Lord ein."
Er trat einen Schritt vor, Adrian eindringlich anblickend.
"Wenn dies ein Drachen ist - wird er laengst herausgefunden haben, das was ich bin... und was ich nicht bin... Meine Erscheinung wird fuer ihn dabei nicht von Interesse sein. Solange ich nicht weiss, ob Ihr, Milady und seine junge Lordschaft in Gefahr seid oder nicht, betrachte ich Euch als in Gefahr befindlich - und werde dementsprechend handeln... Eure persoenlichen Wuensche muessen dabei zurueck stehen. Und nun... die Freiheit wartet auf mich."
Sein Blick wanderte zu Hudgarr und er nickte ihm knapp zu.
"Hudgarr, ich ueberlasse die Hoheiten solang deinen faehigen Haenden. Wir sehen uns spaeter."

Die Lippen kraeuselnd dachte er ueber Adrians Reaktion auf seine Worte nach. Seine Worte waren wahr. Er musste niemanden gefallen, um seinen Job zu tun. Solange nicht sicher war, wer der Beobachter war, wuerde er ihn als potentiellen Feind einschaetzen und dementsprechend handeln. Adrians unfundierte Annahme war unakzeptable. Wuerde er seine Erklaerung ohne weiteres akzeptieren und handeln, als waere er nicht weiter besorgt, sein eigener Vater wuerde ihn so windelweich pruegeln, das er fuer Monate sich nicht hinzusetzen wagen wuerde.
Er atmete tief aus, waehrend er von den Zinnen zum Hafen hinabsah. Er hatte Murelay ausgeschickt, doch bis jetzt war sie noch nicht zurueck gekommen. Er hatte schon zweimal seinen scharfen Pfiff erklingen lassen, ohne das sein Familiar zurueck gekehrt waere. Unter anderen Umstaenden wuerde er sich dabei nicht soviel denken... Die Voegel waren keine Sklaven - sie hatten ihren eigenen Willen und es konnte auch durchaus mal sein, das sie dort verbleiben wollten, wo sie waren - aber hier... in einer fremden Umgebung... Es waere ihm lieber gewesen, sie kaeme gleich zurueck. Dann musste er nicht befuerchten, das sie schlichtweg abgeschossen wurde.
Die Lippen zusammenpressend, begab er sich von der Burg zur Stadt, besorgt genug, einen Rundgang mit der Suche nach seinem Familiar zu verbinden... Und doch war er nicht weit gekommen, als er nach einem weiteren Pfiff einen ihm bekannten Rabenschrei hoerte...
Er folgte dem Schrei... Sah dann einen jungen Mann von hinten, der Rabe auf seiner Schulter.
Im ersten Moment dachte Cyrion, dieser Mann waere Adrian, doch war etwas an der Haltung, etwas an der Bewegung anders und er hielt inne.
Einen langen Moment beobachtete er ihn nur von einem Baum aus, hinter dem er sich verbarg. Warum war Murelay bei ihm?! Warum pickte sie ihm nicht die Augen aus oder machte Theater fuer drei? Dieser Umstand verblueffte ihn doch mehr und mehr, konnte es nicht sein, das Murelay ihn nicht hat pfeifen hoeren.
Sich die Lippen nervoes leckend, stiess er schliesslich einen Rabenruf aus, lockend und zur Perfektion geuebt. Das einzige, was er erhielt war ein Blick des Kolkraben in seine Richtung... Ein Blick, dem der des Fremden folgte...
Goetter... verraet mich jetzt mein eigener Vogel???[/i}
Er wusste nicht genau, ob der Fremde wirklich zu ihm rueber blickte, oder mehr zu dem Raben auf seiner Schulter. Erneut rief er ihn, doch bewegte sich Murelay kein Stueck... bis der Fremde ihr etwas zu fluesterte. Dann erst stiess sie sich ab und segelte gen dem Baum von Cyrion. Ein paar leise gesprochene Worte, ein paar Handzeichen und der Vogel landete nicht etwa bei ihm, sondern segelte den Baum hoch, wo er auf einem Ast sitzend verblieb.
Cyrion Sha´Ar

Beitrag von Cyrion Sha´Ar »

Wieder beobachtete er den Fremden, von dem er nicht so recht wusste, ob er ihn beobachtete oder den Vogel. Erneut leckte er seine Lippen und blickte zu Murelay hoch. Konnte er sie noch verwenden, Hudgarr eine Botschaft zu zusenden? Oder wuerde er sie von nun an nicht mehr benutzen koennen? Es war das erste mal, das sie sich einfach mit Fremden einliess. Was war dies fuer ein Mann, das er seine Vogelfreundin so schnell gezaehmt...
Er stutzte... Blickte sich dann irritiert um. Eben hatte er nur zu dem Vogel gesehen und nun... war der Fremde weg?! Spurlos verschwunden??!
Magier...? Ein Freund von Raben... Konnte es ein Rabendiener sein? War dies moeglich? Schwer schluckte er und winkte dem Raben, bevor er sich rasch auf und davon machte Richtung Burg.


(ooc: irgendwie wollte er den ganzen post nicht schlucken *schnief* oeh... sorry Adrian, das Cyr meint, adrian sei zu gutglauebig *G*)
Trutta van Drachenfels

Beitrag von Trutta van Drachenfels »

Emsige Betriebsamkeit gepaart mit freudiger Neugier ließ die Zeit wie im Fluge vergehen. Überall huschen die Menschen beschäftig umher um alles für den großen Tag fertig zu haben. Bei der Ankunft, des Lehnsherren, seiner Gattin, seines Sohnes mit samt dem Gefolge sollten Land und Leute in gutem, in besten Licht erscheinen. Das Lilian sich entschlossen hatte vorher schon nach Drachenfels zu reisen freute Trutta am meisten. Lange schon, viel zu lange schon, hatten sich beiden Kusinen nicht mehr gesehen.

Die Herbststürme peitschten das Meer, keine gute Zeit für Seereisen. Einer wilde Bestie gleich, weiß schäumend vor Wut, schlugen die Wellen Meterhoch an die steinige Steilküste. Der Hafen war gut geschützt, aber leider hatten die Reisenden ihn noch nicht erreicht. Hoffentlich würde die Gebete erhört.
Die viele Arbeit und die Sorge, dass alles rechtzeitig und den Ansprüchen der Herrschaften gerecht fertig sein würde, lenkte zwar ab, doch je länger der Sturm währte, desto größer wurde die Angst, die sich erst am Tage der glücklichen Ankunft im Nichts auflöste.

Und wirklich, am Abend vom Einlaufen das Schiffes, war alles geschafft. Liliana hatte sich wieder selbst übertroffen und wunderbares Fest organisiert. Trutta bewunderte sie für ihre Energie und Gewandtheit, mit welcher Leichtigkeit es ihr immer gelang so etwas auf die Beine zu stellen. Es konnte, es durfte einfach nichts schief gehen. Dennoch blieb ein leichter Zweifel wie ein zarter Schleicher auf den Gemütern zurück.

Selbst Akarius, der sonst immer die Ruhe selbst, war glich einem auf gescheuchten Huhn, oder vielleicht besser einem aufgescheuchten Hahn. Er hatte die Truppen inspiziert und noch einige kleine Manöver ausüben lassen. Er war stolz auf seine Truppen, was er natürlich nie öffentlich zugeben würde. Sie hatten hart an sich gearbeitet und es waren gute Soldaten aus ihnen geworden, doch auch ihn beschlich diese zermürbenden Unsicherheit.

Dann war es endlich so weit. Es ging viel schneller als gedacht. Alles war vorbereitet, jeder wusste was zu tun war und waren bald alle Gäste in ihren ihnen zugedachten Räumlichkeiten untergebracht. Sie lächelte kurz, dachte an die noch vor kurzem eingehüllten Möbeln, den Hausmädchen, die mit leisem Singsang nur zur Sicherheit noch einmal alle Zimmer putzten. Nicht ein Stäubchen sollte Anlass zum Tadel geben. Frische Blumen, zart rosane Wildrosen verströmten ihren Duft. Niemand wusste um die Lieblingsblumen der Gräfin. Hoffentlich mochte sie sie. Möglicher Weise müssten sie noch mal ausgetauscht werden. Rotbäckige Äpfel, saftig Birnen und süße Weintrauben füllten die Schale auf dem Tisch. Sie hatten an alles gedacht.

Festlich Stimmung, ausgelassene Gäste, prüfend sah Trutta sich um. Alles war perfekt, so wie es sein sollte. Nun gut, hier und da, gab es kleine Patzer, aber die fielen wohl nur Liliana und ihr auf. Ein schönes Fest. Glücklich schmiegte sie sich an Akarius, einen kleinen kurzen Moment, in dem es nur sie beide gab.

Die Gegenwart holte sie zurück mit einem kurzen übermütigen Buff in die Seite, der von Liliana kam. Sie deutet zu Adrian und Darna rüber. Adrian schickte sich an seine Gattin zu verlassen. “Wann sagen wir ihm, dass der Silberdrache ihn und seinen Sohn sehen möchte?” fragte Trutta leise. “Vielleicht weiß er es ja schon” entgegne Liliana ihr, als er aus ihrem Blick entschwand.



Trutta van Drachenfels

Beitrag von Trutta van Drachenfels »

occ merkwürdiges Internet /occ
Zuletzt geändert von Trutta van Drachenfels am Montag 21. September 2009, 18:01, insgesamt 1-mal geändert.
Savea Falkenlohe
Beiträge: 1
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Savea Falkenlohe »

Ruhe im gesamten Anwesen… himmlische Ruhe.
Die Unordnung war mit Iras Hilfe schnell beseitigt und dann war auch sie nur noch selten zu sehen, da sie in des Sirs Haushalt aushalf.
Tag um Tag war es Durchatmen... bis zu jenem Abend, als der Sir ein volltrunkenes Fräulein Ira zum Anwesen brachte.

Im Lamm wäre sie gewesen und er hätte sie dort so aufgefunden.
Was immer auch der Sir in der Berchgarder Schenke an diesem Abend zu suchen hatte, Iras Ausdünstungen zeugten von billigem, rotem Weinfusel und davon schlicht zuviel, auch wenn sie selbst angab nur zwei Becher davon getrunken zu haben.
Dies mochte stimmen… oder sie wusste selbst nicht mehr so genau, wie viel sie davon verköstigt hatte.
Wenigstens war sie noch ansprechbar und teilte mit, alle hätten sie zum Mittrinken aufgefordert.
Savea selbst hatte sich keine Sorgen gemacht, hatte sie nicht einmal vermisst, wähnte sie doch das Fräulein Ira beim Sir zur Erledigung hauswirtschaftlicher Aufgaben.

Dreimal kaltes Wasser über den Kopf und das Fräulein Ira wirkte schon etwas wacher, wenngleich auch nicht wirklich klarer... sie war eindeutig jenseits von gut und böse für diese Nacht… und vermutlich auch für den nächsten Morgen.
Tatsächlich regte sich Mitgefühl im Hausdrachen, als der das Häuflein Elend so sah und mehr noch, als er das Fräulein ihrer nach Schenke stinkenden Kleidung entledigte und nur mehr Haut und Knochen zum Vorschein kamen.
Etwas, was das junge Fräulein bisher unter ihrer etwas weiter geschnittenen Kleidung bisher gut zu kaschieren gewusst hatte.

Zwei Kissen unter dem Kopf, unter zwei Decken gebettet, einen Krug Wasser und einen Eimer am Bett später, schlief das Fräulein Ira den Schlaf der Gerechten… aber Savea war sich dessen bewusst, das böse Erwachen würde unweigerlich folgen.
Darna von Hohenfels

Beitrag von Darna von Hohenfels »

Einen kurzen Moment, in dem sie sich im Zimmer unbeobachtet wähnte, legte sie Aaryon auf ein großes Kissen auf das Bett und lehnte sich selber gegen die nächste Schrankwand, atmete durch. Obwohl sie gestern nach dem Anlegen des Schiffes ein paar Stunden "Ruhe" gehabt hatten, kam es ihr vor, als würde statt des sich unvorhersehbar bewegenden Schiffbodens nun das ganze Umfeld sich kaum berechenbar gestalten und ihre Sinne blieben ständig geschärft, um möglichst auf jeden Eindruck und jede Situation angemessen reagieren zu können.
Neben Adrian verließ Darna das Schiff in einem nicht zu aufwendigen Kleid, in dem sie ihn früher mal zum Theater begleitet hatte. Zum Glück kannte hier kaum jemand ihre Garderobe und sie war sich nicht sicher, ob das erste Erblicken lassen in Hosen nicht gleich Getuschel auslösen würde und sie versuchte nach aller Möglichkeit dafür zu sorgen, daß auch Luca und Viola einen anständigen Eindruck machten, ohne sich wie affektierte Äffchen aufzuführen. Adrians späteres Vertrauen in die Umgebung und die Ruhe, daß man hier nicht an jeder Ecke einen Rahaler oder ähnliches erwarten musste, teilte sie nicht. Sie mißtraute nicht den Leuten von Drachenfels im Generellen, doch was sie hier aus den hinteren Reihen erwarten mochte nach den Jahren von Schreckensherrschaft, einer kurzen Zeit eines freigeistigen Bürgerrates und einem dann fremd zugeteilten Lehnsherren, der nun die Insel überhaupt zum ersten Mal sah, das vermochte sie nicht im Mindesten einzuschätzen. Und so zog sie hinter der Fassade von Ruhe und allgemeiner Aufmerksamkeit absolut alles in Betracht.
Man hatte Aaryon noch nie so oft und fortwährend in Darnas Arm gesehen, wie es dieser Tage sich nun zeigen würde. Hudgarr und Cyrion mussten frei agieren können, und bei aller guten Beteuerung, auf ihn aufzupassen, wenn Luca mit ihm irgendwie ernsthaft angegangen würde, wäre es nach Darnas Einschätzung nur das schlagen von zwei Fliegen mit einer Klappe. Und das Letzte, was Adrian nun noch auf dem Zettel haben sollte war, sich um Aaryon kümmern zu müssen. Bis auf die Ausnahme der van Drachenfelsens selber vertraute sie hier außerhalb ihrer eigenen Familie niemandem. Sobald sich Situationen ergaben, daß irgend jemand legitim den Kleinen einmal aus nächster Nähe bewundern wollte, war er spätestens nach drei Minuten wieder bei seiner Mutter. Das Ganze diente ihr auch gut, das Klischee einer familiär umsorgenden Ehefrau zu wahren und gar nicht erst Lästermäulern darüber Nahrung zu geben, wer in der Familie die Hosen an hätte. Eine Weile grübelte sie darüber, ob nicht schon ihr Interesse für die drachenfelser Garde zuviel gewesen war. Neugierig hatte sie sofort die Rangabzeichen verglichen, die Ränge einzuschätzen versucht, auf die Ausrüstung geachtet. Würde sich das Ganze gern noch eingehender ansehen. Ein falscher Schachzug? Nein, entschied sie nach etwas Nachdenken. Daß sie selber eine militärische Karriere hinter sich hatte, war eine Tatsache, und es mochte gar wieder die falschen Zeichen setzen, wenn sie nun zu sehr das Heimchen mimte, das von sowas keine Ahnung hätte. Sie schloß kurz die Augen, als ihr das Ausmaß des hier hinzulegenden Balanceaktes bewusst wurde.

Das Fest gab ihr Gelegenheit, die Leute zurückhaltend wohl genauso aufmerksam zu studieren, wie sie selber betrachtet wurde. Dennoch verursachte die größte Verblüffung nicht ein Einheimischer, sondern Viola. Daß sie ein Kleid tragen konnte, wusste sie. Auch, daß sie sich durchaus gebührlich benehmen konnte. Aber trotz aller Beobachtung ergab sich einmal nicht der Eindruck, daß Vio sich dabei unwohl fühlte oder theaterhaft etwas vorspielte. Ein paar Mal betrachtete Darna sie mit der typisch leicht gekrausten Stirn, bis ihr auffiel, daß anhand ihrer eigenen Reaktion darauf Beobachter wiederum ihre eigenen Schlüsse ziehen mochten und jegliche deutbare Regung verschwand wieder. Höfliche, nichtssagende Zurückhaltung - es kam ihr vor, als müsse sie das selber in diesem Ausmaß und bewusst gewählt aus einer Mottenkiste ausgraben. Sie probierte der Höflichkeit halber und um zuviele Fragen zu vermeiden, den Braten, hielt sich sonst nach der Schiffsreise aber erstmal eher an einen Teller reichhaltiger Suppe und etwas Obst.
Apropos Obst...

Der Blick schweifte durchs Zimmer. Hier war sie doch über etwas gestolpert. Richtig, die Äpfel. Doch das einfache Entfernen lassen der Äpfel brachte sie schneller ins Schliddern, als sie sich erträumt hätte. Noch während sie nach einer ersten vorläufigen Ecke suchte, um sie beiseite zu tun, kam nach einem Klopfen eine Bedienstete herein. Das Fräulein, ein ihr gegenüber leicht nervöses Ding Anfang zwanzig, wies zunächst auf eine kleinen Glockenzug, den Darna im besten Fall für eine Einrichtung für Alarmfälle gehalten hätte und das auch durchblicken ließ.
"Nein nein, Ihr könnt jederzeit läuten, es kommt dann sogleich jemand", beteuerte das Hausmädchen und fragte dann nochmal knicksend: "Wir hoffen, es ist alles zu Eurer Zufriedenheit, Milady?" Zufall, oder war tatsächlich herum gegeben worden, welche Anrede sie statt des "Erlaucht" bevorzugte? Darna nickte, deutete aber gleichzeitig auf die Obstschale:
"Könnt Ihr die Äpfel bitte entfernen und dafür sorgen, daß solches Obst nicht in die Wahrnehmung seiner Hoheit gelangt? Er kann sie nicht ausstehen, nicht einmal den Anblick." Leichte Bestürzung machte sich auf dem Gesicht ihres Gegenübers breit, und Darna sah sich mal wieder verleitet, rasch und glatt entschuldigenden Tones die Erklärung nachzuliefern: "Bei einer Pestepidemie wurde er wochenlang mit Apfelessig zum Schutz konfrontiert und möchte damit nichts mehr zu tun haben." Sie krauste flüchtig die Stirn, fügte nach: "Von der Pest müsste man hier auch wissen, schließlich haben die Damen van Drachenfels entscheidend mit zur Rettung der Stadt beigetragen."
Rasch knickste das Fräulein schon wieder: "Oh ja, davon habe ich gehört, aber nicht das mit dem Apfelessig, das tut mir furchtbar leid."
"Ach was, Ihr könnt doch nicht hellsehen. Nur bitte bringt die Äpfel also woanders hin."

"Sicher, Milady. Ich hoffe, ansonsten ist alles zu Eurer Zufriedenheit? Wir können auch für andere Blumen sorgen. Es wusste niemand, welche Ihr mögt." Das Hausmädchen begann, etwas gelöster zu plappern, während sie aus der Obstschale die Äpfel sortierte und den Rest wieder hübsch drapierte: "Das wäre schön, wenn wir wissen, was für Blumen Ihr gerne mögt, dann können wir bei Eurem nächsten Besuch gleich dafür sorgen. Und es blühen ja noch so einige Sorten, daß man die Wahl hat, aber Wildrosen sind ja eigentlich ganz hübsch, oder gefallen sie Euch nicht?" In echter Neugier traf ein abwartender Blick auf die Paladina.
Einen Augenblick lang mochte man wohl gut das Fragezeichen in Darnas Gesicht sehen, dann wanderte ihr Blick zu den Wildrosen, als hätte sie sie bislang gar nicht registriert - was in etwa der Wahrheit entsprach. Blinzeln. Sie verkniff sich das ratlose "Ähm...", sie dachte es nur. Blumen? Ja, da standen Blumen. "Ausgerechnet rosa", eine erste nüchterne Einschätzung, doch so ziemlich das Letzte, was sie vorgehabt hatte, was das Herumkritteln an Blumen.
"Was sind denn Eure Lieblingsblumen, wenn ich fragen darf, Milady?" Die junge Frau schien es sich in den Kopf gesetzt zu haben, erfolgreich für Trutta dies kleine Geheimnis lüften zu können. Konnte ja nicht so schwer sein. Und welches anständige Fräulein sollte schon ahnen, daß die Dame gegenüber das nicht mal selber wusste und vor dieser Frage reichlich hilflos stand.
"Ähhh...!" Darna starrte weiter auf die Wildrosen. "Die sind doch ganz nett", ließ sie sich schließlich vernehmen - eine Aussage, die man ihr nicht mal für drei Taler abgekauft hätte. Genau dies war auch in der Miene des Hausmädchens zu sehen, kurz darauf schien sie zu begreifen, daß sie die Gräfin in Verlegenheit brachte. Darna überlegte fieberhaft. Da hatte sie schon selber für eine üppig bewachsene Terasse gesorgt, die sie auch schön gefunden hatte, aber... eine Lieblingsblume?? Die waren eben da und wuchsen, wann sie sollten. Sie mochte Rosen nicht sonderlich... sie standen ihr zu sehr für dieses zierlich damenhafte, was sie speziell ablehnte. Wonach entschied man, was jemandes Lieblingsblume war? "Was würde denn zu mir passen?" Sie schob die aufflackernden Bilder diverser Kakteengewächse beiseite. Im gleichen Moment, wie das Fräulein ausweichend hilfreich irgendwie das Thema wechseln wollte, erklang ein: "Schwertlilien".
Schwertlilien. Die Antwort klang wie eine dieser Lösungen, auf die man zu spät kam, obwohl sie nahe gelegen hatten. Und die Angestellte Melinde traute auch dieser Aussage nicht, aber es war ganz offensichtlich, daß sie arglos ein völlig falsches Thema angeschnitten hatte. "Lilien sind auch schön, ja, leider blühen die nicht mehr."
"Gut, dann kann das jetzt schlecht auch noch auf den Prüfstand kommen." Darna nickte. Neue Sorge keimte auf: "Aber ich muß jetzt nicht etwas sagen, was um diese Jahreszeit wächst, oder?" Melinde drehte die Vase mit den Wildrosen ein wenig und lächelte, so zwanglos sie es gerade hin bekam: "Die hier sind sicher ein schöner Ersatz so lange." Erleichtertes Nicken kam als Antwort. Melinde sah zu, daß sie nicht überhastet mit den Äpfeln wieder aus dem Raum kam, doch hielt sie eine Frage Darnas noch auf:

"Sagt, wäre es möglich, demnächst einmal kurz mit Fräulein Trutta van Drachenfels sprechen zu können?"
Trutta van Drachenfels

Beitrag von Trutta van Drachenfels »

Längst nicht so gewandt, so sicher wie Liliana im Umgang mit den erlauchten Gästen, wusste Trutta, wie sie sich zu benehmen hatte, auf was sie achten musste, fühlte sich dennoch unsicher und war aufs höchste konzentriert keine Fehler zu machen. Dem Benimmunterricht damals, als sie in zu Liliana kam, war sie mit mehr oder weniger großem Interessiert gefolgt. Sie war eine aufgeweckte Schülerin, hatte alles gelernt, doch es war etwas ganz anderes theoretisch oder mit bestellten Komparsen zu üben, als sich auf dem glatten höfischen Parket zu bewegen, die richtigen Worte zu finden, nicht zu straucheln bei allem was man tat. Banalitäten verwandelten sich zu ausgedehnten Hindernisse, die mit einiger Anstrengung und wachsendem Selbstvertrauen überwunden werden mussten. ‚So was blödes!` ärgerte sie sich über sich selber.

Melinde, auf dem Weg in die Küche, kreuzte ihren Weg. Das Hausmädchen knickste kurz und richtet Darnas Wunsch aus. Truttas Blick fiel auf die Äpfel, was eine sofortige Änderung ihrer Gesichtsfarbe zur Folge hatte. „Was …. Was … ist mit den Äpfeln?“ stotterte sie leise. Schon wieder dieses Gefühl. ‚Es ist doch gar nicht so schlimm`, versuchte sich selber zu beruhigen. Die folgende Erklärung tat ihr übriges.
Als die Geschichte mit den Wildrosen folgte, zog sie die Brauen hoch, behielt indessen die Fassung. Im Großen und Ganzen schien alles zur Zufriedenheit hergerichtet zu sein.

Sie wollte Darna nicht warten lassen, ordnete ihr Haar, als wäre es von erforderlich, stricht kurz, während eines tiefen Atemzuges, der ihrer Körperhaltung straffte, über ihr Gewand. Beherzt klopfte sie an die große Doppeltür.



Zuletzt geändert von Trutta van Drachenfels am Dienstag 22. September 2009, 19:41, insgesamt 1-mal geändert.
Darna von Hohenfels

Beitrag von Darna von Hohenfels »

Melinde war noch gar nicht so lange draußen, als es wieder klopfte. Darna schwante Übles: "Sie kommt jetzt nicht doch mit anderen Blumen?" Nach einem kurzen Räuspern und automatischem korrigieren der Haltung bat sie herein und war erleichtert wie auch überrascht, daß es sich bereits um Trutta handelte. Schnell gewann ein Lächeln die Oberhand in ihrem Gesicht. Endlich...
"Die Streitbare mit Euch, Fräulein Trutta. Schön, daß Ihr gerade schon Zeit habt, ich will Euch auch nicht lange aufhalten", eröffnete sie in einem freudig höflichen Ton das Gespräch und bedankte sich zunächst für das bisherige Willkommen und all die Aufmerksamkeit. Sie erkundigte sich auch, wie die Dinge lagen, was im Groben so geplant war und ob es irgendwo Schwierigkeiten gab, bei denen man helfen könnte, egal ob in Bezug auf den Besuch oder anderweitig.

Letztlich nach einem Gespräch, das sie so zwanglos wie möglich halten wollte, schien sie aber auch zu dem Punkt zu kommen, warum sie überhaupt nach Trutta gefragt hatte. Währendessen schlenderte sie zu einem Tischchen und nahm von dort eine kleine recht unscheinbare, aber mit weichem Stoff überzogene Schachtel auf. "Ich bin letztens beim Einräumen unserer Bibliothek im neuen Anwesen wieder über das Pergament mit dem Gedicht gestolpert, das Ihr uns zu unserer Hochzeit geschrieben hattet, und als ich dann auch noch die Perlen wieder sah, fiel mir auf, wie oft Ihr eigentlich 'einfach so' wahre Schätze weitergebt oder völlig uneigennützig wertvolle Dinge tut und dabei...", sie vollführte eine vage weitschweifige Geste, "zu dieser Sorte Leuten gehört, bei denen es schwer fällt, sich zu bedanken, weil sie meistens so unauffällig irgendwo im Hintergrund sind." Sie sah bewusst in diesen Momenten gerade nicht zu Trutta und sprach nach kurzer Pause auch gleich weiter, um Einwänden zuvor zu kommen:
"Das soll aber keine Entschuldigung sein. Ihr habt sehr viel für uns getan, ungefragt, und ich habe nicht das Gefühl, mich bislang dafür angemessen bedankt zu haben. Ihr tätet mir also einen Gefallen, wenn Ihr dies als kleines Zeichen meiner Wertschätzung annähmet, ich hoffe, es wird Euch gefallen."
Sie legte damit die kurze Distanz zu Trutta zurück und hielt ihr mit leicht verschmitztem Lächeln die Schachtel entgegen. Sie befürchtete, daß Trutta auch zu der Sorte Leute gehörte, denen man schwer etwas als Dankeschön schenken konnte, weil sie nichts annehmen wollten, und so machte sie sich auf eine gewisse Debatte gedanklich gefasst, die selbst Drohungen beinhalten konnte, ihr das Präsent anderweitig unterjubeln zu lassen, weil es eben speziell für sie sein sollte. Auf keinen Fall aber sollte Trutta es vor ihren Augen öffnen, dies würde sie schon woanders machen müssen.

Je nachdem, wie die Verhandlungen mit Trutta denn ausgehen würden, wartete in der Schachtel unter anderem eine alte Bekannte: Eine von den Perlen, die Trutta dem gräflichen Paar zur Hochzeit geschenkt hatte, bildete den oberen Teil der Fassung über einem Medaillon, das man als Kette oder Brosche an der Kleidung tragen konnte. Darunter war in dem silbernen Oval ein Adler mit ausgebreiteten Flügeln als Einlegearbeit, in hoher Präzision aus Perlmutt und teils bräunlich, teils rötlich schimmerndem Achat geschnitten und so zusammengefügt, daß sich ein realistisch anmutendes Gemisch aus braunem und weißem Federkleid ergab. Die Details mochten verleiten, genauer hinzusehen, und es brauchte auch zwei bis drei Blicke, um zu erahnen, daß auf der Frontseite des Adlers in den Achat eine weiche Linie als Vertiefung geschnitten war, die das gesamte Brustgefieder umfassend eine Herzform bildete. In die Verzierungen des Randes waren kleine Flächen gebettet, die gerade so Platz für eine Inschrift ließen:
Für ein schützenswertes Herz
Luca
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Beitrag von Luca »

Die Ankündigung von Land in Sicht hatte seine Aufregung schlagartig und unvermittelt auflodern lassen. Bis zuletzt klebte er an der Reling, um zum Hafen hinüber zu starren, das Gepäck wurde dafür im Eiltempo gepackt. Genaugenommen dauerte es bei ihm nie lange, bis auf die Blätter mit Iras Buchstaben und Zeichnungen konnte alles bedenkenlos in den Seesack gestopft werden. Da Lady fand, dass er seine Rüstung nicht unbedingt am ersten Tag präsentieren musste, entschied er sich für ordentliche Hauskleidung und kämmte sich nach dem Gesichtwaschen ruppig aber ausdauernd die Haare. Ob sie überhaupt bemerkt hatte, dass er sie sich extra hatte schneiden lassen? Noch immer enorm männlich, aber eben auch ordentlich... Hier kannte ihn niemand und einen gewissen Stolz verspürte er auch – immerhin kam die bevorzugte Behandlung, die Adrian (und wohl auch Darna) gebührte, auch ihm zu. Fühlte sich gut an...

Viel wichtiger war aber, dass es eine neue beeindruckende Stadt zu entdecken gab. Vielleicht einen richtigen Markt, sicher ein paar Jungs, bestimmt Tavernen, viele Geschichten und auf jeden Fall jede Menge Straßen und Winkel zum Erkunden. Bei der Gruppe zu bleiben, statt sofort loszulaufen, fiel ihm schwer... glücklicherweise endete das offizielle Programm rasch, so dass er aufbrechen konnte, während die anderen sich ausruhten. Auf der Liste der zu erledigenden Dinge stand auch die Besorgung einer Schleuder. Der Schiffsjunge hatte sich standhaft geweigert, ihm seine abzutreten – über die Tauglichkeit zur Rabenabwehr waren sie sich aber einig gewesen.

Neuerlicher Höhepunkt war natürlich das Fest gewesen – Auch Vio hatte ihn beeindruckt... und beruhigt, immerhin versicherte ihr Auftritt, dass ein wenig Feinsein keine sooo große Schande war, wie er früher immer geglaubt hatte. Darüber hinaus sah sie auch einfach gut aus, auch wenn er gar nicht auf den Gedanken kam, ihr so ausführlich in den Ausschnitt zu starren wie anderen ansehnlichen Frauen. Sich mit dem Trinken zurückzuhalten, stellte kein Problem dar... es würde genügend Gelegenheiten geben, um durch die Tavernen zu ziehen, und gut genug unterhielt er sich auch so. Ganz abgesehen davon, dass er nicht so dumm war, sich direkt vor Ladys Augen zu besaufen... auch wenn sie sich an Kotzerei nach der langen Seereise eigentlich gewöhnt haben sollte... egal, so dachten feine Leute nicht! Es war ein schöner Abend gewesen, doch auch die nachfolgenden Tage hielten Überraschungen bereit... wie die giggelnden Mädchen, die ihm „junge Hoheit“ nachriefen und furchtbar albern gequietscht hatten, als er sich irritiert zu ihnen umgedreht hatte. Schon die Sachen in Ladys Farben hatten beeindruckt, aber seit Adrian ihm die Rüstung erlaubt hatte - es reichte offenbar, um ihn zum Schwarm der nicht-ganz-so-fein-Erzogenen werden zu lassen...
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