"Hier stinkts...

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Rowan
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"Hier stinkts...

Beitrag von Rowan »

... und zwar derb nach Pantherkacke."
Rowan schiebt verschimmeltes Stroh zur Seite. Selbst die Essensreste scheinen zu ihr zu sprechen.
Sie schaut in die Zelle nebenan und in Khazkals Gesicht.
Ihr Blick schweift weiter.

"Wie nobel man doch hier unterkommt. Und wie nett die Leute sind. Selbst Hennen haben dir hier." kommt es trocken.
"Und ich finde es ja am besten, wenn mir irgendwelche blauen Leute, die sich hinter Masken verstecken eine runterhauen." Sie schnaubt.

"Idioten!"
"Idioten die auch noch schlecht hören können. Aber haben Hennen überhaupt Ohren."
Sie überlegt. "Das da kaum Hirn ist, wurde mir ja gerade bewiesen."

Sie schüttelt den Kopf und lehnt diesen an die Gitterstäbe ihrer Zelle. Diese sind kühl. Genauso wie die Wände, nur das diese auch feucht sind.
Ihr Magen knurrt. An der Wand gegenüber stehen 2 Stühle und ein kleiner Tisch. Darauf eine Kerze im Totenschädel.

"Wie lauschig."
Sie verzieht das Gesicht. Ihre Hand legt sich an ihre linke Niere.
"Taub und inkontinent durch eine Frau. Fantastisch." Sie rollt mit den Augen. Der Schlag kam hart und zwang sie in die Knie. Der Schmerz rollte durch ihren Körper.

Und nun war sie hier und wartete auf Laran. Auf Antworten.

"Hier stinkts... ."

Hier stinkt es gewaltig, und zwar nach einem abgekartertem Spiel.
Sie drohen mit Mord, aber ihnen scheint nicht klar, welches Ausmaß die Rache annehmen wird, sollte etwas geschehen.
Rahal, einst eine Stadt geführt von großen Geistern, nun besiedelt mit kleinen Lichtern, von denen keiner weiß, was der andere macht. Zerstritten, Machtbesessen und Uneins.

Heil der Eisenwart!
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Rowan
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Beitrag von Rowan »

Der Wille des Burgherren leitet mich.
Dem Willen des Burgherren bin ich ausschließlich verpflichtet.
Demut soll mich leiten, sodass ich jeden im Range über mir mit Gehorsam ehre.
Die Mauern der Burg will ich stets so schützen, wie sie mich auch schützen.
Ewige Treue dem Burgherren und der Legion bis in den Tod.


...lange noch murmelte sie die Worte vor sich hin. Sie lag einfach nur in ihrer Zelle. Bekotzt, mit Schmerzen und traurig darüber, dass er ihr das angetan hat.

Gut, Rowan hat den Clerikus gefragt, ob seine Leute schonmal für Dummheit verurteilt worden sind. Und so ganz ernst nahm sie ihn nicht.
Allein die Frage, wer Khazkal Deslon oder was ein Burgherr ist.
Glatzköpfiges Arschloch, dachte sie sich die ganze Zeit.

Und dann kam Laran. Er kam schon vorher, ließ sie aus der Zelle, versorgte sie mit Essen und Trinken, leistete ihr "Gesellschaft".
Aber auf einen Wink des Clerikus verwandelte sich "ihr" Laran in den fanatischen Templer. Mit der beknöcherten Faust schlug er ihr in den Magen.

Darauf war Rowan nicht gefasst. Die Luft entiwch ihren Lungen. Sie fiel einfach seitlich vom Stuhl und blieb dort zusammengekrümmt liegen. Wieder durchfuhr der Schmerz sie wellenartig. Tränen liefen die Wange hinab. Sie stöhnte, keuchte und kotzte. Es lief einfach den Mundwinkel hinab auf den Boden und in ihr Haar.
Sie hörte und sah nichts mehr. Sie fühlte wie jemand über ihren Mund wischte. Der Schmerz ließ nicht nach.
Sie öffnete die Augen. Sie versprühte all ihren Hass auf den Clerikus, der sie mit Genugtuung ansah, selbstgefällig lächelte.
Die Zellentür wurde geöffnet. Langsam mühte sich Rowan auf alle Viere, mit dem Rock nochmal durch das Erbrochene kroch sie in ihre Zelle.
Dort fiel sie einfach auf den Boden und blieb liegen.
Der Clerikus ging, Laran blieb noch kurz.
Rowan wollte ihn nicht mehr sehen, er solle verschwinden.
Nochmals entleerte sich ihr Mageninhalt. Sie blieb einfach liegen.

Dann begann sie den Eid zu murmeln. Bevor Laran gänzlich verschwunden war rief Rowan:


Heil der Eisenwart!
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Nilas von Weidenheim

Beitrag von Nilas von Weidenheim »

Alles fing so Harmlos an. Bedrachtete er es doch als schlechten Scherz, als diese Sanja, bei einem Bürgergespräch vor ihm Stand, und den Burgherrn der Eisenwart über Alatar stellte und von ihm vor die Türe befördert wurde.

Was kümmerte ihn, in den letzten Wochen und Monden den Lameriast. Rahal schaffte dem Tempel genug Sorgen, und nun kamen diese Leute von Lameriast auch noch zu ihm nach Rahal, und Schlussendlich in seinen Kerker.

Nun musste er sich mit ihnen Beschäftigen und je mehr er mit ihnen in Kontackt kam und je mehr er von ihnen Hörte, festo mehr Festigte sich eine zu Anfangs eingebrannte Befürchtung. Der Glaube an den Herrn, konnte sich nicht auf dieser Insel in ihren Mauern festigen.
Für einige Münzen war schnell ein Herumtreiber gefunden, welcher ihm Informationen zusteuern konnte, nein er Führte ihn Sogar zu dem Schrein der Eiesenwart.
Eine Kirche, ohne Panter, und an ihrer Spitze die Statur dieses Narren.
Götzenkult.

Diese Rowan, war nichts Wert, zumindest nicht für die Zukunft. Laran welcher dem Clericus am Abend der Festnahme einiges über sie Berichtete. Und so kam ihr doch ein nutzen zu Teil. Sie war das Perfeckte Mittel, um Laran an ihr zu Schulen. Sein Werkzeug, um den Vicarius zu Formen und zu Prüfen.
Khazkal, hingegen würde ihm Gehören, er würde ihm bis aufs letzte Blut ausdrücken, bis er Gewissheit um seine Frage erhalten hat.
Shirin Ifrey

Beitrag von Shirin Ifrey »

Falscher char ne.. :D
Zuletzt geändert von Shirin Ifrey am Samstag 12. September 2009, 21:56, insgesamt 1-mal geändert.
Kalisha Deslon

Beitrag von Kalisha Deslon »

Seine Hand striff noch über die ihre und in dem Moment wusste sie. Er würde sich hingeben. Kurz darauf gab sie Befehl, keiner der Anderen sollte in dieses Spiel hinein geraten. Doch nur die Hälfte der Eisenwartler hörte, zu groß war die Wut in eine Falle gelaufen zu sein. Und so konnte auch Rowan sich nicht zurück halten, doch bei ihr begannen sie einen Folgeschweren Fehler: Sie schlugen Sie. In diesem Moment begann es in Kalisha zu brodeln. Sie wollten Khazkal um ihn auszufragen, das war ihr klar. Aber warum schlugen sie eine Eisenwartlerin, dies ging zu weit. "HEIL DER EISENWART" war der aufmunternde Ruf als die Anderen Rowan und den Burgherren zurück lassen (mussten) und verschwanden.

Das Verhandlungsgespräch war ein Witz, es glich einem Kreuzverhör. Ihr Gatte wurde für etwas verantwortlich gemacht, für was er nichts konnte. Nicht er stellte sich über Alatar, es war ein Legionär gewesen. Was konnte nun er dafür das einer aus der Reihe tanzte. Nichts. So war es ihr klar, als sie diesen Templer zum zweiten mal sah - dass sie in eine Falle gelaufen waren. Hätte sie nur ihren Bogen gehabt.. hätten die Anderen nur ihre Waffen gehabt. Dann wären sie alle tot gewesen, allesam hätten sie ihr eigenes Blut gesoffen. Egal ob die Eisenwart danach von Wachen niedergestreckt worden wäre, wenigstens hätten sie sich verteidigt.

Nun saß Rowan und Khazkal dort in dieser Stadt voller Pestverseucher. Er kam um ein Bündnis zu schließen. Dann wurde er aus der Stadt verwiesen und dies während er bei einem Templer um Unterricht auf seiner Burg bat, damit eben diese Legionäre richtig glauben konnten. Gerade dann! Er war bereit gewesen seine Leute lehren zu lassen. Wie lächerlich es war, natürlich regte sich Khazkal danach auf. So war er. Aber ihn festzunehmen? Gerade als Kalisha diese Worte hörte, wusste sie: Sie waren in eine Falle gelaufen. Blind waren sie gewesen.

Welch Schmach sie erlitten hatten, wie konnten sie nur so Blind sein.
Zuletzt geändert von Kalisha Deslon am Samstag 12. September 2009, 21:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Rowan
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Beitrag von Rowan »

Nackter, kalter Boden. Darüber verschimmeltes Stroh, dann ein Umhang in den Farben der Eisenwart. Darauf saß eine kleine Person: frierend, zerzaust, mittlerweile ebenso stinkend und schmutzig wie ihre Umgebung, hungrig und durstig.
Gesprochen hat Rowan nicht mehr. Selbst die kurzen Gespräche waren zwischen Khazkal und ihr verebbt. Jeder hatte mit seinen Gedanken zu tun.
Außerdem hatten beide trockene Kehlen, die sie nicht weiter strapazieren durften.
Sogar die Spucke in ihrem Mund war verschwunden. Wasser... .

Um Rowan lag eine Horde toter Kakerlaken. Sie wurden jedesmal gedanklich vorgewarnt: "Du hast die Wahl Kakerlake, wenn du auch nur ein Beinchen auf meinen Umhang tust, dann stirbst du."
Das Geräusch, wenn sie sie zerquetschte verursachte Rowan anfangs Gänsehaut. Aber mittlerweile war es ihr egal. Es gab sogar Klangunterschiede, je nachdem wie schnell die Kakerlake getötet wird.

Ob man sie auch so zerquetscht?

Kurz kam ihr in den Sinn, den Krabblern Namen zu geben, aber das ließ sie sein, als ein besonders großes Exemplar ihr in den Schoß fiel.

Rowan drückte sich in die Ecke, zog die Knie an und legte ihren Kopf drauf.
Laran erschien. Kein Wort der Reue, des Mitleids. Nein, einzig die Frage, ob sie nun endlich beginnen können.
Rowan krächzte ihre Antwort heraus, als sie gefragt wurde ob sie Durst hat.

Vor ihren Füßen entstand eine Pfütze, von ihm heraufbeschworen.

"Trink Rowan, in Demut."
Sie weigerte sich. Aber nicht wenn dort verschimmeltes Stroh, Dreck und Erbrochenes drin rumschwimmt.
Sie schaute ihn flehend an. Rowan wußte, was Wassermangel auslöst und sie war nicht weit entfernt von den Halluzinationen, wenn sie schon mit Kakerlaken sprach.

"Bitte Laran... ." kam es leise.
War es doch Mitleid?
Er nahm einen Krug und genauso wie die Pfütze am Boden entstand, so füllte sich der Krug.
Sie mußte vor ihm knien, den Kopf in den Nacken und die Hände auf den Rücken.
Vorsichtig legte Laran den Krug an ihre Lippen. Rowan schluckte zu schnell. Sie wollte viel auf einmal. Ihre Hände legten sich um den Krug, dabei seinen berührend. Das meiste Wasser rinn ihren Hals hinab und durchnässte ihr Hemd.
Trinken kann so anstrengend sein.

Wieder begann die Disskusion des Warum und Weshalb.
Sie sah es nicht ein. Warum sollte sie unter Schmerzen etwas lernen, was sie eh nicht einsah?
Ihr Herr war Khazkal Deslon. Und wenn Alatar meint, seine Anhänger müßen ihren Weg mit Schmerzen gehen. NEIN!
Laran blieb stets ruhig. Er erklärte ihr alles dreimal. Selbst als sie dicht
vor ihm stand: "Ihr habt nicht das Recht mich so zu behandeln." und ihn dann schubste, legte er keine Hand an sie.
Erst nach ihrem Wutausbruch, bei welchem sie ihn an der Robe packte, der dann verebbte und der Müdigkeit wich und Rowan ihren Kopf an seine Brust legte, umfasste seine Hand ihren Hinterkopf.

Ja, sie spürte den Hass und sie wußte auch was er meinte, aber sie weigerte sich. Warum soll sie hassen? Was ist mit den Gegenteil? Was ist mit lieben?

Das alles erschöpfte Rowan sehr. Sie war immernoch hungrig und auch der Durst wird bald wiederkehren. Sie ging auf ihren Umhang und ließ sich nieder.
Warum kann es mit Laran nicht so sein wie vorher? WARUM?

Sie wollte nicht hier sein. Sie gehörte hier nicht her, von Khazkal ganz zu schweigen.
Man zollte ihnen keinen Respekt. Nein, stattdessen sitzen sie im tiefsten Kerker. Werden behandelt wie schmutzige Dorfköter.

Als Larans Schritte immer leiser werden krabbelt Rowan an die Gitterseite zu Khazkal Zelle. Dort legt sie sich nieder und betrachtet ihren Herrn.


"Ewige Treue dem Burgherrn bis in den Tod."
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Tivadar Loric Deslon
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Registriert: Dienstag 21. April 2009, 04:39

Beitrag von Tivadar Loric Deslon »

"Niemand legt sich mit meiner Familie an und wird damit ungeschoren davon kommen..."

Diese Gedanken kursierten im Kopf Tivadars, als gegen Mittag ein Schreiben überbracht wurde und er es auch sofort eingehend las.

Rahal war schon immer eine Stadt, in der es zählte, wer den meisten Einfluss und die richtigen Verbündeten hatte - Tivadar hatte dieses in den zehn Jahren, die er dort lebte, nicht anders erlebt und auch nach bestem Wissen bei diesen düsteren Spielregeln partizipiert, als Raub, Mord und Kriminalität sein tägliches Leben bestimmten.

Er hatte schon mehrere Führungswechsel in der Stadt des Einen Herren erlebt, wie zu enthusiastische Politiker plötzlich verschwanden, weil sie jemandem unangenehm wurden, wie das Machtgefüge sich innerhalb einer Woche derart dramatisch wechselte, daß man von einer völlig neuen Stadt sprechen konnte und auch, wie mit Gewalt gegen Aufruhr vorgegangen wurde.

Sarkasmus und bittere Ironie waren ebenfalls schon immer ein wichtiger Bestandteil der rahalitischen Politik, da man es liebte, sein Gegenüber zu verwirren und mit Zusicherungen, die dem Wahrheitsgehalt eines Witzheftchens entsprachen, in trügerischer Sicherheit zu wiegen.

Es war jedoch neu, daß man einen Mann mit drittklassigen schriftlichen Fertigkeiten und mehr Schreibfehlern als Alatar fanatische Anhänger besaß in den Posten eines Clericus beförderte und es ihm noch gestattet wurde, offizielle Ultimati zu beantworten, da es dem alatarischen Regime doch immer so wichtig war, ernsthaft, omnipotent und seriös zu wirken.

Der Brief wurde zu den Akten Khazkals gelegt, er würde sich sicherlich dafür interessieren, wie seine gewünschten Verbündeten, für die er bereit war wie ein besessener Ackergaul zu arbeiten, sich um diplomatische Forderungen ihn betreffend scherten.

Es war faszinierend.

Das Rahal der heutigen Tage konnte nicht von sich behaupten, an die Macht des einstigen alatarischen Imperiums heran zu kommen. Auch eine Metropole wie Rahal benötigt Verbündete, damit sie wieder ihren ihr zustehenden Platz in der Weltgeschichte einnehmen könnte und nicht zur Nekropole wird.

Doch was für eine Politik war es, in der willige und dienstbereite Geister und Verbündete noch Kreuzverhören unterzogen würden und ihnen irgendwelche Edikte auferlegt wurden, die sie zu erfüllen hätten?

Nicht die Festung Eisenwart war es, die die Ehre besaß, sich dem bröckelnden Reich Alatars anzuschließen, die Stadt Rahal selbst war es, die die Ehre bekam, zuverlässige und willige Verbündete nahezu geschenkt zu bekommen. Es gab viele Splittergruppen und nicht viele von diesen waren auch willig, sich den Städten anzuschließen. Die Eisenwart war eine von jenen, die gewillt waren, dieses zu tun. Doch wenn die hohen Herrschaften der Stadt des Einen Herren dieses Privileg nicht nutzen wollten und sich lieber weiterhin in ihren lächerlichen Machtkämpfen verlieren wollen? Bitte.

Er würde nun abwarten, bis Rowan aus den Kerkern entlassen wird, ihr Bericht beeinflusst das nächste Handeln gravierend. Es wäre ihm lieber gewesen, wenn sie Khazkal entlassen hätten, doch etwas ist besser als gar nichts. Besonders, da er wusste, daß sein jüngerer Bruder stets der Herr der Lage ist.

Es beruhigte ihn auch, daß die Stadt Rahal intelligent genug war und das Ultimatum bedachte, wenn auch mit einem Gegenvorschlag, den er jedoch akzeptieren würde. Das Ignorieren der Forderungen hätte wohl in einem Krieg geendet, bei der eine von beiden Seiten garantiert untergegangen wäre und es unsicher ist, ob sie wieder aufgestanden wäre.

Er hoffte nun, daß der Bericht Rowans, einem ungezügeltem und vorlautem Gör, ihm die Antworten bringen würde, die er hören möchte.

Denn er konnte mit vielem leben:

Daß man zwei Tage zu spät auf ein dringliches diplomatisches Schreiben antwortete.
Daß man ihn nicht respektierte, weil man ihn noch nicht kannte.
Daß man einen ungebildeten Narren auf wichtige Schreiben antworten lässt.

Doch es gab etwas, das er niemals dulden würde:

Nach so vielen Jahren des Lebens ohne Familie würden sie ihm nun die eben erst wieder gefundene Familie nicht wieder entreißen. Sie hatten alle ihre Eigenheiten, doch sie hatten alle das ungezügelte und wilde Blut der Familie Deslon in sich. Er mochte sie, auch wenn es anfängliche Schwierigkeiten gab. Und solange er sich seiner Sinne bewusst war, würde niemand, nicht einmal die Götter selbst, Hand an seine Familie legen.

"Keiner legt sich mit meiner Familie an und wird damit ungeschoren davon kommen!" sprach er leise, als er einen tiefen Zug aus der Pfeife nahm und exotische Düfte den Raum betörend in Rauchschwaden einhüllten.
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My lie is your truth. So believe.
- T. L. D.
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Rowan
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Beitrag von Rowan »

Hier unten ist es immer Nacht.
Jegliches Zeitgefühl ist hier verloren.

Rowan liegt noch immer "bei" ihrem Herrn. Nur die Gitterstäbe trennen sie.
Sie kann ihn kaum erkennen. Er liegt in der hinteren Ecke. Wie lange sie schon so liegen, kann sie nicht sagen.

Sie kann nicht sprechen oder schlucken. Die Zunge klebt am Gaumen. Ihre Lippen sind rau und rissig. Bewegungen anstrengend. Ihr Magen hat längst aufgehört zu knurren und auch die Schmerzen sind vorbei. Vielleicht hat er sich damit abgefunden nichts zu bekommen.

Die Steine sind kalt und feucht. Ihre linke Seite, fühlt sich taub an. Mit der rechten Hand streicht Rowan über die Steine und dann über ihre Lippen.
Aber es reicht nicht.


In der Ecke, bei ihrem Umhang steht ihr Bruder. Er bewegt sich auf sie zu, kniet sich hin und streicht ihr das Haar aus dem Gesicht.
"Nun Schwesterchen bekommst du das, was du verdienst. Mutter hat es ja immer gewußt, du wirst dein eigenes Grab schaufeln." Er lacht.
Rowan schüttelt den Kopf, so als wolle sie etwas abschütteln.

"Ich werde wiederkommen Rowan. Du hast uns einfach verlassen. Nun werde ich in deiner schwersten Stunde bei dir sein." Er streichelt ihre Wange und küsst sie. Seine Lippen streichen über ihr Ohr.
"Um zu sehen wie du verreckst."

Er ist verschwunden.

Rowan beginnt zu zittern.

Sind das Schritte?
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Rowan
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Beitrag von Rowan »

Etwas streicht über ihren Arm, ihre Finger und wieder hinauf zur Schulter.
Dieses etwas, eine Hand, packt sie nun und schüttelt sie.

"Los, mach die Augen auf. Sieh, wen ich mitgebracht habe."
Sie wird auf den Rücken gedreht, ihr Kopf angehoben.
"Komm schon Rowan, du mußt schon gucken, ansonsten macht es keinen Spaß."
Langsam öffnen sich die Augen.
Wieder kniet ihr Bruder neben ihr, dahinter diesmal mit in der Zelle Mutter und Vater.
Alle hämisch grinsend. Ihr Bruder legt ihren Kopf nieder, steht auf und tritt neben ihre Mutter.
Langsam kommt der Vater auf sie zu, die Gürtelschnalle öffnend und diesen aus der Hose ziehend.

"Du warst ein böses Mädchen. Und du weißt, was ich mit bösen Mädchen mache."
Rowan will schreien, aber lediglich der Mund öffnet sich. Nichts als warmer Atem entfleucht.
Er kommt näher, der Gürtel schwingt bedrohlich hin und her.

"Was meinst du, wie schön es erst ist, wenn wir beide tot sind. Auf immer vereint, Vater und Tochter. Ach nein, wie dumm von mir. Du landest ja ganz woanders. Ich führte mein Leben unter Temora, du unter diesem Nichtsnutz." Er deutet auf die andere Zelle.

Rowan ist hilflos, sie kann nichts machen. Sie rührt sich nicht und ihrer Kehle will kein Laut entspringen. Ist es Einbildung? Der Alte ist doch tot. Wie sollen sie bitte hierher kommen? Und dann noch Rahal! Wird sie verrückt?

Sie schließt ihre Augen, wartend auf den Schlag.
Aber was kommt, ist nur kühle feuchte Luft.

´Ich muß hier raus.. .`
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Rowan
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Beitrag von Rowan »

Wieder wird sie sanft an der Schulter berührt.
Warum lassen die Geister der Vergangenheit sie nicht in Ruhe?
Die Augen werden zusammengekniffen, sie beginnt sie zittern.
Wieder wird sie auf den Rücken gedreht. Wird gar der Anlitz ihres toten Vaters wieder zu ihr hinab blicken?

Laran... .

Mit seinen Kochenhandschuhen hebt er ihren Kopf an, befeuchtet ihre Lippen mit Wasser. Dann beginnt er den Krug an ihre Lippen zu setzen.

"Nicht zu viel auf einmal, nicht das du erbrichst."
Seine Stimme klingt im Vergleich zum Umfeld warm und weich.
Durch das Wasser in der Mundhöhle wird die Schleimhaut wieder befeuchtet, die Zunge löst sich vom Gaumen. Fast schon schmerzhaft rinnt es die trockene Kehle hinab in den leeren Magen.
Sie saugt es förmlich auf. Wie ein trockener Schwamm, der endlich wieder mit Wasser in Berührung kommt. Sie verschluckt sich.
Nach dem Hustenanfall laufen Wasser und Magensaft die Mundwinkel hinab. Wie tief hat man sie sinken lassen.

Laran legt ihren Kopf wieder nieder. Ein leises
"Hause" ist zu vernehmen.
Sprechen tut weh.

"Burg"
"Bitte"

Er ist unschlüssig. Ihr Zustand ist nicht der Beste.

Bedingungen:


"Du kommst frei, aber nur, wenn du dich lehren lässt."

"Aber ohne Schmerzen und nur von dir."

Die Beine wollen nicht. Die Arme haben keine Kraft.
Langsam strömt eine Kraft von seiner Hand in die ihre, den Arm hinauf und hinab in die Beine. Wacklig kommt sie zum stehen.

Stoisch und zügig zieht er Rowan hinter sich her zum Bad.
Wasser, viel Wasser.
Ihre Klamotten sollte man verbrennen. Stinkend, versiecht und nass.
Die Kraft ist noch immer in ihr. Sie gleitet ins Wasser. Wie kann etwas so simples, so schön sein.
Ihr Körper ist geschunden. Sie wirkt wie einst diese magersüchtige Irre.
Eingefallene Wangen, die Rippen stehen hervor.
´Das bin ich nicht.`
Laran bringt eine einfache saubere Kutte. Er schaut nicht in ihre Richtung. Der Blick bleibt gesenkt. Er wartet vor der Tür.
Sie will nach Hause.

Draussen, die kühle Luft scheint sie zu Begrüßen, schmiegt sich an sie.
Dringt in ihre Lungen und macht sich dort breit. ´Frei`, endlich.

Laran ist, was das Tempo angeht nicht zimperlich.
Die Brühe in der Taverne schafft sie nicht, es ist zuviel.

....

Lameriast, die Burg, zu Hause... .

Im Hinterkopf aber seine Worte, dass sein Zorn fürchterlich sein wird, sollte sie die Bedingung nicht einhalten.
Rowan war ihm trotzdem dankbar.
Aber ihr Herr war noch dort und nun allein.
Sie bat Laran zwar auf ihn zu achten, aber auch sie wußte, dass das nur im begrenzten Maße möglich war.


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